Mehr gesunde Lebensmittel gehören auf den Tisch

Mindener Tageblatt

Ernährungsprojekte zu Essstörungen / Vorbeugung soll Kindern und Jugendlichen helfen / Hilfe und Beratung

Minden (mt/mob). Im Kreis Minden-Lübbecke soll mehr Gesundes auf den Tisch kommen. Gemeinsam mit mehreren Partnern setzt die Kreisverwaltung ab dem Schuljahr 2007 / 2008 in 14 Schulen Ernährungsprojekte zu unterschiedlichen Schwerpunkten um.

Das Thema Essstörungen wird unter der Regie der Beratungsstelle für Suchtkranke des Diakonischen Werks Minden am Gymnasium und der Freiherr-vom-Stein-Realschule in Rahden, in der Realschule Stemwede und in der Hauptschule Petershagen behandelt.

Das Projekt trägt den Titel "ISS WAS?!” und die beteiligten Schüler setzen sich mit Fragen und Antworten rund um das Schönsein, Essen, aber auch mit dem Thema Essstörungen auseinander: Es geht dabei um eine Entdeckungsreise durch den Dschungel von Werbung, Schönheitsidealen, Erwartungen und Ansprüchen. Man trifft dort auf Essbares, kann eine Wundertüte öffnen, seine Lieblingsmusik hören, Tische nach Lust und Laune decken, einen Film ansehen und ein gemeinsames Frühstücksbüfett gestalten.

"Auch die Beschäftigung mit den Fragen, wie man erkennen kann, ob jemand eine Essstörung hat und welche Hilfsmöglichkeiten es gibt, kommt nicht zu kurz", erläutert Regine Brand, Sozialarbeiterin in der Beratungsstelle für Suchtkranke des Diakonischen Werkes Minden.

Essstörungen haben in den Industrienationen erschreckende Ausmaße angenommen. Gerade bei Mädchen und Frauen sind Essstörungen wie zum Beispiel Bulimie, Magersucht, Esssucht weit verbreitet. Besonders häufig erkranken Mädchen im Alter zwischen 13 und 24 Jahren. 85 Prozent der Betroffenen sind Frauen und Mädchen. Die Tendenz bei Jungen und Männern ist steigend, wobei eine hohe Dunkelziffer angenommen werden kann.

Um langfristige Erfolge zu erzielen, ist es wichtig, viele Ebenen in die Vorbeugungsarbeit einzubeziehen: "Um Prävention auf möglichst breiter Basis stattfinden zu lassen, sollten neben den Kindern und Jugendlichen selbst, Eltern und andere Angehörige, Lehrer und Gesundheitsanbieter in die Aufklärungs- und Präventionsarbeit mit einbezogen werden. Diese Voraussetzungen dafür haben wir geschaffen, in dem in jeder teilnehmenden Schule eine entsprechende Projektgruppe installiert wird, die am Prozess der Projektdurchführung beteiligt ist, Arbeitsmaterialien und wichtige Tipps erhält", erläutert Projektkoordinator Dr. Christian Adam vom Kreis Minden-Lübbecke.

Für die Schulen lohne sich ein Engagement allemal: Sie werden, soweit die Projekte unter den vorgegebenen Rahmenbedingungen durchgeführt werden, für das entsprechende Schuljahr die Auszeichnung "Gesunde Schule im Mühlenkreis" erhalten. Die Kosten des Ernährungsprojekts tragen die AOK Herford, Minden-Lübbecke, die BKK Melitta Plus, die Vereinigte IKK, die Barmer in Minden sowie die Landesvereinigung für Milchwirtschaft NRW.

Hilfe und Beratung rund um das Thema Essstörungen erteilt die Beratungsstelle für Suchtkranke des Diakonischen Werks Minden, Fischerallee 3, 32423 Minden, Telefonnummer (05 71) 88 80 42 70, E-Mail: suchtberatung@dwminden.de. Informationen zum Projekt gibt es im Kreishaus bei Dr. Christian Adam, Telefon: (05 71) 8 07-22 88, Fax: (05 71) 8 07-3 28 80, E-Mail: c.adam@minden-luebbecke.de.

Copyright: Mindener Tageblatt, 09.08.2007

 
 
 
 
 

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