Regionale Unterschiede ausgeklammert

Nordwest Zeitung

Gesundheitsfonds Beiträge der Gesetzlichen Krankenkassen steigen ab Januar 2009 auf 15,5 Prozent

Die BKK Melitta Plus ist laut Wilfried Furche gut vorbereitet. Es gebe finanzielle Spielräume.

Von Ulrich Schlüter

 Es wird teurer für die Versicherten in den gesetzlichen Kassen: Der ab 2009 einheitliche Beitrag wird bei 15,5 Prozent liegen. Nordenham - Vor der Einführung des Gesundheitsfonds im nächsten Jahr ist die Aufregung bei den Krankenversicherern groß. Nach Auffassung von Wilfried Furche wird mit dem geplanten Fonds ein funktionierendes System zerschlagen und eine neue Bürokratie aufgebaut. Auch die regional unterschiedlichen Gegebenheiten würden nicht berücksichtigt, merkte der Vorstand der BKK Melitta Plus an.

Zum 1. Januar 2009 starten die Gesetzlichen Krankenkassen mit einem Einheitsbeitrag von 15,5 Prozent. Nach den Worten von Wilfried Furche verlieren dadurch die Kassen ihre Finanzhoheit. Sie seien nunmehr abhängig vom Geldhahn der Politik.

In den neuen Fonds fließen die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge sowie Steuermittel und das Geld aus den Zuzahlungen der Patienten. Für 2009 sind rund 150 Milliarden Euro eingeplant. Das Geld wird über das Bundesversicherungsamt an die rund 220 Krankenkassen verteilt. Die Mitglieder der BKK Melitta Plus zahlen künftig zwölf Millionen Euro mehr in den Fonds. Der Beitrag von zurzeit 12,8 Prozent steigt um 2,7 Prozentpunkte. Alle Kassen hatten bislang auch noch einen Sonderbeitrag von 0,9 Prozent geleistet.

Dabei wäre der momentane Satz laut Wilfried Furche auch für 2009 kostendeckend. "Wir haben solide gewirtschaftet und sind gut aufgestellt", stellte er fest. Die Kasse sei sogar in der Lage, Präventionsleistungen und das Bonussystem für gesundheitsbewusstes Verhalten auszuweiten.

Nach den Worten des Pressesprechers Holger Kuhlmann gibt es bei der Einführung des Gesundheitsfonds keine Gewinner. Er sprach von einem Wettbewerb um Leistungen und Prämien, der ab 2009 einsetzen werde. Der Einheitsbeitrag von 15,5 Prozent sei zudem eine Mogelpackung. "Wenn eine Kasse mit dem ihr zugeteilten Geld nicht auskommt, kann sie von ihren Versicherten mehr verlangen", betonte er. Der Zusatzbeitrag darf ein Prozent des beitragspflichtigen Einkommens nicht übersteigen. Auch würden einige Kassen erwägen, ihre Zusatzleistungen künftig zu streichen.

Die Kassen, die solide gewirtschaftet haben, müssen laut Wilfried Furche bei einem einheitlichen Krankenkassenbeitrag die anderen kräftig mitfinanzieren. Erwirtschafte eine Kasse Überschüsse, könne sie ihren Versicherten auch finanzielle Vergünstigungen gewähren. Zum jetzigen Zeitpunkt sei es indes unseriös, Beitrags-Rückvergütungen zuzusagen. Erst der Jahresabschluss 2009 gebe Gewissheit über die tatsächlich verfügbaren Gelder.

Copyright: Nordwest Zeitung, 01.11.2008

 
 
 
 

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