Spenderausweis für Versicherte

Kreiszeitung Wesermarsch

Organspende: Krankenkassen ziehen mit – Bürger sollen für wichtiges Thema sensibilisiert werden

Wesermarsch. Experten schätzen, dass in Deutschland rund 12 000 Menschen auf ein Spenderorgan warten. Um ihnen zu helfen, hat der Bundestag eine Änderung des Transplantationsgesetzes auf den Weg gebracht. Im Sommer soll das Verfahren abgeschlossen sein.

Die wichtigste Neuerung: Zukünftig sollen die Krankenkassen den Versicherten, die 16 Jahre oder älter sind, alle zwei Jahre Infomaterial zur Organspende sowie einen Spenderausweis zuschicken. Die Kassen in der Region sehen dem zusätzlichen Aufwand gelassen entgegen.

Organspendeausweis auch im Internet ausdruckbar.

"Die AOK unterstützt jede von der Politik beschlossene Maßnahme, die geeignet ist, die Lebenssituation derer zu verbessern, die auf ein Spenderorgan warten", macht Pressesprecher Joachim Maass deutlich. Die AOK sei gerne bereit, die für eine Spende in Frage kommenden Versicherten – allein in der Wesermarsch sind es rund 18 000 - in regelmäßigen Abständen zu informieren.

Die Krankenkasse BKK Melitta Plus hat im November vergangenen Jahres verkündet, dass sie allein in Nordenham und Umgebung mehr als 12 000 Versicherte betreut. Wenn das Gesetz kommt, so schätzt Pressesprecher Holger Kuhlmann, müssten rund 80 Prozent der Versicherten im Zwei-Jahres-Rhythmus Infopost zur Organspende erhalten.

"Wir begrüßen diese Änderung und sehen hierhin einen wichtigen Schritt, über dieses wichtige und sensible Thema aufzuklären", sagt er.

Stiftung ist skeptisch

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation hat Zweifel an der geplanten Info-Post geäußert. "Es ist zu befürchten, dass diese im Papierkorb landet", sagte Günter Kirste vom Vorstand vor Kurzem. Diese Sorge teilt Sonja Wieking, Kundeberaterin bei der Barmer GEK in Brake, nicht. " Wir merken es an der guten Resonanz auf unsere Mitgliederzeitschriften. Die werden von den Versicherten gelesen", weiß sie.

Den zusätzlichen Aufwand durch die Info-Post stuft sie als gering ein. "Vielleicht lässt sich das mit anderen Zusendungen verbinden. Schließlich stehen wir schon jetzt im regelmäßigen Kontakt zu unseren Versicherten." Sie schätzt, dass rund 2 800 Barmer-GEK-Mitglieder von der Gesetzänderung betroffen wären.

Die Techniker Krankenkasse (TK) zählt allein in Nordenham rund 10 000 Mitglieder. "Auch wir müssten rund 80 Prozent von ihnen alle zwei Jahre informieren", weiß Sprecherin Inga Heinrich. Schon heute tue ich die TK eine Menge, um das Thema Organspende zu sensibilisieren. "Zum Beispiel haben wir in Nordrhein – Westfalen einen Wettbewerb initiert, bei dem wir die Stadt gesucht haben, in der innerhalb eines bestimmten Zeitraums die meisten Spenderausweise ausgefüllt wurden", nennt sie ein Beispiel.

In den deutschen Krankenhäusern soll es zukünftig verpflichtend Beauftragte für Transplantationen geben. Diese Bedingung erfüllt die Wesermarsch – Klinik schon jetzt. "Bei uns ist hiermit Ole Joachim betreut. Er ist der Oberarzt in der Anästhesie", sagt Geschäftsführer Bodo Kleyensteiber.

Copyright: Kreiszeitung Wesermarsch, 10.04.2012

 
 
 
 

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