Digitalisierung – Risiko oder Chance für die Gesundheit?

BKK Gesundheitsreport 2017 – Ergebnisse und Auswirkungen im Kreis Minden-Lübbecke

Ständige Erreichbarkeit als Risiko für die Gesundheit?

Minden| Die Digitalisierung bietet im Hinblick auf die Flexibilität von Unternehmen und deren Beschäftigten eine große Möglichkeit. Moderne Technologien erlauben ein räumlich verteiltes Arbeiten und können psychische Fehlbelastungen bei Beschäftigten reduzieren. Ergebnisse aus einer Befragung des BKK Dachverbandes zeigen allerdings auch, dass sich jeder Fünfte durch die Digitalisierung überlastet bzw. ausgebrannt fühlt. Wie passen diese beiden Thesen zusammen? Ein viel diskutiertes Phänomen ist die Anforderung nach ständiger Erreichbarkeit in der Arbeit. Viele Beschäftigte sehen hier eine Möglichkeit Freizeit, Familie und Beruf besser vereinen zu können. Jedoch zeigen Studien, dass diese ständige Erreichbarkeit auch zu Gesundheitsbeeinträchtigungen führen kann. Besonders emotionale Erschöpfung, schlechtere Schlafqualität, psychische Gesundheitsprobleme sowie Rücken- und Nackenschmerzen gelten als Folgen ständiger Erreichbarkeit.

Zunahme an psychischen Erkrankungen im Kreis Minden-Lübbecke

Ein Ergebnis aus dem BKK Gesundheitsreport 2017 „Digitale Arbeit – Digitale Gesundheit" zeigt, dass im Jahr 2016 psychisch Erkrankte im Schnitt 38,8 Tage der Arbeit fern blieben. Auswertungen der BKK Melitta Plus-Versichertendaten im Kreis Minden-Lübbecke ergeben ein ähnliches Ergebnis. Hier waren die Beschäftigten mit psychischen Erkrankungen 2016 im Schnitt 35,1 Tage arbeitsunfähig. Im Vergleich zum Jahr 2015 (33,7 Tage) ist im Kreis Minden-Lübbecke somit ein Anstieg von ca. 4% zu verzeichnen. Experten gehen auf Grund der stetig wachsenden Digitalisierung von einer weiteren Zunahme der psychischen Erkrankungen in den nächsten Jahren aus. Zudem ist die Dauer der Arbeitsunfähigkeit bei psychischen Erkrankungen wesentlich höher, als bei anderen Erkrankungen (Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems: 19,9 Arbeitsunfähigkeitstage im Jahr 2016). Inwiefern auch im Kreis Minden-Lübbecke ein weiterer Anstieg von psychischen Erkrankungen zu verzeichnen ist, bleibt abzuwarten.

Digitalisierung als Chance in der Arbeitswelt

Die Arbeitswelt wird durch die Digitalisierung und den demografischen Wandel vor immer größere Herausforderungen gestellt. Damit Unternehmen und Beschäftigte die Vorteile der Digitalisierung nutzen können, gewinnt die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen einen beachtlichen Stellenwert. Arbeitgeber haben eine Fürsorgepflicht, die

beschriebenen negativen Folgen von Digitalisierung und ständiger Erreichbarkeit wirksam einzudämmen, ohne gleichzeitig die positiven Potentiale einzuschränken.

Dafür sind individuelle Präventionskonzepte für unterschiedliche Unternehmensarten und -größen notwendig. „Wir -als regionale Krankenkasse BKK Melitta Plus- möchten einheimische Unternehmen und deren Beschäftigten bei diesen Herausforderungen unterstützen und bieten deshalb Beratungen im Bereich des Betrieblichen Gesundheitsmanagements an", erläutert Rolf Kauke, Vorstandsvorsitzender der BKK Melitta Plus und ergänzt: „Wir sind hierbei seit vielen Jahren professionell aufgestellt und können mit unserer Katharina Hersemann, Referentin für Betriebliches Gesundheitsmanagement, auch auf langjährige Erfahrung in der Arbeitswelt zurückgreifen."

Foto-Anlage: In Betrieben wird von der BKK Melitta Plus erfolgreich die Broschüre" Mit uns aktiv gegen Stress" eingesetzt, die Beschäftigten mit TIPPS und Übungen gegen Stress hilft.
Foto copyright: CreativaImages – iStockphoto.com

Grafik: copyright 2017 MWV Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft und BKK Dachverband e.V.

 

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