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Schulterschmerzen

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    Schulterschmerzen zählen zu den häufigsten Gelenkbeschwerden. Meist entstehen sie unterhalb des Knochens, der das Schulterdach bildet. Innerhalb von sechs Monaten klingen sie oft ab. Bis dahin ist es sinnvoll, belastende Armbewegungen zu vermeiden. Bestimmte Behandlungen können die Schmerzen lindern.

    Einleitung

    Schulterschmerzen gehören zu den häufigsten Gelenkbeschwerden. Da in der Schulter auf engstem Raum viele Muskeln, Bänder, Sehnen, Schleimbeutel und Knochen zusammenarbeiten, können die Beschwerden verschiedene Gründe haben. Die genaue Ursache herauszufinden, gelingt nicht immer.

    Meistens entstehen Schulterschmerzen unterhalb des Knochens, der das Schulterdach bildet (Acromion). Dann werden sie oft Impingement-Syndrom genannt. Andere Ursachen von Schulterschmerzen können zum Beispiel eine Schultersteife oder eine Arthrose sein. In diesem Text geht es um Schmerzen unter dem Schulterdach – nicht um Beschwerden aufgrund anderer Ursachen wie Arthrose, oder nach akuten Verletzungen.

    Schmerzen unter dem Schulterdach können innerhalb eines halben Jahres wieder abklingen, aber auch länger andauern. Bis sich die Beschwerden bessern, ist es sinnvoll, belastende Armbewegungen zu vermeiden. Akute Schmerzen lassen sich durch Kühlung und entzündungshemmende Schmerzmittel lindern. Starke Beschwerden können auch mit Kortisonspritzen behandelt werden. Physiotherapeutisch angeleitete Kräftigungs- und Beweglichkeitsübungen können die Schulter stärken. Operationen helfen meist nicht.

    Symptome

    Schmerzen unter dem Schulterdach treten häufig an der Außenseite der Schulter auf. Sie machen sich vor allem beim seitlichen Anheben des Arms bemerkbar (siehe Grafik). Manchmal nehmen die Schmerzen zu, wenn man nachts auf der betroffenen Schulter liegt. Der Schmerz kann einen dann aus dem Schlaf holen.

    Grafik: schmerzhafter Bereich bei Schmerzen unter dem Schulterdach schmerzhafter Bereich bei Schmerzen unter dem Schulterdach

    Ursachen

    Der Raum unter dem Schulterdach kann sich verengen durch Knochenwucherungen, Verschleiß oder kalkartige Ablagerungen in der Sehne des Obergrätenmuskels (siehe Grafik). Weitere Ursachen sind zum Beispiel ein entzündeter Schleimbeutel oder ein hakenförmiges Schulterdach, bei dem der Knochenfortsatz des Schulterblatts stärker nach unten gekrümmt ist als normal. Zudem kann es durch schwache oder zu einseitig belastete Muskeln zu Verkürzungen der Bänder und Sehnen der Gelenkkapsel kommen.

    All diese Veränderungen können dazu führen, dass Teile der Schultersehnen und der Schleimbeutel zwischen dem Oberarmkopf und Schulterdach eingeklemmt werden, wenn man den Arm anhebt.

     

    Grafik: Muskeln, Sehnen, Schleimbeutel und Knochen im Schulterbereich Muskeln, Sehnen, Schleimbeutel und Knochen im Schulterbereich

     

    Weil es so viele mögliche Auslöser für Schmerzen unter dem Schulterdach gibt, werden bei der Diagnose ganz unterschiedliche Begriffe verwendet, unter anderem „Schulter-Impingement-Syndrom“ (Einklemmungs-Syndrom), „Rotatoren-Manschetten-Syndrom“ oder „Kalkschulter“.

    Studien zeigen, dass es keinen klaren Zusammenhang zwischen Beschwerden und sichtbaren Auffälligkeiten auf einem Ultraschall, Röntgen- oder MRT-Bild gibt: Auch bei Menschen ohne Schulterschmerzen sind manchmal Kalkablagerungen, Risse und Verschleißerscheinungen an der Rotatoren-Manschette oder der Gelenklippe zu sehen. Daher bevorzugen viele Fachleute statt „Impingement-Syndrom“ mittlerweile die Bezeichnung „Schmerzen unter dem Schulterdach“ (subacromiales Schmerzsyndrom). Welche Rolle Einklemmungen bei der Entstehung von Schulterschmerzen tatsächlich spielen, ist umstritten.

    Risikofaktoren

    Wer viel über Kopf arbeitet, hat ein erhöhtes Risiko für Schmerzen unter dem Schulterdach. Dies betrifft zum Beispiel Maler, Elektriker, Lagerarbeiter oder Regalauffüller.

    Bei bestimmten Sportarten wird der Arm ebenfalls viel über Kopf bewegt – etwa beim Tennis, beim Basketball oder anderen Wurfsportarten. Auch viele Kraul- oder Delphinschwimmer schwingen ihre Arme hoch über den Kopf. Bei intensivem Training kann es dann zu Schulterschmerzen kommen.

    Nicht zuletzt können schwache Schultermuskeln, -bänder und -sehnen zu Beschwerden führen. Das Schultergelenk ist sehr beweglich und wird vor allem durch die Muskulatur stabil gehalten. Bei einer schwachen Schultermuskulatur kann sich der Gelenkkopf des Oberarms aus der Gelenkpfanne herausbewegen und auf die umliegenden Weichteile drücken.

    Häufigkeit und Verlauf

    Schulterschmerzen gehören – neben Rücken- und Nackenschmerzen – zu den häufigsten orthopädischen Beschwerden. Bei bis zu 70 % der Betroffenen entstehen die Schmerzen unter dem Schulterdach (subacromial).

    Schulterschmerzen können unterschiedlich verlaufen. Bei etwa der Hälfte der Betroffenen lassen sie innerhalb von sechs Monaten nach. Manche Menschen haben aber auch über viele Jahre Beschwerden.

    Diagnose

    Um die Beschwerden einordnen zu können, fragt die Ärztin oder der Arzt unter anderem,

    • wann die Schmerzen auftreten und wie sie sich anfühlen,
    • ob es eine Verletzung oder einen Unfall gab sowie
    • nach möglichen Auslösern wie Überkopfarbeit oder bestimmten Sportarten.

    Die anschließende körperliche Untersuchung umfasst mehrere Tests, bei denen die Arme seitlich angehoben und abgesenkt und die Ellbogen in verschiedenen Positionen nach innen oder außen gedreht werden. Außerdem tastet die Ärztin oder der Arzt die Schulter ab. Dies reicht meist aus, um Schmerzen unter dem Schulterdach zu diagnostizieren. Durch eine körperliche Untersuchung lassen sich auch andere mögliche Ursachen wie ausstrahlende Nackenschmerzen oder Schultersteife (adhäsive Kapsulitis) ausschließen.

    Manchmal schließen sich auch bildgebende Untersuchungen an: So kann ein Ultraschallbild Risse der Rotatoren-Manschette zeigen, eine Röntgenuntersuchung die Knochen und auch Kalkablagerungen sichtbar machen. Eine Magnetresonanztomografie kommt infrage, wenn die Diagnose weiterhin unklar bleibt.

    Weil es keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen den Beschwerden und sichtbaren Veränderungen oder Verschleißerscheinungen gibt, sind bildgebende Untersuchungen aber nicht immer nötig. Sie können dann sinnvoll sein, wenn sich die Beschwerden trotz Behandlung nicht bessern, ein Eingriff erwogen wird oder ein Verdacht auf eine andere Ursache besteht. Bei Verdacht auf eine Arthrose im Schultergelenk kann zum Beispiel ein Röntgenbild Aufschluss geben.

    Behandlung

    Bei akuten Schulterschmerzen wird empfohlen,

    • die Schulter zu schonen und vor allem keine Arbeiten oder Sportarten auszuüben, bei denen der Arm über Kopf angehoben wird,
    • die Schulter zu kühlen,
    • die Schmerzen bei Bedarf mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln wie Ibuprofen zu lindern. Sie sollten aber nicht länger als 1 bis 2 Wochen eingesetzt werden. Bei starken Schmerzen kommen auch Kortisonspritzen infrage.

    Die Schulter zu schonen, heißt nicht, sie ruhigzustellen – im Gegenteil: Durch eine gezielte Physiotherapie kann die Schulter mithilfe verschiedener Übungen nach und nach wieder beweglich gemacht und gestärkt werden.

    Eine Operation der Schulter bietet bei Schmerzen unter dem Schulterdach keine großen Erfolgsaussichten. Aussagekräftige Studien haben gezeigt, dass Eingriffe zur Beseitigung einer Enge unter dem Schulterdach meist nicht besser helfen als eine Behandlung, bei der die Studienteilnehmer nur denken, sie würden diesen Eingriff erhalten. Weil jede Operation auch Risiken hat und zu anderen Schulterproblemen führen kann, sollte ein Eingriff immer gründlich bedacht werden.

    Weitere Informationen

    Die Hausarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem ärztlichen Rat braucht. Wir informieren darüber, wie man die richtige Praxis findet, wie man sich am besten auf den Arztbesuch vorbereitet und was dabei wichtig ist.

    Quellen

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    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Autoren-Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Was hilft bei Schulterschmerzen?

    Schulterschmerzen treten meist an der Außenseite der Schulter auf und machen sich vor allem beim Anheben des Arms bemerkbar. Sie können durch entzündungshemmende Schmerzmittel, Kortisonspritzen und Physiotherapie gelindert werden.

    Die meisten Schulterschmerzen entstehen unter dem Schulterdach. In der Fachsprache werden solche Beschwerden als „subacromiale“ Schulterschmerzen bezeichnet (subacromial = unter dem Schulterdach).

    Mögliche Ursachen für die Schmerzen sind zum Beispiel:

    • Einklemmungen unter dem Schulterdach (Impingement-Syndrom),
    • verschleißbedingte Risse an den Sehnen der Rotatoren-Manschette,
    • Kalkablagerungen in bestimmten Schultersehnen und
    • Schleimbeutelentzündungen.

    Die genauen Ursachen für Schulterschmerzen lassen sich oft nicht sicher feststellen. Das hat damit zu tun, dass es keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen den Beschwerden und im Röntgen, Ultraschall oder MRT sichtbaren Auffälligkeiten an der Schulter gibt. Zum Beispiel haben auch viele Erwachsene ohne Schulterschmerzen Risse in der Rotatoren-Manschette oder Kalkablagerungen in den Schultersehnen.

    Schulterschmerzen treten meist an der Außenseite der Schulter auf und machen sich vor allem beim Anheben des Arms bemerkbar. Sie können durch entzündungshemmende Schmerzmittel, Kortisonspritzen und Physiotherapie gelindert werden.

    Die meisten Schulterschmerzen entstehen unter dem Schulterdach. In der Fachsprache werden solche Beschwerden als „subacromiale“ Schulterschmerzen bezeichnet (subacromial = unter dem Schulterdach).

    Mögliche Ursachen für die Schmerzen sind zum Beispiel:

    • Einklemmungen unter dem Schulterdach (Impingement-Syndrom),
    • verschleißbedingte Risse an den Sehnen der Rotatoren-Manschette,
    • Kalkablagerungen in bestimmten Schultersehnen und
    • Schleimbeutelentzündungen.

    Die genauen Ursachen für Schulterschmerzen lassen sich oft nicht sicher feststellen. Das hat damit zu tun, dass es keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen den Beschwerden und im Röntgen, Ultraschall oder MRT sichtbaren Auffälligkeiten an der Schulter gibt. Zum Beispiel haben auch viele Erwachsene ohne Schulterschmerzen Risse in der Rotatoren-Manschette oder Kalkablagerungen in den Schultersehnen.

    Was kann ich selbst tun?

    Bei Schulterschmerzen ist es zunächst einmal sinnvoll, schmerzauslösende Tätigkeiten zu vermeiden. Das können zum Beispiel Arbeiten über Kopf, schweres Heben und Tragen oder schulterbelastende Sportarten sein. Am besten vermeidet man es auch, auf der betroffenen Seite zu liegen.

    Die Schulter sollte zwar geschont werden – dennoch ist es wichtig, sie weiter zu bewegen. Eine Ruhigstellung kann die Muskulatur schwächen und auch dazu führen, dass die Schulter steif wird. Eine einfache Übung zur schonenden Mobilisierung der Schulter ist zum Beispiel:

    • Sich mit dem schmerzfreien Arm an einem Tisch oder Stuhl festhalten,
    • den Oberkörper etwas vorbeugen und den anderen Arm herunterhängen lassen,
    • dann den ganzen Arm sanft kreisen oder hin und her pendeln lassen.

    Diese Übung kann man zwei- bis dreimal am Tag für ein bis zwei Minuten wiederholen.

    Entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen können die Schulterschmerzen etwas lindern. Sie sollten aber nicht länger als zwei Wochen eingenommen werden. Eine nebenwirkungsarme Alternative zu Tabletten sind Cremes und Gele mit Diclofenac, die zwei- bis dreimal am Tag auf die Schulter aufgetragen werden. Sie eignen sich auch für Menschen, die Tabletten wegen einer Nieren- oder Leberschwäche oder einem akuten Magengeschwür nicht gut vertragen.

    Wann ist ärztlicher Rat gefragt?

    Meist steckt hinter Schulterschmerzen kein ernsthaftes Problem. Es ist aber sinnvoll, ärztlichen Rat einzuholen, wenn:

    • sich das Schultergelenk instabil anfühlt oder ausgekugelt war
    • die Schulter gerötet, warm oder geschwollen ist
    • die Schulter nach einem akuten Unfall verletzt ist
    • Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen auftreten
    • die Schmerzen stark sind
    • der Arm sehr schwach ist oder sich nicht mehr richtig bewegen lässt

    Was hilft bei stärkeren Schmerzen?

    Bei starken Schulterschmerzen kann die Ärztin oder der Arzt Kortison in die Schulter spritzen. Es kann die Schmerzen lindern und die Beweglichkeit verbessern. Wichtig ist aber, sich nicht zu häufig eine Kortisonspritze geben zu lassen, da das Mittel dann die Sehnen und den Knorpel schwächen kann. Nach der Spritze sollte man für zwei Tage auf Tätigkeiten verzichten, die die Schulter belasten könnten.

    Kortisonspritzen können die Haut an der Einstichstelle reizen und sie – bei wiederholter Anwendung – heller werden lassen. Ernsthafte Komplikationen wie eine Gelenkinfektion sind jedoch selten.

    Kann eine Physiotherapie helfen?

    Schwache Schultermuskeln, -bänder und -sehnen können zu Schulterschmerzen beitragen: Das Schultergelenk ist sehr beweglich und wird vor allem durch die Muskulatur stabil gehalten. Bei einer schwachen Schultermuskulatur kann sich der Gelenkkopf des Oberarms leicht aus der Gelenkpfanne herausbewegen. Es kann schmerzen, wenn er auf das umliegende Gewebe drückt. Eine Physiotherapie kann die Schulter stärken und stabiler machen.

    Zur Behandlung von Schmerzen unter dem Schulterdach eignet sich eine Physiotherapie. Studien zeigen, dass sie die Schmerzen lindern und die Schulterfunktion verbessern kann.

    Die physiotherapeutischen Übungen sollten

    • die Schulterbeweglichkeit verbessern,
    • die Muskeln des Schulterblatts und der Rotatoren-Manschette stärken und
    • die allgemeine Haltungsmuskulatur fördern.

    Außerdem sollte die Physiotherapie vermitteln, wie man die Schulter schonender bewegt. Studien zeigen, dass eine Behandlungsdauer von 8 bis 16 Wochen sinnvoll ist. Welche Übungen empfohlen werden, hängt von den jeweiligen Beschwerden und Voraussetzungen ab. Wichtig ist, die in der Therapie erlernten Übungen auch zu Hause oder am Arbeitsplatz zu machen.

    Warum ist eine Operation oft nicht sinnvoll?

    Wenn als Ursache für die Schulterschmerzen eine Einklemmung (Impingement) vermutet wird, kann der Raum unter dem Schulterdach operativ erweitert werden. Dies soll die Schmerzursache beseitigen. Bei dem Eingriff werden im Rahmen einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie) Teile des Schulterdachs abgetragen und der Schleimbeutel entfernt. Der Fachbegriff hierfür ist „subacromiale Dekompression“. Allerdings hilft ein solcher Eingriff meist nicht, und wie alle Operationen hat er Risiken.

    Die Vor- und Nachteile der subacromialen Dekompression wurden in zwei aussagekräftigen Studien überprüft. Dazu wurde der Eingriff mit einer Scheinoperation verglichen, bei der die Studienteilnehmer nur dachten, sie würden eine Dekompression erhalten. Die Ergebnisse zeigen keine Unterschiede zwischen Dekompression und Scheinoperation. Das heißt: Die Dekompression konnte die Beschwerden nicht spürbar beseitigen (s. Grafik: Verlauf von Schulterschmerzen mit und ohne Dekompression).

    Grafik: Verlauf von Schulterschmerzen mit und ohne Dekompression Verlauf von Schulterschmerzen mit und ohne Dekompression

     

    Es ist denkbar, dass ein Eingriff bei einem hakenförmigen Schulterdach („Acromion Typ 3“) helfen kann. Dabei ist der Knochenfortsatz des Schulterblatts stärker nach unten gekrümmt als normal, was den Raum unter dem Schulterdach zusätzlich verengen kann (siehe Grafik: normales und hakenförmiges Schulterdach). An den bisherigen Studien haben allerdings nur wenige Menschen mit einem hakenförmigen Schulterdach teilgenommen. Ob eine Operation für Personen mit einem hakenförmigen Schulterdach Vorteile hätte, ist deshalb unklar.

    Grafik: normales und hakenförmiges Schulterdach (Ansicht der rechten Schulter von der Seite) normales und hakenförmiges Schulterdach (Ansicht der rechten Schulter von der Seite)

     

    Wenn eine Ärztin oder ein Arzt eine Schulterarthroskopie empfiehlt, ist es sinnvoll, die Vor- und Nachteile des Eingriffs gemeinsam gründlich abzuwägen. Sie oder er muss dann auch auf die Möglichkeit hinweisen, sich eine zweite ärztliche Meinung einzuholen.

    Viele Fachleute sprechen sich dafür aus, erst dann einen Eingriff zu erwägen, wenn eine umfassende Physiotherapie oder Kortisonbehandlung keine Besserung gebracht hat.

    Zu den möglichen Komplikationen einer Operation gehören Wundheilungsstörungen, Thrombosen und sehr selten Nervenverletzungen. Insgesamt kommt es bei etwa einer von 100 Operationen zu einer Komplikation. Zudem entwickelt etwa einer von 100 Operierten nach dem Eingriff eine Schultersteife. Dieses Risiko ist für Frauen und Menschen mit Diabetes mellitus höher.

    Wann kann eine Stoßwellentherapie sinnvoll sein?

    Manche Menschen mit Schulterschmerzen haben im Röntgenbild sichtbare Kalkablagerungen in den Schultersehnen (Kalkschulter oder Tendinosis calcarea). Solche Ablagerungen lösen sich nach einiger Zeit oft von selbst auf.

    Kalkablagerungen können unter anderem durch eine Stoßwellentherapie behandelt werden. Der Fachbegriff dafür ist extrakorporale Stoßwellentherapie oder kurz ESWT. Eine Behandlung mit Stoßwellen ist nur sinnvoll, wenn tatsächlich Kalkablagerungen in den Schultersehnen festgestellt wurden.

    Bei einer Stoßwellentherapie werden Schallwellen mit hohem Druck von außen durch die Haut auf die Kalkablagerungen gerichtet, um sie zu zertrümmern. In Studien haben sich vor allem hoch energiereiche Stoßwellen als nützlich erwiesen. In einer großen Studie konnten sie die Beschwerden bei 70 % der Betroffenen lindern.

    Weil eine Stoßwellentherapie sehr schmerzhaft sein kann, werden vorher oft Schmerz- und / oder Betäubungsmittel angeboten. Die meisten Menschen müssen trotzdem damit rechnen, dass die Behandlung wehtut. Nach der Stoßwellentherapie kann es zu Blutergüssen und Hautrötungen kommen.

    Wichtig zu wissen: Die Stoßwellentherapie ist zur Behandlung der Kalkschulter bislang keine Kassenleistung. Die Kosten müssen selbst getragen werden. Je nach Methode, Anzahl und Dauer der Sitzungen können sie mehrere hundert Euro betragen.

    Welche Behandlungen gibt es noch – und können sie helfen?

    Zur Behandlung von Schmerzen unter dem Schulterdach werden noch viele weitere Behandlungen angeboten, für die es jedoch keinen Wirksamkeitsnachweis gibt. Dazu gehören:

    • Akupunktur
    • Spritzen mit Hyaluronsäure
    • Spritzen mit plättchenreichem Plasma (PRP-Injektionen, Eigenblutbehandlung)
    • Interferenzstrom
    • (Kinesio-)Taping
    • Lichttherapien
    • Low-Level-Lasertherapie
    • (pulsierende) Magnetfeldtherapie
    • Massagen
    • Mikrowellentherapie
    • transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS)
    • Triggerpunkt-Behandlung
    • Ultraschallwellen

    Die meisten dieser Verfahren sind ebenfalls keine Kassenleistungen und müssen daher selbst bezahlt werden.

    Quellen

    Diercks R, Bron C, Dorrestijn O, Meskers C, Naber R, de Ruiter T et al. Guideline for diagnosis and treatment of subacromial pain syndrome: a multidisciplinary review by the Dutch Orthopaedic Association. Acta Orthop 2014; 85(3): 314-322.

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