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Schultersteife

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    Eine Schultersteife beginnt schleichend. Anfangs sind die Schmerzen leicht, später verstärken sie sich und können den Schlaf stören. Die Schulter wird mit der Zeit so steif, dass man sie kaum noch bewegen kann. In welchem Alter tritt die „eingefrorene Schulter“ vor allem auf? Was lindert die Beschwerden, bis sie von selbst wieder verschwinden?

    Einleitung

    Bei einer Schultersteife beginnt die Schulter ohne erkennbaren Grund allmählich zu schmerzen und steif zu werden. Meist tritt die Erkrankung um das 50. Lebensjahr auf.

    Auch ohne Behandlung heilt eine Schultersteife normalerweise von selbst wieder aus. Es kann allerdings mehrere Monate dauern, bis die Schmerzen ganz verschwinden – und noch deutlich länger, bis die Schulter wieder voll beweglich ist.

    Medikamente und Physiotherapie können die Schmerzen lindern und die Beweglichkeit verbessern. Eine Operation kommt nur sehr selten infrage, da ihr Nutzen fraglich ist und sie verschiedene Risiken hat.

    Symptome

    Eine Schultersteife beginnt schleichend. Die anfangs oft nur leichten Beschwerden werden über einige Monate stärker und stören dann häufig den Schlaf. Die Schmerzen werden oft als dumpf und tiefliegend beschrieben. Sie können auch zum Bizeps ausstrahlen. Es wird immer schwieriger, den betroffenen Arm nach oben und hinten zu bewegen. Der Arm kann mit der Zeit so steif werden, dass man ihn kaum noch bewegen kann: Er ist wie „eingefroren“. In englischsprachigen Ländern wird die Schultersteife daher auch als „frozen shoulder“ (eingefrorene Schulter) bezeichnet. Die medizinischen Fachbegriffe für Schultersteife sind „Adhäsive Kapsulitis“ oder „Periarthritis“.

    Eine Schultersteife kann sehr belastend sein und viele Tätigkeiten stark erschweren. So können das Anziehen, Kochen, Putzen, der Griff zur hinteren Hosentasche oder das Schalten beim Autofahren zu einer Herausforderung oder gar unmöglich werden. Manchmal ist es dann nicht mehr möglich, den Beruf auszuüben – insbesondere, wenn man zum Beispiel häufig über Kopf arbeiten muss.

    Für Betroffene kann es eine zusätzliche Belastung sein, dass andere nicht immer Verständnis für die Erkrankung zeigen. Das hat auch damit zu tun, dass die Beschwerden oft schwer nachvollziehbar sind: Eine Schultersteife wird nicht durch eine Verletzung verursacht, ist nicht sichtbar und wird zudem oft erst spät diagnostiziert.

    Ursachen

    Gelenke sind die verbindenden Elemente zwischen zwei Knochen. Im Schultergelenk greift die Kugel des Oberarmknochens (Humerus) in eine Vertiefung, die Pfanne des Schulterblattknochens (Scapula). Dieses Kugelgelenk ist von einer festen Faserschicht umschlossen, der Gelenkkapsel.

     

    Grafik: Schultergelenk (außen) mit Entzündung in der Gelenkkapsel - wie im Text beschriebenSchultergelenk (außen) mit Entzündung in der Gelenkkapsel  

    Grafik: Schultersteife: Narbenähnliche Verklebungen in der Gelenkkapsel - wie im Text beschrieben Schultersteife: Narbenähnliche Verklebungen in der Gelenkkapsel

     

    Bei einer Schultersteife bilden sich narbenähnliche Verklebungen (Adhäsionen) in der Gelenkkapsel. Dadurch verdickt sich das Kapselgewebe und die Kapsel schrumpft. Man vermutet, dass Entzündungen dabei eine entscheidende Rolle spielen. Wie es dazu kommt, ist aber nicht genau geklärt. Meist lässt sich keine Ursache für die Schultersteife finden.

    Selten kommt es nach Unfällen, Entzündungen oder einer Ruhigstellung der Schulter etwa nach einer Operation zu einer Schultersteife. Dann spricht man von einer sekundären Schultersteife.

    Häufigkeit

    Eine Schultersteife tritt typischerweise im Alter von 40 bis 60 Jahren auf. Schätzungsweise 2 bis 5 % der Bevölkerung haben irgendwann damit zu tun, Frauen etwas häufiger als Männer. Besonders oft sind Menschen mit Diabetes betroffen: Etwa 10 bis 20 % von ihnen erkranken. Auch dafür gibt es noch keine Erklärung.

    Verlauf

    Eine Schultersteife heilt in der Regel auch ohne Behandlung von selbst aus. Dies kann jedoch eine ganze Weile dauern.

    Die Erkrankung verläuft in drei Phasen:

    1. In der ersten Phase fängt die Schulter an, immer stärker zu schmerzen. Die Schmerzen können auch in Ruhe und nachts auftreten, vor allem wenn man auf dem betroffenen Arm liegt oder wenn man die Schulter nach oben oder hinten bewegt. Dieses Stadium kann zwischen 2 und 10 Monate andauern.
    2. In der zweiten Phase „friert“ die Schulter ein. Die Beweglichkeit nimmt immer weiter ab, während die Schmerzen nachlassen. Durch die Bewegungseinschränkungen baut die Schultermuskulatur oft etwas ab. Diese Phase dauert zwischen 3 und 12 Monate.
    3. In der dritten Phase klingen die Schmerzen ab. Die Schultersteife löst sich allmählich und die Beweglichkeit kommt zurück. Bis die Schulter wieder so beweglich oder fast so beweglich ist wie zuvor, kann es jedoch einige Monate bis Jahre dauern.

    Eine Schultersteife kann also sehr unterschiedlich verlaufen: Viele Menschen haben nach ein bis zwei Jahren nur noch wenige Einschränkungen. Bei manchen dauert der Heilungsprozess aber deutlich länger. In einer Studie hatten nach gut vier Jahren noch etwa 6 % der Betroffenen starke Beschwerden.

    Eine Schulter versteift normalerweise nur einmal im Leben. Allerdings erkrankt bei 6 bis 17 % der Betroffenen innerhalb von fünf Jahren die andere Schulter.

    Diagnose

    Schulterbeschwerden können verschiedene Ursachen haben. Die Diagnose „Schultersteife“ können Ärztinnen und Ärzte anhand der Beschreibung der Symptome und einer körperlichen Untersuchung der Schulter stellen. Dabei wird die Beweglichkeit der Schulter und des Armes geprüft und das Gelenk abgetastet. Die Ärztin oder der Arzt beobachtet von der Rückenseite, wie sich die Schulterblätter bewegen, wenn beide Arme seitlich auf Schulterhöhe angehoben werden. Bei einer Schultersteife hebt sich das Schulterblatt auf der betroffenen Seite in der gesamten Bewegung mit an, was es normalerweise nicht tut.

    Wenn andere Probleme, wie zum Beispiel Arthrose, ausgeschlossen werden sollen oder die Ursache der Beschwerden schwer festzustellen ist, wird die Schulter manchmal auch geröntgt oder ein MRT gemacht.

    Behandlung

    Die Heilung einer Schultersteife braucht Zeit. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, die Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit zu verbessern. In der ersten Erkrankungsphase ist das Ziel der Behandlung, die Schmerzen zu lindern. In den späteren Phasen geht es vor allem darum, die Schulter wieder beweglicher zu machen.

    Die Schmerzen können durch Kortisontabletten oder -spritzen in das Schultergelenk gelindert werden. Entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen (als Tabletten oder Creme) helfen vermutlich nicht ausreichend. Manche Menschen finden Wärme- und Kälteanwendungen angenehm.

    Um die Beweglichkeit zu verbessern, können Dehnübungen und Physiotherapie eingesetzt werden. Vor allem in den frühen Erkrankungsphasen ist es wichtig, behutsam mit den Übungen zu beginnen, da sich die Schmerzen sonst verstärken können. Die Bewegungen sollten nicht erzwungen werden und keine starken Schmerzen auslösen.

    Früher hat man betroffene Schultergelenke manchmal unter Narkose mobilisiert. Ob diese Behandlung einen Nutzen hat, ist jedoch nicht durch aussagekräftige Studien untersucht. Bei einer Narkosemobilisation kann jedoch das Schultergelenk verletzt werden oder sogar brechen – was wieder andere Schulterprobleme nach sich zieht.

    Ob eine Operation die Beschwerden lindern kann, ist ebenfalls nicht nachgewiesen. Wie jeder Eingriff ist sie mit einem Operations- und Narkoserisiko verbunden.

    Da eine Schultersteife normalerweise von selbst ausheilt, gibt es in der Regel keinen Grund, sich risikoreichen Behandlungen auszusetzen. Wenn die Ärztin oder der Arzt zu einem Eingriff rät, kann es daher sinnvoll sein, eine zweite ärztliche Meinung einzuholen.

    Weitere Informationen

    Die Hausarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem ärztlichen Rat braucht. Wir informieren darüber, wie man die richtige Praxis findet, wie man sich am besten auf den Arztbesuch vorbereitet und was dabei wichtig ist.

    Quellen

    Dehlinger F, Hollinger B, Ambacher T. Die Schultersteife. Orthopädie und Unfallchirurgie up2date 2015; 10(02): 115-136. 115.

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    Jones S, Hanchard N, Hamilton S, Rangan A. A qualitative study of patients' perceptions and priorities when living with primary frozen shoulder. BMJ Open 2013; 3(9): e003452.

    Maund E, Craig D, Suekarran S, Neilson A, Wright K, Brealey S et al. Management of frozen shoulder: a systematic review and cost-effectiveness analysis. Health Technol Assess 2012; 16(11): 1-264.

    Mitchell C, Adebajo A, Hay E, Carr A. Shoulder pain: diagnosis and management in primary care. BMJ 2005; 331(7525): 1124-1128.

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    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
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    Mehr Wissen: Was hilft bei Schultersteife?

    Eine Schultersteife ist eine langwierige und sehr schmerzhafte Erkrankung, die den Alltag erheblich beeinträchtigen kann. Sie heilt zwar irgendwann von selbst aus – dies kann aber eine ganze Weile dauern. Durch Medikamente lassen sich die Schmerzen lindern. Mit Dehnübungen kann man versuchen, wieder beweglicher zu werden.

    Bei einer Schultersteife fängt die Schulter über mehrere Wochen allmählich an zu schmerzen. Nach einigen Monaten lassen zwar die Schmerzen nach, die Schulter wird aber immer unbeweglicher. Sie kann so steif werden, dass sich der Arm nicht mehr heben lässt. Nach weiteren Monaten lockert sich die Versteifung dann allmählich wieder.

    Bis eine Schultersteife ganz ausheilt, kann es länger dauern. Verschiedene Behandlungen können die Schmerzen lindern und die Beweglichkeit verbessern.

    Eine Schultersteife ist eine langwierige und sehr schmerzhafte Erkrankung, die den Alltag erheblich beeinträchtigen kann. Sie heilt zwar irgendwann von selbst aus – dies kann aber eine ganze Weile dauern. Durch Medikamente lassen sich die Schmerzen lindern. Mit Dehnübungen kann man versuchen, wieder beweglicher zu werden.

    Bei einer Schultersteife fängt die Schulter über mehrere Wochen allmählich an zu schmerzen. Nach einigen Monaten lassen zwar die Schmerzen nach, die Schulter wird aber immer unbeweglicher. Sie kann so steif werden, dass sich der Arm nicht mehr heben lässt. Nach weiteren Monaten lockert sich die Versteifung dann allmählich wieder.

    Bis eine Schultersteife ganz ausheilt, kann es länger dauern. Verschiedene Behandlungen können die Schmerzen lindern und die Beweglichkeit verbessern.

    Wann ist welche Behandlung sinnvoll?

    Wie eine Schultersteife behandelt wird, hängt von den Beschwerden und der Krankheitsphase ab:

    1. In der ersten Krankheitsphase geht es darum, die Schmerzen zu lindern. Sie werden vor allem mit Kortisontabletten oder -spritzen behandelt. In dieser Zeit schont man die Schulter am besten – bewegt sie also nur so viel, dass es nicht zu sehr schmerzt.
    2. In der zweiten Krankheitsphase lassen die Schmerzen langsam nach und die Schulter wird steif. Man kann nun damit beginnen, den Arm leicht zu dehnen, um das Gelenk zu lockern. Dehn- und Beweglichkeitsübungen sollten jedoch nicht erzwungen werden und keine starken Schmerzen auslösen.
    3. In der dritten Krankheitsphase wird die Schulter langsam wieder beweglicher und schmerzt normalerweise kaum noch. Nun kann man die Übungen intensivieren, um die Heilung zu unterstützen.

    Wie lange die Krankheitsphasen dauern, ist unterschiedlich. Außerdem kann die Schulter vor allem in der zweiten Krankheitsphase gleichzeitig schmerzen und steif sein. Wann der richtige Zeitpunkt ist, um mit Physiotherapie und Bewegungsübungen zu beginnen, lässt sich daher nicht pauschal sagen.

    Was kann man selbst gegen Schmerzen tun?

    Wer eine steife Schulter hat, kann den Arm grundsätzlich weiter benutzen und muss keine Angst haben, ihn dadurch zu schädigen. Um die Schmerzen nicht zu verstärken, ist es aber besser, behutsam zu sein und ruckartige Bewegungen möglichst zu vermeiden.

    Wenn die Schulter schmerzt, suchen viele Menschen Linderung durch Wärme- oder Kältepackungen. Bei der Anwendung ist es wichtig, die Haut zum Beispiel mit einem Handtuch vor extremen Temperaturen zu schützen: Nicht nur Hitze, sondern auch Kälte kann die Haut schädigen.

    Viele probieren auch rezeptfrei erhältliche Schmerzmittel aus, vor allem sogenannte nicht steroidale Antirheumatika (NSAR). Zu dieser Medikamentengruppe gehören unter anderem Diclofenac, Ibuprofen und Naproxen. NSAR wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend. Sie können als Tabletten eingenommen oder als Gel oder Creme auf das Schultergelenk aufgetragen werden. Sie sind allerdings weniger wirksam als eine Behandlung mit Kortison.

    Was bringt eine Behandlung mit Kortison?

    Kortisontabletten können die Schmerzen lindern und die Beweglichkeit der Schulter verbessern. In einer Studie, die die Wirkung einer dreiwöchigen Einnahme von Kortisontabletten untersuchte, zeigte sich:

    • Ohne Kortison besserten sich die Beschwerden bei 48 von 100 Personen.
    • Mit Kortison besserten sie sich bei 96 von 100 Personen.

    Mit anderen Worten: Die Kortisontabletten konnten die Beschwerden bei 48 von 100 Personen lindern.

    Kortisontabletten wirken allerdings nur, solange man sie nimmt. Als Langzeittherapie eignen sie sich aber eher nicht: Werden sie über längere Zeit eingenommen, können sie eine Gewichtszunahme und Infektionen begünstigen. Außerdem erhöhen sie das Risiko für verschiedene Erkrankungen wie etwa Diabetes und Osteoporose.

    Auch Kortisonspritzen in das versteifte Gelenk können die Schmerzen lindern und die Beweglichkeit verbessern. Ihre Wirkung hält länger an als die von Kortisontabletten.

    Kurz nach einer Kortisonspritze können die Schmerzen aber vorübergehend zunehmen. Eine unangenehme Begleiterscheinung kann ein plötzliches Hitzegefühl mit Hautrötung (Flush-Sydrom) sein. Manche Frauen berichten auch über Menstruationsstörungen nach der Behandlung. Bei Spritzen besteht zudem das Risiko, dass es im Gelenk zu einer Infektion kommt. Eine Gelenkentzündung ist eine sehr seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkung.

    Ob Tabletten oder Spritzen die bessere Wahl sind, hängt unter anderem davon ab, welche Behandlung man selbst bevorzugt und ob man andere Erkrankungen hat. Zum Beispiel kommen Kortisontabetten für Menschen mit Diabetes möglicherweise nicht infrage.

    Können Spritzen zur Aufdehnung oder Betäubung helfen?

    Bei einer sogenannten Distensionsarthrografie wird unter örtlicher Betäubung eine Flüssigkeit ins Gelenk gespritzt, die üblicherweise aus Wasser, Kochsalz und Kortison besteht. Diese Lösung soll das Gelenk aufdehnen (Distension = Dehnung). Die Flüssigkeit in der Schulter kann später hörbar sein.

    Eine Aufdehnung des Schultergelenks kann die Beschwerden einer Schultersteife lindern. Sie hilft aber nicht besser als Kortisonspritzen. Da diese Behandlung zunächst sehr schmerzhaft sein kann, wird heute eher von ihr abgeraten.

    Eine andere Form der Spritzen-Behandlung ist die sogenannte Nervenblockade. Dabei wird ein Mittel zur örtlichen Betäubung an den Nerv gespritzt, der zum Schulterblatt führt. Dieses Verfahren ist zur Behandlung der Schultersteife kaum untersucht.

    Wie lässt sich die Beweglichkeit verbessern?

    In der ersten Erkrankungsphase, in der die Schmerzen im Vordergrund stehen, wird empfohlen, die Schulter zu schonen. Wer eine sanfte Bewegungsübung ausprobieren möchte, kann folgendes tun:

    • Nach vorne beugen und mit dem gesunden Arm an einem Stuhl oder Tisch festhalten.
    • Den schmerzenden Arm hängen lassen und ihn dann behutsam in eine kreisrunde Pendelbewegung bringen. Dies sollte jedoch nicht zu unangenehm sein.
    • Die Pendelbewegung lässt sich auch erzeugen, indem man den Oberkörper leicht bewegt, ohne die Muskulatur des Armes einzusetzen.

    Eine intensivere physiotherapeutische Behandlung  wird erst empfohlen, wenn die Schmerzen nachlassen – also in der zweiten und dritten Erkrankungsphase. Um die Beweglichkeit zu verbessern, kommen dann verschiedene Übungen infrage, bei denen das Schultergelenk in unterschiedliche Richtungen gedehnt wird, zum Beispiel:

    1. Dehnen in Heberichtung: Den Arm der steifen Schulter mit Unterstützung des gesunden Arms auf eine etwa brusthohe Ablage heben. In dieser Position langsam etwas in die Knie gehen, sodass sich die Achselhöhle öffnet, bis eine Dehnung spürbar ist. Anschließend die Knie wieder strecken.

    Übung 1: Dehnen in Heberichtung Übung 1: Dehnen in Heberichtung

    2. Dehnen in die hintere Bewegungsrichtung: Sich vor einen Türrahmen stellen und den Ellbogen des betroffenen Arms seitlich etwa 90 Grad anwinkeln. Die Hand auf den Türrahmen legen, damit sich der Arm nicht bewegen kann. Nun den Oberkörper vom Arm wegdrehen, um in eine Dehnung zu kommen.

    Übung 2: Dehnen nach hinten Übung 2: Dehnen nach hinten

    3. Dehnen in die vordere Bewegungsrichtung: Sich mit dem Rücken zum Türrahmen stellen. Den Handrücken des betroffenen Arms auf das Gesäß legen, sodass der Arm leicht angewinkelt ist. Nun die Rückseite des Ellbogens an den Türrahmen lehnen und den Oberkörper nach innen zum Arm hin drehen.

    Übung 3: Dehnen nach vorn Übung 3: Dehnen nach vorn

     Die Übungen werden in der Regel ein- oder zweimal am Tag 10- bis 20-mal wiederholt. Wichtig ist, sich der Dehnung langsam anzunähern, bis man sie spürt – ohne dass es stark schmerzt.

    Diese und andere Dehn- und Bewegungsübungen kann man sich auch in einer ärztlichen oder physiotherapeutischen Praxis zeigen lassen und dann regelmäßig zu Hause üben. In der letzten Erkrankungsphase sind auch intensivere Übungen möglich, zum Beispiel mit einem elastischen Gymnastikband.

    Bisherige Studien zeigen, dass eine Kombinationsbehandlung aus Kortison und Physiotherapie am ehesten hilft, die Versteifung zu lösen.

    Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es außerdem?

    Physiotherapeutinnen und -therapeuten behandeln eine steife Schulter manchmal mit Ultraschallwellen. Es ist aber nicht belegt, dass dies hilft. Manchmal werden auch Akupunktur, Lasertherapie, Magnetfeldtherapie oder Kurzwellen-Diathermie angeboten. Die Wirksamkeit dieser Behandlungen bei Schultersteife ist jedoch nicht gut untersucht.

    Wichtig ist: Bei der Magnetfeldtherapie und der Kurzwellen-Diathermie entstehen magnetische Felder, die elektronische Implantate wie zum Beispiel Herzschrittmacher stören können. Für Menschen mit Implantaten kommen diese Behandlungen daher nicht infrage.

    Quellen

    Buchbinder R, Green S, Youd JM, Johnston RV. Oral steroids for adhesive capsulitis. Cochrane Database Syst Rev 2006; (4): CD006189.

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    Lin MT, Hsiao MY, Tu YK, Wang TG. Comparative Efficacy of Intra-Articular Steroid Injection and Distension in Patients With Frozen Shoulder: A Systematic Review and Network Meta-Analysis. Arch Phys Med Rehabil 2017 [Epub ahead of print].

    Maund E, Craig D, Suekarran S, Neilson A, Wright K, Brealey S et al. Management of frozen shoulder: a systematic review and cost-effectiveness analysis. Health Technol Assess 2012; 16(11): 1-264.

    Page MJ, Green S, Kramer S, Johnston RV, McBain B, Buchbinder R. Electrotherapy modalities for adhesive capsulitis (frozen shoulder). Cochrane Database Syst Rev 2014; (10): CD011324.

    Sun Y, Chen J, Li H, Jiang J, Chen S. Steroid Injection and Nonsteroidal Anti-inflammatory Agents for Shoulder Pain: A PRISMA Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. Medicine (Baltimore) 2015; 94(50): e2216.

    Sun Y, Zhang P, Liu S, Li H, Jiang J, Chen S et al. Intra-articular Steroid Injection for Frozen Shoulder: A Systematic Review and Meta-analysis of Randomized Controlled Trials With Trial Sequential Analysis. Am J Sports Med 2017; 45(9): 2171-2179.

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