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Koronare Herzkrankheit

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    Bei einer koronaren Herzkrankheit (KHK) sind die großen Adern verengt, die das Herz mit Sauerstoff versorgen. Diese Gefäße heißen medizinisch „Koronararterien“ oder auch „Herzkranzgefäße“. Je nachdem, wie stark die Gefäße verengt sind und wie lange die Erkrankung besteht, kann sich eine KHK ganz unterschiedlich bemerkbar machen.

    Einleitung

    Bei einer koronaren Herzkrankheit (KHK) sind die großen Adern verengt, die das Herz mit Sauerstoff versorgen. Diese Gefäße heißen medizinisch „Koronararterien“ oder auch „Herzkranzgefäße“. Deutlich verengte Gefäße können bei körperlicher Anstrengung Kurzatmigkeit und Brustschmerzen auslösen. Wenn sich ein Koronargefäß plötzlich ganz verschließt, kann ein Herzinfarkt die Folge sein.

    Eine KHK kann zu Folgeerkrankungen wie etwa einer Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen führen. Die Symptome und auch das Risiko für Folgeerkrankungen lassen sich aber durch verschiedene Behandlungen verringern.

    Symptome

    Die Beschwerden einer KHK reichen von Kurzatmigkeit bis zu mehr oder weniger starken Brustschmerzen. Solche Schmerzen werden Angina Pectoris (Brustenge) genannt. Sie sind typischerweise mit einem Beklemmungs- oder Angstgefühl verbunden und können in Arme, Nacken, Rücken, Oberbauch oder Kiefer ausstrahlen. Die Beschwerden werden meist durch körperliche Belastung ausgelöst, da der Herzmuskel dann mehr Sauerstoff benötigt. Sie treten auf, wenn nicht genug Blut durch die Koronararterien fließt. Diese Grenze der körperlichen Aktivität, bei der Beschwerden auftreten, nennt man Belastungsschwelle.

    Bei einer stabilen Angina Pectoris bleibt die Belastungsschwelle auch über einen längeren Zeitraum unverändert. Auch die Stärke der Beschwerden ist immer ähnlich. Die Symptome klingen durch Ausruhen oder Medikamente nach kurzer Zeit wieder ab.

    Von einer instabilen Angina Pectoris spricht man, wenn die Beschwerden plötzlich ohne körperliche Belastung zunehmen, oder die Belastungsschwelle sich verändert. Dies kann bedeuten, dass die Schmerzen früher auftreten, länger andauern, häufiger oder stärker werden. Auch jede erstmalig auftretende Angina Pectoris wird als instabil bezeichnet. Im Gegensatz zur stabilen Form ist eine instabile Angina Pectoris ein Notfall: Es besteht die Gefahr eines Herzinfarkts, weil das Gefäß ohne Vorwarnung auch komplett verschließen kann.

    Grafik: Mögliche Schmerzregionen bei Herzinfarkt - wie im Text beschrieben Mögliche Schmerzregionen bei Herzinfarkt

    Ursachen

    Eine KHK ist die Folge von Arteriosklerose, im Volksmund Gefäßverkalkung genannt. Arteriosklerose entsteht, wenn sich in der Gefäßwand kleine Entzündungen bilden. An diesen Stellen sammeln sich Zellen, Fette und andere Substanzen an. Solche Ablagerungen werden medizinisch arteriosklerotische Plaques genannt.

    Ablagerungen in den Koronararterien machen sich anfangs nicht bemerkbar. Wenn sie mit der Zeit zunehmen, können sie den Blutfluss im betroffenen Gefäß aber mehr und mehr behindern, bis ein Teil des Herzmuskels nicht mehr genügend Sauerstoff erhält. Körperliche Belastung oder psychischer Stress können dann zu Beklemmungen und Schmerzen in der Brust führen (stabile Angina Pectoris).

    Es kann aber auch vorkommen, dass Gefäßablagerungen plötzlich und unerwartet aufbrechen und ein Blutgerinnsel bilden, das das Gefäß fast gänzlich verstopft. Dann können Brustschmerzen auch ohne vorherige Belastung auftreten (instabile Angina Pectoris). Bei einem kompletten Gefäßverschluss (Infarkt) stirbt ein Teil des Herzmuskels ab, wenn er nicht zügig behandelt wird.

    Risikofaktoren

    Das Risiko für eine koronare Herzkrankheit steigt mit dem Alter an. Andere Risikofaktoren für eine KHK sind Rauchen, starkes Übergewicht, ein erhöhter Cholesterinspiegel, Bluthochdruck und Diabetes.

    Häufigkeit

    Die KHK gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen: Fast 10 % der Menschen im Alter von 40 bis 80 Jahren haben damit zu tun, Männer häufiger als Frauen.

    Verlauf

    Eine KHK ist eine chronische Erkrankung. Sie kann erstmals als Angina Pectoris in Erscheinung treten, aber auch zu einem Herzinfarkt führen, ohne vorher Beschwerden zu verursachen. Manchmal bleibt sogar ein Herzinfarkt unbemerkt: Man spricht dann von einem stummen Infarkt. Beispielsweise spüren Menschen mit Nervenschäden infolge einer Diabetes-Erkrankung manchmal keine typischen Symptome, wenn sie einen Herzinfarkt haben.

    Eine Angina Pectoris kann unterschiedlich ausgeprägt sein – auch unabhängig davon, wie stark die Blutversorgung des Herzmuskels eingeschränkt ist. Es werden vier Schweregrade unterschieden:

    Tabelle: Schweregrade einer stabilen Angina Pectoris
    Schweregrad Ausprägung der Beschwerden
    Grad 1 Brustschmerzen treten erst bei plötzlicher psychischer oder körperlicher Belastung auf, aber nicht bei Alltagsaktivitäten wie Laufen oder Treppensteigen.
    Grad 2 Brustschmerzen treten bei stärkerer Anstrengung auf wie schnellem Laufen, Bergaufgehen und Treppensteigen nach dem Essen, bei Kälte oder gleichzeitiger psychischer Belastung.
    Grad 3 Brustschmerzen treten bereits bei leichter körperlicher Belastung auf wie normalem Gehen oder beim Ankleiden.
    Grad 4 Brustschmerzen treten bereits in Ruhe oder bei geringster körperlicher Belastung auf.

    Der Übergang zwischen einer stabilen Angina Pectoris Grad 4 und einer instabilen Angina Pectoris ist fließend.

    Folgen

    Eine KHK kann zu verschiedenen Folgeerkrankungen führen. Die bedeutsamsten sind Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern oder Herzschwäche (Herzinsuffizienz).

    Manche Menschen mit einer KHK entwickeln auch Depressionen. Dies kann insbesondere nach einem Herzinfarkt geschehen.

    Diagnose

    Brustschmerzen können durch eine KHK ausgelöst werden, aber auch viele andere Ursachen haben. Häufig stecken Probleme an den Muskeln oder Knochen im Brustbereich dahinter. Entzündungen am Herzmuskel, Erkrankungen der Lunge oder der Speiseröhre können ebenfalls Brustschmerzen auslösen.

    Die wichtigste Untersuchung ist ein Elektrokardiogramm (EKG). Es kann in Ruhe oder unter Belastung durchgeführt werden. Möglich sind auch eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiografie) oder weitere bildgebende Untersuchungen. Welche zusätzlichen Untersuchungen im Einzelfall nötig sind, hängt zum Beispiel vom Alter, den Vorerkrankungen und der Art der Beschwerden ab.

    Um einzuschätzen, wie hoch das Risiko für Folgeerkrankungen ist und um die Behandlung der KHK zu planen, veranlasst die Ärztin oder der Arzt noch eine Reihe weiterer Tests. Zur üblichen Diagnostik gehören:

    • Bestimmung von Risikofaktoren: Die Ärztin oder der Arzt fragt zum Beispiel nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Familie und nach dem Lebensstil – etwa ob man raucht und wie man sich ernährt.
    • Blutdruckmessung: Der Blutdruck wird gemessen, da ein erhöhter Blutdruck ein wichtiger Risikofaktor für Folgeerkrankungen einer KHK ist.
    • Körperliche Untersuchungen: Untersuchungen wie das Abhören des Herzens oder das Abtasten der Leber können Hinweise auf mögliche andere Erkrankungen wie eine Herzschwäche oder Probleme mit den Herzklappen liefern.
    • Untersuchung auf Stoffwechselstörungen: Möglicherweise wird auch das Blut untersucht, um Stoffwechselstörungen wie einen Typ-2-Diabetes festzustellen. Typ-2-Diabetes kann das Risiko für Folgeerkrankungen stark erhöhen.

    Früherkennung

    Wer gesetzlich krankenversichert ist, hat ab dem Alter von 35 alle zwei Jahre Anspruch auf einen Gesundheits-Check-up. Diese Untersuchung soll frühzeitig Anzeichen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Nierenerkrankungen erkennen. Im Rahmen des Check-up wird unter anderem der Blutdruck gemessen sowie Blut und Urin untersucht.

    Behandlung

    Die Behandlung einer KHK hat zwei Ziele: die Beschwerden zu lindern und Folgeerkrankungen vorzubeugen.

    Bei einer stabilen Angina Pectoris können Beschwerden und Alltags-Einschränkungen durch Medikamente gelindert werden. Hierzu werden Betablocker, Kalziumkanalblocker und Nitrate eingesetzt. Wenn dies nicht ausreicht, wird häufig versucht, das verengte Herzkranzgefäß durch einen Eingriff mit einem Herzkatheter zu erweitern. Bei deutlichen Verengungen oder wenn mehrere Gefäße betroffen sind, kommt eine Bypass-Operation infrage. Dabei wird an einer anderen Stelle des Körpers ein Gefäß entnommen und verwendet, um das blockierte Herzkranzgefäß zu umgehen.

    Um Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder einer Herzschwäche vorzubeugen, kann man selbst etwas tun: zum Beispiel auf eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung achten. Wer raucht, kann eine Entwöhnung versuchen. Außerdem gibt es verschiedene Medikamente, die vor Folgeerkrankungen schützen und die Lebenserwartung erhöhen. Dazu gehören:

    • niedrig dosierte Acetylsalicylsäure (ASS) zur Vorbeugung von Blutgerinnseln
    • Statine zum Schutz der Gefäße
    • Betablocker zur Entlastung des Herzens (vor allem bei Menschen mit Herzschwäche oder Bluthochdruck)

    Rehabilitation

    Menschen mit KHK können an einer kardiologischen Rehabilitation teilnehmen. Ziel dieser Maßnahme ist es, die körperliche Belastbarkeit zu erhöhen, die Lebensqualität zu verbessern und Folgeerkrankungen vorzubeugen.

    Eine kardiologische Rehabilitation besteht oft aus einer Kombination von Bewegungstraining, einer Schulung zum Umgang mit der Krankheit und ihren Risikofaktoren sowie einer psychologischen Betreuung. Die Rehabilitation wird von einem Team aus verschiedenen Fachleuten aus Medizin, Physiotherapie, Ernährungswissenschaft und Psychotherapie geleitet. Studien zeigen, dass sich eine kardiologische Rehabilitation mit Bewegungstraining lohnt: Sie kann die Lebensqualität verbessern und die Lebenserwartung verlängern.

    Eine kardiologische Rehabilitation wird vor allem nach einem Herzinfarkt empfohlen, wenn die KHK bereits zu einer Herzschwäche geführt hat oder wenn die Beschwerden einen normalen Alltag unmöglich machen. Der Antrag auf eine kardiologische Rehabilitation wird gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt bei dem zuständigen Kostenträger gestellt. Dies ist in der Regel die gesetzliche Kranken- oder Rentenversicherung.

    Leben und Alltag

    Einige Menschen mit einer koronaren Herzkrankheit haben Schuldgefühle, weil sie meinen, sie hätten nicht genug auf ihre Gesundheit geachtet. Doch der persönliche Lebensstil ist nur einer von mehreren Faktoren, die das Risiko für eine Herzerkrankung beeinflussen. Zudem kann es schwierig sein, nach der Diagnose die Lebensgewohnheiten zu ändern. Hier kann es helfen, sich kleinere Zwischenziele zu setzen.

    Weitere Informationen

    Alle gesetzlich Versicherten mit KHK haben die Möglichkeit, an einem sogenannten strukturierten Behandlungsprogramm teilzunehmen. Sie werden auch als Disease-Management-Programme (DMP) bezeichnet. Diese Programme sollen die Lebensqualität der Teilnehmenden verbessern und eine hohe Behandlungsqualität sichern. Wer an einem DMP teilnehmen möchte, wendet sich am besten an seine Krankenkasse.

    Quellen

    Anderson L, Thompson DR, Oldridge N, Zwisler A-D, Rees K, Martin N et al. Exercise-based cardiac rehabilitation for coronary heart disease. Cochrane Database Syst Rev 2016; (1): CD001800.

    Bundesärztekammer (BÄK). Nationale Versorgungsleitlinie Chronische KHK. Langfassung. AWMF-Register-Nr.: nvl-004. 19.02.2016.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Folgeerkrankungen einer koronaren Herzkrankheit

    Bei einer koronaren Herzkrankheit (KHK) sind die großen Blutgefäße verengt, die das Herz mit Sauerstoff versorgen. Dies ist die Folge von Arteriosklerose, im Volksmund Gefäßverkalkung genannt. Eine KHK kann weitere Herzkrankheiten zur Folge haben.

    Durch eine KHK kann die Leistung des Herzens abnehmen oder der Herzschlag aus dem Takt geraten. Außerdem steigt das Risiko für einen Herzinfarkt.

    Bei einer koronaren Herzkrankheit (KHK) sind die großen Blutgefäße verengt, die das Herz mit Sauerstoff versorgen. Dies ist die Folge von Arteriosklerose, im Volksmund Gefäßverkalkung genannt. Eine KHK kann weitere Herzkrankheiten zur Folge haben.

    Durch eine KHK kann die Leistung des Herzens abnehmen oder der Herzschlag aus dem Takt geraten. Außerdem steigt das Risiko für einen Herzinfarkt.

    Herzschwäche

    Je nachdem welcher Teil des Herzens betroffen ist, äußert sich eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) unterschiedlich: Wenn die rechte Herzhälfte geschwächt ist, staut sich das Blut in den Venen, die es normalerweise aus den Organen und dem Gewebe zurück zum Herzen transportieren. Durch den erhöhten Druck kann Wasser aus den Venen ins umliegende Gewebe gepresst werden. Dies kann zu Wassereinlagerungen in den Beinen, bei fortgeschrittener Herzschwäche auch der Bauchhöhle oder Leber führen.

    Ist die linke Herzhälfte betroffen, staut sich das Blut in den Gefäßen, die es aus der Lunge abtransportieren. Dies kann sich durch Luftnot bemerkbar machen, insbesondere bei körperlicher Anstrengung. Eine Links- und Rechtsherzschwäche können auch zusammen auftreten.

    Eine Herzschwäche kann unterschiedlich ausgeprägt sein. Sie kann zu keinen oder leichten Beschwerden führen oder die körperliche Leistungsfähigkeit erheblich beinträchtigen. Mögliche Beschwerden sind Erschöpfung, Luftnot, Brustschmerzen und Herzklopfen. Bei einer stark ausgeprägten Herzschwäche fallen schon normale Alltagsaktivitäten schwer, etwa das Steigen weniger Treppenstufen oder längeres Gehen.

    Herzrhythmusstörungen

    Wenn das Herz nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird, kann dies auch einen Teil des Herzgewebes schädigen, das den Herzschlag steuert. Dann kann der Puls aus dem Takt geraten und schneller, langsamer oder unregelmäßig werden. Solche Herzrhythmusstörungen können zum Beispiel zu Herzklopfen, Herzrasen, Müdigkeit oder Schwindelgefühlen führen. Durch ein Elektrokardiogramm (EKG) lassen sich Herzrhythmusstörungen feststellen. Die häufigste Form ist das Vorhofflimmern. 

    Herzrhythmusstörungen können die Pumpfunktion des Herzens beeinträchtigen und so eine Herzschwäche verursachen oder verstärken. Als Folge mancher Herzrhythmusstörungen – insbesondere des Vorhofflimmerns – können sich im Herzen Blutgerinnsel bilden. Wenn sie mit dem Blut fortgeschwemmt werden, können sie beispielsweise im Hirn einen Schlaganfall auslösen.

    Herzinfarkt

    Zu einem Herzinfarkt kommt es, wenn ein Herzkranzgefäß komplett verstopft. Dann kann ein Teil des Herzmuskels nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Wenn der Sauerstoffmangel zu lange anhält, kann dieser Teil des Herzmuskels absterben und es besteht Lebensgefahr. Bei einem Herzinfarkt ist deshalb schnelle Hilfe nötig.

    Die Wahrscheinlichkeit, einen Herzinfarkt zu überleben, ist in den letzten Jahren gestiegen: In Deutschland überstehen mittlerweile etwa 3 von 4 Menschen einen Herzinfarkt.

    Fachleute unterscheiden zwischen zwei Arten von Herzinfarkten:

    • ST-Hebungsinfarkte (STEMI)
    • Nicht ST-Hebungsinfarkte (NSTEMI)

    Bei einem STEMI ist im Elektrokardiogramm (EKG) erkennbar, dass sich ein bestimmter Teil der Kurve hebt, die sogenannte ST-Strecke. Beim NSTEMI ist im EKG keine ST-Strecken-Hebung zu sehen.

    Ein STEMI wird in der Regel mit einem Eingriff per Herzkatheter (Angioplastie) behandelt. Dabei wird ein dünner Herzkatheter in das betroffene Gefäß geführt und bis zu der verengten Stelle vorgeschoben. Die Spitze des Katheters kann dort mit hohem Luftdruck zu einem Ballon aufgeblasen werden, um das Gefäß aufzuweiten. Zudem wird in der Regel ein Röhrchen aus Drahtgeflecht (Stent) in das Gefäß eingebracht, um einen erneuten Verschluss zu verhindern.

    Welche Behandlung bei einem NSTEMI oder einer instabilen Angina Pectoris erwogen wird, hängt unter anderem davon ab, wie die Beschwerden verlaufen, ob eine Person noch andere Erkrankungen hat, wie alt sie ist und welches Komplikationsrisiko bei einem Eingriff besteht. Die meisten NSTEMI werden aber ebenfalls mit einem Herzkatheter behandelt.

    Quellen

    Bundesärztekammer (BÄK). Nationale Versorgungsleitlinie Chronische KHK. Langfassung. AWMF-Register-Nr.: nvl-004. 19.02.2016.

    Roffi M, Patrono C, Collet JP, Mueller C, Valgimigli M, Andreotti F et al. 2015 ESC Guidelines for the management of acute coronary syndromes in patients presenting without persistent ST-segment elevation: Task Force for the Management of Acute Coronary Syndromes in Patients Presenting without Persistent ST-Segment Elevation of the European Society of Cardiology (ESC). Eur Heart J 2016; 37(3): 267-315.

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    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.

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    Mehr Wissen: Anzeichen eines Herzinfarkts

    Die häufigsten Anzeichen eines Herzinfarkts sind Schmerzen in der Brust und Atemnot. Es können aber auch andere Symptome auftreten. Im Falle eines Herzinfarkts ist schnelle medizinische Hilfe nötig. Bei jedem Verdacht ist es am wichtigsten, sofort den Notruf zu wählen.

    Bevor es zu einem Herzinfarkt kommt, besteht häufig schon über Jahre eine Erkrankung der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit) mit immer wiederkehrenden Schmerzen in der Brust (Angina Pectoris) oder Atemnot bei Belastung. Einige Menschen haben jedoch vorher kaum Beschwerden – ihre Herzerkrankung fällt erst bei einem Infarkt auf.

    Manche Frauen glauben, dass Herzinfarkte vor allem Männer betreffen. Das stimmt so aber nicht. Allerdings treten Herzinfarkte bei Frauen im Durchschnitt in einem höheren Alter auf als bei Männern. Insgesamt sterben mehr Frauen an einem Herzinfarkt als beispielsweise an Brustkrebs.

    Die häufigsten Anzeichen eines Herzinfarkts sind Schmerzen in der Brust und Atemnot. Es können aber auch andere Symptome auftreten. Im Falle eines Herzinfarkts ist schnelle medizinische Hilfe nötig. Bei jedem Verdacht ist es am wichtigsten, sofort den Notruf zu wählen.

    Bevor es zu einem Herzinfarkt kommt, besteht häufig schon über Jahre eine Erkrankung der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit) mit immer wiederkehrenden Schmerzen in der Brust (Angina Pectoris) oder Atemnot bei Belastung. Einige Menschen haben jedoch vorher kaum Beschwerden – ihre Herzerkrankung fällt erst bei einem Infarkt auf.

    Manche Frauen glauben, dass Herzinfarkte vor allem Männer betreffen. Das stimmt so aber nicht. Allerdings treten Herzinfarkte bei Frauen im Durchschnitt in einem höheren Alter auf als bei Männern. Insgesamt sterben mehr Frauen an einem Herzinfarkt als beispielsweise an Brustkrebs.

    Die wichtigsten Anzeichen: Brustschmerzen, Atemnot und Übelkeit

    Oft beginnt ein Herzinfarkt plötzlich mit stechenden, brennenden oder drückenden Schmerzen in der Brust. Sie können sich aber auch erst langsam bemerkbar machen. Die Schmerzen dauern mehr als fünf Minuten an und bessern sich nicht im Ruhezustand. Sie können von der Brust in den linken oder rechten Arm, in den Rücken, Hals oder Oberbauch ausstrahlen. Die Schmerzen können ganz leicht oder sehr stark sein.

    Menschen mit einer koronaren Herzkrankheit, die schon häufiger Schmerzen in der Brust mit Nitraten gelindert haben, helfen diese Medikamente bei einem Herzinfarkt nicht mehr.

    Wer einen Herzinfarkt hat, spürt häufig Todesangst, ist blass und fahl im Gesicht und hat Schweißausbrüche. Viele Herzinfarktpatienten haben Luftnot, ihnen ist übel oder sie müssen sich erbrechen. Diese Beschwerden können viel ausgeprägter sein als die Schmerzen in der Brust. Besonders bei Frauen können Luftnot, Übelkeit oder Erbrechen alleinige Anzeichen eines Infarkts sein. Bei ihnen wird ein Herzinfarkt deshalb häufiger übersehen als bei Männern.

    Symptome sind nicht immer eindeutig

    Die Symptome eines Herzinfarkts sind nicht bei jedem Menschen gleich, und sie können auch von denen eines vorherigen Infarkts abweichen. Wenn gar keine Symptome auftreten, spricht man von einem „stillen“ Herzinfarkt.

    Zu weiteren Anzeichen neben Schmerzen im Brustkorb, Atemnot und Übelkeit zählen zum Beispiel:

    • Engegefühl und Druck im Brustkorb
    • Schmerzen oder Taubheitsgefühle im Oberkörper, die in die Schulterblätter, den Nacken und den Kiefer ausstrahlen können
    • Schwächegefühl oder Bewusstlosigkeit
    • Schwindel
    • Schwitzen
    • Blässe und kalter Schweiß

     

    Grafik: Mögliche Schmerzregionen bei Herzinfarkt - wie im Text beschrieben Mögliche Schmerzregionen bei Herzinfarkt

    Bei Verdacht sofort den Notruf 112 wählen!

    Bei einem Herzinfarkt ist sofortige medizinische Hilfe notwendig! Jede Minute zählt, um lebensrettende Maßnahmen einleiten zu können und mögliche Folgeschäden zu begrenzen. Deshalb ist es wichtig, bereits bei einem Verdacht auf Herzinfarkt sogleich den Notruf 112 zu wählen und einen Rettungswagen mit Notarzt anzufordern (NICHT den ärztlichen Not- oder Bereitschaftsdienst der Hausärzte). Treten die Anzeichen nachts auf, sollte man keinesfalls bis zum nächsten Morgen warten.

    Bis zum Eintreffen des Notarzts können Angehörige

    • die oder den Betroffenen beruhigen,
    • ihn oder sie bequem und mit leicht erhobenem Oberkörper auf dem Rücken lagern,
    • beengende Kleidung lockern,
    • das Fenster öffnen, um frische Luft hereinzulassen,
    • verschriebene Notfallmedikamente wie Nitrate bei stabiler Angina Pectoris geben.

    Falls der Betroffene ohnmächtig wird und Atmung und Herzschlag aussetzen, ist eine Wiederbelebung als Erste-Hilfe-Maßnahme notwendig.

    Quellen

    Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Patientenleitlinie zur Nationalen Versorgungsleitlinie KHK. 01.2017.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.

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    Mehr Wissen: Was kann ich selbst für meine Herzgesundheit tun?

    Eine KHK wird vor allem mit Medikamenten behandelt. Daneben kann man selbst einiges für die Herzgesundheit tun: zum Beispiel als Raucherin oder Raucher eine Entwöhnung versuchen, auf ausreichend Bewegung achten und bei Übergewicht abnehmen.

    Wer Folgeerkrankungen einer KHK vorbeugen will, kann auf eine gesunde Lebensweise achten. Dazu gibt es eine Fülle von Ratschlägen. Veränderungen der Lebensweise sind aber oft schwierig und erfordern Durchhaltevermögen – besonders dann, wenn nicht sofort Verbesserungen spürbar sind. Unterstützung von anderen kann hilfreich sein, zum Beispiel wenn die ganze Familie sich gesünder ernährt oder wenn man sich mit Freunden zu gemeinsamen sportlichen Aktivitäten trifft.

    Eine KHK wird vor allem mit Medikamenten behandelt. Daneben kann man selbst einiges für die Herzgesundheit tun: zum Beispiel als Raucherin oder Raucher eine Entwöhnung versuchen, auf ausreichend Bewegung achten und bei Übergewicht abnehmen.

    Wer Folgeerkrankungen einer KHK vorbeugen will, kann auf eine gesunde Lebensweise achten. Dazu gibt es eine Fülle von Ratschlägen. Veränderungen der Lebensweise sind aber oft schwierig und erfordern Durchhaltevermögen – besonders dann, wenn nicht sofort Verbesserungen spürbar sind. Unterstützung von anderen kann hilfreich sein, zum Beispiel wenn die ganze Familie sich gesünder ernährt oder wenn man sich mit Freunden zu gemeinsamen sportlichen Aktivitäten trifft.

    Rauchstopp

    Rauchen ist – neben dem Alter – der bedeutsamste Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zudem erhöht Rauchen das Risiko für viele andere Krankheiten – insbesondere für Krebs und Atemwegserkrankungen. Wer mit dem Rauchen aufhört, kann daher seine Lebenserwartung deutlich erhöhen. Zwar gelingt es meist nicht auf Anhieb, mit dem Rauchen aufzuhören, aber viele Menschen schaffen es irgendwann. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die den Rauchstopp erleichtern können.

    Ernährung

    Tipps zu gesunder Ernährung, Diätvorschläge und spezielle Ernährungstheorien gibt es in unüberschaubarer Zahl. Für die meisten dieser Ratschläge gibt es aber keine überzeugenden wissenschaftlichen Belege. Eine mediterrane Kost, die reich an Obst und Gemüse, Nüssen und Vollkornprodukten ist, gilt allgemein als gesund. Bei KHK wird zudem oft empfohlen, weniger Salz und gesättigte Fettsäuren zu verzehren. Salz kann den Blutdruck erhöhen, gesättigte Fettsäuren können sich ungünstig auf die Cholesterinwerte auswirken.

    Studien liefern Hinweise darauf, dass eine Ernährung, die arm an gesättigten Fettsäuren ist, das Risiko für Folgeerkrankungen wie Herzinfarkte senken kann. Sich grundsätzlich fettarm zu ernähren, ist nicht nötig. Entscheidend ist vielmehr, gesättigte Fette möglichst durch ungesättigte zu ersetzen – also zum Beispiel mehr pflanzliche Lebensmittel zu essen als Fleisch und fettreiche Milchprodukte. Auch frittierte Lebensmittel enthalten viele gesättigte Fettsäuren.

    Das meiste Salz, das wir zu uns nehmen, befindet sich in Fertigprodukten. Aber auch manche Brotsorten enthalten viel Salz. Wer seinen Salzkonsum reduzieren möchte, erreicht dies also am ehesten, wenn er von diesen Lebensmitteln weniger isst.

    Körperliche Aktivität

    Manche Menschen mit KHK haben Angst davor, ihren Körper zu belasten und meiden deshalb körperliche Anstrengung. Wer eine KHK hat, achtet vielleicht auch mehr auf Signale des Körpers und ist daher besonders vorsichtig. Dies kann gerade bei Menschen mit Angina-Pectoris-Beschwerden der Fall sein. Tatsächlich treten Herzinfarkte häufiger nach starker körperlicher Belastung auf. Grundsätzlich brauchen Menschen mit KHK aber keine Angst vor körperlicher Aktivität zu haben – im Gegenteil: Wer körperlich aktiv bleibt, hat eine bessere Kondition und ist dadurch im Alltag belastbarer. Menschen, die regelmäßig aktiv sind, sind auch weniger anfällig für Herzprobleme infolge von akuter Anstrengung. Zudem wirkt sich Bewegung oft auch positiv auf das Gemüt aus.

    Die meisten Fachleute raten Menschen mit KHK, aktiv zu bleiben und mehrmals pro Woche leichten Ausdauersport zu treiben. Eine gängige Empfehlung lautet zum Beispiel, an mindestens drei Tagen pro Woche 15 bis 60 Minuten schnell zu gehen, zu laufen, Rad zu fahren oder zu schwimmen. Wer unsicher ist, welcher Sport und wie viel geeignet ist, kann das mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen. Sinnvoll ist außerdem, langsam anzufangen und die Belastung allmählich zu steigern, um das richtige Maß zu finden.

    Gewicht abnehmen

    Übergewicht wird oft für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich gemacht. Von Übergewicht spricht man, wenn der Body-Mass-Index (BMI) zwischen 25 und 30 liegt. Untersuchungen zeigen aber, dass ein Übergewicht in diesem Bereich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen kaum oder gar nicht erhöht.

    Liegt der BMI über 30, spricht man von Fettleibigkeit oder Adipositas. Menschen mit Adipositas haben tatsächlich öfter mit Herz-Kreislauf-Krankheiten zu tun als Normalgewichtige oder leicht Übergewichtige. Ob Menschen mit KHK durch eine Gewichtsreduktion ihr Risiko für Folgeerkrankungen senken können, ist allerdings bislang unklar.

    Grenzen einer gesunden Lebensweise

    Viele Empfehlungen zur Ernährung oder zum persönlichen Lebensstil sind wissenschaftlich nicht gut untersucht. Zudem können auch Menschen eine KHK entwickeln, die Normalgewicht haben, sich gesund ernähren und nicht rauchen. Die Lebensgewohnheiten sind nur einige von vielen Faktoren, die die Gesundheit beeinflussen. Viele andere wie etwa das Alter, das Geschlecht und die familiäre Veranlagung lassen sich nicht ändern.

    Nahrungsergänzungsmittel

    Omega-3-Fettsäuren finden sich vor allem in Meeresfisch, aber zum Beispiel auch in Raps- oder Leinöl. Sie werden auch als Nahrungsergänzungsmittel in Kapselform verkauft. Die Forschungsergebnisse zu Omega-3-Fettsäuren sind allerdings ernüchternd: Eine zusammenfassende Auswertung von Studien, an denen über 35.000 Menschen mit einer Erkrankung der Herzgefäße teilnahmen, ergab keine Hinweise auf einen Nutzen. Die Präparate hatten keinen Einfluss auf das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle oder andere Folgeerkrankungen einer KHK. Auch für Omega-6-Fettsäuren, die vor allem in Färberdistelöl vorkommen, zeigen bisherige Studien keinen Nutzen.

    Manche Menschen nehmen regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel mit Vitaminen ein, um sich vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu schützen. Diese Mittel sollen die Produktion von „freien Radikalen“ im Körper hemmen – Stoffen, denen eine schädliche Wirkung auf die Zellen zugeschrieben wird. Tatsächlich zeigen Langzeitstudien mit mehr als 300.000 Teilnehmenden aber, dass Vitaminpräparate keinen gesundheitlichen Nutzen haben. Im Gegenteil: Einige dieser Präparate verringern offenbar sogar die Lebenserwartung.

    Vitaminpräparate sind außerdem nicht frei von Nebenwirkungen. Vitamin E, Betacarotin und Selen können beispielsweise Verstopfung, Durchfall und Blähungen hervorrufen. Sehr große Mengen Vitamin A und C können Juckreiz auslösen.

    Quellen

    Balk EM, Adam GP, Langberg V, Halladay C, Chung M, Lin L et al. Omega-3 Fatty Acids and Cardiovascular Disease: An Updated Systematic Review. Rockville (MD): Agency for Healthcare Research and Quality (US); 2016 Aug. (Evidence Reports/Technology Assessments, No. 223.)

    Bjelakovic G, Nikolova D, Gluud LL, Simonetti RG, Gluud C. Antioxidant supplements for prevention of mortality in healthy participants and patients with various diseases. Cochrane Database Syst Rev 2012; (3): CD007176.

    Bundesärztekammer (BÄK). Nationale Versorgungsleitlinie Chronische KHK. Langfassung. AWMF-Register-Nr.: nvl-004. 19.02.2016.

    Hooper L, Martin N, Abdelhamid A, Davey Smith G. Reduction in saturated fat intake for cardiovascular disease. Cochrane Database Syst Rev 2015; 6: CD011737.

    Ramsden CE, Zamora D, Leelarthaepin B, Majchrzak-Hong SF, Faurot KR, Suchindran CM et al. Use of dietary linoleic acid for secondary prevention of coronary heart disease and death: evaluation of recovered data from the Sydney Diet Heart Study and updated meta-analysis. The BMJ 2013; 346: e8707.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.

    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Medikamente zur langfristigen Behandlung der koronaren Herzkrankheit

    Zur langfristigen Behandlung einer koronaren Herzkrankheit (KHK) werden vor allem Medikamente eingesetzt. Verschiedene Mittel können die Beschwerden lindern und das Risiko für Folgeerkrankungen senken.

    Um Folgeerkrankungen vorzubeugen, wird allen Menschen mit KHK eine Behandlung mit Medikamenten aus zwei Gruppen empfohlen: Plättchenhemmer zur Vorbeugung von Blutgerinnseln und Statine zum Schutz der Gefäße.

    Vor allem für Menschen mit Herzschwäche oder Bluthochdruck sind zudem Betablocker sinnvoll, die das Herz entlasten.

    Aussagekräftige Studien haben nachgewiesen, dass diese Medikamente das Risiko für Folgeerkrankungen wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle senken können. Bei bestimmten Begleiterkrankungen können auch noch andere Mittel wie ACE-Hemmer hinzukommen. Auch die beste medikamentöse Behandlung bietet allerdings nur einen begrenzten Schutz vor Herzerkrankungen.

    Alle Medikamente können Nebenwirkungen haben. Sie lassen sich aber häufig vermeiden, indem man die Dosierung anpasst oder ein anderes Präparat aus der Medikamentengruppe wählt. Oft verschwinden Nebenwirkungen auch nach einer Weile, wenn der Körper sich an das Medikament gewöhnt hat.

    Das Risiko für Nebenwirkungen kann steigen, wenn zwei oder mehr Medikamente zusammen eingenommen werden, da es dann zu Wechselwirkungen kommen kann. Daher ist es wichtig, der Ärztin oder dem Arzt zu sagen, welche Medikamente man bereits nimmt.

    Allgemein gilt: Je mehr Risikofaktoren eine Person hat, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie von den Medikamenten profitiert. Wichtig ist, die Mittel dauerhaft und regelmäßig anzuwenden – denn ihre schützende Wirkung hält nur so lange an, wie man sie nimmt.

    Zur langfristigen Behandlung einer koronaren Herzkrankheit (KHK) werden vor allem Medikamente eingesetzt. Verschiedene Mittel können die Beschwerden lindern und das Risiko für Folgeerkrankungen senken.

    Um Folgeerkrankungen vorzubeugen, wird allen Menschen mit KHK eine Behandlung mit Medikamenten aus zwei Gruppen empfohlen: Plättchenhemmer zur Vorbeugung von Blutgerinnseln und Statine zum Schutz der Gefäße.

    Vor allem für Menschen mit Herzschwäche oder Bluthochdruck sind zudem Betablocker sinnvoll, die das Herz entlasten.

    Aussagekräftige Studien haben nachgewiesen, dass diese Medikamente das Risiko für Folgeerkrankungen wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle senken können. Bei bestimmten Begleiterkrankungen können auch noch andere Mittel wie ACE-Hemmer hinzukommen. Auch die beste medikamentöse Behandlung bietet allerdings nur einen begrenzten Schutz vor Herzerkrankungen.

    Alle Medikamente können Nebenwirkungen haben. Sie lassen sich aber häufig vermeiden, indem man die Dosierung anpasst oder ein anderes Präparat aus der Medikamentengruppe wählt. Oft verschwinden Nebenwirkungen auch nach einer Weile, wenn der Körper sich an das Medikament gewöhnt hat.

    Das Risiko für Nebenwirkungen kann steigen, wenn zwei oder mehr Medikamente zusammen eingenommen werden, da es dann zu Wechselwirkungen kommen kann. Daher ist es wichtig, der Ärztin oder dem Arzt zu sagen, welche Medikamente man bereits nimmt.

    Allgemein gilt: Je mehr Risikofaktoren eine Person hat, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie von den Medikamenten profitiert. Wichtig ist, die Mittel dauerhaft und regelmäßig anzuwenden – denn ihre schützende Wirkung hält nur so lange an, wie man sie nimmt.

    Plättchenhemmer

    Die Blutplättchen (Thrombozyten) tragen dazu bei, dass das Blut gerinnen kann. Dies ist zum Beispiel wichtig, um Wunden zu verschließen. Sie sind aber auch an der Bildung von Blutgerinnseln (Thromben) beteiligt, die zu Gefäßverschlüssen führen können. Als Plättchenhemmer bezeichnete Medikamente hemmen diese Funktion der Blutplättchen. Sie sorgen dafür, dass die Plättchen nicht so schnell verklumpen und sich an den Gefäßwänden anlagern. Plättchenhemmer werden auch Thrombozyten-Funktionshemmer oder Thrombozyten-Aggregationshemmer genannt.

    Zur langfristigen Behandlung der koronaren Herzkrankheit sind zwei Mittel aus dieser Medikamentengruppe zugelassen: Acetylsalicylsäure (ASS) und Clopidogrel.

    • ASS ist der Wirkstoff, der in Schmerzmitteln wie Aspirin enthalten ist. Niedrig dosiertes ASS wird seit vielen Jahrzehnten eingesetzt, um Herzerkrankungen vorzubeugen. Üblicherweise nehmen Menschen mit KHK eine Tablette mit einer Dosierung von 100 Milligramm ASS pro Tag. Höhere Dosierungen erhöhen das Risiko für Nebenwirkungen, schützen aber nicht besser vor Folgeerkrankungen.
    • Clopidogrel wird vor allem von Menschen angewendet, die ASS nicht vertragen oder aus anderen Gründen nicht nehmen dürfen. Die Dosierung für Clopidogrel liegt bei einer Tablette mit 75 mg Wirkstoff pro Tag.

    Studienergebnisse zu ASS und Clopidogrel

    ASS ist in Studien gut erprobt: Die regelmäßige Einnahme des Medikaments kann bei Menschen mit KHK Folgeerkrankungen wie Herzinfarkten und Schlaganfällen vorbeugen und ihre Lebenserwartung erhöhen.

    In Zahlen ausgedrückt, zeigen Studien über einen Zeitraum von fünf Jahren:

    Etwa 5 bis 10 von 100 Menschen mit KHK werden durch ASS vor einem Herzinfarkt oder Schlaganfall bewahrt. Wie groß der Nutzen des Medikaments für eine Einzelperson ist, hängt sehr stark von ihren persönlichen Risikofaktoren ab.

    Eine große Studie hat untersucht, wie ASS und Clopidogrel im direkten Vergleich abschneiden. Dabei zeigte sich, dass die beiden Medikamente ähnlich gut vor Folgeerkrankungen schützen.

    Nebenwirkungen

    Plättchenhemmer sorgen dafür, dass das Blut nicht so stark gerinnt. Dadurch kann es aber leichter zu Blutungen kommen und länger dauern, bis der Körper Blutungen stoppt. Dies zeigt sich zum Beispiel darin, dass Prellungen schneller zu blauen Flecken führen. Bei solchen und anderen kleineren Blutungen wie Nasenbluten besteht aber kein Grund zur Sorge. Dunkelrot oder schwarz verfärbter Stuhl sowie erbrochenes Blut können dagegen auf eine Magenblutung hinweisen und müssen ärztlich abgeklärt werden.

    Bei etwa 2 bis 3 von 100 Menschen mit KHK löst ASS über einen Zeitraum von fünf Jahren eine behandlungsbedürftige Blutung aus. Die meisten Blutungen lassen sich aber gut behandeln und haben keine langfristigen Folgen. Menschen, die eine stärkere Blutung hatten, wird zusätzlich zu ASS oft ein sogenannter Protonenpumpenhemmer verschrieben. Dieses Medikament schützt die Magenschleimhaut und beugt Magengeschwüren vor.

    Eine äußerst seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkung von Plättchenhemmern sind Hirnblutungen. Sie machen sich durch starke, plötzlich auftretende Kopfschmerzen bemerkbar, insbesondere in Verbindung mit anderen Problemen wie Sehstörungen, Schwindel, Lähmungen oder Taubheitsgefühlen. Bei solchen Anzeichen ist es wichtig, sofort den Notruf 112 zu wählen und einen Rettungswagen mit Notarzt anzufordern.

    Die Wahrscheinlichkeit, infolge eines Plättchenhemmers an einer Hirnblutung zu sterben, ist jedoch gering: Über einen Zeitraum von fünf Jahren liegt sie unter 1 zu 1000.

    Statine

    Statine sind Medikamente, die bestimmte Cholesterinwerte im Blut senken. Daher werden sie auch Cholesterinsenker oder Lipidsenker genannt. Der Nutzen der Statine ist aber nicht allein auf die Cholesterinsenkung zurückzuführen. Nach aktuellem Wissen schützen sie auch die Gefäßwände, unter anderem indem sie Entzündungsprozesse hemmen. Daher werden sie bei allen Menschen mit KHK eingesetzt – unabhängig davon, ob ihre Cholesterinwerte erhöht sind.

    Aus der Gruppe der Statine sind in Deutschland mehrere Wirkstoffe zugelassen: Atorvastatin, Fluvastatin, Lovastatin, Pravastatin und Simvastatin. Bei einer Unverträglichkeit gegen ein Statin besteht also die Möglichkeit, auf einen anderen Wirkstoff umzusteigen. Simvastatin und Atorvastatin werden mit Abstand am häufigsten angewendet. Statine werden in verschiedenen Dosierungen eingesetzt. Eine häufige Dosierung für Simvastatin liegt bei 40 mg pro Tag, für Atorvastatin bei 10 mg pro Tag.

    Studienergebnisse zu Statinen

    Statine wurden ebenfalls in vielen Studien untersucht. Sie können das Risiko für Folgeerkrankungen einer KHK senken und die Lebenserwartung erhöhen. Studien zu Statinen bei Menschen mit KHK zeigen folgende Ergebnisse:

    Etwa 5 von 100 Menschen mit KHK, die fünf Jahre lang Statine nehmen, werden vor einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder einem anderen Gefäßverschluss bewahrt. Je nach persönlichen Risikofaktoren kann der individuelle Nutzen kleiner oder größer sein.

    Nebenwirkungen

    Die meisten Menschen vertragen Statine gut. Einzelne Studien deuten aber an, dass es eine kleine Gruppe von Personen gibt, die empfindlicher auf Statine reagieren und bei denen die Mittel Muskelschmerzen auslösen können.

    Statine können den Blutzuckerspiegel erhöhen. Dies kann dazu führen, dass mehr Menschen die Diagnose Typ-2-Diabetes bekommen. Dieses Risiko ist jedoch niedrig: In Studien wurde bei zusätzlich 3 von 1000 Personen, die über mehrere Jahre Statine einnahmen, ein Diabetes neu festgestellt.

    Eine äußerst seltene, aber ernsthafte Nebenwirkung ist die sogenannte Rhabdomyolyse. Dabei lösen sich die Muskelfasern bestimmter Muskeln langsam auf. Es treten Lähmungen auf und die frei werdenden Stoffe können die Nieren schwer schädigen. Diese Nebenwirkung trat in Studien bei einem von 10.000 Menschen auf, die längerfristig Statine anwenden. Anzeichen hierfür können Muskelschmerzen und dunkel verfärbter Urin sein. Bei diesen Symptomen ist es wichtig, umgehend ärztlichen Rat einzuholen.

    Betablocker

    Betablocker senken die Zahl der Herzschläge und entlasten dadurch das Herz. Außerdem senken diese Mittel den Blutdruck. Sie sind vor allem bei Menschen mit KHK und Bluthochdruck oder Herzschwäche sinnvoll. Bei ihnen können sie die Lebenserwartung erhöhen. Ein Vorteil von Betablockern ist, dass sie auch Angina-Pectoris-Beschwerden lindern. Bei Menschen mit KHK und Angina-Pectoris werden sie neben Plättchenhemmern und Statinen routinemäßig eingesetzt.

    Es gibt eine ganze Reihe von Betablockern. Am häufigsten werden Bisoprolol und Metoprolol eingesetzt. Da sie auf etwas verschiedene Weise wirken, werden sie in unterschiedlicher Dosierung eingenommen: Die übliche Dosis Bisoprolol liegt bei 2,5 bis 5 mg pro Tag, die von Metoprolol bei 50 bis 100 mg pro Tag.

    Bei Menschen, die bereits eine Herzschwäche haben, ist es wichtig, die Behandlung mit einer geringen Dosierung zu beginnen und die Dosis schrittweise zu erhöhen. Beim Absetzen der Medikamente wird die Dosis ebenfalls langsam reduziert, da die Mittel sonst zu einem plötzlichen, starken Anstieg des Blutdrucks und des Herzschlags führen können.

    Nebenwirkungen

    Wenn der Herzschlag oder Blutdruck durch Betablocker zu stark gesenkt wird, kann es zu Schlappheit und Erschöpfungserscheinungen kommen. Dies lässt sich aber durch eine Anpassung der Medikamentendosis oft vermeiden. Eine andere mögliche Nebenwirkung von Betablockern ist, dass sie die sexuelle Lust mindern oder zu Erektionsstörungen führen können. Solche Probleme werden aber bei weniger als einer von 100 Personen durch die Medikamente verursacht. Die meisten Menschen vertragen Betablocker gut.

    ACE-Hemmer und Sartane

    ACE-Hemmer und Sartane gehören zur Gruppe der blutdrucksenkenden Medikamente. Sie bewirken unter anderem, dass sich die Gefäße weiten, wodurch der Blutdruck sinkt. Auf diese Weise reduzieren sie den Druck auf die Herzkammern.

    ACE-Hemmer und Sartane gehören nicht zur Standardbehandlung einer koronaren Herzkrankheit. Bei Menschen mit KHK, die bereits eine Herzschwäche haben, können diese Medikamente jedoch das Risiko für Folgeerkrankungen senken und die Lebenserwartung verbessern. Daher werden sie bei dieser Personengruppe manchmal zusätzlich zu einem Betablocker eingesetzt. Üblicherweise werden zunächst ACE-Hemmer eingesetzt, da es mit diesen Mitteln mehr Erfahrungen gibt als mit Sartanen. Bei einer Unverträglichkeit gegenüber ACE-Hemmern kommen Sartane infrage.

    Nebenwirkungen

    ACE-Hemmer und Sartane können Nebenwirkungen auslösen, wenn sie den Blutdruck zu stark senken. Anzeichen hierfür sind zum Beispiel Müdigkeit und Schwindel. Um solche Nebenwirkungen zu vermeiden, wird mit einer niedrigen Dosis begonnen und die Dosierung bei Bedarf erhöht. ACE-Hemmer können auch einen trockenen Husten auslösen. Diese Nebenwirkung tritt bei Sartanen seltener auf.

    Behandlung von Angina-Pectoris-Beschwerden

    Neben Betablockern gibt es noch weitere Medikamente, die infrage kommen, um Angina-Pectoris-Beschwerden zu lindern oder zu vermeiden. Dazu gehören vor allem Kalziumkanalblocker und Nitrate.

    Kalziumkanalblocker weiten die Blutgefäße, einige verlangsamen auch den Herzschlag. Dadurch sinken der Blutdruck und der Druck in den Herzkammern. Kalziumkanalblocker werden vor allem bei Menschen eingesetzt, die Betablocker nicht vertragen oder nicht nehmen dürfen, oder bei denen Betablocker die Beschwerden nicht ausreichend lindern. Kalziumkanalblocker können verschiedene Nebenwirkungen haben, wie Benommenheit, Hitzewallungen, Verstopfung und Wassereinlagerungen in den Beinen.

    Auch Nitrate wirken gefäßerweiternd. Es sind schnell wirksame Medikamente, die beispielsweise als Spray eingesetzt werden, um akute Angina-Pectoris-Anfälle zu behandeln. Menschen, die eine KHK mit Angina Pectoris haben, haben oft ein Nitrat dabei, das sie bei Bedarf nehmen können. Nitraten können zu Abgeschlagenheit führen.

    Medikamente langfristig einnehmen

    Wer eine KHK hat, nimmt in der Regel über einen langen Zeitraum mehrere Medikamente ein. Es kann schwierig sein, dabei den Überblick zu behalten. Es gibt allerdings eine Reihe von Maßnahmen, die helfen können, die Medikamenten-Einnahme zu erleichtern. Folgende Maßnahmen haben sich als besonders hilfreich erwiesen:

    • ein möglichst einfacher Einnahmeplan
    • Verpackungen oder Medikamenten-Dosierer mit Fächern für jeden Tag, bei denen man sofort sieht, wenn man eine Tablette vergessen hat.
    • regelmäßige Arzttermine, bei denen sich Fragen zur Behandlung klären lassen

    Viele Menschen haben Angst davor, Medikamente über lange Zeit regelmäßig einzunehmen, etwa weil sie fürchten, dass sich mit der Zeit Reste der Medikamente im Körper ansammeln. Solche Befürchtungen sind unbegründet. Der Körper verfügt über verschiedene Mechanismen, um Arzneistoffe laufend abzubauen und auszuscheiden. Zudem sind die oben genannten Medikamente gut in Studien erprobt.

    Sinnvoll ist es jedoch, mit der Hausärztin oder dem Hausarzt alle Medikamente durchzugehen, die man nimmt. Dies hilft, die Einnahme von Medikamenten zu vermeiden, die vielleicht nicht oder nicht mehr benötigt werden. Auch das Risiko für Wechselwirkungen lässt sich so senken.

    Quellen

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    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.

    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Auswirkungen einer koronaren Herzkrankheit auf Befinden und Alltag

    Eine koronare Herzkrankheit (KHK) ist eine chronische Erkrankung – das muss aber nicht heißen, dass sie das Leben bestimmt. Sich mit der Krankheit gut auszukennen, hilft dabei, die Behandlung im Griff zu behalten und mögliche Probleme rechtzeitig zu erkennen.

    Menschen mit Herzproblemen bekommen viele gut gemeinte Ratschläge und manchmal das Gefühl, ihr ganzes Leben ändern zu müssen. Das ist aber meist unrealistisch. Wer seine Lebensweise ändern möchte, hat bessere Chancen, wenn er sich ein Ziel nach dem anderen setzt. Schritt für Schritt lässt sich mehr erreichen, als wenn man versucht, das ganze Leben auf einmal umzustellen.

    Wichtig ist: Wer an KHK erkrankt ist, muss deshalb keine Schuldgefühle haben. Der persönliche Lebensstil ist nur einer von mehreren Faktoren, die das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen beeinflussen. So spielt zum Beispiel auch die familiäre Veranlagung eine entscheidende Rolle.

    Eine koronare Herzkrankheit (KHK) ist eine chronische Erkrankung – das muss aber nicht heißen, dass sie das Leben bestimmt. Sich mit der Krankheit gut auszukennen, hilft dabei, die Behandlung im Griff zu behalten und mögliche Probleme rechtzeitig zu erkennen.

    Menschen mit Herzproblemen bekommen viele gut gemeinte Ratschläge und manchmal das Gefühl, ihr ganzes Leben ändern zu müssen. Das ist aber meist unrealistisch. Wer seine Lebensweise ändern möchte, hat bessere Chancen, wenn er sich ein Ziel nach dem anderen setzt. Schritt für Schritt lässt sich mehr erreichen, als wenn man versucht, das ganze Leben auf einmal umzustellen.

    Wichtig ist: Wer an KHK erkrankt ist, muss deshalb keine Schuldgefühle haben. Der persönliche Lebensstil ist nur einer von mehreren Faktoren, die das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen beeinflussen. So spielt zum Beispiel auch die familiäre Veranlagung eine entscheidende Rolle.

    Psychische Folgen einer KHK

    Wer eine KHK hat, bemerkt sie häufig erst, wenn es zu Folgeerkrankungen wie einem Herzinfarkt kommt. Dies ist für viele Menschen ein einschneidendes Erlebnis. Nicht wenige entwickeln dann depressive Gedanken. Schätzungen zufolge erkranken 20 von 100 Menschen, die wegen eines Herzinfarkts im Krankenhaus behandelt werden, an einer behandlungsbedürftigen Depression. Die langfristigen Folgen eines Herzinfarkts sind aber oft weniger schwerwiegend, als Menschen in den ersten Wochen nach einem Infarkt glauben. Daher ist es wichtig, sich nicht entmutigen zu lassen, sondern zu lernen, wie man das Leben mit der Erkrankung gestalten kann. Für Menschen, die eine Depression entwickeln, gibt es zudem wirksame Behandlungen, wie zum Beispiel bestimmte Psychotherapien. Auch kardiologische Rehabilitationsprogramme bieten teilweise psychologische Unterstützung an.

    Für Menschen mit Angina-Pectoris-Beschwerden kann es belastend sein, dauerhaft mit der Angst zu leben, dass es zu einem Herzinfarkt kommen könnte. Dieses Risiko wird durch eine ausreichende medikamentöse Behandlung jedoch soweit wie möglich verringert. Wichtig ist es, die Anzeichen für einen Herzinfarkt und für eine instabile Angina Pectoris zu kennen, um bei einem Notfall rechtzeitig Hilfe holen zu können.

    Sexualität

    Viele Menschen mit KHK fragen sich, ob sie durch Sex einen Herzinfarkt bekommen können. Wie jede größere körperliche Anstrengung erhöht Sex das Infarktrisiko möglicherweise etwas, insgesamt bleibt es aber niedrig. Daher spricht nichts dagegen, dass Menschen mit KHK Sex haben. Wer regelmäßig leichten Ausdauersport macht, ist möglicherweise weniger anfällig für Herzinfarkte, die durch körperliche Anstrengung ausgelöst werden.

    Eine Herzerkrankung schließt den Einsatz von Potenzmitteln wie Viagra nicht grundsätzlich aus. Dies hängt aber unter anderem davon ab, welche Herzmedikamente jemand sonst noch nimmt. Beispielsweise wird davon abgeraten, Potenzmittel zusammen mit Nitraten einzusetzen. Um Komplikationen zu vermeiden, ist es wichtig, mögliche Wechselwirkungen vorher mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen.

    Quellen

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    Marshall IJ, Wolfe CD, McKevitt C. Lay perspectives on hypertension and drug adherence: systematic review of qualitative research. BMJ 2012; 345: e3953.

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