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Vorhofflimmern

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    Überblick

    Ein stolpernder, oft zu schneller Herzschlag und Herzklopfen sind die häufigsten Anzeichen eines Vorhofflimmerns. Die Erkrankung ist zwar nicht unmittelbar lebensbedrohlich, erhöht aber das Schlaganfall-Risiko und kann auf Dauer das Herz schwächen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Behandlung.

    Einleitung

    Beim Vorhofflimmern sind die Signale, die dem Herzschlag den Takt vorgeben, gestört. Das Herz schlägt unregelmäßig und oft zu schnell. Es kann dann nicht mehr so viel Blut in den Körper pumpen. Dies kann zu spürbaren Beschwerden wie Herzklopfen oder Mattigkeit führen.

    Vorhofflimmern ist meist die Folge einer anderen chronischen Erkrankung, wie zum Beispiel einer koronaren Herzkrankheit oder eines Bluthochdrucks. Manchmal bleibt die Ursache aber auch unklar.

    Das Vorhofflimmern ist die häufigste Form von Herzrhythmusstörungen. Es ist zwar nicht unmittelbar lebensbedrohlich, erhöht aber das Risiko für Schlaganfälle und kann auf Dauer das Herz schwächen.

    Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Beschwerden zu lindern und das Risiko für Schlaganfälle zu senken. Die meisten Menschen können trotz Vorhofflimmern ein normales Leben führen.

    Symptome

    Das häufigste Symptom eines Vorhofflimmerns sind deutlich spürbare Herzschläge, Herzklopfen oder Palpitationen genannt. Denn der Puls schlägt meist schneller und unregelmäßiger als normal: Während ein gesunder Ruhepuls üblicherweise zwischen 60 und 100 Schlägen pro Minute liegt, kann er beim Vorhofflimmern deutlich höher sein.

    Andere mögliche Symptome sind Schwächegefühl, Benommenheit und Schwindel. Manchmal ist das Vorhofflimmern aber auch gar nicht zu spüren: Bis zu 30 von 100 Menschen haben keine oder nur unspezifische Beschwerden, die nicht direkt auf Vorhofflimmern hindeuten.

    Bei Menschen, die noch andere Herzerkrankungen haben, können weitere Beschwerden hinzukommen. Bei Herzschwäche kann ein Vorhofflimmern die Herzleistung zum Beispiel spürbar verringern und zu Beschwerden wie Kurzatmigkeit und Erschöpfung führen, vor allem bei körperlicher Belastung.

    Ursachen

    Das Herz ist ein Muskel, der sich rhythmisch zusammenzieht. Der Herzschlag wird über ein elektrisches Leitungssystem geregelt. Der Impuls für den Herzschlag entsteht im sogenannten Sinusknoten, einer Ansammlung spezieller Zellen in der Wand des rechten Vorhofs. Der Sinusknoten wird manchmal auch als „natürlicher Herzschrittmacher“ bezeichnet. Er sendet elektrische Signale aus, die über Reizleitungsbahnen zum sogenannten Atrioventrikularknoten (AV-Knoten) weitergeleitet werden. Über den AV-Knoten werden die Signale aus dem Sinusknoten an die Herzkammern weitergeleitet. Den normalen Herzschlag nennt man auch Sinusrhythmus.

    Grafik: normaler Herzrhythmus und Vorhofflimmern - wie im Text beschrieben

     

    Bei Menschen mit einem Vorhofflimmern breiten sich unregelmäßige elektrische Impulse sehr schnell in den Vorhöfen des Herzens aus. Der Sinusknoten ist während des Flimmerns inaktiv. Dies führt dazu, dass die Vorhöfe sich nicht mehr in regelmäßigem Rhythmus zusammenziehen und wieder entspannen, sondern schnell und unkontrolliert zittern (flimmern).

    Normalerweise helfen die Vorhöfe, die Herzkammern schnell mit Blut zu füllen. Sie tragen etwa 20 % zur Pumpleistung des Herzens bei. Beim Vorhofflimmern nimmt zwar die Leistung des Herzens ab – doch die Herzkammern pumpen weiter Blut in den Körper, wenn auch unregelmäßig.

    Vorhofflimmern kann verschiedene Ursachen haben. Zu den häufigsten Auslösern gehören:

    • Bluthochdruck
    • Koronare Herzkrankheit
    • Herzinfarkt
    • Herzschwäche (sie kann auch Folge eines Vorhofflimmerns sein)
    • Herzklappenfehler

    Weitere mögliche Ursachen sind eine Überfunktion der Schilddrüse und bestimmte Medikamente. Bei ungefähr einem Drittel der Betroffenen bleibt der Auslöser unbekannt.

    Risikofaktoren

    Die Wahrscheinlichkeit, ein Vorhofflimmern zu entwickeln, steigt vor allem mit dem Alter an. Nach Schätzungen sind etwa 2 % der gesamten Bevölkerung und etwa 7 % der über 65-Jährigen betroffen.

    Zu den Risikofaktoren, die sich teilweise beeinflussen lassen, gehören starker oder häufiger Alkoholkonsum, Rauchen, Diabetes mellitus, Bluthochdruck, deutliches Übergewicht und nächtliche Atemaussetzer (Schlafapnoe).

    Verlauf

    Vorhofflimmern beginnt typischerweise mit seltenen, kurzen Episoden und kann mit der Zeit zu längeren Episoden oder einem permanenten Vorhofflimmern fortschreiten. Je nach Dauer der Episode unterscheidet man vier verschiedene Typen:

    • Beim paroxysmalen („episodenhaften“) Vorhofflimmern normalisiert sich der Herzrhythmus meist innerhalb von etwa 48 Stunden ohne Behandlung von selbst. Es kann aber auch bis zu sieben Tagen anhalten. Paroxysmales Vorhofflimmern kann einmal auftreten, es kann aber auch in Episoden wiederkehren und dann länger andauern.
    • Persistierendes Vorhofflimmern dauert länger als sieben Tage an.
    • Lang anhaltendes persistierendes Vorhofflimmern besteht länger als ein Jahr.
    • Permanentes Vorhofflimmern besteht dauerhaft.

    Die Aussagekraft dieser Einteilung ist allerdings eingeschränkt: Denn oft ist unklar, ob das Vorhofflimmern schon einmal aufgetreten ist oder wie lange es bereits besteht. Außerdem kann sich ein persistierendes Vorhofflimmern auch zurückbilden und dann wieder anfallsartig auftreten.

    Wichtig ist: Alle Arten des Vorhofflimmerns erhöhen das Risiko für einen Schlaganfall. Deshalb spielt die Einteilung bei der Entscheidung für oder gegen eine Behandlung mit gerinnungshemmenden Medikamenten heute nur noch eine untergeordnete Rolle.

    Folgen

    Ein Vorhofflimmern kann sich zwar durch verschiedene Beschwerden bemerkbar machen, bedeutet aber in den allermeisten Fällen keine akute Lebensgefahr. Langfristig kann es jedoch zu verschiedenen Folgeerkrankungen führen, insbesondere zu

    • Herzschwäche: Weil das Herz meist schneller schlägt und sich die Vorhöfe nicht mehr richtig zusammenziehen, muss der Rest des Herzens mehr leisten. Dies kann auf Dauer das Herz überfordern und schwächen. Eine bereits bestehende Herzschwäche kann sich verschlechtern.
    • Schlaganfall: Beim Vorhofflimmern entleeren sich die Vorhöfe des Herzens nicht mehr komplett. Dadurch kann sich das Blut in den Vorhöfen stauen und es bilden sich leichter Gerinnsel, besonders im linken Vorhof – genauer im Vorhofohr. Wenn das Blutgerinnsel über den Blutkreislauf zum Gehirn geschwemmt wird, kann es dort ein Gefäß verschließen und einen Schlaganfall auslösen.

    Wie hoch das persönliche Risiko für einen Schlaganfall ist, hängt davon ab, ob neben dem Vorhofflimmern noch andere Risikofaktoren bestehen. Viele Menschen mit Vorhofflimmern haben noch andere Erkrankungen wie Bluthochdruck oder eine koronare Herzkrankheit.

    Diagnose

    Da Vorhofflimmern nicht immer Beschwerden verursacht, wird es manchmal zufällig festgestellt, zum Beispiel wenn aufgrund einer anderen Erkrankung die Herzströme untersucht werden. Um eine genaue Diagnose zu stellen, mögliche Ursachen zu finden und die Behandlung zu planen, kann eine Reihe von Untersuchungen helfen:

    • Erfassung der Krankheitsgeschichte (Anamnese): Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Beschwerden, Vorerkrankungen, Alter und Familiengeschichte sowie Risikofaktoren für Herzkrankheiten.
    • körperliche Untersuchung: Hierzu gehört unter anderem die Messung von Puls und Blutdruck.
    • Elektrokardiogramm (EKG): Ein EKG stellt die elektrischen Herzströme, die den Herzschlag regeln, als Kurve grafisch dar. Mittels EKG lässt sich ein Vorhofflimmern mit hoher Sicherheit feststellen. Um die Herzströme ableiten zu können, werden mehrere Elektroden am Körper aufgeklebt. Die Untersuchung selbst dauert normalerweise nicht länger als zehn Minuten. Wenn der Verdacht auf ein anfallsartiges Vorhofflimmern besteht und das EKG unauffällig ist, wird manchmal ein 24- oder 48-Stunden-EKG durchgeführt. Dazu hängt man sich ein kleines EKG-Gerät um, das die Herzströme über ein bis zwei Tage aufzeichnet. Wenn es nötig ist, die Herzströme über Monate aufzuzeichnen, kann auch ein implantierbarer EKG-Rekorder unter die Brusthaut gesetzt werden, der etwa die Größe eines USB-Sticks hat.
    • Bluttest: Mit einem Bluttest kann unter anderem die Schilddrüsenfunktion beurteilt werden. Eine Schilddrüsenüberfunktion oder eine zu hohe Dosierung von Schilddrüsenmedikamenten kann Ursache eines Vorhofflimmerns sein. Auch die Elektrolyte werden bestimmt, da Vorhofflimmern manchmal mit Störungen im Elektrolythaushalt in Zusammenhang stehen kann.
    • Echokardiografie: Eine Echokardiografie ist eine Ultraschalluntersuchung des Herzens. Sie dient zum Beispiel dazu, seine Pumpleistung zu untersuchen und seltenere Ursachen eines Vorhofflimmerns zu finden, etwa bestimmte Herzklappenerkrankungen.

    Bestimmte Tests helfen vor allem bei der Behandlungsplanung: So sind Nieren- und Leberfunktionswerte wichtig, weil bei einer Nieren- oder Leberschwäche nicht alle Medikamente infrage kommen.

    Behandlung

    Wer die Diagnose Vorhofflimmern bekommt, steht vor mehreren Behandlungsentscheidungen. Zum einen stellt sich die Frage, wie der gestörte Herzschlag behandelt werden soll. Das wichtigste Ziel dabei ist, den Puls (medizinisch: Herzfrequenz) unter Kontrolle zu halten, um die Beschwerden zu lindern und das Herz zu entlasten. Man kann auch versuchen, den normalen Herzrhythmus (Sinusrhythmus) wiederherzustellen. Demnach gibt es zwei Behandlungsstrategien:

    • Bei der Herzfrequenz kontrollierenden Behandlung wird der zu hohe Puls dauerhaft mit Medikamenten gesenkt, meist mit einem Mittel aus der Gruppe der Betablocker. Der Puls entspricht der Anzahl der Herzschläge pro Minute (Herzfrequenz) und wird in Ruhe gemessen. Bei der Herzfrequenz kontrollierenden Behandlung wird nicht versucht, das Vorhofflimmern zu beseitigen.
    • Bei der Herzrhythmus stabilisierenden Behandlung versucht man, den Sinusrhythmus wiederherzustellen und möglichst zu erhalten. Der Sinusrhythmus wird in der Regel durch dosierte Stromschläge wiederhergestellt. Üblicherweise schließt sich eine Behandlung mit Medikamenten an, um Rückfällen vorzubeugen. Auch wenn sich der Herzrhythmus durch die Behandlung normalisieren lässt, benötigen viele Menschen weiterhin einen niedrig dosierten Betablocker zur Senkung der Herzfrequenz.

    Meist wird eine Herzfrequenz kontrollierende Behandlung bevorzugt, da sie unkomplizierter ist und ein geringeres Risiko für Nebenwirkungen hat. Die Herzrhythmus stabilisierende Behandlung ist vor allem dann sinnvoll, wenn eine Herzfrequenz kontrollierende Behandlung die Symptome nicht ausreichend lindert.

    Die andere Frage ist, ob man Medikamente zur Senkung des Schlaganfall-Risikos nehmen möchte – und wenn ja, welche. Sogenannte orale Antikoagulanzien hemmen die Blutgerinnung und können dieses Risiko sehr wirksam senken.

    Die Entscheidung für oder gegen eine Behandlung mit Antikoagulanzien trifft man am besten gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt. Sinnvoll ist, die Vorteile (Vorbeugung von Schlaganfällen) und die Nachteile (Risiko für Blutungen) gegeneinander abzuwägen. Anhand der persönlichen Risikofaktoren lässt sich das persönliche Risiko für Schlaganfälle und Blutungen bestimmen. Dabei helfen spezielle Risikorechner.

    Manchmal gibt es trotz eines hohen Schlaganfall-Risikos starke Gründe gegen eine Behandlung mit Antikoagulanzien, beispielsweise ein sehr hohes Blutungsrisiko. Dann kann man versuchen, mit einem Eingriff am Herzen das Schlaganfall-Risiko zu senken. Dabei wird ein sogenannter Vorhofohr-Verschluss in das linke Vorhofohr eingesetzt. Die dazu eingesetzten Behandlungsverfahren sind aber noch nicht ausreichend erprobt und können ernsthafte Komplikationen haben.

    Selten kann Vorhofflimmern selbst bedrohlich werden und zum Beispiel den Blutdruck stark abfallen lassen. Dann wird der Herzrhythmus in der Regel schnell durch dosierte Elektroschocks wiederhergestellt.

    Manchmal liegt einem Vorhofflimmern eine behandelbare Ursache zugrunde, wie zum Beispiel eine undichte Herzklappe oder eine Schilddrüsenüberfunktion. Das Vorhofflimmern lässt sich dann unter Umständen durch eine Operation der Herzklappe oder die Behandlung der Schilddrüse stoppen.

    Leben und Alltag

    Wenn das Herz normal schlägt, nimmt man es gar nicht wahr. Das kann sich bei Vorhofflimmern ändern: Es ist spürbar, dass das Herz nicht mehr so schlägt wie es soll. Das ist für viele Menschen so beunruhigend, dass sie zum Arzt gehen. Die Diagnose Vorhofflimmern ist dann zunächst ein Schock, allerdings lassen sich die Symptome durch verschiedene Behandlungen meistens gut in den Griff bekommen. Hilfestellung bieten auch Schulungen: Sie vermitteln, wie man im Alltag mit der Erkrankung umgehen und Medikamente erfolgreich selbst anpassen kann.

    Trotzdem bleibt bei vielen Menschen eine Unsicherheit bestehen. Manche fragen sich, ob sie sich schonen müssen oder ob sie weiterhin gewohnten Aktivitäten nachgehen und Sport treiben können. Forschungsergebnisse geben aber keinen Anlass zur Sorge. Sie deuten darauf hin, dass moderate körperliche Aktivität bei Vorhofflimmern nicht schadet und die körperliche Fitness noch verbessern kann.

    Quellen

    Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK), European Society of Cardiology (ESC). Management von Vorhofflimmern. ESC Pocket-Guidelines. Version 2016.

    Kirchhof P, Benussi S, Kotecha D, Ahlsson A, Atar D, Casadei B et al. 2016 ESC Guidelines for the management of atrial fibrillation developed in collaboration with EACTS. Eur J Cardiothorac Surg 2016; 50(5): e1-e88.

    Kwok CS, Anderson SG, Myint PK, Mamas MA, Loke YK. Physical activity and incidence of atrial fibrillation: a systematic review and meta-analysis. Int J Cardiol 2014; 177(2): 467-476.

    National Institute for Health and Care Excellence (NICE). Atrial Fibrillation: the management of atrial fibrillation. 06.2014. (National Clinical Guidelines).

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Was Studien sagen: Herzrhythmus wiederherstellen oder Herzfrequenz behandeln?

    Menschen mit Vorhofflimmern haben die Wahl zwischen zwei Behandlungsansätzen: der Stabilisierung des Herzrhythmus oder der Kontrolle der Herzfrequenz. Studien zeigen in Bezug auf die Lebenserwartung und das Risiko für Folgeerkrankungen keine Unterschiede zwischen diesen Behandlungen.

    Bei Vorhofflimmern kann versucht werden, den Herzrhythmus zu stabilisieren oder die Herzfrequenz zu normalisieren. Die Herzfrequenz bezeichnet die Anzahl der Herzschläge in der Minute (Puls). Mit Herzrhythmus ist das Muster der elektrischen Impulse gemeint, die den Herzmuskel dazu bringen, sich zusammenzuziehen. Diese elektrischen Signale können als „Herzströme“ in einer EKG-Kurve aufgezeichnet werden. Die beiden Behandlungsansätze sind:

    • die Herzfrequenz kontrollierende Behandlung: Ziel dieser Behandlung ist es, den Puls wieder in den normalen Bereich zu bringen. Wenn der Herzschlag beschleunigt ist, wird meist versucht, den erhöhten Puls in Ruhe auf unter 110 Schläge pro Minute zu senken. Reicht dies nicht, um die Symptome zu lindern, kann man versuchen, den Ruhepuls auf noch niedrigere Werte zu senken. Man versucht bei der Herzfrequenz regulierenden Behandlung nicht, den Sinusrhythmus wiederherzustellen.
    • die Herzrhythmus stabilisierende Behandlung: Ihr Ziel ist es, den normalen Herzrhythmus (Sinusrhythmus) wiederherzustellen. Dies kann mit Medikamenten oder schwachen Stromschlägen erreicht werden (medikamentöse oder elektrische Kardioversion). Daran schließt sich in der Regel eine medikamentöse Behandlung mit Antiarrythmika an, die verhindern soll, dass erneut ein Vorhofflimmern auftritt. Wenn eine Kardioversion erfolglos bleibt oder die Medikamente nicht vertragen werden, kann der normale Herzrhythmus auch durch einen Eingriff am Herzen wiederhergestellt werden, die sogenannte Katheterablation. Bei einer erfolgreichen Herzrhythmus stabilisierenden Behandlung kann sich auch der Puls normalisieren. Viele Menschen benötigen aber trotzdem weiterhin einen niedrig dosierten Betablocker zur Pulssenkung.

    Welche Behandlung gewählt wird, hängt unter anderem vom Alter, dem Gesundheitszustand, den Vorerkrankungen eines Menschen und dem Ausmaß seiner Beschwerden ab.

    Vergleich der beiden Behandlungsstrategien

    Eine Wissenschaftlergruppe der Universität Lissabon hat Studien ausgewertet, in denen eine Herzrhythmus stabilisierende Behandlung mit einer Herzfrequenz kontrollierenden Behandlung verglichen wurde. Sie haben die Ergebnisse von acht randomisierten kontrollierten Studien mit insgesamt 7500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zusammengefasst. Sie waren durchschnittlich 68 Jahre alt und hatten seit unterschiedlich langer Zeit Vorhofflimmern. Viele von ihnen hatten weitere Risikofaktoren für Schlaganfälle.

    Die Wissenschaftlergruppe wertete Daten zu folgenden Behandlungsaspekten aus:

    • Lebenserwartung
    • plötzlicher Herztod
    • Schlaganfall infolge eines Blutgerinnsels
    • Gefäßverschlüsse an anderen Stellen im Körper als im Gehirn
    • durch gerinnungshemmende Medikamente verursachte Blutungen

    In der Gesamtschau der ausgewerteten Ergebnisse zeigte sich bei keinem dieser Zielgrößen ein Unterschied zwischen den beiden Therapieansätzen.

    Offene Fragen

    Die Auswertungen können nicht alle Fragen beantworten, die für Menschen mit Vorhofflimmern wichtig sind. Beispielsweise wurde nicht untersucht, ob es für die Entstehung oder den Verlauf einer Herzschwäche einen Unterschied bedeutet, ob der Herzrhythmus oder die Herzfrequenz behandelt wird. Zudem wurde in keiner der Studien die Katheterablation zur Stabilisierung des Herzrhythmus untersucht.

    Quellen

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
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    Was Studien sagen: Schützt ein Vorhofohr-Verschluss vor Schlaganfällen?

    Vorhofflimmern erhöht das Risiko für Schlaganfälle. Sie werden meist durch Blutgerinnsel ausgelöst, die im linken Vorhof des Herzens entstehen. Implantate, die das sogenannte Vorhofohr verschließen, sollen sie stoppen. Studien zu dieser Behandlungsmethode lassen aber viele Fragen offen.

    Bei einem Vorhofflimmern entleeren sich die Vorhöfe des Herzens nicht vollständig und zu langsam. Dadurch können sich leicht Blutgerinnsel bilden. Wenn ein Gerinnsel über den Blutkreislauf zum Gehirn geschwemmt wird, kann es einen Schlaganfall auslösen.

    Viele Studien zeigen, dass gerinnungshemmende Medikamente aus der Gruppe der oralen Antikoagulanzien das Schlaganfall-Risiko deutlich senken können. Sie werden von medizinischen Fachgesellschaften als Routinebehandlung zur Vorbeugung von Schlaganfällen empfohlen und von den meisten Menschen mit Vorhofflimmern eingenommen.

    Manchmal spricht aber ein erhöhtes Blutungsrisiko gegen eine Behandlung mit Antikoagulanzien – beispielsweise bei Menschen, die schon eine Hirnblutung hatten. Gerinnungshemmende Medikamente sind vor allem dann zu riskant, wenn die möglichen Ursachen für eine Blutung nicht beeinflussbar sind. In solchen Situationen kann ein Verschluss des linken Vorhofohrs infrage kommen, um das Schlaganfall-Risiko zu senken.

    Implantate zum Verschluss des Vorhofohrs

    Es wird geschätzt, dass etwa 90 % der Blutgerinnsel, die einen Schlaganfall auslösen, im „Ohr“ des linken Vorhofs entstehen. Das Vorhofohr (auch Herzohr genannt) ist eine Ausstülpung am linken Vorhof. Als Alternative zur Behandlung mit Antikoagulanzien wurden daher Implantate entwickelt, die das linke Vorhofohr verschließen und so verhindern sollen, dass Blutgerinnsel aus dem Vorhofohr in den Blutkreislauf geschwemmt werden.

    Zwei dieser Implantate, die in Deutschland eingesetzt werden, sind das sogenannte Watchman-Implantat und der Amplatzer-Verschluss. Beim Watchman-Implantat handelt es sich um ein Draht-Schirmchen, das mit einem textilartigen Polyestergewebe überzogen ist. Der Amplatzer-Verschluss ist ähnlich aufgebaut, hat aber eine andere Form.

    Die Implantate werden mithilfe eines Herzkatheters eingesetzt. Vorher wird mittels Ultraschall und manchmal speziellen Röntgenuntersuchungen die Größe des Vorhofohrs ermittelt, um das passende Implantat zu bestimmen. Der Herzkatheter wird anschließend über die Leistenvene bis zum rechten Vorhof vorgeschoben und dort die Wand zwischen den Vorhöfen durchstochen, um den linken Vorhof zu erreichen. Wenn der Katheter in Position gebracht wurde, wird das Implantat hindurch geschoben und im Vorhofohr platziert.

    Das Vorhofohr kann auch operativ verschlossen oder entfernt werden. Dies kommt aber nur bei Menschen infrage, die ohnehin am Herzen operiert werden müssen, zum Beispiel bei einer Bypass-Operation.

    Nach einem Herzohrverschluss ist eine Nachkontrolle, beispielsweise mit einem Schluck-Ultraschall notwendig, um den Erfolg der Behandlung zu überprüfen. Erst dann kann die Blutverdünnung beendet werden.

    Welche Vor- und Nachteile haben Implantate?

    Der Verschluss des Vorhofohrs soll eine langfristige Behandlung mit Antikoagulanzien überflüssig machen. In den ersten Wochen nach dem Eingriff sind sie aber weiterhin erforderlich.

    Ein Nachteil der Implantate ist, dass sie im Gegensatz zu Medikamenten nicht vor Blutgerinnseln schützen, die an anderen Stellen im Herzen oder im Blutkreislauf entstehen.

    Die Katheter-Behandlung ist zudem nicht ohne Risiko. Infolge des Eingriffs kann sich der Herzbeutel mit Flüssigkeit füllen. Ein schwerer Herzbeutelerguss (Tamponade) kann lebensbedrohlich werden, weil das Herz dann nicht mehr richtig pumpen kann. Bei einem Erguss wird der Herzbeutel in der Regel punktiert und die Flüssigkeit mit einer Kanüle abgesaugt. Andere mögliche Komplikationen des Eingriffs sind Blutungen, die manchmal eine Bluttransfusion erfordern, sowie Verletzungen des Herzmuskels.

    Nach dem Einsetzen des Implantats können sich an der Oberfläche des Drahtgeflechts Blutgerinnsel bilden. Auch sie können ein Gefäß verschließen und zum Beispiel einen Schlaganfall auslösen. Aus diesem Grund wird im Anschluss an den Eingriff eine langfristige Behandlung mit Plättchenhemmern empfohlen. Sie senken die Gerinnungsfähigkeit des Blutes ebenfalls, haben aber eine deutlich schwächere Wirkung als Antikoagulanzien. In der Regel wird der Plättchenhemmer Acetylsalicylsäure (ASS) eingesetzt.

    Was zeigen Studien?

    Eine unabhängige Wissenschaftlergruppe der Universität Portland in den USA hat Studien zum Verschluss des linken Herzohrs ausgewertet. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben dazu mehrere Fragen untersucht:

    • Wie wirksam sind Eingriffe zum Verschluss des Vorhofohrs im Vergleich zu einer medikamentösen Behandlung?
    • Welche Komplikationen haben die Eingriffe und wie häufig sind sie?
    • Gibt es Personengruppen, bei denen solche Eingriffe besonders wirksam oder riskant sind?

    Um diese Forschungsfragen zu beantworten, hat die Wissenschaftlergruppe systematisch nach geeigneten Studien gesucht und deren Aussagekraft und Ergebnisse bewertet.

    Sie fand zwei Studien, in denen das Watchman-Implantat untersucht wurde. In beiden Studien wurde es mit einer medikamentösen Behandlung verglichen. Zum Amplatzer-Verschluss fanden die Autoren nur drei kleine Untersuchungen, die keine Aussagen über die Wirksamkeit zuließen.

    An den beiden Studien zum Watchman-Implantat nahmen insgesamt gut 1100 Personen mit Vorhofflimmern teil. Etwa 70 % von ihnen waren Männer. Das Durchschnittsalter lag bei 73 Jahren, das Schlaganfall-Risiko im mittleren Bereich. Menschen, die keine Antikoagulanzien nehmen können, durften nicht an den Studien teilnehmen.

    In den Studien wurde zwei Behandlungsstrategien verglichen:

    • Watchman-Implantat: Den Studienteilnehmerinnen und -teilnehmern in dieser Gruppe wurde ein Watchman-Implantat eingesetzt. In den Wochen nach dem Eingriff nahmen sie noch solange Antikoagulanzien, bis das Implantat ausreichend mit dem Gewebe verwachsen war und das Vorhofohr verschlossen hatte. Bis sechs Monate nach dem Eingriff nahmen die Teilnehmenden zunächst zwei Medikamente aus der Gruppe der Plättchenhemmer (Clopidogrel und ASS), danach dauerhaft ASS.
    • Behandlung mit Medikamenten: Die andere Teilnehmergruppe wurde mit oralen Antikoagulanzien aus der Gruppe der Vitamin-K-Antagonisten behandelt.

    Nach etwa zwei Jahren wurde verglichen, wie viele Personen gestorben waren, einen Schlaganfall oder zum Beispiel einen Herzinfarkt oder eine Thrombose hatten. Außerdem wurde geprüft, wie häufig das Einsetzen des Implantats gelungen war und wie oft die Behandlungen zu Nebenwirkungen oder Komplikationen führten.

    Studienergebnisse sehr unsicher

    Das Watchman-Implantat wurde in den Studien bei 90 von 100 Personen erfolgreich eingesetzt. Bei den übrigen 10 gelang es meist nicht, das Implantat richtig oder stabil genug zu positionieren, sodass es wieder entfernt werden musste.

    Zwischen den beiden Behandlungsgruppen zeigte sich kein eindeutiger Unterschied: Zu Schlaganfällen und anderen Gefäßverschlüssen sowie Todesfällen kam es ähnlich häufig. Schlaganfälle durch Blutgerinnsel traten in der Watchman-Gruppe allerdings etwas häufiger auf. Das Risiko für Hirnblutungen könnte das Implantat dagegen möglicherweise senken, da man keine Antikoagulanzien mehr benötigt.

    Insgesamt waren die Studienergebnisse statistisch sehr unsicher, da die Studien relativ geringe Teilnehmerzahlen hatten und nicht sehr lange dauerten. An vergleichenden Studien zur Behandlung von Vorhofflimmern mit Medikamenten nehmen üblicherweise mehrere tausend Personen teil. Laut der US-amerikanischen Zulassungsbehörde FDA kann die langfristige Wirksamkeit des Watchman-Implantats im Vergleich zu einer medikamentösen Behandlung nicht abschließend beurteilt werden.

    Wie häufig sind Komplikationen?

    Im Durchschnitt kam es bei 8 von 100 Teilnehmenden, denen ein Watchman-Implantat eingesetzt wurde, zu einer Komplikation. Meistens handelte es sich um behandlungsbedürftige Blutungen und Herzbeutelergüsse, die operativ oder mit einer Kanüle (Punktion) behandelt werden mussten. Bei einer von 100 Personen trat während des Einsetzens ein Schlaganfall auf.

    Das Risiko für Komplikationen hängt von vielen Faktoren ab, zum Beispiel vom Gesundheitszustand des Patienten und den Fertigkeiten des Operateurs. Daher können die Studienzahlen nur grobe Anhaltspunkte zur Einschätzung des Komplikationsrisikos liefern. Möglicherweise ist es außerhalb von Studien größer, denn die Ärztinnen und Ärzte, die in den Studien operierten, hatten in der Regel viel Erfahrung mit der Behandlungsmethode.

    Auch eine Behandlung mit Antikoagulanzien hat Nebenwirkungen. Dazu gehören insbesondere Blutungen im Magen-Darm-Trakt und im Gehirn. Hirnblutungen sind selten, aber besonders schwerwiegend. Nur eine der Studien verglich die Häufigkeit von Nebenwirkungen und Komplikationen beider Behandlungen. Dabei zeigte sich, dass das Watchman-Implantat insgesamt etwas häufiger Nebenwirkungen und Komplikationen verursachte als eine medikamentöse Behandlung.

    Offene Fragen

    Ein Verschluss des linken Herzohrs, zum Beispiel mit dem Watchman-Implantat, ist vor allem für Menschen eine Möglichkeit, die keine Antikoagulanzien nehmen können – zum Beispiel wegen eines sehr hohen Blutungsrisikos. Diese Personengruppe war allerdings von der Teilnahme an den Studien ausgeschlossen.

    Außerdem nahmen auch die Teilnehmenden, denen ein Watchman-Implantat eingesetzt wurde, vorübergehend Antikoagulanzien. Es lässt sich daher nicht sicher beurteilen, was Menschen, denen eine Behandlung mit Antikoagulanzien gar nicht möglich ist, von dem Eingriff erwarten können.

    Was empfehlen medizinische Fachgesellschaften?

    Die kardiologischen Fachgesellschaften in Europa geben regelmäßig Empfehlungen zur Behandlung des Vorhofflimmerns heraus. Aufgrund der nur begrenzt aussagefähigen Studienergebnisse betrachten sie den Verschluss des linken Vorhofohrs bisher nicht als Alternative zu einer Behandlung mit Antikoagulanzien.

    Die Fachgesellschaften empfehlen, das Watchman-Implantat oder ähnliche Produkte nur bei Menschen in Betracht zu ziehen, die ein deutliches Schlaganfall-Risiko haben und wegen eines hohen Blutungsrisikos keine Antikoagulanzien nehmen können. Gleichzeitig weisen sie auf das Komplikationsrisiko der Implantate hin und geben zu bedenken, dass eine medikamentöse Behandlung bei den meisten Menschen mit Vorhofflimmern möglich ist.

    Quellen

    Food and Drug Administration (FDA). P130013 - Boston Scientific WATCHMAN Left Atrial Appendage Closure Therapy. 08.10.2014. (FDA Executive Summary).

    National Institute for Health and Care Excellence (NICE). Atrial Fibrillation: the management of atrial fibrillation. 06.2014. (National Clinical Guidelines).

    Noelck N, Papak J, Freeman M, Paynter R, Low A, Motu'apuaka M et al. Effectiveness of Left Atrial Appendage Exclusion Procedures to Reduce the Risk of Stroke: A Systematic Review of the Evidence. Circ Cardiovasc Qual Outcomes 2016; 9(4): 395-405.

    Noelck N, Papak J, Freeman M, Paynter R, Low A, Motu'apuaka M et al. The effectiveness of procedures to remove or occlude the left atrial appendage: a systematic review of the evidence. 10.2015.

    Sterne JA, Bodalia PN, Bryden PA, Davies PA, Lopez-Lopez JA, Okoli GN et al. Oral anticoagulants for primary prevention, treatment and secondary prevention of venous thromboembolic disease, and for prevention of stroke in atrial fibrillation: systematic review, network meta-analysis and cost-effectiveness analysis. Health Technol Assess 2017; 21(9): 1-386.

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    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
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    Mehr Wissen: Herzrhythmus normalisieren: Ja oder nein?

    Bei einem Vorhofflimmern ist der Herzrhythmus gestört und das Herz schlägt meist schneller als normal. Der zu hohe Puls lässt sich durch Medikamente wie Betablocker senken. Zudem kann man versuchen, den normalen Herzrhythmus wiederherzustellen und zu erhalten. Dies ist vor allem bei ausgeprägten Symptomen sinnvoll.

    Bei einem Vorhofflimmern erst einmal den normalen Herzrhythmus (Sinusrhythmus) wiederherzustellen, klingt naheliegend. Doch auch wenn dies gelingt, tritt das Vorhofflimmern bei den meisten Menschen früher oder später erneut auf – manchmal unbemerkt. Außerdem sind die Behandlungen, die zur Wiederherstellung des Sinusrhythmus eingesetzt werden, mit Nebenwirkungen und Risiken verbunden – auch für ernsthafte Komplikationen. Daher lohnt es sich, gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt die Vor- und Nachteile einer solchen Behandlung gut abzuwägen.

    Wichtig ist: Selbst wenn das Herz nach der Behandlung wieder in normalem Rhythmus schlägt, bleibt das Schlaganfall-Risiko erhöht. Deshalb ist es trotzdem oft nötig, weiterhin gerinnungshemmende Medikamente zu nehmen.

    Bei einem Vorhofflimmern ist der Herzrhythmus gestört und das Herz schlägt meist schneller als normal. Der zu hohe Puls lässt sich durch Medikamente wie Betablocker senken. Zudem kann man versuchen, den normalen Herzrhythmus wiederherzustellen und zu erhalten. Dies ist vor allem bei ausgeprägten Symptomen sinnvoll.

    Bei einem Vorhofflimmern erst einmal den normalen Herzrhythmus (Sinusrhythmus) wiederherzustellen, klingt naheliegend. Doch auch wenn dies gelingt, tritt das Vorhofflimmern bei den meisten Menschen früher oder später erneut auf – manchmal unbemerkt. Außerdem sind die Behandlungen, die zur Wiederherstellung des Sinusrhythmus eingesetzt werden, mit Nebenwirkungen und Risiken verbunden – auch für ernsthafte Komplikationen. Daher lohnt es sich, gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt die Vor- und Nachteile einer solchen Behandlung gut abzuwägen.

    Wichtig ist: Selbst wenn das Herz nach der Behandlung wieder in normalem Rhythmus schlägt, bleibt das Schlaganfall-Risiko erhöht. Deshalb ist es trotzdem oft nötig, weiterhin gerinnungshemmende Medikamente zu nehmen.

    Puls senken oder Herzrhythmus normalisieren?

    Bei den meisten Menschen mit Vorhofflimmern wird nur der zu hohe Pulsschlag behandelt. Ziel dieser Herzfrequenz kontrollierenden Behandlung ist es, das Herz zu entlasten und störende Symptome zu beseitigen. Üblicherweise wird der Ruhepuls mit Betablockern zunächst auf unter 110 Schläge pro Minute gesenkt. Reicht dies nicht aus, um die Beschwerden zu lindern, kann man versuchen, den Ruhepuls mit einer höheren Dosierung oder weiteren Medikamenten auf niedrigere Werte zu bringen.

    Es kann auch versucht werden, den Sinusrhythmus durch Medikamente oder eine Behandlung mit einem leichten Stromstoß wiederherzustellen. Der Fachbegriff hierfür ist medikamentöse oder elektrische Kardioversion. Im Anschluss an die Kardioversion nimmt man üblicherweise Medikamente zur Stabilisierung des Herzrhythmus (Antiarrythmika). Sie sollen Rückfällen vorbeugen. Diese Behandlungsstrategie wird Herzrhythmus stabilisierende Behandlung genannt.

    Was spricht für eine Herzrhythmus stabilisierende Behandlung?

    Wenn es gelingt, den Sinusrhythmus wiederherzustellen, hat dies zwei Vorteile: Zum einen lassen sich mögliche Beschwerden des Vorhofflimmerns lindern. Zum anderen ist das Herz nach einer erfolgreichen Kardioversion wieder voll leistungsfähig. Gründe für eine Herzrhythmus stabilisierende Behandlung sind daher:

    • störende Symptome: Zum Beispiel, wenn sich Beschwerden wie Herzklopfen oder Erschöpfung durch eine Pulssenkung nicht ausreichend lindern lassen.
    • erstmaliges, akutes Auftreten: wenn ein Vorhofflimmern zum ersten Mal auftritt oder noch nicht lange besteht. Man geht davon aus, dass die Chancen, den Sinusrhythmus wiederherzustellen und langfristig zu erhalten, dann höher sind.
    • eine Herzschwäche: Wenn der Verdacht besteht, dass das Vorhofflimmern Ursache einer Herzschwäche ist, kann eine Herzrhythmus stabilisierende Behandlung sinnvoll sein, um die Pumpleistung zu verbessern.
    • Wenn das Vorhofflimmern eine behandelbare Ursache hat: Wird das Vorhofflimmern durch eine andere Erkrankung wie zum Beispiel eine Schilddrüsenüberfunktion verursacht, wird zunächst diese Grunderkrankung behandelt. Wenn sich der Sinusrhythmus dann nicht von selbst wieder einstellt, wird eine Kardioversion probiert. Bei einer ausreichenden Behandlung der zugrundeliegenden Krankheit bleibt der Herzrhythmus danach oft langfristig stabil.

    Manchmal gibt es noch andere Gründe, es mit einer Kardioversion zu versuchen – zum Beispiel bei sehr sportlichen Menschen, die viel Wert auf die volle Leistungsfähigkeit ihres Herzens legen.

    Was spricht gegen eine Herzrhythmus stabilisierende Behandlung?

    Gegen eine Wiederherstellung des normalen Herzrhythmus sprechen vor allem die Risiken und begrenzten Erfolgsaussichten einer solchen Behandlung:

    • Behandlungsrisiken: Die Medikamente, die bei einer Herzrhythmus stabilisierenden Behandlung eingesetzt werden, können selbst Herzrhythmusstörungen auslösen, die manchmal lebensbedrohlich sind. Außerdem erhöht eine Kardioversion vorübergehend das Risiko für einen Schlaganfall. Denn wenn das Herz in den Sinusrhythmus zurückspringt, kann sich im linken Vorhof ein Blutgerinnsel lösen und zu einem Schlaganfall führen. In den ersten Wochen nach einer Kardioversion ist zudem die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sich im Herzen neue Blutgerinnsel bilden. Diese Risiken lassen sich durch eine vorbeugende Behandlung mit Antikoagulanzien zwar senken, aber nicht ganz beseitigen.
    • begrenzte Erfolgsaussichten: Zwar gelingt es zunächst oft, den Sinusrhythmus wiederherzustellen. Langfristig kehrt das Vorhofflimmern bei den meisten Menschen aber wieder zurück.
    • begrenzte Vorteile: Studien haben gezeigt, dass eine Herzrhythmus stabilisierende Behandlung im Vergleich zur Herzfrequenzbehandlung weder die Lebenserwartung verlängert noch besser vor Folgeerkrankungen wie Schlaganfällen schützt.

    Weitere Gründe, die gegen eine stabilisierende Behandlung sprechen können, sind:

    • Das Vorhofflimmern besteht seit über einem Jahr: Die Aussichten für eine erfolgreiche Stabilisierung des Sinusrhythmus sind dann gering.
    • höheres Alter: Vor allem für Menschen in hohem Alter ist es sinnvoll, eine Kardioversion wegen der Risiken gut abzuwägen.
    • erneutes Auftreten: Die Erfolgsaussichten sind bei einer wiederholten Kardioversion geringer als bei der ersten.
    • bestimmte Begleiterkrankungen wie zum Beispiel eine chronische Nierenschwäche oder andere Herzerkrankungen.
    • praktische Nachteile: Eine Herzrhythmus stabilisierende Behandlung erfordert oft mehr Kontrolluntersuchungen und Medikamente, um Rückfällen vorzubeugen.

    Viele Menschen benötigen auch nach Wiederherstellung des Herzrhythmus Medikamente zur Kontrolle der Herzfrequenz. Denn manchmal ist der Puls auch dann noch erhöht, wenn es gelungen ist, den Herzrhythmus zu normalisieren.

    Wie sind die langfristigen Erfolgsaussichten einer Herzrhythmus stabilisierenden Behandlung?

    Vorhofflimmern kehrt nach anfangs erfolgreicher Kardioversion bei vielen Menschen zurück: in Studien bei bis zu 80 von 100 Menschen innerhalb eines Jahres. Die Erfolgsrate lässt sich durch die längerfristige Einnahme von antiarrhythmischen Medikamenten etwas verbessern. Aber nur selten gelingt es, den Herzrhythmus dauerhaft im Sinusrhythmus zu halten.

    Antiarrhythmische Medikamente können bei längerfristiger Einnahme eine Reihe von Nebenwirkungen haben. So lösen sie bei bis zu 5 von 100 Menschen selbst Herzrhythmusstörungen aus, die manchmal lebensbedrohlich sein können. Andere mögliche Nebenwirkungen sind Sehstörungen, eine lichtempfindliche Haut sowie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Sie verschwinden, wenn man die Medikamente wieder absetzt.

    Welche Behandlungsstrategie wählen?

    Die Entscheidung für oder gegen eine Herzrhythmus stabilisierende Behandlung ist letztlich eine persönliche. Sie hängt davon ab, wie man die Vor- und Nachteile für sich selbst abwägt. Viele medizinische Fachgesellschaften empfehlen sie nur dann, wenn sich die Beschwerden anders nicht ausreichend lindern lassen.

    Welche Behandlungsstrategie sinnvoll ist, lässt sich am besten gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen. Die Entscheidung für eine Herzfrequenz kontrollierende oder Herzrhythmus stabilisierende Behandlung ist dabei nicht „endgültig“: Im Laufe der Zeit können andere Gründe hinzukommen, die Behandlungsstrategie zu wechseln.

    Quellen

    Caldeira D, David C, Sampaio C. Rate versus rhythm control in atrial fibrillation and clinical outcomes: updated systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Arch Cardiovasc Dis 2012; 105(4): 226-238.

    Kirchhof P, Benussi S, Kotecha D, Ahlsson A, Atar D, Casadei B et al. 2016 ESC Guidelines for the management of atrial fibrillation developed in collaboration with EACTS. Eur J Cardiothorac Surg 2016; 50(5): e1-e88.

    Klein HH, Trappe HJ. Cardioversion in non-valvular atrial fibrillation. Dtsch Arztebl Int 2015; 112(50): 856-862.

    Lafuente-Lafuente C, Valembois L, Bergmann JF, Belmin J. Antiarrhythmics for maintaining sinus rhythm after cardioversion of atrial fibrillation. Cochrane Database Syst Rev 2015; (3): CD005049.

    National Institute for Health and Care Excellence (NICE). Atrial Fibrillation: the management of atrial fibrillation. 06.2014. (National Clinical Guidelines).

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Wie lässt sich der Herzrhythmus normalisieren?

    Bei Vorhofflimmern kann der normale Herzrhythmus durch Medikamente oder schwache Stromstöße wiederhergestellt werden. Diese Behandlungen werden Kardioversion genannt. Gelingt es danach nicht, den normalen Herzrhythmus mit Medikamenten zu stabilisieren, kann eine Herzkatheter-Behandlung (Katheterablation) infrage kommen.

    Beim Vorhofflimmern sind die Signale, die dem Herzschlag den Takt vorgeben, teilweise gestört. Das Herz schlägt dann meist schnell und unregelmäßig, was zu Beschwerden wie Herzklopfen, Kurzatmigkeit und Erschöpfung führen kann.

    Eine Behandlung mit Medikamenten (medikamentöse Kardioversion) oder kontrollierten Stromstößen (elektrische Kardioversion) kann den normalen Herzrhythmus oft wiederherstellen. Um Rückfällen vorzubeugen, werden danach in der Regel Medikamente eingesetzt, die den normalen Herzrhythmus (Sinusrhythmus) stabilisieren sollen. Auch wenn es gelingt, den Sinusrhythmus wiederherzustellen, muss der Puls manchmal zusätzlich mit Medikamenten gesenkt werden.

    Bei Vorhofflimmern kann der normale Herzrhythmus durch Medikamente oder schwache Stromstöße wiederhergestellt werden. Diese Behandlungen werden Kardioversion genannt. Gelingt es danach nicht, den normalen Herzrhythmus mit Medikamenten zu stabilisieren, kann eine Herzkatheter-Behandlung (Katheterablation) infrage kommen.

    Beim Vorhofflimmern sind die Signale, die dem Herzschlag den Takt vorgeben, teilweise gestört. Das Herz schlägt dann meist schnell und unregelmäßig, was zu Beschwerden wie Herzklopfen, Kurzatmigkeit und Erschöpfung führen kann.

    Eine Behandlung mit Medikamenten (medikamentöse Kardioversion) oder kontrollierten Stromstößen (elektrische Kardioversion) kann den normalen Herzrhythmus oft wiederherstellen. Um Rückfällen vorzubeugen, werden danach in der Regel Medikamente eingesetzt, die den normalen Herzrhythmus (Sinusrhythmus) stabilisieren sollen. Auch wenn es gelingt, den Sinusrhythmus wiederherzustellen, muss der Puls manchmal zusätzlich mit Medikamenten gesenkt werden.

    Wie kann der Sinusrhythmus wiederhergestellt werden?

    Eine Normalisierung des Herzrhythmus kann zunächst mit Medikamenten versucht werden – vor allem, wenn das Vorhofflimmern zum ersten Mal aufgetreten ist. Dazu werden Wirkstoffe aus der Gruppe der Antiarrhythmika eingesetzt (Medikamente zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen). Sie werden entweder direkt in eine Vene gespritzt oder als Tablette eingenommen.

    Der Erfolg einer medikamentösen Kardioversion hängt von mehreren Faktoren ab, wie möglichen Begleiterkrankungen und der Dauer des Vorhofflimmerns. Im Durchschnitt gelingt sie bei etwa 50 bis 70 von 100 Menschen.

    Mögliche Nebenwirkungen sind ein zu niedriger Blutdruck und ein zu langsamer Herzschlag, was sich zum Beispiel durch vorübergehenden Schwindel äußern kann.

    Elektrische Kardioversion

    Meist wird der Sinusrhythmus durch eine elektrische Kardioversion wiederhergestellt. Dabei werden Elektroden auf den Oberkörper geklebt, die einen leichten Stromstoß abgeben und dadurch den Herzrhythmus normalisieren. Dies geschieht unter einer kurzen Narkose von einigen Minuten. Eine elektrische Kardioversion gelingt bei etwa 90 von 100 Menschen und ist oft auch erfolgreich, wenn das Vorhofflimmern bereits länger anhält. Zu den Risiken gehören Komplikationen der Narkose und leichte Hautverbrennungen. Außerdem kann sich ein im Vorhof befindliches Blutgerinnsel lösen.

    Wie kann man Komplikationen einer Kardioversion vorbeugen?

    Das größte Risiko einer Kardioversion ist, dass sich ein schon bestehendes Blutgerinnsel im Herzen löst und einen Schlaganfall verursacht. Deshalb prüft man vor einer Behandlung durch eine spezielle Ultraschalluntersuchung des Herzens, ob sich im Herzen ein Blutgerinnsel befindet. Dazu wird eine dünne Ultraschallsonde in die Speiseröhre geführt und hinter dem Herzen platziert (Schluckecho). Wenn ein Gerinnsel nicht sicher ausgeschlossen werden konnte oder kein Schluckecho durchgeführt wurde, werden vor einer Kardioversion über mindestens drei Wochen Antikoagulanzien eingenommen, um vielleicht vorhandene Blutgerinnsel aufzulösen.

    Ganz vermeiden lassen sich die Risiken einer Kardioversion aber nicht: Schätzungen aus Studien zeigen, dass etwa einer von 100 Menschen trotz aller Vorkehrungen einen Schlaganfall bekommt.

    Auch in den vier Wochen nach der Kardioversion wird eine Behandlung mit Antikoagulanzien empfohlen – sofern man diese nicht ohnehin einnimmt.

    Was ist eine Katheterablation und wann kommt sie infrage?

    Bei einer Katheterablation wird über eine Leistenvene eine dünne Sonde in den linken Herzvorhof geschoben. Dazu muss die Herzscheidewand mit der Sonde durchstochen werden. Die Sondenspitze kann dann mit hochfrequentem Strom erhitzt werden, um verschiedene Stellen an der Herzinnenwand zu veröden, die für das Vorhofflimmern verantwortlich sein können. Diese Behandlungsmethode wird als Radiofrequenzablation (RFA) bezeichnet. Statt Strom kann auch Kälte eingesetzt werden, um die Stellen zu vereisen. Dieses Verfahren wird Kryoablation genannt.

    Eine Katheterablation kommt normalerweise nur infrage, wenn trotz einer Behandlung mit Medikamenten störende Beschwerden bestehen. Die Katheterablation hat verschiedene Risiken: Während der Behandlung können Strukturen am Herzen, an der Lunge oder Speiseröhre verletzt werden. Solche Komplikationen sind selten, können aber lebensbedrohlich sein und eine Notfallbehandlung erfordern. Die häufigste Folge ist ein Bluterguss im Bereich der Einstichstelle in der Leiste.

    In Studien konnte eine Katheterablation den Sinusrhythmus oft stabilisieren, wenn eine vorangegangene medikamentöse Behandlung nicht erfolgreich war. Sie bietet aber keine Garantie dafür, dass der Herzrhythmus normal bleibt: In Studien benötigten etwa 25 von 100 Patientinnen und Patienten nach einiger Zeit eine zweite Ablationsbehandlung, weil das Vorhofflimmern zurückkehrte.

    Außerdem sind viele Fragen zu dieser Behandlung noch ungeklärt: Insbesondere ist noch unklar, ob eine Katheterablation das Risiko für Schlaganfälle oder Herzschwäche verringert. Wie gut sie Beschwerden eines Vorhofflimmerns lindert, ist bisher ebenfalls nicht ausreichend untersucht. Manche Menschen haben trotz Sinusrhythmus weiterhin Symptome. Dann kommen manchmal zusätzlich Antiarrhythmika infrage.

    Quellen

    Kirchhof P, Benussi S, Kotecha D, Ahlsson A, Atar D, Casadei B et al. 2016 ESC Guidelines for the management of atrial fibrillation developed in collaboration with EACTS. Eur J Cardiothorac Surg 2016; 50(5): e1-e88.

    Klein HH, Trappe HJ. Cardioversion in non-valvular atrial fibrillation. Dtsch Arztebl Int 2015; 112(50): 856-862.

    National Institute for Health and Care Excellence (NICE). Atrial Fibrillation: the management of atrial fibrillation. 06.2014. (National Clinical Guidelines).

    Nyong J, Amit G, Adler AJ, Owolabi OO, Perel P, Prieto-Merino D et al. Efficacy and safety of ablation for people with non-paroxysmal atrial fibrillation. Cochrane Database Syst Rev 2016; (11): CD012088.

    Skelly A, Hashimoto R, Al-Khatib S, Sanders-Schmidler G, Fu R, Brodt E et al. Catheter ablation for treatment of atrial fibrillation. 20.04.2015. (AHRQ Technology Assessments).

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Vorbeugung von Schlaganfällen

    Vorhofflimmern erhöht das Schlaganfall-Risiko. Dieses Risiko lässt sich durch Medikamente jedoch deutlich senken. Dies ist vor allem sinnvoll, wenn weitere Risikofaktoren für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung bestehen.

    Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung und normalerweise nicht unmittelbar bedrohlich. Langfristig erhöht es aber das Risiko für Schlaganfälle. Dieses Risiko lässt sich durch Tabletten, die die Blutgerinnung hemmen (orale Antikoagulanzien) deutlich senken. Um gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt eine passende Therapieentscheidung treffen zu können, ist es zunächst sinnvoll, das persönliche Risiko für einen Schlaganfall abzuschätzen. Denn nicht immer ist eine Medikamentenbehandlung nötig.

    Vorhofflimmern erhöht das Schlaganfall-Risiko. Dieses Risiko lässt sich durch Medikamente jedoch deutlich senken. Dies ist vor allem sinnvoll, wenn weitere Risikofaktoren für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung bestehen.

    Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung und normalerweise nicht unmittelbar bedrohlich. Langfristig erhöht es aber das Risiko für Schlaganfälle. Dieses Risiko lässt sich durch Tabletten, die die Blutgerinnung hemmen (orale Antikoagulanzien) deutlich senken. Um gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt eine passende Therapieentscheidung treffen zu können, ist es zunächst sinnvoll, das persönliche Risiko für einen Schlaganfall abzuschätzen. Denn nicht immer ist eine Medikamentenbehandlung nötig.

    Wie hoch ist mein Schlaganfall-Risiko und wie kann ich es senken?

    Das Risiko für einen Schlaganfall ist nicht bei allen Menschen mit Vorhofflimmern gleich hoch: Es hängt davon ab, welche anderen Risikofaktoren bestehen. Das individuelle Schlaganfall-Risiko lässt sich durch die Berechnung des sogenannten CHA2DS2-VASc-Scores abschätzen. Dieser Wert gibt Auskunft über die Wahrscheinlichkeit, innerhalb eines Jahres einen Schlaganfall zu bekommen. Er wird ermittelt, indem Punkte für unterschiedliche Risikofaktoren zusammengezählt werden, und zwar:  

    Risikofaktor Punkte
    Alter zwischen 65 und 74 Jahre 1
    Alter ab 75 Jahre 2
    Schlaganfall in der Vergangenheit 2
    Diabetes mellitus 1
    Bluthochdruck 1
    ausgeprägte Herzschwäche 1
    weibliches Geschlecht 1
    Gefäßverengung aufgrund von Arteriosklerose, zum Beispiel koronare Herzkrankheit oder pAVK 1

    Je nachdem, wie viele Risikofaktoren eine Person hat, ergibt sich durch Addieren der Punkte ein Wert zwischen 0 und 9. Dabei steht die Null für „keine weiteren Risikofaktoren“, die Neun für „alle Risikofaktoren“. Ein CHA2DS2-VASc-Score von 3 ergibt sich zum Beispiel, wenn jemand einen Bluthochdruck hat und über 75 Jahre alt ist. Der Risikofaktor „weibliches Geschlecht“ zählt nur dann als Punkt, wenn eine Frau mindestens einen weiteren Risikofaktor hat.

    Die folgende Tabelle zeigt, wie hoch das Schlaganfall-Risiko für die verschiedenen Werte ohne und mit medikamentöser Behandlung ist. In großen Studien wurde gezeigt, dass Antikoagulanzien sehr wirksam vor Schlaganfällen schützen und die Lebenserwartung verlängern können.

    Ein Gesamtwert von 3 bedeutet zum Beispiel, dass 37 von 1000 Menschen mit diesem Risiko innerhalb von einem Jahr einen Schlaganfall bekommen. Wenn 1000 Menschen mit diesem Risiko Antikoagulanzien nehmen, bekommen nur 13 von ihnen einen Schlaganfall. Die rechte Spalte der Tabelle gibt an, wie viele Menschen die Behandlung vor einem Schlaganfall bewahrt (24 von 1000). 

    Tabelle: Schlaganfall-Risiko ohne und mit Behandlung für einen Zeitraum von einem Jahr
    Persönliches Schlaganfall-Risiko (CHA2DS2-VASc-Scores) Anzahl der Schlaganfälle ohne Antikoagulanzien Anzahl der Schlaganfälle mit Antikoagulanzien Anzahl der vermiedenen Schlaganfälle
    0 2 von 1000 1 von 1000 1 von 1000
    1 6 von 1000 2 von 1000 4 von 1000
    2 25 von 1000 9 von 1000 16 von 1000
    3 37 von 1000 13 von 1000 24 von 1000
    4 55 von 1000 19 von 1000 36 von 1000
    5 84 von 1000 29 von 1000 55 von 1000
    6 114 von 1000 39 von 1000 75 von 1000

    Die Zahlen in der Tabelle gelten nur für einen Zeitraum von einem Jahr. Vorhofflimmern ist aber eine chronische Erkrankung, die über einen deutlich längeren Zeitraum behandelt wird. Werden die Medikamente länger genommen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie vor einem Schlaganfall schützen.

    Wie oft kommt es zu Nebenwirkungen?

    Die häufigste Nebenwirkung von Antikoagulanzien sind Blutungen. Kleinere Blutungen wie Nasen- oder Zahnfleischbluten stellen normalerweise kein Problem dar. Größere Blutungen, zum Beispiel im Magen-Darm-Trakt, können jedoch eine Bluttransfusion oder eine Krankenhausbehandlung nötig machen.

    Das Blutungsrisiko kann mit dem sogenannten HAS-BLED-Score bestimmt werden. Es hängt davon ab, ob außer der Medikamenteneinnahme noch andere Risikofaktoren für Blutungen bestehen. Dazu gehören:

    • nicht oder nicht ausreichend behandelter Bluthochdruck
    • eingeschränkte Leberfunktion
    • eingeschränkte Nierenfunktion
    • Schlaganfall in der Vergangenheit
    • Blutung in der Vergangenheit
    • ein schlecht eingestellter Gerinnungswert
    • Alter über 65 Jahre
    • Einnahme von entzündungshemmenden Schmerzmitteln wie zum Beispiel Acetylsalicylsäure (ASS), Diclofenac, Ibuprofen oder Naproxen
    • hoher Alkoholkonsum

    Das Blutungsrisiko steigt mit der Anzahl der Risikofaktoren. Manche von ihnen lassen sich vermeiden – zum Beispiel, indem man einen Bluthochdruck ausreichend behandelt und nur wenig Alkohol trinkt.

    Wie hoch die Wahrscheinlichkeit für eine starke Blutung ist, zeigt die folgende Tabelle. Mit starker Blutung ist zum Beispiel gemeint, dass eine Bluttransfusion oder eine Krankenhausbehandlung erforderlich wird.

    Die Tabelle liest sich so: Ohne Behandlung kommt es bei 9 von 1000 Menschen mit Vorhofflimmern und drei Risikofaktoren für eine Blutung innerhalb eines Jahres zu einer schweren Blutung – mit Behandlung aber bei 24. Die rechte Spalte gibt an, wie viele Blutungen auf die Medikamente zurückzuführen sind (15 von 1000). 

    Tabelle: Blutungsrisiko ohne und mit Behandlung für einen Zeitraum von einem Jahr
    Anzahl der Risikofaktoren Anzahl der schweren Blutungen ohne Antikoagulanzien Anzahl der schweren Blutungen mit Antikoagulanzien Anzahl der zusätzlichen schweren Blutungen
    1 3 von 1000 7 von 1000 4 von 1000
    2 7 von 1000 19 von 1000 12 von 1000
    3 9 von 1000 24 von 1000 15 von 1000
    4 13 von 1000 34 von 1000 21 von 1000
    5 22 von 1000 60 von 1000 38 von 1000

    Die schwerwiegendste Nebenwirkung von Antikoagulanzien ist eine Hirnblutung. Das Risiko hierfür ist aber gering. Es ist deutlich wahrscheinlicher, durch Antikoagulanzien vor einem Schlaganfall durch ein Blutgerinnsel bewahrt zu werden.

    Für alle Antikoagulanzien gilt: Wer sie nimmt, sollte seine Ärztinnen und Ärzte darüber informieren. Dies ist vor allem wichtig, wenn eine Operation oder ein anderer Eingriff bevorsteht, der zu einer Blutung führen kann wie zum Beispiel das Ziehen eines Zahns oder eine Darmspiegelung.

    Welche Antikoagulanzien gibt es und wie unterscheiden sie sich?

    Es werden zwei Gruppen von Antikoagulanzien unterschieden: Vitamin-K-Antagonisten und direkte orale Antikoagulanzien (DOAKs). Letztere werden mitunter auch „neue orale Antikoagulanzien“ (NOAKs) genannt.

    Früher wurde manchmal auch Acetylsalicylsäure (ASS) verwendet, um Schlaganfällen vorzubeugen. Da sie bei Vorhofflimmern nicht ausreichend wirkt, kommt ASS heute nur noch bei anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen zum Einsatz, zum Beispiel zur Behandlung einer koronaren Herzkrankheit.

    Vitamin-K-Antagonisten

    Vitamin-K-Antagonisten (auch Cumarine genannt) werden seit vielen Jahrzehnten zur Vorbeugung von Schlaganfällen angewendet. Der in Deutschland am häufigsten eingesetzte Wirkstoff aus dieser Gruppe ist Phenprocoumon – vielen Menschen als Medikament mit dem Handelsnamen Marcumar bekannt. Seine Wirkung tritt drei bis sieben Tage nach Beginn der Einnahme vollständig ein. Phenprocoumon ist unter anderem auch als Phenprogamma und Falithrom im Handel.

    Wer Vitamin-K-Antagonisten nimmt, muss regelmäßig die Gerinnungsfähigkeit des Blutes kontrollieren und gegebenenfalls die Medikamentendosis anpassen. Die gerinnungshemmende Wirkung muss ausreichen, um die Bildung von Blutgerinnseln zu verhindern. Sie darf aber auch nicht zu stark sein, da sonst leicht Blutungen auftreten können. Zunächst wird die Gerinnungsfähigkeit des Blutes wöchentlich gemessen. Wenn die Werte über einen längeren Zeitraum im angestrebten Bereich liegen, werden sie nur noch alle paar Wochen kontrolliert.

    Es ist nicht unbedingt nötig, die Blutwerte jedes Mal in der Arztpraxis kontrollieren zu lassen. In einer Schulung kann man lernen, wie man zu Hause selbst den Gerinnungswert messen und die Medikamentendosis anpassen kann. Eine ärztliche Kontrolle ist dann nur noch alle paar Monate nötig. Aus Studien weiß man, dass Menschen, die ihre Werte selbst kontrollieren, oft gut damit zurechtkommen und sogar besser eingestellt sind als wenn sie sie in der Arztpraxis prüfen lassen.

    Direkte orale Antikoagulanzien (DOAKs)

    In den letzten Jahren wurden vier weitere Antikoagulanzien zur Vorbeugung von Schlaganfällen bei Menschen mit Vorhofflimmern zugelassen: Apixaban, Dabigatran, Edoxaban und Rivaroxaban.

    Ihre Wirkung tritt schon nach einigen Stunden ein. Nach Absetzen der Medikamente normalisiert sich die Blutgerinnung nach ein bis vier Tagen. Der Gerinnungswert wird bei der Anwendung direkter oraler Antikoagulanzien nicht kontrolliert. Manche Menschen betrachten dies als Vorteil, andere als Nachteil: Denn durch die regelmäßige Kontrolle der Gerinnungshemmung bei Vitamin-K-Antagonisten lässt sich bei schlechten Werten gegensteuern.

    Bei DOAKs ist es nicht ohne Weiteres möglich, die Gerinnungsfähigkeit des Blutes zu testen, da die üblichen Tests bei diesen Medikamenten nicht funktionieren.

    Vergleich von Vitamin-K-Antagonisten und direkten Antikoagulanzien

    Einzelne Studien haben die Wirkung der direkten Antikoagulanzien mit Vitamin-K-Antagonisten verglichen. Sie geben Hinweise darauf, dass direkte Antikoagulanzien etwas wirksamer sein könnten und etwas seltener zu Blutungen führen als Vitamin-K-Antagonisten. Viele medizinische Fachgesellschaften betrachten die Medikamente aber als gleichwertige Alternativen. Bei der Entscheidung für einen bestimmten Wirkstoff sind andere Aspekte ausschlaggebend, wie zum Beispiel mögliche Gegenanzeigen, persönliche Sicht und der Gesundheitszustand – zum Beispiel die Nierenfunktion oder das Risiko für Magen-Darm-Blutungen.

    Für Menschen, die Vitamin-K-Antagonisten nehmen und gut eingestellt sind, gibt es keinen medizinischen Grund, auf ein DOAK zu wechseln. Entscheidend ist, dass man mit einem Mittel gut zurechtkommt und es täglich nimmt.

    Es gibt noch keine Studien, die direkte orale Antikoagulanzien miteinander verglichen haben. Welches Mittel aus dieser Gruppe am besten wirkt, lässt sich daher nicht sicher beurteilen. Erste Schätzungen deuten an, dass Apixaban etwas besser wirken könnte als andere orale Antikoagulanzien.

    Wann wird eine Behandlung mit Antikoagulanzien empfohlen?

    Ob eine medikamentöse Behandlung sinnvoll ist, hängt vom persönlichen Risiko für einen Schlaganfall und Blutungen ab und davon, wie man die Vor- und Nachteile einer Behandlung für sich abwägt. Seit wann das Vorhofflimmern besteht, spielt dabei in der Regel keine Rolle. Hilfreich ist, zusammen mit der Ärztin oder dem Arzt zunächst das persönliche Risiko für Schlaganfälle und Blutungen zu ermitteln, die Risiken gegeneinander abzuwägen und dann eine gemeinsame Entscheidung zu treffen.

    Die Entscheidung für oder gegen eine Behandlung ist nicht endgültig. Wenn zum Beispiel mit der Zeit andere Risikofaktoren hinzukommen, ist es sinnvoll, die Vor- und Nachteile einer Behandlung erneut abzuwägen. Fachgesellschaften empfehlen, das Schlaganfall-Risiko einmal im Jahr neu zu bewerten und die Behandlung bei Bedarf anzupassen.

    Quellen

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    Sterne JA, Bodalia PN, Bryden PA, Davies PA, Lopez-Lopez JA, Okoli GN et al. Oral anticoagulants for primary prevention, treatment and secondary prevention of venous thromboembolic disease, and for prevention of stroke in atrial fibrillation: systematic review, network meta-analysis and cost-effectiveness analysis. Health Technol Assess 2017; 21(9): 1-386.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
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    Vorhofflimmern - Erfahrungsbericht - Edith

    „Zuerst wusste ich gar nicht, was eigentlich los war und hatte Angst, dass ich einen Herzinfarkt habe. Ich spürte einen sehr starken Druck und große Enge im Brustkorb.“

    Edith, 71 Jahre

    „Zuerst wusste ich gar nicht, was eigentlich los war und hatte Angst, dass ich einen Herzinfarkt habe. Ich spürte einen sehr starken Druck und große Enge im Brustkorb.“

    Vor etwa vier Jahren hatte ich das erste Mal Vorhofflimmern. Zuerst wusste ich gar nicht, was eigentlich los war und hatte Angst, dass ich einen Herzinfarkt habe. Ich spürte einen sehr starken Druck und große Enge im Brustkorb. Ich bin dann mit meinem Mann in das Krankenhaus gefahren. Dort haben sie mir gesagt, dass ich Vorhofflimmern habe. Ich hatte überhaupt keine Vorstellung, was das ist.

    Die Ärzte haben mir im Krankenhaus erst einmal etwas zur Beruhigung gegeben. Am nächsten Morgen ging das Vorhofflimmern wieder von alleine weg.

    Die Ursachen für das Vorhofflimmern sind bei mir nicht klar. Ich habe Bluthochdruck. Dagegen nehme ich jetzt jeden Tag einen Betablocker.

    Ich habe gelernt, damit umzugehen

    Das Vorhofflimmern trat immer wieder und in immer kürzeren Abständen auf, vor allem in der Nacht oder spät am Abend. Bis ich es alle zwei, drei Wochen hatte. Am Anfang empfand ich das als sehr bedrohlich. Ich hatte viele Ängste.

    Mit der Zeit habe ich gelernt, damit umzugehen. Ich habe auch schon sehr früh gespürt, wenn es wieder losging: Das Herz fing an zu rasen. Dann habe ich mein Medikament eingenommen und meistens war es nach ein bis zwei Stunden wieder weg. Wenn ich keine Medikamente genommen habe, konnte es auch schon mal eine ganze Nacht dauern. Die Angst wurde dann irgendwann weniger, da ich ja wusste, dass es Vorhofflimmern ist und nicht etwa ein Herzinfarkt.

    Manchmal haben die Ärzte im Krankenhaus das Flimmern auch mit elektrischen Impulsen behandelt. Das wurde immer unter Vollnarkose gemacht. Ich hatte das erste Mal sehr viel Angst davor. Aber es war ganz schnell vorbei und ich bin auch schnell wieder aufgewacht. Von der Behandlung habe ich nichts gemerkt.

    Die Erschöpfung danach hat mich sehr belastet

    Ich habe in dieser Zeit mit vielen Freunden und Bekannten gesprochen. Einer hat mir erzählt, dass er nach einer Operation keine Beschwerden mehr hatte. Bei ihm war eine Ablation gemacht worden. Das fand ich sehr interessant, weil das häufige Vorhofflimmern schon sehr belastend für mich war.

    Die ersten ein, zwei Tage nach einem Vorhofflimmern war ich immer total platt und körperlich erschöpft. Das war damals für mich eigentlich das Schlimmste. Mit dem Vorhofflimmern konnte ich irgendwann umgehen, aber diese Mattheit am nächsten und übernächsten Tag belastete mich sehr. Es war so, als hätte ich keine Kraft mehr.

    Ich habe mich operieren lassen und bin sehr zufrieden

    Im letzten Jahr habe ich mich dann operieren lassen. Bei mir wurde bei der Operation jedoch eine Vene verletzt und ich musste länger im Krankenhaus bleiben als geplant. Ich war dadurch körperlich angeschlagen und habe recht lange gebraucht, um mich zu erholen. Ich habe mich sehr schwach gefühlt, kam die Treppen kaum hoch und konnte nichts Schweres heben, da fehlte mir gleich die Luft. Das geht jetzt wieder besser. Wenn ich hohe Treppen steigen muss, dann muss ich immer noch schwer atmen, aber vielleicht ist das jetzt auch das Alter. Sonst geht es mir wirklich gut. Ich hatte seit der Operation kein Vorhofflimmern mehr. Ich bin sehr zufrieden mit der Operation. Aber jeder Körper ist anders und nicht bei jedem gelingt es so gut. Deswegen finde ich es schwierig, jemandem dazu zu raten.

    Ich mache drei bis vier Mal die Woche Wassergymnastik, ich arbeite im Garten und betreue die Enkelkinder. Ich bin jeden Tag dankbar und glücklich mit meinem Leben.

     

    Danksagung

    Erfahrungsberichte fassen Interviews mit Betroffenen zusammen. Alle Gesprächspartnerinnen und -partner haben der Veröffentlichung zugestimmt. Ihnen gilt unser herzlicher Dank.

    Die Berichte geben einen Einblick in den persönlichen Umgang und das Leben mit einer Erkrankung. Die Aussagen stellen keine Empfehlung des IQWiG dar.

    Hinweis: Um die Anonymität der Interviewten zu wahren, ändern wir ihre Vornamen. Die Fotos zeigen unbeteiligte Personen.

    Vorhofflimmern - Erfahrungsbericht - Heike

    „Es hat sich angefühlt, als wenn eine Horde Pferde in meinem Körper rennt und trampelt. Es war nicht schmerzhaft, aber ich war total unruhig.“

    Heike, 54 Jahre

    „Es hat sich angefühlt, als wenn eine Horde Pferde in meinem Körper rennt und trampelt. Es war nicht schmerzhaft, aber ich war total unruhig.“

    Anfang 2004 hatte ich zum ersten Mal Vorhofflimmern. Ich bin von der Arbeit nach Hause gekommen und mir ging es irgendwie nicht gut. Ich habe mich hingelegt und plötzlich begann mein Herz zu rappeln und zu rattern. Ich habe gedacht: Was ist jetzt los? Dann dachte ich, dass es bestimmt gleich wieder vorbei ist, aber es ging nicht vorbei.

    Ich habe damals meine Mutter gepflegt und die Schwester vom ambulanten Pflegedienst, die auch an diesem Tag vorbei kam, meinte, ich sollte doch zum Arzt gehen. Der Arzt hat dann ein EKG gemacht und mir gesagt, dass ich Vorhofflimmern hätte.

    Er hat mir Medikamente gegeben und mich mit dem Hinweis nach Hause geschickt, wenn das Flimmern am nächsten Tage nicht weg wäre, sollte ich wiederkommen. Aber nach etwa zwölf Stunden ging es von allein weg.

    Das Herz flimmerte immer öfter

    Danach ging es eine Weile gut. Irgendwann hatte ich es wieder. Es dauert bei mir immer etwa zwölf Stunden. Dann hatte ich zwei, drei Jahre lang jedes halbe Jahr, danach alle Vierteljahre Vorhofflimmern. Oft trat es im Urlaub, nach dem Schwimmen oder Bergwandern auf oder auch nach dem Trinken von Rotwein. Später bin ich an einem gutartigen Tumor erkrankt. Ich weiß nicht, ob es vielleicht mit dem Stress damals zusammenhing, in dieser Zeit hatte ich manchmal alle zehn Tage Vorhofflimmern.

    Wenn ich Vorhofflimmern hatte, habe ich mich anfangs immer ins Bett gelegt. Ich konnte nicht aufstehen. Mit der Zeit habe ich mich daran gewöhnt und sogar trotz Vorhofflimmern weiter gearbeitet. Es hat sich angefühlt, als wenn eine Horde Pferde in meinem Körper rennt und trampelt. Es war nicht schmerzhaft, aber ich war total unruhig. Ich konnte auch nicht schlafen. Ich wollte aber keine Beruhigungsmittel einnehmen.

    Das Flimmern blieb meistens so zwölf Stunden und war dann plötzlich weg. Manchmal habe ich versucht, das Herz durch Bewegung dazu zu bringen, wieder in den normalen Rhythmus zu fallen, oder ich habe mich abgelenkt oder auch Atemübungen gemacht. Manchmal war dann das Flimmern weg, aber auch nicht immer.

    Die Angst belastete mich sehr

    Ich war psychisch ganz schön am Ende. Das häufige Vorhofflimmern hat mich total angestrengt. Ich musste während des Vorhofflimmerns auch ständig auf Toilette. Ich konnte allgemein nicht mehr gut schlafen und hatte Angst vor den nächsten Episoden. Zusätzlich hat mich die Unsicherheit der Ärzte, die oft nicht wussten, ob sie mich stationär aufnehmen sollten oder ob es wieder von allein weggeht, belastet. Das war alles nicht gut für mich. Andere halten es psychisch gut aus, bleiben gelassen und können ihr Herz einfach flimmern lassen. Ich kann das nicht so gut.

    Ich habe bei jedem Flimmern überlegt, was es ausgelöst hatte. Ich habe dann viele Dinge gemieden, von denen ich dachte, dass sie ein Flimmern auslösen können. Ich habe meinen Alltag darauf eingestellt. Mein Puls war lange Zeit quasi das Zentrum meines Lebens. Ich bin da wirklich sehr extrem und das muss wieder anders werden. Ich arbeite daran.

    Ich war etwa vier Mal im Krankenhaus. Manchmal sprang das Herz von alleine wieder um, einmal wurde eine Kardioversion mit elektrischen Impulsen gemacht. Davon habe ich aber nichts mitbekommen, weil das unter Narkose passierte.

    Ich habe auch längere Zeit einen Betablocker genommen. Eine Zeit lang musste ich zu Hause den Blutdruck messen. Das war kein Problem für mich.

    Ich habe mich zu einer Operation entschlossen

    Im Jahr 2008 habe ich mich dann zu einer Ablation durch einen Herzkatheter-Eingriff entschlossen. Die Operation verlief sehr gut und ich hatte seitdem kein Vorhofflimmern mehr. Nach der Ablation habe ich einige Zeit gerinnungshemmende Medikamente eingenommen, die ich gut vertragen habe. Die Gerinnungswerte wurden wöchentlich beim Arzt gemessen. Nachdem eine ganze Weile kein Vorhofflimmern mehr aufgetreten ist, hat der Arzt die gerinnungshemmenden Medikamente abgesetzt.

    Psychisch bin ich aber immer noch sehr angeschlagen. Ich traue mich nicht, in den Bergen zu wandern oder bin ängstlich in Stressituationen. Ich denke, mein Herz muss dann so viel pumpen und kommt vielleicht wieder aus dem Rhythmus. Irgendwie hat mein Selbstbewusstsein darunter ganz schön gelitten. Obwohl ich weiß, dass das Vorhofflimmern nicht zum Tod führt, ist die Angst dennoch da.

    Langsam finde ich in einen normalen Alltag zurück

    Langsam fange ich an, wieder Sport zu treiben und mich körperlich zu belasten. Ich bin zwar immer noch sehr ängstlich und habe Angst vor diesem Herzstolpern, das ich ab und zu habe. Aber ich fange wieder an, Fahrrad zu fahren und zu laufen. Ich trainiere wieder. Mein Ziel ist es auch, wieder schwimmen zu gehen. Dazu muss ich jedoch meinen inneren Schweinehund ganz schön überwinden.

    Ich versuche jetzt, mein Leben relativ normal zu leben. Für mich wäre es schlimm gewesen, wenn die Ablation nicht geklappt hätte. Dann hätte ich es sicher nochmal machen lassen. Ich glaube, für mich wäre von Anfang an psychologische Unterstützung hilfreich gewesen. Aber mein Hausarzt hat mich toll betreut. Ich konnte ihn jederzeit anrufen. Es hat mich schon beruhigt, wenn er am Telefon gesagt hat, dass beim Vorhofflimmern nichts passieren kann. Das hat mir schon gereicht. Aber es ist für mich auch wichtig zu wissen, dass das Vorhofflimmern immer wiederkommen kann.

     

    Danksagung

    Erfahrungsberichte fassen Interviews mit Betroffenen zusammen. Alle Gesprächspartnerinnen und -partner haben der Veröffentlichung zugestimmt. Ihnen gilt unser herzlicher Dank.

    Die Berichte geben einen Einblick in den persönlichen Umgang und das Leben mit einer Erkrankung. Die Aussagen stellen keine Empfehlung des IQWiG dar.

    Hinweis: Um die Anonymität der Interviewten zu wahren, ändern wir ihre Vornamen. Die Fotos zeigen unbeteiligte Personen.

    Vorhofflimmern - Erfahrungsbericht - Hermann

    „Früher hatte ich Angst, dass mein Herz einfach stehen bleibt und war regelrecht panisch. Heute bin ich viel ruhiger und gelassener, wenn meine Vorhöfe flimmern. Ich weiß ja, dass es nicht lebensbedrohlich ist.“

    Hermann, 71 Jahre

    „Früher hatte ich Angst, dass mein Herz einfach stehen bleibt und war regelrecht panisch. Heute bin ich viel ruhiger und gelassener, wenn meine Vorhöfe flimmern. Ich weiß ja, dass es nicht lebensbedrohlich ist.“

    Vor etwa 20 Jahren hatte ich zum ersten Mal Vorhofflimmern. Das war im Urlaub, beim Schwimmen. Ich dachte, ich gehe unter. Ich bekam Panik und Angst, es nicht mehr aus dem Wasser zu schaffen. Dann hat sich das Herz aber wieder beruhigt.

    Zu Hause bin ich zum Arzt gegangen. Er hat ein Ruhe-EKG gemacht und später noch ein Belastungs-EKG veranlasst. Damit konnte aber nicht die Ursache für mein Herzrasen im Urlaub gefunden werden. Dann wurde noch ein Langzeit-EKG gemacht. Auch das war unauffällig.

    Aber ich hatte immer wieder in unregelmäßigen Abständen diese Beschwerden und eigentlich wurde es von Mal zu Mal schlimmer. Irgendwann war es so stark, dass meine Frau und ich den Notarzt gerufen haben. Er meinte, dass ich ein Vorhofflimmern hätte und dass das nicht so schlimm wäre. Nach etwa drei Tagen sprang das Herz dann wieder in den normalen Rhythmus um. Das konnte ich sogar spüren.

    Ich habe es als lebensbedrohlich erlebt

    Ich war damals verängstigt und habe die Zustände als lebensbedrohlich erlebt, so dass wir öfter ins Krankenhaus gefahren sind. Einmal war es so heftig, dass ich aus der Krankenhaus-Notaufnahme auf die Intensivstation verlegt wurde. Dort wollten sie mir elektrische Impulse geben, um den Rhythmus wieder herzustellen. Das fand ich aber bedenklich und habe erst mal mit meinem Hausarzt telefoniert, was er davon hält und welche Risiken damit verbunden sind. Er meinte, dass man das machen kann. Ich habe dann eine Narkosespritze bekommen und von der Behandlung gar nichts mitbekommen. Mein Herz schlug danach wieder im normalen Rhythmus. Aber nicht allzu lange. Etwa vier Wochen nach der Kardioversion fing es wieder an zu flimmern.

    Mein Hausarzt hat mich medikamentös eingestellt

    Mein Hausarzt hat mir verschiedene Medikamente verschrieben: Um einem Schlaganfall oder Herzinfarkt vorzubeugen, nehme ich Aspirin als gerinnungshemmendes Medikament ein. Ich nehme im Gegensatz zu vielen anderen kein Marcumar. Zusätzlich nehme ich etwas gegen den Bluthochdruck, den ich schon seit etwa 35 Jahren habe. Dann nehme ich noch ein weiteres Medikament gegen die erhöhten Cholesterinwerte zur Herzinfarktvorbeugung. Ab und an merke ich meinen Magen, dann nehme ich aber einen Säureblocker dagegen und dann geht das wieder. Eine Zeit lang habe ich Digitalis eingenommen. Aber irgendwann habe ich mir den Beipackzettel angeschaut und es nach Abwägung von Vorteilen und Nebenwirkungen in Absprache mit meinem Hausarzt wieder abgesetzt.

    Man kann, um Vorhofflimmern zu vermeiden, auch Gewebe im Herzen veröden lassen (Anm .d. R. „Ablation“). Darüber habe ich nachgedacht, aber es nicht machen lassen. Dieser Eingriff ist ja nicht ohne Risiken.

    Das Herz schlägt bis zum Hals

    Bei einem Bekannten von mir wurde das Vorhofflimmern durch Zufall entdeckt. Er hatte es gar nicht gespürt. Ich merke das immer sofort, wenn mein Herz nicht rhythmisch läuft. Bei mir fängt es meistens mitten in der Nacht an. Wenn ich Vorhofflimmern habe, schlägt mir mein Herz gefühlt bis zum Hals. Und ich spüre es auch ganz stark im Brustkorb schlagen. Ich spüre mittlerweile schon sehr gut, ob das Herz normal oder unrhythmisch läuft. Ich fühle auch, wenn das Herz ganz schnell schlägt. Schmerzen habe ich dabei aber nicht. Ich habe den Eindruck, dass ich häufiger zur Toilette muss, wenn mein Herz flimmert. Das finde ich komisch, habe aber gelesen, dass dies öfter vorkommt.

    Mittlerweile habe ich einen Verdacht, was das Vorhofflimmern bei mir auslösen könnte. Meistens bekomme ich es gegen Mitternacht. Ich glaube, dass Rotwein in Kombination mit Kaffee oder Stress ein Flimmern meines Herzens in der folgenden Nacht auslösen könnte. (Anm. d. R. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege, dass Alkohol, Koffein oder Stress Vorhofflimmern auslösen kann.) Seitdem vermeide ich Rotwein und Espresso und versuche, meinen Stress zu reduzieren. Mir persönlich ist es wichtig, regelmäßig Magnesium und Kalium zu nehmen und diese Werte von meinem Arzt kontrollieren zu lassen.

    Ich habe immer meine Tabletten dabei, falls das Vorhofflimmern wieder losgehen sollte. Ich habe mit der Zeit gelernt, damit umzugehen. In der letzten Zeit läuft mein Herz ganz gut.

    Körperliche Bewegung tut mir gut und macht mir keine Angst

    Körperliche Anstrengung tut mir gut. Wenn ich mich bewege, dann geht es mir gut. Aber wenn ich Vorhofflimmern habe, dann belaste ich mich nicht. Ich habe keine Angst, dass ich durch körperliche Aktivität ein Flimmern auslösen könnte. Ich belaste mich ganz normal. Ich gehe auf Berge, arbeite im Garten, hebe schwere Dinge und gehe auf den Fahrradtrainer. Manchmal bin ich am Abend sogar ganz schön platt.

    Für mich war es sehr wichtig, mir Wissen anzueignen: Was passiert eigentlich mit meinem Herzen, wenn es flimmert? Was braucht mein Herz und wie funktioniert es? Mit diesem Wissen konnte ich verstehen, was in meinem Körper beim Flimmern passiert.

    Meine Angst vor dem Vorhofflimmern ist mittlerweile weg. Ich empfinde es nur als unangenehm. Mein erstes Vorhofflimmern war eine einschneidende Erfahrung für mich. Da war ich Anfang 50, ich werde das nie vergessen. Früher hatte ich Angst, dass mein Herz einfach stehen bleibt und war regelrecht panisch. Heute bin ich viel ruhiger und gelassener, wenn mein Herz flimmert. Ich weiß ja, dass es nicht lebensbedrohlich ist.

     

    Danksagung

    Erfahrungsberichte fassen Interviews mit Betroffenen zusammen. Alle Gesprächspartnerinnen und -partner haben der Veröffentlichung zugestimmt. Ihnen gilt unser herzlicher Dank.

    Die Berichte geben einen Einblick in den persönlichen Umgang und das Leben mit einer Erkrankung. Die Aussagen stellen keine Empfehlung des IQWiG dar.

    Hinweis: Um die Anonymität der Interviewten zu wahren, ändern wir ihre Vornamen. Die Fotos zeigen unbeteiligte Personen.