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Vorhautverengung (Phimose)

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    Fast alle neugeborenen Jungen kommen mit einer natürlichen Vorhautverengung (Phimose) auf die Welt. Sie schützt die empfindliche Eichel in den ersten Lebensmonaten vor Reibung, Austrocknung und Keimen. Lesen Sie, ab welchem Alter ärztlicher Rat nötig ist, wenn sich die Verengung nicht von selbst löst.

    Einleitung

    Wenn sich bei neugeborenen oder kleinen Jungen die Vorhaut nicht zurückschieben lässt, befürchten viele Eltern Unangenehmes: Sie denken an eine Vorhautverengung (Phimose) und machen sich Sorgen, dass ihr Kind jetzt operiert werden muss. Viele wissen jedoch nicht, dass fast alle Jungen mit einer Vorhautverengung oder Verklebung zwischen Vorhaut und Eichel zur Welt kommen. Die natürliche Verengung schützt die empfindliche Eichel in den ersten Lebensmonaten vor Reibung, Austrocknung und schädlichen Einflüssen wie Viren oder Bakterien.

    Im Laufe der ersten drei bis vier Lebensjahre löst sich die Verklebung meist von selbst und die Vorhaut dehnt sich allmählich, so dass sie sich immer einfacher und schmerzlos zurückziehen lässt. Nur wenn sich eine Vorhautverengung nicht von selbst zurückbildet, sollte man sie behandeln.

    Symptome

    Bei einer Vorhautverengung lässt sich die Vorhaut nicht oder nur unter Schmerzen über die Eichel zurückziehen.

    Hin und wieder können Eltern auch eine ballonartige Schwellung unter der Vorhaut erkennen, wenn ihr Kind pinkelt: Dann staut sich wegen der zu engen Öffnung der Urin an.

    Beschwerden wie Schmerzen, Schwellungen und Rötungen treten meist erst auf, wenn die Verengung bis ins Jugend- oder gar Erwachsenenalter bestehen bleibt und es zu Folgen wie Entzündungen kommt.

     

    Grafik: Phimose: Teil- und Vollverklebung zwischen Vorhaut und Eichel Phimose: Verklebung zwischen Vorhaut und Eichel

    Ursachen

    Man unterscheidet verschiedene Formen der Vorhautverengung: Wenn sich die natürliche Vorhautverengung oder -verklebung nicht im Laufe der ersten Lebensjahre zurückbildet, spricht man von einer primären Phimose. Ihre Ursachen sind unklar.

     

    Grafik: Die Vorhaut lässt sich nicht über die Eichel zurückziehen - wie im Text beschrieben

     

    Eine sekundäre Phimose entsteht durch Vernarbungen der Vorhaut. Sie können sich durch wiederholte Entzündungen oder bestimmte Hauterkrankungen bilden. Oft führen aber auch Verletzungen wie zum Beispiel kleine Risse, die beim gewaltsamen Zurückziehen der Vorhaut auftreten, zu einer Vernarbung und sekundären Phimose.

    Häufigkeit

    Man schätzt, dass etwa 96 von 100 männlichen Neugeborenen mit einer natürlichen Vorhautverengung zur Welt kommen. Diese natürliche Verengung bildet sich in den ersten Lebensjahren zurück. In der Pubertät haben nur noch wenige Jungen damit zu tun: Im Alter von 16 Jahren hat nur noch einer von 100 Jungen eine Phimose.

    Folgen

    Durch die Verengung kann es zu Problemen beim Wasserlassen kommen. Bleibt die Phimose bis zur Pubertät oder gar bis zum Erwachsenenalter bestehen, sind auch Schmerzen bei einer Erektion und beim Geschlechtsverkehr möglich. Jugendliche oder Erwachsene mit einer Phimose können die Eichel und den Bereich unter der Vorhaut außerdem nur schwer waschen. Deshalb siedeln sich an diesen Stellen leicht Bakterien oder Pilze an. Diese können zu Entzündungen der Eichel oder der Vorhaut führen.

    Versucht man, die zu enge Vorhaut mit Gewalt zurückzuschieben, kann es zu Einrissen, kleinen Verletzungen und in seltenen Fällen auch zu einer „Paraphimose“ kommen. Dabei lässt sich die Vorhaut nicht mehr über die Eichel zurückschieben und schnürt die Blutzufuhr ab. Da die Eichel dann in Ausnahmefällen absterben kann, handelt es sich bei der Paraphimose – auch „spanischer Kragen“ genannt – um einen Notfall, der sofort ärztlich behandelt werden muss.

     

    Grafik: Die Vorhaut lässt sich nicht mehr über die Eichel zurückschieben und schnürt die Blutzufuhr ab - wie im Text beschrieben

    Diagnose

    In den meisten Fällen stellen die Eltern des Kindes oder später die Kinder oder Jugendlichen selbst fest, dass sich die Vorhaut nicht zurückschieben lässt. Eine Ärztin oder ein Arzt wird dann untersuchen, ob es sich bei der Vorhautverengung um eine primäre Phimose handelt oder ob Vernarbungen oder Hauterkrankungen die Ursache sind. Abhängig von der Diagnose und dem Alter des Jungen wird dann entschieden, ob und wie die Phimose behandelt werden muss.

    Behandlung

    Bei Kleinkindern ist eine Behandlung der natürlichen Vorhautverengung erst einmal nicht nötig. Eltern sollten nicht versuchen, die Vorhaut selbst mit Kraft zurückzuziehen. Das kann für das Kind schmerzhaft sein und Verletzungen verursachen, die zu Narben und später zu einer sekundären Phimose führen können. Zur Reinigung reicht es aus, den Penis von außen mit warmem Wasser und milder Seife oder Duschcreme zu waschen.

    Sollte sich die Vorhautverengung nicht von selbst zurückbilden und etwa zu Beschwerden beim Wasserlassen führen, ist ärztlicher Rat sinnvoll. Die Ärztin oder der Arzt wird nach der Untersuchung beraten, ob eine Behandlung nötig ist, oder ob man noch etwas abwarten kann.

    Bei den meisten Kindern wird eine Phimose mit einer kortisonhaltigen Salbe behandelt. Diese „konservative Therapie“ dauert mehrere Wochen und kann den meisten Kindern helfen.

    Wenn die Behandlung mit Salbe die Verengung nicht lösen kann, kommt eine kleine Operation infrage. Sie wird Beschneidung (Zirkumzision) genannt. Der Eingriff ist auch sinnvoll, wenn sich die Vorhaut immer wieder entzündet, die Phimose durch Vernarbung entstanden ist oder zu einer Einschnürung der Vorhaut (Paraphimose) geführt hat. Operationen zur Beseitigung einer Vorhautverengung sind Routineeingriffe. Dabei werden Kinder unter Vollnarkose, Jugendliche und Erwachsene manchmal auch unter örtlicher Betäubung operiert.

    Weitere Informationen

    Die Haus- oder Kinderarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem ärztlichen Rat braucht. Wir informieren darüber, wie man die richtige Praxis findet, wie man sich am besten auf den Arztbesuch vorbereitet und was dabei wichtig ist.

    Quellen

    Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH). S2k-Leitlinie "Phimose und Paraphimose". AWMF-Registernr.: 006-052. 15.09.2017.

    Moreno G, Corbalán J, Peñaloza B, Pantoja T. Topical corticosteroids for treating phimosis in boys. 2014; (9): CD008973.

    Radmayr C, Bogaert G, Dogan HS, Kocvara R, Nijman JM, Stein R et al. Paediatric Urology. 2015.

    Tekgül S, Dogan HS, Erdem E, Hoebeke P, Kocvara R, Nijman R et al. Guidelines on Paediatric Urology. Arnhem, The Netherlands: European Association of Urology, European Society for Paediatric Urology, pp 52-63.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Wie wird eine Vorhautverengung behandelt?

    In den ersten Lebensjahren bildet sich eine Vorhautverengung meistens von selbst zurück. Führt die Verengung zu Beschwerden – etwa beim Wasserlassen – muss sie unter Umständen behandelt werden. Oft reicht es aus, die Phimose mit einer speziellen Salbe zu behandeln; eine Operation ist nur selten nötig.

    Wenn Eltern feststellen, dass sich die Vorhaut ihres kleinen Sohnes nicht zurückziehen lässt, ist das erst einmal kein Grund zur Sorge. Denn eine zu enge Öffnung der Vorhaut oder eine Verklebung zwischen Vorhaut und Eichel ist in den ersten Lebensmonaten eines Jungen normal: Fast alle neugeborenen Jungen kommen mit einer solchen natürlichen Verengung zur Welt. Sie schützt die unter der Vorhaut liegende Eichel und die Harnröhre beispielsweise vor Krankheitserregern.

    Im Laufe der ersten Lebensjahre lösen sich die Verklebungen normalerweise und die Vorhaut dehnt sich. Am besten ist es also, erst einmal einige Zeit abzuwarten, bevor man mit einer Behandlung beginnt. Ärztlicher Rat ist aber nötig, wenn das Kind Schmerzen hat, die Vorhaut entzündet ist oder beim Wasserlassen Probleme macht.

    In den ersten Lebensjahren bildet sich eine Vorhautverengung meistens von selbst zurück. Führt die Verengung zu Beschwerden – etwa beim Wasserlassen – muss sie unter Umständen behandelt werden. Oft reicht es aus, die Phimose mit einer speziellen Salbe zu behandeln; eine Operation ist nur selten nötig.

    Wenn Eltern feststellen, dass sich die Vorhaut ihres kleinen Sohnes nicht zurückziehen lässt, ist das erst einmal kein Grund zur Sorge. Denn eine zu enge Öffnung der Vorhaut oder eine Verklebung zwischen Vorhaut und Eichel ist in den ersten Lebensmonaten eines Jungen normal: Fast alle neugeborenen Jungen kommen mit einer solchen natürlichen Verengung zur Welt. Sie schützt die unter der Vorhaut liegende Eichel und die Harnröhre beispielsweise vor Krankheitserregern.

    Im Laufe der ersten Lebensjahre lösen sich die Verklebungen normalerweise und die Vorhaut dehnt sich. Am besten ist es also, erst einmal einige Zeit abzuwarten, bevor man mit einer Behandlung beginnt. Ärztlicher Rat ist aber nötig, wenn das Kind Schmerzen hat, die Vorhaut entzündet ist oder beim Wasserlassen Probleme macht.

    Nicht auf eigene Faust „behandeln“

    Eltern sollten nie versuchen, die Vorhaut mit Kraft zurückzuziehen. Dies kann für ihren Sohn sehr schmerzhaft sein. Außerdem kann es dadurch zu kleineren Verletzungen kommen, die vernarben und die Vorhautöffnung noch weiter verengen können. Dies wird als erworbene oder sekundäre Phimose bezeichnet.

    Zudem besteht die Gefahr, dass die zu enge Vorhaut hinter der Eichel hängenbleibt und sich nicht mehr zurückschieben lässt. Sie bildet dann einen Ring, der die Blutzufuhr der Eichel abschnürt, auch Paraphimose oder „spanischer Kragen“ genannt. Dabei handelt es sich um einen Notfall, der sofort ärztlich behandelt werden muss.

    Die Vorhaut komplett zurückzuschieben, ist für die Reinigung des Penis in den ersten Lebensjahren nicht nötig. Es reicht aus, ihn von außen zu waschen. Zu versuchen, den Raum zwischen Vorhaut und Eichel mit Gegenständen wie Wattestäbchen zu reinigen, ist keine gute Idee, weil das die empfindliche Haut schädigen und schmerzen kann.

    Behandlung vor allem bei Beschwerden sinnvoll

    Wenn die Phimose sich nicht allmählich zurückbildet und Beschwerden wie Probleme beim Wasserlassen auslöst, ist eine ärztliche Untersuchung ratsam. Die Kinderärztin oder der Kinderarzt wird dabei schauen, ob es sich um eine natürliche oder sekundäre Phimose handelt und ob das Zurückschieben der Vorhaut zu einer Paraphimose führen könnte.

    Ob eine Behandlung nötig ist, hängt vom Alter des Kindes, dem Ausmaß und der Ursache der Phimose ab. Ziel der Behandlung ist, dass der Junge problemlos und schmerzfrei Wasser lassen und seinen Penis waschen kann. Wichtig ist auch, dass er keine Schmerzen hat, wenn sich sein Penis versteift.

    Verschiedene Behandlungsmöglichkeiten

    Es gibt drei Behandlungsmöglichkeiten:

    • Weiter abwarten in der Hoffnung, dass sich die Vorhautverengung noch von selbst zurückbildet.
    • Die Vorhaut mit einer kortisonhaltigen Salbe behandeln und dehnen.
    • Die Vorhaut durch eine Operation teilweise oder ganz entfernen (Beschneidung).

    Viele Ärzte raten heute erst einmal dazu, abzuwarten, ob sich die Phimose doch noch von selbst zurückbildet. Alternativ kann eine Behandlung mit einer kortisonhaltigen Salbe begonnen werden. Falls diese keinen Erfolg zeigt, wird eine Operation empfohlen.

    Bei einer sekundären Phimose hat sich die Vorhaut erst im Laufe der Zeit durch Verletzungen, vernarbtes Gewebe oder eine entzündliche Erkrankung verengt. Diese Form der Vorhautverengung muss meistens operiert werden.

    Falls es zu einer Paraphimose kommt, versucht die Ärztin oder der Arzt zuerst, die Vorhaut mit der Hand zurückzuschieben. Damit dabei keine Schmerzen entstehen, wird der Bereich vorher örtlich betäubt. Wenn das Zurückschieben nicht gelingt, ist eine Operation nötig, damit die „abgeklemmte“ Eichel wieder normal durchblutet wird.

    Behandlung der Vorhaut mit kortisonhaltiger Salbe

    Bei der sogenannten konservativen (nicht operativen) Behandlung der Phimose wird über einen Zeitraum von vier bis acht Wochen zweimal täglich eine kortisonhaltige Salbe auf den vorderen Bereich der Vorhaut aufgetragen. Das Kortison sorgt dafür, dass die Haut elastischer wird.

    Ab der dritten Behandlungswoche können die Eltern oder das Kind dann selbst versuchen, die Vorhaut allmählich zu dehnen. Hierzu schiebt man die Vorhaut täglich vorsichtig nur so weit zurück, dass keine Schmerzen auftreten. Schonendes Dehnen ist wichtig, damit die Vorhaut nicht einreißt. Die Salbe kann nun auch auf den vorderen Bereich der Eichel, der beim Zurückziehen der Vorhaut frei liegt, aufgetragen werden. Danach wird die Vorhaut wieder nach vorne geschoben.

    Wissenschaftler des internationalen Forschungsnetzwerks Cochrane Collaboration haben herausgefunden, dass diese Behandlung oft erfolgreich ist:

    • Ohne Behandlung: Bei etwa 18 von 100 Kindern, die über 4 bis 8 Wochen eine Salbe ohne Wirkstoff (Placebo) bekamen oder gar nicht behandelt wurden, bildete sich die Phimose komplett zurück.
    • Mit Behandlung: Bei etwa 62 von 100 Kindern, die im selben Zeitraum mit einer kortisonhaltigen Salbe behandelt wurden, bildete sich die Phimose komplett zurück.

    Anders ausgedrückt: Durch die Behandlung mit der kortisonhaltigen Salbe konnte sich bei ungefähr 44 von 100 Kindern die Phimose vollständig zurückbilden. Bei einigen weiteren Kindern bewirkte die Behandlung, dass sich die Verengung zumindest etwas weitete.

    Nebenwirkungen der Salben-Behandlung wurden in den Studien nicht beobachtet. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Vorhaut sich später erneut verengt, recht hoch. Die Behandlung kann aber mehrere Male wiederholt werden. Falls die Phimose dennoch bestehen bleibt oder zusätzlich Schmerzen oder Komplikationen auftreten, kann eine Operation sinnvoll sein.

    Operation: Komplette oder Teilbeschneidung der Vorhaut

    Die Operation einer Phimose wird üblicherweise als Beschneidung (Zirkumzision) bezeichnet. Bei der kompletten Beschneidung wird die Vorhaut ganz entfernt. Es ist aber auch möglich, nur den verengten Teil der Vorhaut zu entfernen (sogenannte partielle Zirkumzision) oder die Vorhaut zu erhalten und lediglich zu weiten: Dazu schneiden die Operateure die verengte Vorhaut an zwei bis drei Stellen längs ein und vernähen diese Schnitte quer.

    Bei Teilbeschneidungen und vorhauterhaltenden Operationen kann sich die verbliebene Vorhaut einige Zeit danach erneut verengen. Bei einer kompletten Entfernung der Vorhaut liegt die Eichel nach der Operation dagegen frei – eine erneute Phimose ist dann nicht mehr möglich.

    Kinder werden unter Vollnarkose operiert, bei Erwachsenen ist der Eingriff auch unter örtlicher Betäubung möglich.

     

    Grafik: Operation einer Vorhautverengung Operation einer Vorhautverengung

     

    Nebenwirkungen einer Beschneidung sind selten

    Die Beschneidung ist heute ein Routineeingriff. Bei etwa 5 von 100 Jungen oder Männern treten Nebenwirkungen wie etwa Blutergüsse am Penis auf. Diese sind harmlos und verschwinden meist nach einiger Zeit von selbst. Nur bei etwa 2 von 100 Personen kommt es nach der Operation zu ernsteren Nebenwirkungen, die eine Nachbehandlung nötig machen. Solche Komplikationen sind zum Beispiel Nachblutungen, eine Entzündung der Operationswunde, eine Penisverkrümmung oder eine Verengung der Harnröhrenöffnung.

    Nach einer sparsamen Beschneidung kann es durch Narbenbildung erneut zu einer Vorhautverengung kommen. Dann wird die Vorhaut durch eine zweite Operation ganz entfernt. Es kann auch vorkommen, dass aus ästhetischen Gründen eine Nachoperation gewünscht wird – zum Beispiel, wenn die Vorhaut bei der Beschneidung nicht gleichmäßig entfernt wurde.

    Auswertungen mehrerer Studien geben keine Hinweise, dass beschnittene Männer mit ihrem Sexualleben generell weniger zufrieden sind als unbeschnittene. Es ist aber noch nicht eindeutig geklärt, welche Rolle die sensible Vorhaut beim sexuellen Empfinden tatsächlich spielt. Möglicherweise kommt es häufiger zu Problemen beim Sex, wenn man sich erst als Erwachsener die Vorhaut entfernen lässt. Deshalb informieren Ärztinnen und Ärzte vor einer Beschneidung darüber, dass sich nach dem Eingriff der Geschlechtsverkehr anders anfühlen könnte.

    Quellen

    Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH). S2k-Leitlinie "Phimose und Paraphimose". AWMF-Registernr.: 006-052. 15.09.2017.

    Moreno G, Corbalán J, Peñaloza B, Pantoja T. Topical corticosteroids for treating phimosis in boys. 2014; (9): CD008973.

    Morris BJ, Krieger JN. Does male circumcision affect sexual function, sensitivity, or satisfaction? - A systematic review. J Sex Med 2013; 10(11): 2644-2657.

    Radmayr C, Bogaert G, Dogan HS, Kocvara R, Nijman JM, Stein R et al. Paediatric Urology. 2015.

    Shabanzadeh DM, Düring S, Frimodt-Moller C. Male circumcision does not result in inferior perceived male sexual function - a systematic review. Dan Med J 2016; 63(7).

    Tian Y, Liu W, Wang JZ, Wazir R, Yue X, Wang KJ. Effects of circumcision on male sexual functions: a systematic review and meta-analysis. Asian J Androl 2013; 15(5): 662-666.

    Weiss HA, Larke N, Halperin D, Schenker I. Complications of circumcision in male neonates, infants and children: a systematic review. BMC Urol 2010; 10: 2.

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    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
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