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Krampfadern

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    Etwa jeder fünfte Erwachsene hat Krampfadern. Die unebenen, bläulichen Venen sind für die meisten vor allem ein kosmetisches Problem. Manchmal sorgen sie aber auch für schwere Beine, Schmerzen oder Wadenkrämpfe. Wir stellen Behandlungen vor, mit denen man Krampfadern in den Griff bekommen kann.

    Einleitung

    Für viele Menschen sind Krampfadern hauptsächlich ein kosmetisches Problem: Sie mögen das Aussehen ihrer Beine mit den unebenen, bläulichen Venen nicht. Nach Schätzungen hat etwa jeder fünfte Erwachsene Krampfadern. Meistens machen sie sich nicht weiter bemerkbar, sie können aber auch zu Beschwerden wie schwere Beine oder Wadenkrämpfe führen. Zu Komplikationen kommt es nur selten.

    Krampfadern sind oberflächliche Venen, die knotig ausgebuchtet sind. Sie werden auch als „variköse Venen“ oder „Varizen“ bezeichnet. Varizen können violett oder bläulich durch die Haut schimmern, sind geschwollen und treten manchmal deutlich nach außen vor. Am häufigsten finden sich Krampfadern an den Waden oder Innenseiten der Beine.

    Eine weniger ausgeprägte Form von Krampfadern kann auch im Gesicht und anderen Körperbereichen auftreten. Man nennt sie Besenreiser, weil ihre feinen Verästelungen unter der Haut an dünne Zweige (Reisig) erinnern. Besenreiser sind häufig, bereiten aber keine gesundheitlichen Probleme.

    Symptome

    Krampfadern können dazu führen, dass sich die Beine schwer anfühlen und die Haut spannt oder juckt. Die Beschwerden nehmen meist gegen Ende des Tages zu, vor allem nach längerem Sitzen oder Stehen. Manchmal lösen Krampfadern auch nächtliche Wadenkrämpfe oder Schmerzen aus. Bei warmem Wetter sind die Beschwerden in der Regel ausgeprägter. Zwischen dem Aussehen der Krampfadern und der Stärke der Beschwerden besteht nicht unbedingt ein Zusammenhang: So können wenig auffällige Krampfadern zahlreiche Beschwerden verursachen und große, knotig verdickte Adern gar keine.

    Krampfadern können auch das Wohlbefinden beeinträchtigen. Manchen Menschen mit Krampfadern ist es unangenehm, wenn ihre Beine sichtbar sind. Sie tragen deshalb nur lange Hosen und verzichten auf Aktivitäten wie etwa Schwimmen. Wenn das Aussehen der Beine sehr belastet, kann auch ohne starke Beschwerden eine Behandlung sinnvoll sein.

    Ursachen

    In den Beinen befinden sich oberflächliche, aber auch tiefer gelegene Venen. Die tiefen Beinvenen befördern sauerstoffarmes Blut wieder zum Herzen zurück. Dabei werden sie durch die Beinmuskeln unterstützt: Beim Gehen pressen die Muskeln die tiefen Venen zusammen, dadurch wird das Blut gegen die Schwerkraft in Richtung Herz gedrückt. Damit es nicht zurückfließen kann, sind die Venen mit Venenklappen ausgestattet, die wie Ventile wirken.

    Grafik: Blutrückfluss bei Krampfadern am Bein - wie im Text beschrieben Blutrückfluss bei Krampfadern am Bein

     

    Die oberflächlichen Beinvenen transportieren das Blut aus der Haut, dem Fettgewebe und der Muskulatur in die tieferen Venen. Wenn die Klappen der oberflächlichen Venen nicht mehr richtig funktionieren, staut sich das Blut in ihnen. Dies kann verschiedene Ursachen haben. Manche Menschen haben schwächere Venenwände und -klappen als andere. Es kann auch sein, dass nicht genug Druck auf die Venen ausgeübt wird – zum Beispiel weil die Muskulatur nicht ausreichend bewegt wird, weil man häufig auf einer Stelle steht oder unbeweglich sitzt.

    Risikofaktoren

    Manche Menschen haben eine erblich bedingte Neigung zu Krampfadern. Bei Frauen treten Krampfadern häufig in der Schwangerschaft zum ersten Mal auf. Die hormonell bedingten Veränderungen des Körpergewebes und das zusätzliche Gewicht führen dazu, dass das Blut aus den Beinvenen schlechter abfließen kann. Auch starkes Übergewicht erhöht den Druck in den Beinen und Venen, was besonders bei Frauen die Entstehung von Krampfadern begünstigt.

    Häufigkeit

    Es wird geschätzt, dass etwa 20 % der Erwachsenen irgendwann Krampfadern bekommen. Ihre Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu, sie können aber auch schon bei jungen Menschen auftreten. Frauen haben öfter mit Krampfadern zu tun als Männer.

    Folgen

    Krampfadern führen nur selten zu Komplikationen. Anzeichen für Komplikationen sollten aber rasch ärztlich abgeklärt werden. Dazu gehören:

    • Geschwüre oder offene Wunden im Bereich des Fußknöchels, die nicht durch eine Verletzung entstanden sind, oder die noch nach Wochen keine Anzeichen für eine Heilung zeigen
    • eine starke Beinschwellung
    • gerötete Venen, die sich warm anfühlen und schmerzen
    • Blutungen aus oder in der Nähe von Krampfadern

    Ein „offenes Bein“ (Beingeschwür) kann eine Komplikation von Krampfadern sein, aber auch die Folge einer anderen, ernsthafteren Erkrankung wie Diabetes oder einer Gefäßverengung.

    Ein Ausschlag im Bereich der Krampfadern kann ein erstes Anzeichen dafür sein, dass sich ein Geschwür bildet. Auf ein solches Risiko weist auch eine sogenannte Lipodermatosklerose hin. Dies ist eine eher seltene Krankheit, bei der die Haut um die Knöchelinnenseite braun, straff, dünner und schmerzempfindlicher wird.

    Lange bestehende Krampfadern können dazu führen, dass ein Bein stark anschwillt. Eine Beinschwellung kann aber auch durch andere Erkrankungen wie eine Herzschwäche verursacht werden.

    Gerötete, warme Venen, die brennende Schmerzen auslösen können, deuten auf eine Entzündung der Venen hin (Phlebitis). Eine Venenentzündung kann auch mit einem Blutgerinnsel einhergehen (Thrombophlebitis).

    Blutungen treten bei Krampfadern zwar selten auf, könnten jedoch gefährlich sein und erfordern deshalb sofortige medizinische Hilfe. Als Erste-Hilfe-Maßnahme sollte man das Bein hochlegen und Druck auf die blutende Stelle ausüben.

    Das Risiko für die Entstehung einer tiefen Venenthrombose (TVT) durch Flugreisen ist auch bei Menschen, die Krampfadern haben, sehr gering.

    Diagnose

    Die meisten Menschen mit Krampfadern benötigen keine speziellen Untersuchungen. Wenn vermutet wird, dass es ein Problem im Bereich der tiefen Venen gibt, kann eine Ultraschalluntersuchung sinnvoll sein. Der sogenannte Duplex-Ultraschall (auch „Doppler“ genannt) gibt Aufschluss über den Zustand der tiefen Beinvenen und den Blutfluss in den Venen. Ein Ultraschall wird auch gemacht, um die Venen im Vorfeld einer Operation zu beurteilen. Ergänzend kommt eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel infrage (Phlebografie).

    Behandlung

    Die häufigste Behandlung ist das Tragen von Stützstrümpfen (Kompressionsstrümpfen). Die Strümpfe sollen Druck auf die Venen ausüben und die Muskeln dabei unterstützen, das Blut weiter zu transportieren.

    Außerdem können Krampfadern operativ entfernt oder verödet werden. Es gibt verschiedene Techniken, um Krampfadern operativ zu entfernen. Die häufigsten sind:

    • Das Venenstripping: Am Bein werden zwei Schnitte gesetzt und die Vene über einen Schnitt in der Leiste komplett herausgezogen.
    • Die Phlebektomie: Entlang der betroffenen Vene werden mehrere, wenige Millimeter kleine Schnitte gesetzt und die Vene in mehreren Teilen entfernt. Dieses Verfahren wird vor allem bei kleineren Venen eingesetzt.

    Verschiedene Verfahren bieten eine Alternative zur herkömmlichen Entfernung der Krampfadern. Hierzu gehören:

    • Die Radiofrequenzablation: Hierbei werden die Venen mithilfe von Wärme versiegelt, die durch elektromagnetische Wellen (Radiowellen) erzeugt wird.
    • Die endovenöse Lasertherapie: Dabei wird die Vene ebenfalls von innen durch Wärme versiegelt, allerdings werden statt Radiowellen Laserstrahlen verwendet.
    • Das Trivex-Verfahren: Beim Trivex-Verfahren wird ein winziges rotierendes Messer ins Innere der Vene eingeführt, um sie zu zerschneiden und das Gewebe anschließend abzusaugen.

    Bei kleinen und mittelgroßen Krampfadern kommt auch die sogenannte Sklerotherapie infrage. Dabei wird eine Flüssigkeit oder ein Schaum in die betroffene Vene gespritzt und die Vene dadurch verschlossen.

    Leben und Alltag

    Langes Stehen in derselben Position führt dazu, dass sich das Blut in den Venen leichter staut. Auch längeres Sitzen mit überkreuzten Beinen kann die Arbeit der Venen erschweren. Sich zu bewegen und möglichst oft die Haltung zu verändern, kann die Beschwerden lindern. Viele Menschen mit Krampfadern berichten zudem, dass der Schmerz in den Beinen nachlässt, wenn sie sich hinsetzen und ihre Füße hochlegen.

    Körperliche Aktivität und Bewegung können dazu beitragen, dass das Blut in den Beinen ungehinderter fließen kann. Bei Menschen mit Übergewicht entlastet eine Gewichtsabnahme die Beine.

    Quellen

    Campbell B. Varicose veins and their management. BMJ 2006; 333(7562): 287-292.

    Rabe E, Hertel S, Bock E, Hoffmann B, Jöckel KH, Pannier F. Therapie mit medizinischen Kompressionsstrümpfen in Deutschland: Ergebnisse der Bonner Venenstudien. J Dtsch Dermatol 2013; 11(3): 257-262.

    Robert Koch-Institut (RKI). Venenerkrankungen der Beine. Berlin: RKI; 2009. (Gesundheitsberichterstattung des Bundes; Band 44).

    Tisi PV. Varicose veins. BMJ Clin Evid 2011.

    Wrona M, Jockel KH, Pannier F, Bock E, Hoffmann B, Rabe E. Association of Venous Disorders with Leg Symptoms: Results from the Bonn Vein Study 1. Eur J Vasc Endovasc Surg 2015; 50(3): 360-367.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Was Studien sagen: Welche Behandlungsergebnisse haben Operationen?

    Es gibt verschiedene Operationen, die Krampfadern beseitigen und Beschwerden lindern können. Bei manchen Menschen entstehen nach dem Eingriff allerdings neue Krampfadern.

    Zu den Beschwerden durch Krampfadern gehören schwere, müde und schmerzende Beine, Jucken sowie nächtliche Krämpfe. Große Krampfadern sind zudem oft unansehnlich, und sie können gelegentlich zu Komplikationen führen. Da Krampfadern weit verbreitet sind, zählt ihre operative Entfernung zu den häufigsten Eingriffen.

    Die beiden verbreitetsten Methoden, Krampfadern zu entfernen, sind das Venenstripping und die Phlebektomie. Häufig werden operative Verfahren kombiniert, zum Beispiel die Venen bis zum Knie durch ein Stripping entfernt und die unterhalb des Knies durch eine Phlebektomie.

    Was man von einer Operation erwarten kann

    Eine Wissenschaftlergruppe des englischen National Institute for Health and Care Excellence (NICE) hat Studien zu den Behandlungsmöglichkeiten bei Krampfadern ausgewertet.

    Nur eine Studie mit gut 200 Teilnehmenden hat verglichen, wie Venenstripping und Phlebektomie im Vergleich zu einer Behandlung ohne Operation oder Verödung (konservative Behandlung) abschneiden. Diese umfasste eine Beratung zum Umgang mit Beschwerden – zum Beispiel die Empfehlung, regelmäßig die Beine hochzulegen und sich ausreichend zu bewegen –, Tipps zur Gewichtsabnahme und das Tragen von Kompressionsstrümpfen. Ein Jahr nach der Behandlung zeigten sich folgende Ergebnisse:

    • 80 von 100 Teilnehmenden, die operiert wurden, hatten keine oder weniger Schmerzen als vor dem Eingriff.
    • 26 von 100 Teilnehmenden, die konservativ behandelt wurden, hatten keine oder weniger Schmerzen als vor der Behandlung.

    Auch andere Beschwerden wie Jucken, Schwellungen und Schweregefühl besserten sich wesentlich häufiger bei den operierten Personen. Mit dem kosmetischen Erscheinungsbild waren die meisten nach der Operation ebenfalls zufrieden.

    Nebenwirkungen und erneute Krampfadern

    Bei 15 von 100 Operierten traten kleinere Komplikationen auf, insbesondere Wundinfektionen, Schmerzen und Blutungen. Ernsthafte Komplikationen waren sehr selten.

    Allerdings können sich nach einer Operation erneut Krampfadern bilden. Dies kann zum Beispiel passieren, wenn eine Vene nicht komplett entfernt wurde. In Studien, die die Teilnehmenden bis zu zehn Jahre beobachteten, kehrten die Krampfadern nach zwei Jahren bei 30 von 100 operierten Menschen zurück. Nach zehn Jahren hatten bereits 70 von 100 Personen wieder Krampfadern. Wenn nach einer Operation kleine, oberflächliche Krampfadern wiederkehren, können sie verödet werden. Dies nennt man Sklerotherapie.

    Quellen

    Carroll C, Hummel S, Leaviss J, Ren S, Stevens JW, Everson-Hock E et al. Clinical effectiveness and cost-effectiveness of minimally invasive techniques to manage varicose veins: a systematic review and economic evaluation. Health Technol Assess 2013; 17(48): i-xvi, 1-141.

    National Institute for Health and Care Excellence (NICE). Varicose veins: diagnosis and management. 07.2013. (NICE Clinical Guidelines; Band 168).

    Tisi PV. Varicose veins. BMJ Clin Evid 2011.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Operative und nicht operative Behandlungsmöglichkeiten

    Viele Menschen behandeln ihre Krampfadern mit Stützstrümpfen. Wenn sich die Beschwerden dadurch nicht ausreichend lindern lassen, können die Krampfadern operativ entfernt werden. Bei kleineren Krampfadern kommt auch eine Verödung infrage.

    Die meisten Menschen versuchen, ihre Krampfadern mit Stützstrümpfen (Kompressionsstrümpfen) in den Griff zu bekommen. Die Strümpfe sollen Druck auf die Venen ausüben und so den Bluttransport unterstützen. Wenn das Tragen der Stützstrümpfe die Beschwerden nicht ausreichend lindert, können Krampfadern auch durch einen Eingriff behandelt werden.

    Es gibt verschiedene Techniken, mit denen Krampfadern operativ entfernt oder verödet werden können. Die Blutversorgung in den Beinen wird durch das Entfernen der erkrankten Venen nicht beeinträchtigt, da das Blut in andere, gesunde Venen umgeleitet wird.

    Viele Menschen behandeln ihre Krampfadern mit Stützstrümpfen. Wenn sich die Beschwerden dadurch nicht ausreichend lindern lassen, können die Krampfadern operativ entfernt werden. Bei kleineren Krampfadern kommt auch eine Verödung infrage.

    Die meisten Menschen versuchen, ihre Krampfadern mit Stützstrümpfen (Kompressionsstrümpfen) in den Griff zu bekommen. Die Strümpfe sollen Druck auf die Venen ausüben und so den Bluttransport unterstützen. Wenn das Tragen der Stützstrümpfe die Beschwerden nicht ausreichend lindert, können Krampfadern auch durch einen Eingriff behandelt werden.

    Es gibt verschiedene Techniken, mit denen Krampfadern operativ entfernt oder verödet werden können. Die Blutversorgung in den Beinen wird durch das Entfernen der erkrankten Venen nicht beeinträchtigt, da das Blut in andere, gesunde Venen umgeleitet wird.

    Operative Behandlungen

    Krampfader-Operationen gehören zu den am häufigsten durchgeführten Eingriffen. Die gängigsten Verfahren zur Entfernung von Krampfadern sind:

    • das Venenstripping: Hierbei werden oben am Bein (knapp unterhalb der Leiste) und in der Kniekehle oder am Knöchel Schnitte gesetzt. Die Vene wird am oberen Schnitt zunächst abgebunden oder abgeklemmt (sogenannte Venenligation). Dann wird durch den unteren Schnitt ein langer Draht in die Vene eingeführt und vorgeschoben. Schließlich wird am unteren Ende des Drahtes ein knopfähnlicher Aufsatz befestigt und die Vene über den Schnitt in der Leiste komplett herausgezogen.
    • die Phlebektomie: Bei einer Phlebektomie werden mehrere, wenige Millimeter kleine Schnitte entlang der betroffenen Vene gesetzt. Durch diese kleinen Schnitte wird die Vene dann zunächst mit einem kleinen Häkchen soweit wie möglich hervorgezogen, dann durchtrennt und in mehreren Teilen entfernt. Dieses Verfahren wird vor allem bei kleineren Venen eingesetzt – etwa den Seitenästen größerer Venen. Es soll verhindern, dass sich Narben bilden, wie sie bei größeren Einschnitten entstehen können.

    Beide Operationen können Nebenwirkungen haben. Hierzu gehören vor allem Schmerzen, Blutungen, Schwellungen, Narbenbildungen und Hautverfärbungen. Seltener treten Komplikationen auf wie etwa Infektionen, Thrombosen oder Verletzungen der Nerven. Nach dem Eingriff können sich allerdings erneut Krampfadern bilden und eine weitere Behandlung nötig machen.

    In der Regel ist es möglich, nach einer Krampfader-Operation die Klinik am selben Tag wieder zu verlassen, manchmal ist aber auch ein Aufenthalt über Nacht erforderlich. Bis man wieder den gewohnten Tätigkeiten nachgehen kann, die Schwellungen zurückgehen und die Narben verheilt sind, ist etwas Geduld nötig. Es kann bis zu drei Wochen dauern, bevor es möglich ist, nach einer Krampfader-Operation wieder zur Arbeit zu gehen.

    Neuere Verfahren

    Es gibt verschiedene Alternativen zur operativen Entfernung von Krampfadern:

    • Bei der Radiofrequenzablation werden die Venen mithilfe von Wärme versiegelt, die durch elektromagnetische Wellen (Radiowellen) erzeugt wird. Dazu wird durch einen Hautschnitt eine dünne sogenannte Radiofrequenzsonde in die Vene eingeführt. In der Sonde befindet sich ein Katheter, der Wärme ausstrahlt und die Vene solange erhitzt, bis sie versiegelt ist.
    • Die endovenöse Lasertherapie versiegelt die Vene ebenfalls von innen durch Wärme. Der Ablauf ähnelt dem bei der Radiofrequenzablation. Allerdings werden statt Radiowellen Laserstrahlen verwendet, um Wärme zu erzeugen.
    • Beim Trivex-Verfahren wird ein winziges rotierendes Messer ins Innere der Vene eingeführt, um sie zu zerschneiden und das Gewebe anschließend abzusaugen. Dabei wird die Vene von außen durch die Haut beleuchtet und so für die Chirurgin oder den Chirurgen sichtbar gemacht. „Trivex“ ist ein Eigenname, der sich von der englischen Bezeichnung des Verfahrens ableitet: „transilluminated powered phlebectomy“. Dieses Verfahren kommt nur für Menschen infrage, bei denen die „große Rosenader“ (Vena saphena magna) gesund ist.

    Bisherige Studien zeigen, dass Radiofrequenzablationen oder endovenöse Lasertherapien ähnliche Behandlungsergebnisse haben wie Operationen.

    Auch die neueren Behandlungsverfahren können Nebenwirkungen haben wie Schmerzen, blaue Flecken und Narben. Komplikationen wie Nervenschäden oder Infektionen treten jedoch seltener auf als bei herkömmlichen Operationen.

    Das Trivex-Verfahren wurde erst in zwei Studien untersucht. In einer dieser Studien linderte es Schmerzen weniger gut als eine Phlebektomie. Insgesamt ist mehr Forschung nötig, um beurteilen zu können, was Menschen mit Krampfadern vom Trivex-Verfahren erwarten können.

    Sklerotherapie (Verödung)

    Eine Alternative zu den zuvor beschriebenen Eingriffen bietet die sogenannte Sklerotherapie. Dabei wird eine Flüssigkeit oder ein Schaum in die betroffene Vene gespritzt. Dadurch wird die Venenwand geschädigt und die Vene dauerhaft verschlossen. Dies wird auch als Verödung bezeichnet. Eine Sklerotherapie kommt vor allem bei kleinen oder mittelgroßen oberflächlichen Krampfadern infrage.

    Eine Sklerotherapie kann Krampfadern wirksam behandeln. Studien, in denen die Sklerotherapie mit dem Venenstripping verglichen wurde, zeigen keine eindeutigen Unterschiede zwischen den jeweiligen Behandlungsergebnissen. Allerdings nahmen an den bisherigen Studien zu wenige Personen teil, um sichere Aussagen treffen zu können.

    In den Studien bekamen etwa 10 von 100 Menschen nach einer Sklerotherapie eine Venenentzündung (Phlebitis). Außerdem kann die Behandlung zu einer dauerhaften Verfärbung der Haut an der Einstichstelle führen. Andere Nebenwirkungen wie Nervenschäden oder Blutergüsse traten aber deutlich seltener auf als nach einer Operation. Nach einer Sklerotherapie ist es zudem viel eher möglich, seine gewohnten Tätigkeiten wieder aufzunehmen als nach einem operativen Eingriff.

    Inzwischen gibt es auch Lasergeräte, mit denen Krampfadern ohne Hautschnitt verschlossen werden sollen. Ob diese Behandlung die Beschwerden lindern kann, ist bislang ebenfalls nicht gut erforscht.

    Quellen

    Carroll C, Hummel S, Leaviss J, Ren S, Stevens JW, Everson-Hock E et al. Clinical effectiveness and cost-effectiveness of minimally invasive techniques to manage varicose veins: a systematic review and economic evaluation. Health Technol Assess 2013; 17(48): i-xvi, 1-141.

    Nesbitt C, Bedenis R, Bhattacharya V, Stansby G. Endovenous ablation (radiofrequency and laser) and foam sclerotherapy versus open surgery for great saphenous vein varices. Cochrane Database Syst Rev 2014; (7): CD005624.

    Robert Koch-Institut (RKI). Venenerkrankungen der Beine. Berlin: RKI; 2009. (Gesundheitsberichterstattung des Bundes; Band 44).

    Rigby KA, Palfreyman SJ, Beverley C, Michaels JA. Surgery versus sclerotherapy for the treatment of varicose veins. Cochrane Database Syst Rev 2004; (4): CD004980.

    Shingler S, Robertson L, Boghossian S, Stewart M. Compression stockings for the initial treatment of varicose veins in patients without venous ulceration. Cochrane Database Syst Rev 2013; (12): CD008819.

    Tisi PV. Varicose veins. BMJ Clin Evid 2011.

    Tisi PV, Beverley C, Rees A. Injection sclerotherapy for varicose veins. Cochrane Database Syst Rev 2006; (4): CD001732.

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