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Blasenentzündung

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    Blasenentzündungen sind bei Frauen sehr häufig. Die Ursache ist eine Infektion mit Bakterien. Sie macht sich normalerweise als brennender Schmerz beim Wasserlassen bemerkbar, oft verbunden mit gesteigertem Harndrang. Eine unkomplizierte Blasenentzündung lässt sich gut behandeln und heilt meistens ohne Probleme aus.

    Einleitung

    Viele Frauen kennen die Anzeichen einer Blasenentzündung nur zu gut: Sie müssen sehr oft zur Toilette, es sticht und brennt beim Wasserlassen. Die Beschwerden sind häufig sehr unangenehm, lassen sich aber gut behandeln. Eine unkomplizierte Blasenentzündung (Zystitis) heilt meistens ohne Probleme aus.

    Leider gibt es aber kein Patentrezept, um Blasenentzündungen zuverlässig zu verhindern. Zudem sind viele Strategien zur Vorbeugung, die Frauen im Alltag anwenden, wissenschaftlich noch nicht untersucht.

    Dieses Thema informiert über akute Blasenentzündungen – nicht über chronische Blasenentzündungen wie etwa die interstitielle Zystitis. Auch auf Besonderheiten bei der Behandlung von schwangeren Frauen geht diese Information nicht ein.

    Symptome

    Wer eine Blasenentzündung hat, muss oft Wasser lassen und kann dabei stechende Schmerzen oder ein Brennen verspüren. Man muss also nicht nur häufiger zur Toilette, auch der Gang dorthin kann sehr unangenehm sein.

    Bei vielen Frauen nehmen die Schmerzen zu, wenn ihre Blase fast oder ganz leer ist. Häufig kommt der Harndrang sehr schnell, sodass sie plötzlich zur Toilette müssen – trotzdem gehen dann meist nur geringe Mengen Urin ab. Manche Frauen haben Schwierigkeiten, den Harn zu halten, was sehr belastend sein kann. Der Urin kann trübe verfärbt sein und auffällig riechen, manchmal ist auch Blut darin zu sehen.

    Die Schmerzen können in den ganzen Unterleib oder in den Rücken ausstrahlen. Eine starke Blasenentzündung kann dazu führen, dass man sich insgesamt krank und abgeschlagen fühlt, reizbar ist und schlecht schläft.

    Ursachen

    Bei einer unkomplizierten Blasenentzündung entzündet sich die Schleimhaut der Harnblase. Die Entzündung wird normalerweise von Bakterien verursacht, die über die Harnröhre in die Blase aufsteigen und sich dort vermehren.

    Risikofaktoren

    Geschlechtsverkehr erhöht das Risiko für eine Blasenentzündung, weil dabei Bakterien in die Harnröhre gelangen können. Spermienabtötende Verhütungscremes und -gele sowie Diaphragmen können das Risiko ebenfalls etwas erhöhen.

    Schwangere Frauen bekommen häufiger Blasenentzündungen. Auch Menschen, die einen Blasenkatheter tragen, haben ein erhöhtes Risiko – außerdem Menschen mit anatomischen Veränderungen im Harnwegsbereich, mit Diabetes mellitus, Multipler Sklerose oder urologischen Erkrankungen.

    Frauen, die schon einmal eine Blasenentzündung hatten, erkranken mit höherer Wahrscheinlichkeit wieder daran. Ab den Wechseljahren sind Blasenentzündungen häufiger.

    Häufigkeit

    Frauen bekommen viel öfter eine Blasenentzündung als Männer, da bei ihnen die Harnröhre kürzer ist. Bakterien gelangen deshalb leichter bis in die Blase. Über die Hälfte aller Frauen erkrankt mindestens einmal im Leben daran. Wiederum die Hälfte aller Frauen, die eine akute Blasenentzündung hatten, bekommt innerhalb eines Jahres eine weitere.

    Folgen

    Von einer unkomplizierten Blasenentzündung spricht man, wenn sich die Beschwerden auf den unteren Harntrakt – also auf Harnblase und Harnröhre – beschränken und es keine Risikofaktoren für einen schweren Verlauf oder Folgeschäden gibt. Sie kann leicht behandelt werden und heilt meist problemlos ab.

    Von einer komplizierten Blasenentzündung spricht man zum Beispiel, wenn die Behandlung mit üblichen Antibiotika nicht ausreichend hilft. Auch wenn das Risiko erhöht ist, dass die Entzündung auf die Nieren übertritt, handelt es sich um eine komplizierte Entzündung. Zu einer Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) kann es kommen, wenn Bakterien über die Harnleiter weiter nach oben bis in die Nieren aufsteigen.

    Ein erhöhtes Risiko für Komplikationen haben beispielsweise Menschen mit einer eingeschränkten Immunabwehr oder mit bereits vorgeschädigten Nieren. Veränderungen oder anatomische Besonderheiten im Bereich der Harnwege können ebenfalls einen komplizierten Verlauf begünstigen.

    Insbesondere folgende Beschwerden können auf ein Übergreifen auf die Nieren hinweisen:

    • Schmerzen in der Nierengegend (Flankenschmerzen)
    • Fieber
    • eventuell auch Übelkeit und Erbrechen

    Eine Nierenbeckenentzündung kann gefährlich sein und sollte rasch behandelt werden, um Folgeschäden zu vermeiden. Sie ist jedoch sehr selten.

    Diagnose

    Anhand der Beschwerden und der Krankheitsgeschichte kann eine Ärztin oder ein Arzt abschätzen, ob es sich um eine unkomplizierte Blasenentzündung handelt oder nicht. Zusätzlich kann man in der Arztpraxis eine Urinprobe abgeben, die dann auf Bakterien, weiße und rote Blutkörperchen, Eiweiß und Nitrit (ein Salz, das einen indirekten Hinweis auf Bakterien liefert) untersucht wird. Ein solcher Urintest ist aber bei eindeutigen Beschwerden in der Regel nicht notwendig.

    Mit einem Ultraschallgerät kann die Ärztin oder der Arzt die Nieren und die Harnblase untersuchen (Sonografie). Diese Untersuchung ist in der Regel nur bei komplizierten Verläufen oder dem Verdacht auf eine Nierenbeckenentzündung sinnvoll. Ebenfalls sehr selten sind eine Blasenspiegelung (Zystoskopie) oder eine Röntgenuntersuchung nötig – beispielsweise bei schweren Blasenentzündungen, die immer wiederkehren. Bei einer Blasenspiegelung wird ein Schlauch mit einer kleinen Kamera am Ende (Endoskop) durch die Harnröhre in die Blase eingeführt. Die Kamera liefert Bilder, die mögliche Veränderungen an der Blasenwand zeigen.

    Vorbeugung

    Manche Blasenentzündungen kommen „aus heiterem Himmel“, ohne dass dafür eine Ursache erkennbar ist. Viele Frauen haben aber gute Erfahrungen damit gemacht, im Alltag darauf zu achten, welche Faktoren bei ihnen eine Blasenentzündung begünstigen. Wenn es nicht ausreicht, diese zu vermeiden und Blasenentzündungen trotzdem häufig auftreten, gibt es die Möglichkeit, Medikamente zur Vorbeugung zu nehmen.

    Manche Mittel können wiederkehrenden Blasenentzündungen vorbeugen – allerdings ist es dafür nötig, sie regelmäßig anzuwenden, und sie können Nebenwirkungen haben.

    Behandlung

    Für viele Frauen ist eine Blasenentzündung eine einmalige, unangenehme Angelegenheit. Anderen machen sie immer wieder zu schaffen. Antibiotika helfen bei akuten Blasenentzündungen normalerweise rasch und helfen nachweislich. Darüber hinaus gibt es einige Hausmittel, die die Heilung unterstützen können – zum Beispiel viel trinken oder Wärme. Auch pflanzliche Mittel werden angeboten.

    Quellen

    American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG). Treatment of urinary tract infections in nonpregnant women. ACOG Practice Bulletin No 91. Obstet Gynecol 2008; 111(3): 785-794.

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    Barbosa-Cesnik C, Brown MB, Buxton M, Zhang L, DeBusscher J, Foxman B. Cranberry juice fails to prevent recurrent urinary tract infection: results from a randomized placebo-controlled trial. Clin Infect Dis 2011; 52(1): 23-30.

    Falagas ME, Kotsantis IK, Vouloumanou EK, Rafailidis PI. Antibiotics versus placebo in the treatment of women with uncomplicated cystitis: A meta-analysis of randomized controlled trials. J Infect 2009; 58(2): 91-102.

    Jepson RG, Mihaljevic L, Craig J. Cranberries for treating urinary tract infections. Cochrane Database Syst Rev 2010; (9): CD001322.

    Jepson RG, Williams G, Craig JC. Cranberries for preventing urinary tract infections. Cochrane Database Syst Rev 2012; (10): CD001321.

    Malterud K, Baerheim A. Peeing barbed wire. Symptom experiences in women with lower urinary tract infection. Scand J Prim Health Care 1999; 17(1): 49-53.

    Milo G, Katchman EA, Paul M, Christiaens T, Baerheim A, Leibovici L. Duration of antibacterial treatment for uncomplicated urinary tract infection in women. Cochrane Database Syst Rev 2005; (2): CD004682.

    Perrotta C, Aznar M, Mejia R, Albert X, Ng CW. Oestrogens for preventing recurrent urinary tract infection in postmenopausal women. Cochrane Database Syst Rev 2008; (2): CD005131.

    Sen A. Recurrent cystitis in non-pregnant women. BMJ Clin Evid 2008.

    Zalmanovici Trestioreanu A, Green H, Paul M, Yaphe J, Leibovici L. Antimicrobial agents for treating uncomplicated urinary tract infection in women. Cochrane Database Syst Rev 2010; (10): CD007182.

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    Was Studien sagen: Können Cranberry-Produkte Blasenentzündungen vorbeugen?

    Frauen mit häufigen Blasenentzündungen wird manchmal geraten, mit Cranberry-Produkten vorzubeugen. Studienergebnisse zeigen aber, dass diese Mittel Blasenentzündungen nicht verhindern können.

    Mehr als die Hälfte aller Frauen erkrankt mindestens einmal im Leben an einer Blasenentzündung. Wer eine Blasenentzündung hat, muss sehr oft zur Toilette und es sticht oder brennt beim Wasserlassen.

    Bei immer wiederkehrenden Blasenentzündungen versuchen manche Frauen, mit Cranberry-Produkten vorzubeugen. Die pflanzlichen Mittel werden in Apotheken und Drogerien in Form von Säften, Sirup, Pulver, Kapseln und Tabletten angeboten. Insbesondere Cranberry-Saft soll Infekte verhindern oder gar heilen können.

    Auf welche Weise Cranberry-Produkte wirken, ist nicht geklärt. Cranberries (Moosbeeren) enthalten sogenannte Proanthocyanidine (PAC). Diese Stoffe sollen verhindern, dass Bakterien an der Blasenwand anhaften und so einer Infektion vorbeugen.

    Aktuelle Studienergebnisse

    Eine Forschergruppe des internationalen Forschungsnetzwerks Cochrane Collaboration hat untersucht, ob Cranberry-Produkte bei Menschen mit wiederholten Blasenentzündungen weiteren Infektionen vorbeugen können. Dazu haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler alle aussagekräftigen Studien zu dieser Frage geprüft und in einer sogenannten systematischen Übersicht zusammengefasst.

    Die Forschergruppe wertete 24 Studien mit insgesamt rund 4500 Teilnehmenden – überwiegend Frauen – aus. Die meisten Studien untersuchten, ob Cranberry-Produkte erneuten Blasenentzündungen besser vorbeugen können als ein Scheinpräparat (Placebo) ohne wirksame Inhaltsstoffe.

    Untersucht wurden verschiedene Darreichungsformen, etwa Cranberry-Saft, Tabletten oder Kapseln. Eine Gruppe erhielt beispielsweise täglich eine Portion Cranberry-Saft, die Vergleichsgruppe eine gleiche Menge gefärbtes und mit Geschmacksstoffen versetztes Wasser. In den meisten Studien war nicht angegeben, wie viel Proanthocyanidine die Produkte enthielten.

    Cranberry-Produkte wirken nicht vorbeugend

    Die Auswertung der Studien zeigte, dass Blasenentzündungen bei allen Teilnehmenden ähnlich häufig auftraten – unabhängig davon, ob sie Cranberry-Produkte oder Scheinpräparate erhalten hatten. Dies bedeutet, Cranberry-Produkte eignen sich nicht, um Blasenentzündungen vorzubeugen.

    Quellen

    Jepson RG, Williams G, Craig JC. Cranberries for preventing urinary tract infections. Cochrane Database Syst Rev 2012; (10): CD001321.

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    Was Studien sagen: Helfen Antibiotika bei akuter Blasenentzündung?

    Bei einer unkomplizierten Blasenentzündung sorgt eine Antibiotika-Therapie über drei oder mehr Tage fast immer dafür, dass die Beschwerden rasch nachlassen. Wer die Medikamente fünf Tage oder länger nimmt, kann auch letzte Reste der Bakterien-Infektion beseitigen. Allerdings werden mit der Dauer der Behandlung Nebenwirkungen häufiger.

    Unkomplizierte Blasenentzündungen sind bei Frauen sehr häufig. Die Ursache ist eine Infektion mit Bakterien. Sie macht sich normalerweise als brennender Schmerz beim Wasserlassen bemerkbar, oft verbunden mit gesteigertem Harndrang. Diese Beschwerden können sehr unangenehm sein, lassen sich aber mit Antibiotika gut behandeln. Eine unkomplizierte Blasenentzündung heilt meistens ohne Probleme aus.

    Antibiotika töten die Bakterien schnell ab

    Antibiotika können bei Blasenentzündungen die Beschwerden schnell lindern und die Entzündung beseitigen, indem sie die Bakterien abtöten. Das haben Studien belegt, in denen eine Teilnehmergruppe Antibiotika erhielt, eine andere Gruppe dagegen ein Scheinmedikament (Placebo). In den Studien ging es den Teilnehmenden, die Antibiotika einnahmen, deutlich schneller wieder besser: Die Schmerzen und das Brennen ließen bei ihnen rasch nach – meistens innerhalb von ein bis drei Tagen. Am Ende der ein bis sieben Tage dauernden Behandlung hatten im Durchschnitt 62 von 100 Frauen keine Beschwerden mehr. Dagegen waren nur 26 von 100 Frauen, die ein Scheinmedikament einnahmen, zu diesem Zeitpunkt beschwerdefrei.

    Bei einigen Frauen traten bei der Einnahme von Antibiotika Nebenwirkungen auf. Dazu zählten Magen-Darm-Probleme wie Übelkeit und Durchfall, Kopfschmerzen, Hautausschlag und Juckreiz.

    Verschiedene Antibiotika wirken ähnlich gut

    Eine Forschergruppe des internationalen Forschungsnetzwerks Cochrane Collaboration hat versucht herauszufinden, wie effektiv die verschiedenen Antibiotika bei einer Blasenentzündung im Vergleich zueinander sind. Sie haben alle aussagekräftigen Studien in einer sogenannten systematischen Übersicht zusammengefasst.

    Ihr Fazit: Alle analysierten Mittel lindern die Beschwerden ähnlich gut. Welches Medikament im Einzelfall angebracht ist, hängt unter anderem von folgenden Fragen ab:

    • Spricht etwas gegen die Einnahme bestimmter Antibiotika, beispielsweise Allergien, Unverträglichkeiten oder eine Schwangerschaft?
    • Welche Nebenwirkungen treten bei einzelnen Antibiotika häufiger oder seltener auf als bei anderen?
    • Wie empfindlich sind die vorhandenen Erreger gegen verschiedene Antibiotika?

    Resistente Erreger sind unempfindlich gegen bestimmte Antibiotika. Diese können sich unter anderem bilden, wenn Antibiotika zu häufig eingesetzt werden.

    Antibiotika drei oder fünf Tage einnehmen?

    Zur Linderung der Beschwerden reicht meist eine einzige Antibiotika-Dosis, wie sie bis vor einigen Jahren verschrieben wurde. Die Einmal-Gabe lässt zwar die Beschwerden schnell abklingen, allerdings sorgen überlebende Bakterien oft für einen Rückfall. Heute werden Harnwegsentzündungen deshalb entweder durch eine dreitägige Kurztherapie oder durch eine längere Antibiotika-Einnahme über fünf oder mehr Tage behandelt.

    Um die Frage zu beantworten, ob die dreitägige Kurzzeit-Therapie oder die längere Einnahme von Antibiotika besser ist, haben Wissenschaftler der Cochrane Collaboration insgesamt 32 Studien mit über 9600 Frauen ausgewertet. Aus der Analyse haben die Wissenschaftler mehrere Schlüsse gezogen, die bei der Therapie-Entscheidung helfen können.

    Das erste Ergebnis ist, dass eine dreitägige Behandlung den meisten Frauen mit einer unkomplizierten Blasenentzündung genügt, um die Beschwerden zu lindern. Eine längere Antibiotika-Einnahme half nicht besser, führte jedoch häufiger zu Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Problemen oder Hautausschlag.

    Ein weiterer Unterschied zeigte sich bei der Untersuchung von Urinproben der Patientinnen. Während einer Blasenentzündung lassen sich Bakterien im Urin nachweisen. Nach einer fünftägigen Therapie war der Urin fast aller Frauen bakterienfrei. Nach einer dreitägigen Antibiotika-Therapie waren bei einigen Frauen jedoch immer noch Bakterien zu finden. Ob das aber häufiger zu Rückfällen führt, ließen die Studien offen.

    Dennoch geht es bei der Entscheidung über die Länge der Therapie um die Frage, ob für eine Frau ein möglicherweise erhöhtes Risiko für einen Rückfall oder die Nebenwirkungen mehr ins Gewicht fallen: Wer möglichst sichergehen will, dass die Infektion abgeklungen ist, bevorzugt vielleicht Antibiotika über fünf oder mehr Tage. Wem es hingegen wichtig ist, Nebenwirkungen möglichst zu vermeiden, wählt vielleicht eher eine dreitägige Therapie.

    Quellen

    Falagas ME, Kotsantis IK, Vouloumanou EK, Rafailidis PI. Antibiotics versus placebo in the treatment of women with uncomplicated cystitis: a meta-analysis of randomized controlled trials. J Infect 2009; 58(2): 91-102.

    Milo G, Katchman EA, Paul M, Christiaens T, Baerheim A, Leibovici L. Duration of antibacterial treatment for uncomplicated urinary tract infection in women. Cochrane Database Syst Rev 2005; (2): CD004682.

    Zalmanovici Trestioreanu A, Green H, Paul M, Yaphe J, Leibovici L. Antimicrobial agents for treating uncomplicated urinary tract infection in women. Cochrane Database Syst Rev 2010; (10): CD007182.

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    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
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    Mehr Wissen: Blasenentzündungen vorbeugen

    Ein Patentrezept zur Vorbeugung von Blasenentzündungen gibt es nicht. Medikamente, die vorbeugend wirken, müssen lange eingenommen werden und haben häufig Nebenwirkungen. Andere Mittel sind unwirksam oder nicht ausreichend erforscht. Im Alltag kann es sich aber lohnen, auf bestimmte Dinge zu achten.

    Auch wenn eine Blasenentzündung (Zystitis) normalerweise unproblematisch ist: Die damit verbundenen Beschwerden können sehr unangenehm sein und den Alltag stören. Manchen Frauen sind sie außerdem peinlich. Wer häufig wiederkehrende Blasenentzündungen hat, scheut sich, an Freizeitaktivitäten wie Schwimmen teilzunehmen und hat vielleicht weniger Lust auf Sex. Vielen Frauen ist es daher sehr wichtig, einer Blasenentzündung möglichst vorzubeugen.

    Ein Patentrezept zur Vorbeugung von Blasenentzündungen gibt es nicht. Medikamente, die vorbeugend wirken, müssen lange eingenommen werden und haben häufig Nebenwirkungen. Andere Mittel sind unwirksam oder nicht ausreichend erforscht. Im Alltag kann es sich aber lohnen, auf bestimmte Dinge zu achten.

    Auch wenn eine Blasenentzündung (Zystitis) normalerweise unproblematisch ist: Die damit verbundenen Beschwerden können sehr unangenehm sein und den Alltag stören. Manchen Frauen sind sie außerdem peinlich. Wer häufig wiederkehrende Blasenentzündungen hat, scheut sich, an Freizeitaktivitäten wie Schwimmen teilzunehmen und hat vielleicht weniger Lust auf Sex. Vielen Frauen ist es daher sehr wichtig, einer Blasenentzündung möglichst vorzubeugen.

    Vorbeugung im Alltag

    Es gibt verschiedene Maßnahmen, die helfen sollen, Blasenentzündungen vorzubeugen. Da durch Geschlechtsverkehr mehr Bakterien in die Harnröhre gelangen können, wird häufig geraten, danach auf die Toilette zu gehen und Wasser zu lassen, damit die Bakterien aus der Harnröhre gespült werden. Auch die Wahl des Verhütungsmittels spielt eine Rolle: So können spermienabtötende Mittel und Diaphragmen Blasenentzündungen begünstigen. Es kann deshalb einen Versuch wert sein, andere Verhütungsmethoden auszuprobieren.

    Auch eine gute Intimhygiene wird immer wieder genannt – dabei reicht Waschen mit warmem Wasser und Seife aus, Intimsprays sind überflüssig. Wichtig ist darauf zu achten, dass möglichst wenige Darmbakterien in Scheide und Harnröhre geraten. Konkret ist damit zum Beispiel gemeint, nach dem Stuhlgang mit dem Toilettenpapier immer von vorn nach hinten zu wischen.

    Häufig wird empfohlen, darauf zu achten, dass Füße und Unterleib nicht kalt werden. Manchmal werden zudem allgemeine Ratschläge zur Stärkung der Abwehrkräfte gegeben, wie ausreichend Schlaf und Vermeiden von Stress.

    Selbst wenn diese Tipps nachvollziehbar klingen und sich im Alltag einfach umsetzen lassen: Wissenschaftlich konnte bisher nicht gezeigt werden, ob solche Maßnahmen helfen oder nicht. Wahrscheinlich werden viele dieser Alltagstipps auch nie in aussagekräftigen Studien überprüft werden.

    Cranberry-Produkte

    Manchmal werden Cranberry-Produkte zur Vorbeugung von Blasenentzündungen empfohlen. In Apotheken und Drogerien sind Zubereitungen aus den Beeren in Form von Säften, Pulver, Kapseln und Tabletten erhältlich. Studien haben jedoch gezeigt, dass Cranberries Blasenentzündungen nicht vorbeugen können. Viele Frauen tun sich zudem schwer damit, diese Produkte über einen langen Zeitraum regelmäßig einzunehmen.

    Antibiotika

    Frauen, die immer wieder Blasenentzündungen haben, können Antibiotika in einer niedrigen Dosierung vorbeugend einnehmen. Dies müssen sie dann jedoch über einen sehr langen Zeitraum tun, häufig über sechs bis zwölf Monate. Die optimale Dauer ist zudem noch unklar.

    Zwar bekommen Frauen dadurch im Durchschnitt weniger Blasenentzündungen, sie haben aber recht häufig Nebenwirkungen wie Verdauungsstörungen, Hautausschlag und Pilzinfektionen in der Scheide. Viele Frauen brechen die Einnahme deshalb nach einiger Zeit ab. Zudem erhöht eine zu häufige Einnahme von Antibiotika die Gefahr, dass die Bakterien widerstandsfähiger gegen die Wirkstoffe werden und die Mittel nicht mehr wirken (Resistenzbildung).

    Hormone

    Ab den Wechseljahren produziert der Körper weniger vom weiblichen Geschlechtshormon Östrogen. Bei manchen Frauen wird dadurch die Schleimhaut der Scheide dünner und trockener, weshalb sich dort leichter Keime ansiedeln und auch Blasenentzündungen auslösen können. Östrogenpräparate zum Einführen in die Scheide – zum Beispiel als Zäpfchen, Creme oder Tablette – sollen diesem Effekt vorbeugen.

    Lokal angewendete Östrogenpräparate können manchen Frauen helfen, die Zahl der Blasenentzündungen zu verringern. Allerdings können die Mittel Nebenwirkungen wie Jucken und Brennen im Vaginalbereich haben. Zudem weiß man noch nicht viel über die Folgen, wenn Frauen die Mittel über einen längeren Zeitraum (mehr als acht Monate) anwenden.

    Östrogentabletten zum Einnehmen können Blasenentzündungen dagegen nicht vorbeugen. Zudem können sie nach einigen Monaten zu Nebenwirkungen führen, wie Spannungsgefühlen in den Brüsten, leichten Scheidenblutungen und Hautausschlag.

    Medikamente mit inaktiven Bakterienstämmen

    Seit 2004 ist eine Impfung gegen Blasenentzündungen auf dem Markt. Der Impfstoff enthält mehrere inaktive Bakterienstämme. Der Hersteller gibt an, dass der Körper durch die Impfung lerne, sich gegen die Erreger besser zur Wehr zu setzen. Ob diese Impfung tatsächlich schützt, ist jedoch nicht ausreichend erforscht. Von den gesetzlichen Krankenkassen wird sie nicht bezahlt.

    Eine weitere Möglichkeit ist die Einnahme von Kapseln mit einem Extrakt aus abgetöteten Escherichia-coli-Bakterien. Auch sie sollen dem Körper helfen, bei einer Infektion schneller und effektiver zu reagieren. Studien geben einen schwachen Hinweis darauf, dass die Behandlung erneuten Harnwegsinfekten vorbeugen kann. Da an den bisherigen Studien aber nur relativ wenige Menschen teilnahmen, sind die Forschungsergebnisse noch unsicher. Die Kosten für die Kapseln werden in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet.

    Quellen

    Albert X, Huertas I, Pereiro II, Sanfélix J, Gosalbes V, Perrotta C. Antibiotics for preventing recurrent urinary tract infection in non-pregnant women. Cochrane Database Syst Rev 2004; (3): CD001209.

    Barbosa-Cesnik C, Brown MB, Buxton M, Zhang L, DeBusscher J, Foxman B. Cranberry juice fails to prevent recurrent urinary tract infection: results from a randomized placebo-controlled trial. Clin Infect Dis 2011; 52(1): 23-30.

    Beerepoot MA, Geerlings SE, van Haarst EP, van Charante NM, ter Riet G. Nonantibiotic prophylaxis for recurrent urinary tract infections: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. J Urol 2013; 190(6): 1981-1989.

    Jepson RG, Williams G, Craig JC. Cranberries for preventing urinary tract infections. Cochrane Database Syst Rev 2012; (10): CD001321.

    Milo G, Katchman EA, Paul M, Christiaens T, Baerheim A, Leibovici L. Duration of antibacterial treatment for uncomplicated urinary tract infection in women. Cochrane Database Syst Rev 2005; (2): CD004682.

    Perrotta C, Aznar M, Mejia R, Albert X, Ng CW. Oestrogens for preventing recurrent urinary tract infection in postmenopausal women. Cochrane Database Syst Rev 2008; (2): CD005131.

    Sen A. Recurrent cystitis in non-pregnant women. BMJ Clin Evid 2008.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Behandlung einer akuten Blasenentzündung

    Antibiotika können bei einer akuten Blasenentzündung die Beschwerden rasch lindern und die Infektion beseitigen. Darüber hinaus gibt es einige Hausmittel und pflanzliche Präparate. Allerdings ist deren Wirksamkeit bisher wissenschaftlich nicht nachgewiesen.

    Unkomplizierte Blasenentzündungen sind sehr häufig. Die Ursache ist eine Infektion mit Bakterien. Sie macht sich normalerweise als brennender Schmerz beim Wasserlassen bemerkbar, oft verbunden mit gesteigertem Harndrang. Diese Beschwerden können sehr unangenehm sein, lassen sich aber gut behandeln. Eine unkomplizierte Blasenentzündung heilt meistens ohne Probleme aus.

    Frauen gehen mit Blasenentzündungen ganz unterschiedlich um. Manche warten ein paar Tage ab, ob die Beschwerden von selbst wieder verschwinden oder beherzigen gängige Tipps, wie viel zu trinken oder nach dem Geschlechtsverkehr die Blase zu entleeren. Viele entscheiden sich aber wegen der unangenehmen Beschwerden dafür, Antibiotika einzunehmen.

    Antibiotika können bei einer akuten Blasenentzündung die Beschwerden rasch lindern und die Infektion beseitigen. Darüber hinaus gibt es einige Hausmittel und pflanzliche Präparate. Allerdings ist deren Wirksamkeit bisher wissenschaftlich nicht nachgewiesen.

    Unkomplizierte Blasenentzündungen sind sehr häufig. Die Ursache ist eine Infektion mit Bakterien. Sie macht sich normalerweise als brennender Schmerz beim Wasserlassen bemerkbar, oft verbunden mit gesteigertem Harndrang. Diese Beschwerden können sehr unangenehm sein, lassen sich aber gut behandeln. Eine unkomplizierte Blasenentzündung heilt meistens ohne Probleme aus.

    Frauen gehen mit Blasenentzündungen ganz unterschiedlich um. Manche warten ein paar Tage ab, ob die Beschwerden von selbst wieder verschwinden oder beherzigen gängige Tipps, wie viel zu trinken oder nach dem Geschlechtsverkehr die Blase zu entleeren. Viele entscheiden sich aber wegen der unangenehmen Beschwerden dafür, Antibiotika einzunehmen.

    Antibiotika helfen rasch

    Für Antibiotika ist nachgewiesen, dass sie bei einer unkomplizierten Blasenentzündung rasch und gut helfen. Die Schmerzen und das Brennen lassen meist schon innerhalb von ein bis drei Tagen nach und sind kurze Zeit später vollständig verschwunden.

    Wie lange das Antibiotikum eingenommen werden muss, hängt vom jeweiligen Wirkstoff ab. Die meisten Antibiotika werden heute entweder drei oder mehr als fünf Tage eingenommen. Die früher häufiger verschriebene Einmal-Gabe reichte zwar auch aus, um die Beschwerden zu bessern, allerdings sorgten überlebende Bakterien öfter für einen Rückfall.

    Bei den meisten Frauen genügt eine dreitägige Behandlung, um die Beschwerden zu verringern. Eine längere Einnahme lindert die Beschwerden nicht besser, führt aber häufiger zu Nebenwirkungen wie Pilzinfektionen der Scheide, Magen-Darm-Problemen und Hautausschlag. Allerdings können nach der dreitägigen Anwendung mehr Bakterien in der Blase zurückbleiben. Ob dies zu häufigeren Rückfällen führt, ist nicht geklärt.

    Die Wahl des Antibiotikums ist daher eine Abwägungssache: Frauen, die möglichst sichergehen wollen, dass der Infekt vollständig abklingt, bevorzugen vielleicht Antibiotika, die über fünf oder mehr Tage eingenommen werden. Frauen, die das Risiko für Nebenwirkungen gering halten möchten, nehmen vielleicht lieber ein Präparat, das sie nur für drei Tage einnehmen müssen.

    Welches Antibiotikum infrage kommt, kann mit der Ärztin oder dem Arzt besprochen werden. In jedem Fall ist es wichtig, das ausgewählte Präparat wie vorgesehen einzunehmen und die Therapie nicht vorzeitig zu beenden.

    Was kann ich bei einer Blasenentzündung noch tun?

    Viele Frauen trinken reichlich Wasser oder Tee und versuchen so, die Bakterien aus der Blase zu spülen. Auch Wärme (etwa als Wärmflasche, Heizdecke oder heißes Bad) wird zur Schmerzlinderung und Entspannung angewendet. Es gibt aber keine Studien dazu, wie wirksam diese Hausmittel sind.

    Manche Frauen probieren außerdem zahlreiche pflanzliche Mittel, um ihre Beschwerden zu lindern, zum Beispiel:

    • harntreibende pflanzliche Mittel wie Birkenblätter, Schachtelhalm oder Brennnessel
    • Präparate mit Bärentraubenblättern, Cranberries oder Moosbeeren, die entzündungshemmend wirken sollen

    Es ist jedoch für keines dieser Mittel wissenschaftlich belegt, dass es hilft. Dies gilt auch für homöopathische Mittel und Anwendungen aus der traditionellen chinesischen Medizin. Manche können bei einer Langzeitanwendung möglicherweise sogar schaden.

    Für Frauen mit wiederkehrenden Blasenentzündungen werden zudem Blasenspülungen angeboten, die verhindern sollen, dass sich Bakterien in der Blase festsetzen. Ob solche Spülungen hilfreich sind, ist bisher nicht ausreichend untersucht. Sie werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt.

    Bei einer akuten Blasenentzündung lassen sich die brennenden Schmerzen beim Wasserlassen auch mit Schmerzmitteln dämpfen. Über Nebenwirkungen solcher Arzneimittel informiert die Packungsbeilage des jeweiligen Präparats. Wer unsicher ist, ob ein Schmerzmittel sinnvoll ist und welches geeignet wäre, fragt am besten die Ärztin oder den Arzt.

    Quellen

    American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG). Treatment of urinary tract infections in nonpregnant women. ACOG Practice Bulletin No 91. Obstet Gynecol 2008; 111(3): 785-794.

    Falagas ME, Kotsantis IK, Vouloumanou EK, Rafailidis PI. Antibiotics versus placebo in the treatment of women with uncomplicated cystitis: A meta-analysis of randomized controlled trials. J Infect 2009; 58(2): 91-102.

    Jepson RG, Mihaljevic L, Craig J. Cranberries for treating urinary tract infections. Cochrane Database Syst Rev 2010; (9): CD001322.

    Malterud K, Baerheim A. Peeing barbed wire. Symptom experiences in women with lower urinary tract infection. Scand J Prim Health Care 1999; 17(1): 49-53.

    Milo G, Katchman EA, Paul M, Christiaens T, Baerheim A, Leibovici L. Duration of antibacterial treatment for uncomplicated urinary tract infection in women. Cochrane Database Syst Rev 2005; (2): CD004682.

    Sen A. Recurrent cystitis in non-pregnant women. BMJ Clin Evid 2008.

    Zalmanovici Trestioreanu A, Green H, Paul M, Yaphe J, Leibovici L. Antimicrobial agents for treating uncomplicated urinary tract infection in women. Cochrane Database Syst Rev 2010; (10): CD007182.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.