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Herzschwäche

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    Überblick

    Viele Menschen mit Herzschwäche vermeiden körperliche Belastungen, um Beschwerden wie Kurzatmigkeit und Luftnot vorzubeugen. Offenbar tut Bewegung bei Herzschwäche auf lange Sicht aber gerade gut: Studien zeigen, dass spezielle Herzsport-Programme die Fitness und Lebensqualität verbessern können.

    Einleitung

    Von einer Herzschwäche spricht man, wenn das Herz nicht in der Lage ist, ausreichend Blut in den Körper zu pumpen. Das kann dazu führen, dass Organe, Muskeln und andere Gewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Andere Bezeichnungen für Herzschwäche sind Herzinsuffizienz, Herzmuskelschwäche oder Herzversagen.

    Eine Herzschwäche kann akut auftreten, zum Beispiel nach einem Herzinfarkt, oder sich über lange Zeit entwickeln – etwa durch einen dauerhaft erhöhten Blutdruck oder eine koronare Herzkrankheit.

    Je nachdem wie weit eine Herzschwäche fortgeschritten ist, kann sie unbemerkt bleiben, nur leichte Beschwerden auslösen oder die körperliche Belastbarkeit erheblich beinträchtigen. Bei einer fortgeschrittenen Herzschwäche fallen schon normale Alltagsaktivitäten schwer. Verschiedene Behandlungen können die Beschwerden lindern und die Lebenserwartung erhöhen.

    Symptome

    Eine Herzschwäche kann sich unterschiedlich äußern. Die häufigsten Anzeichen sind:

    • Kurzatmigkeit und Luftnot
    • Erschöpfung und Abgeschlagenheit
    • Wassereinlagerungen in den Füßen, Knöcheln oder Beinen, seltener auch im Genitalbereich oder im Bauch

    Andere mögliche Beschwerden sind ein schneller Herzschlag, häufiges nächtliches Wasserlassen, Konzentrationsprobleme und trockener Husten. Wenn sich Wasser im Gewebe einlagert, kann es auch zu einer Gewichtszunahme kommen.

    Solche Beschwerden können aber auch andere Ursachen haben. Zudem haben viele Betroffene noch andere Erkrankungen. Deshalb kann es schwierig sein, eine beginnende Herzinsuffizienz festzustellen.

    Ursachen

    Eine Herzschwäche ist meistens die Folge einer anderen Erkrankung, die den Herzmuskel oder die Blutgefäße geschädigt hat. Die häufigsten Ursachen sind:

    • Koronare Herzkrankheit (KHK)
    • Herzinfarkt
    • Bluthochdruck

    Bei einer koronaren Herzkrankheit (KHK) sind die Adern verengt, die das Herz mit sauerstoffreichem Blut versorgen. Wenn das Herz infolgedessen nicht ausreichend durchblutet wird, kann eine Herzschwäche entstehen. Bei einem Herzinfarkt verstopft eine dieser Adern so plötzlich, dass Teile des Herzmuskels gar nicht mehr durchblutet werden und Muskelgewebe abstirbt.

    Ein dauerhafter Bluthochdruck kann dazu führen, dass die Gefäße ihre Elastizität verlieren. Das Herz muss dann dauerhaft gegen einen erhöhten Widerstand arbeiten. Damit die Blutversorgung weiterhin sichergestellt ist, finden im Körper verschiedene Anpassungsvorgänge statt. Unter anderem wird der Herzmuskel größer und dicker, was zunächst die Pumpleistung erhöht. Mit der Zeit kommt es jedoch zur Versteifung des Muskels oder zu einer Erweiterung der Herzkammern, was die Pumpleistung langfristig verschlechtert und in eine Herzschwäche münden kann.

    Eine Herzschwäche kann auch durch Erkrankungen des Herzmuskels, der Herzklappen oder des Herzbeutels ausgelöst werden. Dazu gehören Entzündungen, angeborene Veränderungen der Herzmuskulatur, Herzklappenfehler und Herzrhythmusstörungen wie das Vorhofflimmern. Auch Alkohol- oder Drogenmissbrauch sowie bestimmte Arzneimittel können den Herzmuskel schädigen.

    Risikofaktoren

    Zu den häufigsten Risikofaktoren für eine Herzschwäche gehören:

    • Diabetes mellitus Typ 2
    • Rauchen
    • hoher Alkoholkonsum
    • starkes Übergewicht (Adipositas)
    • bestimmte Krebsmedikamente

    Eine familiäre Veranlagung für seltenere Herzerkrankungen, etwa für bestimmte Herzmuskelerkrankungen, gilt ebenfalls als Risikofaktor für eine Herzschwäche.

    Häufigkeit

    An einer Herzschwäche erkranken vor allem ältere Menschen. Meist tritt sie erst nach dem 65. Lebensjahr auf und wird mit zunehmendem Alter immer häufiger. Mehr als 10 % der über 70-Jährigen haben eine Herzschwäche.

    Verlauf

    Je nachdem wie weit eine Herzschwäche fortgeschritten ist, unterscheidet man vier Schweregrade:

    • beschwerdefreie (asymptomatische) Herzschwäche: Sie verursacht noch keine Symptome. Mit bestimmten Untersuchungen lässt sich aber eine verringerte Herzleistung feststellen.
    • leichte Herzschwäche: Bei stärkerer körperlicher Anstrengung wie Treppensteigen oder Bergaufgehen treten Symptome wie Erschöpfung oder Luftnot auf. Geringe körperliche Belastungen lösen aber keine Beschwerden aus.
    • mittelschwere Herzschwäche: Bereits gewöhnliche Tätigkeiten und leichte körperliche Anstrengung wie Gehen auf gerader Strecke führen zu Beschwerden.
    • schwere Herzschwäche: Beschwerden treten in Ruhe oder schon bei geringsten körperlichen Aktivitäten auf. Liegen ist nur noch mit erhöhtem Oberkörper möglich. Manche Menschen mit schwerer Herzinsuffizienz sind bettlägerig.

    Wie sich eine Herzschwäche entwickelt, hängt unter anderem von ihrer Ursache und möglichen Begleiterkrankungen ab. Bei manchen Menschen lassen sich die Beschwerden viele Jahre gut unter Kontrolle halten. Manchmal wird das Herz allerdings schnell schwächer. Ärztinnen und Ärzte können dabei helfen, den Verlauf der Erkrankung abzuschätzen.

    Wenn eine andere behandelbare Erkrankung wie geschädigte Herzklappen zur Herzschwäche geführt hat, lässt sie sich manchmal aufhalten. Bei den meisten Menschen ist sie aber nicht heilbar und das Herz wird mit der Zeit immer schwächer.

    Folgen

    Eine fortgeschrittene Herzschwäche kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen, weil dann oft schon normale Aktivitäten erschwert oder gar nicht mehr möglich sind. Sie kann außerdem zu verschiedenen Problemen führen. Dazu gehören Herzrhythmusstörungen, Lungenentzündungen und schlecht heilende Geschwüre an den Unterschenkeln.

    Plötzliche Wassereinlagerungen in der Lunge (Lungenödem) können zu Erstickungsanfällen mit Husten und schaumigem Auswurf führen. Größere Wasseransammlungen zwischen Lungen- und Rippenfell können die Atmung stark behindern. Wasser kann sich auch im Bauchraum oder in der Leber stauen. Der Leib ist dann aufgebläht, es kommt zu Appetitlosigkeit, Übelkeit und Verdauungsproblemen.

    Wenn sich die Herzleistung plötzlich stark verschlechtert, kann das lebensbedrohlich sein und eine Krankenhausbehandlung nötig werden. Eine akute Verschlechterung äußert sich zum Beispiel durch Atemnot, die bereits bei geringer Belastung oder in Ruhe, vor allem im Liegen, auftritt.

    Diagnose

    Beschwerden wie Luftnot, Erschöpfung oder Wassereinlagerungen und Anzeichen wie Herzgeräusche oder Rasseln beim Atmen können auf eine Herzschwäche hinweisen. Um die Diagnose zu sichern, muss die Ärztin oder der Arzt jedoch verschiedene Untersuchungen machen. Dazu gehören

    • eine Untersuchung der Herzströme und des Herzrhythmus mittels EKG (Elektrokardiogramm),
    • die Bestimmung unterschiedlicher Blutwerte und
    • eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiografie).

    Durch die Echokardiografie kann gleichzeitig die Pumpleistung des Herzens gemessen und die Funktion der Herzklappen geprüft werden.

    Wichtig ist zudem, nach der Ursache der Herzschwäche zu suchen, um auch die Grunderkrankung behandeln zu können.

    Behandlung

    Die Behandlung einer Herzinsuffizienz stützt sich auf mehrere Säulen:

    • Behandlung der Grunderkrankung: Wenn – wie meistens – eine andere Herz-Kreislauf-Erkrankung wie Bluthochdruck zu der Herzschwäche geführt hat, wird auch sie behandelt.
    • Medikamente: Zum Beispiel Betablocker, ACE-Hemmer und Diuretika können das Herz entlasten und die Beschwerden lindern. Welche Mittel infrage kommen, hängt von der Art der Herzschwäche ab.
    • körperliches Training: Für Menschen mit Herzschwäche gibt es spezielle Herzsport-Programme, die ein angepasstes Ausdauer- und Muskeltraining beinhalten. Solche Programme können die körperliche Belastbarkeit erhöhen und die Lebensqualität verbessern.

    Man kann auch selbst etwas tun, um das Herz-Kreislauf-System zu entlasten. Dazu gehört: nicht zu rauchen, Alkohol nur in Maßen zu trinken und körperlich so gut es geht aktiv zu bleiben. Bei einer fortgeschrittenen Herzschwäche kann es helfen, die tägliche Trinkmenge zu verringern und das Körpergewicht regelmäßig zu kontrollieren. Dies kann Wassereinlagerungen vorbeugen und gegen Erschöpfung helfen.

    Sinnvoll ist zudem, gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt einen Medikamentenplan aufzustellen, um mögliche Wechselwirkungen der verschiedenen Medikamente zu berücksichtigen. Dort sollten auch rezeptfrei erhältliche Mittel eingetragen werden. So können beispielsweise Schmerzmittel wie Diclofenac und Ibuprofen bei Herzschwäche ungeeignet sein, da sie die Nieren zusätzlich belasten.

    Weitere Informationen

    Die Hausarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem ärztlichen Rat braucht. Wir informieren darüber, wie man die richtige Praxis findet, wie man sich am besten auf den Arztbesuch vorbereitet und was dabei wichtig ist.

    Quellen

    Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale Versorgungsleitlinie Chronische Herzinsuffizienz - Kurzfassung. AWMF-Registernr.: nvl-006. 2017.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Was Studien sagen: Helfen Sportprogramme, fit zu bleiben?

    Viele Menschen mit Herzschwäche vermeiden körperliche Belastungen. Für die meisten ist aber das Gegenteil sinnvoll: Gezielte Trainingsprogramme können die Leistungsfähigkeit erhöhen und die Lebensqualität verbessern.

    Bei einer Herzschwäche kann körperliche Belastung Kurzatmigkeit und Luftnot auslösen, weil das Herz es nicht mehr schafft, genug sauerstoffreiches Blut zu Organen, Muskeln und anderen Geweben zu pumpen. Dies kann beängstigend sein und dazu führen, dass Menschen mit einer Herzschwäche ihre körperlichen Aktivitäten einschränken. Wenn man sich aber kaum noch bewegt, nimmt die Leistungsfähigkeit noch weiter ab – und mit ihr auch die Lebensqualität und Selbstständigkeit.

    Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, wurden spezielle Herzsport-Programme für Menschen mit Herzschwäche entwickelt. In diesen Programmen können sie ihren Kreislauf trainieren, ohne sich körperlich zu überfordern.

    Studien zeigen: Herzsport kann Fitness und Lebensqualität verbessern

    Eine Wissenschaftlergruppe des internationalen Forschungsnetzwerks Cochrane Collaboration hat die Wirksamkeit und Sicherheit von Herzsport-Programmen untersucht. Sie wertete die Ergebnisse von 34 Studien mit mehr als 4700 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus. Die meisten Teilnehmenden waren 50 bis 80 Jahre alt und hatten eine leichte oder mittelschwere Herzschwäche.

    Die Ergebnisse zeigen, dass Menschen mit einer Herzschwäche von Herzsport profitieren können: Die Teilnehmenden wurden körperlich leistungsfähiger und konnten sich besser bewegen, laufen und arbeiten als Personen, die nicht an solchen Programmen teilgenommen hatten. Zudem bewerteten sie ihre Lebensqualität höher und mussten seltener wegen ihrer Herzprobleme in ein Krankenhaus:

    • Ohne Herzsport-Programm mussten etwa 12 von 100 Personen innerhalb eines Jahres in ein Krankenhaus.
    • Mit Herzsport-Programm mussten etwa 7 von 100 Teilnehmenden innerhalb eines Jahres in ein Krankenhaus.

    Die Teilnahme an einem Herzsport-Programm bewahrte also 5 von 100 Menschen vor einem Klinikaufenthalt wegen ihrer Herzschwäche.

    Die Studien geben keine Hinweise darauf, dass Herzsport-Programme mit Risiken verbunden sind. Menschen, die an solchen Programmen teilnahmen, hatten langfristig sogar eine etwas höhere Lebenserwartung.

    Woraus bestanden die Herzsport-Programme?

    In den meisten Studien trainierten die Teilnehmenden ihre Ausdauer durch schnelles Gehen oder Radfahren auf einem Heimtrainer oder im Freien. Auch das Trainieren mit einer Rudermaschine oder auf einem Stepper, der Treppensteigen simuliert, waren möglich.

    Wie viel trainiert wurde, unterschied sich von Studie zu Studie: zwischen zwei- bis siebenmal in der Woche für insgesamt 15 bis 120 Minuten. Am häufigsten trainierten die Teilnehmenden drei mal 30 bis 60 Minuten. In manchen Studien wurde die Intensität im Laufe des Trainings gesteigert.

    Kann man auch zu Hause allein trainieren?

    Eine neuere Auswertung mehrerer Studien, in denen die Teilnehmenden unter vorheriger ärztlicher Anleitung selbst zu Hause trainierten, hat gezeigt: Vermutlich ist ein solches Training vergleichbar wirksam wie die Teilnahme an einem Herzsport-Programm. Dabei nutzten die Teilnehmenden unter anderem Pulsuhren  und Schrittzähler, um ihre körperliche Aktivität und Belastung zu überwachen.  Viele Menschen mit Herzschwäche entwickeln mit der Zeit auch ein Gefühl dafür – und fühlen sich beim Training sicherer.

    Für Menschen, die Angst haben, allein zu trainieren, kann es hilfreich sein, das Training zusammen mit Freunden oder Angehörigen zu beginnen. Wichtig ist, vorab mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen, welcher Sport in welcher Intensität geeignet ist.

    Wenn sich beim Training Beschwerden zeigen oder die Belastbarkeit über mehrere Tage stetig abnimmt, ist es wichtig, ärztlichen Rat einzuholen. Bei akuten Erkrankungen und Fieber sollte man zudem auf Herzsport verzichten.

    Quellen

    Taylor RS, Dalal H, Jolly K, Zawada A, Dean SG, Cowie A et al. Home-based versus centre-based cardiac rehabilitation. Cochrane Database Syst Rev 2015; (8): CD007130.

    Taylor RS, Sagar VA, Davies EJ, Briscoe S, Coats AJ, Dalal H et al. Exercise-based rehabilitation for heart failure. Cochrane Database Syst Rev 2014; (4): CD003331.

    Zwisler AD, Norton RJ, Dean SG, Dalal H, Tang LH, Wingham J et al. Home-based cardiac rehabilitation for people with heart failure: A systematic review and meta-analysis. Int J Cardiol 2016; 221: 963-969.

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    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Formen der Herzschwäche

    Bei einer Herzschwäche kann das Herz nicht mehr ausreichend Blut in den Kreislauf pumpen. Dabei ist der Herzmuskel entweder zu schwach oder nicht dehnbar genug. Zudem können unterschiedliche Teile des Herzens betroffen sein. Von der Art der Herzschwäche hängt unter anderem ab, welche Medikamente infrage kommen.

    Eine Herzschwäche betrifft oft nur die linke oder die rechte Herzhälfte, manchmal aber auch beide. Entsprechend unterscheidet man drei Formen der Herzinsuffizienz:

    • Linksherz-Insuffizienz: Die linke Herzkammer pumpt nicht mehr genug Blut in den Körper. Dadurch staut sich das Blut in den Lungenvenen – den Gefäßen, die das Blut aus der Lunge abtransportieren. Dies äußert sich durch Kurzatmigkeit, Luftnot oder Husten, vor allem bei körperlicher Betätigung. Die Linksherz-Insuffizienz ist die häufigste Form der Herzschwäche.
    • Rechtsherz-Insuffizienz: Die rechte Herzkammer ist zu schwach, um ausreichend Blut in die Lunge zu pumpen. Dadurch staut sich das Blut in den Venen – also den Gefäßen, die das Blut aus den Organen und dem Gewebe zurück zum Herzen transportieren. Durch den Rückstau kann Wasser aus den Venen ins umliegende Gewebe gepresst werden. Dies führt zu Wassereinlagerungen in den Beinen, seltener auch im Genitalbereich, in Organen oder im Bauch.
    • globale Herzinsuffizienz: Bei einer globalen Herzschwäche sind beide Herzhälften betroffen. Dann können sowohl Beschwerden wie Kurzatmigkeit als auch Wassereinlagerungen auftreten.

    Eine Linksherz-Insuffizienz entsteht in der Regel durch eine koronare Herzkrankheit (KHK), einen Herzinfarkt oder seit langem bestehenden Bluthochdruck. Die Rechtsherz-Insuffizienz entwickelt sich meist als Folge einer fortschreitenden Linksherz-Insuffizienz und wird dann genauso behandelt. Manchmal wird sie auch durch einen erhöhten Blutdruck im Lungenkreislauf, eine Lungenembolie oder bestimmte Lungenerkrankungen wie COPD verursacht.

    Bei einer Herzschwäche kann das Herz nicht mehr ausreichend Blut in den Kreislauf pumpen. Dabei ist der Herzmuskel entweder zu schwach oder nicht dehnbar genug. Zudem können unterschiedliche Teile des Herzens betroffen sein. Von der Art der Herzschwäche hängt unter anderem ab, welche Medikamente infrage kommen.

    Eine Herzschwäche betrifft oft nur die linke oder die rechte Herzhälfte, manchmal aber auch beide. Entsprechend unterscheidet man drei Formen der Herzinsuffizienz:

    • Linksherz-Insuffizienz: Die linke Herzkammer pumpt nicht mehr genug Blut in den Körper. Dadurch staut sich das Blut in den Lungenvenen – den Gefäßen, die das Blut aus der Lunge abtransportieren. Dies äußert sich durch Kurzatmigkeit, Luftnot oder Husten, vor allem bei körperlicher Betätigung. Die Linksherz-Insuffizienz ist die häufigste Form der Herzschwäche.
    • Rechtsherz-Insuffizienz: Die rechte Herzkammer ist zu schwach, um ausreichend Blut in die Lunge zu pumpen. Dadurch staut sich das Blut in den Venen – also den Gefäßen, die das Blut aus den Organen und dem Gewebe zurück zum Herzen transportieren. Durch den Rückstau kann Wasser aus den Venen ins umliegende Gewebe gepresst werden. Dies führt zu Wassereinlagerungen in den Beinen, seltener auch im Genitalbereich, in Organen oder im Bauch.
    • globale Herzinsuffizienz: Bei einer globalen Herzschwäche sind beide Herzhälften betroffen. Dann können sowohl Beschwerden wie Kurzatmigkeit als auch Wassereinlagerungen auftreten.

    Eine Linksherz-Insuffizienz entsteht in der Regel durch eine koronare Herzkrankheit (KHK), einen Herzinfarkt oder seit langem bestehenden Bluthochdruck. Die Rechtsherz-Insuffizienz entwickelt sich meist als Folge einer fortschreitenden Linksherz-Insuffizienz und wird dann genauso behandelt. Manchmal wird sie auch durch einen erhöhten Blutdruck im Lungenkreislauf, eine Lungenembolie oder bestimmte Lungenerkrankungen wie COPD verursacht.

    Unterscheidung nach der Pumpleistung

    Heute wird die Herzschwäche zunehmend nach der Pumpleistung des Herzens unterschieden, da diese für die Medikamentenbehandlung eine wichtige Rolle spielt. Demnach unterscheidet man zwei Formen:

    • Herzschwäche mit verminderter Auswurfleistung: Der Herzmuskel ist geschwächt und beim Zusammenziehen gelangt nicht mehr ausreichend Blut in den Körper. Dadurch kommt es zu einem Sauerstoffmangel in den Organen. Ärztinnen und Ärzte nennen dies „Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion“.
    • Herzschwäche mit erhaltener Auswurfleistung: Der Herzmuskel ist zwar noch kräftig, kann sich nach dem Zusammenziehen aber nicht mehr genug ausdehnen und füllt sich deshalb nicht richtig mit Blut. Auch bei normaler Pumpleistung gelangt dann vor allem bei körperlicher Belastung zu wenig Blut in den Körper. Mediziner sprechen von einer „Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion“.

    Eine Herzschwäche mit verminderter Auswurfleistung wird manchmal auch als „systolische“ Herzschwäche bezeichnet, eine Herzschwäche mit erhaltener als „diastolische“ Herzschwäche. Die Systole ist die Phase, in der sich das Herz zusammenzieht und die Diastole die Phase, in der sich das Herz ausdehnt.

    Unterscheidung nach dem Krankheitsverlauf

    Eine Herzschwäche kann plötzlich auftreten, zum Beispiel nach einem ausgeprägten Herzinfarkt oder infolge bestimmter Herzrhythmusstörungen. Man spricht dann von akuter Herzinsuffizienz.

    Meist entwickelt sie sich jedoch langsam infolge einer anderen Erkrankung wie zum Beispiel einem dauerhaft erhöhten Blutdruck. Dann spricht man von chronischer Herzinsuffizienz.

    Quellen

    Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale Versorgungsleitlinie Chronische Herzinsuffizienz - Kurzfassung. AWMF-Registernr.: nvl-006. 2017.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.