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Diabetes Typ 1

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    Überblick

    Bei Typ-1-Diabetes kann die Bauchspeicheldrüse kein oder nur sehr wenig Insulin produzieren. Betroffene müssen sich deshalb täglich Insulin spritzen, um ihren Körper mit dem lebenswichtigen Hormon zu versorgen. Heute ist es möglich, die Insulintherapie flexibel an den Alltag anzupassen.

    Einleitung

    Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, die sich auf viele Bereiche des Körpers auswirkt. Je nach Art des Diabetes kann der Körper entweder kein Insulin produzieren (Typ 1) oder es nicht ausreichend nutzen (Typ 2). Insulin ist ein Hormon: ein chemischer Botenstoff, der über das Blut transportiert wird und wichtige Körperfunktionen reguliert. Ohne Insulin kann der Körper die aufgenommene Nahrung nicht verwerten.

    Normalerweise produziert die Bauchspeicheldrüse das lebenswichtige Hormon und gibt es in das Blut ab. Dort sorgt es dafür, dass der durch Essen und Trinken aufgenommene Zucker in die Körperzellen transportiert und dort in Energie für den Körper umgewandelt wird. Ohne Insulin kann der Zucker im Blut nicht genutzt werden und sammelt sich dort an. Eine sehr hohe Zuckerkonzentration im Blut verursacht eine Reihe von Beschwerden.

    Menschen mit Typ-1-Diabetes müssen täglich Insulin spritzen, denn ihre Bauchspeicheldrüse produziert kein oder nur sehr wenig Insulin. Die Insulinbehandlung schützt vor zu starken Schwankungen des Blutzuckerspiegels und Beschwerden durch Unter- und Überzuckerungen. Und sie soll Folgeerkrankungen, die durch zu hohen Blutzucker entstehen können, so gut wie möglich vermeiden helfen.

     

    Grafik: Lage der Bauchspeicheldrüse und Insulinzellen Lage der Bauchspeicheldrüse und Insulinzellen

    Symptome

    Bei Typ-1-Diabetes sind ohne Behandlung die Blutzuckerwerte dauerhaft erhöht. Dies ist nicht immer gleich spürbar. Ein stark erhöhter Blutzuckerspiegel kann aber folgende Beschwerden verursachen:

    • häufiges Wasserlassen
    • starkes Durstgefühl
    • Müdigkeit und Antriebsschwäche
    • Übelkeit
    • Schwindel

    Ist der Blutzuckerspiegel sehr stark erhöht, kann es auch zu Bewusstseinsstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit (diabetisches Koma) kommen.

    Ursachen und Risikofaktoren

    Insulin wird in bestimmten Zellen der Bauchspeicheldrüse produziert, den sogenannten Betazellen. Bei Menschen mit Typ-1-Diabetes werden diese Zellen vom eigenen Immunsystem angegriffen und mit den Jahren so stark geschädigt, dass sie nur noch sehr wenig oder gar kein Insulin mehr freisetzen.

    In bestimmten Familien tritt Typ-1-Diabetes gehäuft auf. Manche Menschen haben dadurch erblich bedingt ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Man vermutet noch andere Einflüsse, wie bestimmte Infektionen oder Umweltfaktoren. Bislang lässt sich jedoch nicht genau sagen, welche Rolle sie spielen. 

    Häufigkeit und Verlauf

    Etwa 200.000 Menschen in Deutschland haben einen Typ-1-Diabetes, darunter etwa 30.000 Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre. Pro Jahr erkranken etwa 2 von 10.000 Kindern neu daran.

    Meist beginnt die Erkrankung in der Kindheit, der Jugend oder im jungen Erwachsenenalter, nur selten bei älteren Menschen. Deshalb wird Typ-1-Diabetes auch juveniler (jugendlicher) Diabetes genannt.

    Unbehandelt verursacht ein Typ-1-Diabetes rasch Probleme. Eine starke Überzuckerung löst die typischen Symptome wie Durst, häufiges Wasserlassen und lähmende Müdigkeit aus. Diese Beschwerden lassen sich durch die Gabe von Insulin schnell lindern. Ein diabetisches Koma durch eine extreme Überzuckerung ist heute sehr selten. Vor der Entwicklung der Insulintherapie im Jahr 1922 war es eine unvermeidliche Krankheitsfolge und führte zum Tod. Menschen, die an Typ-1-Diabetes erkrankten, überlebten deshalb nicht lange.

    Folgen

    Wenn Blutzuckerwerte über Jahre hinweg deutlich erhöht sind, kann dies schwerwiegende und nicht mehr rückgängig zu machende gesundheitliche Folgen haben. Folgeerkrankungen und Schäden durch einen nicht ausreichend behandelten („schlecht eingestellten“) Diabetes können viele Organe betreffen. Es kommt zu Schäden an den kleinen Blutgefäßen, die das Gewebe versorgen.

    Mit der Zeit können feinste Gefäße zum Beispiel in der Netzhaut des Auges (diabetische Retinopathie) oder in der Niere (diabetische Nephropathie) so stark geschädigt werden, dass Erblindung oder Nierenversagen drohen. Eine häufige Folge ist auch die diabetische Neuropathie, die die Nerven angreift. Das Tastgefühl, die Temperaturwahrnehmung und das Schmerzempfinden sind dann beeinträchtigt. In der Folge können sich beispielsweise Wunden entwickeln, da Druckstellen und kleine Verletzungen nicht bemerkt werden. Diese Wunden heilen wegen der eingeschränkten Durchblutung oft sehr schlecht. 

    Diagnose

    Um Diabetes mellitus festzustellen, wird der Zuckergehalt des Blutes vor der ersten Nahrungsaufnahme und während des Tages gemessen. Dazu wird in der Arztpraxis mehrmals Blut abgenommen und in einem Labor untersucht. Um zu prüfen, ob der Blutzuckerspiegel über einen längeren Zeitraum im Durchschnitt zu hoch ist, misst man den HbA1c-Wert im Blut. Dieser Wert zeigt an, wie hoch der Blutzucker in den letzten zwei bis drei Monaten im Durchschnitt war.

    Behandlung

    Bei Typ-1-Diabetes steht die tägliche Kontrolle des Blutzuckers und die regelmäßige Zufuhr von Insulin im Vordergrund der Behandlung. Die Insulintherapie ersetzt das fehlende Insulin im Körper und senkt den Blutzucker. Dabei ist es wichtig, weder zu viel noch zu wenig Insulin einzusetzen, damit der Blutzuckerspiegel nicht zu stark abfällt oder zu hoch steigt. Die Behandlung soll außerdem langfristige Komplikationen durch die Zuckerkrankheit so gut es geht vermeiden. Es gibt verschiedene Insuline und Behandlungskonzepte.

    Die Höhe des Blutzuckerspiegels hängt nicht nur davon ab, wie viel Insulin man spritzt, sondern auch davon, was man isst und trinkt und wie viel Energie man durch körperliche Bewegung verbraucht. Ebenso können die Tageszeit, entzündliche Erkrankungen, andere Medikamente oder hormonelle Veränderungen den Blutzucker beeinflussen. Die meisten Menschen mit Diabetes lernen daher, ihre Insulintherapie genau an den eigenen Körper und die persönlichen Gewohnheiten anzupassen.

    Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie sind ein ausreichendes Wissen über die eigene Erkrankung, ein gutes Selbstmanagement und eine verlässliche medizinische Versorgung. Die langfristige Gesundheit hängt aber nicht nur vom Blutzuckerspiegel ab. Weitere Aspekte wie zum Beispiel der Blutdruck können bei Diabetes eine größere Bedeutung haben. Oft sind deshalb außer Insulin noch weitere Medikamente sinnvoll, zum Beispiel um Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen.

    Leben und Alltag

    Diabetes ist zwar noch nicht heilbar – aber es ist möglich, das Leben mit der Erkrankung fast ganz normal zu gestalten. Es gab Zeiten, in denen der Tagesablauf von Menschen mit Diabetes streng reglementiert war: Beispielsweise mussten sie zwischen Insulinspritzen, Nahrungsaufnahme und körperlichen Aktivitäten bestimmte Abstände einhalten. Inzwischen haben sich solche Vorschriften wesentlich gelockert. Die Therapie mit Insulin ist sehr viel flexibler geworden.

    Menschen mit Diabetes können heute weitgehend selbst über ihre Behandlung entscheiden und darüber, wie sie sie in ihren Alltag einbauen. Die Erkrankung bestimmt nicht mehr alle Aspekte des Lebens.

    Dennoch erfordert der Umgang mit Diabetes immer noch einiges an Aufwand, Sorgfalt und Disziplin. Dies fällt nicht immer leicht und kann vor allem für junge Menschen manchmal sehr belastend sein. Wie fast alle chronisch Erkrankten, die auf Dauer täglich Medikamente nehmen müssen, können auch Menschen mit Diabetes hin und wieder ihre Spritzen oder Medikamente vergessen. Wer seine Therapie nicht konsequent anwendet, kann sich durchaus wohlfühlen und spürt dann nicht, dass sein Diabetes schlecht eingestellt ist. Dies kann allerdings auf lange Sicht zu ernsthaften Gesundheitsschäden führen.

    Quellen

    Deutsche Diabetes Gesellschaft e.V. (DDG). Diagnostik, Therapie und Verlaufskontrolle des Diabetes mellitus im Kindes- und Jugendalter. S3-Leitlinie. 10.2015. (AWMF-Leitlinien; Band 057 - 016).

    Deutsche Diabetes Gesellschaft e.V. (DDG). Therapie des Typ-1-Diabetes. S3-Leitlinie. 09.2011. (AWMF-Leitlinien; Band 057 - 013).

    Leelarathna L, Guzder R, Muralidhara K, Evans ML. Diabetes: glycaemic control in type 1. BMJ Clin Evid 2011.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Was Studien sagen: Kann die kontinuierliche Glukosemessung die Insulinbehandlung verbessern?

    Bei insulinpflichtigem Diabetes kann die Messung des Gewebezuckers (kontinuierliche Glukosemessung, CGM) zusätzlich zur Blutzuckermessung den Behandlungserfolg verbessern: Die CGM hilft, den Blutzucker verlässlich zu senken, ohne dass mehr schwere Unterzuckerungen auftreten.

    Bei Menschen mit insulinpflichtigem Diabetes stellt die Bauchspeicheldrüse zu wenig oder gar kein Insulin her. Das fehlende Hormon zu spritzen, ist für sie die einzige Möglichkeit, ihren Blutzucker ausreichend zu senken. Insulinpflichtig sind Menschen mit Typ-1-Diabetes, manchmal sind auch Menschen mit Typ-2-Diabetes auf Insulin angewiesen.

    Insulin wird entweder mehrmals täglich gespritzt oder über eine Insulinpumpe kontinuierlich zugeführt. Dabei ist es wichtig, weder zu viel noch zu wenig Insulin zu geben: Ist die Menge zu groß, droht eine Unterzuckerung (Hypoglykämie). Ist sie zu klein, steigt der Blutzucker stark an (Hyperglykämie). Ein optimal eingestellter Blutzucker hilft, die kleinen Blutgefäße von Augen, Nieren und Nerven vor Schäden zu schützen und langfristige Folgen zu vermeiden.

    Bei der sogenannten intensivierten Insulinbehandlung wird die Insulinmenge an den Tagesablauf angepasst: Für die Basisversorgung des Körpers wird eine feste Insulinmenge gespritzt, der Rest wird flexibel an den Blutzuckerspiegel, die Essensmenge und die körperliche Bewegung angepasst. Dies setzt voraus, dass man mehrmals täglich den Blutzucker misst.

    Kontinuierliche Zuckermessung im Gewebe

    Eine andere Möglichkeit zur Zuckerkontrolle bieten Geräte, die den Zuckergehalt kontinuierlich messen – allerdings nicht im Blut, sondern im Unterhautfettgewebe. Dies wird „kontinuierliche Glukosemessung“ (CGM) oder auch „kontinuierliche interstitielle Glukosemessung“ genannt. „Interstitiell“ bezeichnet den Raum zwischen Zellen oder Gewebeschichten.

    Ein CGM-System besteht aus zwei kleinen Geräten mit folgenden Bestandteilen:

    • einem Sensor mit einem kleinen Sender, der auf die Haut geklebt wird. Der fadenförmige Sensor wird über eine Einstechhilfe in das Unterhautfettgewebe eingeführt, beispielsweise am Bauch. Er wird in regelmäßigen Abständen gewechselt.
    • einem kleinen Gerät, das beispielsweise am Gürtel getragen wird und die Daten empfängt, speichert und auf einem Bildschirm anzeigen kann.

     

    Grafik: CGM-System: kontinuierliche Zuckermessung im Unterhautgewebe - wie im Text beschrieben CGM-System: kontinuierliche Zuckermessung im Unterhautgewebe

    Das System misst alle paar Minuten den Zuckerwert im Gewebe und kann bei zu hohen oder zu niedrigen Werten Alarm geben.

    Im Gegensatz zur herkömmlichen Blutzuckermessung überwachen CGM-Geräte den Zuckerspiegel also rund um die Uhr. Sie zeigen, wohin sich der Blutzuckerspiegel bewegt und helfen so, einer drohenden Unter- oder Überzuckerung gegenzusteuern. Die gespeicherten Daten können auch auf einen Computer übertragen und ausgedruckt werden. So kann die Ärztin oder der Arzt die Einstellung des Zuckers prüfen und, wenn nötig, verbessern.

    Ohne die Blutzuckermessung kommt die kontinuierliche Zuckermessung im Gewebe aber nicht aus. Da die Werte nicht unmittelbar mit den Blutzuckerwerten übereinstimmen, werden CGM-Geräte regelmäßig, zum Beispiel alle zwölf Stunden, mithilfe von Blutzuckermessungen geeicht.

    Außerdem zeigen CGM-Geräte Blutzuckerschwankungen, etwa durch Sport oder Essen, nur verzögert an: Es dauert etwa 5 bis 20 Minuten, bis Veränderungen des Blutzuckerspiegels auch im Unterhautfettgewebe gemessen werden können. Wer sofort wissen möchte oder muss, wie viel Insulin er gerade benötigt oder ob eine Unterzuckerung droht, muss deshalb zusätzlich seinen Blutzucker messen.

    Viele CGM-Geräte können zusammen mit einer Insulinpumpe verwendet werden. Bei einigen können beide Geräte auch über eine gemeinsame Anzeige bedient werden. Eines dieser Kombinationsgeräte kann die Insulinpumpe stoppen, wenn der Zuckerwert eine bestimmte Schwelle unterschreitet, um eine Unterzuckerung zu vermeiden (Low-glucose-suspend-Funktion, kurz LGS-Funktion).

     

    Grafik: CGM-Gerät mit Insulinpumpe - wie im Text besprochen CGM-Gerät mit Insulinpumpe

    Studien zur kontinuierlichen Glukosemessung

    Welche Vor- und Nachteile hat die zusätzliche kontinuierliche Messung des Gewebezuckers im Vergleich zur herkömmlichen Blutzuckermessung? Kann sie die Insulinbehandlung tatsächlich besser steuern als die Blutzuckermessung allein? Diesen Fragen sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) nachgegangen.

    Sie haben nach Studien gesucht, die beide Möglichkeiten zur Kontrolle des Zuckerspiegels miteinander vergleichen:

    • die kontinuierliche Gewebezuckermessung (in Verbindung mit der Blutzuckermessung) mit Geräten, die die Messwerte auf einem Display anzeigen (Real-Time-CGM) und
    • die herkömmliche Blutzuckermessung.

    Die Wissenschaftlergruppe fand 13 randomisierte kontrollierte Studien, die untersucht haben, ob die zusätzliche kontinuierliche Zuckermessung im Gewebe besser abschneidet als die Blutzuckermessung allein. Die Studien dauerten mindestens 24 Wochen. Es nahmen fast ausschließlich Personen mit Typ-1-Diabetes teil. Bei den meisten Studienteilnehmerinnen und -teilnehmern handelte es sich um Erwachsene jungen oder mittleren Alters sowie Kinder im Schulalter. Alle Teilnehmenden wendeten die intensivierte Insulintherapie an und wurden nach dem Zufallsprinzip einer der beiden Gruppen zugeteilt.

    Vorteile der Gewebemessung

    Die Studien bestätigen: Mit der zusätzlichen Überwachung des Gewebezuckers lässt sich die Blutzuckerkontrolle verbessern. Im Vergleich zur herkömmlichen Blutzuckermessung sorgt die kontinuierliche Glukosemessung dafür, dass der HbA1c-Wert sinkt, ohne dass mehr schwere Unterzuckerungen auftreten. Schwere Unterzuckerungen sind problematisch, weil man dabei nicht mehr in der Lage ist, sie allein zu beheben und auf die Hilfe anderer angewiesen ist. Der HbA1c-Wert gibt an, wie hoch der Blutzucker in den letzten zwei bis drei Monaten war.

    Dieser Nutzen gilt vor allem für Erwachsene mit Typ-1-Diabetes und deren Risiko, eine schwere Unterzuckerung zu bekommen. Aber auch für Kinder mit Typ-1-Diabetes gibt es Hinweise, dass sich der Blutzucker mit der zusätzlichen Glukosemessung besser regulieren lässt. Für Patienten mit Typ-2-Diabetes konnte mangels Studien nicht geklärt werden, ob ihnen die zusätzliche kontinuierliche Messung des Gewebezuckers nützt.

    Keine Aussage zu langfristigen Folgen möglich

    Allerdings dauerten die Studien nicht lange genug, um vergleichen zu können, wie sich die beiden Verfahren auf Diabetes-Folgen durch Schäden der kleinen Blutgefäße, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Todesfälle auswirken. Auch ob die kontinuierliche Glukosemessung die Lebensqualität verbessern kann, ist nicht geklärt. Hier zeigen die Studien kein einheitliches Bild.

    Weitere mögliche Auswirkungen haben die Studien entweder nicht ausreichend untersucht oder sie sehen keine Vor- oder Nachteile der Gewebezuckermessung im Vergleich zur Blutzuckermessung. Hierzu zählen beispielsweise Beschwerden durch anhaltende Überzuckerung oder durch Überzuckerung bedingte schwerwiegende Stoffwechselentgleisungen bis hin zum Koma.

    Einen möglichen Nachteil konnte die Wissenschaftlergruppe ableiten: Die Studien lassen vermuten, dass mehr Personen mit leichten Hautreizungen im Bereich des Sensors zu tun haben, wenn sie den Zuckerwert im Gewebe kontinuierlich bestimmen verglichen mit der Blutzuckermessung.

    Varianten der Gewebemessung

    Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben sich auch mit der Frage beschäftigt, was passiert, wenn der Gewebezucker nur zeitweise gemessen wird, beispielsweise nur in jeder zweiten Woche im Vergleich zur durchgängigen Anwendung. Eine andere Frage lautete, ob eine Kombination aus CGM-System und Insulinpumpe mit LGS-Funktion im Vergleich zur Blutzuckermessung Vorteile mit sich bringt.

    Die Wissenschaftlergruppe fand jedoch zu wenig aussagekräftige Untersuchungen, um diese Fragen zu beantworten. Welche Vor- oder Nachteile die beiden Varianten im Vergleich haben, bleibt daher offen.

    Quellen

    Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Kontinuierliche interstitielle Glukosemessung (CGM) mit Real-Time-Messgeräten bei insulinpflichtigem Diabetes mellitus: Abschlussbericht; Auftrag D12-01. 25.03.2015 (IQWiG-Berichte; Band 289).

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    Mehr Wissen: Über- und Unterzuckerung bei Typ-1-Diabetes

    Wenn der Blutzuckerspiegel zu hoch ist, kommt es zu einer Überzuckerung. Sie ist die Folge eines unzureichend behandelten Diabetes mellitus. Eine Unterzuckerung tritt bei zu niedrigem Blutzuckerspiegel ein. Sie ist meist eine Nebenwirkung der Behandlung mit blutzuckersenkenden Medikamenten.

    Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung mit weitreichenden Folgen für die Gesundheit. Bei einem Typ-1-Diabetes kann der Körper nur sehr wenig oder gar kein Insulin produzieren. Bei einem Typ-2-Diabetes reicht die in das Blut abgegebene Insulinmenge nicht aus oder kann nicht ausreichend genutzt werden.

    Ohne das lebenswichtige Hormon Insulin kann der Zucker im Blut vom Körper nicht verwertet werden und sammelt sich dort an. Eine sehr hohe Zuckerkonzentration im Blut (Hyperglykämie) verursacht eine Reihe von Beschwerden. Wenn der Blutzucker zu niedrig ist, nennt man dies Unterzuckerung (Hypoglykämie).

    Wenn der Blutzuckerspiegel zu hoch ist, kommt es zu einer Überzuckerung. Sie ist die Folge eines unzureichend behandelten Diabetes mellitus. Eine Unterzuckerung tritt bei zu niedrigem Blutzuckerspiegel ein. Sie ist meist eine Nebenwirkung der Behandlung mit blutzuckersenkenden Medikamenten.

    Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung mit weitreichenden Folgen für die Gesundheit. Bei einem Typ-1-Diabetes kann der Körper nur sehr wenig oder gar kein Insulin produzieren. Bei einem Typ-2-Diabetes reicht die in das Blut abgegebene Insulinmenge nicht aus oder kann nicht ausreichend genutzt werden.

    Ohne das lebenswichtige Hormon Insulin kann der Zucker im Blut vom Körper nicht verwertet werden und sammelt sich dort an. Eine sehr hohe Zuckerkonzentration im Blut (Hyperglykämie) verursacht eine Reihe von Beschwerden. Wenn der Blutzucker zu niedrig ist, nennt man dies Unterzuckerung (Hypoglykämie).

    Wann spricht man von Über- und Unterzuckerung?

    Leichte Schwankungen des Blutzuckerspiegels sind völlig normal und kommen auch bei Gesunden täglich vor. Bei ihnen liegt der Blutzuckerspiegel, abhängig von der Nahrungsaufnahme, zwischen etwa 60 und 140 Milligramm Zucker pro Deziliter (mg/dl) Blut. Dies entspricht 3,3 bis 7,8 mmol/l. Die Maßeinheit Millimol pro Liter (mmol/l) ist die international gebräuchliche Einheit zur Blutzuckermessung. Sie gibt die Menge eines Stoffes als Teilchen pro Liter an.

    Für einen unbehandelten Typ-1-Diabetes sind stark erhöhte Blutzuckerspiegel typisch, die 27,8 mmol/l (500 mg/dl) übersteigen können. So deutlich erhöhte Werte sind bei einem Typ-2-Diabetes aber eher selten. Bei einer Unterzuckerung liegt der Blutzuckerspiegel unter 3,3 mmol/l (60 mg/dl). Wie die folgende Grafik zeigt, sind die Übergänge zwischen dem normalen Blutzuckerbereich und einer Über- oder Unterzuckerung fließend.

     

    Grafik: Blutzucker-Normalwerte zwischen Über- und UnterzuckerungBlutzucker: Normbereich zwischen Über- und Unterzuckerung  

     

    Anzeichen für eine Überzuckerung

    Anzeichen für einen sehr hohen Blutzucker bei Typ-1-Diabetes können sein:

    • extremer Durst, große Trinkmengen und dadurch ausgelöst häufiges Wasserlassen
    • ausgeprägte ungewollte Gewichtsabnahme innerhalb weniger Wochen
    • auffälliger Leistungsabfall mit Muskelschwäche, Müdigkeit und stark beeinträchtigtem Allgemeinbefinden
    • Übelkeit und Bauchschmerzen
    • Sehstörungen
    • Konzentrationsstörungen
    • gehäufte Infektionen (Harnwegsinfektionen, Pilzerkrankungen)
    • Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma

    Wer diese Anzeichen bei sich oder seinem Kind beobachtet, sollte sofort eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.

    Was tun bei Überzuckerung?

    Wenn sich eine Überzuckerung durch die oben genannten Beschwerden bemerkbar macht, ist es wichtig, eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen. Dann können die Medikamente so angepasst werden, dass der Blutzucker absinkt. Möglicherweise ist ein Krankenhausaufenthalt sinnvoll, um den Blutzucker einzustellen. Bei Bewusstseinsstörungen, Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit, sollte unter der Nummer 112 der Rettungsdienst gerufen werden.

    Anzeichen für eine Unterzuckerung

    Zu einer Unterzuckerung kann es vor allem bei Menschen kommen, die sich mit Insulin oder bestimmten blutzuckersenkenden Tabletten behandeln. So können zum Beispiel ungeplante körperliche Anstrengung, der längere Aufschub einer Mahlzeit oder zu viel Alkohol dazu führen, dass die gespritzte Insulinmenge zu hoch ist und der Blutzucker deshalb zu stark absinkt.

    Folgende Anzeichen können auf eine Unterzuckerung hindeuten:

    • schneller Puls
    • kalter Schweiß
    • blasse Gesichtsfarbe
    • Kopfschmerzen
    • Heißhunger
    • Zittern, weiche Knie
    • Unruhe und Nervosität, Angstgefühle
    • Konzentrationsstörungen bis zu Verwirrtheit

    Wie stark diese Symptome auftreten, hängt vom Blutzucker ab und kann sich von Person zu Person unterscheiden. Die Beschwerden treten auch nicht alle gleichzeitig auf. Wer unsicher ist, ob es sich um eine Unterzuckerung handelt, kann den Blutzucker messen, um sicherzugehen. Eine leichte Unterzuckerung hat in der Regel keine schädlichen Folgen.

    Was tun bei Unterzuckerung?

    Es ist wichtig, rechtzeitig auf eine Hypoglykämie zu reagieren und schnell etwas zu sich zu nehmen, etwa Traubenzucker oder eine zuckerhaltige Limonade (keine Süßstoff-Limonade!).

    Bei einer deutlichen Unterzuckerung können starke Bewusstseinsstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit auftreten. Dann können Angehörige das Hormon Glukagon spritzen. Ist dies nicht möglich, ist es wichtig, umgehend die Notfallnummer 112 zu wählen und ärztliche Hilfe anzufordern.

    Quellen

    Deutsche Diabetes Gesellschaft e.V. (DDG). Diagnostik, Therapie und Verlaufskontrolle des Diabetes mellitus im Kindes- und Jugendalter. S3-Leitlinie. 10.2015. (AWMF-Leitlinien; Band 057 - 016).

    Deutsche Diabetes Gesellschaft e.V. (DDG). Therapie des Typ-1-Diabetes. S3-Leitlinie. 09.2011. (AWMF-Leitlinien; Band 057 - 013).

    Leelarathna L, Guzder R, Muralidhara K, Evans ML. Diabetes: glycaemic control in type 1. BMJ Clin Evid 2011.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Formen der Insulinbehandlung

    Eine Insulinbehandlung bei Diabetes soll das fehlende Insulin im Körper ersetzen, den Blutzucker senken und langfristige Komplikationen so gut es geht vermeiden. Es gibt verschiedene Arten der Insulinbehandlung. Alle haben zum Ziel, dass der Blutzuckerspiegel gut eingestellt ist, also weder zu hoch noch zu niedrig.

    Die Höhe des Blutzuckerspiegels hängt nicht nur davon ab, wie viel Insulin man spritzt, sondern auch davon, was man isst und trinkt und wie viel Energie man bei körperlichen Aktivitäten verbraucht. Auch die Tageszeit, entzündliche Erkrankungen, andere Medikamente oder hormonelle Veränderungen können den Blutzucker beeinflussen. Bei Diabetes ist es deshalb besonders wichtig, seinen Körper und seine Gewohnheiten gut zu kennen. Nur so lässt sich die Insulintherapie optimal anpassen.

    Es gibt verschiedene Insuline, die sich vor allem in ihrer Wirkungsdauer unterscheiden: Einige decken den Grundbedarf ab; sie wirken langsam und stetig für einen halben oder ganzen Tag (intermediär oder langwirksame Insuline). Kurzwirksame Insuline werden zusätzlich zu den Mahlzeiten eingesetzt, um den akuten Bedarf nach dem Essen abzudecken.

    Wer Diabetes hat, kann sich heute weitgehend selbst für eine der verschiedenen Formen der Insulintherapie entscheiden und so die Behandlung so gut wie möglich in seinen Alltag einbauen. Die meisten Menschen mit Typ-1-Diabetes wählen eine „intensivierte“ Insulinbehandlung.

    Eine Insulinbehandlung bei Diabetes soll das fehlende Insulin im Körper ersetzen, den Blutzucker senken und langfristige Komplikationen so gut es geht vermeiden. Es gibt verschiedene Arten der Insulinbehandlung. Alle haben zum Ziel, dass der Blutzuckerspiegel gut eingestellt ist, also weder zu hoch noch zu niedrig.

    Die Höhe des Blutzuckerspiegels hängt nicht nur davon ab, wie viel Insulin man spritzt, sondern auch davon, was man isst und trinkt und wie viel Energie man bei körperlichen Aktivitäten verbraucht. Auch die Tageszeit, entzündliche Erkrankungen, andere Medikamente oder hormonelle Veränderungen können den Blutzucker beeinflussen. Bei Diabetes ist es deshalb besonders wichtig, seinen Körper und seine Gewohnheiten gut zu kennen. Nur so lässt sich die Insulintherapie optimal anpassen.

    Es gibt verschiedene Insuline, die sich vor allem in ihrer Wirkungsdauer unterscheiden: Einige decken den Grundbedarf ab; sie wirken langsam und stetig für einen halben oder ganzen Tag (intermediär oder langwirksame Insuline). Kurzwirksame Insuline werden zusätzlich zu den Mahlzeiten eingesetzt, um den akuten Bedarf nach dem Essen abzudecken.

    Wer Diabetes hat, kann sich heute weitgehend selbst für eine der verschiedenen Formen der Insulintherapie entscheiden und so die Behandlung so gut wie möglich in seinen Alltag einbauen. Die meisten Menschen mit Typ-1-Diabetes wählen eine „intensivierte“ Insulinbehandlung.

    Konventionelle Insulinbehandlung

    Bei einer konventionellen Insulinbehandlung spritzt man sich zweimal täglich Insulin. Dieses Schema wird eher von Menschen gewählt, die einen relativ gleichförmigen Tagesablauf haben und feste Spritzzeiten bevorzugen.

    Die Grundlage einer konventionellen Insulinbehandlung sind intermediär oder langwirksame Insuline, deren Wirkung mindestens einen halben Tag anhält. Sie können alleine verwendet werden oder zusammen mit einem kurzwirksamen Insulin. Die meisten Menschen wenden eine feste Mischung von kurz und länger wirksamem Insulin an. Diese Insulinmischung spritzen sie sich vor dem Frühstück und vor dem Abendessen. Um die anhaltende Insulinwirkung während des Tages auszugleichen, müssen sie regelmäßig eine festgelegte Menge essen. Wer sich sehr viel körperlich bewegt, kann dies durch zusätzliche Zwischenmahlzeiten ausgleichen. Die Mahlzeiten und die körperliche Bewegung werden bei der konventionellen Therapie also an die Insulinwirkung angepasst.

    Die Entscheidung für eine konventionelle Insulintherapie kann eine relativ starre Lebensführung bedeuten. Zudem beugt die konventionelle Therapie Folgeerkrankungen bei Typ-1-Diabetes deutlich weniger gut vor als eine intensivierte Therapie. Von daher kommt sie für Menschen mit Typ-1-Diabetes meist nur dann infrage, wenn eine intensivierte Insulinbehandlung nicht möglich ist.

    Intensivierte Insulinbehandlung

    Bei der intensivierten Insulinbehandlung wird die Insulinmenge flexibel und kurzfristig an den Blutzuckerspiegel, die Essensmenge und die körperliche Bewegung angepasst. Dies setzt regelmäßige Blutzuckermessungen voraus. Bei einer intensivierten Insulintherapie kann man sich das Insulin entweder mehrmals täglich selbst spritzen oder über eine Insulinpumpe zuführen. Um den Grundbedarf an Insulin auszugleichen, wird ein- oder zweimal am Tag ein länger wirksames Insulin gespritzt. Dies wird oft als Basis- oder Basalinsulin bezeichnet. Zusätzlich spritzt man vor jeder Mahlzeit ein kurzwirksames Insulin, um die mit dem Essen aufgenommenen Kohlenhydrate verwerten zu können. Diese Dosis wird auch Bolusinsulin genannt (Bolus, medizinisch für „Stoß“).

    Bei der Behandlung mit einer Insulinpumpe werden ausschließlich kurzwirksame Insuline verwendet. Die Pumpe gibt regelmäßig kleine Mengen Insulin ab, die den Grundbedarf kontinuierlich abdecken.

    Eine intensivierte Insulinbehandlung soll einerseits den Blutzucker so einstellen, dass er nahe an normalen Werten liegt. Andererseits soll sie einen flexiblen Lebensstil ermöglichen: Man muss nicht zu festgelegten Zeiten essen oder auf die immer gleiche Kohlenhydratmenge achten, sondern spritzt so viel Insulin wie gerade nötig. Welche Menge gespritzt werden sollte, hängt außerdem vom aktuellen Blutzuckerwert, der Tageszeit und der geplanten körperlichen Aktivität ab. Ist die Insulinmenge zu groß, können Unterzuckerungen auftreten. Ist sie zu klein, steigt der Blutzucker zu stark an.

    Es hat sich gezeigt, dass eine intensivierte Insulintherapie gesundheitliche Vorteile gegenüber einer konventionellen Behandlung hat. Sie kann das Risiko für die Entwicklung von diabetesbedingten Folgeerkrankungen senken, insbesondere von Erkrankungen der Augen, der Niere und des Nervensystems.

    Schulungsprogramme

    Wer Insulin benötigt, muss verschiedene Fertigkeiten erlernen, wie zum Beispiel die Blutzucker-Selbstmessung. In Deutschland gibt es Diabetes-Schulungsprogramme, die es Menschen ermöglichen, einen Diabetes selbst in den Griff zu bekommen. Solche Programme werden zum Beispiel im Rahmen von Disease-Management-Programmen (DMP) für Personen mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes angeboten. Hier wird vermittelt, wie man Ernährung, Sport und andere körperliche Aktivitäten am besten auf die Behandlung mit Insulin und anderen blutzuckersenkenden Medikamenten abstimmt.

    Bei der Diabetes-Behandlung kommt es darauf an, normale Alltagsaktivitäten und Stoffwechsel-Selbstkontrolle so gut wie möglich zu verbinden und dabei medizinische Hilfe einschließlich Medikamente optimal zu nutzen. Wer gut über seine Behandlung Bescheid weiß und sie konsequent anwendet, kann Folgeerkrankungen vermeiden und trotz Diabetes fast so flexibel leben wie ein gesunder Mensch.

    Quellen

    Callaghan BC, Little AA, Feldman EL, Hughes RA. Enhanced glucose control for preventing and treating diabetic neuropathy. Cochrane Database Syst Rev 2012; (6): CD007543.

    Deutsche Diabetes Gesellschaft e.V. (DDG). Diagnostik, Therapie und Verlaufskontrolle des Diabetes mellitus im Kindes- und Jugendalter. S3-Leitlinie. 10.2015. (AWMF-Leitlinien; Band 057 - 016).

    Deutsche Diabetes Gesellschaft e.V. (DDG). Therapie des Typ-1-Diabetes. S3-Leitlinie. 09.2011. (AWMF-Leitlinien; Band 057 - 013).

    Fullerton B, Jeitler K, Seitz M, Horvath K, Berghold A, Siebenhofer A. Intensive glucose control versus conventional glucose control for type 1 diabetes mellitus. Cochrane Database Syst Rev 2014; (2): CD009122.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Insulintypen

    Alle Menschen mit Typ-1-Diabetes und einige mit Typ 2 sind auf eine Insulintherapie angewiesen. Für die Behandlung stehen verschiedene Insuline zur Verfügung. Sie werden einerseits nach ihrer Wirkdauer unterschieden, andererseits nach ihrer chemischen Struktur.

    Es gibt Insuline, die rasch wirken (schnell- oder kurzwirksame Insuline) und solche, die erst nach einer gewissen Zeit und dann über einen längeren Zeitraum wirken (Verzögerungs- oder langwirksame Insuline).

    Insulin kann aus den Bauchspeicheldrüsen von Schweinen und Rindern hergestellt werden. Heute verwendet man jedoch meistens gentechnisch hergestellte Insuline zur Diabetes-Behandlung. Man unterscheidet dabei Humaninsuline und Insulinanaloga. Humaninsuline gleichen dem menschlichen Insulin. Insulinanaloga haben eine andere chemische Struktur als Humaninsuline, wirken jedoch sehr ähnlich.

    Alle Menschen mit Typ-1-Diabetes und einige mit Typ 2 sind auf eine Insulintherapie angewiesen. Für die Behandlung stehen verschiedene Insuline zur Verfügung. Sie werden einerseits nach ihrer Wirkdauer unterschieden, andererseits nach ihrer chemischen Struktur.

    Es gibt Insuline, die rasch wirken (schnell- oder kurzwirksame Insuline) und solche, die erst nach einer gewissen Zeit und dann über einen längeren Zeitraum wirken (Verzögerungs- oder langwirksame Insuline).

    Insulin kann aus den Bauchspeicheldrüsen von Schweinen und Rindern hergestellt werden. Heute verwendet man jedoch meistens gentechnisch hergestellte Insuline zur Diabetes-Behandlung. Man unterscheidet dabei Humaninsuline und Insulinanaloga. Humaninsuline gleichen dem menschlichen Insulin. Insulinanaloga haben eine andere chemische Struktur als Humaninsuline, wirken jedoch sehr ähnlich.

    Welche verschiedenen Insuline gibt es?

    Nach Wirkdauer und chemischer Struktur unterscheidet man folgende Insulinpräparate:

    • Kurzwirksame Insuline:
      Insulinanaloga:
      Wirkbeginn: etwa 5 bis 10 Minuten nach der Injektion
      Wirkmaximum: etwa 1 bis 1,5 Stunden nach der Injektion
      Wirkdauer: etwa 2 bis 3 Stunden
      Normalinsuline (Humaninsulin, Schweine-Insulin, Rinder-Insulin):
      Wirkbeginn: etwa 15 bis 30 Minuten
      Wirkmaximum: etwa 1,5 bis 3 Stunden nach der Injektion
      Wirkdauer: etwa 4 bis 8 Stunden
    • Intermediär wirksame Insuline (Insulinanaloga, Humaninsulin oder Schweine-Insulin mit NPH (Neutral Protamin Hagedorn) oder Zink verzögert):
      Wirkbeginn: etwa 2 Stunden nach der Injektion
      Wirkmaximum: etwa 4 bis 6 Stunden nach der Injektion
      Wirkdauer: etwa 12 bis 14 Stunden
    • Langwirksame Insuline (Insulinanaloga, Humaninsulin, Schweine-Insulin):
      Der Wirkbeginn ist langsam
      Wirkmaximum und -dauer unterscheiden sich je nach Verzögerungsprinzip, Wirkdauer meist bis zu 24 Stunden
    • Mischinsuline (Insulinanaloga, Humaninsulin, Schweine-Insulin):
      Kurzwirksames Insulin und intermediär oder langwirksames Insulin in einer festen Mischung

    Kurzwirksame Insuline wie Normalinsuline, Insulinanaloga oder Mischinsuline werden meist vor dem Essen gespritzt. Manche Menschen halten nach der Injektion einen festen Zeitabstand zum Essen ein. Andere richten den Spritz-Ess-Abstand flexibel nach der Höhe des Blutzuckers.

    Ein fester Spritz-Ess-Abstand kann das tägliche Leben einschränken und wird von vielen Menschen als störend empfunden. Bislang gibt es keine Beweise dafür, dass der Blutzucker bei einem festen Spritz-Ess-Abstand besser eingestellt ist.

    Vergleich: Humaninsuline und Insulinanaloga

    Insulinanaloga kamen in den 90er Jahren auf den Markt. Im Vergleich zu Humaninsulinen tritt ihre blutzuckersenkende Wirkung etwas schneller ein. Seit vielen Jahren wird diskutiert, ob dies für die Betroffenen gesundheitliche Vorteile hat. Die bisherigen Studien haben das aber nicht bestätigt.

    Ein klarer Vorteil wäre es zum Beispiel, wenn die Verwendung eines speziellen Insulins helfen würde, Folgeerkrankungen durch schlecht eingestellten Blutzucker zu vermeiden. Oder wenn sich dadurch starke Blutzuckerschwankungen vermeiden ließen, die spürbare Unter- oder Überzuckerungen (Hypo- oder Hyperglykämien) auslösen. Ein Vorteil wäre es auch, wenn die Medikamente die Behandlung im Alltag erleichtern. Die Studien deuten aber darauf hin, dass sich ein Diabetes mellitus mit Insulinanaloga und Humaninsulin gleich gut behandeln lässt.

    Quellen

    Fullerton B, Siebenhofer A, Jeitler K, Horvath K, Semlitsch T, Berghold A et al. Short-acting insulin analogues versus regular human insulin for adults with type 1 diabetes mellitus. Cochrane Database Syst Rev 2016; (6): CD012161.

    Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Kurzwirksame Insulinanaloga zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 1. Abschlussbericht; Auftrag A05-02. 30.03.2007. (IQWiG-Berichte; Band 22).

    Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Kurzwirksame Insulinanaloga bei Kindern und Jugendlichen mit Diabetes mellitus Typ 1: Abschlussbericht; Auftrag A08-01. 24.09.2009. (IQWiG-Berichte; Band 66).

    Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Langwirksame Insulinanaloga zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 1. Abschlussbericht; Auftrag A05-01. 18.02.2010. (IQWiG-Berichte; Band 70).

    Rys P, Pankiewicz O, Lach K, Kwaskowski A., Skrzekowska-Baran I., Malecki MT. Efficiacy and safety comparison of rapid-acting insulin aspart and regular human insulin in the treatment of type 1 and type 2 diabetes mellitus: a systematic review. Diabetes Metab 2011; 37(3): 190-200.

    Szypowska A, Golicki D, Groele L, Pankowska E. Long-acting insulin analogue detemir compared with NPH insulin in type 1 diabetes. A systematic review and meta-analysis. Pol Arch Med Wewn 2011; 121(7-8): 237-246.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Arten der Insulinzufuhr

    Insulin muss in die Blutbahn gelangen, um wirken zu können. Eine Einnahme in Form von Tabletten oder Kapseln ist nicht möglich, weil das Hormon im Magen abgebaut werden würde. Um Insulin ins Blut zu transportieren, gibt es unterschiedliche Methoden.

    Üblicherweise wird Insulin in das Fettgewebe der Unterhaut (subkutan) gespritzt. Von dort tritt es dann nach und nach ins Blut über und verteilt sich im Körper. In Deutschland werden vor allem Insulinpens und Insulinpumpen verwendet. Nur wenige Menschen benutzen Spritzen.

    Es spricht nichts dagegen, bei der Wahl zwischen Spritze oder Pen den eigenen Vorlieben zu folgen: Die Art des Spritzens hat keine gesundheitlichen Auswirkungen. Studien konnten nur geringe Unterschiede in Bezug auf die Blutzuckerkontrolle feststellen. Mit Pumpen gelingt sie etwas besser als mit Insulinspritzen. Ob Pumpen im Vergleich zu Spritzen oder Pens langfristige gesundheitliche Vor- oder Nachteile haben, ist bisher aber nicht gut erforscht.

    Insulin muss in die Blutbahn gelangen, um wirken zu können. Eine Einnahme in Form von Tabletten oder Kapseln ist nicht möglich, weil das Hormon im Magen abgebaut werden würde. Um Insulin ins Blut zu transportieren, gibt es unterschiedliche Methoden.

    Üblicherweise wird Insulin in das Fettgewebe der Unterhaut (subkutan) gespritzt. Von dort tritt es dann nach und nach ins Blut über und verteilt sich im Körper. In Deutschland werden vor allem Insulinpens und Insulinpumpen verwendet. Nur wenige Menschen benutzen Spritzen.

    Es spricht nichts dagegen, bei der Wahl zwischen Spritze oder Pen den eigenen Vorlieben zu folgen: Die Art des Spritzens hat keine gesundheitlichen Auswirkungen. Studien konnten nur geringe Unterschiede in Bezug auf die Blutzuckerkontrolle feststellen. Mit Pumpen gelingt sie etwas besser als mit Insulinspritzen. Ob Pumpen im Vergleich zu Spritzen oder Pens langfristige gesundheitliche Vor- oder Nachteile haben, ist bisher aber nicht gut erforscht.

    Spritzen und Insulinpens

    Am Anfang kostet es viele Menschen mit Diabetes Überwindung, sich selbst eine Spritze zu setzen. Das Spritzen von Insulin ist jedoch relativ unkompliziert und dauert mit ein wenig Übung kaum eine Minute: Ampulle vorbereiten, Spritze aufziehen, injizieren, Geräte wieder einpacken.

    Noch einfacher anzuwenden sind Insulinpens (pen: englisch für Stift). Sie haben etwa die Größe eines dicken Kugelschreibers. Pens enthalten Ampullen mit einem Insulinvorrat, der je nach Verbrauch etwa für eine Woche reicht. Mit einem Handgriff lässt sich einstellen, wie viele Einheiten gespritzt werden sollen. Mit einem zweiten wird die Dosis über eine dünne Nadel gespritzt. Mit etwas Übung geht das so unauffällig, dass man sich sogar im Restaurant am Tisch Insulin spritzen kann.

    Es gibt Einweg-Pens, die fertig mit Insulin befüllt sind und nach Verbrauch weggeworfen werden. Außerdem gibt es verschiedene nachfüllbare Pens. Diese stellen die Insulinhersteller oft kostenlos zur Verfügung. Dabei legt man sich mit der Wahl eines Pens auch auf das Insulin eines bestimmten Herstellers fest. Denn die Form der Insulinampullen und die Befestigung der Injektionsnadel ist von Pen zu Pen so unterschiedlich, dass sich Pen und Ampulle verschiedener Hersteller nicht beliebig kombinieren lassen. Es kann sich also lohnen, verschiedene Pens anzuschauen und sie auszuprobieren, bevor man sich für einen entscheidet.

    Insulinpumpen

    Moderne Insulinpumpen sind etwas größer als eine Streichholzschachtel. Sie enthalten eine Insulinampulle, einen Akku und die Steuerungselektronik. Zur Verwendung der Pumpe sticht man sich wie bei einer Injektion eine spezielle dünne Nadel in eine passende Stelle. Diese Nadel wird dann mit Pflaster fixiert und über einen dünnen Schlauch (Katheter) dauerhaft mit der Pumpe verbunden. Die Nadel kann ein bis zwei Tage an Ort und Stelle bleiben, danach sollten Injektionsstelle, Nadel und Katheter gewechselt werden.

    Die Insulinpumpe hat vor allem zwei Aufgaben: Zum einen wird sie so programmiert, dass sie zur Deckung des Grundbedarfs (Basalrate) regelmäßig eine kleine Menge kurzwirksames Insulin in den Körper pumpt. Zum anderen kann man zu den Mahlzeiten auf Knopfdruck zusätzliche Insulinmengen geben (Insulinbolus), so wie man es auch mit einer Spritze oder einem Pen täte. Diese bedarfsgerechte Insulinzufuhr hilft, starke Blutzuckerschwankungen zu vermeiden.

    Da die Pumpen selbst programmiert werden, ist dazu einiges an Wissen erforderlich. Auch Erfahrungen mit der intensivierten Insulintherapie, mit der regelmäßigen Selbstmessung des Blutzuckers und selbstständigen Dosisanpassung sind nötig. Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen, die eine Pumpe benutzen, sich besonders gut mit ihrer Krankheit auskennen müssen, um Unter- und Überzuckerungen zu vermeiden.

    Pumpen sind nicht für jeden Menschen mit Diabetes eine sinnvolle Alternative. Viele spritzen lieber mehrfach täglich Insulin, als eine Pumpe zu benutzen. Es findet nicht jeder angenehm, dauerhaft eine Nadel und einen dünnen Schlauch am Körper zu tragen.

    In Deutschland werden Pumpen speziell bei Patientinnen und Patienten mit größeren Schwankungen des Blutzuckerspiegels eingesetzt – zum Beispiel, wenn der Blutzucker regelmäßig in den frühen Morgenstunden deutlich ansteigt. Ärztinnen und Ärzte sprechen vom „Dawn-Phänomen“ (dawn, engl. = Sonnenaufgang). Eine weitere Gruppe sind Menschen, die sehr flexibel bleiben möchten, zum Beispiel weil sie körperlich sehr aktiv sind. Auch Frauen, die eine Schwangerschaft planen oder bereits schwanger sind, wählen oft eine Insulinpumpe.

    Die Krankenkassen in Deutschland übernehmen die Kosten einer Insulinpumpe bei:

    • stark schwankenden Blutzuckerwerten
    • häufigen, schweren Unterzuckerungen, besonders nachts
    • verminderter Wahrnehmung von Unterzuckerungen
    • einer Schwangerschaft oder geplanten Schwangerschaft

    Die Stoffwechselkontrolle gelingt mit Pumpen etwas besser als mit Insulinspritzen. Es gibt aber keine Belege, dass tagsüber dadurch weniger Unterzuckerungen auftreten. Studien deuten allerdings darauf hin, dass es mit Pumpen etwas seltener zu nächtlichen Unterzuckerungen kommt.

    Insgesamt gibt es nicht genug Studien zu langfristigen gesundheitlichen Vor- oder Nachteilen von Pumpen im Vergleich zu Spritzen oder Pens. Pumpen verbessern die Diabetes-Behandlung wahrscheinlich nicht dramatisch, sondern sind eher eine nützliche Alternative für Menschen mit bestimmten Problemen oder Vorlieben. Im Allgemeinen sind Personen, die längere Zeit eine Pumpe verwenden, mit der Anwendung zufrieden. Das trifft auch auf Eltern zu, deren Kinder eine Insulinpumpe verwenden. Sie sehen in Pumpen einen Weg zu mehr Flexibilität für die ganze Familie.

    Weitere Formen

    Nur wenige Menschen mit Diabetes verwenden sogenannte Jet-Injektoren. Mit einem Jet-Injektor wird das Insulin ohne Nadel unter hohem Luftdruck gleichsam durch die Haut gedrückt. Injektoren sind deutlich größer und weniger handlich als Insulinpens und außerdem schlechter zu dosieren. Ob sie Vorteile bringen, ist unklar. Sie sind teurer als Insulinpens oder Insulinspritzen.

    Andere Methoden wie zum Beispiel Pflaster, die Insulin in die Haut abgeben, oder unter die Haut verpflanzte Insulinpumpen, sind bisher noch in der Entwicklungs- oder Erprobungsphase.

    Insulin kann auch direkt in die Vene gegeben werden, wenn es im Notfall sehr schnell wirken soll. Das sollte dann aber eine Ärztin oder ein Arzt tun.

    Quellen

    Alsaleh FM, Smith FJ, Taylor KM. Experiences of children/young people and their parents, using insulin pump therapy for the management of type 1 diabetes: qualitative review. J Clin Pharm Ther 2012; 37(2): 140-147.

    Benkhadra K, Alahdab F, Tamhane SU, McCoy RG, Prokop LJ, Murad MH. Continuous subcutaneous insulin infusion versus multiple daily injections in individuals with type 1 diabetes: a systematic review and meta-analysis. Endocrine 2017; 55(1): 77-84.

    Bode B, Shelmet J, Gooch B, Hassman DR, Liang J, Smedegaard JK et al. Patient perception and use of an insulin injector/glucose monitor combined device. Diabetes Educ 2004; 30(2): 301–309.

    Misso ML, Egberts KJ, Page M, O´Conneor D, Shaw J. Continuous subcutaneous insulin infusion (CSII) versus multiple insulin injections for type 1 diabetes mellitus. Cochrane Database Sys Rev 2010; (1): CD005103.

    Sullivan-Bolyai S, Knafl K, Tamborlane W, Grey M. Parents’ reflections on managing their children’s diabetes with insulin pumps. J Nurs Scholarsh 2004; 36(4): 316–323.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Wie man Blutzucker und Zucker im Urin selbst misst

    Viele Menschen mit Diabetes mellitus messen ihren Blutzucker selbst. Für diejenigen, die mehrmals täglich Insulin spritzen, ist die Kontrolle des Zuckerwerts mit einem Blutzuckermessgerät sogar ein wichtiger Teil der täglichen Behandlung.

    Die Menge an Insulin, die zu den Mahlzeiten gespritzt wird, hängt unter anderem davon ab, wie hoch der gemessene Blutzuckerwert ist. Zur Messung des Zuckerspiegels in Blut oder Urin stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Zusätzlich kann auch der Zuckerspiegel im Gewebe gemessen werden.

    Viele Menschen mit Diabetes mellitus messen ihren Blutzucker selbst. Für diejenigen, die mehrmals täglich Insulin spritzen, ist die Kontrolle des Zuckerwerts mit einem Blutzuckermessgerät sogar ein wichtiger Teil der täglichen Behandlung.

    Die Menge an Insulin, die zu den Mahlzeiten gespritzt wird, hängt unter anderem davon ab, wie hoch der gemessene Blutzuckerwert ist. Zur Messung des Zuckerspiegels in Blut oder Urin stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Zusätzlich kann auch der Zuckerspiegel im Gewebe gemessen werden.

    Blutzucker-Selbstmessung

    Der Blutzuckerwert kann mit einem elektronischen Messgerät selbst bestimmt werden. Dazu gewinnt man mit einer kleinen Lanze einen Tropfen Blut aus der Fingerspitze und trägt ihn auf einen Teststreifen auf. Zur Messung wird der Teststreifen in das Blutzuckermessgerät eingeführt. Das Display zeigt nach kurzer Zeit die Höhe des Blutzuckers an. Bei der Messung geht man so vor:

    • Zunächst alle Materialien, die für die Messung benötigt werden, bereitlegen: Blutzuckermessgerät, eine Stechhilfe mit einer feinen Nadel (Lanzette) und einen Teststreifen.
    • Vor dem Messen die Hände waschen, denn Schmutz und andere Rückstände können sich mit dem Blut mischen und das Messergebnis verzerren.
    • Einen Teststreifen aus der Verpackung nehmen und in das Messgerät stecken.
    • Ein kleiner Tropfen Blut reicht für die Messung schon aus. Er sollte gerade das Testfeld ausfüllen. Wenn man seitlich und nicht in die Mitte der Fingerkuppe sticht, ist der Einstich weniger zu spüren. Die richtige Menge tritt nach leichtem Druck auf das obere Fingerglied automatisch aus.
    • Danach den Blutstropfen vorsichtig auf den Teststreifen auftragen, ohne ihn zu verwischen.
    • Nach kurzer Wartezeit zeigt das Messgerät den Blutzuckerwert an. In modernen Geräten können die Werte nach Tag und Uhrzeit abgespeichert und auf einen Computer oder ein Smartphone übertragen werden. Wenn dies nicht möglich ist, ist es sinnvoll, die Messwerte beispielsweise in einem entsprechenden Tagebuch festzuhalten.

    Bei häufigen Messungen ist der Einstich zur Blutentnahme weniger unangenehm, wenn man regelmäßig die Einstichstelle oder den Finger wechselt.

    Vor der Anschaffung eines neuen Geräts ist es hilfreich, sich über die verschiedenen Modelle und ihre Handhabung gut zu informieren. Wichtig ist, dass man mit dem Gerät auch im Alltag gut zurechtkommt.

    Was bedeutet das Messergebnis?

    Leichte Schwankungen des Blutzuckerspiegels sind völlig normal und kommen auch bei Gesunden täglich vor. Der Zuckeranteil im Blut hängt beispielsweise davon ab, welche und wie viele Lebensmittel und Getränke man zu sich nimmt, wie viel man sich bewegt und welche Medikamente man einnimmt. Je nachdem, ob man nüchtern ist oder direkt nach einer Mahlzeit den Blutzucker misst, schwankt der Blutzuckerspiegel bei Gesunden zwischen 3,3 bis 7,8 mmol/l (etwa 60 bis 140 mg/dl). Die Übergänge zwischen einem normalen Blutzucker und einer Über- oder Unterzuckerung sind fließend.

     

    Grafik: Blutzucker-Normalwerte zwischen Über- und Unterzuckerung Blutzucker: Normbereich zwischen Über- und Unterzuckerung

     

    Urinzucker-Selbstmessung

    Ein anderer Test, der ebenfalls selbst durchgeführt werden kann, ist die Messung der Zuckermenge im Urin. Wenn sich Zucker im Urin nachweisen lässt, ist der der Blutzuckerspiegel meist stark erhöht. In der Regel wird der überschüssige Zucker im Blut erst ab einem Spiegel von ungefähr 10 mmol/l (180 mg/dl) oder mehr zusätzlich über die Nieren ausgeschieden und ist dann im Urin nachweisbar. Für die Messung des Zuckergehalts im Urin benötigt man einen Urin-Teststreifen und einen Auffangbecher.

    Es ist wichtig, mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen, zu welcher Tageszeit der Test gemacht werden soll, und ob besser vor oder nach dem Essen. Für eine Zucker-Selbstmessung wird Urin verwendet, der vorher noch nicht lange in der Blase war. Morgenurin, der sich über Nacht in der Blase angesammelt hat, eignet sich zum Beispiel nicht. Üblich ist vielmehr, etwa eine Stunde nach dem letzten Toilettengang erneut Wasser zu lassen, um eine Urinprobe zu nehmen. Den Teststreifen taucht man dann in den Becher. Nach etwa zwei Minuten lässt sich das Ergebnis auf dem Farbfeld des Streifens ablesen.

    Was bedeutet das Messergebnis?

    Um das Ergebnis zu bewerten, wird die Verfärbung auf dem Teststreifen mit der Farbskala auf der Packung verglichen. Verfärbt sich das Feld nicht, enthält der Urin keinen Zucker. Je mehr es sich verfärbt, desto mehr Zucker ist im Urin und damit auch im Blut. Der Test kann jedoch keinen genauen Blutzuckerwert angeben. Mit dem Urintest lässt sich nur ein deutlich erhöhter Zuckerspiegel im Blut nachweisen. Denn bei normalem oder zu niedrigem Blutzuckerspiegel wird in der Regel kein Zucker über den Urin ausgeschieden.

    Blutzucker-Messung im Labor

    Anhand einer Blutprobe, die aus einer Vene entnommen wird, kann der Blutzucker im Labor viel genauer gemessen werden. Der Blutzucker wird manchmal im Rahmen von Routine-Blutuntersuchungen im Krankenhaus oder in der Arztpraxis mitgemessen. Auch bei einem Glukosetoleranztest wird Blut zur Zuckermessung abgenommen, um zu sehen, wie der Körper größere Zuckermengen verarbeitet.

    Bei den meisten Menschen mit Diabetes mellitus wird in regelmäßigen Abständen auch der HbA1c-Wert im Blut bestimmt. Der HbA1c-Wert gibt an, wie hoch der Blutzucker in den letzten acht bis zwölf Wochen im Durchschnitt war. Dies lässt Rückschlüsse darauf zu, wie gut der Blutzucker eingestellt ist und ob die Behandlung des Diabetes vielleicht verändert werden sollte.

    Zusätzliche Messung des Gewebezuckers

    Eine zusätzliche Möglichkeit zur kontinuierlichen Zuckerkontrolle bieten Geräte, die den Zuckergehalt im Unterhautfettgewebe messen. Dies wird kontinuierliche Glukosemessung (CGM) genannt. Ein CGM-Gerät misst den Zuckerwert im Gewebe alle paar Minuten und gibt bei zu hohen oder zu niedrigen Werten Alarm. CGM-Geräte sind auch in Kombination mit einer Insulinpumpe erhältlich.

    Menschen mit Typ-1-Diabetes können durch die zusätzliche Überwachung des Gewebezuckers die Kontrolle ihres Blutzuckers verbessern.

    Quellen

    Agency for Healthcare Research and Quality (AHRQ). Methods for insulin delivery and glucose monitoring. Comparative Effectiveness Review No. 57. Rockville (MD): AHRQ, 07.2012.

    Deutsche Diabetes Gesellschaft e.V. (DDG). Diagnostik, Therapie und Verlaufskontrolle des Diabetes mellitus im Kindes- und Jugendalter. S3-Leitlinie. 10.2015. (AWMF-Leitlinien; Band 057 - 016).

    Deutsche Diabetes Gesellschaft e.V. (DDG). Therapie des Typ-1-Diabetes. S3-Leitlinie. 09.2011. (AWMF-Leitlinien; Band 057 - 013).

    Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Kontinuierliche interstitielle Glukosemessung (CGM) mit Real-Time-Messgeräten bei insulinpflichtigem Diabetes mellitus: Abschlussbericht; Auftrag D12-01. 25.03.2015 (IQWiG-Berichte; Band 289).

    Langendam M, Luijf YM, Hooft L, Devries JH, Mudde AH, Scholten RJ. Continuous glucose monitoring systems for type 1 diabetes mellitus. Cochrane Database Syst Rev 2012; (1): CD008101.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Typ-1-Diabetes - Erfahrungsbericht - Harald

    „Besonders die Möglichkeit der Feineinstellung ist für mich wichtig. Deshalb finde ich die Insulinbehandlung mit der Pumpe für mich am besten.“

    Harald, 49 Jahre

    „Besonders die Möglichkeit der Feineinstellung ist für mich wichtig. Deshalb finde ich die Insulinbehandlung mit der Pumpe für mich am besten.“

    Der Diabetes wurde bei mir vor 15 Jahren diagnostiziert. Ich war damals 34 Jahre alt. Mein Zustand, die Abgeschlagenheit, die Müdigkeit, der Durst - das hat mich genervt. Ich bin dann zu meinem Internisten gegangen und habe ihn gebeten herauszufinden, was da los ist. Meine Priorität war, dass ich diese Müdigkeit loswerden wollte.

    Der Arzt hat dann einen sehr hohen Blutzuckerwert festgestellt und ich musste sofort ins Krankenhaus. Ich lag dann auf einer Station für Innere Medizin. Sie haben dort das Gleiche wie mein Arzt festgestellt und versucht, den Blutzuckerwert zu stabilisieren. Ich bekam die Information, dass meine Bauchspeicheldrüse tot sei. Das hieß, dass ich Insulin spritzen musste. Die Diabetologin, die mich dort behandelt hat, war sehr einfühlsam und hat mir einiges sehr gut beigebracht.

    Die Ärztin nahm mir die Spritzenangst

    Ich hatte schon immer Angst vor Spritzen. Das war damals mein Hauptproblem. Die Ärzte haben mich dann gleich auf das Insulinspritzen mit einem Pen eingestellt. Das lief sehr gut. Die Ärztin hat mir die Angst genommen. Das war sehr wichtig für mich.

    Im Lauf der Zeit hat sich mein Diabetes dahingehend verändert, dass ich in den frühen Morgenstunden hohe Blutzuckerwerte habe. Um dieses Problem besser steuern zu können, bin ich dann aufgrund der Empfehlung durch das Ärzteteam auf die Insulinpumpe umgestiegen. Die hohen Werte werden jetzt mit der Insulinzufuhr durch die Pumpe gut abgefangen. Das Schöne an der Pumpe ist ja, dass man sie sehr fein einstellen kann. Man hat fast wie ein gesunder Mensch eine gleichmäßige Zufuhr an Insulin. Je nachdem was ich esse, pumpe ich auch noch Insulin zusätzlich hinzu. Man ist damit total flexibel.

    Zuerst wurde ich auf die Pumpe geschult. Für die Pumpe an sich, ohne die Insulineinstellung, habe ich ungefähr zwei Tage gebraucht. Ich muss vertraut sein mit dem Gerät, mit der Technik. Eine Pumpe muss einfach zuverlässig sein, das ist mir sehr wichtig.

    Meine Pumpe verfügt über einen Clip. Damit befestige ich sie meistens am Hemd unter dem Arm. Es gibt da aber auch andere Möglichkeiten. Man kann sie mit dem richtigen Rüstzeug quasi überall am Körper tragen. Mich stört sie am wenigsten unter dem Arm. Mit dieser Pumpe kann man sich das ganz einfach machen. Und sie zeigt alles an: wenn die Batterie leer ist oder das Insulin zu Ende geht. Sie gibt Alarm, wenn sie kein Insulin mehr pumpt. Ich kann die Pumpe ablegen und dann auch in die Dusche oder in die Sauna gehen. Das geht alles. Das erleichtert mir das Leben. Den Pen kann man auch sehr schnell einmal vergessen. Besonders die Möglichkeit der Feineinstellung ist für mich wichtig. Deshalb finde ich die Insulinbehandlung mit der Pumpe für mich am besten. Obwohl ich jahrelang mit dem Pen gearbeitet habe und das Ding auch klasse fand.

    Ein wenig Angst habe ich, wenn die Pumpe meldet, dass die Batterie zu Ende geht. Ich habe herausgefunden, dass ich bei meiner Nutzungsdauer dann noch 24 Stunden Zeit habe. Dann wechsele ich die Batterien. Ich habe immer Batterien mit. Immer wenn ich am Abend ins Bett gehe, schaue ich nach, wie viel Insulin noch in der Pumpe ist.

     Man muss herausfinden, wie der eigene Körper reagiert

    Die Symptome einer Unterzuckerung bemerke ich daran, wenn meine Hände anfangen zu zittern, ich kalte Schweißausbrüche bekomme und eine besondere Unruhe empfinde. Selten merke ich das selbst nicht. Andere weisen mich dann darauf hin: "Du bist aber blass! Brauchst du Zucker?" Den hohen Zucker merke ich nicht unbedingt. Wenn er sehr hoch ist, dann werde ich müde, habe Durst und werde lustlos.

    Ein Gebiet, wo es für mich nach der Diagnose großen Handlungsbedarf gab, war die Ernährungskunde. Vor allem für meine Ehefrau. Sie hatte große Angst davor, dass sie beim Kochen nicht alles richtig macht. Wir haben uns dann sehr intensiv informiert: über die Selbsthilfe, haben uns Bücher gekauft, eine Waage... Ich wollte die Grundsätze der Ernährung kennen lernen. Ich wollte wissen, wie viel zum Beispiel eine Broteinheit Kartoffeln oder eine Broteinheit Reis ist. Wir haben dann in der Küche anhand der Waage trainiert.

    Mich braucht niemand zu bedauern, weil ich diese Krankheit habe. Ich darf alles. Man muss herausfinden, wie der eigene Körper reagiert. Zum Beispiel wenn man sich anstrengt, im Garten oder beim Staubsaugen. Das musste ich auch für mich herausfinden.

    Es gibt Menschen, die sind sehr schmerzempfindlich. Ich habe eine Stechhilfe für die Blutzuckermessung. Ich mache das am Finger, andere machen das am Ohrläppchen. Einen Rosendorn anzufassen schmerzt mehr, als sich mit der Stechhilfe zu stechen. Ich kann den Druck der Stechhilfe variieren, je nachdem wie schmerzempfindlich ich bin. Das muss dann jeder für sich selber herausfinden.

    Ich habe eine Bekannte, die sich auch Insulin spritzen muss. Sie ist in der Anfangsphase im Restaurant immer auf die Toilette gegangen, um den Blutzucker zu messen und sich zu spritzen. Ich habe das von Anfang an nicht eingesehen. Das Einzige, was ich frage, ist, ob jemand kein Blut sehen kann. Ansonsten mache ich meinen Test am Tisch. Das dauert mit meinem Gerät noch ca. 30 Sekunden.

    In meinem Leben vermisse ich nichts

    Ich mache in meinem Leben alles. Ich kann nicht sagen, dass ich etwas vermisse. Wenn ich in Urlaub fahre, dann kann ich für meinen Pen immer einen Ersatz mitnehmen. Aber was passiert, wenn meine Pumpe ausfällt? Ich helfe mir damit, dass ich immer Einwegspritzen mithabe. Ich könnte auch wieder den Pen aktivieren.

    Die Ernährungskunde und die Kenntnis meines Körpers sind für mich sehr wichtig. Und man sollte die Vorsorge nicht aus den Augen lassen. Zu meinem Arzt muss ich Vertrauen haben. Da bin ich sehr egoistisch, es geht letztendlich um mich, um meinen Körper, um meine Zukunft, um mein Leben.

    Das Leben ist nicht immer angenehm, aber letztlich ist es schön und deshalb möchte ich das noch möglichst lange genießen.

     

    Danksagung

    Erfahrungsberichte fassen Interviews mit Betroffenen zusammen. Alle Gesprächspartnerinnen und -partner haben der Veröffentlichung zugestimmt. Ihnen gilt unser herzlicher Dank.

    Die Berichte geben einen Einblick in den persönlichen Umgang und das Leben mit einer Erkrankung. Die Aussagen stellen keine Empfehlung des IQWiG dar.

    Hinweis: Um die Anonymität der Interviewten zu wahren, ändern wir ihre Vornamen. Die Fotos zeigen unbeteiligte Personen.

    Typ-1-Diabetes - Erfahrungsbericht - Kurt

    „Irgendwann ist es dann so selbstverständlich wie das Waschen oder das Zähneputzen.“

    Kurt, 47 Jahre

    „Irgendwann ist es dann so selbstverständlich wie das Waschen oder das Zähneputzen.“

    Mein Diabetes mellitus wurde durch meinen Urologen festgestellt. Im ersten Moment war das ein kleiner Schock für mich. Ich hatte plötzlich Schmerzen beim Wasserlassen und musste häufiger zur Toilette, weil ich auch mehr getrunken hatte. Ich dachte, dass meine Blase oder meine Niere entzündet ist und bin zu meinem Urologen gegangen. So etwas hatte ich in meinem Leben vorher nicht gekannt. Er hat als Ursache einen Virus vermutet. Beim Hinausgehen aus dem Arztzimmer fragte ich ihn noch: "Vielleicht musste ich deswegen auch in letzter Zeit mehr trinken?" Ich wurde oft nachts wach und hatte ein starkes Durstgefühl. Ein Glas Wasser habe ich dann ganz schnell weggezischt. Da wurde der Arzt noch mal aufmerksam und hat meinen Urin untersucht.

    Meine Werte waren damals sehr schlecht

    In den ersten Tagen bin ich immer davon ausgegangen, dass ich nur einen schlechten Tag hatte. Ich konnte es mir einfach nicht vorstellen, dass ich Diabetes habe. Als mir meine Hausärztin dann die Diagnose am Telefon bestätigte, fiel ich aus allen Wolken. Die ersten paar Tage waren schon heftig. Ende Oktober ist die endgültige Diagnose gestellt worden und ich habe dann für den Januar einen Termin für eine Diabetesschulung in der Klinik bekommen. Nach der Schulung ging es ganz gut. Ich muss sagen, dass ich Glück im Unglück gehabt habe. Meine Werte waren damals, als man den Diabetes festgestellt hat, sehr schlecht. Ich habe großes Glück gehabt, dass ich recht schnell in guten Händen war.

    Mir war dann klar, je schneller ich mich auf die Krankheit einlasse, desto besser kann ich damit umgehen. Ich habe dann auch von Anfang an Insulin gespritzt. Im ersten Moment war es schon komisch, sich selber zu spritzen. Aber ich hatte keine Angst vor Spritzen. Diese Angst, wie sie viele vor dem Spritzen haben, hatte ich noch nie gehabt. Es ging ganz schnell, dass ich mich selber spritzen konnte.

    Es gibt hin und wieder leichte Probleme, hohe Werte oder auch niedrige. Manchmal wegen der Ernährung, manchmal wegen einer Infektion im Körper. Es gibt aber auch manchmal Werte, die sind unerklärlich. Man weiß dann nicht, warum sie zu hoch oder zu niedrig sind. Aber grundsätzlich sind meine Werte in Ordnung.

    In den ersten Jahren war so ein Zeichen für eine Unterzuckerung, dass ich Schweißperlen auf der Stirn bekommen habe. Das hat mit der Zeit nachgelassen. Aber ab einem gewissen Grad merke ich die Unterzuckerung aber an verschiedenen Anzeichen. Ich merke zum Beispiel, dass ich mich nicht mehr richtig konzentrieren kann und ein wenig durcheinander bin. Manchmal merken die Menschen, mit denen ich viel zu tun habe, eher als ich, dass ich zu niedrige Werte habe. Dann meinen sie: "Es könnte gut sein, dass du mal was essen oder trinken musst. Kann es sein, dass es dir nicht gut geht?" Das ist manchmal ein schleichender Prozess, den man so gar nicht bemerkt, besonders, wenn man stark abgelenkt ist.

    Ich habe eine Art Fahrplan, wie beim Zähneputzen

    Wenn die Blutzuckerwerte nicht gut sind, dann schränkt das schon im beruflichen Leben ein, vor allem durch die Konzentrationsprobleme. Es gibt Tage, an denen man das sehr deutlich merkt. Aber an den meisten Tagen merkt man Gott sei Dank gar nichts.

    Durch die sehr gute Betreuung der Fachleute bin ich recht schnell wieder fit geworden. Sie haben mich auch menschlich sehr gut betreut. Ich habe gelernt, wie man den Alltag mit Spritzen und Messen meistert. Also, das hat relativ schnell und gut funktioniert. Es gibt viel Schlimmeres auf der Welt als den Diabetes und ich lebe jetzt seit 20 Jahren damit und es ist kein Problem für mich.

    Im Umfeld gab es keine Probleme. Meine Familie war eher zu behutsam und zu rücksichtsvoll mit mir.

    Ich habe von Anfang an die intensivierte Insulintherapie gemacht. Ich messe regelmäßig den Blutzucker und passe die Insulinzufuhr dann entsprechend an. Einen Abstand zwischen Spritzen und Essen halte ich abhängig von der Situation manchmal ein, manchmal aber auch nicht. Je nachdem wie die Werte sind und wie die Situation ist. Ich habe für mich so eine Art Fahrplan, ähnlich wie beim Zähneputzen. Ich messe, wenn ich morgens aufstehe, kurz vor dem Mittagessen und vor dem Abendessen und dann noch mal kurz vor dem Schlafengehen. Bei Bedarf messe ich auch häufiger, um bei schlechten Werten den Blutzucker korrigieren zu können oder um zu schauen, ob die Korrektur erfolgreich war. Das ist alles schon ziemlich selbstverständlich in meinen Tagesablauf integriert. Es sei denn, dass sich der angedachte Tagesfahrplan verändert. Zum Beispiel im Urlaub, wenn ich plötzlich beschließe Sport zu treiben oder wenn ich es aus irgendeinem Grund nicht schaffe, die Mahlzeit pünktlich einzunehmen. Aber das sind fast immer hausgemachte Fehler. Im Nachhinein wird einem dann klar: "Das hättest du nicht machen dürfen. Es ist kein Wunder, dass der Wert zu hoch oder zu niedrig ist." Aber ansonsten habe ich mich in diesen Fahrplan recht schnell hineingefunden. In der ersten Zeit war das manchmal schon ein wenig nervig. Irgendwann ist es dann so selbstverständlich wie das Waschen oder das Zähneputzen.

    Ich versuche über den Tag verteilt zwischen den Hauptmahlzeiten etwas Kleines zu mir zu nehmen. Manchmal passt es aber auch nicht in den Tagesplan oder es passt in der Situation gerade nicht. Da gehe ich flexibel damit um. Gewichtsprobleme habe ich bisher auch nicht gehabt.

    Die Erkrankung zu akzeptieren, darauf kommt es an

    An die Vorsorgeuntersuchungen denke ich regelmäßig. Die sind mir sehr wichtig. Da habe ich einfach Sorge vor Folgeschäden.

    Ich sehe es als ganz wichtig an, dass man schnell einen guten Arzt findet, am besten einen Diabetes-Schwerpunktarzt oder eine Klinik, in der der Blutzucker eingestellt werden kann. Als sehr wichtig sehe ich es an, dass man seine Erkrankung akzeptiert. Das ist ganz wichtig, desto schneller geht man gut damit um. Wichtig sind auch gute Informationen, um sich für die Bewältigung der Erkrankung fit zu machen. Die Akzeptanz für sich selber ist ganz wichtig.

    Diabetes ist keine Krankheit, die einen vor endlos viele Probleme stellt. Das war es vielleicht ganz früher, als noch so vieles verboten war. Aber so ist es ja nicht mehr.

     

    Danksagung

    Erfahrungsberichte fassen Interviews mit Betroffenen zusammen. Alle Gesprächspartnerinnen und -partner haben der Veröffentlichung zugestimmt. Ihnen gilt unser herzlicher Dank.

    Die Berichte geben einen Einblick in den persönlichen Umgang und das Leben mit einer Erkrankung. Die Aussagen stellen keine Empfehlung des IQWiG dar.

    Hinweis: Um die Anonymität der Interviewten zu wahren, ändern wir ihre Vornamen. Die Fotos zeigen unbeteiligte Personen.

    Typ-1-Diabetes - Erfahrungsbericht - Marit

    „Als ich dann gemerkt hatte, dass ich wirklich viel unabhängiger mit der Pumpe bin, dass ich keine Nadeln und keine Pens mehr mitnehmen muss, sondern nur die Pumpe bei mir habe, da war mir klar, dass es die richtige Entscheidung war.“

    Marit, 25 Jahre

    „Als ich dann gemerkt hatte, dass ich wirklich viel unabhängiger mit der Pumpe bin, dass ich keine Nadeln und keine Pens mehr mitnehmen muss, sondern nur die Pumpe bei mir habe, da war mir klar, dass es die richtige Entscheidung war.“

    1999 wurde bei mir Diabetes Typ 1 diagnostiziert. Das war eher zufällig. Ich war im 2. Ausbildungsjahr und 18 Jahre alt. Meine Mutter hat mich sehr gedrängt, zum Arzt zu gehen. Von allein wäre ich nicht gegangen. Die Begleiterscheinungen wie sehr häufiges Wasserlassen und verschwommenes Sehen hatte ich auf den heißen Sommer geschoben. Ich war immer sehr müde und schlapp, hatte etwas abgenommen und auch eine Entzündung im Intimbereich. Dann war ich an einem Tag sehr müde und hatte auch sieben Liter getrunken. Ich war immer sehr aktiv, aber an diesem Tag bin ich trotz schönem Wetter zu Hause geblieben, weil ich so schlapp war. Meine Mutter hat sich sehr gewundert und mich zu einem Bluttest gedrängt. Ich kam dann ins Krankenhaus und wurde dort sehr gut behandelt. Ich bekam Insulin und die Blutzuckerwerte gingen sofort runter.

    Ich musste erst lernen, mich selbst zu spritzen

    Als ich mich das erste Mal selbst spritzen sollte, warf ich die Insulinspritze wie im Reflex weg. Obwohl ich selbst Krankenschwester bin, wollte ich mich immer nur von anderen spritzen lassen. Ich wollte das nicht selber machen. Das musste ich aber lernen. Dieser Prozess ging jedoch recht zügig und es hat so ein bis zwei Wochen gedauert, bis ich selbst gespritzt habe.

    Nach zwei Wochen im Krankenhaus bin ich dann zur Kur gefahren. Dort hatte ich eine sehr gute Ärztin. Sie hat sehr stark das psychische Wohlbefinden einbezogen und den Diabetes ganzheitlich betrachtet. Sie hat mir verdeutlicht, dass es auch dazugehört, mal ein Eis zu essen oder einen Wein zu trinken. Auch, dass man keine Angst haben soll, Sport zu treiben, sich zu bewegen und wirklich das auszuprobieren, worauf man Lust hat. Das war sehr wichtig für mich, hat mich zum Nachdenken angeregt und hat mir Mut gemacht.

    Ich habe mit der intensivierten Insulintherapie angefangen - das heißt Verzögerungs- und Normalinsulin. Ich hatte sehr viele Unterzuckerungen, die auf meinen Sport zurückzuführen waren. Das Langzeitinsulin war bei spontanen sportlichen Aktivitäten schwer zu kalkulieren. Das war der negative Aspekt, der mich belastet hat, weil ich es nicht steuern konnte.

    Meine Unabhängigkeit war mir wichtig

    Ein Jahr nach der Diagnose stellte ich meine Therapie um auf Verzögerungs- und Analoginsulin. Die Ungleichmäßigkeiten waren zwar nicht ganz verschwunden, aber die Wirkung war ein bisschen besser einzuschätzen. Unterzuckerungen traten immer noch auf. Deswegen habe ich mich dann für eine Pumpe entschieden. Das war vor 6 Jahren. Mir war das für meine Lebensqualität wichtig, weil ich gelesen hatte, dass die Pumpe die Werte stabiler hält und dass ich dadurch unabhängiger sein könnte. Die Entscheidung für eine Pumpe hat sich als richtig erwiesen. Am Anfang war es schwierig. Ich habe gedacht: "Oh Gott, jetzt immer dieses Gerät tragen!". Da war schon eine Diskrepanz da. Als ich dann gemerkt hatte, dass ich wirklich viel unabhängiger mit der Pumpe bin, dass ich keine Nadeln und keine Pens mehr mitnehmen muss, sondern nur die Pumpe bei mir habe, da war mir klar, dass es die richtige Entscheidung war.

    In der ersten Zeit mit der Pumpe muss man schon einiges lernen. Nach und nach lernt man die Pumpe besser kennen. Ich probierte verschiedene Einstellungen aus und konnte die Insulinwirkung meinen körperlichen Aktivitäten anpassen. Aber auch hormonelle Umstellungen oder besondere Mahlzeiten konnte ich besser berücksichtigen. Ich habe die Pumpe während meiner Kur erhalten und wollte sie ursprünglich nur testen. Doch sie hat mich überzeugt und ich wollte sie behalten.

    Im Winter gewöhnt man sich an die Pumpe und im Sommer, da denkt man manchmal: "Scheiß Ding!" Dann möchte ich enge Sachen anziehen und muss immer erstmal überlegen: "Wo hattest du sie im letzten Jahr?" Man muss immer ein Täschchen dabeihaben oder beim BH- oder Hosenkauf muss man darauf achten, ob die Pumpe reinpasst. Das sind dann schon so Sachen ... , da gewöhnt man sich aber immer wieder schneller daran, als man denkt.

    Sport und Sauna – das geht alles

    Ich stelle manchmal auch auf die intensivierte Therapie mit Pen um. Zum Beispiel war ich auf einer Hochzeit und wollte ein enges Kleid anziehen - da habe ich auf die intensivierte Therapie umgestellt. Ich bin da ja immer flexibel. Ich kann die Pumpe jederzeit ablegen. Beim Sport und in der Sauna mache ich sie auch für die Stunde ab. Das geht alles.

    Was ich für sehr wichtig halte ist, dass man weitersucht, wenn man an einen schlechten Arzt kommt. Ich habe eine Ärztin gefunden, die mich sehr motiviert hat. Das ist sehr wichtig, weil mit der Zeit verändert sich ja auch der Diabetes, die Wirkung des Insulins verändert sich, die Hormone verändern sich und das ist manchmal nicht so leicht zu regeln. Es gibt immer wieder Sachen, die man dazulernen muss. Manchmal, wenn man ein wenig diabetesfaul ist oder einfach nur Gelüste hat, die jeder andere auch kennt, isst man doch ohne nachzudenken. Sich immer wieder neu zu motivieren, ist nicht immer leicht. Man muss auch mal so einen "schlechten" Tag akzeptieren. Das finde ich für die Lebensqualität sehr wichtig.

    Der Diabetes ist manchmal psychisch belastend

    Im ersten Moment war der Diabetes für mich wie eine normale Krankheit. Die Auseinandersetzung damit kam für mich erst später. Mein Vorteil war, dass ich zum Zeitpunkt der Diagnose 18 Jahre alt war und die Pubertät hinter mir hatte. Ich habe dann erkannt, dass ich für meinen Körper selber verantwortlich bin. Es war eigentlich ein ziemlich schleichender Prozess, dass ich mich immer intensiver mit meinem Körper auseinander gesetzt habe. Heute denke ich, dass diese Auseinandersetzung wirklich das Wichtigste ist. Ich muss meinen Körper kennen und wissen, wie er reagiert. Zu der Erkenntnis sollte man kommen, um mit dem Diabetes gut umgehen zu können. Wenn man das ablehnt, lehnt man sich selber ja auch irgendwo ab.

    Der Diabetes ist für mich manchmal auch psychisch belastend, obwohl ich ein sehr positiver und lebensfroher Mensch bin. Aber da gibt es schon Tage, wo ich denke: "So ein Blödsinn!" Wenn ich zum Beispiel mein Messgerät oder die Müsliriegel vergesse... Diese Tage kennt mein Partner auch genau. Solche Tage, wo auch mal Tränen fließen, gibt es vielleicht zweimal im Jahr. Manchmal habe ich Angst, dass dies andere belasten könnte. Aber ich bekomme sehr gute Unterstützung. Ich kann mich hundertprozentig auf meinen Partner verlassen. Und ich habe großes Glück, dass es in meiner Familie gar kein Thema ist. Das ist sehr gut für mich.

    Der Diabetes ist nicht das Schlimmste, was mir passiert ist. Ich gehe seit der Diagnose viel bewusster mit mir um. Ich kenne meinen Puls, meinen Blutzucker, meinen Körper und ich weiß sofort, wenn etwas nicht stimmt, und das finde ich schon sehr gut. Es ist nicht immer so, dass ich den Diabetes als Riesenbelastung empfinde. Ich setze mich damit auseinander. Ich habe schon eine hohe Lebensqualität. Andere Menschen haben andere Probleme, die auch belastend sein können.

    Ich habe viel über Diabetes gelesen. Ich habe dann für mich gemerkt, dass es am besten ist, wenn ich mir meine Werte aufschreibe, was ich gegessen habe, welche Aktivitäten ich unternommen habe. Dann kann ich aus meinen eigenen Werten lernen. Es ist manchmal schon mühsam, aber ich halte das für sehr sinnvoll - mindestens einen Monat im Jahr. Zum Beispiel kann man dann analysieren, wie ein Spaziergang oder ein Teller Nudeln wirkt. Man kennt dadurch seine Basalrate und den BE-Faktor.

    Es war insgesamt ein Prozess über Jahre. Ich denke, der Umgang mit dem Diabetes sollte ganzheitlich sein. Man muss seinen eigenen Weg dabei finden.

     

    Danksagung

    Erfahrungsberichte fassen Interviews mit Betroffenen zusammen. Alle Gesprächspartnerinnen und -partner haben der Veröffentlichung zugestimmt. Ihnen gilt unser herzlicher Dank.

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