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Durchfall bei Magen-Darm-Infektionen

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    Durchfallerkrankungen sind weit verbreitet. Meist sind sie die Folge einer Infektion mit Viren und nach wenigen Tagen überstanden. Starker, länger anhaltender Durchfall muss jedoch behandelt werden. Er kann zu einem gefährlichen Flüssigkeits- und Salzverlust führen – vor allem bei kleinen Kindern und Älteren.

    Einleitung

    Durchfallerkrankungen sind sehr verbreitet: In Deutschland trifft es Erwachsene im Durchschnitt einmal im Jahr, Kinder erkranken noch öfter. Meistens ist Durchfall die Folge einer Infektion mit Viren, hierzulande am häufigsten mit den sehr ansteckenden Noroviren und Rotaviren. Eine Magen-Darm-Infektion (Gastroenteritis) kann aber auch durch Bakterien wie Salmonellen oder Campylobacter ausgelöst werden.

    Bei normalem Durchfall genügt es meist, den Flüssigkeitsverlust wieder auszugleichen und abzuwarten, bis die Infektion vorübergeht. Starker oder länger anhaltender Durchfall muss jedoch behandelt werden, weil er zu einem gefährlichen Flüssigkeits- und Salzverlust führen kann – vor allem bei kleinen Kindern und älteren Menschen.

    Symptome

    Oft beginnt eine Magen-Darm-Infektion plötzlich mit schwallartigem Erbrechen oder starkem Durchfall. Von Durchfall spricht man, wenn jemand innerhalb von 24 Stunden mindestens dreimal sehr weichen oder flüssigen Stuhlgang hat. Durchfall ist oft von Bauchschmerzen, -krämpfen und Blähungen begleitet. Durchfall und Übelkeit können manchmal auch mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen einhergehen.

    Schwindel und Kreislaufprobleme können darauf hinweisen, dass der Körper zu viel Flüssigkeit und Salze (Elektrolyte) verloren hat. Dann ist rasche ärztliche Hilfe nötig. Andere Gründe, bei Durchfall ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, sind:

    • keine Besserung nach 48 Stunden
    • hohes Fieber
    • Blut im Stuhl (rote Blutbeimengung oder schwarzer Stuhl)
    • Schleim, der dem Stuhl aufgelagert ist
    • starke Schmerzen

    Ursachen und Risikofaktoren

    Durchfall kann viele unterschiedliche Ursachen haben. Zu den häufigsten gehört eine Magen-Darm-Infektion durch die sehr ansteckenden Noro- oder Rotaviren, an der meist kleine Kinder und ältere Menschen erkranken. Bakterielle Magen-Darm-Infektionen werden in Deutschland meist durch Campylobacter oder Salmonellen ausgelöst. Auf Reisen können je nach Reiseziel und hygienischen Verhältnissen außerdem Infektionen mit Shigellen, bestimmten Kolibakterien oder Parasiten zu Durchfall führen.

    Durchfall kann auch andere Ursachen haben als Infektionen. Dazu gehören

    • ungewohntes Essen, zum Beispiel auf (Fern-)Reisen,
    • Lebensmittelunverträglichkeiten wie Gluten- oder Laktoseintoleranz,
    • ein „nervöser Darm“ (Reizdarmsyndrom),
    • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa sowie
    • Arzneimittel-Nebenwirkungen: Insbesondere Antibiotika lösen manchmal Durchfall aus, weil sie die normale Darmflora angreifen.

    Verlauf

    Akute Durchfallerkrankungen sind meist nach wenigen Tagen bis einer Woche überstanden. Hält der Durchfall länger als zwei Wochen an, spricht man von anhaltendem Durchfall.

    Folgen

    Meistens bleibt ein akuter Durchfall harmlos. Bei starkem, wässrigem Durchfall oder häufigem Erbrechen mit hohem Flüssigkeitsverlust ist es aber wichtig, rechtzeitig ärztlichen Rat einzuholen, um ein Kreislaufversagen zu vermeiden. Das gilt vor allem, wenn Säuglinge und Kleinkinder, Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder Ältere betroffen sind. Da bei älteren Menschen oft das Durstgefühl nachlässt und sie dann zu wenig trinken, ist bei ihnen die Gefahr einer Austrocknung (Dehydratation) besonders groß.

    Es können verschiedene Anzeichen auf einen starken Flüssigkeitsverlust hindeuten:

    • Der Allgemeinzustand verschlechtert sich.
    • Augen, Wangen oder Gesicht sind eingefallen.
    • Atmung oder Herzschlag sind schneller als normal.
    • Die Haut ist unelastisch: Wenn man sie am Arm oder Bauch zwischen zwei Finger nimmt und leicht zieht, kehrt sie nicht in ihre ursprüngliche Form zurück, sondern es bleibt eine kleine Falte stehen.
    • Zudem können starker Durst, Benommenheit, dunkler Urin oder fehlender Harndrang sowie trockene Augen, Lippen oder eine trockene Zunge auf eine beginnende Austrocknung hinweisen.
    • Bei älteren Menschen treten manchmal auch Brustschmerzen oder Muskelkrämpfe auf.

    Diagnose

    Bei einem Arztbesuch fragt die Ärztin oder der Arzt zunächst:

    • ob die Symptome plötzlich oder allmählich aufgetreten sind,
    • nach der Beschaffenheit des Stuhlgangs (Konsistenz und Aussehen),
    • seit wann der Durchfall besteht und wie häufig er ist,
    • ob auch Beschwerden wie Bauchschmerzen, Erbrechen oder Fieber auftreten und
    • was vor Beginn des Durchfalls gegessen wurde.

    Wichtig ist zudem,

    • ob man vor kurzem auf Reisen war,
    • welche Medikamente eingenommen wurden oder werden,
    • ob es bekannte Allergien oder Unverträglichkeiten gibt oder
    • ob eine chronische Erkrankung wie etwa ein Diabetes besteht.

    Bei blutigem oder anhaltendem Durchfall kann eine Stuhl- oder Blutprobe nötig sein, um festzustellen, welche Erreger die Infektion ausgelöst haben. Das Gleiche gilt für Durchfall mit Schleimauflagerung.

    Vorbeugung

    Viren und Bakterien werden durch Kontakt mit dem Stuhl, Erbrochenem, mit verunreinigten Gegenständen, Wasser oder Nahrungsmitteln übertragen.

    Bei einer akuten Durchfallerkrankung ist deshalb vor allem regelmäßiges gründliches Händewaschen mit Seife sehr wichtig, um sich und andere vor einer Ansteckung zu schützen. Auch eine Händedesinfektion kann hilfreich sein. Falls es zu Hause ein zweites WC gibt, kann ein erkranktes Familienmitglied dieses allein benutzen.

    Kleidung wird am besten bei mindestens 60 Grad gewaschen. Wichtig ist, in der Küche und bei der Zubereitung von Speisen verstärkt auf eine gute Hygiene zu achten. Wer akuten Durchfall hat, sollte außerdem keine Speisen für andere zubereiten.

    Damit erkrankte Kinder niemanden anstecken, dürfen sie erst wieder in die Kita oder Schule gehen, wenn sie zwei Tage keinen Durchfall mehr hatten.

    Bei einer Reise in subtropische oder tropische Länder kann es je nach Hygienestandards nötig sein, auf rohes, ungeschältes Obst und Gemüse zu verzichten und kein Leitungswasser zu trinken. Fisch oder Fleisch sollten gut durchgebraten oder gekocht sein.

    Behandlung

    Wer Durchfall hat, verliert Flüssigkeit und Elektrolyte. Deshalb ist es das Wichtigste, diesen Verlust auszugleichen. Bei akutem normalem Durchfall reicht dafür zum Beispiel gezuckerter Tee in Kombination mit Salzgebäck. Häufig wird empfohlen, magenschonende Kost wie Reis, Bananen oder Zwieback zu essen. Mancher verzichtet auch auf Kaffee, Fruchtsäfte, Limonaden, Alkohol und fettige Speisen, um den Darm nicht zusätzlich zu reizen.

    Akuter normaler Durchfall bei Jugendlichen und Erwachsenen muss nicht besonders behandelt werden. Bei kleinen Kindern und alten Menschen sowie bei starkem Durchfall ist es sinnvoll, den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust mit einer Rehydratationslösung aus der Apotheke (auch Elektrolyt- / Glukoselösungen genannt) wieder auszugleichen. Dabei handelt es sich um Pulver zum Auflösen in Wasser. Sie enthalten Salze, Mineralstoffe und Traubenzucker. Als Ersatz – zum Beispiel auf Reisen – kann man auch folgende Zutaten in einen Liter abgepacktes oder abgekochtes Wasser geben und darin verrühren:

    • fünf Esslöffel Zucker,
    • anderthalb gestrichene Esslöffel Kochsalz und
    • ein Glas abgepackten Orangensaft.

    Zusätzlich zur Flüssigkeitsaufnahme und zu anderen Behandlungen können Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel mit probiotischen Mikroorganismen (Probiotika) helfen, die Dauer des Durchfalls zu verkürzen.

    Daneben können – je nach Dauer und Schwere der Symptome – weitere Behandlungen infrage kommen:

    • Medikamente wie Loperamid oder Racecadotril beruhigen den Darm und können die Häufigkeit der Toilettengänge verringern. Loperamid ist für Kinder unter zwölf Jahren nicht geeignet, Racecadotril ist für Kinder verschreibungspflichtig.
    • Manchmal werden auch bestimmte Hefetabletten (Perenterol) empfohlen, die die Ausscheidung der Erreger beschleunigen und die Wiederherstellung der natürlichen Darmflora unterstützen sollen. Auch die Einnahme von Kohletabletten, die vorher in Wasser aufgelöst werden, soll die Beschwerden lindern. Es gibt aber keine aussagekräftigen Studien, um Nutzen und Schaden dieser Behandlungsmöglichkeiten ausreichend beurteilen zu können.
    • Antibiotika kommen nur bei einer bakteriellen Darminfektion infrage. Gegen Viren können sie nichts ausrichten.

    Weitere Informationen

    Einige Magen-Darm-Infektionen gehören zu den meldepflichtigen Erkrankungen. Das heißt, die Ärztin oder der Arzt muss das örtliche Gesundheitsamt benachrichtigen. Meldepflicht besteht beispielsweise bei nachgewiesener Infektion mit Noro- oder Rotaviren, Salmonellen oder Campylobacter.

    Bei Kindern unter sechs Jahren, die eine Gemeinschaftseinrichtung (Kindertagesstätte, Kindergarten) besuchen, ist eine Magen-Darm-Infektion generell meldepflichtig. Ein erkranktes Kind darf erst zwei Tage nach Abklingen der Beschwerden die Einrichtung wieder besuchen. Ein ärztliches Attest ist dafür nicht nötig.

    Laut Infektionsschutzgesetz dürfen auch Personen in Lebensmittelberufen bei Verdacht auf eine Darminfektion nicht zur Arbeit gehen. Auch ihnen wird empfohlen, frühestens zwei Tage nach Abklingen des Durchfalls in den Beruf zurückzukehren. Je nach Ursache muss vorher ärztlich bescheinigt werden, dass der Stuhl frei von Erregern ist. In den folgenden vier bis sechs Wochen sollte besonders streng auf Händehygiene am Arbeitsplatz geachtet werden.

    Quellen

    Auswärtiges Amt. Gesundheitsdienst. Merkblatt für Beschäftigte und Reisende. Durchfall (Diarrhoe). 2007.

    Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz. Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutzgesetz - IfSG) § 34 Gesundheitliche Anforderungen, Mitwirkungspflichten, Aufgaben des Gesundheitsamtes.

    Dalby-Payne JR, Elliott EJ. Gastroenteritis in children. BMJ Clin Evid 2011; 2011.

    Ejemot-Nwadiaro RI, Ehiri JE, Arikpo D, Meremikwu MM, Critchley JA. Hand washing promotion for preventing diarrhoea. Cochrane Database Syst Rev 2015; (9): CD004265.

    Gottlieb T, Heather CS. Diarrhoea in adults (acute). BMJ Clin Evid 2011; 02: 901.

    National Institute for Health and Care Excellence (NICE). Diarrhoea and Vomiting Caused by Gastroenteritis: Diagnosis, Assessment and Management in Children Younger than 5 Years. 04.2009. (NICE Clinical Guidelines; Band 84).

    Ogilvie I, Khoury H, Goetghebeur MM, El Khoury AC, Giaquinto C. Burden of community-acquired and nosocomial rotavirus gastroenteritis in the pediatric population of Western Europe: a scoping review. BMC Infect Dis 2012; 12: 62.

    Pfeiffer ML, DuPont HL, Ochoa TJ. The patient presenting with acute dysentery--a systematic review. J Infect 2012; 64(4): 374-386.

    Robert Koch-Institut (RKI). Lebensmittelbedingte Erkrankungen. Empfehlungen bei akutem Brechdurchfall. 29.09.2012.

    Robert Koch-Institut (RKI). Meldepflichtige Krankheiten und Krankheitserreger. Übersichtstabelle. April 2013.

    Robert Koch-Institut (RKI). Norovirus-Gastroenteritis. RKI-Ratgeber für Ärzte. 26.07.2008.

    Robert Koch-Institut (RKI). Rotaviren-Gastroenteritis. RKI-Ratgeber für Ärzte. 31.07.2013.

    World Health Organization (WHO): The treatment of diarrhoea. A manual for physicians and other senior health workers. 2005.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Was Studien sagen: Können Probiotika bei Durchfall helfen?

    Probiotika können die Dauer eines Durchfalls um etwa einen Tag verkürzen. Insgesamt sind probiotische Produkte – dazu gehören vor allem bestimmte Milchsäurebakterien – gut verträglich.

    Durchfall ist oft die Folge einer Darminfektion. Außer bei starkem Durchfall genügt es meist, durch viel Trinken den Flüssigkeitsverlust auszugleichen und abzuwarten, bis die Infektion vorübergeht. Bei kleinen Kindern und alten Menschen kann ein Flüssigkeitsverlust aber schnell so gefährlich werden, dass eine spezielle Behandlung nötig ist. Lebensgefährliche Durchfallerkrankungen sind in Industrieländern allerdings selten.

    Bei einem milden Durchfall wird manchmal neben viel Trinken empfohlen, zusätzlich probiotische Lebensmittel zu verzehren. Probiotika enthalten spezielle Mikroorganismen wie Bakterien oder Hefen. Sie sollen sich im Darm ansiedeln, dort die Durchfallerreger verdrängen und so den Körper bei ihrer Bekämpfung unterstützen. Die bekanntesten Probiotika sind Milchsäurebakterien. Sie sind zum Beispiel in naturbelassenem Joghurt und anderen Milchprodukten sowie bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln enthalten.

    Forschung zur Wirkung von Probiotika

    Um die Frage zu beantworten, wie gut Probiotika gegen akuten Durchfall helfen, haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des internationalen Forschungsnetzwerks Cochrane Collaboration geeignete Studien zu diesem Thema ausgewertet. Die Wirksamkeit von Probiotika bei akutem Durchfall wurde in 63 Studien mit gut 8000 Teilnehmenden untersucht.

    An den Studien nahmen vor allem Kinder teil, deren Durchfall weniger als zwei Wochen andauerte. Sie nahmen Probiotika in unterschiedlichen Formen zu sich, zum Beispiel als Joghurt, in Milch, spezieller Babynahrung, als Pulver oder Kapseln.

    Probiotika können Dauer des Durchfalls verkürzen

    Die Probiotika erwiesen sich in den Studien als hilfreich: Sie verkürzten die Erkrankungsdauer im Schnitt um einen Tag. Andere Studien haben geprüft, wie viele Teilnehmende nach drei Tagen keinen Durchfall mehr hatten:

    • Ohne Behandlung: Etwa 34 von 100 Personen, die keine Probiotika nahmen, hatten nach drei Tagen keinen Durchfall mehr.
    • Mit Behandlung: Bei ungefähr 55 von 100 Personen, die Probiotika nahmen, war der Durchfall nach drei Tagen vorbei.

    Das bedeutet: 21 von 100 Menschen haben die Darminfektion durch die Einnahme von Probiotika schneller überstanden.

    Offen bleibt allerdings, ob die verschiedenen probiotischen Produkte und Mittel gleich wirksam sind. Unklar ist also, ob es Unterschiede gibt zwischen Joghurt, Kapseln oder Pulver – oder zwischen Milchsäurebakterien und anderen Mikroorganismen.

    Nebenwirkungen

    Von Nebenwirkungen wurde in den Studien kaum berichtet. Insgesamt waren die probiotischen Produkte gut verträglich. Bei Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem oder bestimmten schweren Vorerkrankungen ist aber nicht auszuschließen, dass die Bakterien oder Hefen in Probiotika manchmal selbst eine Infektion auslösen.

    Quellen

    Allen SJ, Martinez EG, Gregorio GV, Dans LF. Probiotics for treating acute infectious diarrhoea. Cochrane Database Syst Rev 2010; (11): CD003048.

    Bernaola Aponte G, Bada Mancilla CA, Carreazo NY, Rojas Galarza RA. Probiotics for treating persistent diarrhoea in children. Cochrane Database Syst Rev 2013; (8): CD007401.

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    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
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    Mehr Wissen: Akute Magen-Darm-Infektionen: Häufige Erreger und Übertragungswege

    In Deutschland werden Magen-Darm-Infektionen am häufigsten von Noroviren ausgelöst. Säuglinge und kleine Kinder stecken sich oft auch mit Rotaviren an. Beide Virusinfektionen verlaufen meist kurz und heftig. Bei Erwachsenen sind auch bakterielle Magen-Darm-Infektionen verbreitet.

    Eine Infektion mit den sehr ansteckenden Noro- oder Rotaviren beginnt meist mit plötzlichen starken Beschwerden wie Durchfall und Erbrechen. Die Symptome verschwinden aber in der Regel nach ein paar Tagen wieder. Gegen Rotaviren wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) seit 2013 eine Impfung für Säuglinge empfohlen.

    Bakterielle Magen-Darm-Infektionen werden meistens durch verunreinigte oder verdorbene Lebensmittel ausgelöst. Wie auch Viren können Keime wie Campylobacter oder Salmonellen zudem über eine Schmierinfektion weitergegeben werden.

    In Deutschland werden Magen-Darm-Infektionen am häufigsten von Noroviren ausgelöst. Säuglinge und kleine Kinder stecken sich oft auch mit Rotaviren an. Beide Virusinfektionen verlaufen meist kurz und heftig. Bei Erwachsenen sind auch bakterielle Magen-Darm-Infektionen verbreitet.

    Eine Infektion mit den sehr ansteckenden Noro- oder Rotaviren beginnt meist mit plötzlichen starken Beschwerden wie Durchfall und Erbrechen. Die Symptome verschwinden aber in der Regel nach ein paar Tagen wieder. Gegen Rotaviren wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) seit 2013 eine Impfung für Säuglinge empfohlen.

    Bakterielle Magen-Darm-Infektionen werden meistens durch verunreinigte oder verdorbene Lebensmittel ausgelöst. Wie auch Viren können Keime wie Campylobacter oder Salmonellen zudem über eine Schmierinfektion weitergegeben werden.

    Rotaviren

    Mit Rotaviren stecken sich am häufigsten Säuglinge und Kinder im Alter von sechs Monaten bis zu zwei Jahren an. Die erste Infektion mit Rotaviren verursacht meistens starke Beschwerden, weitere Infektionen verlaufen milder. Wenn Kinder mehrfach erkranken, werden sie gegen den Erreger immun. Dieser Schutz hält allerdings nicht das ganze Leben an. Erwachsene bis 60 Jahre erkranken aber seltener als Kinder und haben normalerweise nur geringe Beschwerden. Oft stecken sie sich auf Fernreisen oder bei ihren Kindern an.

    Bei älteren und immungeschwächten Menschen sind Rotavirus-Infektionen häufiger. Bei ihnen können die Symptome zudem so ausgeprägt sein, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen.

    Nach einer Infektion mit dem Rotavirus dauert es in der Regel ein bis drei Tage, bis die ersten Beschwerden auftreten. Sie halten etwa zwei bis sechs Tage an, häufig sind:

    • plötzlich auftretende, wässrige Durchfälle (der Stuhl ist oft mit Schleim durchmischt),
    • Erbrechen,
    • Bauchschmerzen,
    • Fieber,
    • Kreislaufprobleme und Benommenheit bei hohem Flüssigkeitsverlust sowie
    • bei jedem zweiten Erkrankten Atembeschwerden.

    Noroviren

    An Noroviren erkranken in Deutschland besonders oft Kinder unter fünf und ältere Personen über 70 Jahre. Die Infektion kann das ganze Jahr auftreten, am häufigsten ist sie aber von Oktober bis März.

    Beim Norovirus beträgt die Zeit von der Ansteckung bis zu ersten Beschwerden sechs Stunden bis zwei Tage. Die Erkrankung beginnt oft sehr plötzlich mit:

    • starken Durchfällen,
    • schwallartigem heftigem Erbrechen,
    • Bauchschmerzen und
    • manchmal Übelkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Mattigkeit sowie leicht erhöhter Körpertemperatur.

    Die Beschwerden dauern meist nur etwa 12 bis 48 Stunden an. Verliert der Körper durch zu starken Durchfall und Erbrechen zu viel Flüssigkeit, können Schwindel, Benommenheit und Kreislaufprobleme auftreten.

    Wie werden die Viren übertragen?

    Noro- und Rotaviren werden meistens über Schmierinfektionen, seltener auch durch verunreinigte Lebensmittel übertragen. Die Viren, die sich im Stuhl oder Erbrochenen befinden, können durch direkten Kontakt weitergegeben werden. Zudem können Noroviren beim Erbrechen durch kleine Tröpfchen direkt über die Luft auf andere Menschen übertragen werden.

    Die Viren können sich auch auf Toiletten, Türgriffen oder Kleidungsstücken befinden, wo sie über viele Tage infektiös bleiben. Werden verunreinigte Gegenstände mit der Hand berührt und die Hand dann zum Mund geführt, ist eine indirekte Ansteckung möglich. Um sich selbst und andere vor Ansteckung zu schützen, ist es deshalb für Erkrankte wichtig, sich regelmäßig und gründlich die Hände zu waschen.

    Wenn Viren über Tröpfchen, verunreinigte Gegenstände oder mangelnde Händehygiene in Lebensmittel gelangen, können auch sie zu einer Ansteckung führen. Die Viren vermehren sich aber im Gegensatz zu Bakterien nicht auf Lebensmitteln.

    Rotaviren werden noch etwa acht Tage nach Abklingen der Beschwerden mit dem Stuhl ausgeschieden, Noroviren bis zu 14 Tage. Selten befinden sich die Viren auch noch länger im Stuhl, außer bei immungeschwächten Personen: Sie können Noroviren über mehrere Monate oder sogar Jahre ausscheiden.

    Welche Impfungen gibt es?

    Seit August 2013 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO), Säuglinge unter sechs Monaten gegen Rotaviren impfen zu lassen. Dazu stehen zwei verschiedene Impfstoffe zur Verfügung. Die Impfung wird als Schluckimpfung gegeben.

    Je nach verwendetem Impfstoff wird im Abstand von mindestens vier Wochen zwei- oder dreimal geimpft. Abhängig vom Impfstoff sollte die Impfserie im Alter von sechs bis zwölf Wochen begonnen und spätestens bis zum Alter von 24 oder 32 Wochen beendet sein. Derzeit geht man davon aus, dass die Rotaviren-Impfung etwa zwei Jahre schützt.

    Aktuelle Studien zeigen, dass im Zeitraum von bis zu zwei Jahren

    • etwa 40 von 1000 nicht geimpften Kindern an einer schweren Rotaviren-Infektion erkranken, aber nur
    • ungefähr 6 von 1000 geimpften Kindern.

    Für ältere Kinder und Erwachsene wird die Impfung nicht empfohlen. Als Nebenwirkungen einer Rotaviren-Impfung können leichter Durchfall, Erbrechen oder erhöhte Temperatur auftreten. Sie klingen in der Regel schnell wieder ab.

    Eine Impfung gegen Noroviren gibt es nicht.

    Welche Bakterien können Durchfall auslösen?

    Es gibt viele unterschiedliche Bakterien, die eine Darminfektion auslösen können. Viele davon spielen in Deutschland wegen der normalerweise guten hygienischen Verhältnisse aber keine große Rolle. In Deutschland werden bakterielle Magen-Darm-Infektionen am häufigsten durch Campylobacter und Salmonellen verursacht. Selten kann es auch zu einer Durchfallerkrankung durch bestimmte Escherichia-coli-Stämme, wie beispielsweise EHEC (enterohämorrhagische Escherichia coli) und Yersinien kommen.

    Bakterien verbreiten sich häufig über Lebensmittel, was man in der Regel nicht riechen oder schmecken kann. Zudem sind alle Bakterien von Mensch zu Mensch durch eine Schmierinfektion übertragbar.

    Campylobacter

    Die häufigste bakterielle Durchfallerkrankung wird durch Campylobacter ausgelöst. Die Bakterien können sich auf rohem Fleisch ansiedeln, meistens auf Geflügel-, aber auch in Hackfleisch. Die Keime können zudem in Rohmilch oder Milchprodukten zu finden sein. Eine Ansteckung über den Kot infizierter Haustiere oder über verschmutzte Gewässer ist ebenfalls möglich.

    Um einer Campylobacter-Infektion vorzubeugen, ist eine gute Küchenhygiene wichtig. Das Auftauwasser von gefrorenem Geflügel und anderen Fleischsorten sollte direkt entfernt werden. Wichtig ist, Fleisch gut durchzugaren, um die Bakterien sicher abzutöten. Schneidebretter, auf denen rohes Fleisch zubereitet wurde, sollten nach jedem Gebrauch gründlich gereinigt und Küchenhandtücher mit mindestens 60 Grad gewaschen werden.

    Nach der Ansteckung beginnt die Erkrankung nach zwei bis fünf Tagen mit Symptomen wie

    • Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, gefolgt von
    • starken Bauchschmerzen und -krämpfen,
    • Übelkeit und Durchfällen.

    Sehr selten kann eine Campylobacter-Infektion Komplikationen wie eine rheumatische Gelenkentzündung oder Lähmungserscheinungen nach sich ziehen.

    Die Beschwerden halten in der Regel bis zu einer Woche an. Viele Infektionen verlaufen aber auch unbemerkt. Es kann zwei bis vier Wochen dauern, bis keine Bakterien mehr mit dem Stuhl ausgeschieden werden, bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem noch länger.

    Salmonellen

    Salmonellen werden meist durch rohe Lebensmittel übertragen. Eier, eierhaltige Speisen wie Mayonnaise oder Pudding, rohes Fleisch und nicht ausreichend erhitzte Fleischerzeugnisse sind die häufigsten Quellen für eine Salmonelleninfektion. Die Bakterien können ebenfalls durch schlechte Küchenhygiene ins Essen gelangen, zum Beispiel über verunreinigte Schneidebretter. Salmonellen lösen nach der Ansteckung innerhalb von sechs Stunden bis drei Tagen Beschwerden aus, die dann mehrere Tage anhalten. Dazu gehören:

    • plötzlich auftretender Durchfall,
    • Kopf- und Bauchschmerzen,
    • manchmal auch Erbrechen und leichtes Fieber.

    Sehr selten und vor allem bei abwehrgeschwächten Personen kann es infolge einer Salmonelleninfektion zu einer Blutvergiftung (Sepsis) kommen.

    Mit Salmonellen infizierte Personen sind häufig noch einen Monat nach Abklingen der Beschwerden ansteckend. Kleine Kinder und ältere Erwachsenen können noch mehrere Wochen oder Monate Bakterien ausscheiden.

    EHEC

    Auch EHEC (enterohämorrhagische Escherichia coli) kann über rohe Lebensmittel wie nicht ausreichend durchgegarte Fleischprodukte übertragen werden. Die Bakterien können sich auf ungewaschenem Gemüse, in nicht pasteurisierten Fruchtsäften oder Milch ansiedeln. Der Kot von infizierten Rindern und anderen Wiederkäuern ist ebenfalls ansteckend. Die Bakterien finden sich manchmal auch in Gewässern.

    Meist erkranken Kinder und Säuglinge an einer EHEC-Infektion. Die Infektion kann ohne Beschwerden vorübergehen. In der Regel kommt es aber drei bis zehn Tage nach der Ansteckung zu

    • wässrigen Durchfällen,
    • Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen,
    • gelegentlich auch Fieber.

    Sehr selten entwickelt sich auch ein hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS). Diese Blutgerinnungsstörung kann die Nieren schädigen und lebensgefährlich werden.

    Nach dem Abklingen der Symptome können die Bakterien noch Wochen ausgeschieden werden. Sehr selten kann EHEC blutige Durchfälle auslösen, die mit krampfartigen Bauchschmerzen einhergehen.

    Yersinien

    Durch verunreinigtes Fleisch, Milch oder Wasser können selten auch Yersinien übertragen werden. Vor allem nicht richtig gegartes Schweinefleisch ist eine Hauptquelle der Infektion. Eine Yersiniose macht sich durch Symptome wie Bauchschmerzen, Durchfall und mäßiges Fieber bemerkbar. Die Beschwerden dauern meist 5 bis 14 Tage an.

    Quellen

    Dalby-Payne JR, Elliott EJ. Gastroenteritis in children. BMJ Clin Evid 2011; 2011.

    Gottlieb T, Heather CS. Diarrhoea in adults (acute). BMJ Clin Evid 2011; 02: 901.

    Robert Koch-Institut (RKI). Campylobacter-Enteritis. RKI-Ratgeber für Ärzte. 26.03.2015.

    Robert Koch-Institut (RKI). EHEC-Erkrankung. RKI-Ratgeber für Ärzte. 26.03.2015.

    Robert Koch-Institut (RKI). Infektionsepidemiologisches Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten für 2014. 01.03.2015.

    Robert Koch-Institut (RKI). Norovirus-Gastroenteritis. RKI-Ratgeber für Ärzte. 26.07.2008.

    Robert Koch-Institut (RKI). Rotaviren-Gastroenteritis. RKI-Ratgeber für Ärzte. 31.07.2013.

    Robert Koch-Institut (RKI). Salmonellose. RKI-Ratgeber für Ärzte. 20.04.2016.

    Soares-Weiser K, Maclehose H, Bergman H, Ben-Aharon I, Nagpal S, Goldberg E et al. Vaccines for preventing rotavirus diarrhoea: vaccines in use. Cochrane Database Syst Rev 2012; (11): CD008521.

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    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
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    Mehr Wissen: Reisedurchfall

    Reist man in ferne Länder, müssen sich Magen und Darm oft erst an ungewohnte Lebensmittel und Zubereitungen gewöhnen. Durchfall kommt auf Fernreisen relativ häufig vor. Er dauert normalerweise nur ein paar Tage an, eine Behandlung ist meistens nicht nötig. Einige Verhaltensregeln helfen, das Durchfall-Risiko auf Reisen zu senken.

    Wer in ein subtropisches oder tropisches Land reist, bekommt leicht Durchfall. Das hat verschiedene Gründe: So kann ungewohntes Essen, wie scharf gewürzte Gerichte und exotische Zutaten, Magen und Darm strapazieren. Niedrige Hygienestandards, hohe Temperaturen und unzureichende Kühlung machen es Bakterien leicht, sich in Nahrungsmitteln oder Wasser zu vermehren. Sie sind die häufigsten Auslöser von Reisedurchfall. Aber auch Viren können durch Lebensmittel oder Wasser übertragen werden.

    Bei starkem oder länger anhaltendem Durchfall ist es besonders wichtig, den Flüssigkeits- und Salzverlust auszugleichen. Wenn sich die Beschwerden nicht bessern oder in den Tagen oder Wochen nach einer Fernreise starker Durchfall auftritt, ist ein Arztbesuch ratsam.

    Reist man in ferne Länder, müssen sich Magen und Darm oft erst an ungewohnte Lebensmittel und Zubereitungen gewöhnen. Durchfall kommt auf Fernreisen relativ häufig vor. Er dauert normalerweise nur ein paar Tage an, eine Behandlung ist meistens nicht nötig. Einige Verhaltensregeln helfen, das Durchfall-Risiko auf Reisen zu senken.

    Wer in ein subtropisches oder tropisches Land reist, bekommt leicht Durchfall. Das hat verschiedene Gründe: So kann ungewohntes Essen, wie scharf gewürzte Gerichte und exotische Zutaten, Magen und Darm strapazieren. Niedrige Hygienestandards, hohe Temperaturen und unzureichende Kühlung machen es Bakterien leicht, sich in Nahrungsmitteln oder Wasser zu vermehren. Sie sind die häufigsten Auslöser von Reisedurchfall. Aber auch Viren können durch Lebensmittel oder Wasser übertragen werden.

    Bei starkem oder länger anhaltendem Durchfall ist es besonders wichtig, den Flüssigkeits- und Salzverlust auszugleichen. Wenn sich die Beschwerden nicht bessern oder in den Tagen oder Wochen nach einer Fernreise starker Durchfall auftritt, ist ein Arztbesuch ratsam.

    Wie kann man Durchfall auf einer Reise vorbeugen?

    Krankheitserreger verbreiten sich häufig über Lebensmittel oder durch eine Schmierinfektion – also zum Beispiel durch Berühren von verunreinigten Gegenständen mit der Hand, die dann zum Mund geführt wird. Um sich auf Reisen vor Durchfall zu schützen, ist es deshalb besonders wichtig, sich oft und gründlich die Hände zu waschen. Mit ungewaschenen Händen sollte man sich möglichst nicht ins Gesicht fassen.

    Je nach Reiseland können folgende Verhaltensregeln helfen, das Risiko einer Darminfektion zu verringern:

    • Regelmäßig die Hände mit Seife waschen, vor allem vor dem Essen sowie nach jedem Toilettengang. Desinfizierende Tücher oder Lotionen im Handgepäck helfen, wenn Händewaschen unterwegs nicht möglich ist. Wenn vorhanden, Einmalhandtücher aus Papier verwenden.
    • Kein Leitungswasser, sondern nur abgepackt gekauftes Wasser aus Flaschen oder Behältern mit intaktem Schraubverschluss trinken. Auch auf Eiswürfel und mit Wasser verdünnte Getränke verzichten.
    • Zum Zähneputzen und Mundspülen ebenfalls nur abgepacktes Wasser verwenden.
    • Wasser aus Brunnen, Flüssen (auch an Quellen), Wasserfällen oder stehenden Gewässern meiden.
    • Obst, rohes Gemüse, Salat und Kräuter nur essen, wenn sie selbst geschält beziehungsweise mit abgepacktem Wasser gründlich gewaschen wurden.
    • Fleisch und Fisch nur gut gekocht oder durchgebraten verzehren.
    • Kontakt mit Tieren meiden, da sie ebenfalls Bakterien oder Viren übertragen können.
    • Fliegen von den Nahrungsmitteln fernhalten.

    Allgemein ist es sinnvoll, sich vor einer Fernreise zu erkundigen, welche Impfungen für das Reiseland oder -gebiet empfohlen werden. Bei Reisen in gefährdete Regionen wird zu einer Cholera-Impfung geraten.

    Welche Bakterien können Durchfall auslösen?

    Auf Reisen in warme Länder können es Reisende neben den auch in Deutschland verbreiteten Salmonellen und Campylobacter mit weiteren Bakterien zu tun bekommen. Sie können zum Beispiel folgende Infektionen verursachen:

    • ETEC: Bakterien der Sorte „enterotoxische Escherichia coli“ werden über rohe oder nicht durchgegarte Lebensmittel, unpasteurisierte Fruchtsäfte oder Milch übertragen. Der Kot von Rindern und anderen Wiederkäuern kann ebenfalls infektiös sein. Die Bakterien finden sich manchmal auch in Gewässern. Drei bis zehn Tage nach der Ansteckung kommt es in der Regel zu wässrigen Durchfällen, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und gelegentlich zu Fieber.
    • Shigellose, auch Bakterienruhr genannt: Shigellen werden über eine Schmierinfektion, verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel übertragen. Auch Fliegen können die Bakterien verbreiten. Etwa zwölf Stunden bis vier Tage nach der Ansteckung beginnt die Erkrankung meist als wässriger Durchfall mit Bauchkrämpfen. Bei schweren Verläufen kann sich der Darm entzünden, der Durchfall wird eitrig-blutig und es tritt Fieber auf.
    • Cholera: Das Risiko, bei einer normalen Tropenreise an Cholera zu erkranken, ist sehr niedrig. Cholera-Bakterien werden über Wasser, rohe Lebensmittel und Ausscheidungen von Erkrankten übertragen. Eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch ist eher selten. Die Erkrankung beginnt zwei bis drei Tage nach der Ansteckung mit wässrigen Durchfällen und massivem Erbrechen, was sehr schnell zur Austrocknung führen kann. Ohne Behandlung kann eine Cholera auch lebensbedrohlich werden.

    Bei Erkrankungen wie Typhus oder Malaria, die meist mit hohem Fieber einhergehen, kann Durchfall als begleitendes Symptom auftreten.

    Welche Parasiten kommen vor?

    Die häufigste Parasiteninfektion in tropischen Ländern ist eine Giardiasis, auch Lamblienruhr genannt. Die zweithäufigste Infektion ist die Kryptosporidiose. Die Parasiten (Giardien / Lamblien und Kryptosporidien) werden durch Schmierinfektion, Lebensmittel und Trinkwasser übertragen und finden sich auch in stehenden Gewässern.

    Bei einer Giardiasis treten etwa eine Woche nach der Ansteckung ein Druckgefühl im oberen Bauch, leichte Übelkeit und Blähungen auf. Die Durchfälle sind vergleichsweise mild, können aber über Wochen anhalten und von Erbrechen begleitet sein. Oft berichten Patienten über ein lautes „Plätschern“ im Bauch, Müdigkeit und Gewichtsabnahme.

    Bei der Kryptosporidiose können nach sieben bis zehn Tagen nach der Ansteckung wässrige Durchfälle auftreten. Weitere mögliche Symptome sind Bauchschmerzen, Übelkeit, Fieber oder Gewichtsverlust. Die Infektion kann aber auch unbemerkt bleiben.

    Welche Viruserkrankungen können auftreten?

    Noro- und Rotaviren sind weltweit verbreitet – mit ihnen ist überall zu rechnen. Ein bis drei Tage nach der Ansteckung löst das Rotavirus oft plötzlich auftretende wässrige Durchfälle aus (der Stuhl ist häufig mit Schleim durchmischt). Erbrechen, Bauchschmerzen, manchmal auch Fieber und Atembeschwerden können hinzukommen. Die Erkrankung dauert in der Regel zwei bis sechs Tage.

    Eine Infektion mit dem Norovirus führt nach sechs Stunden bis zwei Tagen zu starken Durchfällen, schwallartigem heftigem Erbrechen und Bauchschmerzen. Beschwerden wie Übelkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Mattigkeit sowie eine leicht erhöhte Körpertemperatur können hinzukommen. Die Beschwerden halten meistens nur bis zu zwei Tage an.

    Bei welchen Erkrankungen werden Medikamente empfohlen?

    Wenn trotz Darminfektion längere Fahrten, etwa mit dem Bus, geplant sind, können die Wirkstoffe Loperamid oder Racecadotril helfen, den Durchfall zu vermindern. Für Kinder unter zwölf Jahren ist Loperamid nicht geeignet. Racecadotril ist in niedriger Dosierung als Pulver für Kinder erhältlich, aber rezeptpflichtig.

    Gegen bakterielle Infektionen werden häufig Antibiotika empfohlen. In Studien hatten sie gegen Salmonellen keine Wirkung. Ob Antibiotika bei Shigellose oder Cholera helfen können, die Dauer der Beschwerden zu verkürzen, ist noch nicht abschließend geklärt.

    Auch bei einer Giardiasis werden meist Antibiotika eingesetzt. Bei einer Kryptosporidiose ist in der Regel eine Flüssigkeitszufuhr ausreichend. 

    Was kann man selbst gegen Durchfall tun?

    Bei Durchfall verliert der Körper viel Flüssigkeit und Salze. Schwitzen bei tropischen Temperaturen verstärkt diesen Effekt. Deshalb ist es am wichtigsten, möglichst viel zu trinken und den Salz- und Zuckerverlust auszugleichen. Dies gilt ganz besonders für Säuglinge, Kinder und ältere Menschen, denn bei ihnen ist das Risiko einer Austrocknung durch Durchfall höher als bei gesunden Erwachsenen.

    Häufig wird empfohlen, eine sogenannte orale Rehydratationslösung aus der Apotheke mit auf die Reise zu nehmen. Das Auswärtige Amt empfiehlt als Ersatz, folgende Zutaten in einen Liter abgekochtes Wasser zu geben und darin zu verrühren:

    • fünf Esslöffel Zucker,
    • anderthalb gestrichene Esslöffel Kochsalz und
    • ein Glas abgepackten Orangensaft.

    Manchmal werden auch Kohletabletten oder ein Mittel aus einer bestimmten Hefe (Perenterol) empfohlen. Sie sollen den Stuhl verdicken. Wie gut diese Mittel gegen akuten Durchfall helfen, ist wissenschaftlich nicht ausreichend untersucht.

    Um Magen und Darm nicht zusätzlich zu belasten, kann es sinnvoll sein, während einer Infektion auf fettige und scharfe Speisen, Alkohol oder Kaffee zu verzichten. Häufig wird auch empfohlen, Reis, Bananen oder Zwieback zu essen.

    Wann ist ärztlicher Rat nötig?

    Bei folgenden Symptomen ist ein Arztbesuch ratsam:

    • Blut oder Schleim im Stuhl
    • hohes Fieber, häufiges Erbrechen, starke Schmerzen oder Kreislaufprobleme
    • starker Durchfall, der länger als 48 Stunden anhält, vor allem bei Kindern und älteren Erwachsenen
    • Zeichen eines hohen Flüssigkeitsverlusts

    Ein zu hoher Flüssigkeitsverlust macht sich wie folgt bemerkbar:

    • Der Allgemeinzustand verschlechtert sich.
    • Augen, Wangen oder Gesicht sind eingefallen.
    • Atmung oder Herzschlag sind schneller als normal.
    • Die Haut ist unelastisch: Wenn man die Haut am Arm oder Bauch zwischen zwei Finger nimmt, einige Sekunden zusammendrückt, leicht zieht und wieder loslässt, kehrt sie nicht sofort in ihre ursprüngliche Form zurück. Es bleibt eine kleine Falte stehen.
    • Zudem können starker Durst, Benommenheit, dunkler Urin oder fehlender Harndrang sowie trockene Augen, Lippen oder eine trockene Zunge auf eine beginnende Austrocknung hinweisen.
    • Bei älteren Menschen treten manchmal auch Brustschmerzen oder Muskelkrämpfe auf.

    Wo findet man zuverlässige Gesundheitsinformationen zu Fernreisen?

    Die folgenden Institutionen bieten auf ihrer Website zum Teil umfassende Informationen und Empfehlungen zu Reiseländern, Erkrankungen, Impfungen, Vorbeuge- und Behandlungsmöglichkeiten an:

    • Auswärtiges Amt
    • Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin
    • Weltgesundheitsorganisation (WHO)

    Quellen

    Auswärtiges Amt. Infos des Gesundheitsdienstes. Cholera. 18.07.2012.

    Auswärtiges Amt. Gesundheitsdienst. Merkblatt für Beschäftigte und Reisende. Durchfall (Diarrhoe). 2007.

    Auswärtiges Amt. Gesundheitsdienst. Merkblatt für Beschäftigte und Reisende. Krankheitsprävention und Hygiene im Ausland. 2007.

    Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V. (DTG). Cholera.

    Granados CE, Reveiz L, Uribe LG, Criollo CP. Drugs for treating giardiasis. Cochrane Database Syst Rev 2012; (12): CD007787.

    Leibovici-Weissman Y, Neuberger A, Bitterman R, Sinclair D, Salam MA, Paul M. Antimicrobial drugs for treating cholera. Cochrane Database Syst Rev 2014; (6): CD008625.

    Onwuezobe IA, Oshun PO, Odigwe CC. Antimicrobials for treating symptomatic non-typhoidal Salmonella infection. Cochrane Database Syst Rev 2012; (11): CD001167.

    Robert Koch-Institut (RKI). Epidemiologisches Bulletin. Aktuelle Daten und Informationen zu Infektionskrankheiten und Public Health. Ständige Impfkommission (STIKO) am RKI. Änderung der Empfehlungen zur Impfung gegen Cholera. Nr. 31. 2010.

    Robert Koch-Institut (RKI). Campylobacter-Enteritis. RKI-Ratgeber für Ärzte. 26.03.2015.

    Robert Koch-Institut (RKI). Kryptosporidiose. RKI-Ratgeber für Ärzte. 23.06.2014.

    Robert Koch-Institut (RKI). Norovirus-Gastroenteritis. RKI-Ratgeber für Ärzte. 26.07.2008.

    Robert Koch-Institut (RKI). Rotaviren-Gastroenteritis. RKI-Ratgeber für Ärzte. 31.07.2013.

    Robert Koch-Institut (RKI). Steckbriefe seltener und importierter Infektionskrankheiten. Berlin 2011.

    Robert Koch-Institut (RKI). Salmonellose. RKI-Ratgeber für Ärzte. 20.04.2016.

    Robert Koch-Institut (RKI). Wann ist der Fall ein Fall? Neues zur Diagnostik von darmpathogenen Escherichia coli. März 2014.

    Sinclair D, Abba K, Zaman K, Qadri F, Graves PM. Oral vaccines for preventing cholera. Cochrane Database Syst Rev 2011; (3): CD008603.

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