Gesundheitslexikon

Warzen

Überblick Mehr Wissen

    Überblick

    Warzen hat fast jeder schon einmal gehabt. Sie sind ansteckend und können sehr hartnäckig sein. Ein höheres Risiko haben vor allem Kinder und Jugendliche: Sie stecken sich oft im Schwimmbad oder beim Sport mit Warzenviren an. Wie kann man sich vor lästigen Warzen schützen – und wie wird man sie wieder los?

    Einleitung

    Warzen sind gutartige Hautwucherungen, die an unterschiedlichen Körperstellen auftreten und verschiedene Formen haben können. Sie werden durch Viren verursacht. Warzen sind ansteckend und weit verbreitet: Fast jeder bekommt irgendwann in seinem Leben eine Warze. Viruswarzen können in jedem Alter auftreten, am häufigsten sind sie jedoch bei Kindern und Jugendlichen.

    Die meisten Warzen sind harmlos und verschwinden innerhalb von Wochen oder Monaten von selbst. Sie können jedoch lästig sein, unansehnlich und dadurch manchmal auch psychisch belastend. Es gibt verschiedene Behandlungen, die das Abheilen von Warzen beschleunigen können. Sie helfen jedoch nicht immer.

    Im Unterschied zu den Viruswarzen sind die sogenannten Alterswarzen nicht ansteckend. Die ebenfalls harmlosen, aber dauerhaften Hautveränderungen treten meist erst im höheren Lebensalter auf. Dieses Thema informiert ausschließlich über Viruswarzen.

    Symptome

    Die meisten Warzen verursachen keine Beschwerden. Manche machen sich durch Juckreiz, Druck- oder Spannungsgefühle bemerkbar. Vor allem Warzen an der Fußsohle können aber auch schmerzen. Manche Warzen enthalten kleine schwarze oder bräunliche Pünktchen, die durch geronnenes Blut aus kleinen Blutgefäßen in der Haut entstehen.

    Warzen können einzeln oder gehäuft auftreten. Dann können sie auch eine größere Hautfläche bedecken. Man unterscheidet hauptsächlich zwischen folgenden Warzentypen:

     

    Grafik: Häufige Warzentypen

     

    • Dornwarzen entstehen vorwiegend an den Fußsohlen und Fersen. Sie können relativ groß werden. Da auf den Fußsohlen das Körpergewicht lastet, wachsen Dornwarzen nicht wie die anderen Warzen nach außen, sondern werden beim Stehen und Laufen nach innen gedrückt. Das erschwert die Behandlung und kann zu schmerzhaften Druckstellen führen.
    • Gewöhnliche Warzen (vulgäre Warzen) sind stecknadelkopf- bis erbsengroße Hautwölbungen. Sie verhornen und werden dadurch rau und schuppig. Gewöhnliche Warzen treten oft am Handrücken, an den Fingern, Nagelrändern und Füßen auf.
    • Flachwarzen (Planwarzen) sind kleine, nur leicht erhöhte Warzen mit einem Durchmesser von oft nur wenigen Millimetern. Manchmal sind sie leicht bräunlich gefärbt. Sie treten vor allem im Gesicht auf, besonders auf der Stirn und den Wangen. Auch die Hände und Unterarme sind öfter betroffen.
    • Mosaikwarzen sind weiß und haben etwa die Größe eines Stecknadelkopfs. Sie sitzen meist an den Fußballen oder unter den Zehen, können sich aber auch großflächiger auf der ganzen Unterseite des Fußes ausbreiten. Sie sind flacher als Dornwarzen und schmerzen nur selten beim Gehen.

     

    Grafik: Pinselwarzen Pinselwarzen

    • Pinselwarzen (filliforme Warzen) haben ein fadenförmiges, stachelartiges Erscheinungsbild. Sie können „fransig“ aussehen, bilden sich oft im Gesicht und werden deshalb meist als besonders störend empfunden.
    • Feigwarzen(Genitalwarzen oder Kondylome) sind kleine feste Knötchen mit unregelmäßiger Oberfläche. Sie befallen nur den Genitalbereich, sind sexuell übertragbar und unterscheiden sich in der Behandlung von den oben genannten Warzenformen. Dieses Thema informiert daher nicht über Genitalwarzen.

    Bestimmte Formen von Hautkrebs können manchmal Warzen ähneln. Diese Hautkrebs-Formen sind allerdings sehr selten. Außerdem werden Dornwarzen manchmal mit Hühneraugen verwechselt. Hühneraugen haben aber in der Mitte einen glasigen Hornkern, Dornwarzen dagegen oft bräunliche Pünktchen.

     

    Ursachen

    Warzen werden durch bestimmte Viren ausgelöst: die sogenannten Humanen Papillomviren (HP-Viren, HPV). Es gibt mehr als 100 verschiedene Typen dieser Viren. Sie können durch kleine Verletzungen und feine Risse in die Haut eindringen und regen dort die Vermehrung der Zellen an. Dadurch bildet sich eine dickere Hornhaut, die dann als Warze hervorsteht.

    Warzenviren verbreiten sich vor allem durch direkten Hautkontakt, sie können aber auch über Gegenstände wie Handtücher oder Rasierapparate übertragen werden. Man steckt sich leichter an, wenn die Haut feucht und aufgeweicht oder verletzt ist.

    Risikofaktoren

    Manche Menschen haben ein höheres Risiko für Warzen als andere. Dazu gehören

    • Menschen, die Fleisch verarbeiten, zum Beispiel im Schlachthaus oder als Metzger.
    • Kinder und Jugendliche, die oft Gemeinschaftsduschen benutzen, etwa beim Sport oder im Schwimmbad.
    • Menschen mit Familienangehörigen, die Warzen haben.
    • Schulkinder, in deren Klasse viele Mitschüler Warzen haben.
    • Menschen mit einem geschwächten Immunsystem: Vor allem Erwachsene und Kinder nach einer Organtransplantation oder mit einer schweren Erkrankung wie Krebs oder AIDS.
    • Menschen mit atopischen Erkrankungen wie Neurodermitis.

    Die Viren vermehren sich in der Haut. Bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem schafft es der Körper manchmal nicht, sie erfolgreich zu bekämpfen. Andere haben eher ein erhöhtes Risiko, weil sie häufiger mit Warzenviren Kontakt haben.

    Häufigkeit

    Warzen sind weit verbreitet, vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Verschiedene Studien zeigen, dass bis zu 33 % der Kinder und Jugendlichen Warzen haben. Bei Erwachsenen sind sie nach Schätzungen mit etwa 3 bis 5 % viel seltener.

    Verlauf

    Für Menschen mit einem gesunden Immunsystem sind Warzen fast immer harmlos. Der Körper baut mit der Zeit oft eine Immunabwehr gegen die Warzenviren auf, sodass die Warzen irgendwann von selbst verschwinden. Wie lange das dauert, hängt vom Virus- und Warzentyp, aber auch vom allgemeinen Gesundheitszustand ab.

    In Studien mit Schulkindern und Jugendlichen waren die Warzen bei ungefähr 50 % der Kinder nach einem Jahr wieder verschwunden. Nach zwei Jahren waren etwa 70 % warzenfrei. Untersuchungen zum Verlauf bei Erwachsenen gibt es kaum.

    Bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem können Warzen deutlich hartnäckiger sein.

    Vorbeugung

    Wer Warzen hat, kann die Ansteckungsgefahr durch bestimmte Vorsichtsmaßnahmen verringern. Sie helfen möglicherweise auch gegen eine Ausbreitung der Warzen auf der eigenen Haut.

    Um zu verhindern, dass andere sich anstecken, kann man zum Beispiel Folgendes tun:

    • Die Warzen beim Schwimmen mit einem wasserfesten Pflaster abkleben.
    • Handtücher, Schuhe, Handschuhe und Socken nicht mit anderen teilen.
    • In Schwimmbädern, Gemeinschaftsduschen und Umkleidekabinen nicht barfuß laufen.
    • Warzen nicht anfassen.

    Um zu verhindern, dass sich Warzen auf der eigenen Haut ausbreiten, wird außerdem empfohlen,

    • nicht an Warzen zu kratzen oder zu ziehen, damit sich die Viren nicht verteilen,
    • sich nach dem Anfassen einer Warze gründlich die Hände zu waschen,
    • die Füße trocken zu halten,
    • täglich die Socken zu wechseln sowie
    • Instrumente wie Bimssteine oder Feilen nicht zu benutzen, wenn damit vorher eine Warze bearbeitet wurde.

    Keine dieser Empfehlungen wurde in Studien geprüft. Ob und wie gut sie schützen, lässt sich daher nicht sicher sagen. Da Warzenviren ziemlich ansteckend sind, ist ein vollständiger Schutz schwierig. Zudem lässt sich nur schwer beurteilen, woher eine Infektion stammt: Denn wenn man sich mit dem Virus angesteckt hat, können mehrere Monate vergehen, bis sich eine Warze bildet.

    Da Warzen fast immer harmlos und ohnehin sehr verbreitet sind, gibt es normalerweise keinen Grund, auf Aktivitäten wie Schwimmen oder Sportunterricht in der Schule zu verzichten.

    Behandlung

    Grundsätzlich ist es nicht nötig, eine Warze zu behandeln, da sie meist innerhalb von einigen Wochen oder Monaten von selbst verschwindet. Manchmal dauert es allerdings auch Jahre. Da Warzen störend und unansehnlich sein können, möchten viele Menschen sie aber möglichst schnell wieder loswerden und probieren es mit einer Behandlung.

    Gegen Warzen werden hauptsächlich zwei Behandlungen eingesetzt:

    • Lösungen mit Salicylsäure: Sie werden über einige Wochen mehrmals täglich auf die Haut aufgetragen. Dies soll die verhornte Haut nach und nach auflösen. Die meisten Salicylsäure-Lösungen sind ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Teilweise enthalten die Produkte auch Milchsäure. In der Packungsbeilage ist genau erklärt, wie ein bestimmtes Mittel angewendet werden soll und worauf noch zu achten ist. Salicylsäure kann die Haut reizen, ist aber normalerweise gut verträglich.
    • Vereisung: Bei einer Vereisung wird flüssiger Stickstoff auf eine Warze aufgetragen, in der Regel von einer Hautärztin oder einem Hautarzt. Der Stickstoff ist extrem kalt und zerstört die Zellen in der oberen Hautschicht. Die Vereisung wird im Abstand von mindestens einer Woche mehrmals wiederholt. Die Kälte kann einen kurzen stechenden Schmerz auslösen. Danach kommt es oft zu einer Rötung und Schwellung der Haut, manchmal bildet sich auch eine Blase.

    Grundsätzlich sind beide Behandlungen wirksam, können allerdings nicht jede Warze beseitigen. Zudem besteht immer die Möglichkeit, dass Viren zurückbleiben und sich eine neue Warze bildet.

    Es gibt noch eine Reihe anderer Behandlungen, die bei Warzen eingesetzt werden. Allerdings sind viele von ihnen noch nicht gut untersucht.

    Für Menschen mit bestimmten Gesundheitsrisiken wie Nervenschäden an den Füßen (etwa durch einen Diabetes) ist es sinnvoll, sich vor einer Behandlung ärztlich untersuchen zu lassen. Schwangeren oder stillenden Frauen wird vorsichtshalber von einer Behandlung abgeraten.

    Weitere Informationen

    Die Hausarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem ärztlichen Rat braucht. Wir informieren darüber, wie man die richtige Praxis findet, wie man sich am besten auf den Arztbesuch vorbereitet und was dabei wichtig ist.

    Quellen

    Bruggink SC, Eekhof JA, Egberts PF, van Blijswijk SC, Assendelft WJ, Gussekloo J. Natural course of cutaneous warts among primary schoolchildren: a prospective cohort study. Ann Fam Med 2013; 11(5): 437-441.

    Kwok CS, Gibbs S, Bennett C, Holland R, Abbott R. Topical treatments for cutaneous warts. Cochrane Database Syst Rev 2012; (9): CD001781.

    Loo SK, Tang WY. Warts (non-genital). BMJ Clin Evid 2014: pii: 1710.

    Sterling JC, Gibbs S, Haque Hussain SS, Mohd Mustapa MF, Handfield-Jones SE. British Association of Dermatologists' guidelines for the management of cutaneous warts 2014. Br J Dermatol 2014; 171(4): 696-712.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Wie können Warzen behandelt werden?

    Warzen sind fast immer harmlos und verschwinden nach Wochen oder Monaten in der Regel von selbst. Sie können aber störend und unansehnlich sein und vor allem an den Füßen auch schmerzen. Verschiedene Behandlungen können helfen, Warzen schneller wieder loszuwerden.

    Warzen werden durch eine bestimmte Gruppe von Viren verursacht, den sogenannten Humanen Papillomviren (HP-Viren, HPV). Es gibt über 100 Typen dieser Viren. Warzen kommen am häufigsten an den Händen, Füßen und im Gesicht vor. Sie können sich auch im Intim- und Analbereich bilden. Die Behandlung solcher Genitalwarzen ist nicht Thema dieser Information.

    Es gibt verschiedene Therapien, die die Chancen erhöhen, Warzen schneller loszuwerden. Allerdings gelingt dies nicht immer. Insbesondere gegen Warzen unter der Fußsohle gibt es bislang keine Behandlung, die nachweislich hilft. Da diese Warzen teilweise nach innen drücken, sind sie besonders schwierig zu behandeln. Zudem können sich auch nach einer erfolgreichen Behandlung wieder neue Warzen bilden, da Viren oder infizierte Hautzellen zurückbleiben können.

    Warzen werden oft mit einer Lösung aus Salicylsäure oder durch Vereisung behandelt. Dies sind auch die Behandlungen, deren Wirkung am besten untersucht ist.

    Warzen sind fast immer harmlos und verschwinden nach Wochen oder Monaten in der Regel von selbst. Sie können aber störend und unansehnlich sein und vor allem an den Füßen auch schmerzen. Verschiedene Behandlungen können helfen, Warzen schneller wieder loszuwerden.

    Warzen werden durch eine bestimmte Gruppe von Viren verursacht, den sogenannten Humanen Papillomviren (HP-Viren, HPV). Es gibt über 100 Typen dieser Viren. Warzen kommen am häufigsten an den Händen, Füßen und im Gesicht vor. Sie können sich auch im Intim- und Analbereich bilden. Die Behandlung solcher Genitalwarzen ist nicht Thema dieser Information.

    Es gibt verschiedene Therapien, die die Chancen erhöhen, Warzen schneller loszuwerden. Allerdings gelingt dies nicht immer. Insbesondere gegen Warzen unter der Fußsohle gibt es bislang keine Behandlung, die nachweislich hilft. Da diese Warzen teilweise nach innen drücken, sind sie besonders schwierig zu behandeln. Zudem können sich auch nach einer erfolgreichen Behandlung wieder neue Warzen bilden, da Viren oder infizierte Hautzellen zurückbleiben können.

    Warzen werden oft mit einer Lösung aus Salicylsäure oder durch Vereisung behandelt. Dies sind auch die Behandlungen, deren Wirkung am besten untersucht ist.

    Wie gut hilft Salicylsäure gegen Warzen?

    Lösungen mit Salicylsäure werden über einige Wochen mehrmals täglich auf die Haut aufgetragen. Dadurch bildet sich auf der Warze ein dünner Film. Vor dem erneuten Auftragen der Lösung wird der Film entfernt. Wenn möglich, wird die oberste Schicht der Warze anschließend vorsichtig abgelöst. Die meisten Salicylsäure-Lösungen sind ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Teilweise enthalten die Produkte zusätzlich Milchsäure.

    Eine Auswertung von Studien zur Wirksamkeit von Salicylsäure-Lösungen ergab, dass die Präparate wirksam sind. Nach drei bis sechs Monaten zeigte sich:

    • Ohne Salicylsäure: Etwa 25 von 100 Personen, die ein Scheinpräparat (Placebo) anwendeten, hatten nach der Behandlung keine Warzen mehr.
    • Mit Salicylsäure: Etwa 39 von 100 Personen, die Salicylsäure anwendeten, hatten keine Warzen mehr.

    Die Behandlung mit der Lösung konnte also ungefähr 14 von 100 Personen schneller von ihren Warzen befreien.

    Lösungen mit Salicylsäure sind im Allgemeinen gut verträglich. Häufig kommt es zu einer leichten Hautreizung. Selten verfärbt sich die Haut etwas oder schmerzt.

    Wenn die obere Schicht der Warze bei der Behandlung weggefeilt wird, kann diese Stelle leicht schmerzen oder bluten.

    Wie wirkt eine Vereisung?

    Bei einer Vereisung (Kryotherapie) trägt die Hautärztin oder der Hautarzt flüssigen Stickstoff auf die Warze auf. Er ist extrem kalt und zerstört die Zellen in der oberen Hautschicht. Es gibt verschiedene Vereisungstechniken. Oft wird ein Wattestäbchen in den flüssigen Stickstoff getunkt und anschließend mehrere Sekunden auf die Warze gedrückt. Die Behandlung wird im Abstand von mindestens einer Woche mehrmals wiederholt. Manchmal wird der Stickstoff auch mit einer kleinen Düse auf die Warze gesprüht. Eine Vereisung kann bei Warzen an den Händen die Abheilung beschleunigen. Eine zusammenfassende Studie zeigte, dass nach drei Monaten

    • ohne Vereisung etwa 13 von 100 Personen keine Warzen mehr hatten, und
    • mit Vereisung ungefähr 49 von 100 Personen warzenfrei waren.

    Gegen Warzen an den Fußsohlen fanden die Studien aber keinen Unterschied zwischen Vereisung und Abwarten.

    Nebenwirkungen

    Eine Vereisung tut meist etwas weh, häufig bildet sich danach eine Blase auf der Haut. Manchmal entsteht eine kleine Narbe, die aber oft nach einiger Zeit kaum noch sichtbar ist. Gelegentlich kommt es zu einer leichten Hautreizung und -verfärbungen.

    Bei Menschen, die einen diabetischen Fuß oder eine periphere arterielle Verschlusskrankheit haben, sollten Warzen nicht vereist werden. Denn bei ihnen könnte die Behandlung zum Beispiel am Fuß zu Nervenschäden oder schlecht heilenden Wunden führen. Auch Menschen mit einem Raynaud-Syndrom wird empfohlen, darauf zu verzichten.

    Es gibt Vereisungs-Stifte für zu Hause, die rezeptfrei in der Apotheke gekauft werden können. Diese Stifte sind nicht so kalt wie der flüssige Stickstoff, der in der Arztpraxis eingesetzt wird. Wie gut die Stifte gegen Warzen wirken, wurde bislang nicht in Studien untersucht.

    Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat darauf hingewiesen, dass Vereisungs-Stifte leicht entzündliche Stoffe enthalten und einige Menschen sich bei ihrer Anwendung verbrannt haben.

    Wie schneiden Salicylsäure und Vereisung im Vergleich ab?

    Einige Studien haben untersucht, ob eine Vereisung oder eine Behandlung mit Salicylsäure wirksamer ist. Die meisten dieser Studien haben keinen großen Unterschied gefunden.

    Der Erfolg einer Warzen-Behandlung kann von vielen Faktoren abhängen: Unter anderem davon, wie lange die Vereisung einwirkt und wie oft sie wiederholt wird – oder wie stark die Salicylsäure-Lösung ist, wie oft und wie lange sie aufgetragen wird. Da so viele Faktoren eine Rolle spielen können, lässt sich ohne weitere Studien nicht sicher sagen, welche Behandlung gegen Warzen die besten Erfolgsaussichten hat.

    Welche weiteren Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

    Zur Behandlung von Warzen werden noch viele andere Mittel angeboten. Bislang wurde jedoch für keines überzeugend nachgewiesen, dass es wirksam ist oder Vorteile gegenüber Salicylsäure oder einer Vereisung hat. Viele Mittel sind nicht gut untersucht oder die Studien zeigen widersprüchliche Ergebnisse.

    Einige dieser Behandlungen sind sehr aufwendig und mit verschiedenen Nebenwirkungen verbunden. Nicht alle werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Aus diesen Gründen kommen sie nur unter besonderen Umständen infrage – und nur dann, wenn Warzen sehr hartnäckig sind und nicht abheilen. Zu den Behandlungen, die noch nicht gut erforscht sind, gehören:

    • spezielle Salben und Lösungen: Zur Behandlung von Warzen wurden auch Salben und Lösungen mit anderen Wirkstoffen erprobt, unter anderem mit 5-Fluoruracil (ein Mittel, das das Zellwachstum hemmt), Aciclovir oder Imiquimod (virushemmende Medikamente) und Zink.
    • Spritzen mit verschiedenen Arzneimitteln: Unterschiedliche Arzneimittel können in die Warze gespritzt werden. Dazu gehören unter anderem Bleomycin und 5-Fluoruracil (beide Mittel hemmen das Zellwachstum), Interferone (Mittel, die das Immunsystem beeinflussen) und bestimmte Antigene (Stoffe, die wie Impfungen eine Immunreaktion auslösen).
    • Kürettage: Bei der Kürettage wird die Warze mit einem speziellen Instrument abgeschabt. Oft wird sie mit Salicylsäure-Pflaster oder -Lösung vorbehandelt.
    • Laserablation: Hierbei wird die Warze durch einen Laser erhitzt und zerstört. Nach der Behandlung kann eine Narbe zurückbleiben.
    • Farbstofflaser-Behandlung: Bei einer Farbstofflaser-Behandlung werden die kleinen Blutgefäße, die das Warzengewebe versorgen, mithilfe eines Lasers durch Hitze zerstört. Dies soll die Vermehrung der Hautzellen stoppen.
    • Erbium YAG-Laser: Bei dieser Laserbehandlung wird das Wasser in den Warzenzellen kurz stark erhitzt mit dem Ziel, sie zu zerstören.
    • photodynamische Therapie: Bei einer photodynamischen Therapie wird zunächst ein Gel auf die Warze aufgetragen, das etwa drei Stunden einwirkt. Es enthält eine spezielle chemische Substanz, die durch die anschließende Bestrahlung mit Licht aktiviert wird und das Warzengewebe zerstören soll.

    Früher wurden Warzen häufig herausgeschnitten. Heute operiert man Warzen aber nur noch selten, da es dabei zu Infektionen und Narben kommen kann. Zudem können sich nach einer Operation wieder neue Warzen bilden.

    Lassen sich Warzen „besprechen“?

    Um Warzen verschwinden zu lassen, werden auch mehr oder weniger kuriose Behandlungen angeboten. Manche Menschen glauben, dass sie ihre Warzen durch solche Behandlungen geheilt haben. Warzen verschwinden aber auch ohne jede Behandlung normalerweise von selbst, sobald der Körper eine ausreichende Immunabwehr gegen die Warzenviren aufgebaut hat. Deshalb ist es ohne einen Vergleich zum Beispiel mit Placebo kaum möglich, die Wirkung einer Behandlung zu beurteilen. Dazu sind aussagekräftige Studien nötig.

    Zum Beispiel hat eine Wissenschaftlergruppe aus England die Wirksamkeit von „Fernheilung“ gegen Warzen in einer Studie getestet. Daran nahmen 84 Menschen teil, die im Durchschnitt acht Warzen hatten. Die eine Hälfte wurde „Fernheilern“ zugeteilt, die ohne direkten Kontakt zu den Teilnehmern „Energie fließen“ ließen. Die andere Hälfte bekam gar keine Behandlung. Das Ergebnis: Nach sechs Wochen hatten die den Fernheilern zugeteilten Personen immer noch im Durchschnitt acht Warzen. Bei denen, die keine Behandlung hatten, war es im Durchschnitt eine weniger.

    Auch für viele andere unkonventionelle Methoden wie das „Warzen besprechen“ und eine Behandlung mit Nacktschnecken ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen, dass sie helfen. Mehrere Studien, in denen homöopathische Arzneimittel mit Scheinpräparaten (Placebos) verglichen wurden, zeigten keine Wirkung gegen Warzen.

    Quellen

    Harkness EF, Abbot NC, Ernst E. A randomized trial of distant healing for skin warts. Am J Med 2000; 108(6): 448-452.

    Kwok CS, Gibbs S, Bennett C, Holland R, Abbott R. Topical treatments for cutaneous warts. Cochrane Database Syst Rev 2012; (9): CD001781.

    Loo SK, Tang WY. Warts (non-genital). BMJ Clin Evid 2014: pii: 1710.

    Simonart T, de Maertelaer V. Systemic treatments for cutaneous warts: a systematic review. J Dermatolog Treat 2012; 23(1): 72-77.

    Sterling JC, Gibbs S, Haque Hussain SS, Mohd Mustapa MF, Handfield-Jones SE. British Association of Dermatologists' guidelines for the management of cutaneous warts 2014. Br J Dermatol 2014; 171(4): 696-712.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.