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Tennisarm (Tennisellenbogen)

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    Ein Tennisarm ist meist die Folge von einseitigen oder starken Belastungen – etwa bei Sportarten wie Tennis oder handwerklichen Tätigkeiten. Typisch sind Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens. Bestimmte Behandlungen können die Beschwerden etwas lindern oder die Heilung beschleunigen.

    Einleitung

    Ein Tennisarm ist meist die Folge von einseitigen oder starken Belastungen – etwa bei Sportarten wie Tennis oder bei handwerklichen Tätigkeiten. Typisch für einen Tennisarm sind Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens. Die Schmerzen können aber auch in den ganzen Arm ausstrahlen.

    Häufig erfordert ein Tennisarm Geduld: Die Beschwerden verschwinden oft erst nach einigen Monaten wieder. Bestimmte Behandlungen können sie etwas lindern oder die Heilung beschleunigen. Es werden aber auch viele Therapiemethoden angeboten, deren Nutzen nicht nachgewiesen ist.

    Symptome

    Die Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens treten meist nur bei Bewegung oder Berührung auf und können in den Ober- und Unterarm sowie in die Hand ausstrahlen. Sie entstehen schon bei einfachen Belastungen, zum Beispiel wenn man eine Flasche aufschraubt. Bei starken Beschwerden kann selbst das Heben einer Kaffeetasse Probleme bereiten.

    Zudem fällt es schwer, kräftig zuzugreifen, und der Arm ist häufig weniger beweglich als zuvor. In Ruheposition können die Schmerzen nachlassen. Die Beschwerden können aber auch nachts auftreten und den Schlaf stören.

    Beschwerden an der Innenseite des Ellenbogens weisen auf einen sogenannten „Golferarm“ hin. Sie werden meist ähnlich wie ein Tennisarm behandelt.

     

    Grafik: Schmerzregion bei Tennisarm - wie im Text beschrieben Schmerzregion bei Tennisarm

    Ursachen und Risikofaktoren

    Bei einem Tennisarm schmerzt der Ansatz der Muskelsehnen im Außenbereich des Ellenbogens. Hier setzen die Sehnen an, die an der Streckung des Handgelenks beteiligt sind. Deshalb können belastende Hand- und Armbewegungen wie Beugen, Strecken, Drehen, Greifen und Heben zu den typischen Beschwerden führen.

    Oft trifft es Menschen, die ihre Unterarmmuskulatur normalerweise wenig fordern und sie dann plötzlich stark belasten. Die Beschwerden können aber nicht nur nach kurzen starken Belastungen auftreten. Auch regelmäßige einseitige Belastungen können zu einem Tennisarm führen. Mögliche Ursachen sind:

    • Sportarten wie Tennis, Rudern oder Krafttraining
    • Handwerksarbeiten wie Malern, Schreinern oder Schraubendrehen
    • schweres Heben
    • Spielen von Musikinstrumenten, beispielsweise Klavier
    • Arbeit am Computer oder an einer Supermarktkasse

    Ein Tennisarm kann also tatsächlich durch Tennis spielen verursacht werden. Bei den meisten Menschen hat er aber nichts mit dieser Sportart zu tun.

    Früher dachte man, dass eine Entzündung in der Muskulatur die Beschwerden verursacht. Dies ist jedoch nicht der Fall. Eine wichtige Rolle spielt wahrscheinlich, dass Über- oder Fehlbelastungen zu kleinen Verletzungen und zum Verschleiß am Ansatz der Muskelsehnen führen. Was genau einen Tennisarm verursacht, ist noch nicht geklärt.

    Häufigkeit

    Etwa 2 % der Bevölkerung hat einen Tennisarm. Die Beschwerden treten meist zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf – wahrscheinlich, weil die Muskulatur ab dem mittleren Lebensalter anfälliger für Überlastungen ist. Frauen und Männer sind ähnlich häufig betroffen.

    Verlauf

    Manchmal verschwinden die Beschwerden schon nach wenigen Wochen. Oft dauern sie jedoch einige Monate an. Etwa 80 % der Betroffenen sind innerhalb eines Jahres schmerzfrei. Bei den anderen dauern die Beschwerden länger an.

    Diagnose

    Die Ärztin oder der Arzt fragt zunächst, bei welchen Tätigkeiten die Beschwerden spürbar sind und ob es Vorerkrankungen gibt. Dann untersucht sie oder er den Arm und prüft, welche Bewegungen Schmerzen auslösen. Dabei wird beispielsweise der Arm mit der Handfläche nach unten ausgestreckt und die Hand gegen Widerstand nach oben gedrückt. Schmerzt dabei der Ellenbogen, spricht dies für einen Tennisarm.

    Meist reicht die körperliche Untersuchung aus, um einen Tennisarm festzustellen. Röntgenuntersuchungen, Ultraschall oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) sind nur sinnvoll, wenn der Verdacht auf eine andere Erkrankung besteht.

    Behandlung

    Ziel der möglichen Behandlungen ist es, die Schmerzen zu lindern sowie die Beweglichkeit und Belastbarkeit von Arm und Handgelenk zu verbessern.

    Zunächst kann es helfen, die Tätigkeiten möglichst zu vermeiden, die die Schmerzen hervorrufen – oder die Belastungen so zu verringern, dass die Beschwerden nachlassen. Spezielle Kräftigungsübungen für den Unterarm und das Handgelenk können helfen, die Beschwerden zu lindern – dies wird exzentrische Trainingstherapie genannt. Auch eine manuelle Therapie durch eine Krankengymnastin oder einen Krankengymnasten kann helfen.

    Ärztinnen und Ärzte behandeln einen Tennisarm oft mit ganz unterschiedlichen Methoden. Aber nur für wenige Behandlungen ist nachgewiesen, dass sie die Beschwerden lindern können. In erster Linie erfordert ein Tennisarm Geduld. Meist verschwinden die Beschwerden nach einigen Monaten auch ohne größere Behandlung.

    Nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) können die Beschwerden kurzfristig lindern. Kortisonspritzen wirken ebenfalls schmerzlindernd, können den Heilungsprozess aber stören. Einige wenige Studien deuten an, dass sich die Schmerzen durch eine Ultraschalltherapie etwas bessern können.

    Für die folgenden Behandlungen ist bisher kein Nutzen nachgewiesen: verschiedene Injektionstherapien (zum Beispiel mit Eigenblut oder Botox), Lasertherapie, Elektrotherapie, Massagen, Stoßwellentherapie und Akupunktur. Diese Behandlungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen häufig nicht bezahlt.

    Wenn Beschwerden über lange Zeit anhalten und andere Behandlungen nicht geholfen haben, werden manchmal Operationen angeboten. Der Nutzen von Tennisarm-Operationen ist bislang aber kaum untersucht.

    Weitere Informationen

    Die Hausarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem ärztlichen Rat braucht. Wir informieren darüber, wie man die richtige Praxis findet, wie man sich am besten auf den Arztbesuch vorbereitet und was dabei wichtig ist.

    Quellen

    Ahmad Z, Siddiqui N, Malik SS, Abdus-Samee M, Tytherleigh-Strong G, Rushton N. Lateral epicondylitis: a review of pathology and management. Bone Joint J 2013; 95-B(9): 1158-1164.

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    Loew LM, Brosseau L, Tugwell P, Wells GA, Welch V, Shea B et al. Deep transverse friction massage for treating lateral elbow or lateral knee tendinitis. Cochrane Database Syst Rev 2014; (11): CD003528.

    Mattie R, Wong J, McCormick Z, Yu S, Saltychev M, Laimi K. Percutaneous Needle Tenotomy for the Treatment of Lateral Epicondylitis: A Systematic Review of the Literature. PM R 2017; 9(6): 603-611.

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    Raman J, MacDermid JC, Grewal R. Effectiveness of different methods of resistance exercises in lateral epicondylosis - a systematic review. J Hand Ther 2012; 25(1): 5-25; quiz 26.

    Tang H, Fan H, Chen J, Yang M, Yi X, Dai G et al. Acupuncture for Lateral Epicondylitis: A Systematic Review. Evid Based Complement Alternat Med 2015: 861849.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Wie wird ein Tennisarm oder Golferarm behandelt?

    Die Beschwerden eines Tennisarms (Tennisellenbogens) oder Golferarms (Golferellenbogens) verschwinden meist nach einigen Monaten auch ohne größere Behandlung. Dehn- und Kräftigungsübungen können dazu beitragen, dass die Beschwerden schneller abklingen. Zur Behandlung werden auch viele Methoden angeboten, deren Nutzen nicht nachgewiesen ist.

    Ein Tennis- oder Golferarm kann hartnäckig sein und viele alltägliche Aktivitäten erschweren. Er schmerzt und schränkt meist die Beweglichkeit von Arm und Handgelenk ein. Die typischen Beschwerden an der Außen- bzw. Innenseite des Ellenbogens können nach regelmäßiger einseitiger Belastung der Armmuskulatur auftreten.

    Die Liste der Behandlungsangebote ist lang, viele von ihnen sind aber kaum untersucht. Zur Therapie des Golferarms gibt es fast gar keine Studien. Grundsätzlich kann ein Golferarm ähnlich behandelt werden wie ein Tennisarm.

    Die Beschwerden eines Tennisarms (Tennisellenbogens) oder Golferarms (Golferellenbogens) verschwinden meist nach einigen Monaten auch ohne größere Behandlung. Dehn- und Kräftigungsübungen können dazu beitragen, dass die Beschwerden schneller abklingen. Zur Behandlung werden auch viele Methoden angeboten, deren Nutzen nicht nachgewiesen ist.

    Ein Tennis- oder Golferarm kann hartnäckig sein und viele alltägliche Aktivitäten erschweren. Er schmerzt und schränkt meist die Beweglichkeit von Arm und Handgelenk ein. Die typischen Beschwerden an der Außen- bzw. Innenseite des Ellenbogens können nach regelmäßiger einseitiger Belastung der Armmuskulatur auftreten.

    Die Liste der Behandlungsangebote ist lang, viele von ihnen sind aber kaum untersucht. Zur Therapie des Golferarms gibt es fast gar keine Studien. Grundsätzlich kann ein Golferarm ähnlich behandelt werden wie ein Tennisarm.

    Welche Behandlungen werden angeboten?

    Ärztinnen und Ärzte schlagen beim Tennis- wie beim Golferarm zum Teil ganz unterschiedliche Therapien vor. Den bisherigen Studien zufolge können die folgenden Behandlungen helfen:

    • Dehn- und Kräftigungsübungen: spezielle Übungen, die die Arm- und Handgelenksmuskulatur dehnen und stärken.
    • manuelle Therapie: Dazu können aktive und passive Bewegungsübungen, aber auch Massagen gehören.
    • Schmerzmedikamente: vor allem nicht steroidale Antirheumatika (NSAR).
    • Injektionen: Spritzen mit Kortison.
    • Ultraschalltherapie: Der Arm wird mit hochfrequenten Schallwellen bestrahlt. Dabei wird das Gewebe erwärmt, was die Durchblutung verbessert.

    In erster Linie kann eine Kombination von Dehn- und Kräftigungsübungen die Beschwerden lindern. NSAR kommen für eine kurzfristige Behandlung infrage. Kortisonspritzen wirken ebenfalls schmerzlindernd, können aber den Heilungsprozess stören.

    Für die Wirksamkeit der meisten folgenden Behandlungen, die ebenfalls bei einem Tennis- oder Golferarm angeboten werden, fehlen wissenschaftliche Nachweise:

    • Schienen / Bandagen: Sie werden um den Ellenbogen oder am Unterarm getragen und sollen die Muskulatur entlasten.
    • Injektionen: Spritzen in den Ellenbogen, mit verschiedenen Wirkstoffen wie Botox, Hyaluronsäure oder Eigenblut.
    • extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT): Ein Gerät erzeugt Stoß- oder Druckwellen, die über die Haut auf das Gewebe übertragen werden. Dies soll die Durchblutung im Gewebe verbessern und den Heilungsprozess fördern.
    • Lasertherapie: Das Gewebe wird mit gebündelten Lichtstrahlen behandelt. Dies soll die Durchblutung und den Zellstoffwechsel anregen.
    • transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS): TENS-Geräte übertragen elektrische Reize über die Haut auf das Nervensystem. Sie sollen die Weiterleitung des Schmerzreizes ans Gehirn stören.
    • Akupunktur: Die Akupunkturnadeln werden an bestimmten Stellen in die Hautoberfläche des Arms gestochen. Auch dies soll die Schmerzwahrnehmung mindern.
    • Kälte: Der Ellenbogen wird regelmäßig mit Eisbeuteln gekühlt.
    • Massagen: Beim Tennis- oder Golferarm ist die sogenannte Querfriktionsmassage gängig. Sie setzt an den Sehnen und Muskeln an, massiert wird mit ein oder zwei Fingerkuppen.
    • Operationen: Es gibt verschiedene Eingriffe, bei denen meist Teile der Unterarmmuskulatur abgelöst sowie schmerzleitende Nerven durchtrennt und verödet werden.

    Hilft es, den Arm zu schonen?

    In den ersten Tagen oder Wochen nach Auftreten der Beschwerden ist es sinnvoll, den Arm möglichst wenig zu belasten und vor allem die Belastungen zu vermeiden, die die Schmerzen hervorrufen. Treten sie zum Beispiel bei bestimmten Kraftübungen auf, sollte man einige Wochen auf sie verzichten. Lassen sich bestimmte Tätigkeiten nicht ganz vermeiden – etwa Computerarbeit, Heben oder Schreiben – sollte die Belastung zumindest soweit verringert werden, dass die Schmerzen nachlassen.

    Manche Menschen tragen eine Schiene oder Bandage, um die Muskulatur zu entlasten. Es ist jedoch unklar, ob dies hilfreich ist.

    Erst wenn die Schmerzen deutlich abgeklungen sind, kann der Arm langsam wieder stärker belastet und mit täglichen Kräftigungsübungen begonnen werden.

    Wie gut helfen Dehn- und Kräftigungsübungen?

    Spezielle Dehn- und Kräftigungsübungen können den Heilungsprozess beschleunigen. Studien zeigen, dass Menschen, die konsequent solche Übungen machen, schneller schmerzfrei werden. Zudem verbessern die Übungen die Beweglichkeit. Eine manuelle Therapie kann ebenfalls helfen.

    Gegen Tennisarm-Beschwerden ist die sogenannte exzentrische Trainingstherapie am besten untersucht. Bei dieser Behandlungsform wird die Streckmuskulatur im Unterarm zugleich gedehnt und gestärkt. Welche Übungen der exzentrischen Trainingstherapie am wirksamsten sind, ist noch nicht ausreichend erforscht. Wie wirksam einfache Dehnübungen (Stretching) sind, ist ebenfalls unklar.

    Den bisherigen Studien zufolge ist es am wirksamsten, die Übungen etwa dreimal täglich über etwa 1 bis 3 Monate durchzuführen. Man kann damit beginnen, sobald die Schmerzen es zulassen. Wichtig ist, vorsichtig anzufangen und den Arm nicht zu überlasten. Wird der Arm zu stark belastet, können solche Übungen die Tennisarm-Beschwerden wieder verstärken.

    Können Tabletten oder Salben helfen?

    Nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac können die Schmerzen wahrscheinlich etwas lindern. Sie bieten sich vor allem zu Anfang an, wenn die Schmerzen am stärksten sind. Die Mittel können als Gel auf den Ellenbogen aufgetragen oder als Tablette eingenommen werden. NSAR eignen sich nicht zur Einnahme über längere Zeit, da sie unter anderem zu Magenproblemen führen können. Es gibt keine Hinweise darauf, dass sie die Heilung beschleunigen.

    Helfen Spritzen in den Ellenbogen?

    Bei einem Tennis- oder Golferarm werden oft verschiedene Injektionsbehandlungen angeboten. Den bisherigen Studien zum Tennisarm zufolge halten sie meist nicht das, was sie versprechen. Zudem können sie Nebenwirkungen haben. In der Regel sind es vorübergehende wie etwa Schmerzen an der Einstichstelle. Mit jeder Spritze ist ein geringes Risiko für Entzündungen oder Verletzungen im Ellenbogen verbunden. Die Spritzen enthalten meist folgende Wirkstoffe:

    • Kortison: wirkt entzündungshemmend. Studien zeigen, dass Kortisonspritzen die Schmerzen vorübergehend lindern können. Allerdings gibt es Hinweise, dass sie die Heilung behindern können: So hatten Menschen, die anfangs einige Kortisonspritzen bekamen, nach einigen Monaten mehr Schmerzen als Menschen, die keine Kortisonspritzen bekamen. Häufige Kortisonspritzen bergen beispielsweise das Risiko, dass sich Gewebe zurückbildet (Atrophie) und eine sichtbare Delle am Ellenbogen verbleibt.
    • Hyaluronsäure: ein körpereigener Stoff, der sich in Gewebe und Gelenken findet. Er wird meist zur Behandlung von Arthrose eingesetzt. Eine Studie deutet an, dass Hyaluronsäure bei Tennisarm-Beschwerden wirksam sein könnte. Um ihre Vor- und Nachteile zu beurteilen, sind aber weitere Studien nötig.
    • Botox: hemmt die Signalübertragung zwischen Nervenzellen. Dadurch lähmt es die Muskulatur. Den bisherigen Studien zufolge kann Botox die Schmerzen allenfalls geringfügig lindern. Zudem können Botox-Spritzen Nebenwirkungen wie Lähmungserscheinungen in den Fingern haben, die einige Wochen andauern können.
    • Eigenblutspritzen: Dazu wird Blut aus der Armvene entnommen und anschließend in den Ellenbogen gespritzt. Vor dem Spritzen kann das Blut auf unterschiedliche Art bearbeitet werden. Eine gängige Form der Eigenblutbehandlung ist das plättchenreiche Plasma (PRP). Dabei wird das Blut in einer Zentrifuge in verschiedene Bestandteile getrennt. In den Ellenbogen wird dann eine konzentrierte Lösung mit Blutplättchen gespritzt. Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Eigenbluttherapie wirksam ist.

    Die bisherigen Studien sprechen also dafür, sehr vorsichtig zu sein, wenn Injektionsbehandlungen angeboten werden. Spritzen kommen normalerweise nur dann infrage, wenn die Schmerzen sehr belastend sind und anders nicht abklingen.

    Weitere Behandlungen

    Für die Ultraschalltherapie deuten wenige Studien eine geringfügig schmerzlindernde Wirkung an. Es dauert vermutlich etwa 5 bis 10 Wochen, bis die Behandlung mit Ultraschallwellen spürbar wirkt. Die Therapie hat kaum Nebenwirkungen.

    Keine Nachweise gibt es bislang für die Wirkung folgender Behandlungen: extrakorporale Stoßwellentherapie, transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) und Lasertherapie. Diese Behandlungen wurden zum Teil in guten Studien untersucht, die keine lindernde Wirkung feststellen konnten. Besonders die extrakorporale Stoßwellentherapie kann jedoch Nebenwirkungen haben. In den Studien kam es unter anderem zu Hautrötungen, Schmerzen, Blutergüssen und Übelkeit.

    Ob Massagen oder Akupunktur helfen, ist unklar. Wie sinnvoll die Kältebehandlung ist, lässt sich nicht beurteilen.

    Operationen werden meist erst angeboten, wenn die Beschwerden viele Monate bis Jahre bestehen und andere Behandlungen nicht geholfen haben. Ob eine Operation dann die Beschwerden lindern kann, lassen die bisher wenigen Studien dazu offen.

    Quellen

    Ahmad Z, Siddiqui N, Malik SS, Abdus-Samee M, Tytherleigh-Strong G, Rushton N. Lateral epicondylitis: a review of pathology and management. Bone Joint J 2013; 95-B(9): 1158-1164.

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    Dion S, Wong JJ, Cote P, Yu H, Sutton D, Randhawa K et al. Are Passive Physical Modalities Effective for the Management of Common Soft Tissue Injuries of the Elbow? A Systematic Review by the Ontario Protocol for Traffic Injury Management (OPTIMa) Collaboration. Clin J Pain 2017; 33(1): 71-86.

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    Mattie R, Wong J, McCormick Z, Yu S, Saltychev M, Laimi K. Percutaneous Needle Tenotomy for the Treatment of Lateral Epicondylitis: A Systematic Review of the Literature. PM R 2017; 9(6): 603-611.

    Menta R, Randhawa K, Cote P, Wong JJ, Yu H, Sutton D et al. The effectiveness of exercise for the management of musculoskeletal disorders and injuries of the elbow, forearm, wrist, and hand: a systematic review by the Ontario Protocol for Traffic Injury Management (OPTIMa) collaboration. J Manipulative Physiol Ther 2015; 38(7): 507-520.

    Moraes VY, Lenza M, Tamaoki MJ, Faloppa F, Belloti JC. Platelet-rich therapies for musculoskeletal soft tissue injuries. Cochrane Database Syst Rev 2014; (4): CD010071.

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    Qian X, Lin Q, Wei K, Hu B, Jing P, Wang J. Efficacy and Safety of Autologous Blood Products Compared With Corticosteroid Injections in the Treatment of Lateral Epicondylitis: A Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. PM R 2016; 8(8): 780-791.

    Raman J, MacDermid JC, Grewal R. Effectiveness of different methods of resistance exercises in lateral epicondylosis - a systematic review. J Hand Ther 2012; 25(1): 5-25; quiz 26.

    Tang H, Fan H, Chen J, Yang M, Yi X, Dai G et al. Acupuncture for Lateral Epicondylitis: A Systematic Review. Evid Based Complement Alternat Med 2015; 2015: 861849.

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    Mehr Wissen: Tennisarm: Kraft- und Dehnübungen

    Spezielle Dehn- und Kräftigungsübungen können die Beschwerden bei einem Tennisarm lindern – auch wenn dazu etwas Ausdauer und Geduld nötig sind. Wie die folgenden Übungsbeispiele zeigen, sind sie leicht machbar und lassen sich gut in den Alltag einbauen.

    Bei den meisten Menschen verschwinden Tennisarm-Beschwerden innerhalb eines Jahres auch ohne größere Behandlung wieder. Dehn- und Kräftigungsübungen können dazu beitragen, dass sie schneller wieder abklingen. Am besten untersucht ist die sogenannte exzentrische Trainingstherapie. Bei dieser Behandlungsform wird die Streckmuskulatur im Unterarm gedehnt und gestärkt – also die Muskulatur, die beispielsweise beim Rückhandschlag beim Tennis oder bei Schraubbewegungen belastet wird.

    Alleiniges Dehnen (Stretching) wird ebenfalls häufig empfohlen – auch wenn die Wirksamkeit von Dehnübungen bislang unklar ist.

    Welche Übungen sinnvoll sind, kann mit Physiotherapeutinnen oder Physiotherapeuten, Ärztinnen oder Ärzten besprochen werden.

    Spezielle Dehn- und Kräftigungsübungen können die Beschwerden bei einem Tennisarm lindern – auch wenn dazu etwas Ausdauer und Geduld nötig sind. Wie die folgenden Übungsbeispiele zeigen, sind sie leicht machbar und lassen sich gut in den Alltag einbauen.

    Bei den meisten Menschen verschwinden Tennisarm-Beschwerden innerhalb eines Jahres auch ohne größere Behandlung wieder. Dehn- und Kräftigungsübungen können dazu beitragen, dass sie schneller wieder abklingen. Am besten untersucht ist die sogenannte exzentrische Trainingstherapie. Bei dieser Behandlungsform wird die Streckmuskulatur im Unterarm gedehnt und gestärkt – also die Muskulatur, die beispielsweise beim Rückhandschlag beim Tennis oder bei Schraubbewegungen belastet wird.

    Alleiniges Dehnen (Stretching) wird ebenfalls häufig empfohlen – auch wenn die Wirksamkeit von Dehnübungen bislang unklar ist.

    Welche Übungen sinnvoll sind, kann mit Physiotherapeutinnen oder Physiotherapeuten, Ärztinnen oder Ärzten besprochen werden.

    Was ist exzentrisches Training?

    Grundsätzlich wird beim Muskeltraining zwischen konzentrischen und exzentrischen Bewegungen unterschieden. Bei einer konzentrischen Bewegung zieht sich der Muskel zusammen – bei einer exzentrischen Bewegung dehnt sich der Muskel. Ein Beispiel für eine konzentrische Übung ist, wenn eine Hantel in der Hand gehalten und zum Körper hingeführt wird. Bei einer exzentrischen Übung senkt man den Arm mit der Hantel langsam ab. Das langsame Abbremsen der Belastung stärkt die Muskulatur.

    Exzentrisches Training: Beispiel 1

    1. Eine Hantel in die Hand nehmen.
    2. Den betroffenen Arm auf einen Tisch legen, die Hand mit der Hantel über die Tischkante hängen lassen, sodass der Handrücken nach oben zeigt.
    3. Mit der freien Hand helfen, die Hantel soweit wie möglich nach oben anzuheben.
    4. Die Hand mit der Hantel langsam absenken.
    5. Etwa 10- bis 15-mal wiederholen.
    6. Nach einer kurzen Pause zwei weitere Durchläufe anschließen.

     Animation: Exzentrisches Training bei TennisarmExzentrisches Training bei Tennisarm

    Wichtig ist, keine zu schwere Hantel zu nehmen. Sie soll etwa 30 % des Gewichts haben, das man maximal halten kann. Leichte Schmerzen sind in Ordnung, man sollte den Arm jedoch nicht überlasten.

    Exzentrisches Training: Beispiel 2

    1. Den betroffenen Arm mit dem Ellenbogen auf einen Tisch stützen. Den Unterarm so drehen, dass die Handfläche zum Tisch zeigt.
    2. Eine gefüllte Flasche in die Hand nehmen.
    3. Den Arm mit der Flasche langsam absenken, dabei bleibt das Handgelenk gestreckt.
    4. Die Flasche in die freie Hand fallen lassen und den Arm wieder in die aufrechte Position bringen.
    5. Mit der anderen Hand die Flasche anreichen.
    6. Etwa 10- bis 15-mal wiederholen.
    7. Nach einer kurzen Pause zwei weitere Durchläufe anschließen.

    Exzentrische Übungen macht man am besten dreimal täglich.

     

    Animation: Exzentrisches Training bei Tennisarm Exzentrisches Training bei Tennisarm

    Dehnen (Stretching)

    Beim Stretching wird die Streckmuskulatur des Handgelenks am Unterarm gedehnt. Stretching wird empfohlen, um die Beweglichkeit von Arm und Handgelenk zu verbessern. Solche Dehnübungen können entweder aktiv oder passiv durchgeführt werden. Aktiv heißt: Man führt sie selbst aus. Passiv bedeutet, dass zum Beispiel eine Physiotherapeutin oder ein Trainingspartner den Körperteil dehnt.

    Beispielübung:

    1. Den betroffenen Arm ausstrecken, sodass der Handrücken zur Decke zeigt.
    2. Das Handgelenk locker lassen, sodass die Hand nach unten fällt.
    3. Mit der anderen Hand die Hand des betroffenen Arms zum Körper ziehen.
    4. Die Dehnung für etwa 30 bis 45 Sekunden halten.
    5. Etwa 30 Sekunden Pause machen.
    6. Die Übung dreimal wiederholen.

    Dehnübungen sind etwa zweimal am Tag sinnvoll.

     

    Grafik: Dehnübung bei Tennisarm - wie im Text beschrieben Dehnübung bei Tennisarm

    Quellen

    Orchard J, Kountouris A. The management of tennis elbow. BMJ 2011; 342: d2687.

    Stasinopoulos D, Stasinopoulou K, Johnson MI. An exercise programme for the management of lateral elbow tendinopathy. Br J Sports Med 2005; 39(12): 944-947.

    Saueressig T. Evidenzbasierte Physiotherapie. Exzentrisches Krafttraining und Tennisarm. 14.03.2014.

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    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
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