Gesundheitslexikon

Fieber bei Kindern

Überblick Mehr Wissen

    Überblick

    Fast alle Eltern kennen die Sorgen, wenn ihr Kind ein heißes, gerötetes Gesicht hat und stark fiebert. Meist steckt eine harmlose Virusinfektion dahinter. Trotzdem ist es wichtig, Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung erkennen zu können und zu wissen, wann ein Arztbesuch ratsam ist.

    Einleitung

    „Mein Kind hat Fieber“ – diesen Satz hört man von Eltern oft, denn Kinder reagieren häufiger und leichter mit Fieber auf Krankheitserreger als Erwachsene. Fieber ist einer der häufigsten Gründe dafür, dass ein Kind in die Arztpraxis oder in eine Notfall-Ambulanz gebracht wird.

    Bei Kindern spricht man ab einer Körpertemperatur von 38,5 Grad Celsius (°C) von Fieber, bei Babys unter drei Monaten schon ab 38,0 °C.

    Auch wenn bei vielen Eltern die Sorge um ihr Kind mit dem Ansteigen des Fiebers wächst: Die meisten Kinder haben eine harmlose Virusinfektion. Sie können zu Hause umsorgt werden und sind innerhalb von zwei, drei Tagen wieder gesund. Ihr Körper besiegt die Viren ganz allein.

    Nur etwa eins von 100 fiebernden Kindern hat eine ernste Erkrankung, die ärztlich behandelt werden muss. Dabei handelt es sich meist um eine bakterielle Entzündung wie etwa eine Lungenentzündung.

    Symptome

    Oft kann man Kindern bereits ansehen, dass sie Fieber haben. Ein gerötetes Gesicht, müde wirkende oder glasige Augen und eine ansonsten blasse Haut sind typische Anzeichen. Auch wenn sich Stirn oder Nacken heiß anfühlen, kann das auf Fieber hindeuten. Manche Kinder haben keinen Appetit oder weinen schnell.

    Ein Besuch in der Arztpraxis oder Notfallambulanz ist nötig:

    • Wenn das Fieber über 39 °C (bei Säuglingen über 38 °C) steigt,
    • schubweise oder wiederholt auftritt oder
    • länger als drei Tage anhält.
    • Wenn es zu einem Fieberkrampf kommt,
    • bei einem steifen Nacken, Teilnahmslosigkeit, Unruhe oder Verwirrtheit,
    • bei Erbrechen, Durchfall oder Bauchschmerzen.
    • Wenn das Kind einen Hautausschlag hat,
    • längere Zeit nicht trinken will oder
    • es ihm seit dem letzten Arztbesuch schlechter geht.

    Ursachen

    Bereits heftiges Toben, größere Aufregung oder sehr warme Kleidung können dazu führen, dass die Körpertemperatur eines Kindes steigt, ohne dass es krank ist. Das liegt unter anderem daran, dass Kinder bei Wärme weniger und auch später schwitzen als Erwachsene. Auch wenn ein Kind Zähne bekommt, kann die Körpertemperatur ansteigen.

    Fieber wird jedoch meist durch Krankheitserreger ausgelöst. Es ist ein Zeichen dafür, dass der Körper versucht, die Erreger abzuwehren. Fieber ist also keine Erkrankung – es sorgt dafür, dass bestimmte Stoffwechsel- und Abwehrvorgänge im Körper schneller ablaufen.

    Ursachen für Fieber können sein:

    • Viren oder Bakterien: Sie können zum Beispiel eine Erkältung, Mittelohrentzündung, Harnwegs- oder Magen-Darm-Infektion auslösen – oder auch typische Kinderkrankheiten wie Dreitagefieber, Mumps, Masern, Röteln, Scharlach und Windpocken.
    • eine Impfung: weil das Immunsystem des Kindes Abwehrstoffe gegen die Erreger entwickelt, vor denen die Impfung später schützen soll.
    • Durstfieber: Das Kind fiebert, weil es zu wenig getrunken hat und sein Körper ausgetrocknet ist. Das kann auch passieren, wenn das Kind stark erbricht und Durchfall hat.
    • Sonnenbrand, Sonnenstich oder Hautkrankheiten wie die Nesselsucht.
    • selten ernsthafte Erkrankungen wie Lungen- oder Hirnhautentzündung, Blinddarmentzündung und Gelenk- oder Knochenmarksinfektion.
    • sehr selten Stoffwechselerkrankungen, rheumatische Erkrankungen oder allergische Reaktionen auf Lebensmittel und Medikamente.

    Falls nach einer Fernreise Fieber auftritt – auch nach einigen Wochen – ist es wichtig, die Ärztin oder den Arzt darauf hinzuweisen. Eine gezielte Untersuchung kann dann klären, ob sich das Kind während der Reise angesteckt haben könnte.

    Folgen

    Viele Eltern sorgen sich, dass hohes Fieber lebensbedrohlich werden kann. Fieber an sich schadet jedoch nur in Ausnahmefällen und steigt selten auf über 41 °C an. Höhere Temperaturen können gefährlich werden, sind aber selten.

    Fieber kann zu einem Flüssigkeitsmangel führen. Ärztliche Hilfe wird nötig, wenn ein Kind das Trinken verweigert oder Anzeichen eines Flüssigkeitsmangels länger bestehen bleiben wie

    • eine eingesunkene Fontanelle bei Kleinkindern,
    • ein trockener Mund und trockene Lippen,
    • eingesunkene Augen,
    • fehlende Tränen,
    • ein insgesamt schlechtes Aussehen des Kindes.

    Manchmal kommt es durch das Fieber zu einem Fieberkrampf – vor allem bei Kindern zwischen drei Monaten und fünf Jahren. Ein einfacher Fieberkrampf kann zwar beängstigend wirken, dauert aber meist nur wenige Minuten und ist normalerweise harmlos. Dennoch ist ein Arztbesuch nach einem Fieberkrampf sinnvoll.

    Diagnose

    Bei gesunden Kindern liegt die Körpertemperatur zwischen 36,5 bis 37,5 °C. Sie ändert sich im Verlauf des Tages: Abends ist sie meist um 0,5 Grad höher als morgens. Als erhöhte Temperatur gelten Werte von 37,5 bis 38,5 °C.

    Von Fieber spricht man ab 38,5 °C – bei Babys unter drei Monaten schon ab 38,0 °C.

    Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Körpertemperatur zu messen. Gerade für kleine Kinder ist es wichtig, dass es schnell geht und mit möglichst wenig Aufwand wie An- und Ausziehen oder Stillhalten verbunden ist. Viele Mütter und Väter fühlen erst mal mit der Hand, ob sich Stirn oder Nacken des Kindes heiß anfühlen.

    Mit einem Fieberthermometer lässt sich die Körpertemperatur dann genau messen – am besten dreimal täglich. Am zuverlässigsten sind Messungen mit einem digitalen Thermometer im Po. Viele Eltern benutzen auch ein Ohr- oder Stirnthermometer. Messungen im Mund oder unter der Achsel sind erst bei Kindern ab vier Jahren sinnvoll. Wie lange eine Messung dauert, hängt davon ab, wo das Fieber gemessen und welches Thermometer verwendet wird – die Bedienungsanleitung gibt genauere Auskunft.

    Behandlung

    Ein fieberndes Kind benötigt oft kein fiebersenkendes Mittel.

    Eine Behandlung mit fiebersenkenden Medikamenten wie Paracetamol oder Ibuprofen (als Zäpfchen oder Saft) kann aber hilfreich sein, wenn das Fieber hoch ist (über 39,5 °C) oder sich das Kind sehr unwohl fühlt. Die Dosierung der Mittel richtet sich nach dem Alter und Körpergewicht des Kindes und muss im Beipackzettel nachgelesen werden. Lässt sich Fieber mit Paracetamol oder Ibuprofen nicht innerhalb von ein bis vier Stunden senken, sollte ärztlicher Rat hinzugezogen werden.

    Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) kann bei Kindern und Jugendlichen eine seltene, aber gefährliche Nebenwirkung auslösen („Reye-Syndrom“). ASS darf einem Kind deshalb nur auf ärztliche Anweisung gegeben werden.

    Hausmittel wie kalte Wadenwickel oder lauwarme Bäder sind beliebt, kühlen den Körper aber nur äußerlich. Wenn sie dem Kind wohltun, spricht nichts dagegen. Ob sie aber wirklich gegen Fieber helfen, ist unklar.

    Wichtiger ist es, ein Kind mit Fieber nicht zu dick einzupacken, damit sich die Hitze im Körper nicht staut.

    Leben und Alltag

    Die allermeisten Kinder mit Fieber können zu Hause gut versorgt werden. Wenn das Kind keine Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung zeigt oder die Ärztin oder der Arzt eine harmlose Infektion festgestellt hat, spricht nichts gegen die Pflege zu Hause.

    Ein fieberndes Kind benötigt ausreichend Flüssigkeit. Es ist deshalb wichtig, darauf zu achten, dass es regelmäßig trinkt – auch wenn es noch gestillt wird. Kinder spüren recht genau, was ihnen guttut. Deshalb hilft es dem Kind, auf seine Bedürfnisse einzugehen – zum Beispiel, indem man fragt, was es gerne essen oder trinken möchte.

    Es kann sein, dass das Kind trotz Fieber den ganzen Tag spielt. Solange es nicht wild tobt, ist das völlig in Ordnung. Ein Kind mit Fieber kann aber nicht in die Krabbelgruppe, den Kindergarten oder die Schule gehen. Dies gilt auch, wenn es ansonsten gesund wirkt. Es könnte andere Kinder anstecken.

    Ein fieberndes Kind wird fast immer von allein wieder gesund. Zeit, Ruhe und liebevolle Zuwendung sind normalerweise die besten Heilmittel.

    Weitere Informationen

    Die Haus- oder Kinderarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem ärztlichen Rat braucht. Wir informieren darüber, wie man die richtige Praxis findet, wie man sich am besten auf den Arztbesuch vorbereitet und was dabei wichtig ist.

    Quellen

    Chiappini E, Bortone B, Galli L, de Martino M. Guidelines for the symptomatic management of fever in children: systematic review of the literature and quality appraisal with AGREE II. BMJ Open 2017; 7(7): e015404.

    Lim J, Kim J, Moon B, Kim G. Tepid massage for febrile children: A systematic review and meta-analysis. Int J Nurs Pract 2018; 24(5): e12649.

    Massignan C, Cardoso M, Porporatti AL, Aydinoz S, Canto GDL, Mezzomo LAM et al. Signs and Symptoms of Primary Tooth Eruption: A Meta-analysis. Pediatrics 2016; 137(3): e20153501.

    Meremikwu M, Oyo-Ita A. Physical methods versus drug placebo or no treatment for managing fever in children. Cochrane Database Syst Rev 2003; (2): CD004264.

    Meremikwu M, Oyo-Ita A. Paracetamol versus placebo or physical methods for treating fever in children. Cochrane Database Syst Rev 2002; (2): CD003676.

    Mewasingh LD. Febrile seizures. BMJ Clin Evid 2014: pii: 0324.

    National Institute for Health and Care Excellence (NICE). Fever in under 5s: assessment and initial management. 22.05.2013. (NICE Clinical Guidelines; Band 160).

    Offringa M, Newton R, Cozijnsen MA, Nevitt SJ. Prophylactic drug management for febrile seizures in children. Cochrane Database Syst Rev 2017; (2): CD003031.

    Wong T, Stang AS, Ganshorn H, Hartling L, Maconochie IK, Thomsen AM et al. Combined and alternating paracetamol and ibuprofen therapy for febrile children. Cochrane Database Syst Rev 2013; (10): CD009572.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Fieber bei Kindern: Wann zum Arzt?

    Die meisten Kinder mit Fieber haben eine harmlose Infektion. Wenn das Fieber steigt, machen sich aber viele Eltern Sorgen. Wann es besser ist, ärztliche Hilfe zu suchen, ist an bestimmten Anzeichen erkennbar.

    Wenn ihr Kind Fieber hat, stellen sich viele Mütter und Väter Fragen wie: Ist es etwas Ernstes? Soll ich eine Ärztin oder einen Arzt um Rat fragen? Ist es nötig, das Fieber zu senken? Allgemein gilt: Wenn man unsicher ist und sich Sorgen macht, ist es besser, ärztlichen Rat einzuholen. Ein Anruf in der Praxis kann vielleicht schon helfen, denn manche Fragen lassen sich auch am Telefon klären.

    Viele typische Kinderkrankheiten machen sich zum Beispiel außer durch Fieber durch einen typischen Hautausschlag bemerkbar. Dann ist ein Arztbesuch ratsam. Eine ärztliche Untersuchung ist auch wichtig, wenn das Fieber anhaltend hoch ist, schubweise auftritt oder sich der Gesundheitszustand des Kindes trotz Behandlung verschlechtert. Ein Arztbesuch kann zudem sinnvoll sein, wenn das Kind einen Fieberkrampf hatte.

    Bei Kindern ändert sich der Verlauf einer Erkrankung schnell: Eltern müssen sich nicht scheuen, am selben Tag auch ein zweites Mal in die Praxis zu gehen. Sie können am besten beurteilen, ob sich ihr Kind anders verhält als üblich, ob es anders reagiert, weniger aktiv ist als sonst, sich unbehaglich fühlt oder nicht mehr trinkt. Ihre Einschätzung und Erfahrung ist sehr hilfreich – auch für die Ärztin oder den Arzt.

    Die meisten Kinder mit Fieber haben eine harmlose Infektion. Wenn das Fieber steigt, machen sich aber viele Eltern Sorgen. Wann es besser ist, ärztliche Hilfe zu suchen, ist an bestimmten Anzeichen erkennbar.

    Wenn ihr Kind Fieber hat, stellen sich viele Mütter und Väter Fragen wie: Ist es etwas Ernstes? Soll ich eine Ärztin oder einen Arzt um Rat fragen? Ist es nötig, das Fieber zu senken? Allgemein gilt: Wenn man unsicher ist und sich Sorgen macht, ist es besser, ärztlichen Rat einzuholen. Ein Anruf in der Praxis kann vielleicht schon helfen, denn manche Fragen lassen sich auch am Telefon klären.

    Viele typische Kinderkrankheiten machen sich zum Beispiel außer durch Fieber durch einen typischen Hautausschlag bemerkbar. Dann ist ein Arztbesuch ratsam. Eine ärztliche Untersuchung ist auch wichtig, wenn das Fieber anhaltend hoch ist, schubweise auftritt oder sich der Gesundheitszustand des Kindes trotz Behandlung verschlechtert. Ein Arztbesuch kann zudem sinnvoll sein, wenn das Kind einen Fieberkrampf hatte.

    Bei Kindern ändert sich der Verlauf einer Erkrankung schnell: Eltern müssen sich nicht scheuen, am selben Tag auch ein zweites Mal in die Praxis zu gehen. Sie können am besten beurteilen, ob sich ihr Kind anders verhält als üblich, ob es anders reagiert, weniger aktiv ist als sonst, sich unbehaglich fühlt oder nicht mehr trinkt. Ihre Einschätzung und Erfahrung ist sehr hilfreich – auch für die Ärztin oder den Arzt.

    Was tun, wenn die Ärztin oder der Arzt nicht erreichbar ist?

    Wenn die Haus- oder Kinderarztpraxis nicht erreichbar ist, stehen Notfallpraxen und -ambulanzen von Krankenhäusern oder Kinderkliniken zur Verfügung. Adressen finden Sie zum Beispiel im Internet, in der Arztpraxis oder Sie erhalten sie bei Ihrer Krankenkasse. Die Auskunft des ärztlichen Bereitschaftsdienstes ist über die Telefonnummer 116117 erreichbar. Im Notfall erreichen Sie über die Nummer 112 den notärztlichen Dienst und können einen Krankenwagen rufen.

    Wann in die Arztpraxis?

    Ärztlicher Rat ist nötig, wenn das Fieber

    Grafik: hohes Fieber sehr hoch ist:
    • über 39 °C steigt,
    • bei Babys unter drei Monaten über 38 °C.

    Grafik: Kalender

    • bei Babys länger als einen Tag,
    • bei Kindern ab zwei Jahren länger als drei Tage anhält.
    • nach der Einnahme fiebersenkender Mittel nicht sinkt.

    Grafik: Kalender

    schubweise oder wiederholt auftritt oder

    Grafik: Fieberkrampf

    zu einem Fieberkrampf geführt hat.

    Bei welchen weiteren Anzeichen ist ärztliche Hilfe nötig?

    Wenn zusätzlich zum Fieber

    Grafik: Bauchschmerzen

    Erbrechen, Durchfall oder Bauchschmerzen auftreten,

    Grafik: Hautausschlag

    ein Hautausschlag sichtbar wird,

    Grafik: Atmung

    Ihr Kind nicht richtig Luft bekommt, beim Atmen stöhnt oder wenn Sie „knisternde“ Atemgeräusche hören,

    Grafik: steifer Nacken

    Ihr Kind den Kopf kaum nach vorn neigen kann. Ein steifer Nacken kann auf eine Hirnhautentzündung hinweisen.

    Säuglinge unter drei Monaten können auch ernster krank sein, wenn sie nur leichtes oder gar kein Fieber haben. Bei ihnen ist ärztlicher Rat deshalb auch dann wichtig, wenn sie

    Grafik: nicht mehr trinken

    nicht mehr trinken,

    Grafik: verändert Hautfarbe

    ihre Hautfarbe verändert ist oder

    Grafik: Teilnahmslosigkeit sie kaum reagieren, teilnahmslos wirken oder sehr unruhig sind.

    Quellen

    National Institute for Health and Care Excellence (NICE). Fever in under 5s: assessment and initial management. 22.05.2013. (NICE Clinical Guidelines; Band 160).

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Was ist ein Fieberkrampf?

    Fieberkrämpfe kommen vor allem bei Kleinkindern häufig vor. Sie können beängstigend wirken, sind aber meistens harmlos. Nach einem Krampf ist das Kind erschöpft und müde, hat sich normalerweise aber nach etwa einer Stunde wieder erholt.

    Bei sehr hohem oder schnell ansteigendem Fieber bekommen manche Kinder einen Fieberkrampf. Dabei verkrampfen sich die Muskeln, das Kind verliert das Bewusstsein oder wirkt abwesend. Seine Arme und Beine zucken oder der Körper ist unnatürlich steif und gestreckt. Manchmal erschlaffen die Arme und Beine plötzlich wieder. Viele Kinder verdrehen die Augen, haben erweiterte Pupillen oder einen starren Blick. Die Lippen oder das Gesicht können sich blau verfärben.

    Etwa 2 bis 4 von 100 Kindern haben bis zu ihrem fünften Lebensjahr mindestens einmal einen Fieberkrampf, meist im Alter von ein bis eineinhalb Jahren. Bei Babys kommen Fieberkrämpfe auch schon ab 38 °C vor.  Die Entwicklung eines Kindes wird durch Fieberkrämpfe nicht beeinträchtigt. Dennoch ist es nach einem Fieberkrampf sinnvoll, das Kind ärztlich untersuchen zu lassen.

    Fieberkrämpfe kommen vor allem bei Kleinkindern häufig vor. Sie können beängstigend wirken, sind aber meistens harmlos. Nach einem Krampf ist das Kind erschöpft und müde, hat sich normalerweise aber nach etwa einer Stunde wieder erholt.

    Bei sehr hohem oder schnell ansteigendem Fieber bekommen manche Kinder einen Fieberkrampf. Dabei verkrampfen sich die Muskeln, das Kind verliert das Bewusstsein oder wirkt abwesend. Seine Arme und Beine zucken oder der Körper ist unnatürlich steif und gestreckt. Manchmal erschlaffen die Arme und Beine plötzlich wieder. Viele Kinder verdrehen die Augen, haben erweiterte Pupillen oder einen starren Blick. Die Lippen oder das Gesicht können sich blau verfärben.

    Etwa 2 bis 4 von 100 Kindern haben bis zu ihrem fünften Lebensjahr mindestens einmal einen Fieberkrampf, meist im Alter von ein bis eineinhalb Jahren. Bei Babys kommen Fieberkrämpfe auch schon ab 38 °C vor.  Die Entwicklung eines Kindes wird durch Fieberkrämpfe nicht beeinträchtigt. Dennoch ist es nach einem Fieberkrampf sinnvoll, das Kind ärztlich untersuchen zu lassen.

    Wie kommt es zu Fieberkrämpfen?

    Warum manche Kinder bei Fieber zu Krämpfen neigen, ist nicht genau bekannt. Man vermutet, dass eine von den Eltern geerbte Anfälligkeit eine Rolle spielt.

    Auch wenn die Symptome bedrohlich wirken können: Ernsthafte Erkrankungen wie eine Gehirnhautentzündung sind nur sehr selten Ursache eines Fieberkrampfs. Impfungen spielen ebenfalls kaum eine Rolle. Ein Fieberkrampf ist auch kein Hinweis auf eine Epilepsie.

    Wie unterscheiden sich einfache und komplizierte Fieberkrämpfe?

    Einfache Fieberkrämpfe dauern höchstens 3 bis 4 Minuten, nur selten bis zu einer Viertelstunde. Sie wiederholen sich in den nächsten 24 Stunden nicht. Vor allem wenn ein Kind zum ersten Mal einen Fieberkrampf hat, sollte man die Notrufnummer 112 anrufen. Die Notärztin oder der Notarzt kann das Kind dann sofort untersuchen und andere Ursachen für den Krampf ausschließen.

    Komplizierte Fieberkrämpfe dauern länger als 15 Minuten. Dabei sind die Muskelkrämpfe meist auf eine Körperseite begrenzt. In den nächsten 24 Stunden können weitere Fieberkrämpfe auftreten. Bei einem komplizierten Fieberkrampf und bei Babys unter drei Monaten muss die Notrufnummer 112 angerufen werden. Die Notärztin oder der Notarzt gibt dem Kind dann krampflösende Medikamente, die den Krampf normalerweise rasch abklingen lassen.

    Was tun bei einem Fieberkrampf?

    Eltern können ihrem Kind während eines Fieberkrampfs helfen, wenn sie

    • selbst möglichst die Ruhe bewahren,
    • beim Kind bleiben und es beruhigen,
    • das Kind liegen lassen, es also nicht stark festhalten oder schütteln,
    • es vor Verletzungen schützen: Decken und Kissen helfen, das Kind so zu polstern, dass es sich nicht wehtut – zum Beispiel, wenn seine Arme und Beine gegen Bett oder Wand schlagen;
    • es nach dem Anfall seitlich so lagern, dass sein Gesicht gut zu sehen ist und Speichel aus dem Mund herauslaufen kann.

    Wichtig ist auch: Während eines Krampfes dürfen Kinder nichts essen oder trinken!

    Kann man einem Fieberkrampf vorbeugen?

    Bis zu 30 von 100 Kindern haben in den 6 bis 12 Monaten nach ihrem ersten Fieberkrampf einen weiteren.

    Manche Eltern geben ihrem Kind deshalb sehr schnell fiebersenkende Medikamente in der Hoffnung, es dadurch vor einem Fieberkrampf zu schützen. Studien weisen aber eher darauf hin, dass fiebersenkende Mittel Krämpfen nicht vorbeugen können.

    Quellen

    DynaMed Plus. Febrile seizure. 09.08.2017 (EBSCO Information Services).

    Hoffbauer G, Schaenzler N. Handbuch Medikamente für Kinder: Medikamente und Wirkstoffe, Risiken und Nebenwirkungen, alternative Behandlungsmöglichkeiten. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt; 2005.

    Mewasingh LD. Febrile seizures. BMJ Clin Evid 2014: pii: 0324.

    Millichap JJ. Clinical features and evaluation of febrile seizures. In: UpToDate. 27.09.2018.

    Millichap JJ. Treatment and prognosis of febrile seizures. In: UpToDate. 21.12.2018.

    National Institute for Health and Care Excellence (NICE). Fever in under 5s: assessment and initial management. 22.05.2013. (NICE Clinical Guidelines; Band 160).

    Offringa M, Newton R, Cozijnsen MA, Nevitt SJ. Prophylactic drug management for febrile seizures in children. Cochrane Database Syst Rev 2017; (2): CD003031.

    Shah PB, James S, Elayaraja S. EEG for children with complex febrile seizures. Cochrane Database Syst Rev 2017; (10): CD009196.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Fieber messen bei Kindern

    Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Körpertemperatur zu messen – etwa im Po, unter der Achsel und im Ohr. Welche Methode sich am besten eignet, hängt vom Alter und den Vorlieben des Kindes ab.

    Von Fieber spricht man bei Kindern ab 38,5 °C, bei Babys unter drei Monaten schon ab 38 °C. Die Körpertemperatur lässt sich am zuverlässigsten mit einem Fieberthermometer bestimmen.

    Gerade für kleine Kinder ist es wichtig, dass das Fiebermessen schnell geht und mit möglichst wenig Aufwand wie An- und Ausziehen oder Stillhalten verbunden ist. Wie lange die Messung dauert, hängt davon ab, wo das Fieber gemessen und welches Thermometer verwendet wird.

    Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Körpertemperatur zu messen – etwa im Po, unter der Achsel und im Ohr. Welche Methode sich am besten eignet, hängt vom Alter und den Vorlieben des Kindes ab.

    Von Fieber spricht man bei Kindern ab 38,5 °C, bei Babys unter drei Monaten schon ab 38 °C. Die Körpertemperatur lässt sich am zuverlässigsten mit einem Fieberthermometer bestimmen.

    Gerade für kleine Kinder ist es wichtig, dass das Fiebermessen schnell geht und mit möglichst wenig Aufwand wie An- und Ausziehen oder Stillhalten verbunden ist. Wie lange die Messung dauert, hängt davon ab, wo das Fieber gemessen und welches Thermometer verwendet wird.

    Woran merke ich, dass mein Kind Fieber hat?

    Kindern sieht man meist an, dass sie Fieber haben: Ein heißes, gerötetes Gesicht, müde oder glasige Augen und eine ansonsten blasse Haut sind typische Anzeichen. Viele Mütter und Väter legen als Erstes die Hand auf die Stirn des Kindes, wenn sie vermuten, dass ihr Kind Fieber hat. Wenn sich Stirn oder Nacken heiß anfühlen, kann das auf Fieber hinweisen. Viele Kinder haben keinen Appetit oder sind weinerlich. Manche Kinder haben auch großen Durst.

    Welche Thermometer gibt es und wie genau sind die Messungen?

    Batteriebetriebene digitale Thermometer (Kontaktthermometer) können die Körpertemperatur im Po (After), im Mund (unter der Zunge) oder in der Achsel messen. Mit Infrarot- und chemischen Thermometern kann man die Temperatur im Ohr oder an der Stirn messen. Sie sind teurer als digitale Thermometer. Um Messfehler zu vermeiden, ist es bei allen Modellen wichtig, die Bedienungsanleitung zu beachten.

    Die genauesten Ergebnisse liefern Messungen im Po oder – bei Kindern ab vier Jahren – im Mund. In der Achsel, im Ohr oder an der Stirn Fieber zu messen, ist für ein Kind jedoch angenehmer. Bei Messungen im Mund oder unter der Achsel muss ein Kind schon gut mitmachen können.

    Man kann auch zwei Messmethoden kombinieren: Zeigt das Ohr- oder Stirnthermometer eine erhöhte Körpertemperatur an, kann man diese nochmal mit einer Messung im Po kontrollieren.

    Fiebermessen im Po

    Fiebermessen im Po liefert zuverlässige Ergebnisse, kann aber für das Kind unangenehm sein. Bevor das Fieberthermometer in den After eingeführt wird, cremt man es am besten mit einer fetthaltigen Creme dünn ein, damit es besser rutscht und dem Kind nicht wehtut.

    Für verlässliche Messergebnisse reicht es, nur die Spitze des Thermometers einzuführen, also 1 bis 2 Zentimeter. Babys werden dazu am besten auf den Rücken gelegt und ihre Beine hochgehalten. Ältere Kinder liegen meist lieber auf dem Bauch.

    Es ist wichtig, Hände und Fieberthermometer nach dem Messen gründlich zu reinigen, weil sich im Po Krankheitserreger befinden können.

    Fiebermessen im Mund

    Um Fieber im Mund zu messen, wird das Fieberthermometer zuerst frisch gereinigt. Dann wird es hinten unter die Zunge gelegt. Im Mund Fieber zu messen, ist recht genau. Das Kind muss allerdings mitmachen: Das heißt, es muss den Mund während der Messung geschlossen und die Zunge ruhig halten, was jüngeren Kindern schwerfallen kann.

    Die Messung wird verfälscht, wenn das Kind kurz zuvor heiße oder kalte Getränke getrunken hat.

    Fiebermessen unter der Achsel

    Beim Fiebermessen unter den Armen wird das Fieberthermometer in der Achsel platziert und der Arm eng am Körper gehalten. Das ist zwar einfach, kann aber ungenau sein, wenn sich das Kind bei der Messung zu sehr bewegt: Dann können die gemessenen Werte bis zu 2 Grad von der wirklichen Körpertemperatur abweichen. Im Durchschnitt wird die Körpertemperatur beim Fiebermessen in der Achsel um etwa 0,5 Grad unterschätzt.

    Ohrthermometer

    Spezielle Infrarot-Thermometer zum Fiebermessen im Ohr ermitteln die vom Trommelfell abgegebene Wärme. Solche Ohrthermometer arbeiten sehr schnell, sind aber deutlich teurer als Digitalthermometer.

    Bei Ohrthermometern ist es wichtig, dass der Messfühler des Thermometers in Richtung Trommelfell zeigt. Das gelingt leichter, wenn man das Ohr des Kindes etwas nach hinten-oben zieht. Die so erzielten Messergebnisse liegen im Durchschnitt etwa 0,3 Grad unter der eigentlichen Körpertemperatur.

    Für Ungeübte ist es nicht ganz einfach, die richtige Stelle im Ohr zu finden, vor allem bei Babys. Die korrekte Anwendung eines Ohrthermometers ist in der Bedienungsanleitung beschrieben. Wenn ein paar Mal im Ohr und zum Vergleich im Po gemessen wurde und die Ergebnisse ähnlich ausfallen (mit 0,3 bis 0,5 Grad Unterschied), kann man davon ausgehen, dass die Messung im Ohr genauso zuverlässig gelingt.

    Stirnthermometer

    Stirn- oder Schläfenthermometer sind einfach zu bedienen, angenehm für das Kind und funktionieren auch, wenn es schläft. Es gibt sie beispielsweise als Infrarot-, Flüssigkristall- oder chemisches Thermometer.

    Allerdings sind sie weniger genau als andere Messmethoden, weil zum Beispiel Schweiß auf der Haut die Messwerte beeinflusst. Daher werden sie zurzeit nicht empfohlen, wenn man eine genaue Messung benötigt.

    Quellen

    Canadian Agency for Drugs and Technologies in Health (CADTH). Non-Contact Thermometers for Detecting Fever: A Review of Clinical Effectiveness. 20.11.2014. (CADTH Rapid Response Reports).

    Li YW, Zhou LS, Li X. Accuracy of Tactile Assessment of Fever in Children by Caregivers: A Systematic Review and Meta-analysis. Indian Pediatr 2017; 54(3): 215-221.

    National Institute for Health and Care Excellence (NICE). Fever in under 5s: assessment and initial management. 22.05.2013. (NICE Clinical Guidelines; Band 160).

    Niven DJ, Gaudet JE, Laupland KB, Mrklas KJ, Roberts DJ, Stelfox HT. Accuracy of peripheral thermometers for estimating temperature: a systematic review and meta-analysis. Ann Intern Med 2015; 163(10): 768-777.

    Zhen C, Xia Z, Ya Jun Z, Long L, Jian S, Gui Ju C et al. Accuracy of infrared tympanic thermometry used in the diagnosis of Fever in children: a systematic review and meta-analysis. Clin Pediatr (Phila) 2015; 54(2): 114-126.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Wie lässt sich Fieber bei Kindern senken?

    Ein fieberndes Kind benötigt nicht immer ein fiebersenkendes Mittel. Eine Behandlung kann aber sinnvoll sein, wenn sich das Kind sehr unwohl fühlt oder das Fieber auf 40 °C ansteigt.

    Nicht immer ist allerdings klar, ob die Beschwerden eines fiebernden Kindes vom Fieber oder von der zugrunde liegenden Erkrankung verursacht werden. Nach einer Fiebersenkung fühlt es sich deshalb nicht unbedingt besser.

    Es gibt grundsätzlich zwei Arten von fiebersenkenden Maßnahmen: Medikamente und äußerliche Anwendungen. Manche Eltern hoffen, dass sich durch Medikamente Fieberkrämpfe verhindern lassen. Studien weisen aber eher darauf hin, dass fiebersenkende Mittel Krämpfen nicht vorbeugen können. Zudem können Fieberkrämpfe bereits ab 38 Grad auftreten.

    Einige Eltern probieren auch homöopathische Mittel aus, beispielsweise Aconitum D12 rot, Belladonna D12 oder Chamomilla D12. Diese Mittel sind aber wirkungslos.

    Ein fieberndes Kind benötigt nicht immer ein fiebersenkendes Mittel. Eine Behandlung kann aber sinnvoll sein, wenn sich das Kind sehr unwohl fühlt oder das Fieber auf 40 °C ansteigt.

    Nicht immer ist allerdings klar, ob die Beschwerden eines fiebernden Kindes vom Fieber oder von der zugrunde liegenden Erkrankung verursacht werden. Nach einer Fiebersenkung fühlt es sich deshalb nicht unbedingt besser.

    Es gibt grundsätzlich zwei Arten von fiebersenkenden Maßnahmen: Medikamente und äußerliche Anwendungen. Manche Eltern hoffen, dass sich durch Medikamente Fieberkrämpfe verhindern lassen. Studien weisen aber eher darauf hin, dass fiebersenkende Mittel Krämpfen nicht vorbeugen können. Zudem können Fieberkrämpfe bereits ab 38 Grad auftreten.

    Einige Eltern probieren auch homöopathische Mittel aus, beispielsweise Aconitum D12 rot, Belladonna D12 oder Chamomilla D12. Diese Mittel sind aber wirkungslos.

    Welche Medikamente kommen infrage?

    Fiebersenkende Medikamente hemmen die Bildung von körpereigenen Stoffen wie Prostaglandinen, die die Körpertemperatur erhöhen. Zu den fiebersenkenden Wirkstoffen, die für Kinder geeignet sind, zählen Paracetamol und Ibuprofen. Es gibt sie als Zäpfchen und Saft, für ältere Kinder auch als Tabletten, Brausegranulat und Heißgetränk. Paracetamol und Ibuprofen werden bei Kindern mit Fieber am häufigsten angewendet.

    Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) kann bei Kindern und Jugendlichen eine seltene, aber gefährliche Nebenwirkung auslösen („Reye-Syndrom“). ASS darf einem Kind deshalb nur auf ärztliche Anweisung gegeben werden.

    Wie viel Paracetamol oder Ibuprofen ein Kind einnehmen darf, richtet sich nach seinem Alter und Körpergewicht. Bei Kindern unter sechs Monaten ist es wichtig, zunächst eine Ärztin oder einen Arzt zu fragen. Bei der Anwendung ist zudem ein Mindestabstand von 6 bis 8 Stunden zur vorhergehenden Einnahme einzuhalten. Genauere Informationen gibt der Beipackzettel. Bei Unsicherheiten kann man sich in der Arztpraxis oder Apotheke Rat holen.

    Paracetamol und Ibuprofen haben vergleichbare Nebenwirkungen. Allerdings wird Paracetamol schon länger bei Kindern angewendet, deshalb gibt es mehr Erfahrungen mit möglichen Nebenwirkungen wie etwa Durchfall und Erbrechen. Paracetamol kann in höherer Dosierung die Leber und Nieren schädigen. Deshalb ist neben der korrekten Dosierung auch der Mindestabstand zwischen zwei Einnahmen so wichtig.

    Wenn ein Kind Paracetamol oder Ibuprofen nimmt, das Fieber aber nach etwa drei Tagen immer noch nicht sinkt, ist ärztliche Hilfe grundsätzlich ratsam. Dies gilt auch für Fieber über 40 °C, wenn es länger als vier Stunden anhält.

    Hilft es, beide Mittel gleichzeitig anzuwenden?

    Insgesamt ist noch nicht ausreichend untersucht, ob es Vorteile hat, Paracetamol und Ibuprofen zusammen anzuwenden. Einzelne Studien deuten darauf hin, dass eine kombinierte Gabe das Fieber etwas stärker senken kann als Paracetamol oder Ibuprofen allein. Nach der kombinierten Gabe bekamen etwas weniger Kinder nach vier Stunden wieder Fieber oder waren noch fiebrig.

    Allerdings sind mögliche Nebenwirkungen einer solchen Behandlung nur wenig erforscht. Außerdem wird vermutet, dass es bei einer Kombination beider Medikamente häufiger zu einer Überdosierung kommt.

    Manchmal wird empfohlen, Paracetamol und Ibuprofen abwechselnd zu geben. Hier reichen die bisherigen Studien aber nicht aus, um die Vor- und Nachteile dieses Vorgehens zu beurteilen.

    Können äußerliche Anwendungen das Fieber senken?

    Äußerliche Anwendungen wie kalte Wadenwickel oder lauwarme Bäder kühlen den Körper von außen, können das Fieber aber nicht senken.

    Eine andere Möglichkeit zur Kühlung sind kalte Getränke oder leichte Kleidung und Bettdecken. Man kann dem Kind auch Luft zufächeln, es mit einem feuchten Schwamm oder Tuch abtupfen oder das Fenster öffnen. Wichtig ist, immer darauf zu achten, dass das Kind sich wohlfühlt, nicht friert oder zu sehr auskühlt. Bei hohem Fieber sollte es auch nicht zu dick eingepackt sein.

    Quellen

    Lim J, Kim J, Moon B, Kim G. Tepid massage for febrile children: A systematic review and meta-analysis. Int J Nurs Pract 2018; 24(5): e12649.

    Meremikwu M, Oyo-Ita A. Physical methods versus drug placebo or no treatment for managing fever in children. Cochrane Database Syst Rev 2003; (2): CD004264.

    National Institute for Health and Care Excellence (NICE). Fever in under 5s: assessment and initial management. 22.05.2013. (NICE Clinical Guidelines; Band 160).

    Offringa M, Newton R, Cozijnsen MA, Nevitt SJ. Prophylactic drug management for febrile seizures in children. Cochrane Database Syst Rev 2017; (2): CD003031.

    Pereira GL, Dagostini JM, Pizzol Tda S. Alternating antipyretics in the treatment of fever in children: a systematic review of randomized clinical trials. J Pediatr (Rio J) 2012; 88(4): 289-296.

    Wong T, Stang AS, Ganshorn H, Hartling L, Maconochie IK, Thomsen AM et al. Combined and alternating paracetamol and ibuprofen therapy for febrile children. Cochrane Database Syst Rev 2013; (10): CD009572.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.