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Gebärmutterhalskrebs

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    Überblick

    Gebärmutterhalskrebs ist fast immer die seltene Spätfolge einer Ansteckung mit bestimmten, sexuell übertragenen HP-Viren. Wahrscheinlich infizieren sich genauso viele Männer wie Frauen. Mögliche Infektionsfolgen wie Krebs entwickeln sich bei Männern aber noch seltener als bei Frauen.

    Einleitung

    Gebärmutterhalskrebs ist der Name für Tumoren, die am unteren Teil der Gebärmutter entstehen. Meist entwickeln sie sich aus Gewebeveränderungen am Muttermund, dem Ausgang des Gebärmutterhalses in die Scheide. Solche Vorstufen können durch Früherkennungsuntersuchungen erkannt und entfernt werden. Das Erkrankungsrisiko lässt sich durch eine Impfung gegen krebsauslösende Viren (HPV-Impfung) verringern.

    Der Gebärmutterhals (medizinisch: Zervix) ist ein kräftiger Muskelschlauch. Sein unteres Ende bildet den Muttermund, der sich leicht in die Scheide vorwölbt. Der Gebärmutterhals ist innen mit einer Schleimhaut ausgekleidet. Die von den Drüsen der Schleimhaut produzierte zähe Flüssigkeit (der Zervixschleim) verhindert, dass Krankheitserreger aus der Scheide in die Gebärmutter eindringen können.

      

    Grafik: Gebärmutterhals und Muttermund Gebärmutterhals und Muttermund

    Symptome

    Gebärmutterhalskrebs braucht meist Jahre bis Jahrzehnte, um sich aus Gewebeveränderungen zu entwickeln. Diese sind oft harmlos und verursachen keine oder nur wenig Beschwerden. Hat sich ein Krebs entwickelt, kann er sich durch folgende Beschwerden bemerkbar machen:

    • ungewöhnliche Blutungen: etwa nach Geschlechtsverkehr, außerhalb der Regel oder nach der letzten Regelblutung in den Wechseljahren (Menopause)
    • ungewöhnlicher, manchmal übelriechender Ausfluss aus der Scheide
    • Müdigkeit und Gewichtsabnahme
    • Unterleibs- und Beckenschmerzen
    • Schmerzen beim Wasserlassen

    Wenn ein Gebärmutterhalskrebs Beschwerden verursacht, ist er häufig schon fortgeschritten.

    Ursachen

    Fast immer wird die Erkrankung durch lange zurückliegende Infektionen mit Viren verursacht, den sogenannten Humanen Papillomviren (HPV). Es gibt viele verschiedene Virustypen. Sie befallen Haut- und Schleimhautzellen und werden beim Geschlechtsverkehr oder durch Hautkontakt im Intimbereich übertragen. Eine Ansteckung über Körperflüssigkeiten wie Sperma, Blut oder Speichel gilt als unwahrscheinlich. Die meisten Frauen infizieren sich irgendwann im Laufe ihres Lebens, viele im Alter zwischen 20 und 30. Auch Männer können sich mit HP-Viren anstecken und diese übertragen.

    Die Ansteckung bleibt normalerweise unbemerkt. Vorübergehend kann es zu Gewebeveränderungen (Dysplasien) in der Schleimhaut des Muttermunds kommen. Häufig verschwinden diese von selbst wieder. Manchmal setzen sich bestimmte HPV-Typen aber für mehrere Jahre oder Jahrzehnte in der Schleimhaut fest. Dann kann sich langsam zuerst eine Krebsvorstufe und schließlich ein Gebärmutterhalskrebs entwickeln.

    Die meisten Tumore entwickeln sich aus veränderten Zellen an der Oberfläche des Muttermunds. Sie werden Plattenepithelkarzinome genannt. Seltener kommt es vor, dass ein Krebs aus Drüsenzellen entsteht. Solche Tumore werden Adenokarzinome genannt.

    Risikofaktoren

    Bestimmte Gruppen von Frauen erkranken häufiger an Gebärmutterhalskrebs als andere. Dies gilt zum Beispiel für Raucherinnen, möglicherweise weil das Immunsystem die Viren weniger wirksam bekämpft. Krankheiten wie AIDS oder Medikamente, die nach einer Organtransplantation eingenommen werden, schwächen die Immunabwehr und machen anfälliger für HPV-Infektionen.

    Da HPV bei sexuellen Kontakten übertragen wird, gelten alle Faktoren und Verhaltensweisen, die allgemein das Risiko für sexuell bedingte Infektionen erhöhen, auch als Risikofaktoren für Gebärmutterhalskrebs. Das Risiko steigt also beispielsweise mit der Zahl der Sexualpartner oder -partnerinnen.

    Häufigkeit

    In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 4600 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Etwa 1600 Frauen sterben daran. Das Risiko für Gebärmutterhalskrebs hängt vor allem davon ab, ob eine Frau an der Früherkennung teilnimmt, ob sie gegen HPV geimpft und wie alt sie ist.

    Die folgende Tabelle zeigt Schätzwerte, wie viele Frauen in einem bestimmten Alter an Gebärmutterhalskrebs erkranken, wenn sie nicht an der Früherkennung teilnehmen und nicht gegen HPV geimpft sind. 

     

    Alter der Frau Von 1000 Frauen würden in den nächsten 10 Jahren erkranken
    20 Jahre weniger als 1
    30 Jahre 1
    40 Jahre 5
    50 Jahre 9
    60 Jahre 8
    70 Jahre 6

    Diagnose

    Ein Verdacht auf Krebsvorstufen oder Gebärmutterhalskrebs kann sich durch Beschwerden, einen Pap-Test oder eine gynäkologische Untersuchung ergeben. Bei der Untersuchung tastet die Frauenärztin oder der Frauenarzt den Bereich der Gebärmutter über die Bauchdecke und die Scheide ab. Zudem führt sie oder er ein Instrument (Spekulum) in die Scheide ein, um das Gewebe am Gebärmutterhals zu betrachten. Bei stärkeren Veränderungen kann das Gewebe am Muttermund mit einer Art Lupe untersucht werden (Kolposkopie). Es kann auch eine Gewebeprobe entnommen werden (Biopsie). Diese wird in einem Labor untersucht.

    Bestätigt sich der Verdacht auf eine Vorstufe oder auf Krebs, hängt das weitere Vorgehen davon ab, wie fortgeschritten die Gewebeveränderungen sind. Kleine Veränderungen oder Tumore können durch eine Konisation entfernt werden.

    Weitere Untersuchungen wie Ultraschall, Röntgen, Magnetresonanz- oder Computertomografie sind notwendig, falls sich der Krebs in tiefere Gewebeschichten ausgebreitet hat. Zusätzlich wird oft eine Bauchspiegelung gemacht, bei der Lymphknoten entnommen werden. Auf Basis dieser Untersuchungen lässt sich beurteilen, wie weit der Tumor fortgeschritten ist. 

    Früherkennung

    Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs können durch Früherkennungsuntersuchungen erkannt und entfernt werden, bevor sie sich möglicherweise zu Gebärmutterhalskrebs entwickeln. Dazu wird eine Zellabstrich-Untersuchung gemacht, auch als Pap-Test bekannt. Dieser wird ab dem Alter von 20 einmal jährlich als Kassenleistung angeboten. Seit der Einführung dieser Untersuchungen in den 1970er Jahren erkranken deutlich weniger Frauen an Gebärmutterhalskrebs als in den Jahrzehnten davor.

    Für gesetzlich Versicherte wird sich das Früherkennungsangebot bald ändern. Künftig soll Frauen ab 35 alle drei Jahre der Pap-Test zusammen mit einer Untersuchung auf bestimmte HP-Viren (HPV-Test) angeboten werden. Bei beiden Tests wird ein Abstrich vom Gebärmutterhals entnommen und im Labor untersucht. Frauen zwischen 20 und 34 Jahre können wie bisher einen jährlichen Pap-Test machen lassen.

    Vorbeugung

    Gebärmutterhalskrebs entwickelt sich fast immer als seltene Spätfolge einer Ansteckung mit bestimmten HP-Viren. Deshalb sind – zumindest theoretisch – drei Wege der Vorbeugung möglich:

    • sexuelle Enthaltsamkeit oder der Gebrauch von Kondomen
    • Impfung gegen HP-Viren im Mädchenalter
    • Früherkennung und Entfernung von Gewebeveränderungen 

    Wer sich sicher vor einer Ansteckung schützen wollte, müsste völlig enthaltsam sein oder einen Partner haben, die oder der ebenfalls keine anderen intimen Kontakte hat und hatte.

    Kondome können wirksam vor vielen Geschlechtskrankheiten schützen und sind deshalb bei wechselnden Geschlechtspartnern auf jeden Fall sinnvoll. Kondome schützen aber nicht zuverlässig vor HPV, weil sie nicht alle Hautstellen im Genitalbereich abschirmen, die befallen sein können.

    Für Mädchen und Frauen, die sich noch nicht mit HPV infiziert haben, steht eine Impfung zur Verfügung.

    Behandlung

    Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt vor allem davon ab, wie groß ein Gebärmutterhalskrebs ist und ob er sich ausgebreitet hat. Bei einem Tumor in sehr frühem Stadium kann ein kleinerer Eingriff am Gebärmutterhals (Konisation) ausreichen. Hat sich der Tumor bereits in umliegendes Gewebe ausgebreitet, raten Ärztinnen und Ärzte gewöhnlich zu einer Operation, bei der die gesamte Gebärmutter entfernt wird (Hysterektomie). Zusätzlich werden die Lymphknoten weiträumig entfernt. Auch eine Bestrahlung kommt infrage. Bestrahlungen sind auch dann noch eine Möglichkeit, wenn ein Tumor nicht mehr durch eine Operation entfernt werden kann. Bei bestimmten Patientinnen kann sie mit einer Chemotherapie kombiniert werden.

    Weitere Informationen

    Die Hausarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem ärztlichen Rat braucht. Wir informieren darüber, wie man die richtige Praxis finden, wie man sich am besten auf den Arztbesuch vorbereitet und was dabei wichtig ist.

    Quellen

    Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO). S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Patientin mit Zervixkarzinom. AWMF-Registernr.: 032-033OL. 09.2014. (Leitlinienprogramm Onkologie).

    Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Einladungsschreiben und Entscheidungshilfen zum Zervixkarzinom-Screening; Abschlussbericht; Auftrag P15-02. 29.09.2017. (IQWiG-Berichte; Band 548).

    Krebsinformationsdienst (KID), Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ). Gebärmutterhalskrebs: Das Zervixkarzinom. 26.03.2015.

    Robert Koch-Institut (RKI). Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland 2016. Berlin: Ruksaldruck; 2016.

    World Health Organization (WHO). Comprehensive cervical cancer control: a guide to essential practice. Second edition. Genf: WHO Press; 2014.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Was Studien sagen: Welchen Nutzen haben HPV-Tests zur Früherkennung?

    Neben dem Pap-Test eignet sich auch der HPV-Test zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. Mit dem HPV-Test können mögliche Krebsvorstufen sogar besser entdeckt werden.

    Unter Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) versteht man einen bösartigen Tumor, der am unteren Teil der Gebärmutter, dem Muttermund, entsteht. In Deutschland erkranken im Jahr etwa 4600 Frauen daran. Der Krebs entwickelt sich aus einer anhaltenden Infektion mit Humanen Papillomviren (HP-Viren oder HPV). Wenn sich die Viren in den Schleimhautzellen im Bereich des Muttermunds dauerhaft festsetzen, können sich die Zellen mit der Zeit verändern und über viele Jahre zu einem Krebs weiterentwickeln. Die weitaus meisten Infektionen mit HPV sind allerdings harmlos und heilen von selbst wieder aus.

    Früherkennungsuntersuchungen auf Gebärmutterhalskrebs

    Gebärmutterhalskrebs verursacht anfangs keine oder nur sehr wenig Beschwerden und bleibt daher lange Zeit unbemerkt. Treten Beschwerden wie zum Beispiel häufige Zwischenblutungen auf, kann der Krebs schon weit fortgeschritten sein. Früherkennungsuntersuchungen (auch Screening genannt) sollen helfen, Gewebeveränderungen (Dysplasien) so früh zu entdecken, dass sie erfolgreich behandelt werden können, bevor ein Krebs entstehen kann.

    Zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs wird in Deutschland seit den 1970er Jahren eine Zellabstrich-Untersuchung eingesetzt, der Pap-Test genannt wird. Mit dieser Untersuchung lassen sich Gewebeveränderungen am Gebärmutterhals feststellen. Gesetzlich krankenversicherte Frauen haben in Deutschland ab einem Alter von 20 Jahren einmal im Jahr Anspruch auf einen Pap-Test.

    Mithilfe eines Tests auf HP-Viren (HPV-Test) lässt sich herausfinden, ob eine Frau mit HPV infiziert ist und daher ein erhöhtes Risiko für Gebärmutterhalskrebs hat. Der HPV-Test selbst kann Dysplasien aber nicht erkennen. Deshalb sind bei einem auffälligen Befund der Pap-Test und eventuell weitere Untersuchungen nötig.  Der HPV-Test wird zurzeit nicht routinemäßig im Rahmen der Krebsfrüherkennung eingesetzt, sondern zählt zu den individuellen Gesundheitsleistungen, kurz IGeL, die selbst bezahlt werden müssen. Alle Krankenkassen übernehmen die Kosten aber unter bestimmten Bedingungen, zum Beispiel wenn ein Pap-Test auffällig war oder um den Behandlungserfolg nach einer Operation am Gebärmutterhals zu überprüfen. Es ist geplant, den HPV-Test künftig im Rahmen der Früherkennung in Kombination mit dem Pap-Test anzubieten.

    Studien zum Nutzen von HPV-Tests

    In mehreren großen Studien wurde untersucht, welchen Nutzen ein HPV-Test im Rahmen der Krebsfrüherkennung auf Gebärmutterhalskrebs im Vergleich zum Pap-Test hat. In den Studien wurde geprüft, ob der HPV-Test hilft, hochgradige Gewebeveränderungen besser  zu entdecken und Gebärmutterhalskrebs wirksamer vorzubeugen. An den sechs Studien nahmen insgesamt über 235.000 Frauen teil. Darin wurden HPV-Tests sehr unterschiedlich eingesetzt, zum Beispiel mal als Ersatz für den Pap-Test und mal als Ergänzung. Beide Tests wurden im Abstand von etwa 3 bis 5 Jahren durchgeführt. In keiner Studie wurde der jährliche Pap-Test mit dem HPV-Test verglichen.

    HPV-Test zur Krebsfrüherkennung könnte Vorteile haben

    Die Studienergebnisse zeigen, dass die Früherkennung mit dem  HPV-Test hochgradige Dysplasien besser erkennen kann als der Pap-Test. Beim Pap-Test allein wird etwa die Hälfte der Dysplasien übersehen. Durch den HPV-Test werden deutlich mehr Dysplasien erkannt.

    Werden Pap- und HPV-Tests regelmäßig über längere Zeit in Anspruch genommen, entdecken beide die meisten Dysplasien rechtzeitig. Der HPV-Test schnitt in den Studien jedoch etwas besser ab: Weniger Frauen erkrankten an einem Zervixkarzinom, wenn sie ihn wahrgenommen hatten. Die Studien liefen über etwa fünf Jahre. In dieser Zeit zeigte sich:

    • Etwa 4 von 10.000 Frauen erkrankten an einem Zervixkarzinom, wenn sie nur den Pap-Test in Anspruch genommen hatten.
    • Dagegen erkrankte etwa eine von 10.000 Frauen, die zusätzlich oder stattdessen den HPV-Test gemacht hatten.

    Die Studien konnten aber nicht die Frage beantworten, ob der HPV-Test dazu beitrug, dass weniger Frauen an Gebärmutterhalskrebs starben.

    Der HPV-Test könnte auch Nachteile mit sich bringen. Viele Dysplasien entwickeln sich nicht zu Gebärmutterhalskrebs. Deshalb kann es sein, dass der HPV-Test häufiger als der Pap-Test zur Entdeckung von Dysplasien führt, die sich von selbst zurückbilden und nie zu Krebs entwickeln würden. Solche Diagnosen haben für die Frauen jedoch keinen Nutzen und können unnötige Behandlungen nach sich ziehen, wie zum Beispiel eine Operation am Muttermund (Konisation). Wie viele Frauen davon betroffen waren, bleibt allerdings unklar.

    Quellen

    Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Nutzenbewertung eines HPV-Tests im Primärscreening des Zervixkarzinoms: Abschlussbericht; Auftrag S10-01. 28.11.2011. (IQWiG-Berichte; Band 106).

    Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Nutzenbewertung eines HPV-Tests im Primärscreening des Zervixkarzinoms: Aktualisierung; Rapid Report; Auftrag S13-03. 14.05.2014. (IQWiG-Berichte; Band 222).

    Die vorliegende Gesundheitsinformation gibt die Inhalte des wissenschaftlichen Gutachtens des IQWiG wieder und ist keine leistungsrechtliche Bewertung der Behandlungsmethode, aus der Rückschlüsse auf die Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung zulässig wären. Die Entscheidung über die Kostenübernahme diagnostischer und therapeutischer Verfahren ist per Gesetz dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) vorbehalten. Der G-BA bezieht die Gutachten des IQWiG in seine Beschlussfassung ein. Informationen zu den Entscheidungen des G-BA erhalten Sie auf dessen Website.

    Mehr Wissen: Humane Papillomviren (HPV)

    Humane Papillomviren sind so verbreitet, dass sich die meisten Männer und Frauen im Laufe ihres Lebens anstecken. Normalerweise bleibt eine Infektion mit den Viren unbemerkt. Manche Papillomviren können jedoch harmlose Warzen verursachen. Bestimmte Virustypen erhöhen das Risiko für bestimmte Tumore, vor allem Gebärmutterhalskrebs.

    Papillomviren sind Krankheitserreger, die Entzündungen und Hautveränderungen hervorrufen können. Manche kommen nur beim Menschen vor. Sie heißen deshalb Humane Papillomviren (HP-Viren oder HPV). Sie dringen in die Haut oder Schleimhaut ein, vermutlich durch kleine Risse oder Verletzungen, und vermehren sich dort im Inneren der Zellen. HPV werden durch direkten Kontakt mit befallenen Haut- oder Schleimhautstellen übertragen.

    Humane Papillomviren sind so verbreitet, dass sich die meisten Männer und Frauen im Laufe ihres Lebens anstecken. Normalerweise bleibt eine Infektion mit den Viren unbemerkt. Manche Papillomviren können jedoch harmlose Warzen verursachen. Bestimmte Virustypen erhöhen das Risiko für bestimmte Tumore, vor allem Gebärmutterhalskrebs.

    Papillomviren sind Krankheitserreger, die Entzündungen und Hautveränderungen hervorrufen können. Manche kommen nur beim Menschen vor. Sie heißen deshalb Humane Papillomviren (HP-Viren oder HPV). Sie dringen in die Haut oder Schleimhaut ein, vermutlich durch kleine Risse oder Verletzungen, und vermehren sich dort im Inneren der Zellen. HPV werden durch direkten Kontakt mit befallenen Haut- oder Schleimhautstellen übertragen.

    Welche Folgen hat eine Infektion mit HPV?

    Eine Infektion mit HPV verläuft in der Regel unbemerkt, verursacht keine Beschwerden und heilt meist von selbst aus. Eine seltene Folge kann jedoch Gebärmutterhalskrebs sein. Er kann Jahre bis Jahrzehnte nach der Infektion entstehen.

    Bis heute sind über 200 verschiedene HPV-Typen bekannt. Manche führen zur Bildung von Hautwarzen (Papillome). Etwa 40 Arten von HPV verursachen Infektionen von Haut- und Schleimhautzellen im Genitalbereich und sind sexuell übertragbar. Sie werden „genitale HPV“ genannt. Andere Typen befallen das Gesicht, die Hände oder Füße. Unterschiedliche HPV-Typen können gleichzeitig auftreten.

    Genitale HP-Viren lassen sich wiederum in Hochrisiko- und Niedrigrisiko-Typen unterscheiden. Niedrigrisiko-HPV können Warzen im Genitalbereich (auch Feigwarzen oder Kondylome genannt) entstehen lassen. Feigwarzen sind zwar oft unangenehm, aber harmlos. Sie finden sich bei durchschnittlich etwa 1 % der Bevölkerung, häufiger aber bei sexuell aktiven jungen Menschen. Bei etwa einem Drittel der Betroffenen verschwinden Feigwarzen auch unbehandelt nach einigen Monaten von selbst wieder. Die häufigsten Niedrigrisiko-Typen sind HPV 6 und 11.

    Welche Virentypen erhöhen das Krebsrisiko?

    Hochrisiko-HPV setzen sich häufig in den Schleimhautzellen am Muttermund fest, im Übergangsbereich zwischen Scheide und Gebärmutterhals. Hier können sie zu Gewebeveränderungen (Dysplasien) führen, genauer gesagt zu einer zervikalen intraepithelialen Neoplasie (CIN). Aus ihr kann sich über die Jahre ein bösartiger Tumor entwickeln. Das passiert jedoch selten. Bei zwölf Hochrisiko-Typen gilt es als sicher, dass sie das Risiko für Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) erhöhen. Die wichtigsten sind HPV 16 und 18. Sie werden auch in Tumorgewebe am häufigsten nachgewiesen.

    Neben Gebärmutterhalskrebs können HPV auch das Risiko für Dysplasien an den äußeren weiblichen Geschlechtsorganen wie den Schamlippen (VIN) und in der Scheide (VAIN), am After (AIN) sowie im Mund- und Rachenraum erhöhen. Beim Mann sind Dysplasien am Penis möglich (PIN). Aus Dysplasien an diesen Körperstellen entwickeln sich seltener Tumoren als am Gebärmutterhals.

    Wie steckt man sich mit HPV an?

    Da HP-Viren weit verbreitet sind, infizieren sich die meisten sexuell aktiven Frauen und Männer im Laufe ihres Lebens mindestens einmal mit HPV. Im Normalfall werden die Viren vom Abwehrsystem erfolgreich bekämpft und verschwinden, ohne Beschwerden verursacht zu haben. Man kann sich wiederholt mit HPV anstecken.

    Weil HP-Viren unsichtbar in Haut- und Schleimhautzellen im gesamten Genitalbereich sitzen können, kann man sich bei jedem intimen Hautkontakt anstecken, nicht nur beim Geschlechtsverkehr. Eine Ansteckung über Körperflüssigkeiten wie Sperma, Blut oder Speichel gilt als unwahrscheinlich. Die Viren können aber beim Oralverkehr übertragen werden, wenn die Mundschleimhaut mit HPV-infizierten Hautstellen in Berührung kommt.

    Frauen und Männer stecken sich ähnlich häufig an. Mögliche Infektionsfolgen wie Krebs entwickeln sich bei Männern jedoch seltener. Bei Frauen ist das Infektionsrisiko bis zum Alter von etwa 30 Jahren am größten.

    Infektionen mit HPV lassen sich direkt mit einem HPV-Test nachweisen oder indirekt durch einen Abstrich an Schleimhautveränderungen erkennen.

    Wie schützt man sich vor HPV?

    Da HP-Viren so weit verbreitet sind, kann man sich bereits beim ersten intimen Kontakt mit HPV anstecken. Wer sich sicher vor einer Ansteckung schützen wollte, müsste völlig enthaltsam sein oder einen Partner haben, die oder der ebenfalls keine anderen intimen Kontakte hat und hatte.

    Kondome schützen nicht zuverlässig vor HPV, weil sie nicht alle Hautstellen im Genitalbereich abschirmen, die befallen sein können. Dennoch verringern sie das Ansteckungsrisiko. Zudem schützen Kondome vor vielen anderen sexuell übertragbaren Krankheiten.

    Für Mädchen und Frauen, die sich noch nicht mit HPV infiziert haben, steht eine Impfung zur Verfügung. Die Impfstoffe können vor einer Infektion mit bestimmten HPV-Typen schützen. Damit sinkt auch das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken.

    Was bedeutet HPV für eine Partnerschaft?

    Eine HPV-Infektion macht sich bei Männern wie Frauen nur selten bemerkbar. Weil Frauen sich häufiger untersuchen lassen als Männer, wird bei ihnen auch eher ein HPV-Test gemacht – etwa, weil im Rahmen eines Abstrichs eine Schleimhautveränderung am Muttermund festgestellt wurde. Nach der Diagnose fällt es manchen Frauen schwer, ihren Partner oder ihre Partnerin über die Infektion zu informieren. Doch auch in einer festen Beziehung können beide Partner HPV haben. Wer zuerst infiziert war oder wie lange die Ansteckung zurückliegt, lässt sich nicht feststellen und spielt für den Verlauf der normalerweise harmlosen Infektion keine Rolle.

    Bislang ist unklar, ob sich beide Partner immer wieder gegenseitig neu anstecken können. Es gibt jedoch Hinweise, dass sich Gewebeveränderungen am Gebärmutterhals der Frau eher wieder zurückbilden, wenn ein Paar beim Geschlechtsverkehr regelmäßig Kondome benutzt. Dies spricht dafür, dass die Kondome vor dem Kontakt mit den Viren des Partners zumindest zum Teil schützen.

    Was passiert, wenn die Infektion anhält?

    Die meisten HPV-Infektionen heilen von selbst aus, da das Immunsystem die HP-Viren erkennt und beseitigt. Gelingt dies nicht, dauert die HPV-Infektion über einen längeren Zeitraum an. Bisher gibt es keine Behandlung, die HP-Viren direkt bekämpfen kann.

    Wenn sich die Viren dauerhaft ansiedeln, können sie Gewebeveränderungen hervorrufen. Diese bilden sich oft wieder zurück. Sie können aber auch bestehen bleiben oder sich weiterentwickeln. Bei einigen Menschen entstehen, je nach Virustyp, stärkere Gewebeveränderungen, aus denen sich Krebs entwickeln kann.

    Was lässt sich gegen Genitalwarzen tun?

    Viele Feigwarzen sind nicht sicht- und spürbar, andere entwickeln sich zu festen Knötchen mit unregelmäßiger Oberfläche. Sie sind wenige Millimeter klein bis mehrere Zentimeter groß und rötlich, bräunlich oder weißlich gefärbt. Meistens kommen sie gehäuft vor. Je nachdem, wie groß sie sind und wo sie sich gebildet haben, können sie Beschwerden wie Jucken oder Brennen verursachen.

    Genitalwarzen können lokal mit einem Medikament (einer Salbe oder Lösung) behandelt oder operativ entfernt werden. Welche Therapie im Einzelfall infrage kommt, hängt ebenfalls von der Beschaffenheit der Warzen ab und davon, wo sie sich genau befinden und wie weit sie sich ausgebreitet haben.

    Quellen

    Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Nutzenbewertung eines HPV-Tests im Primärscreening des Zervixkarzinoms: Abschlussbericht; Auftrag S10-01. 28.11.2011. (IQWiG-Berichte; Band 106).

    Krebsinformationsdienst (KID), Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ). Gebärmutterhalskrebs: Das Zervixkarzinom. 26.03.2015.

    McCaffery K, Waller J, Nazroo J, Wardle J. Social and psychological impact of HPV testing in cervical screening: a qualitative study. Sex Transm Infect 2006; 82(2): 169-174.

    National Cancer Institute, National Intitutes of Health (NIH). HPV and Cancer. 19.02.2015.

    Signorelli C, Odone A, Ciorba V, Cella P, Audisio RA, Lombardi A et al. Human papillomavirus 9-valent vaccine for cancer prevention: a systematic review of the available evidence. Epidemiol Infect 2017; 145(10): 1962-1982.

    World Health Organization (WHO). Comprehensive cervical cancer control: a guide to essential practice. Second edition. Genf: WHO Press; 2014.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
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    Mehr Wissen: Gebärmutterhalskrebs: Früherkennung und Vorsorge

    Eine regelmäßige Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen kann Gebärmutterhalskrebs vorbeugen. Die Früherkennung kann aber auch Überbehandlungen von Gewebeveränderungen (Dysplasien) nach sich ziehen.

    Gebärmutterhalskrebs (medizinisch: Zervixkarzinom) entsteht durch Gewebeveränderungen am Muttermund. Diese können durch Früherkennungsuntersuchungen erkannt und anschließend entfernt werden, bevor sie sich möglicherweise zu Gebärmutterhalskrebs entwickeln. Deshalb kann man bei dieser Untersuchung von Vorsorge sprechen. Seit der Einführung der Früherkennungsuntersuchungen in den 1970er Jahren erkranken deutlich weniger Frauen an Gebärmutterhalskrebs als zuvor.

    Aus diesem Grund bietet die gesetzliche Krankenversicherung allen Frauen ab 20 Jahren eine regelmäßige Untersuchung zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs an. Derzeit besteht die Untersuchung aus einem sogenannten Pap-Test (Pap-Abstrich) auf Zellveränderungen, der jährlich in Anspruch genommen werden kann.

    Eine andere Möglichkeit zur Früherkennung ist der HPV-Test. Er sucht nach Humanen Papillomviren (HPV), die als Hauptverursacher von Gebärmutterhalskrebs gelten. Der HPV-Test wird zurzeit nicht routinemäßig im Rahmen der Früherkennung eingesetzt. Es ist jedoch geplant, ihn künftig zusammen mit dem Pap-Test anzubieten. Studien haben gezeigt, dass sich der HPV-Test ebenfalls zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs eignet.

    Eine regelmäßige Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen kann Gebärmutterhalskrebs vorbeugen. Die Früherkennung kann aber auch Überbehandlungen von Gewebeveränderungen (Dysplasien) nach sich ziehen.

    Gebärmutterhalskrebs (medizinisch: Zervixkarzinom) entsteht durch Gewebeveränderungen am Muttermund. Diese können durch Früherkennungsuntersuchungen erkannt und anschließend entfernt werden, bevor sie sich möglicherweise zu Gebärmutterhalskrebs entwickeln. Deshalb kann man bei dieser Untersuchung von Vorsorge sprechen. Seit der Einführung der Früherkennungsuntersuchungen in den 1970er Jahren erkranken deutlich weniger Frauen an Gebärmutterhalskrebs als zuvor.

    Aus diesem Grund bietet die gesetzliche Krankenversicherung allen Frauen ab 20 Jahren eine regelmäßige Untersuchung zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs an. Derzeit besteht die Untersuchung aus einem sogenannten Pap-Test (Pap-Abstrich) auf Zellveränderungen, der jährlich in Anspruch genommen werden kann.

    Eine andere Möglichkeit zur Früherkennung ist der HPV-Test. Er sucht nach Humanen Papillomviren (HPV), die als Hauptverursacher von Gebärmutterhalskrebs gelten. Der HPV-Test wird zurzeit nicht routinemäßig im Rahmen der Früherkennung eingesetzt. Es ist jedoch geplant, ihn künftig zusammen mit dem Pap-Test anzubieten. Studien haben gezeigt, dass sich der HPV-Test ebenfalls zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs eignet.

    Wie läuft der Pap-Test ab?

    Die Frauenärztin oder der Frauenarzt führt ein Instrument (Spekulum) in die Scheide ein und entnimmt mit einem kleinen Spatel oder Bürstchen Schleimhautzellen: einmal vom Muttermund und einmal aus der Öffnung des Gebärmutterhalses. Diese Abstriche dauern wenige Sekunden und sind meist schmerzfrei.

    Die Zellproben werden zur weiteren Untersuchung in ein Labor geschickt und dort unter dem Mikroskop untersucht. Dabei zeigt sich, ob es veränderte Zellen gibt und wie stark sie sich verändert haben. Das Testergebnis erhält die Frauenarztpraxis meist innerhalb einer Woche.

    Welches Ergebnis kann der Pap-Test haben?

    Bei den meisten Frauen ist das Ergebnis unauffällig. Dann reicht es, den nächsten Pap-Test nach frühestens einem Jahr wahrzunehmen. Auch hinter den meisten auffälligen Ergebnissen stecken harmlose oder gut behandelbare Veränderungen und kein Krebs. Die folgende Tabelle zeigt, was die verschiedenen Pap-Befunde bedeuten. 

    Befundgruppe Ergebnis
    Pap I Der Befund besagt, dass die Zellen gesund sind: Es ist alles in Ordnung.
    Pap II Bei diesem Befund sind die Zellen gering verändert, was in der Regel aber keine Bedeutung hat. Folgeuntersuchungen sind meist nicht notwendig.
    Pap III Die Zellen sind deutlich verändert oder stark entzündet. Es lässt sich aber nicht beurteilen, ob die Zellveränderungen harmlos sind oder nicht. Vielleicht wird der Pap-Test wiederholt oder es wird ein HPV-Test durchgeführt. Zusätzlich kann der Gebärmutterhals mit einer Art Lupe betrachtet werden (Kolposkopie). Dabei kann auch eine Gewebeprobe entnommen werden (Biopsie). Mit einer Biopsie lässt sich feststellen, wie weit eine Gewebeveränderung fortgeschritten ist.
    Pap IIID Die Zellveränderungen sind leicht bis mittelstark, aber nicht bösartig. Nach sechs Monaten wird der Pap-Test wiederholt oder ein HPV-Test gemacht, eventuell ergänzt durch eine Kolposkopie und eine Biopsie.
    Pap IV Es besteht der Verdacht auf eine starke Gewebeveränderung oder Krebsvorstufe (CIN 3). Über eine Kolposkopie und eine Gewebeentnahme kann geklärt werden, ob es sich bereits um einen Tumor handelt.
    Pap  V Beim Pap-Abstrich wurden Tumorzellen gefunden, und der Tumor ist vermutlich bereits in tiefere Gewebeschichten eingewachsen (invasives Karzinom). Um dies sicher beurteilen zu können, muss bei einer Kolposkopie eine Gewebeprobe entnommen werden.

    Die Behandlung einer Gewebeveränderung hängt davon ab, wie weit die Veränderung fortgeschritten ist. Leichte und mittelgradige Dysplasien werden meist nur beobachtet. Bei hochgradigen Veränderungen wird ein Eingriff empfohlen, da sie sich häufig zu Krebs weiterentwickeln.

    Der HPV-Test

    Beim HPV-Test wird untersucht, ob der Gebärmutterhals mit HP-Viren infiziert ist, die Gebärmutterhalskrebs verursachen können. Ob die Infektion von selbst wieder verschwindet oder bestehen bleibt, kann der Test nicht vorhersagen. Durch den Test lässt sich herausfinden, mit welchem Virustyp eine Frau infiziert ist:

    • Weist der Test Hochrisiko-HP-Viren nach, besteht ein erhöhtes Risiko für Gebärmutterhalskrebs.
    • Wenn der Test bei einer Frau keine HP-Viren findet (negativer HPV-Test) und ein Zellabstrich unauffällig war, besteht zum Test-Zeitpunkt kein Risiko, Gebärmutterhalskrebs zu entwickeln.

    Genauso wie beim Pap-Test wird für den HPV-Test ein Zellabstrich vom Muttermund und aus der Öffnung des Gebärmutterhalses entnommen.

    Alle Krankenkassen bezahlen einen HPV-Test, wenn ein Pap-Test auffällig war. Wenn der HPV-Test nach einer Operation gemacht wird, um den Behandlungserfolg zu überprüfen, werden die Kosten ebenfalls meist übernommen.

    Einige Frauenärztinnen oder -ärzte bieten den HPV-Test auch im Rahmen der Krebsfrüherkennung an. Er zählt dann zu den individuellen Gesundheitsleistungen, kurz IGeL, die selbst bezahlt werden müssen.

    Welche Vorteile hat die Früherkennung?

    Der wichtigste Vorteil der Früherkennung ist, dass Vorstufen rechtzeitig entdeckt und entfernt werden können. Durch eine regelmäßige Teilnahme sinkt das Risiko deutlich, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. Belastende Behandlungen wie Operationen, Bestrahlungen und Chemotherapien lassen sich vermeiden. Zudem können die Heilungschancen eines Tumors besser sein, wenn er früher entdeckt wird.

    Die folgenden Tabellen zeigen Hochrechnungen, wie viele Frauen mit und ohne Früherkennung an Gebärmutterhalskrebs erkranken oder sterben. Die Zahlen der Spalte „mit Früherkennung“ gelten für Frauen, die zwischen 20 und 30 mit der Früherkennung beginnen und ihr Leben lang regelmäßig teilnehmen. Die Zahlen werden jeweils für Frauen mit und ohne HPV-Impfung dargestellt, da geimpfte Frauen ein deutlich geringeres Erkrankungsrisiko haben.

    Nicht gegen HPV geimpft: Wie viele von 1000 Frauen … Ohne Früherkennung Mit Früherkennung
    … erkranken an Gebärmutterhalskrebs? 30 Weniger als 1
    … sterben an Gebärmutterhalskrebs? 12 Weniger als 1

     

    Gegen HPV geimpft: Wie viele von 1000 Frauen … Ohne Früherkennung Mit Früherkennung
    … erkranken an Gebärmutterhalskrebs? 10 Weniger als 1
    … sterben an Gebärmutterhalskrebs? 4 Weniger als 1

    Welche Nachteile hat die Früherkennung?

    Der Pap- und der HPV-Test sind zwar die besten Untersuchungen, um Vorstufen rechtzeitig zu entdecken – sie haben jedoch ihre Grenzen. Wer sie regelmäßig machen lässt, muss damit rechnen, mindestens einmal im Leben einen auffälligen Befund zu erhalten – ohne dass sich dahinter etwas Ernsthaftes verbirgt.

    Infolge der Tests werden auch Dysplasien entdeckt, die nie gefährlich geworden wären. Deshalb werden immer wieder auch harmlose Veränderungen durch eine Operation am Gebärmutterhals (Konisation) behandelt. Solche „Überbehandlungen“ lassen sich bei der Früherkennung nicht generell vermeiden. Denn es lässt sich nicht vorhersagen, aus welchen Dysplasien sich Krebs entwickelt und aus welchen nicht. Das Risiko für Überbehandlungen sinkt aber, wenn bei leichten und mittelgradigen Dysplasien nicht sofort operiert, sondern zunächst abgewartet wird, wie sie sich entwickeln.

    Nach Hochrechnungen müssen

    • etwa 110 bis 120 von 1000 nicht gegen HPV geimpfte Frauen mit einer Konisation rechnen.
    • etwa 40 von 1000 gegen HPV geimpfte Frauen mit einer Konisation rechnen.

    Auch diese Zahlen gelten für Frauen, die zwischen 20 und 30 mit der Früherkennung beginnen und ihr Leben lang regelmäßig teilnehmen.

    Hat es Nachteile, wenn man nicht jedes Jahr zur Früherkennung geht?

    Die Früherkennung schützt am besten vor Gebärmutterhalskrebs, wenn man regelmäßig teilnimmt. Normalerweise ist der Schutz aber fast ebenso gut, wenn man den Pap-Test nur alle zwei oder drei Jahre wahrnimmt und nicht jedes Jahr. Dann kommt es unter Umständen seltener zu auffälligen Befunden, die unnötig in Sorge versetzen. Dadurch sinkt auch das Risiko für Überbehandlungen.

    Jede Frau kann für sich oder gemeinsam mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt entscheiden, wann sie mit der Früherkennung beginnen möchte und in welchem Abstand sie sich untersuchen lässt. In den meisten Ländern werden die Untersuchungen das erste Mal zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr angeboten.

    Ist es sinnvoll, zusätzliche Tests selbst zu bezahlen?

    Vielen Frauen werden in Arztpraxen zusätzliche Untersuchungen zur Früherkennung angeboten, die sie privat zahlen müssen. Diese werden individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) genannt. Alle notwendigen Untersuchungen zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs werden von den Krankenkassen bezahlt. Zusätzliche Tests haben keine Vorteile. Stattdessen steigt das Risiko, durch auffällige Befunde unnötig in Sorge versetzt zu werden, und es kann eher zu Überbehandlungen kommen.

    Die Grenzen der Früherkennung

    Regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen können die meisten Dysplasien rechtzeitig entdecken. Ein einzelner Pap-Abstrich ist jedoch nicht sehr zuverlässig: Etwa die Hälfte aller fortgeschrittenen Dysplasien wird dabei übersehen. Die meisten dieser Dysplasien können aber bei darauffolgenden Untersuchungen in den nächsten Jahren immer noch rechtzeitig entdeckt werden. Dennoch ist nicht völlig auszuschließen, dass Vorstufen übersehen werden und sich ein Tumor entwickelt.

    Deshalb ist es wichtig, sich direkt an eine Ärztin oder einen Arzt zu wenden, wenn Veränderungen wie ungewöhnliche Blutungen oder ungewöhnlicher Scheidenausfluss auffallen.

    Quellen

    Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Einladungsschreiben und Entscheidungshilfen zum Zervixkarzinom-Screening; Abschlussbericht; Auftrag P15-02. 29.09.2017. (IQWiG-Berichte; Band 548).

    Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Nutzenbewertung eines HPV-Tests im Primärscreening des Zervixkarzinoms: Abschlussbericht; Auftrag S10-01. 28.11.2011. (IQWiG-Berichte; Band 106).

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Gewebeveränderungen am Muttermund (Dysplasien)

    Bei Früherkennungsuntersuchungen auf Gebärmutterhalskrebs können Gewebeveränderungen am Muttermund entdeckt werden. Oft sind sie harmlos und bilden sich von selbst wieder zurück. Sie können sich aber auch zu Gebärmutterhalskrebs weiterentwickeln.

    In Deutschland werden Dysplasien in drei Stufen unterteilt, je nachdem, was die Untersuchung der entnommenen Gewebeprobe (Biopsie) ergeben hat:

    • leicht (Fachbegriff: CIN 1 ),
    • mittelgradig (CIN 2) und
    • hochgradig (CIN 3).

    Bei allen Dysplasien befinden sich die veränderten Zellen nur in der obersten Zellschicht. Bei einer hochgradigen Dysplasie sind die Zellen bereits stark verändert. Von einem Karzinom „in situ“ (lateinisch: „am Ort“) spricht man, wenn Krebszellen vorhanden sind, sich aber noch nicht ausgebreitet haben. Haben sie sich bereits über die oberste Zellschicht der Schleimhaut hinaus in das umliegende Gewebe ausgebreitet, wird dies als invasiver Gebärmutterhalskrebs bezeichnet.

    Bei Früherkennungsuntersuchungen auf Gebärmutterhalskrebs können Gewebeveränderungen am Muttermund entdeckt werden. Oft sind sie harmlos und bilden sich von selbst wieder zurück. Sie können sich aber auch zu Gebärmutterhalskrebs weiterentwickeln.

    In Deutschland werden Dysplasien in drei Stufen unterteilt, je nachdem, was die Untersuchung der entnommenen Gewebeprobe (Biopsie) ergeben hat:

    • leicht (Fachbegriff: CIN 1 ),
    • mittelgradig (CIN 2) und
    • hochgradig (CIN 3).

    Bei allen Dysplasien befinden sich die veränderten Zellen nur in der obersten Zellschicht. Bei einer hochgradigen Dysplasie sind die Zellen bereits stark verändert. Von einem Karzinom „in situ“ (lateinisch: „am Ort“) spricht man, wenn Krebszellen vorhanden sind, sich aber noch nicht ausgebreitet haben. Haben sie sich bereits über die oberste Zellschicht der Schleimhaut hinaus in das umliegende Gewebe ausgebreitet, wird dies als invasiver Gebärmutterhalskrebs bezeichnet.

    Was bedeutet es, wenn eine Gewebeveränderung (Dysplasie) gefunden wird?

    Eine leichte oder mittelgradige Dysplasie ist meist kein Grund zur Sorge. Viele Frauen haben irgendwann einmal solch eine Dysplasie, ohne davon etwas zu ahnen. Wenn der Körper das Virus bekämpft, bildet sich die Veränderung meist auch wieder zurück – vor allem bei Frauen zwischen 20 und 30 Jahren.

    Ob und wann eine Dysplasie entfernt wird, ist eine persönliche Entscheidung. Bei einer leichten oder mittelgradigen Dysplasie geht eine Frau kein Risiko ein, wenn sie diese nicht sofort entfernen lässt. Sie kann zunächst abwarten und kontrollieren lassen, wie sich die Veränderung entwickelt. Dadurch lässt sich ein vielleicht unnötiger Eingriff vermeiden.

    Anders sieht es bei hochgradigen Dysplasien aus: Ohne Behandlung entwickelt sich schätzungsweise die Hälfte von ihnen zu Gebärmutterhalskrebs. Aus diesem Grund wird empfohlen, eine hochgradige Dysplasie entfernen zu lassen. Der Eingriff wird Konisation genannt.

    Wichtig zu wissen: Eine Dysplasie ist kein Notfall. Wenn eine Gewebeveränderung festgestellt wurde, ist genug Zeit, sich in Ruhe zu informieren und gemeinsam mit den Ärztinnen und Ärzten über das weitere Vorgehen zu entscheiden.

    Wie werden Dysplasien behandelt?

    Bei einer Konisation wird ein etwa kirschgroßes, kegelförmiges Stück von Muttermund und Gebärmutterhals entfernt. Der Eingriff kann die Dysplasie meist vollständig beseitigen und damit Gebärmutterhalskrebs verhindern. Bei der Konisation wird über die Scheide operiert, unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose.

    Eine Konisation kann unmittelbar nach dem Eingriff zu leichten Schmerzen und Blutungen führen. In den Tagen danach kann es zu rötlichem Ausfluss und Nachblutungen kommen. Deshalb ist es wichtig, sich körperlich zunächst zu schonen und in den ersten Wochen auf Geschlechtsverkehr zu verzichten. Bei den meisten Frauen hat eine Konisation keine schweren Nebenwirkungen.

    Vor allem bei Frauen mit Kinderwunsch sollte möglichst gewebeschonend operiert werden. Denn die Entfernung von Gewebe schwächt den Muttermund und erhöht bei späteren Schwangerschaften das Risiko für Frühgeburten. Dies gilt vor allem, wenn ein größeres Gewebestück entfernt wurde: Durch eine größere Konisation kommt es bei etwa 3 von 100 Schwangerschaften zu einer Frühgeburt (vor der 37. Schwangerschaftswoche). Gewebeschonende Eingriffe verringern dieses Risiko deutlich.

    Wenn während einer Schwangerschaft eine hochgradige Dysplasie entdeckt wird, schlagen die Ärztin oder der Arzt meist vor, erst nach der Geburt zu operieren, damit der Muttermund nicht geschwächt wird.

    Quellen

    Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Einladungsschreiben und Entscheidungshilfen zum Zervixkarzinom-Screening; Abschlussbericht; Auftrag P15-02. 29.09.2017. (IQWiG-Berichte; Band 548).

    Krebsinformationsdienst (KID), Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ). Gebärmutterhalskrebs: Das Zervixkarzinom. 26.03.2015.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs

    Bei der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs spielen Humane Papillomviren (HPV, HP-Viren) eine entscheidende Rolle. Gegen diese sexuell übertragbaren Viren gibt es eine Impfung. Sie wirkt gegen die häufigsten krebsauslösenden HP-Viren, bietet aber keinen völlig sicheren Schutz gegen Gebärmutterhalskrebs.

    Gebärmutterhalskrebs wird fast immer durch eine Infektion mit bestimmten Humanen Papillomviren (HPV, HP-Viren) verursacht. HP-Viren kommen nur beim Menschen vor und befallen Zellen der Haut und Schleimhaut. Direkter Kontakt mit infizierten Haut- oder Schleimhautstellen kann zu Ansteckung führen. Eine Infektion mit HPV verläuft in der Regel unbemerkt, verursacht keine Beschwerden und heilt meist von selbst aus. Selten löst sie jedoch nach Jahren bis Jahrzehnten eine Krebserkrankung aus.

    Bis heute sind über 200 verschiedene Typen von HP-Viren bekannt. Manche können die Bildung von Hautwarzen (Papillome) auslösen. Etwa 40 HPV-Typen können zu Infektionen von Haut- und Schleimhautzellen im Genitalbereich führen und sind sexuell übertragbar. Dabei steckt man sich nicht über Körperflüssigkeiten, sondern über (Schleim-)Hautkontakt an, oft beim Geschlechtsverkehr.

    Weil die Viren sehr verbreitet sind, infizieren sich nach Schätzungen bis zu 90 % der sexuell aktiven Mädchen und Frauen.

    Neben der Impfung besteht die Möglichkeit, Gebärmutterhalskrebs durch eine regelmäßige Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen  vorzubeugen. Dabei können Dysplasien in den meisten Fällen entdeckt und falls nötig behandelt werden.

    Bei der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs spielen Humane Papillomviren (HPV, HP-Viren) eine entscheidende Rolle. Gegen diese sexuell übertragbaren Viren gibt es eine Impfung. Sie wirkt gegen die häufigsten krebsauslösenden HP-Viren, bietet aber keinen völlig sicheren Schutz gegen Gebärmutterhalskrebs.

    Gebärmutterhalskrebs wird fast immer durch eine Infektion mit bestimmten Humanen Papillomviren (HPV, HP-Viren) verursacht. HP-Viren kommen nur beim Menschen vor und befallen Zellen der Haut und Schleimhaut. Direkter Kontakt mit infizierten Haut- oder Schleimhautstellen kann zu Ansteckung führen. Eine Infektion mit HPV verläuft in der Regel unbemerkt, verursacht keine Beschwerden und heilt meist von selbst aus. Selten löst sie jedoch nach Jahren bis Jahrzehnten eine Krebserkrankung aus.

    Bis heute sind über 200 verschiedene Typen von HP-Viren bekannt. Manche können die Bildung von Hautwarzen (Papillome) auslösen. Etwa 40 HPV-Typen können zu Infektionen von Haut- und Schleimhautzellen im Genitalbereich führen und sind sexuell übertragbar. Dabei steckt man sich nicht über Körperflüssigkeiten, sondern über (Schleim-)Hautkontakt an, oft beim Geschlechtsverkehr.

    Weil die Viren sehr verbreitet sind, infizieren sich nach Schätzungen bis zu 90 % der sexuell aktiven Mädchen und Frauen.

    Neben der Impfung besteht die Möglichkeit, Gebärmutterhalskrebs durch eine regelmäßige Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen  vorzubeugen. Dabei können Dysplasien in den meisten Fällen entdeckt und falls nötig behandelt werden.

    Wovor schützt die HPV-Impfung?

    Die HPV-Impfung schützt vor den HP-Viren, die am häufigsten Gebärmutterhalskrebs auslösen. Durch eine Infektion mit diesen Viren können sich Gewebeveränderungen (Dysplasien) bilden, aus denen Krebs entstehen kann. Zudem kann einer der Impfstoffe auch vor Feigwarzen im Genitalbereich schützen. Feigwarzen sind zwar oft unangenehm, aber harmlos.

    Die HPV-Impfung kann die Zahl hochgradiger Dysplasien (CIN 3) senken, die eine Vorstufe von Gebärmutterhalskrebs sind. Das spricht dafür, dass die Impfung langfristig auch vor Gebärmutterhalskrebs schützt.

    Seit August 2017 sind nur noch die Impfstoffe Cervarix und Gardasil 9 auf dem deutschen Markt. Cervarix wirkt ausschließlich gegen HPV 16 und 18, die für etwa 60 bis 70 % aller Gebärmutterhalskrebs-Erkrankungen verantwortlich sind. Der Wirkstoff bietet keinen Schutz vor Feigwarzen. Gardasil 9 schützt vor insgesamt 9 HP-Viren, die für insgesamt etwa 75 bis 90 % aller Gebärmutterhalskrebs-Erkrankungen verantwortlich sind. Er schützt auch vor Feigwarzen.

    Die Impfung wirkt nicht gegen schon bestehende HPV-Infektionen oder vorhandene Feigwarzen.

    Für wen ist die Impfung gedacht?

    Die HPV-Impfung wird seit 2007 für Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren angeboten, seit 2018 für alle Jugendlichen dieses Alters. Die Kosten übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen; einige auch über diese Altersgrenze hinaus. Eine versäumte Impfung sollte spätestens bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden. Um eine Ansteckung mit HPV schon vor dem ersten Geschlechtsverkehr zu verhindern, wird empfohlen, die Impfung möglichst früh abzuschließen.

    Jungen soll die HPV-Impfung vor Penis- und Analkrebs schützen, der Neunfach-Impfstoff auch vor Feigwarzen. Diese Erkrankungen werden oft durch dieselben HPV-Typen verursacht, die bei Mädchen und Frauen Feigwarzen und Gebärmutterhalskrebs auslösen können.

    Was passiert bei der Impfung?

    Der Impfstoff wird in die Muskulatur des Oberarms gespritzt. Er enthält keine vermehrungsfähigen Viren, sondern Eiweißstoffe, die der Virushülle entsprechen. Der Impfstoff kann keine Infektion auslösen, führt aber trotzdem zu einer Abwehrreaktion: Es werden schützende Antikörper gebildet.

    Normalerweise besteht die Impfung aus zwei Spritzen in einem Abstand von fünf Monaten. Wird schon vor Ablauf der fünf Monate ein zweites Mal geimpft, dann muss nach einigen Monaten ein drittes Mal gespritzt werden. Drei Spritzen sind auch dann notwendig, wenn ein Jugendlicher bei der ersten Spritze schon über 14 Jahre alt ist.

    Wie wirksam ist die Impfung?

    Studien zeigen, dass die Impfung sehr gut vor Infektionen mit den HP-Viren schützt, gegen die der jeweilige Impfstoff wirkt. Dadurch treten seltener Dysplasien auf und das Risiko für Gebärmutterhalskrebs sinkt.

    Wenn die Impfung langfristig schützt, würde dies nach Hochrechnungen in etwa folgendes bedeuten:

    • Ohne HPV-Impfung: Etwa 30 von 1000 Frauen würden im Laufe ihres Lebens an Gebärmutterhalskrebs erkranken – sofern sie nicht an der Früherkennung teilnehmen.
    • Mit HPV-Impfung: Etwa 10 von 1000 Frauen würden im Laufe ihres Lebens an Gebärmutterhalskrebs erkranken – wenn sie nicht an der Früherkennung teilnehmen.

    Die HPV-Impfung könnte also etwa 20 von 1000 Frauen vor Gebärmutterhalskrebs schützen.

    Durch die Impfung bliebe diesen Frauen auch eine Operation erspart. Denn bei hochgradigen Dysplasien ist das Risiko für Gebärmutterhalskrebs so hoch, dass in aller Regel empfohlen wird, sie entfernen zu lassen.

    Durch die HPV-Impfung treten zudem deutlich seltener Feigwarzen auf.

    Die Wirksamkeit der Impfung hängt davon ab, ob bereits eine HPV-Infektion besteht. Bei Jugendlichen, die bereits Geschlechtsverkehr hatten, ist sie weniger wirksam.

    Wie lange hält der Impfschutz an?

    Es ist derzeit unklar, ob der Impfschutz von Dauer ist oder ob irgendwann eine Auffrisch-Impfung nötig ist. Die bisherigen Studien liefen über längstens sechs Jahre. Während dieser Zeit hielt der Impfschutz an. Dies spricht dafür, dass die Impfung langfristig wirksam ist. Da sich Gebärmutterkrebs aber meist über einen Zeitraum von Jahren bis Jahrzehnten entwickelt, muss diese Frage weiter untersucht werden.

    Welche Nebenwirkungen hat die Impfung?

    In den bisherigen Studien haben sich keine ernsthaften Nebenwirkungen gezeigt. Es können vorübergehende Hautreaktionen an der Einstichstelle auftreten wie Schmerzen (bei 90 von 100 Impfungen), Rötung (30 von 100 Impfungen) und Schwellung (40 von 100 Impfungen). Seltener kommt es zu Verdauungsbeschwerden, Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Muskelschmerzen.

    Es ist möglich, dass Jugendliche nach einer Spritze ohnmächtig werden. Bei der HPV-Impfung ist es deshalb wichtig, nach dem Spritzen des Impfstoffs noch für etwa 15 Minuten in der Arztpraxis zu bleiben.

    Bei Fieber oder einer Infektion sollte nicht geimpft werden. Falls es bei der ersten Spritze zu allergischen Reaktionen gekommen ist, sollte keine zweite Spritze gegeben werden.

    Internationale Behörden überwachen seit Zulassung der HPV-Impfstoffe Verdachtsmeldungen zu möglichen Nebenwirkungen. Da mittlerweile weltweit Millionen von Mädchen geimpft wurden, ist allein aufgrund von Zufall zu erwarten, dass immer wieder nach einer Impfung schwerere Erkrankungen auftreten. Behörden wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) sehen aber keine Hinweise, dass solche Erkrankungen, die nach einer Impfung aufgetreten sind, tatsächlich durch die Impfung verursacht wurden.

    Quellen

    Delere Y, Wichmann O, Klug SJ, van der Sande M, Terhardt M, Zepp F et al. The efficacy and duration of vaccine protection against human papillomavirus: a systematic review and meta-analysis. Dtsch Arztebl Int 2014; 111(35-36): 584-591.

    Joura E, Bautista O, Luxembourg A. A 9-Valent HPV Vaccine in Women. N Engl J Med 2015; 372(26): 2568-2569.

    Lu B, Kumar A, Castellsague X, Giuliano AR. Efficacy and safety of prophylactic vaccines against cervical HPV infection and diseases among women: a systematic review & meta-analysis. BMC Infect Dis 2011; 11: 13.

    National Cancer Institute, National Intitutes of Health (NIH). HPV and Cancer. 19.02.2015.

    Ogawa Y, Takei H, Ogawa R, Mihara K. Safety of human papillomavirus vaccines in healthy young women: a meta-analysis of 24 controlled studies. J Pharm Health Care Sci 2017; 3: 18.

    Robert Koch-Institut (RKI). Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland 2016. Berlin: Ruksaldruck; 2016.

    Robert Koch-Institut (RKI). Epidemiologisches Bulletin Nr. 26. Berlin: Juni 2018.

    Signorelli C, Odone A, Ciorba V, Cella P, Audisio RA, Lombardi A et al. Human papillomavirus 9-valent vaccine for cancer prevention: a systematic review of the available evidence. Epidemiol Infect 2017; 145(10): 1962-1982.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Wie wird Gebärmutterhalskrebs behandelt?

    Gebärmutterhalskrebs kann mit einer Operation, Bestrahlung und Medikamenten behandelt werden. Welche Behandlungen infrage kommen, hängt unter anderem davon ab, wie weit der Tumor fortgeschritten ist und ob eine Frau noch Kinder bekommen möchte.

    Wie Gebärmutterhalskrebs behandelt werden kann, hängt sehr vom Stadium der Erkrankung ab. Wird er früh erkannt und kann durch eine Operation vollständig entfernt werden, sind die Heilungschancen sehr gut. Wenn er bereits körperliche Beschwerden verursacht, ist er häufig schon fortgeschritten und schwieriger zu behandeln.

    Es wird empfohlen, Gebärmutterhalskrebs in spezialisierten Zentren behandeln zu lassen, in denen Ärztinnen und Ärzte aus den Bereichen Gynäkologie, Onkologie, Anästhesie, Pathologie, Strahlentherapie, Radiologie und Psychoonkologie zusammenarbeiten.

    Gebärmutterhalskrebs kann mit einer Operation, Bestrahlung und Medikamenten behandelt werden. Welche Behandlungen infrage kommen, hängt unter anderem davon ab, wie weit der Tumor fortgeschritten ist und ob eine Frau noch Kinder bekommen möchte.

    Wie Gebärmutterhalskrebs behandelt werden kann, hängt sehr vom Stadium der Erkrankung ab. Wird er früh erkannt und kann durch eine Operation vollständig entfernt werden, sind die Heilungschancen sehr gut. Wenn er bereits körperliche Beschwerden verursacht, ist er häufig schon fortgeschritten und schwieriger zu behandeln.

    Es wird empfohlen, Gebärmutterhalskrebs in spezialisierten Zentren behandeln zu lassen, in denen Ärztinnen und Ärzte aus den Bereichen Gynäkologie, Onkologie, Anästhesie, Pathologie, Strahlentherapie, Radiologie und Psychoonkologie zusammenarbeiten.

    Was spielt bei der Behandlungsentscheidung eine Rolle?

    Welche Therapien infrage kommen, hängt vor allem von folgenden Fragen ab:

    • In welchem Stadium ist der Krebs?
    • Wie ist der allgemeine Gesundheitszustand?
    • Wie ist die Lebenssituation?
    • Besteht ein Kinderwunsch?
    • Sind die Wechseljahre schon vorbei?
    • Wie wirksam sind die Behandlungen und welche Nebenwirkungen haben sie?

    Bei einer kurativen Behandlung ist das Ziel der Therapie, den Krebs zu heilen. Ist der Krebs nicht mehr heilbar, kann die Therapie Beschwerden lindern und das Leben vielleicht etwas verlängern. Ziel ist es dann, die Lebensqualität so lange wie möglich zu erhalten. Dies wird palliative Behandlung genannt.

    Welche Behandlungen gibt es?

    Der Krebs kann durch eine Operation, eine Bestrahlung (Strahlen- oder Radiotherapie) oder mit Medikamenten (Chemotherapie) behandelt werden. Manchmal reicht eine dieser Behandlungen aus, in anderen Fällen wird eine Kombination aus zwei oder drei Therapien empfohlen.

    Neben der Behandlung, die den Krebs bekämpfen soll, können begleitend Medikamente eingesetzt werden, um Beschwerden durch den Tumor und Nebenwirkungen der Behandlungen zu lindern. Wichtig sind zudem eine ausreichende psychologische Unterstützung, Hilfen im Alltag und die Rehabilitation nach der Krebsbehandlung.

    Welche Bedeutung hat das Tumorstadium für die Behandlung?

    Für die Behandlungsplanung müssen die Ärztinnen und Ärzte so genau wie möglich wissen, wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat und ob Lymphknoten, anderes Gewebe oder Organe befallen sind. Tumore werden in unterschiedliche Stadien eingeteilt. Dies wirkt sich auf die Behandlung aus:

    • Wenn der Tumor noch klein ist und noch keine Lymphknoten befallen sind: Meist reicht dann eine Operation aus. Besteht ein höheres Risiko, dass sich erneut ein Tumor bildet, wird meist eine Strahlentherapie mit oder ohne begleitende Chemotherapie empfohlen.
    • Wenn der Tumor fortgeschritten, eine Heilung aber noch möglich ist: Dann wird in der Regel nicht operiert, sondern mit einer Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie (Radiochemotherapie) behandelt.
    • Wenn eine Heilung unwahrscheinlich ist: Durch eine Operation, Chemo- oder Strahlentherapie kann versucht werden, das Wachstum des Tumors so lange wie möglich aufzuhalten, um Lebenszeit zu gewinnen und Beschwerden zu verringern. In dieser Situation entscheiden sich manche Menschen aber auch gegen eine Krebsbehandlung.

    Ist ein Krebs nicht mehr heilbar, steht die palliative Versorgung im Vordergrund. Dazu gehört, Beschwerden wie Schmerzen möglichst gut zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Besonders wichtig sind dann auch praktische Hilfen im Alltag und eine gute psychologische Unterstützung.  

    Operation

    Die Operation steht meist an erster Stelle. Ziel ist es, den Krebs vollständig zu entfernen. Bei Vorstufen einer Krebserkrankung und sehr kleinen Tumoren kann eine Konisation ausreichen. Bei der Konisation wird mit dem Tumor ein etwa kirschgroßes, kegelförmiges Stück von Muttermund und Gebärmutterhals entfernt. Operiert wird über die Scheide, unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose.

    Reicht eine Konisation nicht aus, wird ein größerer Teil des Gebärmutterhalses und / oder die gesamte Gebärmutter entfernt. Unter Umständen werden auch Teile angrenzender Organe oder Bindegewebe entfernt. Dazu wird in Vollnarkose über die Scheide, eine Bauchspiegelung oder einen Bauchschnitt operiert. Je nachdem, wie weit sich der Krebs ausgebreitet hat, können weitere Operationen erforderlich sein.

    Nach einer Konisation und einer Teilentfernung des Gebärmutterhalses kann eine Frau noch Kinder bekommen. Beide Eingriffe erhöhen jedoch das Risiko, dass es während einer Schwangerschaft zu einer Frühgeburt kommt. Die Entfernung der Gebärmutter ist oft körperlich wie psychisch belastend. Wenn bei jüngeren Frauen die Eierstöcke mit entfernt werden, können unter anderem Beschwerden wie in den Wechseljahren auftreten. Auch die Sexualität kann sich verändern, was manchmal zu Problemen in der Partnerschaft führt.

    Strahlentherapie

    Bei einer Strahlentherapie wird der Tumor mit Röntgenstrahlen behandelt, um die Krebszellen zu zerstören. Die Gebärmutter kann von außen über die Haut oder von innen über die Scheide bestrahlt werden. Letzteres wird Brachytherapie genannt. Bei der Behandlung wird darauf geachtet, umliegendes Gewebe so gut es geht zu schonen. Da es sich dennoch oft nicht vermeiden lässt, dass die Strahlen auch umliegendes Gewebe treffen, kann es zu Nebenwirkungen und Folgeschäden wie Blasenproblemen, trockener Scheide oder Schleimhautentzündungen kommen.

    Zur Behandlung von Gebärmutterhalskrebs wird eine Strahlentherapie normalerweise mit einer Chemotherapie kombiniert (Radiochemotherapie).

    Medikamentöse Therapie

    Eine Chemotherapie soll die Krebszellen daran hindern, sich weiter unkontrolliert zu teilen. Die Medikamente (Zytostatika genannt) werden in der Regel über eine Infusion in die Vene verabreicht, manchmal aber auch als Tabletten. Eine Chemotherapie wird bei Gebärmutterhalskrebs in der Regel mit einer Strahlentherapie kombiniert. Eine alleinige Chemotherapie kommt bei einem Rückfall infrage oder wenn der Krebs in andere Körperbereiche gestreut hat (Fernmetastasen). Da eine Chemotherapie auch auf gesunde Zellen wirkt, kann sie belastende Nebenwirkungen wie Übelkeit, Durchfall und Entzündungen (zum Beispiel der Mundschleimhaut) haben. Die Medikamente können in der Arztpraxis oder in einer Klinik gegeben werden. Die Behandlung wird in regelmäßigen Abständen wiederholt.

    Zusätzlich zur Chemotherapie kann mit der sogenannten Antikörpertherapie behandelt werden. Sie richtet sich gezielt gegen Krebszellen, indem sie zum Beispiel ihre Blutversorgung behindert und so das Tumorwachstum hemmt. Die Medikamente werden ebenfalls per Infusion verabreicht. Eine Antikörpertherapie kommt meist nur bei Metastasen oder einem Rückfall infrage.

    Unterstützende Behandlung (Supportivtherapie)

    Verschiedene Maßnahmen sollen helfen, die Nebenwirkungen der Krankheit und der Krebsbehandlung zu mildern. Neben- und Folgewirkungen einer Operation sowie der Strahlen- und Chemotherapie lassen sich oft wirksam behandeln – zum Beispiel mit Medikamenten gegen Schmerzen, Blutarmut, Übelkeit, Durchfall oder Infektionen.

    Psychische Unterstützung und Hilfen im Alltag

    Eine gute psychoonkologische Unterstützung ist bei Krebs ein wichtiger Teil der Behandlung. Speziell ausgebildete Fachkräfte der Psychoonkologie sollen helfen, die seelischen Belastungen der Krankheit und der Behandlung zu verarbeiten. Darüber hinaus gibt es Hilfen zur Unterstützung im Alltag und beim Wiedereinstieg in den Beruf. Zudem werden für Menschen mit Krebs spezielle Angebote zu Entspannung, Sport und Ernährung bereitgestellt. Viele finden auch Unterstützung bei Krebsberatungsstellen oder in Selbsthilfegruppen, andere nehmen eine Paar- und Sexualberatung in Anspruch.

    Rehabilitation

    Nach einer Krebsbehandlung besteht in der Regel ein Anspruch auf eine Rehabilitation (Anschlussheilbehandlung). Die Rehabilitation soll helfen, die Folgen der Krankheit und der Krebsbehandlung zu bewältigen und sich körperlich und seelisch zu erholen. Sie wird in speziellen Rehakliniken direkt im Anschluss an die Krebstherapie angeboten. Ein Reha-Programm beinhaltet beispielsweise Bewegungs- und Entspannungsübungen, Krafttraining, Ernährungs- und psychologische Beratung.

    Nachsorge

    Wenn die eigentliche Krebstherapie abgeschlossen ist, beginnt die Nachsorge. Dazu gehören regelmäßige Kontrolluntersuchungen in der Facharztpraxis, um zu prüfen, ob der Krebs wiederaufgetreten ist. Die Ärztin oder der Arzt führt dabei eine Tastuntersuchung der inneren Geschlechtsorgane durch und entnimmt einen Zellabstrich am Muttermund (Pap-Test) oder am Scheidenabschluss. Je nach Befund sind weitere Untersuchungen wie eine Lupenuntersuchung (Kolposkopie) oder ein Ultraschall sinnvoll.

    Auch zur Nachbetreuung gehören Beratungsangebote und eine psychologische Unterstützung – zum Beispiel in Form von Gesprächen über die Lebenssituation, über mögliche Ängste oder Probleme in der Partnerschaft.

    Behandlung und Kinderwunsch

    Einige Frauen können auch nach einer Krebsbehandlung noch Kinder bekommen. Manchmal können die Behandlungen so angepasst werden, dass die Fruchtbarkeit erhalten werden kann. Dennoch kann es schwieriger sein, schwanger zu werden. Zudem können Operationen am Gebärmutterhals das Risiko für eine Frühgeburt erhöhen.

    Eine Schwangerschaft ist nicht mehr möglich, wenn die gesamte Gebärmutter entfernt wurde oder die Gebärmutter und die Eierstöcke bestrahlt wurden.

    Besteht kein Kinderwunsch (mehr), empfehlen Ärztinnen und Ärzte oft eine Entfernung der Gebärmutter. Sie soll das Risiko für Rückfälle verringern. Wie jede Operation hat dieser Eingriff jedoch Risiken, zudem ist die Gebärmutter für viele Frauen ein wichtiger Teil ihrer Weiblichkeit. Es ist deshalb sinnvoll, sich vor einer Entscheidung gut über die Vor- und Nachteile dieser Operation zu informieren.

    Wenn während der Schwangerschaft ein Tumor festgestellt wird, wird die Behandlung ebenfalls möglichst so angepasst, dass für das Ungeborene keine Gefahr besteht. Ob das Kind ausgetragen werden kann, hängt unter anderem von der Schwangerschaftswoche und davon ab, wie weit der Tumor fortgeschritten ist.  

    Sich entscheiden

    Nach der Diagnose Gebärmutterhalskrebs ist in der Regel genug Zeit, sich ausführlich über die Behandlungsmöglichkeiten zu informieren und dann zu wählen, welchen Weg man geht. Es besteht also kein Grund, sich übereilt für eine Behandlung zu entscheiden. Bei Zweifeln kann es hilfreich sein, sich eine ärztliche Zweitmeinung einzuholen. Besonders wichtig ist eine ausführliche Aufklärung über die Heilungschancen, möglichen Nebenwirkungen und Folgen der verschiedenen Behandlungen – auch für den Alltag und die Lebensplanung. Unterstützung können neben dem Behandlungsteam auch Selbsthilfegruppen, Krebsberatungsstellen oder Angebote wie der Krebsinformationsdienst bieten.

    Quellen

    Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), Deutsche Krebsgesellschaft (DKG), Deutsche Krebshilfe (DKH). Gebärmutterhalskrebs: Eine Leitlinie für Patientinnen. 09.2015. (Leitlinienprogramm Onkologie).

    Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO). S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Patientin mit Zervixkarzinom. AWMF-Registernr.: 032-033OL. 09.2014. (Leitlinienprogramm Onkologie).

    Krebsinformationsdienst (KID), Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ). Gebärmutterhalskrebs: Das Zervixkarzinom. 26.03.2015.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.