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Gicht

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    Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der sich die Gelenke entzünden. Ein akuter Gichtanfall beginnt oft nachts oder früh morgens mit einer plötzlichen, schmerzhaften Gelenkschwellung. Bei Männern ist sie deutlich häufiger als bei Frauen. Lesen Sie, was die Gicht mit Ernährung zu tun hat, welche Behandlungen es gibt und warum es wichtig ist, frühzeitig ärztliche Hilfe zu suchen.

    Einleitung

    Die Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der sich die Gelenke entzünden. Bei einem Gichtanfall schwellen bestimmte Gelenke innerhalb weniger Stunden an und werden sehr schmerzempfindlich. Auslöser der Entzündung sind winzige, nadelförmige Kristalle aus Harnsäure, die sich vor allem in den Gelenken ablagern. Solche Kristalle können entstehen, wenn sich zu viel Harnsäure im Körper befindet. Normalerweise klingt die Entzündung von selbst innerhalb von ein bis zwei Wochen vollständig ab. Die Schmerzen lassen sich durch Medikamente lindern.

    Die meisten Menschen mit Gicht haben hin und wieder akute Anfälle. Dazwischen können Monate oder sogar Jahre vergehen. Gichtanfälle können aber auch häufiger sein. Um ihnen vorzubeugen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Manchen Menschen hilft es bereits, auf bestimmte Lebensmittel und andere mögliche Auslöser zu verzichten. Für andere sind Medikamente sinnvoll, die den Harnsäurespiegel dauerhaft senken. Sie kommen vor allem bei häufigen Gichtanfällen infrage sowie bei Folgeerkrankungen wie Gichtknoten oder Nierensteinen.

    Viele Menschen haben erhöhte Harnsäurewerte, aber keine Beschwerden. Ob dies eine gesundheitliche Bedeutung hat, ist umstritten. Behandelt werden müssen sie nicht.

    Symptome

    Ein Gichtanfall beginnt oft nachts oder früh morgens mit einer plötzlichen, sehr schmerzhaften Gelenkschwellung. Das entzündete Gelenk ist druckempfindlich, überwärmt und gerötet. Meist sind Schwellung und Beschwerden nach sechs bis zwölf Stunden am stärksten ausgeprägt. Häufig wird das Gelenk so empfindlich, dass bereits der Druck der Bettdecke kaum erträglich ist. Wenn die Schwellung nach einigen Tagen zurückgeht, kann sich die Haut im Bereich des Gelenks etwas abschälen.

    Beim ersten Gichtanfall ist oft nur ein Gelenk betroffen, meist das Grundgelenk des großen Zehs. Andere Gelenke, die sich entzünden können, sind die Mittelfuß- und Sprunggelenke, Knie, Ellbogen, Hand- und Fingergelenke. In den Schultern und Hüften treten nur selten Gichtanfälle auf. Bei einer chronischen Gicht sind die Gelenke dauerhaft leicht entzündet. Sie können sich mit der Zeit verformen und sind dann in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt.

     

    Grafik: Bei Gicht lagern sich winzige Kristalle aus Harnsäure vor allem in Gelenken ab Bei Gicht lagern sich winzige Kristalle aus Harnsäure vor allem in Gelenken ab

    Ursachen

    Wenn das Blut zu viel Harnsäure enthält, kann sich eine Gicht entwickeln. Nach Schätzungen erkrankt aber nur etwa ein Drittel aller Menschen mit einem erhöhten Harnsäurespiegel an Gicht.

    Harnsäure ist ein Abbauprodukt der sogenannten Purine, einem Bestandteil wichtiger Grundstoffe des Körpers, der Nukleinsäuren.

    Normalerweise wird ein Teil der Harnsäure mit dem Urin ausgeschieden. Bei manchen Menschen scheiden die Nieren aber nicht genug Harnsäure aus. Dadurch steigt der Harnsäurespiegel im Körper an. Wenn er eine bestimmte Grenze überschreitet, kann die Harnsäure Kristalle bilden, die sich im Körpergewebe ablagern. Meist sammeln sich die Kristalle in den Gelenken, wo sie einen Gichtanfall auslösen können.

    Auch bestimmte Erkrankungen können dazu beitragen, dass sich zu viel Harnsäure im Körper ansammelt. Dazu gehören Blutbildungsstörungen oder bestimmte Krebserkrankungen wie Leukämie. Nur selten entsteht eine Gicht, weil der Körper zu viel Harnsäure produziert. Grund dafür kann zum Beispiel eine Erbkrankheit sein, bei der die Funktion bestimmter Eiweiße (Enzyme) gestört ist, die mit dem Harnsäure-Stoffwechsel zu tun haben.

    Neben einem erhöhten Harnsäurespiegel spielen noch andere Faktoren eine Rolle – unter anderem der Flüssigkeitshaushalt in den Gelenken. So bilden sich in Gelenken eher Harnsäurekristalle, wenn deren Gewebe wenig Flüssigkeit enthält. Auch der Säuregrad (pH-Wert) der Gelenkflüssigkeit und die Gelenktemperatur haben einen Einfluss.

    Risikofaktoren

    Alle Faktoren, die den Harnsäurespiegel erhöhen, können auch eine Gicht begünstigen. Bei Menschen, die bereits an Gicht erkrankt sind, erhöhen sie das Risiko für weitere Anfälle. Zu den in wissenschaftlichen Studien nachgewiesenen Risikofaktoren für Gicht gehören:

    • Medikamente, die den Harnsäurespiegel erhöhen: Dazu zählen vor allem entwässernde Medikamente (Diuretika), außerdem Acetylsalicylsäure (ASS) und bestimmte Medikamente, die nach einer Organtransplantation eingesetzt werden. Auch das Parkinson-Medikament Levodopa und Krebsmedikamente können Gicht begünstigen.
    • Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte: Diese Lebensmittel enthalten viele Purine. Wenn sie in größeren Mengen verzehrt werden, erhöhen sie leicht das Risiko, an Gicht zu erkranken. Auch manche pflanzlichen Lebensmittel sind purinreich. Sie zeigten in Studien jedoch keinen Einfluss auf die Entstehung von Gicht.
    • Alkohol: Alkoholische Getränke fördern die Bildung von Harnsäure und haben eine entwässernde Wirkung. Zudem führt Alkohol dazu, dass die Nieren weniger Harnsäure ausscheiden. Vor allem Bier enthält zudem relativ viele Purine. In Studien hat sich gezeigt, dass Bier und hochprozentiger Alkohol Gicht begünstigen können. Wein (in Maßen) hat anscheinend keinen Einfluss.
    • zuckerhaltige Getränke: Getränke, die viel (Frucht-)Zucker enthalten, können das Risiko für Gicht ebenfalls etwas erhöhen. Dies gilt sowohl für gezuckerte Getränke wie Cola als auch für Fruchtsäfte. Limonaden, die Süßstoff statt Zucker enthalten, stehen nicht mit Gicht in Verbindung.
    • Übergewicht: Das Risiko, an Gicht zu erkranken, ist bei Übergewicht erhöht – und steigt mit zunehmendem Body-Mass-Index.

    Auch wenn bestimmte Lebensmittel und andere Faktoren das Risiko für Gicht oder Gichtanfälle geringfügig erhöhen können: Wichtig ist vor allem, dass die Nieren gut funktionieren und einen Überschuss an Harnsäure verlässlich ausscheiden können.

    Häufigkeit

    Gicht ist die häufigste entzündliche Gelenkerkrankung (Arthritis) in Industrieländern wie Deutschland. Schätzungen zufolge sind 1 bis 2 % der Bevölkerung betroffen. Männer haben ein deutlich höheres Risiko für Gicht: Sie erkranken ungefähr fünfmal so oft und auch früher als Frauen. Während Gicht bei Männern meist ab dem 40. Lebensjahr auftritt, kommt sie bei Frauen in der Regel erst nach den Wechseljahren vor. Grund dafür sind hormonelle Einflüsse auf die Nieren.

    Verlauf

    Nach einem Gichtanfall erholt sich das Gelenk normalerweise innerhalb von ein bis zwei Wochen von allein. Die meisten Menschen, die einen Gichtanfall hatten, erleben sechs Monate bis zwei Jahre danach einen weiteren. Wiederholte Anfälle können etwas länger dauern und mehrere Gelenke betreffen.

    Nach durchschnittlich etwa zwölf Jahren kann eine Gicht chronisch werden und die Gelenke schädigen. Allerdings wird eine akute Gicht nicht bei allen Menschen chronisch.  Wie hoch dieses Risiko ist, hängt unter anderem davon ab, wie stark der Harnsäurewert erhöht ist.

    Eine andere mögliche Folge sind Harnsäure-Ablagerungen in den Weichteilen, sogenannte Gichtknoten. Sie entstehen ebenfalls über Jahre und treten vor allem am Ellbogen, den Achillessehnen, den Zehen- und Fingergelenken sowie am Ohr auf. Die meisten Gichtknoten sind nicht schmerzhaft. Unbehandelt entwickeln etwa 30 von 100 Personen mit akuter Gicht innerhalb von fünf Jahren Gichtknoten. Die Knoten können durch eine harnsäuresenkende Behandlung mit der Zeit auch wieder verschwinden.

    Folgen

    Wenn die Gicht chronisch wird und die Gelenke Schaden nehmen, schränkt dies die Beweglichkeit ein und kann auch die Muskeln schwächen.

    Selten lagern sich Harnsäurekristalle an für Gicht untypischen Körperstellen ab, wie zum Beispiel im Bereich des Rückenmarks oder dem Karpaltunnel im Handgelenk. Wenn sich dort Gichtknoten bilden, können sie auf die Nerven drücken und Komplikationen wie ein Karpaltunnelsyndrom oder Lähmungserscheinungen durch eine Quetschung des Rückenmarks auslösen.

    Menschen mit Gicht haben außerdem ein erhöhtes Risiko für Nierensteine. Nierensteine können schmerzhaft sein und Harnwegsinfektionen begünstigen. Im Durchschnitt entwickelt knapp einer von 100 Männern mit Gicht innerhalb eines Jahres Nierensteine.

    Diagnose

    Ärztinnen und Ärzte erkennen eine akute Gicht oft schon an den typischen Symptomen und Risikofaktoren. Vor allem eine schmerzhafte, gerötete Schwellung am Grund- oder Endgelenk des großen Zehs ist ein ziemlich sicheres Anzeichen für Gicht.

    Um Gicht eindeutig nachzuweisen, ist eine Gelenkpunktion erforderlich. Dabei wird mit einer feinen Hohlnadel Flüssigkeit aus dem Gelenk entnommen und anschließend im Labor untersucht. Finden sich Harnsäurekristalle in der Flüssigkeit, wird die Diagnose „Gicht“ gestellt. Eine Gelenkpunktion wird gemacht, wenn die Beschwerden nicht eindeutig sind oder andere mögliche Ursachen ausgeschlossen werden sollen. Hierzu gehört insbesondere eine Infektion des Gelenks mit Bakterien, zum Beispiel durch eine Verletzung. Sie sollte rasch behandelt werden.

    Nur den Harnsäurespiegel im Blut zu bestimmen, ist zu wenig aussagekräftig, da er während eines Gichtanfalls oft in den Normalbereich absinkt.

    Behandlung

    Die Behandlung der Gicht hat zwei Ziele:

    • Kurzfristig soll sie die Schmerzen bei einem Gichtanfall lindern.
    • Langfristig soll sie weiteren Anfällen vorbeugen und das Risiko für chronische Entzündungen und Gelenkschäden senken.

    Gichtanfälle werden mit entzündungshemmenden Medikamenten behandelt. Dazu gehören

    • entzündungshemmende Schmerzmittel, zum Beispiel Ibuprofen, Indometacin oder Naproxen;
    • Kortisonpräparate, in der Regel Tabletten mit dem Wirkstoff Prednisolon, sowie
    • das Gichtmedikament Colchicin. Es wird wegen seiner langsameren Wirkung und möglicher Nebenwirkungen aber nicht mehr so oft eingesetzt.

    Wenn ein einzelner Wirkstoff die Schmerzen nicht ausreichend lindert, können die Behandlungen kombiniert werden. Das betroffene Gelenk zu kühlen, hilft wahrscheinlich ebenfalls und wird von vielen Menschen als angenehm empfunden.

    Das Ziel der langfristigen Gichtbehandlung ist, Gichtanfällen und Folgeproblemen vorzubeugen, indem man den Harnsäurespiegel senkt. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten:

    • Die Ernährung verändern: vor allem weniger Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte essen und weniger Alkohol trinken.
    • harnsäuresenkende Medikamente einnehmen, in der Regel Allopurinol.

    Nicht alle Menschen mit Gicht benötigen harnsäuresenkende Mittel. Insbesondere nach einem ersten Gichtanfall ist eine Medikamenten-Behandlung meist nicht nötig. Der Grund: Manche Menschen haben danach jahrelang keine Probleme, andere nur selten.

    Harnsäuresenkende Medikamente kommen vor allem infrage, wenn sich die Gichtanfälle häufen oder besonders belastend sind. Sie sind auch sinnvoll, wenn bereits Komplikationen wie Gichtknoten oder Nierensteine aufgetreten sind, oder wenn die Nierenfunktion eingeschränkt ist. Für Medikamente kann man sich auch entscheiden, wenn eine Umstellung der Ernährung nicht ausreicht.

    Leben und Alltag

    Die Schmerzen bei einem Gichtanfall können sehr belastend sein und viele Alltagsaktivitäten unmöglich machen. Gehen, Fahrradfahren, Schuhe anziehen oder etwas greifen und halten können zur Herausforderung werden. Manche Menschen entwickeln aber mit der Zeit ein Gefühl dafür, wann sich ein Gichtanfall anbahnt – etwa, weil das betroffene Gelenk vorher zwickt, kribbelt oder sich dumpf oder steif anfühlt. Sie bereiten sich dann auf den Gichtanfall vor: Zum Beispiel erledigen sie bestimmte Tätigkeiten, bevor die Schmerzen stärker werden, damit sie die betroffenen Gelenke während des Anfalls schonen können.

    Ein Gichtanfall schränkt aber nicht nur körperlich ein. Er kann einen erholsamen Schlaf unmöglich machen und aufs Gemüt schlagen. Meist ist man nicht in der Lage, zur Arbeit zu gehen oder den Haushalt zu erledigen. Es kann hilfreich sein, wenn Freunde und Familienangehörige darüber Bescheid wissen, wie schmerzhaft ein Gichtanfall ist. Dann können sie besser verstehen, warum in diesen Tagen Ruhe und Schonung wichtig sind. Es gibt keinen Grund, sich schuldig zu fühlen, weil man nicht arbeiten kann und für Partner und Familie weniger ansprechbar ist.

    Früher galt Gicht als Wohlstandserkrankung, die vor allem wohlgenährte und dem Alkohol zugeneigte ältere Männer trifft. Manche Menschen mit Gicht haben deshalb das Gefühl, als Person mit ausschweifendem Lebensstil abgestempelt zu werden. Dabei ist das ein Vorurteil – die Erkrankung kann ganz andere Ursachen haben. Zudem ist der Harnsäurespiegel bei sehr vielen Menschen hoch, ohne dass sie Beschwerden haben. Sich selbst die Schuld an der Erkrankung zu geben, ist also nicht nötig – und auch nicht, sich zu viele Gedanken um seine Ernährung zu machen.

    Gichtanfälle können das Bild vom eigenen Körper verändern. Gerade für jüngere Menschen kann es belastend sein, eine Krankheit zu haben, die eher als Alterserkrankung gilt. Frauen mit Gicht fühlen sich manchmal unattraktiv, weil sie zum Beispiel in der Wahl ihrer Schuhe eingeschränkt sind. Während eines Gichtanfalls kann jede Art von Druck auf die betroffenen Gelenke schmerzhaft sein – also auch körperliche Bewegung und selbst sanfte Berührungen.

    Weitere Informationen

    Die Hausarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem ärztlichen Rat braucht. Wir informieren darüber, wie man die richtige Praxis findet, wie man sich am besten auf den Arztbesuch vorbereitet und was dabei wichtig ist.

    Quellen

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    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Was kann ich selbst tun, um Gichtanfällen vorzubeugen?

    Gicht ist die Folge eines erhöhten Harnsäurespiegels: Wenn sich zu viel Harnsäure im Körper befindet, kann sie sich in Gelenken ablagern und einen Gichtanfall auslösen. Manche Menschen schaffen es, den Harnsäurespiegel niedrig zu halten, indem sie Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte nur in Maßen essen und wenig Alkohol trinken.

    Harnsäure ist ein Abbauprodukt der sogenannten Purine. Sie werden überwiegend im Körper selbst gebildet, zum Teil aber auch über die Nahrung aufgenommen. Purine sind in vielen Lebensmitteln enthalten. Fisch, Fleisch und Meeresfrüchte sind besonders reich an Purinen. Manchmal wird Menschen mit Gicht eine streng purinarme Kost empfohlen. Wie wirksam eine solche Ernährung ist, weiß man aber nicht genau.

    Gicht ist die Folge eines erhöhten Harnsäurespiegels: Wenn sich zu viel Harnsäure im Körper befindet, kann sie sich in Gelenken ablagern und einen Gichtanfall auslösen. Manche Menschen schaffen es, den Harnsäurespiegel niedrig zu halten, indem sie Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte nur in Maßen essen und wenig Alkohol trinken.

    Harnsäure ist ein Abbauprodukt der sogenannten Purine. Sie werden überwiegend im Körper selbst gebildet, zum Teil aber auch über die Nahrung aufgenommen. Purine sind in vielen Lebensmitteln enthalten. Fisch, Fleisch und Meeresfrüchte sind besonders reich an Purinen. Manchmal wird Menschen mit Gicht eine streng purinarme Kost empfohlen. Wie wirksam eine solche Ernährung ist, weiß man aber nicht genau.

    Welche Rolle spielen Purine?

    Schätzungsweise 70 % der Harnsäure im Blut entsteht im Körper selbst. Auch durch eine streng purinarme Ernährung lässt sich der Harnsäurespiegel daher höchstens um 30 % senken. Aber nicht alle Lebensmittel sind gleich: Der Körper nimmt Purine aus verschiedenen Quellen unterschiedlich auf. Ob es sinnvoll ist, allgemein auf purinhaltige Lebensmittel zu verzichten, ist daher fraglich – vor allem, wenn man sich insgesamt ausgewogen ernährt. Verlässliche Studien zur Wirkung einer streng purinarmen Ernährung gibt es nicht. Sie ist zudem nur schwer durchzuhalten.

    Welchen Einfluss haben Ernährung und Gewicht?

    Einzelne Studien deuten darauf hin, dass bestimmte Lebensmittel mit Gichtattacken in Zusammenhang stehen. So treten Gichtanfälle offenbar öfter auf, wenn in den Tagen davor viel Fleisch, Fisch oder Meeresfrüchte gegessen wurde. Dies deckt sich mit der Erfahrung vieler Betroffener. Purinhaltige vegetarische Lebensmittel wie Erbsen, Bohnen, Linsen, Spinat, Pilze, Haferflocken, Blumenkohl und Brokkoli zeigten dagegen keinen oder nur einen geringen Einfluss auf das Risiko für einen Gichtanfall. Insgesamt ist der Zusammenhang zwischen bestimmten Lebensmitteln und Gichtanfällen noch nicht sehr gut erforscht.

    Manchmal wird zur Vorbeugung von Gichtanfällen der Verzehr von Kirschen empfohlen. Wissenschaftliche Belege für eine solche Wirkung gibt es bislang aber nicht.

    Da der Stoffwechsel nicht bei allen Menschen gleich reagiert, ist es sinnvoll, selbst auszuprobieren, was einem guttut und was nicht – und welche Mengen man verträgt. Manchen Menschen geht es besser, wenn sie ihre Ernährung anpassen. Andere senken ihren Harnsäurespiegel erfolgreich mit Medikamenten und kommen gut zurecht, ohne ihre Ernährung zu verändern.

    Einzelne Studien weisen auch darauf hin, dass es bei starkem Übergewicht helfen kann abzunehmen. Auf striktes Fasten verzichten Menschen mit Gicht aber besser – denn dies kann selbst einen Gichtanfall auslösen.

    Hilft es, keinen Alkohol zu trinken?

    Es gibt nur wenige Studien zum Einfluss von Alkohol auf Gichtanfälle. Sie deuten darauf hin, dass Menschen mit Gicht häufiger einen Anfall bekommen, wenn sie in den 24 Stunden vorher mehr als ein bis zwei alkoholische Getränke getrunken haben. Mit einem alkoholischen Getränk ist zum Beispiel eine kleine Flasche Bier (0,33 l), ein kleines Glas Wein (0,1 l) oder ein doppelter Schnaps (4 cl) gemeint.

    Es gibt verschiedene Gründe, warum Alkohol Gichtanfälle auslösen kann. Zum einen fördert er selbst die Harnsäurebildung und verringert die Ausscheidung von Harnsäure durch die Nieren. Zum anderen kann die entwässernde Wirkung von Alkohol Gicht begünstigen. In Gelenken, deren Gewebe zu wenig Flüssigkeit enthält, bilden sich leichter Harnsäurekristalle. Vor allem Bier enthält außerdem vergleichsweise viel Purin, was ebenfalls eine Rolle spielen könnte.

    Worauf sollte ich achten, wenn ich Medikamente einnehme?

    Es gibt bestimmte Medikamente, die den Harnsäurespiegel erhöhen und dadurch Gicht begünstigen können. Dazu zählen vor allem entwässernde Medikamente (Diuretika), Acetylsalicylsäure (ASS) und bestimmte Medikamente, die nach einer Organtransplantation eingesetzt werden. Auch das Parkinson-Medikament Levodopa und manche Krebsmedikamente können Gicht begünstigen.

    Wer diese Medikamente nimmt, bespricht am besten mit seiner Ärztin oder seinem Arzt, ob es möglich ist, das Medikament zu wechseln.

    Können Nahrungsergänzungsmittel helfen?

    Manchmal wird Menschen mit Gicht empfohlen, Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin C einzunehmen, da sie den Harnsäurespiegel senken sollen. Bislang wurde die Wirkung von Vitamin C bei Gicht aber nur in einer guten Studie untersucht. Dort zeigte sich eine schwache Wirkung auf den Harnsäurespiegel. Ob dies das Risiko für Gichtanfälle senkt, hat die Studie nicht untersucht.

    Und wenn eine Änderung der Ernährung nicht ausreicht?

    Manchen Menschen gelingt es, ihren Harnsäurewert durch eine Änderung der Ernährung in den Griff zu bekommen. Viele benötigen dazu jedoch Medikamente. Ein Großteil der Harnsäure wird im Körper selbst produziert, deshalb hat die Ernährung nur einen begrenzten Einfluss. Eine Behandlung mit Medikamenten ist sinnvoll, wenn es oft zu Gichtanfällen kommt sowie bei Folgeerscheinungen wie Gichtknoten oder Nierensteinen.

    Quellen

    Andrés M, Sivera F, Falzon L, Buchbinder R, Carmona L. Dietary supplements for chronic gout. Cochrane Database Syst Rev 2014; (10): CD010156.

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    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Akuter Gichtanfall: Schmerzbehandlung

    Ein Gichtanfall gehört zu den schmerzhaftesten Gelenkbeschwerden. Entzündungshemmende Schmerzmittel und Kortison können die Schmerzen lindern. Alternativ kommt das Gichtmedikament Colchicin infrage – es wirkt aber langsamer.

    Gicht wird durch einen erhöhten Harnsäurespiegel verursacht. Wenn die Menge der Harnsäure im Körper eine bestimmte Grenze überschreitet, können sich Kristalle bilden, die sich in den Gelenken ablagern und einen schmerzhaften Gichtanfall auslösen. Meist sind die Schmerzen und die Schwellung nach 6 bis 12 Stunden am stärksten. In der Regel dauert es etwa eine Woche, bis die Schwellung zurückgeht und sich das Gelenk erholt. Akute Schmerzen lassen sich durch entzündungshemmende Schmerzmittel oder eine kurzfristige Kortisonbehandlung lindern. Die Wirkung dieser Medikamente setzt innerhalb einer Stunde ein.

    Ein Gichtanfall gehört zu den schmerzhaftesten Gelenkbeschwerden. Entzündungshemmende Schmerzmittel und Kortison können die Schmerzen lindern. Alternativ kommt das Gichtmedikament Colchicin infrage – es wirkt aber langsamer.

    Gicht wird durch einen erhöhten Harnsäurespiegel verursacht. Wenn die Menge der Harnsäure im Körper eine bestimmte Grenze überschreitet, können sich Kristalle bilden, die sich in den Gelenken ablagern und einen schmerzhaften Gichtanfall auslösen. Meist sind die Schmerzen und die Schwellung nach 6 bis 12 Stunden am stärksten. In der Regel dauert es etwa eine Woche, bis die Schwellung zurückgeht und sich das Gelenk erholt. Akute Schmerzen lassen sich durch entzündungshemmende Schmerzmittel oder eine kurzfristige Kortisonbehandlung lindern. Die Wirkung dieser Medikamente setzt innerhalb einer Stunde ein.

    Entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR)

    Zur Gruppe der entzündungshemmenden Schmerzmittel gehören zum Beispiel Diclofenac, Ibuprofen, Indometacin, Naproxen und Etoricoxib. Sie werden auch nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) genannt. Einige dieser Mittel sind in niedrigen Dosierungen rezeptfrei in der Apotheke erhältlich, andere sind verschreibungspflichtig. NSAR können die Schmerzen eines Gichtanfalls wirksam lindern. ASS gehört zwar auch zu den NSAR, ist aber für die Behandlung von Schmerzen bei Gicht eher nicht geeignet. Im Gegenteil – Studien deuten an, dass die Einnahme von niedrig dosierter ASS das Risiko für einen Gichtanfall erhöhen kann.

    Zu den häufigsten Nebenwirkungen von NSAR gehören Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall und Übelkeit. Etoricoxib ist etwas besser verträglich als andere NSAR.

    Eine seltenere Nebenwirkung von NSAR sind Magengeschwüre. Wer hierfür ein erhöhtes Risiko hat, kann die Medikamente mit sogenannten Protonenpumpenhemmern wie Omeprazol kombinieren. Sie schützen die Magenschleimhaut und beugen dadurch Geschwüren vor.

    Kortison (Kortikoide)

    Kortisonpräparate werden in der Regel als Tabletten eingenommen. Studien zeigen, dass sie Schmerzen ähnlich gut lindern wie NSAR. In der Regel wird über fünf Tage das Kortisonpräparat Prednisolon eingesetzt, in einer Dosierung von täglich 3 bis 4 Tabletten mit jeweils 10 mg des Wirkstoffs.

    Prednisolon ist vor allem für Magen und Darm besser verträglich als die meisten entzündungshemmenden Schmerzmittel. Eine eher seltene Nebenwirkung sind vorübergehende Hautausschläge.

    Kortisontabletten haben einen schlechten Ruf, da sie ernsthafte Nebenwirkungen haben, wenn sie über längere Zeit eingenommen werden. Diese Nebenwirkungen sind aber bei einer kurzfristigen Einnahme zur Behandlung eines Gichtanfalls nicht zu befürchten.

    Colchicin

    Colchicin ist ein Medikament, das aus der Pflanze „Herbstzeitlose“ gewonnen wird. Vermutlich verhindert es, dass Abwehrzellen in die Gelenke wandern, die an der Entzündungsreaktion beteiligt sind. Colchicin kann akute Gicht wirksam lindern. Wichtig ist, die Behandlung in den ersten 36 Stunden des Gichtanfalls zu beginnen.

    Colchicin wird heute nicht mehr so oft eingesetzt, weil es bis zu 24 Stunden dauern kann, bis sich seine ganze Wirkung entfaltet. Es ist aber eine Alternative für Menschen, die andere Mittel nicht vertragen oder aus anderen Gründen nicht nehmen können.

    Eine Behandlung mit Colchicin besteht aus der Einnahme von insgesamt vier Tabletten mit je 0,5 mg des Wirkstoffs. Man beginnt mit zwei Tabletten, nimmt nach einer Stunde die dritte und nach einer weiteren Stunde die vierte Tablette. Diese Colchicin-Dosis von zusammen 2 mg vertragen die meisten Menschen gut.

    Von höheren Colchicin-Dosierungen raten medizinische Fachgesellschaften ab, da das Mittel dann sehr häufig zu Nebenwirkungen wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen führt. Zudem wirken höhere Dosierungen nach aktuellem Wissen nicht besser. In jedem Fall ist es wichtig, die tägliche Höchstdosis von 6 mg nicht zu überschreiten.

    Die Wirkstoffe im Vergleich

    In den bisherigen Studien wirkten die unterschiedlichen Mittel ähnlich gut. In der Regel nimmt man bei einem Gichtanfall ein Mittel aus der Gruppe der NSAR wie zum Beispiel Naproxen oder das Kortisonpräparat Prednisolon. Je nachdem, wie stark die Schmerzen sind, können die beiden Mittel auch kombiniert werden.

    Die Entscheidung für ein Medikament hängt auch von der persönlichen Situation ab. So sind NSAR für Menschen, die gerinnungshemmende Medikamente nehmen, eine Magen-Darm-Erkrankung oder eine Nierenschwäche haben, weniger gut geeignet. Für Menschen mit Diabetes oder akuten Infektionen kommt Kortison unter Umständen nicht infrage.

    Quellen

    Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). Akute Gicht in der hausärztlichen Versorgung (S1-Leitlinie). AWMF-Registernr.: 053-032b. 09.2013.

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    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Wann ist eine langfristige Behandlung mit Medikamenten sinnvoll?

    Nicht immer lässt sich Gicht mit einer Ernährungsumstellung und weniger Alkohol in den Griff bekommen. Dann können Medikamente infrage kommen, die den Harnsäurespiegel senken. Eine langfristige Behandlung mit solchen Mitteln ist vor allem bei häufigen Gichtanfällen und Folgeproblemen wie Nierensteinen sinnvoll.

    Gicht wird durch einen erhöhten Harnsäurespiegel verursacht. Wenn die Menge der Harnsäure im Blut eine bestimmte Grenze überschreitet, können sich Harnsäurekristalle in den Gelenken ablagern und Gichtanfälle auslösen. Ein über Jahre erhöhter Harnsäurespiegel kann zu Folgeproblemen führen und die Gelenke schädigen.

    Eine akute Gicht kann chronisch werden. Da dies aber nicht bei allen Menschen passiert, ist unter Fachleuten umstritten, wann eine Behandlung mit harnsäuresenkenden Medikamenten begonnen werden sollte.

    Die Entscheidung für eine Behandlung mit harnsäuresenkenden Medikamenten ist auch eine persönliche. Denn die Medikamente müssen über Jahre eingenommen werden und haben manchmal Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Mitteln. Eine Ärztin oder ein Arzt kann helfen, die Vor- und Nachteile der Behandlung gut abzuwägen.

    Nicht immer lässt sich Gicht mit einer Ernährungsumstellung und weniger Alkohol in den Griff bekommen. Dann können Medikamente infrage kommen, die den Harnsäurespiegel senken. Eine langfristige Behandlung mit solchen Mitteln ist vor allem bei häufigen Gichtanfällen und Folgeproblemen wie Nierensteinen sinnvoll.

    Gicht wird durch einen erhöhten Harnsäurespiegel verursacht. Wenn die Menge der Harnsäure im Blut eine bestimmte Grenze überschreitet, können sich Harnsäurekristalle in den Gelenken ablagern und Gichtanfälle auslösen. Ein über Jahre erhöhter Harnsäurespiegel kann zu Folgeproblemen führen und die Gelenke schädigen.

    Eine akute Gicht kann chronisch werden. Da dies aber nicht bei allen Menschen passiert, ist unter Fachleuten umstritten, wann eine Behandlung mit harnsäuresenkenden Medikamenten begonnen werden sollte.

    Die Entscheidung für eine Behandlung mit harnsäuresenkenden Medikamenten ist auch eine persönliche. Denn die Medikamente müssen über Jahre eingenommen werden und haben manchmal Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Mitteln. Eine Ärztin oder ein Arzt kann helfen, die Vor- und Nachteile der Behandlung gut abzuwägen.

    Wann kommen Medikamente infrage?

    Eine medikamentöse Behandlung wird vor allem empfohlen, wenn

    • häufig Gichtanfälle auftreten oder sie sehr belastend sind,
    • im Röntgenbild Gelenkschäden zu sehen sind,
    • sich Gichtknoten gebildet haben oder
    • der erhöhte Harnsäurespiegel zu Nierensteinen geführt hat.

    Anlass für eine Medikamenten-Behandlung kann auch sein, wenn eine angepasste Ernährung nicht ausreicht, um den Harnsäurewert zu senken oder er sehr stark erhöht ist.

    Wenn zum ersten Mal ein Gichtanfall auftritt, ist unklar, ob eine harnsäuresenkende Therapie sinnvoll ist. Manche Menschen haben nach einem ersten Anfall jahrelang keine weiteren Probleme, andere nur sehr selten. Deshalb sprechen sich manche medizinischen Fachgesellschaften gegen eine rasche Medikamenten-Behandlung aus.

    Wann man von „häufigen“ Gichtanfällen spricht, ist nicht eindeutig festgelegt – meist sind mehr als ein oder zwei Gichtanfälle pro Jahr gemeint. Doch neben der Zahl der Gichtanfälle spielt auch eine Rolle, wie belastend sie sind und wie gut harnsäuresenkende Medikamente vertragen werden. Manchen Menschen widerstrebt es zudem, täglich Tabletten einzunehmen. Andere dagegen sorgen sich um langfristige Folgen der Gicht und empfinden die Medikamenten-Einnahme als beruhigend.

    Welche Medikamente kommen infrage?

    Zur Senkung des Harnsäurespiegels wird meist das Medikament Allopurinol eingesetzt. Dieser Wirkstoff hemmt den Abbau von Purinen und senkt dadurch den Harnsäurespiegel. Das Medikament wird nach dem Essen mit viel Flüssigkeit eingenommen.

    Es wird empfohlen, die Behandlung mit einer niedrigen Dosis von 100 mg zu beginnen und allmählich zu steigern, bis der Harnsäurewert unter 387 Mikromol pro Liter (µmol/l) oder 6,5 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) fällt. Oberhalb dieses Grenzwerts kann die Harnsäure im Blut Kristalle bilden.

    Für Menschen mit leichter Gicht reichen meist Dosierungen von 200 bis 300 mg Allopurinol pro Tag, bei schwerer Gicht können 400 bis 500 mg pro Tag erforderlich sein. Die Höchstdosis liegt bei 800 mg pro Tag, sie ist aber nur selten nötig.

    Nach Beginn der Behandlung wird zunächst alle drei Monate kontrolliert, ob der Harnsäurewert unter dem Wert liegt, ab dem sich Kristalle bilden könnten. Später reichen seltenere Kontrollen aus, zum Beispiel einmal im Jahr.

    Andere Medikamente

    Wenn eine Behandlung mit Allopurinol die Harnsäure nicht ausreichend senkt, kann das Medikament Febuxostat ausprobiert werden. Es hat einen ähnlichen Wirkungsmechanismus. Febuxostat wird aber nicht als erstes Mittel eingesetzt – unter anderem, weil es Hinweise  gibt, dass es das Risiko für tödliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Vergleich zu Allopurinol etwas erhöhen könnte.

    Eine weitere Behandlungsmöglichkeit sind Medikamente aus der Gruppe der Urikosurika, wie Probenecid und Benzbromaron. Sie wirken, indem sie die Harnsäure-Ausscheidung über die Nieren steigern. Sie können zusätzlich zu Allopurinol eingenommen werden, werden aber nur sehr selten eingesetzt.

    Wie wirksam sind die Medikamente?

    Allopurinol und Febuxostat können den Harnsäurespiegel sehr wirksam senken. In Studien zu diesen Medikamenten gelang es bei den meisten teilnehmenden Personen, die Harnsäure unter einen Wert von 387 µmol/l (6,5 mg/dl) zu bringen.

    Die meisten Fachleute gehen davon aus, dass sich mit den Medikamenten Folgeerkrankungen einer Gicht verhindern lassen. Dies wurde in den Studien aber nicht ausreichend geprüft. Es lässt sich daher nicht genau sagen, was Menschen mit Gicht tatsächlich von der langfristigen Einnahme der Mittel erwarten können – also zum Beispiel, wie viele Gichtanfälle sich vermeiden lassen oder wie gut die Behandlungen vor Gelenkschäden schützen.

    Was ist bei der Anwendung zu beachten?

    Gerade in den ersten Monaten der Behandlung können harnsäuresenkende Medikamente Gichtanfälle sogar begünstigen. Der Grund ist, dass sich die vorhandenen Harnsäurekristalle erst nach und nach auflösen. Dabei kann es passieren, dass kleine Kristallteilchen in das Gelenk geschwemmt werden. Dort bewirken sie eine Entzündung, die zu einem Gichtanfall führt. Dies kommt recht häufig vor. Man geht davon aus, dass es bis zu zwei Jahre dauern kann, bis der Körper die vorhandenen Harnsäurekristalle abgebaut hat.

    Um Gichtanfälle in dieser Zeit zu verhindern, wird in den ersten sechs Monaten oft zusätzlich niedrig dosiertes Colchicin verschrieben. Das Risiko für Anfälle lässt sich dadurch wirksam senken. Wenn es zu einem Anfall kommt, ist es nicht nötig, die harnsäuresenkenden Medikamente abzusetzen.

    Welche Nebenwirkungen können auftreten?

    Eine mögliche Nebenwirkung von Allopurinol sind Hautausschläge. Sie treten bei geschätzt einer von 100 Personen auf. Die meisten Hautausschläge sind leicht und bleiben ohne ernsthafte Folgen. Selten kann es sich jedoch um ein erstes Anzeichen für eine Überempfindlichkeit gegen Allopurinol handeln. Diese kann ernsthafte Komplikationen nach sich ziehen. Besonders gefährdet sind Menschen mit einer chronischen Nierenschwäche. Bei plötzlichem Krankheitsgefühl, Fieber, schnupfenähnlichen Beschwerden oder Hautausschlag, ist es daher wichtig, schnell ärztlichen Rat einzuholen.

    Die Nebenwirkungen von Febuxostat sind noch nicht so gut untersucht. Mögliche Nebenwirkungen sind Übelkeit, Gelenkschmerzen. Auch bei der Behandlung mit Febuxostat können Hautausschläge und ernsthafte Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten. Im Vergleich zu Allopurinol kann der Wirkstoff das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.

    Quellen

    Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). Häufige Gichtanfälle und Chronische Gicht in der hausärztlichen Versorgung (S1-Leitlinie). AWMF-Registernr.: 053-032a. 30.09.2013.

    Khanna D, Fitzgerald JD, Khanna PP, Bae S, Singh MK, Neogi T et al. American College of Rheumatology guidelines for management of gout. Part 1: systematic nonpharmacologic and pharmacologic therapeutic approaches to hyperuricemia. Arthritis Care Res (Hoboken) 2012; 64(10): 1431-1446.

    Kiltz U, Alten R, Fleck M, Krüger K, Manger B, Müller-Ladner U et al. S2e-Leitlinie Gichtarthritis (fachärztlich): Evidenzbasierte Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh). AWMF-Registernr.: 060-005. 30.04.2016.

    Qaseem A, Harris RP, Forciea MA. Management of Acute and Recurrent Gout: A Clinical Practice Guideline From the American College of Physicians. Ann Intern Med 2017; 166(1): 58-68.

    Shekelle PG, FitzGerald J, Newberry SJ, Motala A, O'Hanlon CE, Okunogbe A et al. Management of Gout. 03.2016. (AHRQ Comparative Effectiveness Reviews; Band 176).

    Tayar JH, Lopez-Olivo MA, Suarez-Almazor ME. Febuxostat for treating chronic gout. Cochrane Database Syst Rev 2012; (11): CD008653.

    White WB, Saag KG, Becker MA, Borer JS, Gorelick PB, Whelton A et al. Cardiovascular Safety of Febuxostat or Allopurinol in Patients with Gout. N Engl J Med 2018; 378(13): 1200-1210.

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    Gicht - Erfahrungsbericht - Marianne

    „Wenn ich manchmal einen Teller in die Hand genommen habe, war alles normal und plötzlich hatte ich diese starken Schmerzen und ich konnte den Teller nicht mehr halten.“

    Marianne, 64 Jahre

    „Wenn ich manchmal einen Teller in die Hand genommen habe, war alles normal und plötzlich hatte ich diese starken Schmerzen und ich konnte den Teller nicht mehr halten.“

    Die Gicht fing bei mir ganz langsam an. Und zwar in der rechten Hand. Der Mittelfinger veränderte sich und der Nagel begann sich zu wellen. Es tat weh, aber ich hatte mir erstmal nichts weiter dabei gedacht. Sogar Arbeitskollegen sprachen mich darauf an, ob meine Beschwerden eventuell mit einer Gicht zusammenhängen könnten. Darauf habe ich abgewunken und gesagt, dass ich so etwas nicht habe.

    Das Fingergelenk wurde dicker

    Das Fingergelenk wurde jedoch immer dicker und ich konnte kaum noch zufassen. Die Schmerzen waren stechend, als wenn es einen „durchfährt“. Es waren sehr, sehr starke Schmerzen. Sie kamen immer sehr plötzlich. Beispielsweise wenn ich manchmal einen Teller in die Hand genommen habe, war alles normal und plötzlich hatte ich diese starken Schmerzen und ich konnte den Teller nicht mehr halten.

    Andere Patienten haben die Beschwerden eher in den Zehen oder anderen Gelenken, aber ich habe es im Finger. Viele haben die Schmerzen in der Nacht und ich hatte sie eher am Tag. Nachts konnte ich gut schlafen und merkte nichts davon. Ich kann auch nicht sagen, dass die Schmerzen direkt auftraten, nachdem ich ein bestimmtes Nahrungsmittel gegessen hatte. Sie kamen einfach so.

    Die Schmerzen wurden zu stark

    Ich habe dann bewusst die rechte Hand geschont und eher die linke benutzt. Als mir dann der erste Teller aus der Hand fiel, weil ich ihn nicht mehr halten konnte, habe ich mich entschieden, zu einem Arzt zu gehen.

    Daraufhin bin ich zu meiner Hausärztin gegangen. Sie hat mir Blut abgenommen und festgestellt, dass meine Harnsäurewerte erhöht sind und ich an Gicht erkrankt bin.

    Ich hatte die Beschwerden nur an diesem Finger, an keinem anderen Gelenk. Die Ärztin hat mir eine Liste mit Lebensmitteln mitgegeben, die ich essen kann, die ich nicht essen sollte und welche ich kombinieren kann. Ich habe dann rigoros kein Schweinefleisch mehr gegessen. Etwa ein Vierteljahr habe ich mich streng an diesen Ernährungsplan gehalten.

    Die Beschwerden ließen nach

    Ich habe die Ernährungsumstellung ein halbes Jahr durchgehalten. Aber das fiel mir nicht leicht mit den Einschränkungen, da ich früher sehr gern Fleisch gegessen habe. Ich habe auch gerne Innereien und Spargel gegessen, dies aber alles weggelassen. Das war nicht einfach, aber diese Schmerzen waren so stark. Ich merkte mit der Zeit, wie mein Finger wieder dünner wurde. Ich hatte bisher keinen Gichtanfall mehr. Die Schmerzattacken kamen bisher nicht wieder. Ich konnte wieder richtig zufassen. Mittlerweile esse ich ab und zu wieder etwas Fleisch, aber alles in Maßen.

    Da ich in so einem frühen Stadium beim Arzt war, brauchte ich keine Medikamente zu nehmen. Bei der letzten Untersuchung bei meiner Ärztin waren die Harnsäurewerte zwar wieder ein wenig erhöht – aber noch nicht so hoch, dass sie einen Anlass für die Einnahme von Medikamenten gesehen hat.

    Mein Finger sieht jetzt wieder normal aus, es tut nicht mehr weh und ich bin in der Beweglichkeit nicht mehr eingeschränkt.

    Danksagung

    Erfahrungsberichte fassen Interviews mit Betroffenen zusammen. Alle Gesprächspartnerinnen und -partner haben der Veröffentlichung zugestimmt. Ihnen gilt unser herzlicher Dank.

    Die Berichte geben einen Einblick in den persönlichen Umgang und das Leben mit einer Erkrankung. Die Aussagen stellen keine Empfehlung des IQWiG dar.

    Hinweis: Um die Anonymität der Interviewten zu wahren, ändern wir ihre Vornamen. Die Fotos zeigen unbeteiligte Personen.

    Gicht - Erfahrungsbericht - Siegfried

    „Irgendwann bin ich vor Schmerzen aufgewacht: Mein rechter großer Zeh war angeschwollen, rot und tat sehr weh.“

    Siegfried, 73 Jahre

    „Irgendwann bin ich vor Schmerzen aufgewacht: Mein rechter großer Zeh war angeschwollen, rot und tat sehr weh.“

    Als ich etwa 48 Jahre alt war, bin ich irgendwann vor Schmerzen aufgewacht: Mein rechter großer Zeh war angeschwollen, rot und tat sehr weh. Damit fingen die Beschwerden an. Daraufhin ging ich zum Arzt. Er diagnostizierte bei mir Gicht.

    Ich bekam Medikamente dagegen. Dennoch hatte ich immer wieder Gichtanfälle. Mir fiel manchmal sogar das Gehen schwer. Ich spürte mit der Zeit auch Schmerzen in anderen Gelenken, aber hauptsächlich hatte ich die Beschwerden im Zeh. Ich kann mich noch an eine Dienstreise erinnern, bei der ich mein Bein hochlagern musste, weil es so wehtat. Und während einer anderen Dienstreise musste ich dort zum Arzt gehen, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe vor Schmerzen.

    Gichtanfälle traten unregelmäßig und plötzlich auf

    Mein Blut wurde regelmäßig auf den Harnsäurespiegel untersucht und ich bekam verschiedene Medikamente. Die Gichtanfälle traten jedoch weiter unregelmäßig und plötzlich auf. Wir probierten immer weiter, das passende Medikament mit der richtigen Dosis zu finden. Nach etwa drei Jahren Behandlung waren dann die Medikamente richtig eingestellt und mir wurde nur noch Allopurinol verordnet. Ich hatte seitdem keine Gichtanfälle mehr. Mit der Zeit habe ich meinen Alkoholkonsum stark reduziert und die Dosis der Medikamente konnte auf 100 mg gesenkt werden. Bei dieser Dosierung ist es bis heute geblieben.

    Ich habe damals auch meine Essgewohnheiten geändert. Unter anderem habe ich auch darauf geachtet, weniger Innereien und Hülsenfrüchte zu essen. Obwohl ich mich nicht erinnern kann, dass bestimmte Lebensmittel einen Gichtanfall bei mir ausgelöst hätten. Fette Speisen und üppiges Essen habe ich dennoch seither gemieden.

    Die Gicht beeinträchtigt nicht mehr das Leben

    Ich bin immer noch medikamentös sehr gut eingestellt und habe kaum Schmerzen. Ab und zu habe ich Gliederschmerzen. Ob die aber auf die Gicht oder auf mein Alter zurückzuführen sind, weiß ich nicht. In meinem Alter ist man ja nicht mehr ganz so fit.

    Ich versuche, mich viel zu bewegen und mache schon seit einigen Jahren regelmäßig gymnastische Übungen. Das halte ich für sehr wichtig und es tut mir einfach gut.

    Mittlerweile muss ich relativ oft wegen anderer Untersuchungen zum Arzt. Dann wird der Harnsäurespiegel bei anderen Blutuntersuchungen mitgemessen und ich bekomme die entsprechenden Medikamente verschrieben.

    Derzeit nehme ich eine Tablette pro Tag, immer am Abend. Früher habe ich sie immer am Morgen genommen. Aber jetzt muss ich auch einige andere Medikamente einnehmen und ich habe die Einnahme auf den Abend verschoben. Damit komme ich gut klar.

     

    Danksagung

    Erfahrungsberichte fassen Interviews mit Betroffenen zusammen. Alle Gesprächspartnerinnen und -partner haben der Veröffentlichung zugestimmt. Ihnen gilt unser herzlicher Dank.

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    Hinweis: Um die Anonymität der Interviewten zu wahren, ändern wir ihre Vornamen. Die Fotos zeigen unbeteiligte Personen.