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Gürtelrose

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    Wer Windpocken hatte, kann auch eine Gürtelrose bekommen. Beide Erkrankungen werden durch dieselben Viren ausgelöst. Ein geschwächtes Immunsystem, etwa durch starken Stress oder im Alter, kann den oft sehr schmerzhaften Hautausschlag begünstigen. Meist ist die Gürtelrose nach zwei bis vier Wochen überstanden.

    Einleitung

    Jeder, der schon einmal Windpocken hatte, kann später eine Gürtelrose bekommen. Beide Erkrankungen werden durch dieselben Viren verursacht, die sogenannten Varizella-Zoster-Viren. Nach einer Infektion mit Windpocken (Varizellen) bleiben diese Viren im Körper. Viele Jahre später können sie wieder aktiv werden und eine Gürtelrose (Herpes Zoster) auslösen: einen meist streifenförmigen Hautausschlag mit Bläschen, der häufig sehr schmerzhaft ist. Der Ausschlag tritt in der Regel nur auf einer Körperhälfte auf.

    Die Gürtelrose ist vor allem bei älteren Menschen eine recht häufige Erkrankung. Sie kann sehr unangenehm sein. Solange keine Komplikationen auftreten, ist sie aber meist nach 2 bis 4 Wochen überstanden.

    Seit 2018 wird über 60-Jährigen eine Impfung gegen Gürtelrose empfohlen; Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder chronischer Erkrankung bereits ab 50 Jahren.

    Eine Gürtelrose ist ansteckend – allerdings nur für Personen, die noch keine Windpocken hatten. Die Ansteckung führt dann zunächst nur zu einer Windpocken-Erkrankung, nicht zu einer Gürtelrose.

    Symptome

    Bevor sich der Hautausschlag bildet, fühlt man sich meist abgeschlagen und müde. Es kann auch zu leichtem Fieber kommen und unter der Haut kribbeln. Nach 2 bis 3 Tagen zeigen sich dann die typischen Symptome und Beschwerden:

    • ein brennender oder stechender, mittelstarker bis starker Schmerz im betroffenen Bereich,
    • gefolgt von leichten Hautrötungen mit kleinen Knötchen,
    • aus denen sich innerhalb weniger Stunden Bläschen entwickeln, die jucken können.

    Dieses Stadium hält bis zu fünf Tage an. Danach trocknen die Bläschen innerhalb von 2 bis 10 Tagen aus und es bilden sich gelbliche Krusten.

    Charakteristisch sind die Form des Hautausschlags und das einseitige Auftreten: Er zieht sich streifenförmig über die betroffene Körperhälfte. Am Rumpf erinnert der Ausschlag an einen Gürtel, daher der Name „Gürtelrose“.

     

    Grafik: Gürtelrose: typischer Hautausschlag auf einer Körperhälfte Gürtelrose: typischer Hautausschlag auf einer Körperhälfte

     

    Der Ausschlag tritt am häufigsten auf dem Rumpf oder Brustkorb auf. Er kann sich aber überall auf dem Körper entwickeln, zum Beispiel auf den Armen, am Kopf oder im Gesicht. Manchmal sind dann auch Augen oder Ohren betroffen. Bei einigen Menschen bilden sich auch auf größeren Bereichen Bläschen.

    Ursachen

    Nach einer Windpocken-Erkrankung nisten sich die Varizella-Zoster-Viren unbemerkt in den Nervenwurzeln im Bereich des Rückenmarks oder in den Hirnnerven ein. Man trägt sie ein Leben lang im Körper, normalerweise ohne etwas davon zu spüren.

    Wenn das Immunsystem geschwächt ist, zum Beispiel durch eine Erkrankung, starken Stress oder im Alter, können sich die Viren erneut vermehren. Sie wandern dann am betroffenen Nerv entlang in die Haut. Durch die Vermehrung der Viren in den Hautzellen entstehen eine Entzündung und der typische Hautausschlag. Die Entzündung des Nervs führt dazu, dass die von ihm versorgten Hautbereiche schmerzen.

     

    Grafik: Von Viren befallener Nerv und entzündeter Hautbereich Von Viren befallener Nerv und entzündeter Hautbereich

     

    Menschen, die noch keine Windpocken hatten, können sich bei Kontakt mit der Bläschenflüssigkeit einer Gürtelrose mit dem Varizella-Zoster-Virus anstecken. Die Ansteckung kann dann zunächst nur zu einer Windpocken-Erkrankung führen, nicht zu einer Gürtelrose. Wenn alle Bläschen ausgetrocknet sind und die letzte Kruste abgefallen ist, besteht keine Ansteckungsgefahr mehr.

    Eine Gürtelrose können auch Menschen bekommen, die gegen Windpocken geimpft wurden – nach Schätzungen allerdings seltener als Menschen, die die Windpocken durchgemacht haben.

    Häufigkeit

    Man geht davon aus, dass etwa 2 von 10 Personen, die Windpocken hatten, im Laufe ihres Lebens eine Gürtelrose bekommen. Meist erkranken Menschen über 50 Jahre. Das Risiko für eine Gürtelrose steigt mit dem Alter an, da das Immunsystem mit den Jahren schwächer wird. In Deutschland erkranken jährlich mehr als 300.000 Menschen.

    Verlauf

    Bei einem normalen Verlauf ohne Komplikationen dauert es bei Erwachsenen 2 bis 4 Wochen, bis eine Gürtelrose abheilt. Bei Kindern und jungen Menschen verläuft die Erkrankung im Allgemeinen unkompliziert. Die meisten Erwachsenen erkranken nur einmal im Leben.

    Sehr selten breiten sich die Bläschen auf benachbarte Hautbereiche oder sogar auf den gesamten Körper aus. Dies kann bei Menschen passieren, deren Immunsystem sehr geschwächt ist, beispielsweise durch eine schwere Erkrankung wie Krebs oder AIDS. Für sie kann eine Gürtelrose lebensbedrohlich werden.

    Folgen

    Wenn die juckenden Bläschen aufgekratzt werden, kann es zu einer bakteriellen Entzündung der Haut kommen und es können Narben zurückbleiben. Folgen einer Gürtelrose können auch eine Überempfindlichkeit der Haut oder Pigmentstörungen sein. Bei einer Pigmentstörung ist die Haut an den betroffenen Stellen blasser oder dunkler als die umliegende Haut.

    Tritt die Gürtelrose im Gesicht auf, kann sie auf das Auge übergreifen und dort eine Hornhautentzündung verursachen. Wenn Hör- und Gesichtsnerven betroffen sind, kann es zu einer Hörminderung oder zu Lähmungen im Gesicht kommen. Diese Beschwerden verschwinden in der Regel nach dem Abheilen der Gürtelrose wieder.

    Etwa 10 bis 20 von 100 Menschen haben durch die Nervenentzündung auch noch erhebliche Schmerzen, wenn der Ausschlag abgeheilt ist. Dies bezeichnet man als „Post-Zoster-Neuralgie“ oder „postherpetische Neuralgie“. Sie kann mehrere Wochen, Monate oder gar Jahre anhalten.

    Menschen mit stark geschwächter Immunabwehr haben ein erhöhtes Risiko für schwere Komplikationen. Bei ihnen kann sich eine Lungen-, Leber- oder Hirnhautentzündung entwickeln.

    Im Gegensatz zur Windpocken-Erkrankung ist eine Gürtelrose während der Schwangerschaft für das Kind ungefährlich.

    Diagnose

    Da sich oft zuerst die Schmerzen und danach die typischen Hautveränderungen bemerkbar machen, kann die Diagnose am Anfang schwierig sein. Je nachdem, wo die Gürtelrose auftritt, werden manchmal zuerst andere Ursachen für die Schmerzen vermutet, zum Beispiel eine Blinddarm- oder Gallenblasenentzündung, ein Bandscheibenvorfall oder gar ein Herzinfarkt.

    Auch den Hautausschlag halten viele Menschen zunächst nicht für eine ansteckende Erkrankung, sondern zum Beispiel für ein Ekzem. Dies kann dazu führen, dass sie einen Arztbesuch nicht für nötig halten.

    Ärztinnen und Ärzte erkennen eine Gürtelrose am typischen einseitigen Hautausschlag sowie den zugehörigen Schmerzen oder Empfindungsstörungen. Im Zweifel wird untersucht, ob die Bläschenflüssigkeit Viren enthält. Außerdem kann überprüft werden, ob sich im Blut vermehrt Antikörper gegen das Varizella-Zoster-Virus finden.

    Vorbeugung

    Seit Ende 2018 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung für alle Personen ab 60 Jahren mit einem Totimpfstoff. Das heißt, der Impfstoff enthält nur Virusbestandteile, keine abgeschwächten Viren. Bei Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus, rheumatoider Arthritis oder einer Immunschwäche wird die Impfung bereits ab 50 Jahren empfohlen. Sie besteht aus zwei Impfdosen im Abstand von mindestens 2 bis höchstens 6 Monaten.

    Studien zeigen, dass der Impfstoff bei gesunden Menschen das Risiko, an Gürtelrose zu erkranken, deutlich verringert. Ob der Impfschutz länger als vier Jahre anhält, lässt sich noch nicht sicher sagen, weil der Totimpfstoff noch relativ neu ist. Nach der Impfung kann es zu Nebenwirkungen wie Hautrötungen und Ausschlägen, Schmerzen an der Einstichstelle oder Schwellungen kommen.

    Die Impfkosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

    Behandlung

    Beschwerden wie Schmerzen und Fieber lassen sich durch schmerzlindernde und fiebersenkende Mittel wie Paracetamol oder Ibuprofen lindern. Bei starken Schmerzen werden manchmal auch verschreibungspflichtige Schmerzmedikamente wie Opioide verordnet.

    Bei einer Gürtelrose wird eine sorgfältige Hautpflege empfohlen. Um den Juckreiz zu lindern und die Bläschen auszutrocknen, werden oft antiseptische oder juckreizstillende Lotionen, Gele oder Puder angewendet. Meist enthalten sie Gerbstoffe, Zink, Menthol oder Polidocanol. Wenn sich bereits Bläschen gebildet haben, wird manchmal auch zu kühlenden feuchten Umschlägen geraten. Wie gut diese Behandlungen bei einer Gürtelrose helfen, ist allerdings wissenschaftlich nicht gut untersucht.

    Spezielle Medikamente gegen das Herpes Zoster-Virus (Virustatika) werden nur empfohlen bei:

    • Personen über 50 Jahre,
    • einer Gürtelrose im Kopf-Hals-Bereich,
    • einem geschwächten Immunsystem,
    • einer Nierenschwäche,
    • schweren Verläufen oder einem erhöhten Risiko für Komplikationen.

    Frühzeitig eingenommen, können sie bei Gürtelrose die Heilung beschleunigen und die Dauer der Schmerzen verkürzen. Deshalb ist es sinnvoll, die antivirale Therapie innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten des Hautausschlags zu beginnen. Bei einem schweren Krankheitsverlauf können die Medikamente auch als Infusion in die Vene (intravenös) gegeben werden. Wenn das Ohr beteiligt ist, wird oft zusätzlich mit Kortison behandelt. Die Vor- und Nachteile einer solchen Kombinationstherapie sind aber noch unklar.

    Leben und Alltag

    Es ist wichtig, das Aufkratzen der Bläschen möglichst zu vermeiden: Die Bläschenflüssigkeit ist ansteckend und aufgekratzte Bläschen können Narben zurücklassen. Solange eine Gürtelrose ansteckend ist – also bis die letzten Bläschen komplett ausgeheilt sind –, sollten Erkrankte den direkten körperlichen Kontakt mit anderen Menschen meiden, wenn sie nicht wissen, ob diese vor Windpocken geschützt sind. Dies gilt vor allem für Menschen mit geschwächtem Immunsystem und für Schwangere. Die Ansteckungsgefahr lässt sich verringern, wenn man die Bläschen mit einem Verband abdeckt.

    Weitere Informationen

    Die Hausarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem ärztlichen Rat braucht. Wir informieren darüber, wie man die richtige Praxis findet, wie man sich am besten auf den Arztbesuch vorbereitet und was dabei wichtig ist.

    Quellen

    Chen N, Li Q, Yang J, Zhou M, Zhou D, He L. Antiviral treatment for preventing postherpetic neuralgia. Cochrane Database Syst Rev 2014; (2): CD006866.

    Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG). Diagnostik und Therapie des Zoster und der Postzosterneuralgie (S2k-Leitlinie). AWMF-Registernr.: 013-023. 24.05.2019.

    Gagliardi AM, Andriolo BN, Torloni MR, Soares BG. Vaccines for preventing herpes zoster in older adults. Cochrane Database Syst Rev 2016; (3): CD008858.

    Han Y, Zhang J, Chen N, He L, Zhou M, Zhu C. Corticosteroids for preventing postherpetic neuralgia. Cochrane Database Syst Rev 2013; (3): CD005582.

    McDonald EM, de Kock J, Ram FS. Antivirals for management of herpes zoster including ophthalmicus: a systematic review of high-quality randomized controlled trials. Antivir Ther 2012; 17(2): 255-264.

    Robert Koch-Institut (RKI). Gürtelrose (Herpes zoster): Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Erkrankung und Impfung. 24.01.2019.

    Robert Koch-Institut (RKI). RKI-Ratgeber: Windpocken (Varizellen), Gürtelrose (Herpes zoster). 13.12.2018.

    Ständige Impfkommission (STIKO). Wissenschaftliche Begründung für die Entscheidung, die Herpeszoster-Lebendimpfung nicht als Standardimpfung zu empfehlen. 07.09.2017. (Epidemiologisches Bulletin; Band 36).

    Ständige Impfkommission (STIKO). Wissenschaftliche Begründung zur Empfehlung einer Impfung mit dem Herpes zoster-subunit-Totimpfstoff. 13.12.2018. (Epidemiologisches Bulletin; Band 50).

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Anhaltende Schmerzen nach einer Gürtelrose (Post-Zoster-Neuralgie)

    Wenn der Hautausschlag einer Gürtelrose schon abgeheilt ist, die Schmerzen aber noch längere Zeit anhalten, spricht man von einer Post-Zoster-Neuralgie. Sie ist die häufigste Komplikation einer Gürtelrose. Sie kann mit verschiedenen Wirkstoffen behandelt werden. Wie man ihr vorbeugen kann, ist noch unklar.

    Eine Gürtelrose verursacht meist einen schmerzhaften Ausschlag. Normalerweise verschwinden die Schmerzen mit dem Abklingen des Ausschlags nach 2 bis 4 Wochen. Bleiben sie länger als drei Monate bestehen, spricht man von einer Post-Zoster-Neuralgie. Sehr selten kehren die Schmerzen auch wieder zurück, nachdem sie bereits verschwunden waren.

    Das Hauptsymptom einer Post-Zoster-Neuralgie sind die Nervenschmerzen (Neuralgie). Häufig ist auch die Haut überempfindlich und juckt. Dann kann es zum Beispiel unangenehm oder schmerzhaft sein, sich zu waschen, im Bett umzudrehen oder jemanden in den Arm zu nehmen. Die Schmerzen und der Juckreiz können sehr belastend sein und den Schlaf stören. Sie können über Wochen, Monate oder auch Jahre andauern.

    Wenn der Hautausschlag einer Gürtelrose schon abgeheilt ist, die Schmerzen aber noch längere Zeit anhalten, spricht man von einer Post-Zoster-Neuralgie. Sie ist die häufigste Komplikation einer Gürtelrose. Sie kann mit verschiedenen Wirkstoffen behandelt werden. Wie man ihr vorbeugen kann, ist noch unklar.

    Eine Gürtelrose verursacht meist einen schmerzhaften Ausschlag. Normalerweise verschwinden die Schmerzen mit dem Abklingen des Ausschlags nach 2 bis 4 Wochen. Bleiben sie länger als drei Monate bestehen, spricht man von einer Post-Zoster-Neuralgie. Sehr selten kehren die Schmerzen auch wieder zurück, nachdem sie bereits verschwunden waren.

    Das Hauptsymptom einer Post-Zoster-Neuralgie sind die Nervenschmerzen (Neuralgie). Häufig ist auch die Haut überempfindlich und juckt. Dann kann es zum Beispiel unangenehm oder schmerzhaft sein, sich zu waschen, im Bett umzudrehen oder jemanden in den Arm zu nehmen. Die Schmerzen und der Juckreiz können sehr belastend sein und den Schlaf stören. Sie können über Wochen, Monate oder auch Jahre andauern.

    Wann ist das Risiko für langanhaltende Schmerzen erhöht?

    Das Risiko, eine Post-Zoster-Neuralgie zu entwickeln, nimmt mit dem Alter zu. So haben nach vier Wochen noch

    • 27 % der 55- bis 59-jährigen und
    • 73 % der über 70-jährigen Menschen mit Gürtelrose Nervenschmerzen.

    Bei Frauen treten länger anhaltende Nervenschmerzen anscheinend öfter auf als bei Männern. Wenn die Augen von der Gürtelrose betroffen sind, ist eine Post-Zoster-Neuralgie ebenfalls wahrscheinlicher.

    Kann man einer Post-Zoster-Neuralgie vorbeugen?

    Bei schwerer Gürtelrose oder erhöhtem Risiko für Komplikationen wird häufig geraten, Medikamente einzunehmen, die die Viren bekämpfen. Diese sogenannte antivirale Therapie soll vor Post-Zoster-Neuralgien schützen.

    Einige Studien haben untersucht, ob eine solche Behandlung langanhaltenden Nervenschmerzen vorbeugen kann. Eine Therapie mit dem antiviralen Wirkstoff Aciclovir konnte eine Post-Zoster-Neuralgie jedoch nicht verhindern: Sowohl 4 als auch 6 Monate nach der Gürtelrose hatten noch immer gleich viele Personen Nervenschmerzen – egal, ob sie das Medikament eingenommen hatten oder ein Präparat ohne Wirkstoff (Placebo).

    Ob antivirale Therapien mit den Wirkstoffen Brivudin, Famciclovir oder Valaciclovir einer Post-Zoster-Neuralgie vorbeugen können, ist noch nicht ausreichend untersucht.

    Selten wird auch eine vorbeugende Behandlung mit Kortison empfohlen. Kortison kann als Tablette eingenommen oder in einen Muskel gespritzt werden. Bisherige Studien zeigen aber ebenfalls keine Vorteile gegenüber einer Behandlung mit einem Placebo.

    Wie wird eine Post-Zoster-Neuralgie behandelt?

    Anhaltende Nervenschmerzen können auf verschiedene Weise behandelt werden:

    • mit krampflösenden Medikamenten (Antiepileptika),
    • Schmerzmitteln,
    • angstlösenden Medikamenten (Antidepressiva) und
    • schmerzbetäubenden Pflastern.

    Bei anhaltenden Nervenschmerzen werden oft Antiepileptika wie Pregabalin oder Gabapentin eingesetzt. Sie werden anfangs mit Schmerzmitteln kombiniert, da es etwas dauert, bis sie wirken. Dann können die Schmerzmittel wieder abgesetzt werden.

    Reichen Antiepileptika nicht aus, ist es möglich, zusätzlich Antidepressiva einzunehmen. Beide hemmen die Schmerzweiterleitung zum Gehirn und dämpfen die Erregbarkeit der betroffenen Nerven.

    Sind die Schmerzen auf eine Körperstelle begrenzt, helfen möglicherweise Pflaster mit schmerzbetäubenden Wirkstoffen wie Lidocain oder Capsaicin. Studien deuten darauf hin, dass Pflaster mit hochdosiertem Capsaicin (8%ig) die Nervenschmerzen verringern können.

    Welcher Wirkstoff und welche Kombination geeignet ist, hängt von der Stärke der Schmerzen ab und davon, wie man die Medikamente verträgt. Deshalb ist es sehr wichtig, der Ärztin oder dem Arzt möglichst genau zu beschreiben, wie stark die Schmerzen sind, wie die Mittel wirken und ob es Nebenwirkungen gibt.

    Andere Behandlungen wie Akupunktur oder TENS sind nicht ausreichend in Studien untersucht. Deshalb lässt sich nicht zuverlässig sagen, ob sie wirken und wie verträglich sie sind.

    Wenn die Schmerzen trotz Behandlung anhalten, kann es sinnvoll sein, sich an Fachärztinnen und -ärzte für Schmerztherapie oder Neurologie, an ein Schmerzzentrum oder eine Schmerzklinik zu wenden.

    Quellen

    Chen N, Li Q, Yang J, Zhou M, Zhou D, He L. Antiviral treatment for preventing postherpetic neuralgia. Cochrane Database Syst Rev 2014; (2): CD006866.

    Derry S, Rice AS, Cole P, Tan T, Moore RA. Topical capsaicin (high concentration) for chronic neuropathic pain in adults. Cochrane Database Syst Rev 2017; (1): CD007393.

    Derry S, Wiffen PJ, Moore RA, Quinlan J. Topical lidocaine for neuropathic pain in adults. Cochrane Database Syst Rev 2014; (7): CD010958.

    Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG). Diagnostik und Therapie des Zoster und der Postzosterneuralgie (S2k-Leitlinie). AWMF-Registernr.: 013-023. 24.05.2019.

    Han Y, Zhang J, Chen N, He L, Zhou M, Zhu C. Corticosteroids for preventing postherpetic neuralgia. Cochrane Database Syst Rev 2013; (3): CD005582.

    Moore RA, Chi CC, Wiffen PJ, Derry S, Rice AS. Oral nonsteroidal anti-inflammatory drugs for neuropathic pain. Cochrane Database Syst Rev 2015; (10): CD010902.

    Ständige Impfkommission (STIKO). Wissenschaftliche Begründung für die Entscheidung, die Herpeszoster-Lebendimpfung nicht als Standardimpfung zu empfehlen. 07.09.2017. (Epidemiologisches Bulletin; Band 36).

    Wiffen PJ, Derry S, Bell RF, Rice AS, Tölle TR, Phillips T et al. Gabapentin for chronic neuropathic pain in adults. Cochrane Database Syst Rev 2017; (6): CD007938.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
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