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Lippenherpes

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    Bei Lippenherpes bilden sich schmerzhafte Bläschen, typischerweise nur auf einer Seite der Lippen. Wer einmal Lippenherpes hatte, hat häufig immer wieder damit zu tun. Ursache sind bestimmte ansteckende Herpesviren. Da die Erkrankung innerhalb von ein bis zwei Wochen von allein ausheilt, ist eine Behandlung normalerweise nicht nötig. 

    Einleitung

    Viele Menschen kennen das: Zunächst kribbelt oder juckt die Lippe, am nächsten Tag schwillt sie an und es bilden sich kleine Bläschen. Die für Lippenherpes typischen Symptome sind zwar lästig, klingen aber normalerweise nach ein bis zwei Wochen von selbst wieder ab.

    Ursache sind bestimmte ansteckende Herpesviren. Viele Menschen tragen sie in sich, sie lösen aber nicht bei jedem Beschwerden aus. Wer jedoch einmal Lippenherpes hatte, hat häufig immer wieder damit zu tun.

    Symptome

    Bei Lippenherpes (Herpes labialis) bilden sich schmerzhafte Bläschen, typischerweise nur auf einer Seite der Lippen. Die Bläschen können sich aber auch auf die umliegende Haut oder in die Mundhöhle ausbreiten.

     

    Grafik: Lippenherpes, v.l.n.r.: Rötung, Bläschen, Krusten - wie im Text beschrieben Lippenherpes, v.l.n.r.: Rötung, Bläschen, Krusten

     

    Die Bläschen reißen beim Sprechen, Lachen oder Kauen leicht ein und nässen dann. Säuerliche Lebensmittel oder Flüssigkeiten wie Saft oder Essig können die entstandene Wunde reizen. Beim Abheilen bilden sich Schorf oder Krusten.

    Wenn Lippenherpes zum ersten Mal auftritt, verursacht er oft heftigere Beschwerden, weil der Körper noch keine Antikörper gegen das Virus gebildet hat. Manchmal kommt es dann zu Symptomen wie Fieber, Schwäche und geschwollenen Lymphknoten im Nackenbereich.

    Auch Kleinkinder können fiebern, wenn sie zum ersten Mal Lippenherpes bekommen. Zudem kann sich bei ihnen die Mundschleimhaut stark entzünden und schmerzen. Die Entzündung wird dann auch als Mundfäule bezeichnet, weil sie zu starkem Mundgeruch führt.

    Ursachen

    Lippenherpes wird durch Herpes-simplex-Viren verursacht. Es gibt zwei verschiedene Arten, die als Typ 1 und Typ 2 bezeichnet werden. Vor allem der Typ-1-Virus ist für Lippenherpes verantwortlich, er kann aber auch von Herpes simplex Typ 2 ausgelöst werden. Der Herpes-Virus wird durch die Flüssigkeit in den Bläschen oder Geschwüren übertragen, beispielsweise beim Küssen, über gemeinsam benutzte Gegenstände oder beim Oralverkehr.

    Die Viren setzen sich in den Knoten (Ganglien) des Gesichtsnervs (Trigeminus-Nervs) fest. Bei einem Ausbruch wandern sie entlang der Nervenfasern in die Lippen und lösen dort die typischen Beschwerden aus. Wenn man sich einmal mit Herpes-Viren angesteckt hat, bleiben sie lebenslang dort.

    Die Viren brechen vor allem aus, wenn das Immunsystem geschwächt ist – zum Beispiel durch eine Erkältung oder nach starker körperlicher Anstrengung. Warum einige Menschen immer wieder Lippenherpes bekommen und andere nicht, ist aber nicht vollständig geklärt.

    Häufigkeit

    In Deutschland tragen schätzungsweise 60 bis 90 % der Menschen das Herpes simplex Virus Typ 1 in sich. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, sich angesteckt zu haben. Viele Menschen merken gar nichts davon, weil sie keine Beschwerden haben. Man schätzt, dass das Virus bei etwa 20 bis 40 % der Trägerinnen oder Träger irgendwann zu Lippenherpes führt.

    Verlauf

    Bei vielen Menschen kribbelt oder juckt die Lippe bereits einige Stunden oder am Tag bevor sich sichtbare Bläschen bilden. Während sie abheilen, können sich Krusten bilden, die ebenfalls leicht einreißen und bluten können.

    Es dauert etwa ein bis zwei Wochen, bis der Lippenherpes wieder verschwunden ist. Die kleinen Wunden hinterlassen keine sichtbaren Narben.

    Manche Menschen haben immer wieder mit Lippenherpes zu tun – in der Regel ein- bis zweimal im Jahr. Bei etwa 5 bis 10 % der Betroffenen kommt es aber zu mehr als fünf Ausbrüchen pro Jahr. Die Stärke der Beschwerden nimmt aber mit der Zeit oft ab.

    Folgen

    Lippenherpes heilt bei ansonsten gesunden Menschen folgenlos von selbst aus.

    Bei Menschen mit Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder schweren Verbrennungen kann das Herpes-Virus größere Hautbereiche besiedeln. Dazu kommt es aber eher selten.

    Bei einem stark geschwächten Immunsystem kann die Entzündung länger andauern, ausgeprägter sein und manchmal auch zu Komplikationen führen. Mögliche Ursachen hierfür sind Immunerkrankungen wie eine HIV-Infektion oder Chemotherapien im Rahmen einer Krebsbehandlung. Medikamente, die nach einer Knochenmark- oder Organtransplantation eingesetzt werden, machen das Immunsystem anfällig.

    Diagnose

    Lippenherpes lässt sich leicht anhand der typischen Symptome erkennen. Die meisten Menschen, die schon einmal Lippenherpes hatten, wissen bereits bei den ersten Anzeichen, was auf sie zukommt. Ein Arztbesuch ist in der Regel nicht nötig.

    Selten tritt die Herpes-Infektion an anderen Hautstellen auf. Dann kann die Ärztin oder der Arzt dort Flüssigkeit aus den Bläschen entnehmen (Abstrich) und im Labor auf Herpes-Viren untersuchen lassen.

    Vorbeugung

    Bestimmte Reize können das Herpes-Virus aktivieren, zum Beispiel

    • UV-Strahlen (durch Sonnenlicht oder im Solarium),
    • sehr heiße oder kalte Temperaturen,
    • kleine Verletzungen und Risse an den Lippen sowie
    • körperliche oder psychische Belastungen.

    Um das Risiko für einen Ausbruch zu senken, kann man versuchen, solche Faktoren zu meiden. Die Verwendung von Sonnencreme und eine gute Lippenpflege sind ebenfalls Möglichkeiten, die man ausprobieren kann.

    Wenn das Virus sehr häufig ausbricht und zu Lippenherpes führt, kann auch eine vorbeugende Behandlung mit Medikamenten infrage kommen. Es ist allerdings kaum untersucht, wie gut sie vor Lippenherpes schützt.

    Man kann sich selbst und andere vor einer Infektion schützen, indem man bis zur vollständigen Abheilung der Lippenbläschen und -krusten

    • niemanden küsst,
    • keine Handtücher, Geschirr und Besteck teilt,
    • die Hände wäscht, wenn man sich an die Lippe gefasst hat (zum Beispiel nach dem Auftragen von Salbe),
    • Sport mit Körperkontakt vermeidet und
    • keinen Oralsex hat, denn dabei können die Viren auf die Schleimhäute an den Geschlechtsorganen übertragen werden und Genitalherpes auslösen.

    Neugeborene bis zur achten Lebenswoche sind wegen ihres noch unreifen Immunsystems besonders gefährdet. Hat ein Elternteil einen Lippenherpes, sollte es den Säugling nicht küssen, dessen Schnuller nicht in den Mund nehmen, sich regelmäßig die Hände waschen und verhindern, dass das Kind versehentlich die Herpesbläschen berührt.

    Wenn man Lippenherpes hat, ist es nicht nötig, sich krankschreiben zu lassen oder vom Unterricht fernzubleiben.

    Auch außerhalb eines Ausbruchs ist es möglich, andere anzustecken. Da dies aber nur sehr selten passiert, kann auf Vorsichtsmaßnahmen verzichtet werden, solange man keinen akuten Lippenherpes hat.

    Behandlung

    Da Lippenherpes von selbst ausheilt, ist eine Behandlung normalerweise nicht notwendig.

    Virushemmende Salben, Cremes, Pflaster oder Gele können die Dauer eines akuten Ausbruchs um ungefähr einen Tag verkürzen. Teilweise können sie auch verhindern, dass sich Bläschen und Krusten bilden. Sie enthalten die Wirkstoffe Aciclovir oder Penciclovir und sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

    Wichtig ist die richtige Anwendung: Wenn sich die ersten Symptome zeigen, sollte die Behandlung innerhalb von 24 Stunden begonnen werden, um zu wirken. Am besten ist es, so früh wie möglich anzufangen. Die Mittel werden dann fünf Tage lang alle 2 bis 3 Stunden auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen.

    Im Gegensatz zu den Cremes sind Tabletten mit virushemmenden Wirkstoffen nur auf Rezept erhältlich. Sie können die Krankheitsdauer ebenfalls um etwa einen Tag verkürzen. Ob sie wirksamer sind als eine äußerliche Behandlung, ist unklar. Sie sind aber einfacher anzuwenden, da man sie nur ein- oder zweimal am Tag nehmen muss.

    Deutlich größer ist die schützende Wirkung von Tabletten bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, zum Beispiel während einer Chemotherapie.

    Weitere Informationen

    Die Hausarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem ärztlichen Rat braucht. Wir informieren darüber, wie man die richtige Praxis findet, wie man sich am besten auf den Arztbesuch vorbereitet und was dabei wichtig ist.

    Quellen

    Chen F, Xu H, Liu J, Cui Y, Luo X, Zhou Y et al. Efficacy and safety of nucleoside antiviral drugs for treatment of recurrent herpes labialis: a systematic review and meta-analysis. J Oral Pathol Med 2017; 46(8): 561-568.

    Chi CC, Wang SH, Delamere FM, Wojnarowska F, Peters MC, Kanjirath PP. Interventions for prevention of herpes simplex labialis (cold sores on the lips). Cochrane Database Syst Rev 2015; (8): CD010095.

    Glenny AM, Fernandez Mauleffinch LM, Pavitt S, Walsh T. Interventions for the prevention and treatment of herpes simplex virus in patients being treated for cancer. Cochrane Database Syst Rev 2009; (1): CD006706.

    Pebody RG, Andrews N, Brown D, Gopal R, De Melker H, Francois G et al. The seroepidemiology of herpes simplex virus type 1 and 2 in Europe. Sex Transm Infect 2004; 80(3): 185-191.

    Usatine RP, Tinitigan R. Nongenital herpes simplex virus. Am Fam Physician 2010; 82(9): 1075-1082.

    Whitley RJ, Roizman B. Herpes simplex virus infections. Lancet 2001; 357(9267): 1513-1518.

    Worrall G. Herpes labialis. BMJ Clin Evid 2009; 2009: pii: 1704.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Lässt sich Lippenherpes vorbeugen?

    Mit Sonnencreme und guter Pflege kann man die Lippen vor möglichen Herpes-Auslösern wie Sonnenstrahlen und Rissen schützen. Ob vorbeugende Medikamente für Menschen mit einem gesunden Immunsystem hilfreich sind, ist nicht gut untersucht.

    Manche Menschen haben immer wieder mit Lippenherpes zu tun. Bei schätzungsweise 5 bis 10 von 100 Betroffenen bricht das Virus mehr als fünfmal im Jahr aus. Wer vorbeugen möchte, kann versuchen, mögliche Auslöser zu vermeiden.

    Für Menschen, die häufig Lippenherpes haben und sich dadurch sehr beeinträchtigt fühlen, kommt auch eine vorbeugende Behandlung mit virushemmenden Medikamenten zum Einnehmen infrage. Sie sind aber nur zur Vorbeugung von anderen Herpeserkrankungen zugelassen. Wenn sie bei Lippenherpes angewendet werden, handelt es sich um einen nicht bestimmungsmäßigen Gebrauch, für den besondere Regelungen gelten (Off-Label-Use).

    Mit Sonnencreme und guter Pflege kann man die Lippen vor möglichen Herpes-Auslösern wie Sonnenstrahlen und Rissen schützen. Ob vorbeugende Medikamente für Menschen mit einem gesunden Immunsystem hilfreich sind, ist nicht gut untersucht.

    Manche Menschen haben immer wieder mit Lippenherpes zu tun. Bei schätzungsweise 5 bis 10 von 100 Betroffenen bricht das Virus mehr als fünfmal im Jahr aus. Wer vorbeugen möchte, kann versuchen, mögliche Auslöser zu vermeiden.

    Für Menschen, die häufig Lippenherpes haben und sich dadurch sehr beeinträchtigt fühlen, kommt auch eine vorbeugende Behandlung mit virushemmenden Medikamenten zum Einnehmen infrage. Sie sind aber nur zur Vorbeugung von anderen Herpeserkrankungen zugelassen. Wenn sie bei Lippenherpes angewendet werden, handelt es sich um einen nicht bestimmungsmäßigen Gebrauch, für den besondere Regelungen gelten (Off-Label-Use).

    Wodurch können Ausbrüche begünstigt werden?

    Lippenherpes wird durch Viren verursacht, die sich in Nervenzellen der Lippen festgesetzt haben. Die meiste Zeit werden sie durch das Immunsystem in Schach gehalten. Ein Ausbruch ist wahrscheinlicher, wenn die Abwehr geschwächt ist. Als mögliche Auslöser gelten vor allem:

    • Sonnenlicht und künstliche UV-Strahlen
    • Erkältungen
    • Fieber
    • kleine Verletzungen und Risse an den Lippen
    • körperliche Belastungen
    • psychischer Stress
    • Einnahme von Kortisonpräparaten
    • Regelblutungen

    Die meisten dieser möglichen Auslöser lassen sich nicht oder nur bedingt vermeiden. Ob sich Ausbrüche verhindern lassen, indem man auf vermeidbare Auslöser wie Solarienbesuche und anstrengenden Sport verzichtet, ist nicht gut untersucht.

    Manche Leute glauben, dass Ekel einen Herpes-Ausbruch auslösen kann. Das ist aber nicht durch Studien belegt.

    Können Medikamente vor Lippenherpes schützen?

    Bei sehr häufig wiederkehrendem Lippenherpes kommt eine vorbeugende Behandlung mit systemisch wirksamen Medikamenten infrage, die die Vermehrung der Viren hemmen. Systemisch nennt man eine Behandlung mit Arzneimitteln, die im Gegensatz zu einer örtlichen (lokalen) Therapie im ganzen Körper wirken. Zu diesen Medikamenten gehören Aciclovir, Famciclovir und Valaciclovir. Sie werden auch antivirale Mittel oder Virostatika genannt. Diese Mittel werden meist als Tabletten eingenommen. In Studien wurde überwiegend Aciclovir untersucht.

    Medikamente zur Vorbeugung von Lippenherpes können je nach Behandlungsziel kurz- oder langfristig angewendet werden:

    • Kurzfristig bedeutet, dass die Mittel etwa eine Woche lang eingenommen werden, um einen Ausbruch möglichst zu verhindern – zum Beispiel kurz bevor und während eines Skiurlaubs, wenn man sich körperlicher Belastung und starkem Sonnenlicht aussetzt.
    • Langfristig bedeutet, dass die Mittel über mehrere Monate eingenommen werden, um die Zahl der Ausbrüche zu verringern.

    Forschungsergebnisse zur kurzfristigen Anwendung

    Es gibt nur wenige Studien zur kurzfristigen Vorbeugung von Lippenherpes mit Aciclovir bei Menschen mit gesundem Immunsystem. Es ist nicht nachgewiesen, dass eine kurzfristige Einnahme von virushemmenden Medikamenten vor Lippenherpes schützt.

    Forschungsergebnisse zur langfristigen Anwendung

    Eine einzelne Studie hat untersucht, ob Aciclovir vor Lippenherpes schützt, wenn es langfristig eingenommen wird. An dieser Studie nahmen Menschen teil, die mehr als fünfmal im Jahr Lippenherpes hatten. Sie nahmen das Medikament vier Monate lang zweimal täglich ein, in einer Dosis von insgesamt 800 mg pro Tag. Nach den vier Monaten zeigte sich:

    • Die Teilnehmenden, die lediglich ein Scheinmedikament (Placebo) einnahmen, bekamen im Durchschnitt zweimal Lippenherpes.
    • Die Teilnehmenden, die Aciclovir nahmen, bekamen im Durchschnitt einmal Lippenherpes.

    Anders ausgedrückt: Die langfristige Anwendung von Aciclovir verringerte die Zahl der Ausbrüche um die Hälfte. Da dieses Ergebnis auf nur einer kleinen Studie mit 22 Teilnehmenden beruht, ist es allerdings sehr unsicher.

    Aciclovir ist gut verträglich. Mögliche Risiken einer langfristigen Einnahme sind aber nicht gut untersucht. Bei einer Nierenschwäche werden niedrigere Dosierungen und Kontrollen der Nierenfunktion empfohlen, um mögliche Komplikationen zu vermeiden.

    Was gilt bei einem geschwächten Immunsystem?

    Sechs Studien haben untersucht, ob Aciclovir Menschen mit einem geschwächten Immunsystem vor Lippenherpes schützen kann. Im Studienzeitraum erhielten die Teilnehmenden eine Chemotherapie oder Knochenmarktransplantation zur Krebsbehandlung. Sie nahmen während dieser Zeit zusätzlich 4 bis 11 Wochen lang zwei- bis fünfmal täglich Aciclovir: Die Höchstdosis betrug 2000 mg pro Tag.

    Die Ergebnisse zeigten, dass Aciclovir etwa 50 % der Personen während der Krebsbehandlung vor Lippenherpes schützen konnte. Bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem können antivirale Medikamente das Risiko für Herpes-Ausbrüche also deutlich senken. Außerdem können sie einen Ausbruch eindämmen, wenn es doch dazu kommt.

    Welche anderen Behandlungen kommen infrage?

    Für äußerliche Behandlungen mit virushemmenden Cremes, Gels oder Salben wurde in bisherigen Studien keine vorbeugende Wirkung nachgewiesen. Fachleute gehen davon aus, dass diese Mittel nicht vor Lippenherpes-Schüben schützen können, weil die Wirkstoffe nicht bis in die befallenen Nervenzellen vordringen.

    Auch andere Behandlungen wie das Mittel Lysin, Laserbestrahlungen, örtliche Wärmeanwendungen und Hypnose sind bislang kaum erforscht. Ob sie helfen können, ist daher unklar.

    Quellen

    Chi CC, Wang SH, Delamere FM, Wojnarowska F, Peters MC, Kanjirath PP. Interventions for prevention of herpes simplex labialis (cold sores on the lips). Cochrane Database Syst Rev 2015; (8): CD010095.

    Glenny AM, Fernandez Mauleffinch LM, Pavitt S, Walsh T. Interventions for the prevention and treatment of herpes simplex virus in patients being treated for cancer. Cochrane Database Syst Rev 2009; (1): CD006706.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Wie gut helfen Cremes und Tabletten bei Lippenherpes?

    Virushemmende Medikamente wie Aciclovir oder Penciclovir können die Dauer eines Herpes-Ausbruchs um ungefähr einen Tag verkürzen. Wenn man sich für eine Behandlung entscheidet, ist es wichtig, sie schon bei den ersten Anzeichen zu beginnen.

    Lippenherpes ist lästig. Gerade für Menschen, die mehrmals im Jahr mit ihm zu tun haben, kann er die Lebensqualität deutlich einschränken. Virushemmende Medikamente können die Dauer eines Ausbruchs etwas verkürzen und die Symptome abschwächen.

    Wichtig ist die richtige Anwendung der Mittel: Wenn die ersten Symptome auftreten, sollte die Behandlung innerhalb von 24 Stunden begonnen werden – am besten so früh wie möglich. Dies gilt sowohl für Mittel zum Auftragen auf die Lippen als auch für Tabletten. Eine spätere Anwendung hilft möglicherweise nicht mehr, da die Viren sich dann schon entlang der Nervenfasern ausgebreitet haben. Mittel zum Auftragen auf die Lippen sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich, virushemmende Tabletten rezeptpflichtig.

    Virushemmende Medikamente wie Aciclovir oder Penciclovir können die Dauer eines Herpes-Ausbruchs um ungefähr einen Tag verkürzen. Wenn man sich für eine Behandlung entscheidet, ist es wichtig, sie schon bei den ersten Anzeichen zu beginnen.

    Lippenherpes ist lästig. Gerade für Menschen, die mehrmals im Jahr mit ihm zu tun haben, kann er die Lebensqualität deutlich einschränken. Virushemmende Medikamente können die Dauer eines Ausbruchs etwas verkürzen und die Symptome abschwächen.

    Wichtig ist die richtige Anwendung der Mittel: Wenn die ersten Symptome auftreten, sollte die Behandlung innerhalb von 24 Stunden begonnen werden – am besten so früh wie möglich. Dies gilt sowohl für Mittel zum Auftragen auf die Lippen als auch für Tabletten. Eine spätere Anwendung hilft möglicherweise nicht mehr, da die Viren sich dann schon entlang der Nervenfasern ausgebreitet haben. Mittel zum Auftragen auf die Lippen sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich, virushemmende Tabletten rezeptpflichtig.

    Mittel zum Auftragen auf die Lippen

    Cremes, Gels und Salben mit den Wirkstoffen Aciclovir oder Penciclovir sind ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Studien zeigen, dass sie die Dauer eines Herpes-Ausbruchs um knapp einen Tag verringern können. Außerdem können sie die Symptome etwas abschwächen.

    Damit antivirale Mittel wirken können, müssen sie tagsüber alle 2 bis 3 Stunden auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen werden. Die Behandlung dauert fünf Tage.

    Was bringt ein Kombinationspräparat?

    Es gibt auch ein Kombinationspräparat (Handelsname: Zovirax Duo), das neben Aciclovir ein schwaches Kortison (Hydrocortison) enthält. Eine Studie hat geprüft, ob das Kombinationspräparat das Risiko für die Bildung von Bläschen und Krusten senken kann. Dazu wurde es mit Aciclovir allein oder einer Creme ohne Wirkstoff (Placebo) verglichen. An der Studie nahmen Menschen teil, die im Durchschnitt 5- bis 6-mal pro Jahr Lippenherpes haben und bei denen es häufig zur Krustenbildung kommt. Sie begannen die Behandlung bei den ersten Anzeichen eines Lippenherpes.

    Die Studie gibt Hinweise, dass die Kombination aus Aciclovir und Hydrocortison den Lippenherpes etwas besser eindämmen kann als Aciclovir allein. In Zahlen ausgedrückt zeigte sich:

    • Bei 65 von 100 Personen, die Aciclovir anwendeten, bildeten sich Bläschen und Krusten.
    • Bei 58 von 100 Personen, die das Kombinationspräparat anwendeten, bildeten sich Bläschen und Krusten.

    Im Vergleich mit Aciclovir allein konnte das Kombinationspräparat also bei zusätzlich 7 von 100 Personen verhindern, dass sich Bläschen und Krusten bilden.

    Mittel zur äußerlichen Behandlung von Herpes können die Haut etwas reizen. Ernsthafte Nebenwirkungen traten in den Studien aber nicht auf.

    Medikamente zum Einnehmen

    Die virushemmenden Mittel Aciclovir, Famciclovir und Valaciclovir gibt es auch als Tabletten. Studien zeigen, dass eine Behandlung mit diesen Medikamenten die Erkrankungsdauer bei ansonsten gesunden Menschen um gut einen Tag verringern kann.

    Tabletten mit antiviralen Wirkstoffen sind gut verträglich. In Studien führten sie nicht häufiger zu Nebenwirkungen als ein Scheinmedikament. Bei Menschen mit einer Nierenschwäche kann jedoch eine niedrigere Dosierung notwendig sein.

    Ein Vorteil von Tabletten gegenüber Salben und Cremes liegt darin, dass sie nur ein- bis zweimal am Tag eingenommen werden müssen: Je nach Mittel und Dosierung über 1 bis 7 Tage.

    Quellen

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.