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Hirnaneurysma

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    Ein Hirnaneurysma ist eine beerenförmige Ausbuchtung einer Schlagader im oder nahe am Gehirn. Bei vielen Menschen bleibt es unbemerkt. Bei anderen verursacht es Beschwerden – oder sie haben ein erhöhtes Risiko, dass ihr Aneurysma irgendwann reißt und eine lebensbedrohliche Hirnblutung auslöst. Es gibt mehrere Behandlungsmöglichkeiten.

    Einleitung

    Ein Hirnaneurysma ist eine beerenförmige Ausbuchtung einer Schlagader (Arterie) im oder nahe am Gehirn. Normalerweise sind Arterien fest und elastisch, ähnlich wie Schläuche. Wenn die Wand einer Arterie aber an einer Stelle nachgibt, sich nach außen wölbt und eine Ausbuchtung bildet, spricht man von einem Aneurysma.

    Aneurysmen können an verschiedenen Stellen im Körper entstehen, etwa an der großen Schlagader im Bauch (Bauchaortenaneurysma) oder einer Schlagader im Kopf (Hirnaneurysma). Hirnaneurysmen bilden sich häufig an Verzweigungsstellen der Arterien, die das Gehirn mit Blut versorgen.

    Viele Menschen bemerken ihr gesamtes Leben lang nicht, dass sie ein Hirnaneurysma haben. Bei anderen verursacht es jedoch Beschwerden – oder sie haben ein erhöhtes Risiko, dass ihr Aneurysma irgendwann reißt und eine lebensbedrohliche Hirnblutung auslöst. Um dies zu verhindern und Beschwerden zu lindern, kann eine Behandlung sinnvoll sein.

     

    Grafik: Ein Hirnaneurysma sitzt oft mitten im Gehirn Ein Hirnaneurysma sitzt oft mitten im Gehirn

    Symptome

    Ein Aneurysma verursacht häufig keine Beschwerden. In diesem Fall wird es als „asymptomatisches“ Aneurysma bezeichnet.

    Zu Beschwerden kann es kommen, wenn ein Aneurysma besonders groß ist oder ungünstig liegt. Es kann dann auf das Gehirn oder auf Nerven drücken, die vom Gehirn wegziehen – zum Beispiel auf den Sehnerv. Das führt zu Beschwerden wie

    • Kopfschmerzen,
    • Sehstörungen und
    • Lähmungen der Augenmuskeln.

    Andere Beschwerden wie Krampfanfälle, Empfindungs-, Sprach- oder Hörstörungen sind seltener.

    Ursachen

    Ein Hirnaneurysma entwickelt sich meist im Laufe des Lebens, weil an der betroffenen Stelle die Elastizität der Gefäßwand nachlässt. Das kann durch den normalen Alterungsprozess passieren oder weil das Gefäß durch Bluthochdruck stark beansprucht oder durch Rauchen oder Entzündungen geschädigt wird.

    Selten sind Erberkrankungen wie das sogenannte Ehlers-Danlos-Syndrom die Ursache, bei denen das Bindegewebe und deshalb auch die Gefäßwände schwächer werden.

    Risikofaktoren

    Bei Menschen, die Bluthochdruck haben oder rauchen, bildet sich häufiger ein Hirnaneurysma als bei anderen.

    Frauen haben ein höheres Risiko für Hirnaneurysmen als Männer – ebenso Menschen, die Eltern oder Geschwister mit einem Aneurysma im Kopf haben. Außerdem steigt das Risiko mit zunehmendem Alter.

    Diese Faktoren machen es auch wahrscheinlicher, dass ein Aneurysma irgendwann reißt. Dieses Risiko hängt unter anderem aber davon ab, wo das Aneurysma sitzt und wie groß es ist.

    Häufigkeit und Verlauf

    Etwa 3 von 100 Erwachsenen haben ein Hirnaneurysma. Bei einigen Menschen entwickeln sich mehrere Aneurysmen im Gehirn.

    Die meisten Hirnaneurysmen verändern sich nicht, machen nie Beschwerden und bleiben deshalb unbemerkt. Auch wenn ein Aneurysma zufällig entdeckt wird, muss es nicht immer behandelt werden: Zu wissen, dass man ein Hirnaneurysma hat, kann allerdings belastend sein.

    Ein Hirnaneurysma, das mit der Zeit größer wird, kann Beschwerden verursachen. Größere Aneurysmen reißen zudem häufiger.

    Folgen

    Aneurysmen können reißen. Man spricht dann auch von einer Aneurysma-Ruptur. Durch das Einreißen kommt es zu einer Hirnblutung – genauer gesagt zu einer sogenannten Subarachnoidalblutung. Dies ist ein lebensbedrohlicher Notfall, der so schnell wie möglich notärztlich behandelt werden muss. Durch die Blutung steigt der Druck im Schädel und das empfindliche Hirngewebe wird geschädigt. Plötzliche sehr starke Kopfschmerzen sind typische Anzeichen. Viele Betroffene sprechen von dem stärksten Kopfschmerz, den sie jemals erlebt haben. Zu Beginn tun oft vor allem der Hinterkopf und Nacken weh. Dann breitet sich der Schmerz auf den gesamten Kopf aus und zieht bis in den Rücken.

    Weitere typische Symptome der Aneurysmablutung sind:

    • Nackensteifigkeit
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Bewusstseinsstörungen, Bewusstlosigkeit

    Die Blutung ist die häufigste Komplikation eines Aneurysmas. Wie wahrscheinlich es ist, dass ein Hirnaneurysma reißt und eine Blutung auslöst, hängt neben den erwähnten Risikofaktoren vor allem von seiner Größe ab.

    Eine seltene andere Komplikation von Hirnaneurysmen ist der Verschluss einer Hirnarterie: Innerhalb eines Aneurysmas bilden sich oft Blutgerinnsel, die in der Regel keine Probleme machen. Selten gerät aber eins dieser Gerinnsel zurück in die Hirnarterie. Dann kann es vom Blutstrom in einen kleineren Ast der Arterie gespült werden, ihn verstopfen (Embolie) und so zu einem Schlaganfall führen.

    Diagnose

    Viele Menschen erfahren zufällig, dass sie ein Hirnaneurysma haben, weil ihr Kopf wegen einer anderen Erkrankung untersucht wurde.

    Bei Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Sehstörungen kann die Ärztin oder der Arzt zu einer Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT) raten. Besonders gut sichtbar werden Aneurysmen bei der sogenannten digitalen Substraktionsangiografie (DSA). Dabei wird eine Röntgenaufnahme mit und eine ohne Kontrastmittel gemacht. Ein Computer errechnet daraus ein Bild, das nur noch die Blutgefäße zeigt – andere Strukturen wie Knochen sind nicht mehr zu sehen.

    Die Diagnose, spätere Kontrolluntersuchungen und die Angst vor Komplikationen können belasten. Deshalb kann eine Zufallsdiagnose für Menschen, deren Aneurysma nie Beschwerden verursacht hätte und auch nicht gerissen wäre, eine unnötige Belastung sein. Man spricht in solchen Fällen von einer Überdiagnose.

    Behandlung

    Wer keine Beschwerden hat und kein erhöhtes Risiko, dass das Aneurysma reißt, benötigt nicht unbedingt eine Behandlung. Die Entscheidung für oder gegen eine Behandlung ist aber häufig schwierig, da viele Faktoren eine Rolle spielen – etwa die Lage des Aneurysmas und der allgemeine Gesundheitszustand.

    Auf jeden Fall ist es sinnvoll, Risikofaktoren für Komplikationen zu vermeiden – also zum Beispiel einen Bluthochdruck zu behandeln und nicht zu rauchen.

    Wenn das Aneurysma nicht behandelt wird, wird in ein- bis dreijährigen Abständen ein MRT oder CT gemacht. Dabei wird geprüft, ob sich das Aneurysma verändert und das Risiko für eine Hirnblutung steigt.

    Für Personen mit Beschwerden oder einem erhöhten Risiko für Komplikationen kommen vor allem zwei Behandlungen infrage:

    • Operation: Das Aneurysma wird dabei mit einem kleinen Metall-Clip abgeklemmt.
    • Katheter-Verfahren: Feine Spiralen aus Platin werden durch das Blutgefäß bis in das Hirnaneurysma geschoben. Dadurch gerinnt das Blut im Aneurysma und es soll sich verschließen.

    Beide Verfahren können dauerhaft verhindern, dass das Aneurysma weiter durchblutet wird. Das beugt einem Reißen vor, ist jedoch selbst mit Risiken verbunden. Um herauszufinden, welches Vorgehen für einen selbst am besten ist, hilft eine ausführliche Beratung mit Ärztinnen und Ärzten, die auf die Behandlung von Hirnaneurysmen spezialisiert sind: einer Fachärztin oder einem Facharzt für Neurologie oder Neurochirurgie.

    Weitere Informationen

    Die Hausarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem ärztlichen Rat braucht. Wir informieren darüber, wie man die richtige Praxis findet, wie man sich am besten auf den Arztbesuch vorbereitet und was dabei wichtig ist.

    Quellen

    Backes D, Rinkel GJ, Laban KG, Algra A, Vergouwen MD. Patient- and Aneurysm-Specific Risk Factors for Intracranial Aneurysm Growth: A Systematic Review and Meta-Analysis. Stroke 2016; 47(4): 951-957.

    Balik V, Yamada Y, Talari S, Kei Y, Sano H, Sulla I et al. State-of-Art Surgical Treatment of Dissecting Anterior Circulation Intracranial Aneurysms. J Neurol Surg A Cent Eur Neurosurg 2017; 78(1): 67-77.

    Brinjikji W, Zhu YQ, Lanzino G, Cloft HJ, Murad MH, Wang Z et al. Risk Factors for Growth of Intracranial Aneurysms: A Systematic Review and Meta-Analysis. AJNR Am J Neuroradiol 2016; 37(4): 615-620.

    Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN). Unrupturierte intrakranielle Aneurysmen (S1-Leitlinie). AWMF-Registernr.: 030-030. 09.2012.

    Hacke W (Ed). Neurologie. Berlin: Springer; 2016.

    Kleinloog R, de Mul N, Verweij BH, Post JA, Rinkel GJ, Ruigrok YM. Risk Factors for Intracranial Aneurysm Rupture: A Systematic Review. Neurosurgery 2018; 82(4): 431-440.

    Malhotra A, Wu X, Forman HP, Grossetta Nardini HK, Matouk CC, Gandhi D et al. Growth and Rupture Risk of Small Unruptured Intracranial Aneurysms: A Systematic Review. Ann Intern Med 2017; 167(1): 26-33.

    Steiner T, Juvela S, Unterberg A, Jung C, Forsting M, Rinkel G. European Stroke Organization guidelines for the management of intracranial aneurysms and subarachnoid haemorrhage. Cerebrovasc Dis 2013; 35(2): 93-112.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Aneurysma behandeln lassen oder nicht?

    Nicht alle zufällig entdeckten Hirnaneurysmen reißen. Es gibt aber einige Faktoren, die das Risiko für einen Riss (Ruptur) mit anschließender Blutung ins Gehirn erhöhen.

    Wenn ein Hirnaneurysma festgestellt wird, versuchen Ärztinnen und Ärzte das Risiko für Komplikationen einzuschätzen. Das heißt vor allem: Wie wahrscheinlich ist es, dass ein Aneurysma irgendwann plötzlich reißt und eine lebensbedrohliche Hirnblutung auslöst?

    Es gibt Eigenschaften des Aneurysmas und Erkrankungen, die das Risiko für einen Riss erhöhen. Aber auch Gewohnheiten wie das Rauchen können Komplikationen wahrscheinlicher machen.

    Nicht alle zufällig entdeckten Hirnaneurysmen reißen. Es gibt aber einige Faktoren, die das Risiko für einen Riss (Ruptur) mit anschließender Blutung ins Gehirn erhöhen.

    Wenn ein Hirnaneurysma festgestellt wird, versuchen Ärztinnen und Ärzte das Risiko für Komplikationen einzuschätzen. Das heißt vor allem: Wie wahrscheinlich ist es, dass ein Aneurysma irgendwann plötzlich reißt und eine lebensbedrohliche Hirnblutung auslöst?

    Es gibt Eigenschaften des Aneurysmas und Erkrankungen, die das Risiko für einen Riss erhöhen. Aber auch Gewohnheiten wie das Rauchen können Komplikationen wahrscheinlicher machen.

    Was macht ein Reißen wahrscheinlicher?

    Je größer ein Aneurysma ist, desto höher ist das Komplikationsrisiko. Es gibt zwar keine feste Grenze zwischen „harmlosen“ und „gefährlichen“ Aneurysmen. Fachleute gehen aber davon aus, dass Aneurysmen mit einem Durchmesser unter sieben Millimetern nicht sofort behandelt werden müssen, sondern beobachtet werden können.

    Aber es lässt sich nicht ganz ausschließen, dass auch solche kleinen Aneurysmen reißen. Daher spielen bei der Entscheidung für oder gegen eine Behandlung auch andere Risikofaktoren eine Rolle. So gilt das Risiko für einen Riss als erhöht, wenn ein Aneurysma

    • im Laufe der Zeit größer wird,
    • an den Hirnarterien sitzt, die den hinteren Bereich des Gehirns versorgen oder
    • unregelmäßig geformt ist.

    Bei mehreren Hirnaneurysmen besteht ebenfalls ein erhöhtes Risiko – vor allem, wenn eins davon schon einmal geblutet hat.

    Abgesehen von den Eigenschaften des Aneurysmas sind Komplikationen häufiger

    • bei Menschen, die Bluthochdruck haben,
    • bei Personen, die rauchen oder viel Alkohol trinken,
    • bei Frauen,
    • bei älteren Menschen und
    • bei einer familiären Vorbelastung – das heißt, wenn ein naher Verwandter wie Geschwister oder Eltern bereits eine Blutung aufgrund eines Aneurysmas hatte.

    Was kann ich selbst tun, um das Risiko gering zu halten?

    Wichtige Risikofaktoren, die sich vermeiden oder zumindest beeinflussen lassen, sind:

    • Bluthochdruck
    • Rauchen
    • übermäßiger Alkoholkonsum

    Gegen einen erhöhten Blutdruck lässt sich einiges tun. Schon eine Ernährungsumstellung mit Gewichtsabnahme und mehr Bewegung können dazu beitragen, ihn zu senken. Außerdem gibt es wirksame Medikamente gegen Bluthochdruck.

    Wer raucht, wenn ein Aneurysma festgestellt wird, kann sein Risiko für einen Riss verringern, wenn er damit aufhört. Das fällt vielen schwer. Es gibt aber verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten, die einen Rauchstopp erleichtern können.

    Ähnliches gilt für Alkohol. Je nachdem, wie viel man trinkt, kann professionelle Unterstützung dabei nötig sein. Wer seinen Alkoholkonsum verringern, aber nicht ganz verzichten will, kann versuchen, nur gelegentlich oder bei besonderen Anlässen ein Glas zu trinken.

    Spricht das Risiko für oder gegen eine Behandlung?

    Nach der Diagnose „Hirnaneurysma“ stellt sich meist die Frage: Muss das Aneurysma behandelt werden oder nicht? Für diese Entscheidung ist es wichtig, wie wahrscheinlich es ist, dass das Aneurysma eines Tages reißt.

    Bei einem sehr geringen Risiko für eine Hirnblutung könnte eine Behandlung wegen ihrer möglichen Risiken und Nebenwirkungen womöglich mehr schaden als nutzen. Menschen mit sehr hohem Risiko könnte die Behandlung dagegen vor einer lebensbedrohlichen Hirnblutung schützen. Für sie überwiegt trotz möglicher Nebenwirkungen der Nutzen.

    Ob ein Aneurysma irgendwann reißt oder nicht, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Außerdem muss das Risiko für eine Hirnblutung mit dem für die Nebenwirkungen und Risiken einer Behandlung abgewogen werden. Auch das Behandlungsrisiko ist nicht für jeden gleich. Aus all diesen Gründen ist die Entscheidung für oder gegen eine Behandlung manchmal schwierig und eine Beratung mit Ärztinnen und Ärzten wichtig, die sich auf die Therapie von Hirnaneurysmen spezialisiert haben.

    Eine Entscheidungshilfe kann dabei unterstützen, sich auf dieses Beratungsgespräch vorzubereiten. Sie kann zum Beispiel dabei helfen, herauszufinden, was einem wichtig ist und zu welchen Fragen noch Informationen fehlen.

    Quellen

    Backes D, Rinkel GJ, Laban KG, Algra A, Vergouwen MD. Patient- and Aneurysm-Specific Risk Factors for Intracranial Aneurysm Growth: A Systematic Review and Meta-Analysis. Stroke 2016; 47(4): 951-957.

    Brinjikji W, Zhu YQ, Lanzino G, Cloft HJ, Murad MH, Wang Z et al. Risk Factors for Growth of Intracranial Aneurysms: A Systematic Review and Meta-Analysis. AJNR Am J Neuroradiol 2016; 37(4): 615-620.

    Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN). Unrupturierte intrakranielle Aneurysmen (S1-Leitlinie). AWMF-Registernr.: 030-030. 09.2012.

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    Meyers PM, Schumacher HC, Higashida RT, Barnwell SL, Creager MA, Gupta R et al. Indications for the Performance of Intracranial Endovascular Neurointerventional Procedures. Circulation 2009; 137: 2235-2249.

    Steiner T, Juvela S, Unterberg A, Jung C, Forsting M, Rinkel G. European Stroke Organization guidelines for the management of intracranial aneurysms and subarachnoid haemorrhage. Cerebrovasc Dis 2013; 35(2): 93-112.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Was passiert bei einer Hirnblutung?

    Das Gehirn wird durch den Schädel geschützt, hat dadurch aber auch nur begrenzt Platz: Wenn es im Inneren des Schädels zu einer Blutung kommt, steigt der Druck auf das Gehirngewebe schnell an. Dadurch kommt es oft zu schweren Komplikationen.

    Hirnblutungen treten auf, wenn Blutgefäße im Schädelinneren verletzt werden. Die Ursache kann eine schwere Kopfverletzung sein. Es kann aber auch zu einer Hirnblutung kommen, wenn die Blutgerinnung gestört ist und / oder die Blutgefäße im Gehirn geschädigt sind – etwa durch Arteriosklerose oder Bluthochdruck. Häufig ist ein gerissenes Hirnaneurysma der Grund für eine Blutung. Ein Hirnaneurysma ist eine Ausbuchtung einer Schlagader (Arterie) im oder nahe am Gehirn.

    Das Gehirn wird durch den Schädel geschützt, hat dadurch aber auch nur begrenzt Platz: Wenn es im Inneren des Schädels zu einer Blutung kommt, steigt der Druck auf das Gehirngewebe schnell an. Dadurch kommt es oft zu schweren Komplikationen.

    Hirnblutungen treten auf, wenn Blutgefäße im Schädelinneren verletzt werden. Die Ursache kann eine schwere Kopfverletzung sein. Es kann aber auch zu einer Hirnblutung kommen, wenn die Blutgerinnung gestört ist und / oder die Blutgefäße im Gehirn geschädigt sind – etwa durch Arteriosklerose oder Bluthochdruck. Häufig ist ein gerissenes Hirnaneurysma der Grund für eine Blutung. Ein Hirnaneurysma ist eine Ausbuchtung einer Schlagader (Arterie) im oder nahe am Gehirn.

    Warum ist eine Subarachnoidalblutung lebensbedrohlich?

    Wenn ein Hirnaneurysma reißt oder eine Arterie, die über die Gehirnoberfläche zieht, läuft Blut in den mit Flüssigkeit gefüllten Raum, der das Gehirn umgibt. Der Fachbegriff für diesen Bereich lautet Subarachnoidalraum. Wenn es dort hineinblutet, spricht man deshalb von einer Subarachnoidalblutung.

    Kommt es zu einer solchen Blutung, kann sich das Blut in diesem Raum rasch verteilen und auf das gesamte Gehirn erhöhten Druck ausüben. Dadurch werden auch Hirnregionen geschädigt, die nicht in unmittelbarer Nähe des blutenden Gefäßes liegen. Die Blutung ruft rasch starke Kopfschmerzen hervor und führt unbehandelt häufig zu Bewusstlosigkeit und anderen lebensbedrohlichen Komplikationen wie Herzrhythmusstörungen und Atemstillstand.

    Als Folgen der Hirnschädigung kann es auch zu länger anhaltenden oder dauerhaften Einschränkungen im Alltag und Pflegebedürftigkeit kommen – zum Beispiel durch Sprachstörungen oder Lähmungen.

     

    Grafik: Verschiedene Hirnblutungen Verschiedene Hirnblutungen

    Was ist ein blutungsbedingter Schlaganfall?

    Blutet es aus einer Hirnarterie direkt in das Gehirngewebe hinein, spricht man von einem blutungsbedingten Schlaganfall oder einer intrazerebralen Blutung. Weil es mitten im Gehirn blutet, verwenden Fachleute oft nur bei der intrazerebralen Blutung den deutschen Begriff „Hirnblutung“. Das ausströmende Blut drückt von innen auf das Gewebe und klemmt andere Blutgefäße in diesem Bereich ab. Dadurch stirbt das umgebende Gehirngewebe ab – wie bei einem Schlaganfall.

    Je nachdem, welche Aufgaben der betroffene Gehirnbereich normalerweise übernimmt, kann es zu unterschiedlichen Beschwerden wie etwa Seh-, Sprach-, Bewegungs- oder Empfindungsstörungen kommen. Vor allem bei großen intrazerebralen Blutungen sind lebensbedrohliche Komplikationen wie bei der Subarachnoidalblutung möglich.

    Welche anderen Blutungen gibt es?

    Es kann auch in die feinen Spalten zwischen den Hirnhäuten oder zwischen Hirnhäuten und Schädelknochen bluten:

    • Wenn bei einem Sturz zum Beispiel die Gehirnvenen verletzt werden, kann es zwischen die sogenannte Spinnwebenhaut (Arachnoidea) und die harte Hirnhaut (Dura) bluten. Fachleute sprechen dann von einem subduralen Hämatom.
    • Wenn eine Arterie verletzt wird, die die Hirnhäute mit Blut versorgt, kann es zu einem epiduralen Hämatom kommen. Dann blutet es zwischen Schädelknochen und harter Hirnhaut. Auch durch ein subdurales oder epidurales Hämatom kann das Gehirn schwer geschädigt werden.

    Quellen

    Hacke W (Ed). Neurologie. Berlin: Springer; 2016.

    Lippert H. Lehrbuch Anatomie. München: Urban und Fischer; 2017.

    Pschyrembel. Klinisches Wörterbuch. Berlin: De Gruyter; 2017.

    Steiner T, Juvela S, Unterberg A, Jung C, Forsting M, Rinkel G. European Stroke Organization guidelines for the management of intracranial aneurysms and subarachnoid haemorrhage. Cerebrovasc Dis 2013; 35(2): 93-112.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Wie wird ein Hirnaneurysma behandelt?

    Nicht alle Menschen mit einem Hirnaneurysma brauchen eine Behandlung. Bei manchen ist es sinnvoll, das Aneurysma mittels Katheter oder Operation zu verschließen, damit es nicht irgendwann reißt.

    Ob und welche Behandlung bei einem Hirnaneurysma sinnvoll ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Wer keine Beschwerden und nur ein geringes Risiko für Komplikationen hat, braucht nicht unbedingt eine Behandlung. Es wird jedoch empfohlen, sich beraten und das Aneurysma alle ein bis drei Jahre kontrollieren zu lassen.

    Um das Risiko für einen Riss gering zu halten, ist es außerdem sinnvoll,

    • den Blutdruck zu senken, wenn er zu hoch ist – zum Beispiel durch Ernährungsumstellung zur Gewichtsabnahme, regelmäßige Bewegung oder Medikamente,
    • nicht zu rauchen und
    • keinen oder nur wenig Alkohol zu trinken.

    Diese Regeln gelten für alle Menschen mit einem Aneurysma – unabhängig davon, wie hoch ihr Risiko für Komplikationen wie einer Hirnblutung ist.

    Besteht ein erhöhtes Risiko, dass ein Aneurysma reißt, wird meist eine Behandlung empfohlen. Möglich sind verschiedene OP- oder Katheter-Verfahren, die bewirken sollen, dass das Aneurysma verschlossen wird. Welches Verfahren geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab – etwa der Lage, Form und Größe des Aneurysmas, dem Alter und allgemeinen Gesundheitszustand.

    Nicht alle Menschen mit einem Hirnaneurysma brauchen eine Behandlung. Bei manchen ist es sinnvoll, das Aneurysma mittels Katheter oder Operation zu verschließen, damit es nicht irgendwann reißt.

    Ob und welche Behandlung bei einem Hirnaneurysma sinnvoll ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Wer keine Beschwerden und nur ein geringes Risiko für Komplikationen hat, braucht nicht unbedingt eine Behandlung. Es wird jedoch empfohlen, sich beraten und das Aneurysma alle ein bis drei Jahre kontrollieren zu lassen.

    Um das Risiko für einen Riss gering zu halten, ist es außerdem sinnvoll,

    • den Blutdruck zu senken, wenn er zu hoch ist – zum Beispiel durch Ernährungsumstellung zur Gewichtsabnahme, regelmäßige Bewegung oder Medikamente,
    • nicht zu rauchen und
    • keinen oder nur wenig Alkohol zu trinken.

    Diese Regeln gelten für alle Menschen mit einem Aneurysma – unabhängig davon, wie hoch ihr Risiko für Komplikationen wie einer Hirnblutung ist.

    Besteht ein erhöhtes Risiko, dass ein Aneurysma reißt, wird meist eine Behandlung empfohlen. Möglich sind verschiedene OP- oder Katheter-Verfahren, die bewirken sollen, dass das Aneurysma verschlossen wird. Welches Verfahren geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab – etwa der Lage, Form und Größe des Aneurysmas, dem Alter und allgemeinen Gesundheitszustand.

    Was passiert bei einer Aneurysma-Operation?

    Bei einer Operation öffnen die Neurochirurgen den Schädel und legen das Blutgefäß frei, an dem sich das Aneurysma befindet. Dann klemmen sie das Aneurysma mit einem kleinen Metall-Clip vom Blutgefäß ab. Das Verfahren wird deshalb „Clipping“ genannt. Es kommt vor allem dann infrage, wenn das Aneurysma so im Schädel liegt, dass es sich leicht freilegen und abklemmen lässt.

    Der Clip bleibt im Körper. Das Blut im abgeklemmten Aneurysma gerinnt und wird vom Körper mit der Zeit zu Bindegewebe umgebaut. Dadurch kann es nicht mehr zu einer Hirnblutung kommen.

    Allerdings kann auch der Eingriff selbst Gehirngewebe schädigen. Dann kann es zu meist kurzfristigen, seltener zu dauerhaften Beschwerden kommen – etwa Lähmungen.

    Außerdem bringt jede Operation Risiken mit sich – zum Beispiel für Blutungen, Wundinfektionen oder Kreislaufprobleme. Eine Aneurysma-Operation ist deshalb eher für jüngere Menschen geeignet, die keine anderen Erkrankungen haben. Sie können eine Operation besser verkraften und erholen sich schneller wieder davon.

    Wie funktioniert eine Katheter-Behandlung?

    Für die Behandlung mit einem Katheter ist keine Operation notwendig. Der Katheter wird bei diesem Verfahren in Narkose in die Leistenarterie eingeführt und bis ins betroffene Blutgefäß im Gehirn vorgeschoben. Über den Katheter kann die Ärztin oder der Arzt dann kleine Platin-Spiralen (englisch: coils) im Aneurysma platzieren. Deshalb nennt man diesen Eingriff auch „Coiling“. Die Spiralen sorgen dafür, dass das Blut im Aneurysma gerinnt. Danach kann kein Blut mehr einströmen. Manchmal werden zusätzlich sogenannte Stents eingesetzt. Die feinen Röhrchen aus Metallgeflecht wirken wie eine innere Schiene: Das Blut fließt durch sie hindurch und am Aneurysma vorbei.

    Ein Eingriff per Katheter kommt vor allem für Menschen infrage, für die eine Operation zu belastend wäre – zum Beispiel weil sie eine Herz-Kreislauf-Erkrankung haben.

    Auch dieser Eingriff hat Risiken: So kann der Katheter das Blutgefäß von innen verletzen, was ebenfalls zu Blutungen und Gehirnschäden führen kann. Gerinnt das Blut im Aneurysma nicht vollständig, kann außerdem weiterhin Blut ins Aneurysma fließen. Dann wird ein erneuter Eingriff nötig, weil weiterhin ein Risiko für eine Hirnblutung besteht.

    Quellen

    Balik V, Yamada Y, Talari S, Kei Y, Sano H, Sulla I et al. State-of-Art Surgical Treatment of Dissecting Anterior Circulation Intracranial Aneurysms. J Neurol Surg A Cent Eur Neurosurg 2017; 78(1): 67-77.

    Hacke W (Ed). Neurologie. Berlin: Springer; 2016.

    Li LR, You C, Chaudhary B. Intraoperative mild hypothermia for postoperative neurological deficits in people with intracranial aneurysm. Cochrane Database Syst Rev 2016; (3): CD008445.

    Steiner T, Juvela S, Unterberg A, Jung C, Forsting M, Rinkel G. European Stroke Organization guidelines for the management of intracranial aneurysms and subarachnoid haemorrhage. Cerebrovasc Dis 2013; 35(2): 93-112.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.