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Bluthochdruck (Hypertonie)

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    Viele Menschen haben einen erhöhten Blutdruck. Normalerweise spüren sie ihn aber nicht – mit der Folge, dass er über Jahre hinweg die Gefäße belastet. Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck kann Erkrankungen wie Herzinfarkte, Schlaganfälle und Nierenschäden begünstigen.

    Einleitung

    Viele Menschen haben einen erhöhten Blutdruck (Hypertonie). Normalerweise spüren sie ihn nicht – mit der Folge, dass er über Jahre hinweg die Gefäße belastet. Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck kann Herzinfarkte, Schlaganfälle und Nierenschäden begünstigen. Dabei gilt: Je höher der Blutdruck, desto größer das Erkrankungsrisiko.

    Bei der Blutdruckmessung unterscheidet man zwei Werte, die stets zusammen angegeben werden, zum Beispiel 128 zu 85. Der erste Wert gibt den Druck in den Gefäßen an, wenn sich das Herz zusammenzieht (systolischer Blutdruck). Der zweite misst den Gefäßdruck, wenn der Herzmuskel erschlafft (diastolischer Blutdruck).

    Der Blutdruck gilt als erhöht, wenn der systolische Wert über 140 liegt, der diastolische über 90 – oder wenn beide Werte erhöht sind. Die Grenzwerte wurden aus praktischen Gründen festgelegt und sind nur ein Anhaltspunkt. Deshalb gibt es auch unterschiedliche Empfehlungen, ab wann ein Bluthochdruck mit Medikamenten behandelt werden sollte.

    Symptome

    Ein erhöhter Blutdruck ist meistens nicht zu spüren. Nur wenn er extrem hoch ist, kann er manchmal Symptome wie Schwindel und Sehstörungen zur Folge haben.

    Ursachen und Risikofaktoren

    Der Körper reguliert den Blutdruck nach Bedarf. In entspannten Situationen ist er normalerweise niedrig, ebenso im Schlaf. Er steigt zum Beispiel, wenn die Muskeln bei körperlicher Anstrengung mehr Blut benötigen. Auch Stress oder Angst können den Blutdruck erhöhen. Bei den meisten Menschen nimmt er außerdem mit steigendem Alter zu.

    Wechselnde Blutdruckwerte sind also ganz normal, sie gehören zu einem aktiven Leben dazu. Ist der Blutdruck aber dauerhaft zu hoch, kann er mit der Zeit die Blutgefäße schädigen und das Risiko für verschiedene Erkrankungen erhöhen.

    Viele Menschen haben mit Bluthochdruck zu tun, ohne dass sich dafür eine bestimmte Ursache finden lässt. Fachleute sprechen dann von einem „essentiellen“ oder „primären“ Bluthochdruck.

    Übergewicht, eine salzreiche Ernährung, zu viel Alkohol und zu wenig Bewegung können den Blutdruck steigen lassen. Es gibt aber auch schlanke, sportliche und ernährungsbewusste Menschen, die Bluthochdruck haben – zum Beispiel aufgrund einer familiären Veranlagung.

    Bei etwa 5 von 100 Betroffenen lässt sich eine genaue Ursache feststellen. Das kann zum Beispiel eine Schilddrüsenüberfunktion oder eine Nierenerkrankung sein. Man spricht dann von „sekundärem“ Bluthochdruck.

    Manchmal können auch Medikamente den Bluthochdruck erhöhen zum Beispiel:

    • bestimmte Mittel zur Behandlung von psychischen Erkrankungen
    • bestimmte pflanzliche Arzneimittel wie Johanniskraut
    • abschwellende Nasensprays oder -tropfen (Dekongestiva)
    • die Antibabypille

    Folgen

    Ein ständig erhöhter Blutdruck kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen und zu Organschäden führen. Mögliche Folgeerkrankungen eines Bluthochdrucks sind:

    • Durchblutungsstörungen in den Beinen (pAVK)
    • Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz)
    • Herzinfarkt
    • Schlaganfall
    • Nierenschädigung

    Das Risiko für solche Folgeerkrankungen lässt sich durch eine Behandlung senken.

    Diagnose

    Der Blutdruck wird in der Einheit „Millimeter Quecksilbersäule“ („mmHg“) gemessen. Um die Werte vergleichen und beurteilen zu können, misst man sie in Ruhe. Dabei verlässt man sich nicht auf eine einzelne Messung, sondern bestimmt den Blutdruck an mehreren Tagen. Wichtig ist zudem, den Blutdruck an beiden Armen zu messen, da er je nach Körperseite unterschiedlich sein kann. Zur Beurteilung des Blutdrucks sind die jeweils höheren Werte ausschlaggebend.

    Ein normaler Blutdruck liegt bei Erwachsenen unter 140 zu 90. Die Diagnose Bluthochdruck wird gestellt, wenn

    • der systolische Wert über 140 mmHg liegt,
    • der diastolische Wert über 90 mmHg liegt oder
    • beide Werte erhöht sind.

    Manchmal wird der Blutdruck über einen Zeitraum von 24 Stunden gemessen (Langzeitmessung) – zum Beispiel, wenn Einzelmessungen sehr unterschiedliche Werte zeigen. Dazu trägt man ein mobiles Gerät am Körper, dass den Blutdruck in regelmäßigen Abständen misst.

    Früherkennung

    Gesetzlich Krankenversicherte haben ab dem 35. Geburtstag alle drei Jahre Anspruch auf einen „Gesundheits-Check-up“. Diese Untersuchung soll frühzeitig Anzeichen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Nierenerkrankungen erkennen. Im Rahmen des Check-up wird auch der Blutdruck gemessen. In großen Studien haben Gesundheits-Check-ups allerdings nicht vor Krankheiten geschützt oder die Lebenserwartung verlängert.

    Behandlung

    Wer einen erhöhten Blutdruck hat, kann selbst einiges tun, um ihn zu senken. Manche Menschen bekommen ihren Blutdruck in den Griff, indem sie

    • etwas abnehmen,
    • sich salzärmer ernähren und
    • sich mehr bewegen.

    Wenn das nicht gelingt, lässt sich der Blutdruck durch Medikamente senken. Bevor man sich aber für eine Behandlung mit Blutdrucksenkern entscheidet, lohnt es sich, die Vor- und Nachteile abzuwägen. Denn ihr Nutzen ist nicht für jeden gleich, und sie können Nebenwirkungen haben.

    Weitere Informationen

    Die Hausarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem ärztlichen Rat braucht. Wir informieren darüber, wie man die richtige Praxis findet, wie man sich am besten auf den Arztbesuch vorbereitet und was dabei wichtig ist.

    Quellen

    Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Nutzenbewertung nichtmedikamentöser Behandlungsstrategien bei Patienten mit essentieller Hypertonie: Kochsalzreduktion: Rapid Report; Auftrag A05-21B. 18.06.2009. (IQWiG-Berichte; Band 54).

    Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Nutzenbewertung nichtmedikamentöser Behandlungsstrategien bei Patienten mit essentieller Hypertonie: Steigerung der körperlichen Aktivität: Rapid Report; Auftrag A05-21D. 23.08.2010. (IQWiG-Berichte; Band 75).

    Semlitsch T, Jeitler K, Berghold A, Horvath K, Posch N, Poggenburg S et al. Long-term effects of weight-reducing diets in people with hypertension. Cochrane Database Syst Rev 2016; (3): CD008274.

    Whelton PK, Carey RM, Aronow WS, Casey DE, Collins KJ, Dennison Himmelfarb C et al. 2017 ACC/AHA/AAPA/ABC/ACPM/AGS/APhA/ASH/ASPC/NMA/PCNA Guideline for the Prevention, Detection, Evaluation, and Management of High Blood Pressure in Adults: A Report of the American College of Cardiology/American Heart Association Task Force on Clinical Practice Guidelines. J Am Coll Cardiol 2018; 71(19): e127-e248.

    Williams B, Mancia G, Spiering W, Agabiti Rosei E, Azizi M, Burnier M et al. ESC/ESH Guidelines for the management of arterial hypertension: The Task Force for the management of arterial hypertension of the European Society of Cardiology and the European Society of Hypertension. J Hypertens 2018; 36(10): 1953-2041.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Den Blutdruck ohne Medikamente senken

    Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck kann die Blutgefäße schädigen und Folgeerkrankungen begünstigen. Auch ohne Medikamente kann es gelingen, den Blutdruck etwas zu senken.

    Ein erhöhter Blutdruck lässt sich auf unterschiedliche Weise in den Griff bekommen. Das eigentliche Ziel ist dabei immer, das Risiko für Folgeerkrankungen zu verringern. Bei einem nur leicht erhöhten Blutdruck ist es zunächst den Versuch wert, bestimmte Gewohnheiten zu ändern und insgesamt besser auf seine Gesundheit zu achten. Gelingt es nicht, den Blutdruck dadurch zu senken, können Medikamente infrage kommen.

    In den Medien und im Internet finden sich viele Tipps und Ratschläge zur Blutdrucksenkung. Zum Beispiel wird von bestimmten Diäten, Akupunktur, Tees oder speziellen Nahrungsergänzungsmitteln behauptet, dass sie bei Bluthochdruck helfen können. Durch wissenschaftliche Studien gesichert ist das aber nicht.

    Nur für wenige Methoden ist eine Wirkung belegt – deshalb ist es sinnvoll, sich auf die wirklich wirksamen zu konzentrieren:

    • Ein paar Kilo Gewicht abnehmen,
    • das Essen weniger salzen und
    • sich jeden Tag eine halbe Stunde mehr bewegen.

    Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck kann die Blutgefäße schädigen und Folgeerkrankungen begünstigen. Auch ohne Medikamente kann es gelingen, den Blutdruck etwas zu senken.

    Ein erhöhter Blutdruck lässt sich auf unterschiedliche Weise in den Griff bekommen. Das eigentliche Ziel ist dabei immer, das Risiko für Folgeerkrankungen zu verringern. Bei einem nur leicht erhöhten Blutdruck ist es zunächst den Versuch wert, bestimmte Gewohnheiten zu ändern und insgesamt besser auf seine Gesundheit zu achten. Gelingt es nicht, den Blutdruck dadurch zu senken, können Medikamente infrage kommen.

    In den Medien und im Internet finden sich viele Tipps und Ratschläge zur Blutdrucksenkung. Zum Beispiel wird von bestimmten Diäten, Akupunktur, Tees oder speziellen Nahrungsergänzungsmitteln behauptet, dass sie bei Bluthochdruck helfen können. Durch wissenschaftliche Studien gesichert ist das aber nicht.

    Nur für wenige Methoden ist eine Wirkung belegt – deshalb ist es sinnvoll, sich auf die wirklich wirksamen zu konzentrieren:

    • Ein paar Kilo Gewicht abnehmen,
    • das Essen weniger salzen und
    • sich jeden Tag eine halbe Stunde mehr bewegen.

    Etwas Gewicht abnehmen

    In Studien konnten Menschen ihren Blutdruck senken, indem sie etwas abgenommen haben. Eine Gewichtsabnahme von im Durchschnitt vier Kilogramm konnte den systolischen Blutdruck um durchschnittlich 4 bis 5 mmHg und den diastolischen Blutdruck um 3 mmHg senken.

    Am besten gelingt eine Gewichtsabnahme mit einer Kombination aus Ernährungsumstellung und mehr Bewegung. Wichtig ist, dass sich die Umstellung der Ernährung auch längerfristig umsetzen lässt. Extreme Diäten helfen dabei nicht. Auch Menschen, die sich bisher nicht so gern bewegt haben, entdecken mit der Zeit oft die Lust an der Bewegung oder finden sogar einen Sport, der ihnen Spaß macht.

    Salzärmer essen

    Wer täglich einen Teelöffel (etwa 4 Gramm) weniger Salz zu sich nimmt, kann den systolischen Blutdruck um etwa 5 mmHg und den diastolischen um etwa 3 mmHg senken.

    Frische und unbehandelte Lebensmittel enthalten wenig Salz. Besonders viel ist dagegen in Fertiggerichten, Chips, Konserven, gepökeltem oder geräuchertem Fleisch und vielen Käsesorten enthalten. Eine kleine Tüte Chips (50 g) enthält zum Beispiel fast 1 Gramm Salz.

    Wie einem etwas schmeckt, ist auch Gewohnheitssache – deshalb ist es sinnvoll, den Salzkonsum nicht abrupt, sondern über ein paar Wochen zu verringern. Am Ende schmeckt es dann mit weniger Salz genauso gut.

    Sich mehr bewegen

    Körperliche Bewegung und Sport erhöhen den Blutdruck kurzfristig, da der Körper mehr Blut durch den Kreislauf pumpen muss. Auf Dauer sorgt regelmäßige Bewegung aber dafür, dass der Blutdruck sinkt – denn Bewegung trainiert die Blutgefäße und macht sie elastischer.

    In Studien sank der systolische Blutdruckwert der Teilnehmenden um durchschnittlich 5 bis 8 mmHg, wenn sie zum Beispiel

    • 30 Minuten am Tag spazieren gingen,
    • dreimal in der Woche eine Stunde Fahrrad fuhren oder
    • dreimal in der Woche eine Stunde locker joggten.

    Mit dem Rauchen aufhören

    Rauchen erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und viele andere Krankheiten deutlich. Wer es schafft, mit dem Rauchen aufzuhören, tut seiner Gesundheit deshalb viel Gutes. Das gleiche gilt übrigens für Alkohol, von dem man am besten nur wenig trinkt.

    Sich das Rauchen abzugewöhnen, fällt mit Unterstützung oft leichter. So können Nikotinersatztherapien und verschiedene Medikamente die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass der Rauchstopp gelingt. Auch E-Zigaretten können dabei helfen, ganz auf Nikotin zu verzichten oder zumindest vom schädlichen Tabak wegzukommen.

    Quellen

    Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Nutzenbewertung nichtmedikamentöser Behandlungsstrategien bei Patienten mit essentieller Hypertonie: Kochsalzreduktion: Rapid Report; Auftrag A05-21B. 18.06.2009. (IQWiG-Berichte; Band 54).

    Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Nutzenbewertung nichtmedikamentöser Behandlungsstrategien bei Patienten mit essentieller Hypertonie: Steigerung der körperlichen Aktivität: Rapid Report; Auftrag A05-21D. 23.08.2010. (IQWiG-Berichte; Band 75).

    Semlitsch T, Jeitler K, Berghold A, Horvath K, Posch N, Poggenburg S et al. Long-term effects of weight-reducing diets in people with hypertension. Cochrane Database Syst Rev 2016; (3): CD008274.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Mit welchen Medikamenten wird Bluthochdruck behandelt?

    Bei dauerhaftem Bluthochdruck können Medikamente vor möglichen Folgen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen. Da unterschiedliche Wirkstoffe den Blutdruck vergleichbar gut senken können, gelingt es meist, ein gut verträgliches Mittel zu finden.

    Ein erhöhter Blutdruck lässt sich auf unterschiedliche Weise senken. Bei einem leicht erhöhten Blutdruck reicht es manchmal, bestimmte Lebensgewohnheiten zu ändern, sich zum Beispiel mehr zu bewegen, etwas abzunehmen und salzärmer zu essen. Wenn es mit diesen Methoden nicht gelingt, den Blutdruck ausreichend zu senken, kommen verschiedene Arzneimittel infrage.

    Manche Menschen entscheiden sich direkt für Medikamente. Nicht jeder kann oder möchte seine Gewohnheiten ändern und sich anders ernähren oder mehr bewegen. Den Blutdruck ohne Medikamente dauerhaft in den normalen Bereich zu senken, ist zudem nicht einfach. Nicht zuletzt gibt es Menschen, die sich ausgewogen ernähren, schlank sind, Sport treiben und trotzdem Bluthochdruck haben – oft aufgrund einer familiären Veranlagung.

    Bei dauerhaftem Bluthochdruck können Medikamente vor möglichen Folgen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen. Da unterschiedliche Wirkstoffe den Blutdruck vergleichbar gut senken können, gelingt es meist, ein gut verträgliches Mittel zu finden.

    Ein erhöhter Blutdruck lässt sich auf unterschiedliche Weise senken. Bei einem leicht erhöhten Blutdruck reicht es manchmal, bestimmte Lebensgewohnheiten zu ändern, sich zum Beispiel mehr zu bewegen, etwas abzunehmen und salzärmer zu essen. Wenn es mit diesen Methoden nicht gelingt, den Blutdruck ausreichend zu senken, kommen verschiedene Arzneimittel infrage.

    Manche Menschen entscheiden sich direkt für Medikamente. Nicht jeder kann oder möchte seine Gewohnheiten ändern und sich anders ernähren oder mehr bewegen. Den Blutdruck ohne Medikamente dauerhaft in den normalen Bereich zu senken, ist zudem nicht einfach. Nicht zuletzt gibt es Menschen, die sich ausgewogen ernähren, schlank sind, Sport treiben und trotzdem Bluthochdruck haben – oft aufgrund einer familiären Veranlagung.

    Welche Medikamente können den Blutdruck senken?

    Es gibt mehrere Gruppen von blutdrucksenkenden Arzneimitteln. Am häufigsten eingesetzt werden:

    • ACE-Hemmer
    • Betablocker
    • Diuretika
    • Kalziumantagonisten
    • Sartane (Angiotensin-Antagonisten)

    Alle diese Wirkstoffe können vor Folgeerkrankungen schützen. Welches Mittel sich eignet, hängt von verschiedenen Faktoren ab, die man am besten gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt bespricht. Wichtig ist vor allem die Frage, ob und welche anderen Erkrankungen man hat.

    ACE-Hemmer (Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer)

    ACE-Hemmer beeinflussen die Herstellung von körpereigenen Hormonen, die den Blutdruck steuern. Dabei blockieren sie ein bestimmtes Enzym, das an der Bildung des blutdrucksteigernden Hormons Angiotensin beteiligt ist.

    Die häufigste Nebenwirkung von ACE-Hemmern ist ein trockener Reizhusten. Seltener kommt es zu Störungen des Geschmacksempfindens, Schwellungen der Schleimhäute und Hautausschlägen.

    In der Schwangerschaft dürfen ACE-Hemmer nicht genommen werden, da sie das Kind schädigen können.

    Betablocker

    Betablocker senken den Blutdruck, indem sie den Herzschlag verlangsamen und gleichzeitig das Herz gegen die Wirkung von Stresshormonen abschirmen. Es gibt unterschiedliche Gruppen von Betablockern. Welcher Betablocker geeignet ist, hängt davon ab, ob man noch andere Erkrankungen hat.

    Wichtig ist: Wer bereits Betablocker nimmt und die Behandlung beenden möchte, sollte die Medikamente nicht plötzlich absetzen, sondern die Dosis über einige Tage schrittweise verringern. Sonst kann es plötzlich zu einem starken Anstieg des Blutdrucks kommen.

    Zu den Nebenwirkungen von Betablockern gehört manchmal eine Verengung der unteren Atemwege, vor allem der Bronchien. Dies kann zu Kurzatmigkeit führen. Für Menschen mit Asthma sind Betablocker daher nicht geeignet. Auch für sportlich aktive Menschen eignen sich andere Mittel besser.

    Diuretika

    Diuretika sind entwässernde Medikamente. Sie beeinflussen die Nierentätigkeit und bewirken, dass der Druck in den Blutgefäßen langfristig sinkt. Zu den Nebenwirkungen kann in den ersten Tagen der Therapie ein gesteigerter Harndrang und eine erhöhte Urinmenge gehören. Da die Behandlung meist mit einer niedrigen Dosis begonnen wird, hält sich dies aber in Grenzen.

    Wenn der Körper zu viel Wasser verloren hat, kann es zu Mundtrockenheit, Muskelschwäche oder Verwirrtheit kommen. Um dies zu vermeiden, ist es wichtig, an heißen Tagen oder nach dem Sport ausreichend zu trinken. Besonders ältere Menschen sollten das beachten, wenn sie ein Diuretikum nehmen. Für Menschen mit Gicht sind Diuretika nicht geeignet.

    Kalziumantagonisten

    Kalziumantagonisten weiten die Gefäße. Dadurch hat das Blut in den Gefäßen mehr Platz und kann sich verteilen, sodass der Blutdruck sinkt. Zu den Nebenwirkungen von Kalziumantagonisten können eine Gesichtsrötung, Hautausschläge, Herzklopfen, Schwellungen an den Knöcheln oder ein Spannungsgefühl in den Unterschenkeln gehören.

    Je nach Wirkstoff eignen sich Kalziumantagonisten nicht für Menschen mit bestimmten Herzrhythmusstörungen oder Verstopfung.

    Sartane (Angiotensin-Antagonisten)

    Sartane heben die Wirkung des blutdrucksteigernden Hormons Angiotensin auf. Die Nebenwirkungen ähneln denen von ACE-Hemmern, allerdings lösen Sartane seltener Hustenreiz aus. Auch Sartane dürfen nicht in der Schwangerschaft eingesetzt werden.

    Wie lassen sich Nebenwirkungen vermeiden?

    Bei Menschen mit Bluthochdruck läuft der Kreislauf schon seit längerer Zeit „auf Hochtouren“. Wenn sie dann anfangen, blutdrucksenkende Medikamente zu nehmen, kann es passieren, dass sie sich zunächst oft schlapp fühlen. Bis sich der Kreislauf auf die Blutdrucksenkung eingestellt hat, kann es eine Weile dauern.

    Auch andere Nebenwirkungen der Medikamente treten nur in den ersten Tagen der Behandlung auf und verschwinden dann von selbst wieder. Um Nebenwirkungen vorzubeugen, kann zunächst mit einer geringen Medikamentendosis begonnen und diese dann langsam gesteigert werden.

    Wichtig ist, nicht voreilig den Schluss zu ziehen, dass man ein Medikament nicht verträgt. Es kann bloßer Zufall sein, wenn zum Beispiel nach der Einnahme eines Medikaments Kopfschmerzen auftreten. Nur weil zwei Ereignisse ungefähr gleichzeitig eintreten, heißt das nicht, dass sie zusammenhängen. Daher lohnt es sich, ein Mittel etwas länger auszuprobieren.

    Wer ein Medikament aber wirklich nicht verträgt, kann es mit einem anderen Wirkstoff versuchen. Manchmal muss man ein bisschen ausprobieren, um gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt das passende Mittel zu finden.

    Bestimmte Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Präparate können die Wirkung blutdrucksenkender Medikamente verstärken oder abschwächen. Um solche Wechselwirkungen zu vermeiden, nimmt man Nahrungsergänzungsmittel am besten nur bei absoluter Notwendigkeit und nach Absprache mit seiner Ärztin oder seinem Arzt ein.

    Welches Medikament eignet sich am besten?

    Die Wahl des geeigneten Wirkstoffs hängt von verschiedenen Bedingungen ab. Dazu gehören zum Beispiel das Lebensalter und ob jemand noch andere Erkrankungen hat, zum Beispiel eine koronare Herzkrankheit, Herzschwäche oder Vorhofflimmern. Auch das Geschlecht und die Hautfarbe können von Bedeutung sein.

    Vielen Menschen reicht ein Medikament aus, um den Blutdruck zu senken. Andere benötigen zusätzlich ein zweites oder drittes. Die Kombination verstärkt die blutdrucksenkende Wirkung, da die Mittel an verschiedenen Stellen im Körper ansetzen. Wenn man verschiedene Blutdrucksenker nimmt, kann es sinnvoll sein, einen davon abends einzunehmen – vor allem wenn der Blutdruck auch nachts nicht sinkt.

    Nur wenn man ein Medikament so einnimmt, wie es verschrieben wurde, lässt sich seine Wirkung beurteilen. Dabei ist ein bisschen Geduld nötig: Manchmal wird fälschlicherweise angenommen, dass ein Präparat nicht wirkt, dabei wurde es nur nicht in ausreichender Dosis oder lange genug genommen.

    Wer sein Medikament zum Beispiel wegen störender Nebenwirkungen selbst abgesetzt oder nicht immer genommen hat, sollte das offen mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen. Dann kann sie oder er den Erfolg der Therapie wie auch die Nebenwirkungen besser einschätzen. Dies ist wichtig, damit jeder die richtige Wirkstoffdosis und nur so viele Medikamente erhält, wie wirklich nötig sind.

    Was hilft dabei, die Medikamente über lange Zeit regelmäßig zu nehmen?

    Medikamente dauerhaft richtig einzunehmen, fällt vielen Menschen schwer. Es gibt jedoch verschiedene Dinge, die die Einnahme erleichtern können. Als besonders hilfreich haben sich erwiesen:

    • regelmäßige Arzttermine, bei denen neue Behandlungsaspekte besprochen werden können,
    • ein möglichst einfacher Einnahmeplan,
    • Verpackungen oder Behälter mit Fächern für jeden Tag, bei denen man sofort sieht, wenn man eine Tablette vergessen hat sowie
    • Schulungsprogramme für Menschen mit Bluthochdruck.

    Quellen

    Whelton PK, Carey RM, Aronow WS, Casey DE, Collins KJ, Dennison Himmelfarb C et al. 2017 ACC/AHA/AAPA/ABC/ACPM/AGS/APhA/ASH/ASPC/NMA/PCNA Guideline for the Prevention, Detection, Evaluation, and Management of High Blood Pressure in Adults: A Report of the American College of Cardiology/American Heart Association Task Force on Clinical Practice Guidelines. J Am Coll Cardiol 2018; 71(19): e127-e248.

    Williams B, Mancia G, Spiering W, Agabiti Rosei E, Azizi M, Burnier M et al. ESC/ESH Guidelines for the management of arterial hypertension: The Task Force for the management of arterial hypertension of the European Society of Cardiology and the European Society of Hypertension. J Hypertens 2018; 36(10): 1953-2041.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Wann sind Medikamente gegen hohen Blutdruck sinnvoll?

    Bluthochdruck erhöht auf Dauer das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Medikamente können es wirksam senken. Ihr Nutzen ist umso größer, je höher der Blutdruck ist. Das Risiko für Folgeerkrankungen ist aber auch noch von vielen anderen Faktoren abhängig.

    Wenn man sich entscheidet, Medikamente gegen hohen Blutdruck zu nehmen, ist das eine Entscheidung für mehrere Jahre. Deshalb lohnt es sich, das Für und Wider der verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten abzuwägen. Jeder hat das Recht, sich die Vor- und Nachteile erklären zu lassen – und auch selbst zu entscheiden, ob er Blutdrucksenker einnehmen möchte.

    Bei einem leicht erhöhten Blutdruck lohnt der Versuch, ihn durch eine Gewichtsabnahme, salzärmere Kost und mehr Bewegung zu senken. Wenn das nicht ausreicht, kommt eine Behandlung mit Blutdrucksenkern infrage. Manche Menschen entscheiden sich auch direkt für Medikamente.

    Bluthochdruck erhöht auf Dauer das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Medikamente können es wirksam senken. Ihr Nutzen ist umso größer, je höher der Blutdruck ist. Das Risiko für Folgeerkrankungen ist aber auch noch von vielen anderen Faktoren abhängig.

    Wenn man sich entscheidet, Medikamente gegen hohen Blutdruck zu nehmen, ist das eine Entscheidung für mehrere Jahre. Deshalb lohnt es sich, das Für und Wider der verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten abzuwägen. Jeder hat das Recht, sich die Vor- und Nachteile erklären zu lassen – und auch selbst zu entscheiden, ob er Blutdrucksenker einnehmen möchte.

    Bei einem leicht erhöhten Blutdruck lohnt der Versuch, ihn durch eine Gewichtsabnahme, salzärmere Kost und mehr Bewegung zu senken. Wenn das nicht ausreicht, kommt eine Behandlung mit Blutdrucksenkern infrage. Manche Menschen entscheiden sich auch direkt für Medikamente.

    Welche Faktoren erhöhen das Risiko für Herz und Kreislauf?

    Ob eine Behandlung mit blutdrucksenkenden Medikamenten sinnvoll ist, hängt nicht allein vom Blutdruckwert ab. Das persönliche Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt, wenn folgende Faktoren hinzukommen:

    • höheres Lebensalter
    • männliches Geschlecht
    • Übergewicht
    • Rauchen
    • Diabetes mellitus Typ 2
    • hohe Cholesterinwerte im Blut
    • familiäre Veranlagung: Ein erhöhtes Risiko haben Menschen mit einem Bruder oder Vater, der bereits mit unter 55 Jahren einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatte sowie Menschen mit einer Schwester oder Mutter, die mit unter 65 Jahren einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatte.

    Ob es sich lohnt, Blutdrucksenker zu nehmen, hängt also davon ab,

    • wie hoch der Blutdruck ist,
    • welche zusätzlichen Risikofaktoren man hat und
    • wie man die Vor- und Nachteile der Medikamente für sich persönlich abwägt.

     

    Wie hoch ist mein Risiko?

    Das persönliche Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen lässt sich zusammen mit einer Ärztin oder einem Arzt ermitteln. Dazu sind genaue Angaben zu den einzelnen Risikofaktoren nötig, außerdem müssen der aktuelle Blutdruck, die Cholesterin- und Blutzuckerwerte bestimmt werden. Alles zusammen wird in ein Computerprogramm eingegeben, das eine Risikoabschätzung ermittelt. Grundlage der Berechnung sind Daten aus Studien, in denen viele tausende Menschen über Jahre beobachtet wurden.

    Als Ergebnis der Schätzung erhält man einen Prozentwert, der die Wahrscheinlichkeit angibt, in den nächsten zehn Jahren einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu bekommen.

    Beispiel: Zwei Männer – zwei Risikowerte

    Stellen Sie sich zwei Männer vor: Joachim und Heinz. Beide sind 60 Jahre alt und haben einen leicht erhöhten Blutdruck von 142/93 mmHg.

    Joachim hat

    • keine weiteren Risikofaktoren.
    • Die Wahrscheinlichkeit, dass er in den nächsten zehn Jahren einen Herzinfarkt oder Schlaganfall bekommt, liegt bei 11 %. Das bedeutet: 11 von 100 Männern mit dem gleichen Risiko wie Joachim müssen in den nächsten zehn Jahren mit einem Herzinfarkt oder Schlaganfall rechnen.

    Heinz dagegen

    • raucht,
    • hat einen leichten Typ-2-Diabetes und
    • ungünstige Cholesterinwerte.
    • Die Wahrscheinlichkeit, dass er in den nächsten zehn Jahren einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hat, ist dreimal so hoch wie bei Joachim: Sie liegt bei 33 %.

    Die Risikoabschätzung zeigt: Obwohl beide Männer den gleichen Blutdruckwert haben, unterscheidet sich ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich.

    Wie beeinflusst das persönliche Risiko den Nutzen der Medikamente?

    Blutdruck-Medikamente können das Zehn-Jahres-Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 20 bis 30 % des persönlichen Ausgangswerts senken. Eine Risikosenkung um 20 % würde für die Männer in unserem Beispiel bedeuten:

    • Wenn Joachim Blutdrucksenker nimmt, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass er einen Herzinfarkt oder Schlaganfall bekommt, um 2 %: von 11 auf 9 %. Das heißt: 2 von 100 Männern wie Joachim bleibt ein Schlaganfall oder Herzinfarkt erspart, wenn sie über zehn Jahre ein Medikament nehmen.
    • Bei Heinz bedeutet eine Risikosenkung um 20 %, dass seine Wahrscheinlichkeit für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall um 7 % sinkt: von 33 auf 26 %. Weil Heinz ein viel höheres Ausgangsrisiko hat als Joachim, profitiert er auch mehr von der Behandlung mit Medikamenten.

    Die folgende Grafik stellt dies noch einmal anschaulich dar:

     

     

    Wie entscheiden sich Joachim und Heinz?

    Joachim und Heinz haben zusammen mit ihren Hausärztinnen ihr Herz-Kreislauf-Risiko ermittelt und die nächsten Schritte besprochen.

    Joachim

    • hat sich gegen Blutdrucksenker entschieden. Er fühlt sich gesund und möchte deshalb nicht jeden Tag Medikamente nehmen – zumal sein Erkrankungsrisiko dadurch nur um 2 % sinken würde. Joachim findet außerdem, dass er schon sehr gesund lebt: Er nimmt jedes Jahr an mehreren Volksläufen teil, ernährt sich ausgewogen und trinkt wenig Alkohol. Er sagt sich: „Falls mein Blutdruck in ein paar Jahren stark steigen sollte, kann ich immer noch Medikamente nehmen“.

    Heinz

    • hat sich für die Medikamente entschieden, will aber auch ernsthaft versuchen, mit dem Rauchen aufzuhören. Die Zahlen, die ihm seine Hausärztin erklärt hat, haben ihn zum Nachdenken gebracht. Ein Erkrankungsrisiko von 33 % findet er schon sehr hoch. Auf seine Frage nach möglichen Nebenwirkungen hat ihm seine Ärztin versichert, dass die meisten Menschen Blutdrucksenker gut vertragen.

    Die Geschichten von Joachim und Heinz zeigen: Ob jemand Medikamente nehmen möchte oder nicht, ist auch eine Frage der persönlichen Abwägung.

    Wann sind Medikamente unverzichtbar?

    Je höher der Blutdruck ist, desto eher profitieren Menschen von blutdrucksenkenden Medikamenten. Bei einem sehr hohen Blutdruck steigt das Risiko für Folgeerkrankungen so deutlich, dass eine unmittelbare Behandlung mit Medikamenten empfohlen wird. Das gilt, wenn der systolische Blutdruck über 180 mmHg liegt.

    Steigt der Blutdruck zeitweise noch höher, zum Beispiel deutlich über 200/100 mmHg, kann er Beschwerden auslösen wie Nasenbluten, Kopfschmerzen oder Schwindel. Dies kommt aber nur selten vor. Meist haben solche Symptome eine andere Ursache. Beschwerden wie Schmerzen in der Brust und Seh- oder Sprachstörungen können jedoch auf einen akuten Notfall wie einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hindeuten. Dann ist es sehr wichtig, sich ruhig hinzulegen und ärztliche Hilfe zu rufen, besser noch rufen zu lassen.

    Quellen

    Arriba. Kardiovaskuläre Prävention: Kardiovaskuläres Risiko berechnen. 2007.

    Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Medikamentöse Behandlung des Bluthochdrucks – Ergänzungsrecherche: Rapid Report; Auftrag A09-04. 25.02.2010. (IQWiG-Berichte; Band 71).

    Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Vergleichende Nutzenbewertung verschiedener antihypertensiver Wirkstoffgruppen als Therapie der ersten Wahl bei Patienten mit essentieller Hypertonie: Abschlussbericht; Auftrag A05-09. 15.07.2009. (IQWiG-Berichte; Band 44).

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Tipps für eine salzarme Ernährung

    Salz ist lebensnotwendig. Allerdings nehmen die meisten Menschen deutlich mehr Salz zu sich, als der Körper braucht. Zu viel Salz kann den Blutdruck erhöhen – eine salzärmere Ernährung kann ihn senken.

    Ein Großteil des Salzes, das wir zu uns nehmen, steckt in verarbeiteten Lebensmitteln. Besonders viel Salz enthalten zum Beispiel Chips und Salzgebäck, verarbeitete Fisch- und Fleischprodukte und viele Käsesorten. Auch Brot, Fertiggerichte, -soßen und Würzmittel sind oft stark gesalzen.

    Frische und unbehandelte Lebensmittel enthalten dagegen wenig Salz. Dazu gehören zum Beispiel frischer Fisch, Fleisch und viele Milchprodukte wie Joghurt und Quark. Die meisten Obst- und Gemüsesorten enthalten nur sehr geringe Salzmengen – 13 Kilogramm Tomaten beispielsweise gerade einmal ein Gramm. Auch Getreideprodukte wie Nudeln oder Reis sind von Natur aus salzarm. Das gilt allerdings nicht für verarbeitete Produkte wie Brot oder Cornflakes.

    Wenn man sich salzärmer ernähren möchte, ist es hilfreich, den Salzgehalt von Lebensmitteln ungefähr zu kennen. Dabei kann folgende Liste nützlich sein.

    1 Gramm Salz enthalten zum Beispiel:

    • 2 Portionen Schmelzkäse (60 Gramm) oder
    • 2 Scheiben Schnittkäse (60 Gramm) oder
    • 1 Liter Milch

    • 1 Scheibe Salami (30 Gramm) oder
    • 2 Portionen Leberwurst (60 Gramm) oder
    • 5 Portionen Fleisch (750 Gramm)

    • 1 Stück geräucherter Matjes, das auf einen Esslöffel passt (15 Gramm) oder
    • den Inhalt einer Dose Thunfisch in Öl, abgetropft (140 Gramm) oder
    • 8 Portionen frischer Fisch (800 Gramm)

    • 2 Handvoll geröstete und gesalzene Erdnüsse (50 Gramm) oder
    • 2 bis 3 Handvoll Kartoffelchips (60 Gramm) oder
    • 2 Kilogramm frische Karotte (Möhren)

    Es ist nicht einfach, seine Ernährungsgewohnheiten dauerhaft zu verändern – schließlich hat Essen auch viel mit Genuss und Lebensqualität zu tun. Eine salzärmere Ernährung muss aber nicht fad sein. So lässt sich Salz oft gut durch das Würzen mit frischen oder getrockneten Kräutern ersetzen.

    Wie einem etwas schmeckt, ist zum Teil auch Gewohnheitssache – deshalb fällt es meist leichter, den Salzkonsum nicht abrupt, sondern über ein paar Wochen zu verringern. Auf diese Weise gewöhnt man sich an den natürlichen Geschmack von Speisen, ohne etwas zu vermissen.

    Viele Menschen greifen zum Beispiel vor dem Fernseher gern zu Snacks wie Salzstangen, gesalzenen Nüssen oder Chips. Sie enthalten nicht nur viel Salz, sondern auch viele Kalorien. Eine salz- und kalorienärmere Alternative sind zum Beispiel ungesalzene Nüsse, frische Obstspieße oder Möhren-, Sellerie- und Paprikastreifen mit Dips aus Joghurt oder saurer Sahne.

    Salz ist lebensnotwendig. Allerdings nehmen die meisten Menschen deutlich mehr Salz zu sich, als der Körper braucht. Zu viel Salz kann den Blutdruck erhöhen – eine salzärmere Ernährung kann ihn senken.

    Ein Großteil des Salzes, das wir zu uns nehmen, steckt in verarbeiteten Lebensmitteln. Besonders viel Salz enthalten zum Beispiel Chips und Salzgebäck, verarbeitete Fisch- und Fleischprodukte und viele Käsesorten. Auch Brot, Fertiggerichte, -soßen und Würzmittel sind oft stark gesalzen.

    Frische und unbehandelte Lebensmittel enthalten dagegen wenig Salz. Dazu gehören zum Beispiel frischer Fisch, Fleisch und viele Milchprodukte wie Joghurt und Quark. Die meisten Obst- und Gemüsesorten enthalten nur sehr geringe Salzmengen – 13 Kilogramm Tomaten beispielsweise gerade einmal ein Gramm. Auch Getreideprodukte wie Nudeln oder Reis sind von Natur aus salzarm. Das gilt allerdings nicht für verarbeitete Produkte wie Brot oder Cornflakes.

    Wenn man sich salzärmer ernähren möchte, ist es hilfreich, den Salzgehalt von Lebensmitteln ungefähr zu kennen. Dabei kann folgende Liste nützlich sein.

    1 Gramm Salz enthalten zum Beispiel:

    • 2 Portionen Schmelzkäse (60 Gramm) oder
    • 2 Scheiben Schnittkäse (60 Gramm) oder
    • 1 Liter Milch

    • 1 Scheibe Salami (30 Gramm) oder
    • 2 Portionen Leberwurst (60 Gramm) oder
    • 5 Portionen Fleisch (750 Gramm)

    • 1 Stück geräucherter Matjes, das auf einen Esslöffel passt (15 Gramm) oder
    • den Inhalt einer Dose Thunfisch in Öl, abgetropft (140 Gramm) oder
    • 8 Portionen frischer Fisch (800 Gramm)

    • 2 Handvoll geröstete und gesalzene Erdnüsse (50 Gramm) oder
    • 2 bis 3 Handvoll Kartoffelchips (60 Gramm) oder
    • 2 Kilogramm frische Karotte (Möhren)

    Es ist nicht einfach, seine Ernährungsgewohnheiten dauerhaft zu verändern – schließlich hat Essen auch viel mit Genuss und Lebensqualität zu tun. Eine salzärmere Ernährung muss aber nicht fad sein. So lässt sich Salz oft gut durch das Würzen mit frischen oder getrockneten Kräutern ersetzen.

    Wie einem etwas schmeckt, ist zum Teil auch Gewohnheitssache – deshalb fällt es meist leichter, den Salzkonsum nicht abrupt, sondern über ein paar Wochen zu verringern. Auf diese Weise gewöhnt man sich an den natürlichen Geschmack von Speisen, ohne etwas zu vermissen.

    Viele Menschen greifen zum Beispiel vor dem Fernseher gern zu Snacks wie Salzstangen, gesalzenen Nüssen oder Chips. Sie enthalten nicht nur viel Salz, sondern auch viele Kalorien. Eine salz- und kalorienärmere Alternative sind zum Beispiel ungesalzene Nüsse, frische Obstspieße oder Möhren-, Sellerie- und Paprikastreifen mit Dips aus Joghurt oder saurer Sahne.

    Quellen

    Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE), Schweizerische Gesellschaft für Ernährungsforschung (SGE), Schweizerische Vereinigung für Ernährung (SVE). Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Bonn: Umschau-Verlag; 2018.

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    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
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