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Wechseljahre

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    Überblick

    Was passiert im weiblichen Körper während der Wechseljahre? Welche Beschwerden können die hormonelle Umstellung begleiten und wie kann man sie lindern? Wissenswertes rund um Menopause, Hitzewallungen und Wohlbefinden in den Wechseljahren.

    Einleitung

    In den Wechseljahren verändert sich das Zusammenspiel der Hormone im Körper einer Frau. Hormone steuern viele körperliche Vorgänge – bis sich der Organismus an die Veränderungen angepasst hat, dauert es seine Zeit. Die hormonelle Umstellung kann, muss aber nicht mit Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen verbunden sein. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sie zu lindern. Frauen erleben diese Jahre sehr unterschiedlich, und nur wenige haben über längere Zeit starke Beschwerden.

    Ab etwa Mitte vierzig verringert der Körper allmählich die Produktion des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen. Die monatlichen Blutungen werden unregelmäßig und bleiben schließlich ganz aus. Die letzte Regelblutung wird Menopause genannt – etwas irreführend, da es sich nicht um eine Pause handelt, sondern um einen Schlusspunkt. Danach kann eine Frau nicht mehr schwanger werden. Im Durchschnitt haben Frauen ihre Menopause mit 51 Jahren; einige schon deutlich früher, andere erst später. Viele Frauen sind froh, Verhütungssorgen und Menstruationsbeschwerden nun vergessen zu können. Dennoch kann der Gedanke, nicht mehr „fruchtbar“ zu sein, einen Einschnitt bedeuten.

    Für viele Frauen sind die Wechseljahre auch mit anderen bedeutsamen Veränderungen in ihrem Leben verbunden: Die Kinder werden selbstständig oder sind schon ausgezogen, manches Paar muss sich neu finden. Einige Frauen orientieren sich beruflich um; andere treten kürzer, weil ihre Eltern Unterstützung brauchen. Dass der eigene Körper allmählich älter wird, ist spürbar. Die Wechseljahre sind also nicht nur wegen der hormonellen Umstellung eine Zeit der körperlichen und emotionalen Veränderungen.

    Symptome

    Bis zu zwei Drittel der Frauen haben in den Wechseljahren Hitzewallungen und Schweißausbrüche. Sie sind die häufigsten Beschwerden in dieser Zeit. Treten sie in der Nacht auf, unterbrechen sie oft den Schlaf. Bei einigen Frauen machen sich die Hitzewallungen kaum bemerkbar. Bei anderen sind sie zeitweise so stark und häufig, dass sie das tägliche Leben beeinträchtigen. Eine Hitzewallung dauert durchschnittlich etwa drei Minuten. Wie oft Hitzewallungen auftreten, wie stark sie ausfallen und wie lange sie dauern, kann sich auch von Tag zu Tag ändern.

    Hitzewallungen und Schweißausbrüche treten bei den meisten Betroffenen über mehr als ein Jahr auf. Ohne Behandlung hören die Beschwerden nach etwa vier bis fünf Jahren von selbst auf. Bei wenigen Frauen halten sie noch länger an.

    Im Laufe der Wechseljahre verändert sich auch die Schleimhaut der Scheide. Nach der Menopause ist sie meist dünner und produziert nicht mehr so viel Feuchtigkeit wie vorher.

    Andere mögliche Beschwerden sind Probleme beim Ein- oder Durchschlafen, Stimmungsschwankungen oder depressive Verstimmungen. Manche Frauen verspüren während der Wechseljahre weniger Lust auf Sex. Zeitgleich mit den Wechseljahren nehmen viele Frauen etwas an Gewicht zu.

    Ursachen

    Während der fruchtbaren Phase im Leben einer Frau produzieren ihre Eierstöcke die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron. Beide Hormone bereiten den Körper nicht nur auf eine mögliche Schwangerschaft vor, sondern wirken zum Beispiel auch auf die Haut und die Schleimhäute.

    In den Eierstöcken reift jeden Monat aufs Neue ein Eibläschen (Follikel) heran, das selbst auch wieder Hormone produziert. Wird das reife Ei nach dem Eisprung nicht befruchtet, kommt es zur monatlichen Regelblutung. Mit Beginn der Wechseljahre verringern die Eierstöcke allmählich ihre Hormonproduktion. Zur Menopause kommt es, wenn sie aufhören, Eizellen freizugeben.

    Nach bisherigem Wissen enthalten die Eierstöcke einer Frau bereits bei ihrer Geburt den gesamten Vorrat an Eizellen, der ihr im Laufe des Lebens zur Verfügung steht. Entscheidend für den Zeitpunkt der letzten Regelblutung ist vermutlich, wann dieser Vorrat aufgebraucht ist. Bis zu einem Alter von etwa 40 Jahren nimmt die Anzahl der heranreifenden Follikel langsam ab, danach sinkt sie sehr rasch, bis schließlich gar keine Follikel mehr heranreifen.

    Bei jüngeren Frauen können die Wechseljahre als Nebenwirkung einer Behandlung einsetzen, beispielsweise nach der Entfernung oder Bestrahlung beider Eierstöcke im Rahmen einer Krebstherapie. Dies wird als „induzierte“ oder auch „künstliche“ Menopause bezeichnet. Die induzierte Menopause löst meist ähnliche Beschwerden aus wie die natürliche.

    Verlauf

    Die Wechseljahre kündigen sich bei einigen Frauen so behutsam an, dass sie es gar nicht bemerken. Andere Frauen bekommen den Beginn deutlich durch körperliche Symptome zu spüren. Bei manchen fallen die Blutungen mal stärker und mal schwächer aus, bei anderen werden die Abstände zwischen den Blutungen unregelmäßig.

    Im Durchschnitt kommt es mit 51 Jahren zur letzten Blutung, der Menopause. Bis dahin kann eine Frau immer noch schwanger werden. Die Menopause lässt sich nur im Nachhinein feststellen – als Faustregel gilt: Ist die Regelblutung zwölf Monate ganz ausgeblieben, war die letzte Blutung sehr wahrscheinlich die Menopause. Tritt sie vor dem 40. Lebensjahr ein, wird sie als „vorzeitig“ bezeichnet.

    Die ein oder zwei Jahre vor der letzten Regelblutung werden Prämenopause genannt, die Zeit danach Postmenopause. In diesem Zeitraum stellt sich der Körper auf ein neues hormonelles Gleichgewicht ein. Wie lange die Wechseljahre dauern, ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Meist sind es einige Jahre. Die Wechseljahre werden manchmal auch „Klimakterium“ genannt, nach dem lateinischen „climacter“ = Stufenleiter, in der Antike Symbol für einen „kritischen Punkt im menschlichen Leben“.

    Es gibt Hinweise, dass das Alter, in dem eine Frau ihre letzte Blutung hat, erblich bedingt ist. Das bedeutet, dass die Menopause bei Müttern und Töchtern ungefähr im gleichen Alter eintritt. Wahrscheinlich beeinflussen noch weitere Faktoren den Zeitpunkt der Menopause, wie etwa die Zahl der Geburten. Das könnte auch erklären, warum Frauen in Entwicklungsländern mit höheren Geburtenraten die Menopause früher erleben.

    Außerdem könnten die Wechseljahre bei starken Raucherinnen früher einsetzen. Auch Über- und Untergewicht oder die Zykluslänge sollen ihren Beginn beeinflussen. Allerdings gibt es für keine dieser Vermutungen eindeutige Belege.

    Folgen

    Mit dem sinkenden Östrogenspiegel steigt das Risiko für Osteoporose, denn das weibliche Geschlechtshormon schützt die Knochen. Allerdings hängt die Stabilität der Knochen nicht allein von der Hormonmenge im Körper ab.

    Wenn die Scheidenschleimhaut dünner und trockener wird, ist sie weniger vor Bakterien und anderen Keimen geschützt und deshalb anfälliger für Infektionen.

    Wird die Scheide bei sexueller Erregung nicht feucht genug, kann Geschlechtsverkehr unangenehm sein. Sexuelle Veränderungen in den mittleren Lebensjahren lassen sich aber nicht allein mit den Wechseljahren erklären. Auch die Situation in der Partnerschaft spielt eine große Rolle.

    Für viele körperliche und psychische Beschwerden während oder nach den Wechseljahren sind nicht allein die hormonellen Umstellungen verantwortlich. So gibt es etwa für die Vermutung, die Wechseljahre könnten das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten erhöhen, bisher keinen wissenschaftlichen Beleg. Zwar haben Frauen nach den Wechseljahren ein höheres Herzinfarktrisiko als vorher – der Grund dafür ist aber wahrscheinlich eher das zunehmende Alter. Genauso ist für Konzentrations- oder Gedächtnisstörungen nicht nachgewiesen, dass sie mit den Wechseljahren zusammenhängen.

    Oft unerwähnt bleiben positive Folgen der Wechseljahre: Nach der Menopause sind Verhütung und Menstruationsbeschwerden kein Thema mehr. Letzteres kann die Lebensqualität von Frauen mit zuvor starker, sehr schmerzhafter Blutung oder einer Endometriose erheblich verbessern. Auch eine Migräne kann nach den Wechseljahren verschwinden.

    Diagnose

    Wenn eine Frau genau wissen möchte, ob ihre Wechseljahre begonnen haben, kann sie in der Frauenarztpraxis untersuchen lassen, wie hoch der Anteil verschiedener Hormone in ihrem Blut ist: In den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel allmählich ab. Dadurch verschiebt sich das Verhältnis von Östrogen zu anderen Geschlechtshormonen. Außerdem reagiert der Körper auf den Rückgang der Östrogene, indem er mehr von einem anderen Hormon bildet, dem sogenannten follikelstimulierenden Hormon (FSH). Diese Veränderungen sind typisch für die Wechseljahre.

    Die Untersuchung des Hormonspiegels hat jedoch keinen praktischen Wert: Sie sagt nichts darüber aus, ob eine Frau noch schwanger werden kann und wie lange sie noch verhüten muss – oder ob eine Behandlung sinnvoll ist, falls sie Beschwerden hat.

    Behandlung

    Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Wechseljahrsbeschwerden zu lindern. Aber auch ohne Behandlung lassen Hitzewallungen, Schweißausbrüche oder Stimmungsschwankungen bei fast allen Frauen mit der Zeit nach und gehen schließlich von selbst wieder weg. Die Wechseljahre sind keine Krankheit: Es ist normal, dass im mittleren Alter die Hormonspiegel sinken.

    Zur Linderung von Wechseljahrsbeschwerden werden zahlreiche pflanzliche Präparate angeboten, häufig in Form von Nahrungsergänzungsmitteln. Ihr Nutzen ist bisher nicht belegt. Am besten untersucht sind Produkte, die pflanzliche Östrogene enthalten, sogenannte Phytoöstrogene. Sie sind beispielsweise in Präparaten auf Sojabasis enthalten. Ob sie tatsächlich gegen Wechseljahrsbeschwerden helfen, ist jedoch unklar. Dies gilt auch für Produkte aus Rotklee und Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa). Ob bestimmte Lebensmittel Wechseljahrsbeschwerden lindern oder verstärken können, ist ebenfalls nicht belegt.

    Die bisher wirksamste Behandlung gegen Wechseljahrsbeschwerden ist eine Hormonbehandlung mit einer Östrogen-Gestagen-Kombination oder mit Östrogen allein (für Frauen, deren Gebärmutter entfernt wurde). Sie ist aber nicht ohne Risiko. Daher ist es sinnvoll, zusammen mit der Ärztin oder dem Arzt sorgfältig die möglichen Vor- und Nachteile einer Hormonersatztherapie gegeneinander abzuwägen.

    Allerdings kehren die Beschwerden nach Absetzen der Hormone meistens wieder zurück. In den ersten Monaten einer Hormonbehandlung können Schmierblutungen, Brustspannen und / oder Übelkeit auftreten. Zudem kann eine jahrelange Hormonbehandlung das Risiko für verschiedene ernsthafte Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Krankheiten und Brustkrebs erhöhen.

    Im ganzen Körper wirksame Hormonpräparate gibt es als Tabletten, Pflaster, Nasenspray oder Lösung zum Spritzen. Zur Behandlung der Scheidenschleimhaut können auch lokal wirksame Hormonpräparate wie Cremes, Zäpfchen oder Ringe eingesetzt werden. Hormonfreie Alternativen sind Pflanzenöle, Gleitmittel und Cremes, die die Scheidenschleimhaut befeuchten.

    Manchmal werden auch die Hormone Testosteron und DHEA sowie verschiedene Antidepressiva eingesetzt. Ob sie Wechseljahrsbeschwerden lindern können, ist unklar. Sie haben aber zum Teil erhebliche Nebenwirkungen. Die meisten dieser Medikamente sind zudem nicht zur Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden zugelassen.

    Hormone zur Linderung von Wechseljahrsbeschwerden schützen nicht vor einer Schwangerschaft.

    Leben und Alltag

    Um die manchmal schwierige Zeit der Wechseljahre entspannter zu erleben, probieren viele Frauen Entspannungstechniken oder Atemtraining, Meditation, Yoga oder Tai Chi aus. Sie können zwar Beschwerden wie Hitzewallungen wahrscheinlich nicht lindern, aber vielleicht das allgemeine Wohlbefinden verbessern und zu einem erholsamen Schlaf beitragen. Ähnliches gilt für Sport und Bewegung: Körperliche Aktivität wirkt sich günstig auf das Herz-Kreislauf-System und die Knochen aus, verbessert die allgemeine Fitness, Muskelkraft und Beweglichkeit. Bewegung kann zudem helfen, ein normales Gewicht zu halten oder bei Übergewicht abzunehmen.

    Auch wenn sich die allgemein oft negativen Vorstellungen über die Wechseljahre allmählich wandeln: Immer noch werden sie vor allem mit dem Älterwerden und seinen Schattenseiten verbunden. Doch viele Frauen sehen die Wechseljahre auch positiv als Beginn eines neuen Abschnitts in ihrem Leben. Die Wechseljahre bedeuten nicht zwangsläufig, dass Beschwerden und andere Probleme auftreten. Nicht wenige Frauen entdecken in dieser Lebensphase neue Freiheiten und Möglichkeiten.

    Quellen

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    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Was Studien sagen: Welche Vor- und Nachteile hat eine langfristige Hormonbehandlung?

    Eine Hormonbehandlung kann bei starken Wechseljahrsbeschwerden kurzfristig helfen. Die Einnahme von Hormonen über längere Zeit hat aber viele ernsthafte Nebenwirkungen. Das gilt insbesondere für Präparate mit Östrogen und Gestagen. Sie senken zwar das Risiko für Knochenbrüche, steigern aber unter anderem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Brustkrebs.

    In den Wechseljahren verändert sich der Hormonhaushalt einer Frau. Das muss nicht mit Beschwerden verbunden sein. Für manche Frauen sind aber Symptome wie zum Beispiel Hitzewallungen, Schweißausbrüche oder Stimmungsschwankungen so belastend, dass sie nach einer Behandlung suchen. Eine Möglichkeit sind Hormonpräparate, die Östrogene oder eine Östrogen-Gestagen-Kombination enthalten. Hormone können Wechseljahrsbeschwerden lindern.

    Früher wurde vermutet, dass es sich für Frauen lohnen könnte, Hormone auch nach den Wechseljahren über Jahre hinweg einzunehmen, um sie vor ernsthaften Erkrankungen zu schützen – zum Beispiel vor koronarer Herzkrankheit (KHK), Osteoporose oder Demenz. Diese Annahme hat sich jedoch nicht bewahrheitet. Im Gegenteil: Große Studien haben gezeigt, dass eine längere Hormonbehandlung das Risiko für einige schwere Erkrankungen nicht senkt, sondern sogar erhöht. Dazu gehören Schlaganfall, Herzinfarkt und Blutgerinnsel in den Beinen oder Lunge (Thromboembolie).

    Studien zur langfristigen Hormonbehandlung

    Um das Wissen zur langfristigen Hormonbehandlung zusammenzufassen, haben Wissenschaftlerinnen der Cochrane Collaboration alle Studien gesucht und ausgewertet, in denen Frauen mindestens ein Jahr lang täglich Hormone oder ein Scheinmedikament (Placebo) einnahmen. Sie fanden insgesamt 22 Studien mit zusammen über 43.000 Teilnehmerinnen. Die Teilnehmerinnen der meisten Studien waren im Durchschnitt etwa 60 Jahre alt. Die überwiegende Zahl der Frauen hatte die Wechseljahre also schon hinter sich.

    Die meisten Frauen – etwa 27.000 – hatten an einer großen, zweiteiligen US-amerikanischen Studie teilgenommen, der „Women’s Health Initiative Study (WHI)“. In der Studie erhielt eine Gruppe von Frauen entweder Östrogen allein oder eine Östrogen-Gestagen-Kombination. Die andere Gruppe erhielt ein Scheinmedikament (Placebo).

    Die Vor- und Nachteile der Hormonbehandlung

    Die zusammenfassende Analyse der Studien zeigte, dass Östrogene und Östrogen-Gestagen-Kombinationen mit zunehmender Dauer der Einnahme eine Reihe von Nachteilen haben. Da Östrogene allein das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut anregen, kommt eine Behandlung nur mit Östrogenen nur für Frauen ohne Gebärmutter infrage.

    Die folgenden Tabellen beschreiben, wie häufig bestimmte Erkrankungen bei Frauen auftraten, die nach den Wechseljahren Hormone angewendet hatten. Zum Vergleich enthalten sie auch Angaben, wie oft Frauen erkrankten, die keine Hormone, sondern ein Placebo genommen hatten. Da sich die Zahlen für Östrogene und Östrogen-Gestagen-Kombinationen unterscheiden, sind sie getrennt dargestellt. Die Zahlen stammen hauptsächlich aus der Women’s Health Initiative Study. Es handelt sich hier um durchschnittliche Zahlen – das heißt, das Risiko einer einzelnen Frau kann nach oben oder nach unten abweichen.

    Östrogen-Gestagen-Präparate

    Tabelle: Vorteile – nach fünfeinhalb Jahren Therapie
    Erkrankung Häufigkeit bei Einnahme eines Östrogen-Gestagen-Präparats Häufigkeit ohne Hormonbehandlung (Placebo)
    Knochenbrüche 87 von 1000 Frauen 111 von 1000 Frauen

    Einzelne Auswertungen der Studien deuten zudem darauf hin, dass eine Hormontherapie das Risiko für Darmkrebs etwas senken könnte.

    Tabelle: Nachteile – im Verlauf derTherapie
    Erkrankung Häufigkeit bei Einnahme eines Östrogen-Gestagen-Präparats Häufigkeit ohne Hormonbehandlung (Placebo)

    Herzinfarkt

    nach einem Jahr

    nach zwei Jahren

    nach vier Jahren

     

     4 von 1000 Frauen

     9 von 1000 Frauen

    11 von 1000 Frauen

     

    2 von 1000 Frauen

    6 von 1000 Frauen

    8 von 1000 Frauen

    Thromboembolie

    nach einem Jahr

    nach zwei Jahren

    nach fünf Jahren

     

    7 von 1000 Frauen

     9 von 1000 Frauen

    20 von 1000 Frauen

     

    2 von 1000 Frauen

    3 von 1000 Frauen

    10 von 1000 Frauen

    Tabelle: Nachteile – im Verlauf der Therapie
    Erkrankung Häufigkeit bei Einnahme eines Östrogen-Gestagen-Präparats Häufigkeit ohne Hormonbehandlung (Placebo)

     Schlaganfall                 

    nach drei Jahren

    nach acht Jahren

     

     8 von 1000 Frauen

    19 von 1000 Frauen

     

     6 von 1000 Frauen

    14 von 1000 Frauen

      Brustkrebs                  

    nach fünf Jahren

    nach acht Jahren

     

    24 von 1000 Frauen

    33 von 1000 Frauen

     

    19 von 1000 Frauen

    26 von 1000 Frauen

    Das Risiko für Brustkrebs bleibt wahrscheinlich auch nach Absetzen der Behandlung erhöht, wenn Frauen Östrogen-Gestagen-Präparate länger als fünf Jahre eingenommen haben. Zudem zeigte eine Auswertung, dass Frauen mit einer langfristigen Hormontherapie häufiger an Demenz erkranken.

    Östrogen-Präparate

    Tabelle: Vorteile – nach sieben Jahren Therapie
    Erkrankung Häufigkeit bei Einnahme eines Östrogen-Präparats Häufigkeit ohne Hormonbehandlung (Placebo)
    Knochenbrüche 103 von 1000 Frauen 141 von 1000 Frauen
    Tabelle: Nachteile – nach sieben Jahren Therapie
    Erkrankung Häufigkeit bei Einnahme eines Östrogen-Präparats Häufigkeit ohne Hormonbehandlung (Placebo)

    Schlaganfall

    32 von 1000 Frauen

    24 von 1000 Frauen

    Thromboembolie      

    nach zwei Jahren

    nach sieben Jahren

     

    5 von 1000 Frauen

    21 von 1000 Frauen

     

    2 von 1000 Frauen

    16 von 1000 Frauen

    Das Risiko für Brustkrebs und Herzinfarkte war bei Frauen, die nur Östrogen einnahmen, nicht erhöht.

    Mehr Schaden als Nutzen bei langfristiger Einnahme

    Die große WHI-Studie war vor Ende der geplanten Studiendauer abgebrochen worden, als deutlich wurde, dass die Schäden durch die Behandlung größer waren als ihr Nutzen. Die Hormonbehandlung mit Östrogen-Gestagen-Präparaten wurde nach fünfeinhalb Jahren beendet, die mit Östrogen-Präparaten nach knapp sieben Jahren. Die Studienteilnehmerinnen wurden nach Ende der Therapie aber noch mehrere Jahre begleitet. Ziel der Nachbeobachtung war, herauszufinden, ob die Einnahme der Medikamente auch nach Beenden der mehrjährigen Therapie noch Nachwirkungen hat.

    Die bisherigen Forschungsergebnisse sprechen dagegen, Hormonpräparate vorbeugend einzunehmen. Bei starken Wechseljahrsbeschwerden ist es sinnvoll, zusammen mit der Ärztin oder dem Arzt die möglichen Vor- und Nachteile sorgfältig gegeneinander abzuwägen. Wenn man sich für Hormone entscheidet, sollten sie so kurz wie möglich und in möglichst niedriger Dosierung eingenommen werden. 

    Quellen

    Marjoribanks J, Farquhar C, Roberts H, Lethaby A. Long term hormone therapy for perimenopausal and postmenopausal women. Cochrane Database Syst Rev 2017; (1): CD004143.

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    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
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    Mehr Wissen: Wechseljahrsbeschwerden selbst lindern

    Viele Frauen in den Wechseljahren suchen Wege, um Beschwerden selbst lindern oder besser mit ihnen umgehen zu können. Manche ändern ihre Ernährung, machen Sport, probieren es mit Yoga oder Entspannungsverfahren. Andere greifen zu pflanzlichen Mitteln oder „alternativen“ Methoden. Diese versprechen oft viel mehr, als sie halten können.

    Um Wechseljahrsbeschwerden zu lindern, ist nicht immer eine Behandlung nötig oder sinnvoll. Die Wechseljahre sind keine Krankheit. Auch ohne Behandlung lassen Hitzewallungen und Schweißausbrüche bei fast allen Frauen mit der Zeit nach und gehen schließlich von selbst wieder weg.

    Manche Frauen warten einfach ab, bis die Wechseljahre überstanden sind. Andere versuchen, durch Anpassungen ihres Lebensstils – zum Beispiel durch eine Umstellung ihrer Ernährung oder mehr Bewegung – ihr allgemeines Wohlbefinden zu verbessern. Manchen Frauen hilft dies auch, mit ihren Beschwerden besser zurechtzukommen.

    Viele Frauen probieren pflanzliche Mittel oder andere, oft „alternativ“ genannte, Methoden aus. Die meisten dieser Mittel sind allerdings längst nicht so wirksam, wie häufig angenommen wird. Andere haben Nebenwirkungen, die manchmal unterschätzt werden.

    Viele Frauen in den Wechseljahren suchen Wege, um Beschwerden selbst lindern oder besser mit ihnen umgehen zu können. Manche ändern ihre Ernährung, machen Sport, probieren es mit Yoga oder Entspannungsverfahren. Andere greifen zu pflanzlichen Mitteln oder „alternativen“ Methoden. Diese versprechen oft viel mehr, als sie halten können.

    Um Wechseljahrsbeschwerden zu lindern, ist nicht immer eine Behandlung nötig oder sinnvoll. Die Wechseljahre sind keine Krankheit. Auch ohne Behandlung lassen Hitzewallungen und Schweißausbrüche bei fast allen Frauen mit der Zeit nach und gehen schließlich von selbst wieder weg.

    Manche Frauen warten einfach ab, bis die Wechseljahre überstanden sind. Andere versuchen, durch Anpassungen ihres Lebensstils – zum Beispiel durch eine Umstellung ihrer Ernährung oder mehr Bewegung – ihr allgemeines Wohlbefinden zu verbessern. Manchen Frauen hilft dies auch, mit ihren Beschwerden besser zurechtzukommen.

    Viele Frauen probieren pflanzliche Mittel oder andere, oft „alternativ“ genannte, Methoden aus. Die meisten dieser Mittel sind allerdings längst nicht so wirksam, wie häufig angenommen wird. Andere haben Nebenwirkungen, die manchmal unterschätzt werden.

    Ernährung

    Zur Ernährung in den Wechseljahren wird zum einen oft der Verzehr bestimmter Nahrungsmittel empfohlen, zum anderen der Verzicht. Für die meisten dieser Ratschläge gibt es aber keine zuverlässige wissenschaftliche Grundlage. So empfehlen manche Expertinnen und Experten Nüsse, Nussöl und verschiedene andere Pflanzenöle gegen Wechseljahrsbeschwerden. Ihre Wirkung ist aber nicht gut untersucht. Das Gleiche gilt für Kräutertees, Weizen, Grapefruit und viele andere Lebensmittel.

    Ebenso ist unklar, ob sich der Verzicht auf starken Kaffee, schwarzen Tee, alkoholische Getränke, Schokolade, Salz und scharfe Gewürze wie Curry lohnt, um Beschwerden wie Hitzewallungen zu lindern. Zudem reagieren Frauen unterschiedlich auf mögliche Auslöser – ob sie eine Rolle spielen, lässt sich aber selbst herausfinden, wenn man die eigene Reaktion auf bestimmte Lebensmittel beobachtet.

    Viele Fachleute empfehlen eine sojareiche Ernährung zum Beispiel mit Lebensmitteln aus Sojamehl und -milch. Andere empfehlen Nahrungsergänzungsmittel, die bestimmte Soja-Inhaltsstoffe enthalten (siehe unten). Zu Soja gibt es eine Reihe von Untersuchungen. Nach den bisherigen Studien kann man nicht davon ausgehen, dass Soja zuverlässig Hitzewallungen und andere Beschwerden lindert.

    Sport und Bewegung

    Zum Einfluss von körperlicher Aktivität auf Wechseljahrsbeschwerden gibt es nur wenige und zudem kleine Studien. Diese konnten nicht zeigen, dass körperliche Aktivität typische Beschwerden wie Hitzewallungen lindert.

    Aktivitäten wie zügiges Gehen und leichtes Muskeltraining haben jedoch eine Reihe anderer positiver Wirkungen, wie die Verbesserung der Muskelkraft und Beweglichkeit oder die Stärkung der Knochen. Sport hilft vielen Menschen außerdem, sich zu entspannen und die Stimmung zu heben.

    Regelmäßige körperliche Aktivität unterstützt auch dabei, ein normales Gewicht zu halten – oder bei Übergewicht abzunehmen. Nicht zuletzt kann körperliche Aktivität auch helfen, den Blutdruck zu senken.

    Entspannungstechniken

    Zur Wirkung von Entspannungstechniken, Atemtraining, Meditation, Yoga und Tai Chi bei Wechseljahrsbeschwerden lässt sich kein verlässliches wissenschaftliches Urteil abgeben. Dennoch empfinden viele Frauen, die diese Techniken erlernen, entspannende Übungen und meditatives Bewegungstraining als hilfreich, um Alltagsstress auszugleichen, ein besseres Körpergefühl zu bekommen und beweglich zu bleiben.

    Andere Behandlungsmethoden

    Um die Wechseljahre herum hat sich ein großer Markt sogenannter alternativmedizinischer Methoden entwickelt. Verschiedene pflanzliche und homöopathische Mittel sollen helfen, die Wechseljahrsbeschwerden zu lindern. Auch Akupunktur, Chiropraktik und Fußreflexzonenmassage werden angeboten. Für keines dieser Präparate und Methoden gibt es bislang einen überzeugenden Nachweis, dass sie tatsächlich gegen Wechseljahrsbeschwerden wirken. Zudem können sie Nebenwirkungen haben.

    Dennoch sind solche Behandlungsmethoden bei Frauen sehr beliebt – weil sie als „natürlich“ und deshalb als unbedenklich angesehen werden. Aus Umfragen geht hervor, dass in Deutschland 15 bis 17 von 100 Frauen vor allem bei leichten Wechseljahresbeschwerden rezeptfreie Naturprodukte verwenden. Bevor man pflanzliche Arzneimittel einnimmt, ist es wichtig, ärztlichen Rat einzuholen, um mögliche Unverträglichkeiten abzuklären oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten vorzubeugen.

    Viele Ratschläge oder Empfehlungen zu Mitteln gegen Wechseljahrsbeschwerden beruhen völlig auf Spekulation. Die folgende Beschreibung konzentriert sich auf die Behandlungsmethoden, die zumindest in einigen Studien systematisch untersucht wurden.

    Soja-Isoflavone

    Soja-Präparate sind die am besten untersuchten pflanzlichen Mittel gegen Wechseljahrsbeschwerden. Sie enthalten sogenannte Isoflavone, die zu den „Phytoöstrogenen“ oder „pflanzlichen Östrogenen“ zählen.

    Es gibt schwache Hinweise, dass Soja-Isoflavone die Häufigkeit und Stärke von Hitzewallungen etwas verringern können. Hoch dosierte Präparate zeigten in Studien eine stärkere Wirkung als niedriger dosierte.

    Bei längerer Einnahme und hoher Dosierung ist jedoch mit Nebenwirkungen zu rechnen. Frauen, die Phytoöstrogene einnahmen, hatten häufiger mit Magen-Darm-Beschwerden zu tun als Frauen, die dies nicht taten. Die Einnahme von Isoflavonen über einen kurzen Zeitraum ist aber vermutlich kein gesundheitliches Risiko.

    Rotklee

    Das Wissen über Rotklee (Trifolium pratense) ist lückenhaft. Auch Substanzen im Rotklee sollen im Körper ähnlich wirken wie Öströgene. Rotklee enthält zwar Isoflavone, diese unterscheiden sich aber von den Inhaltsstoffen in Soja. Deshalb ist es nicht möglich, von der Wirkung des einen Mittels auf das andere zu schließen. Es gibt keinen Beleg, dass Nahrungsergänzungsmittel aus Rotklee zum Beispiel gegen Hitzewallungen helfen. Mögliche Nebenwirkungen von Rotklee sind nicht ausreichend untersucht.

    Traubensilberkerze

    Einige Produkte, die Extrakte der Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa oder Actaea racemosa) enthalten, sind in Deutschland als pflanzliche Arzneimittel zugelassen. Es fehlt aber der Nachweis, dass sie Wechseljahrsbeschwerden lindern können.

    Etwa 5 von 100 Frauen, die Traubensilberkerze-Präparate einnehmen, berichten über Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Rötung der Haut. Gewöhnlich verschwinden sie nach Absetzen der Mittel wieder.

    Der Wirkstoff der Traubensilberkerze kann auch ernsthafte Nebenwirkungen haben: Bei seiner Anwendung sind einige Fälle von schweren Leberschädigungen aufgetreten. Die europäische Arzneimittelbehörde empfiehlt daher, die Einnahme solcher Präparate sofort zu beenden und zum Arzt zu gehen, falls sich Anzeichen einer Leberschädigung bemerkbar machen wie zum Beispiel: Müdigkeit, Appetitverlust, Gelbfärbung der Haut oder der Augen, auffällig dunkler Urin sowie Oberbauchbeschwerden und Übelkeit. Die europäische Arzneimittelbehörde rät Frauen außerdem davon ab, Traubensilberkerze gleichzeitig mit Östrogenen einzunehmen. Auch Frauen mit Brustkrebs wird von dem Mittel abgeraten.

    Andere pflanzliche Präparate

    Andere pflanzliche Präparate, die bei Wechseljahrsbeschwerden helfen sollen, werden zum Beispiel aus Rhapontik-Rhabarber (Rheum rhaponticum), Ginseng (Panax ginseng), Dong Quai (Angelica sinensis), Nachtkerzenöl (Oenothera biennis), Kava Kava (Piper methysticum), Maca (Lepidium meyenii, eine Pflanze aus den Anden) oder Mönchspfeffer (Vitex agnus castus) hergestellt.

    Es gibt für keines der aus diesen Pflanzen hergestellten Präparate einen verlässlichen Nachweis, dass sie Wechseljahrsbeschwerden lindern können. Einige der Präparate können jedoch Nebenwirkungen haben oder vertragen sich nicht mit anderen Medikamenten. Zum Beispiel ist es möglich, dass Blutungen auftreten, wenn Ginseng gleichzeitig mit gerinnungshemmenden Medikamenten (etwa Heparin oder Acetylsalicylsäure) oder mit Nachtkerzenöl eingenommen wird.

    In Deutschland haben Zulassungsbehörden Präparate mit Kava Kava vom Markt genommen. Kava Kava kann allergische Reaktionen und Hautprobleme auslösen. Außerdem sind Leberschäden und Nervenbeschwerden möglich.

    Quellen

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    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Hormontherapie gegen Wechseljahrsbeschwerden

    Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen sind bei den meisten Frauen nicht so ausgeprägt, dass sie behandelt werden müssen. Bei starken Beschwerden kann eine kurzfristige Hormontherapie Erleichterung bringen. Eine langfristige Behandlung wird wegen ihrer Risiken heute nicht mehr empfohlen.

    In den Wechseljahren verringert der Körper die Produktion der weiblichen Geschlechtshormone. Die Absenkung des Hormonspiegels beendet die fruchtbare Phase im Leben einer Frau. Diese natürliche Umstellung kann mit Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen verbunden sein. Sie fallen mal mehr, mal weniger stark aus und hören bei den meisten Frauen nach einiger Zeit von selbst wieder auf.

    Gegen Wechseljahrsbeschwerden wird eine Vielzahl von Behandlungen angeboten. Für die meisten gibt es jedoch keinen Nachweis, dass sie die Beschwerden lindern können. Gut untersucht sind dagegen die Vor- und Nachteile von Hormonpräparaten aus Östrogen und Gestagen oder aus Östrogen allein. Sie sind derzeit die wirksamsten Mittel gegen Hitzewallungen und Schweißausbrüche. Allerdings gilt für Hormone, was für alle Medikamente gilt: Es gibt keine wirksame Therapie, die nicht auch Nebenwirkungen und Risiken mit sich bringt.

    Neben der Stärke der Beschwerden sind daher die möglichen Nebenwirkungen und Risiken ein wichtiger Aspekt der Entscheidung für oder gegen eine Hormonbehandlung. Sie hängen auch von der Art der Hormontherapie ab und von der Dauer der Einnahme. Zur Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden genügt in der Regel eine kurzfristige Therapie.

    Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen sind bei den meisten Frauen nicht so ausgeprägt, dass sie behandelt werden müssen. Bei starken Beschwerden kann eine kurzfristige Hormontherapie Erleichterung bringen. Eine langfristige Behandlung wird wegen ihrer Risiken heute nicht mehr empfohlen.

    In den Wechseljahren verringert der Körper die Produktion der weiblichen Geschlechtshormone. Die Absenkung des Hormonspiegels beendet die fruchtbare Phase im Leben einer Frau. Diese natürliche Umstellung kann mit Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen verbunden sein. Sie fallen mal mehr, mal weniger stark aus und hören bei den meisten Frauen nach einiger Zeit von selbst wieder auf.

    Gegen Wechseljahrsbeschwerden wird eine Vielzahl von Behandlungen angeboten. Für die meisten gibt es jedoch keinen Nachweis, dass sie die Beschwerden lindern können. Gut untersucht sind dagegen die Vor- und Nachteile von Hormonpräparaten aus Östrogen und Gestagen oder aus Östrogen allein. Sie sind derzeit die wirksamsten Mittel gegen Hitzewallungen und Schweißausbrüche. Allerdings gilt für Hormone, was für alle Medikamente gilt: Es gibt keine wirksame Therapie, die nicht auch Nebenwirkungen und Risiken mit sich bringt.

    Neben der Stärke der Beschwerden sind daher die möglichen Nebenwirkungen und Risiken ein wichtiger Aspekt der Entscheidung für oder gegen eine Hormonbehandlung. Sie hängen auch von der Art der Hormontherapie ab und von der Dauer der Einnahme. Zur Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden genügt in der Regel eine kurzfristige Therapie.

    Müssen Hormone ersetzt werden?

    Noch bis vor einigen Jahren nahmen sehr viele Frauen während und nach ihren Wechseljahren zum Teil über Jahre hinweg Hormone. Die Behandlung mit weiblichen Geschlechtshormonen wurde früher häufig auch „Hormonersatztherapie“ genannt. Dahinter stand die Vorstellung, die Wechseljahre führten zu einem Hormonmangel, der durch den Ersatz der Hormone behoben werden müsste. Dabei lag der Gedanke an mögliche Nebenwirkungen eher fern, weil man annahm, dass nur etwas zurückgegeben würde, was vorher schon im Körper war und jetzt fehlte.

    Die Vorstellung, Frauen lebten nach den Wechseljahren dauerhaft in einer Art hormonellem Mangelzustand, hat sich jedoch als Irrtum herausgestellt. Das Ende der Fruchtbarkeit schützt ältere Frauen zum Beispiel vor einer Schwangerschaft und hat so seinen biologischen Sinn. Der Einsatz von Hormonen gegen Wechseljahrsbeschwerden ist deshalb auch kein „natürlicher Ersatz“, sondern eine medikamentöse Behandlung, deren möglicher Nutzen und Schaden gegeneinander abgewogen werden müssen. Deshalb wird heute richtigerweise nicht mehr von Hormonersatztherapie, sondern von Hormontherapie oder Hormonbehandlung gesprochen.

    Welche Risiken hat eine längere Hormonbehandlung?

    Hormonpräparate sind Medikamente, die nur ärztlich verschrieben werden können. Ursprünglich diente die Behandlung vor allem dazu, typische Wechseljahrsbeschwerden zu lindern. Im Laufe der 1980er Jahre verbreitete sich dann die Auffassung, eine Hormonbehandlung könne auch vor einigen Erkrankungen schützen, die mit zunehmendem Alter häufiger werden, wie zum Beispiel Herzkrankheiten. Diese Annahme hat dazu beigetragen, dass immer mehr Frauen immer länger mit Hormonen behandelt wurden – selbst dann, wenn sie gar keine Wechseljahrsbeschwerden hatten.

    Inzwischen haben wissenschaftliche Untersuchungen aber gezeigt, dass eine längere Hormonbehandlung den meisten Alterkrankheiten nicht vorbeugen kann. Sie hat zudem einige ernstzunehmende Risiken hat: Sie erhöht unter anderem die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Blutgerinnseln, für Schlaganfälle und Brustkrebs. Manche Risiken der Hormonbehandlung steigen schon mit Beginn der Einnahme, andere nehmen erst langsam mit der Dauer der Behandlung zu. Grundsätzlich gilt: Bei starken Wechseljahrsbeschwerden ist es sinnvoll, zusammen mit der Ärztin oder dem Arzt sorgfältig die möglichen Vor- und Nachteile einer Hormonersatztherapie gegeneinander abzuwägen. Auch wenn man sich für Hormone entscheidet, sollten sie so kurz wie möglich und in möglichst niedriger Dosierung eingenommen werden. Je länger eine Hormonbehandlung dauert, desto höher sind ihre Risiken.

    Welche Hormone werden eingesetzt?

    Die häufigste Variante der Hormontherapie ist die Einnahme von Präparaten mit Östrogen und Gestagen. Beide Hormone werden vor den Wechseljahren in größeren Mengen vor allem in den Eierstöcken hergestellt. Kleinere Mengen werden aber auch noch danach produziert, zum Beispiel vom Fettgewebe.

    Es hat sich herausgestellt, dass eine Behandlung mit reinen Östrogen-Präparaten sehr oft Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut auslöst. Bei einigen Frauen kann daraus ein sogenannter Endometrium- oder Gebärmutterkörperkrebs entstehen. Wucherungen lassen sich aber verhindern, wenn Frauen nicht nur Östrogene, sondern auch Gestagene einnehmen. Deshalb beginnt die Auswahl eines Präparats meist mit der Frage, ob eine Frau noch ihre Gebärmutter hat oder nicht. Bei Frauen mit Gebärmutter wird eigentlich immer ein Kombinationspräparat aus Östrogen und Gestagen eingesetzt, um die Schleimhaut der Gebärmutter zu schützen. Bei Frauen ohne Gebärmutter ist es gewöhnlich ein Präparat, das nur Östrogene enthält. Diese Behandlung heißt auch Monotherapie.

    Eine andere Variante der Hormontherapie ist das künstliche Hormon Tibolon, das sowohl Östrogen- als auch Gestagen-ähnliche Wirkungen hat. Es wird in Deutschland relativ selten verschrieben. Studien weisen darauf hin, dass Tibolon Hitzewallungen lindern kann, allerdings nicht so gut wie eine Östrogen-Gestagen-Behandlung. Als Nebenwirkungen können unter anderem Schmierblutungen auftreten. Eine langfristige Behandlung mit Tibolon könnte bei Frauen, die an Brustkrebs erkrankt waren das Risiko für ein erneutes Auftreten erhöhen. Ebenso könnte die langfristige Behandlung bei Frauen über 60 Jahren das Risiko für einen Schlaganfall steigern.

    Seit einigen Jahren werden zudem „bioidentische“ oder „natürliche“ Hormone beworben. Bioidentische Hormone sind chemische Substanzen, die die gleiche molekulare Struktur haben wie menschliche Hormone. Sie sind also weder natürlicher noch sicherer als traditionell verwendete, synthetisch hergestellte Hormone. Insofern kann „bioidentisch“ als reiner Marketingbegriff gelten. Solche Hormone werden zum Teil als Fertigpräparate angeboten, zum Teil auch in der Apotheke zusammengestellt (individualisierte Hormontherapie). Ihre Qualität wird häufig nicht kontrolliert.

    Östrogen- und Gestagen-Präparate

    Es gibt mehrere Dutzend unterschiedlicher Hormonpräparate zur Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden. Sie sind in folgenden Darreichungsformen erhältlich:

    • oral: als Tablette oder Kapsel zum Schlucken
    • nasal: als Nasenspray
    • als Pflaster oder Gel zum Auftragen auf die Haut
    • als Injektion (Spritze)
    • vaginal: zum Beispiel als Creme / Gel, Tablette, Zäpfchen oder Ring zum Einführen in die Scheide

    Je nach Präparat kann sich der Behandlungsrhythmus unterscheiden: Tabletten werden meist täglich eingenommen, Hormonpflaster ein bis zwei Mal pro Woche gewechselt. Ein Scheidenring muss etwa alle drei Monate erneuert werden.

    Präparate, die Östrogene und Gestagene enthalten, gibt es in zwei Behandlungsformen: Bei der kontinuierlichen Hormonbehandlung nimmt eine Frau jeden Tag beide Hormone ein. Bei der zyklischen Behandlung nimmt sie zum Beispiel während einer Phase nur Östrogene, in der zweiten Phase auch Gestagene.

    Die Anwendung von östrogenhaltigen Mitteln im Bereich der Scheide wird lokale Hormonbehandlung genannt. Sie bewirkt, dass sich die dünner und trockener gewordene Scheidenschleimhaut wieder aufbaut. Dies kann zum Beispiel vor Schmerzen beim Geschlechtsverkehr schützen. Bei einer ausschließlich lokalen Östrogenbehandlung kann in der Regel auf eine Gestagentherapie verzichtet werden. Eine lokale Hormonbehandlung kann einige der Nebenwirkungen auslösen, die auch bei einer oralen Behandlung auftreten können, etwa Schmierblutungen und Brustspannen.

    Welchen Nutzen hat eine Hormonbehandlung?

    Hitzewallungen

    Eine Vielzahl von guten Studien zeigt, dass eine Hormonbehandlung entweder nur mit Östrogen oder mit einer Östrogen-Gestagen-Kombination die Anzahl der Hitzewallungen und Schweißausbrüche deutlich verringern kann. Es gibt zwar keine Garantie, dass Hitzewallungen und Schweißausbrüche durch eine Hormonbehandlung komplett verschwinden, aber sie fallen in der Regel schwächer aus.

    Die Studien, die diese Wirkungen belegt haben, dauerten im Durchschnitt etwa 14 Monate. Die teilnehmenden Frauen hatten orale Hormonpräparate eingenommen. Andere Darreichungsformen wie zum Beispiel Pflaster sind aber vermutlich ebenso wirksam.

    Wenn man die Ergebnisse dieser Studien zusammenfasst, zeigen sich folgende Wirkungen:

    • 66 von 100 Frauen, die ein Placebo einnahmen, hatten am Ende der Studie noch Hitzewallungen, aber nur
    • 20 von 100 Frauen, die ein Östrogen-Präparat oder eine Östrogen-Gestagen-Kombination einnahmen.

    Insgesamt konnte die Hormoneinnahme also 46 von 100 Frauen helfen.

    Wahrscheinlich ist auch, dass Frauen, die nachts durch starke Hitzewallungen geweckt werden, durch eine Hormonbehandlung wieder besser schlafen.

    Einfluss auf andere Beschwerden

    Auch bei anderen Beschwerden wie Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen oder depressiven Verstimmungen zeigen Studien einen Vorteil für eine Hormonbehandlung im Vergleich zu einem Scheinmedikament (Placebo). Zudem konnten die Hormone, ob eingenommen oder in der Scheide angewendet, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr lindern. Insgesamt ergaben sich günstige Wirkungen der Hormontherapie auf das Sexualleben und die Lebensqualität der Studienteilnehmerinnen.

    Einfluss auf das Körpergewicht

    Frauen (und Männer) nehmen mit dem Alter gewöhnlich etwas an Gewicht zu. Untersuchungen zeigen, dass das Gewicht ab der Lebensmitte häufig ansteigt – egal, ob man Hormone nimmt oder nicht. Eine Hormonbehandlung selbst verursacht keine Gewichtszunahme, kann sie aber auch nicht verhindern.

    Kurzfristige Nebenwirkungen der Hormontherapien

    Östrogen-Gestagen-Präparate lösen als häufige Nebenwirkungen Blutungen aus, die einer Regelblutung ähneln können. Einige Frauen finden die erneuten Blutungen so lästig, dass sie die Hormonbehandlung wieder absetzen. Die Hormoneinnahme kann zudem zu Spannungsgefühlen in der Brust führen.

    Was passiert, wenn man die Hormone absetzt?

    Erstaunlicherweise gibt es auf diese Frage bislang keine klare Antwort. Möglich wäre, dass die Präparate bei einer langfristigen Einnahme die Phase der hormonellen Umstellung und damit auch die Beschwerden überbrücken. Dann würden nach dem Absetzen der Hormone keine Beschwerden mehr auftreten. Es könnte aber auch sein, dass die Hormonbehandlung die hormonelle Umstellung hinausschiebt, so dass nach dem Absetzen der Präparate wieder Beschwerden auftreten.

    Die bislang beste Auskunft gibt eine Studie an etwa 16.000 US-Amerikanerinnen. Die Teilnehmerinnen der Studie nahmen im Durchschnitt etwa sechs Jahre lang Hormone gegen Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen ein. Nach dem Absetzen wurden die Frauen befragt, wie es ihnen ergangen ist. Es stellte sich heraus, dass mehr als die Hälfte der Frauen nach dem Absetzen der Hormone wieder Hitzewallungen und Schweißausbrüche hatten. Das spricht dafür, dass eine Hormontherapie die Beschwerden häufig eher aufschiebt.

    Es besteht aber die Möglichkeit, eine Hormonbehandlung so niedrig zu dosieren, dass die Beschwerden zwar noch spürbar sind, aber nicht mehr belasten. Das gibt einer Frau die Chance, selbst zu bemerken, wenn ihre Beschwerden zurückgehen oder ganz verschwinden – und die Hormone dann in Absprache mit ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt abzusetzen.

    Quellen

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    Mehr Wissen: Wohlbefinden in den Wechseljahren

    Auch wenn der Umgang mit den Wechseljahren von Frau zu Frau verschieden ist: Starke Wechseljahrsbeschwerden können das Wohlbefinden sehr beeinträchtigen. Dass das Risiko für bestimmte Erkrankungen ab der Lebensmitte ansteigt, liegt aber vor allem am zunehmenden Alter und weniger an der hormonellen Umstellung.

    Hitzewallungen, Schweißausbrüche und eine veränderte Scheidenschleimhaut sind die häufigsten Beschwerden in den Wechseljahren. Wenn Hitzewallungen und Schweißausbrüche in der Nacht auftreten, stören sie oft den Schlaf. Dies kann zu Konzentrationsproblemen und Müdigkeit tagsüber führen.

    Doch nicht alle körperlichen und emotionalen Veränderungen in dieser Lebensphase haben ihre Ursache in den Wechseljahren. Veränderungen der Stimmungslage und des seelischen Wohlbefindens, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sowie körperliche Beschwerden wie zum Beispiel Rückenschmerzen sind eher keine direkte Folge der Hormonumstellung. Sie können in jedem Lebensalter auftreten und viele andere Gründe haben. Das steigende Risiko für Erkrankungen wie Osteoporose oder Herz-Kreislauf-Krankheiten hängt auch mit dem Älterwerden zusammen.

    Die Wechseljahre selbst haben also meist keine direkten Auswirkungen auf die Gesundheit. Sie können aber Anlass sein, darüber nachzudenken, wie sich die eigene Gesundheit im Alter erhalten oder verbessern lässt.

    Auch wenn der Umgang mit den Wechseljahren von Frau zu Frau verschieden ist: Starke Wechseljahrsbeschwerden können das Wohlbefinden sehr beeinträchtigen. Dass das Risiko für bestimmte Erkrankungen ab der Lebensmitte ansteigt, liegt aber vor allem am zunehmenden Alter und weniger an der hormonellen Umstellung.

    Hitzewallungen, Schweißausbrüche und eine veränderte Scheidenschleimhaut sind die häufigsten Beschwerden in den Wechseljahren. Wenn Hitzewallungen und Schweißausbrüche in der Nacht auftreten, stören sie oft den Schlaf. Dies kann zu Konzentrationsproblemen und Müdigkeit tagsüber führen.

    Doch nicht alle körperlichen und emotionalen Veränderungen in dieser Lebensphase haben ihre Ursache in den Wechseljahren. Veränderungen der Stimmungslage und des seelischen Wohlbefindens, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sowie körperliche Beschwerden wie zum Beispiel Rückenschmerzen sind eher keine direkte Folge der Hormonumstellung. Sie können in jedem Lebensalter auftreten und viele andere Gründe haben. Das steigende Risiko für Erkrankungen wie Osteoporose oder Herz-Kreislauf-Krankheiten hängt auch mit dem Älterwerden zusammen.

    Die Wechseljahre selbst haben also meist keine direkten Auswirkungen auf die Gesundheit. Sie können aber Anlass sein, darüber nachzudenken, wie sich die eigene Gesundheit im Alter erhalten oder verbessern lässt.

    Was sind Hitzewallungen und wie entstehen sie?

    Hitzewallungen werden vermutlich im Gehirn ausgelöst, wo die Körpertemperatur reguliert wird. Steigt sie zu stark an, kann das Gehirn eine vorübergehende Erweiterung der Blutgefäße in der Haut veranlassen. Diese Gefäßerweiterung wird Vasodilatation genannt. Sie bewirkt, dass mehr Blut durch die Haut fließen kann und der Körper so mehr Wärme nach außen abgibt, um die Körpertemperatur zu senken. Dies macht sich als Hitzeschub bemerkbar. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vermuten, dass die nachlassende Hormonproduktion in den Eierstöcken Auswirkungen auf diese Temperatursteuerung hat. Die genauen Ursachen der Hitzewallungen sind jedoch nicht bekannt.

    Bei vielen Frauen setzen Hitzewallungen etwa zur Zeit ihrer letzten Regelblutung ein. Oft sind sie zunächst häufiger und stärker, mit der Zeit lassen sie wieder nach. Hitzewallungen werden von vielen Frauen als eine plötzlich auftretende heiße Welle empfunden, die meist von Brust, Nacken und Gesicht ausgeht und sich im ganzen Körper ausbreitet. Eine Hitzewallung kann die Haut fleckig und rot werden lassen, und sie kann Schweißausbrüche auslösen. Manche Frauen spüren gleichzeitig starkes Herzklopfen – dies hat normalerweise nichts mit einer Herzerkrankung zu tun. Hitzewallungen dauern im Durchschnitt etwa drei Minuten. Nach einer Hitzewallung stellt sich manchmal ein Frösteln ein.

    Verschiedene Einflüsse stehen im Verdacht, Hitzewallungen zu fördern. Dazu gehören neben einer zu warmen Umgebung und / oder zu warmen Bekleidung zum Beispiel starker Kaffee oder Tee, scharfe Gewürze, Alkohol, Stress, Nervosität und bestimmte Medikamente.

    Verändern die Wechseljahre die Sexualität?

    Die Auswirkungen der Wechseljahre auf die Sexualität sind von Frau zu Frau verschieden. Manche befürchten, dass ihnen wegen ihrer Beschwerden die Freude an ihrer Sexualität verloren gehen könnte, andere sind mit ihrem Sexualleben zufrieden. Bei einigen Frauen nehmen die sexuelle Erregbarkeit oder das sexuelle Interesse etwas ab, andere dagegen haben ein besseres Sexualleben als zuvor. Viele sind froh, dass sie sich über Verhütung keine Gedanken mehr machen müssen.

    Das deutet schon an, dass sich sexuelle Veränderungen in den mittleren Lebensjahren nicht allein mit den Wechseljahren erklären lassen. Bislang gibt es keine Belege, dass die hormonelle Umstellung selbst das sexuelle Empfinden oder Verlangen sowie die sexuelle Aktivität beeinträchtigt. Das Älterwerden an sich spielt hier offenbar eine wichtigere Rolle. Hinzu kommen psychologische, soziale und kulturelle Faktoren – und nicht zuletzt die Situation in der Partnerschaft.

    Es kann zum störenden Problem werden, wenn die Scheide bei sexueller Erregung nicht feucht genug wird – oder wenn eine Frau sich schon im Vorfeld darüber Sorgen macht. Ohne Gleitmittel kann der Geschlechtsverkehr dann unangenehm sein. Etwa 3 von 10 Frauen haben etwa ab der Zeit kurz vor der Menopause Beschwerden, weil ihre Scheidenschleimhaut empfindlicher und trockener ist als früher. Das kann sich durch Juckreiz äußern und Infektionen begünstigen. Die Beschaffenheit der Scheidenschleimhaut verändert sich aber nicht plötzlich, sondern im Laufe der Wechseljahre. Manche Frauen bemerken dies auch erst lange nach der letzten Blutung.

    Welche Bedeutung haben die Wechseljahre als Lebensabschnitt?

    Häufig werden die Wechseljahre vor allem als Zeichen des Älterwerdens gesehen und oft auch mit Verlusten in Verbindung gebracht: etwa der Attraktivität und Weiblichkeit, der Gesundheit – oder auch von bestimmten Rollen in Familie und Beruf. Wie eine Frau diesen Abschnitt ihres Lebens empfindet und gestaltet, hängt aber zu einem guten Teil von ihrer persönlichen Lebenssituation, ihrem Selbstbild und ihrer Einstellung zum Alter ab.

    Das gesellschaftliche Bild der älteren Frau wandelt sich zwar allmählich. Dennoch sind die allgemeinen Vorstellungen über die Wechseljahre nicht gerade positiv. Dies ist kein Wunder: Schließlich wird seit Jahrzehnten behauptet, dass sich mit den Wechseljahren Alterungsprozesse beschleunigen und Frauen sich ab der Menopause besondere Sorgen um ihre Gesundheit machen müssten. In dieser Sichtweise haben sich die Wechseljahre zum behandlungsbedürftigen medizinischen Problem entwickelt.

    Wenn man hingegen Frauen dazu befragt, wie sie selbst ihre Wechseljahre beurteilen, zeigt sich oft eine ganz andere Sichtweise. Die Empfindungen sind so verschieden wie die Frauen selbst: Sie reichen von „neuer Freiheit und Energie“ über „Aufbruchsstimmung“ bis hin zu „sich alt und nutzlos fühlen“.

    Einen „richtigen“ Weg durch die Wechseljahre gibt es nicht – die meisten Frauen finden einen für sie passenden: Einige beachten die Wechseljahre gar nicht weiter. Andere werten sie als wichtige Phase in ihrem Leben, aus der sich durchaus positive Perspektiven ergeben. Manche nehmen sie als Anlass, über ihr bisheriges Leben nachzudenken und sich kritisch zu fragen, was für sie wirklich wichtig ist.

    Für manche Frauen fallen die Wechseljahre in eine Phase der Um- und Neuorientierung, zum Beispiel weil ihre Kinder allmählich erwachsen werden oder bereits das Elternhaus verlassen haben: Sie ändern ihren Lebensstil, konzentrieren sich mehr auf die eigenen Interessen oder die eigene Zukunft. Dass solche Neuorientierungen Unsicherheiten und wechselnde Gefühle mit sich bringen können, ist ganz normal.

    Wie gehen Frauen mit ihren Gefühlen um?

    Viele Frauen besprechen ihre Erfahrungen und Gefühle mit Freundinnen, die ebenfalls in den Wechseljahren sind. Viele würden ihre Empfindungen auch gern mit ihrem Partner besprechen. Solch ein Gespräch ist jedoch nicht immer einfach. Frauen machen manchmal die Erfahrung, dass sich ihre Partner gar nicht für ihre Wechseljahre interessieren oder nur wenig Verständnis zeigen. Viele Männer wissen nur wenig über diese Phase im Leben der Frau.

    Einige Frauen vermeiden das Thema lieber ganz, oder sie reden mit ihrer Ärztin, ihrem Arzt oder anderen professionellen Beratern. Viele Frauen wünschen sich, mit der eigenen Mutter über deren Erfahrungen sprechen zu können. Denn Informationen von Müttern und älteren Schwestern können beim Umgang mit den eigenen Beschwerden unterstützen und helfen, den möglichen Zeitpunkt der Menopause abzuschätzen. In der älteren Generation sind die Wechseljahre allerdings noch manchmal ein Tabuthema.

    Wie empfinden Frauen die körperlichen Veränderungen?

    Solange sie nicht unter starken Beschwerden leiden, sind körperliche Veränderungen für viele Frauen nur eine von vielen Facetten der Wechseljahre. Frauen erleben ihr Äußeres in dieser Zeit ganz unterschiedlich. Bei manchen verändert sich ihr Selbstbild und sie machen sich Sorgen, dass sie nicht mehr als attraktiv wahrgenommen werden. Andere fühlen sich nicht weniger attraktiv oder weiblich, wenn sie in die Wechseljahre kommen. Einige empfinden sich als ruhiger und gelassener, haben mehr Selbstvertrauen und sehen diese Phase als normale Lebensphase an. Nicht wenige Frauen empfinden das Ende der Blutungen als angenehm und erleichternd; dies gilt insbesondere für Frauen mit starken und / oder sehr schmerzhaften Regelblutungen, oder einer Erkrankung wie Endometriose.

    Körperliche Beschwerden können jedoch verunsichern – schließlich ist es für die meisten Menschen wichtig, sich im eigenen Körper wohl zu fühlen. Einige Frauen fühlen sich während einer Hitzewallung aber plötzlich fremd in ihrem Körper. Sichtbare Schweißausbrüche in der Öffentlichkeit, zum Beispiel bei einem beruflichen Termin, können Frauen peinlich sein. Doch Hitzewallungen sind nicht immer gleich stark – und nicht in jeder Situation ist es unangenehm, wenn der Körper plötzlich bis hinunter zu den Füßen warm wird.

    Quellen

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    Wechseljahrsbeschwerden - Erfahrungsbericht - Karin

    „Die Wechseljahre aushalten ... Ich denke mir, es muss nicht immer eine Lösung geben. Es muss mir nicht jeden Tag toll gehen. Dann könnte ich es ja gar nicht mehr unterscheiden. Jeder muss herausfinden, was für einen am besten ist.“

    Karin, 53 Jahre

    „Wie haben das denn die Frauen früher bewältigt? Auch ohne Medikamente. Ich will keinem von den Hormonpflastern abraten. Es ist doch in Ordnung, wenn jemand Hormone einnimmt. Ich wollte das für mich nicht.“

    Bei mir fing es im 35. Lebensjahr an, dass die Menstruation sehr durcheinander war. Am Anfang habe ich beim Kaffeetrinken gemerkt, wie ich plötzlich einen ganz heißen Kopf bekam. Ich habe das anfangs gar nicht auf die Wechseljahre geschoben.

    Mit 35 hieß es beim Arzt, dass ich für die Wechseljahre noch zu jung bin. Und als ich dann 40 war, dann hieß es, dass es die Wechseljahre sein könnten.

    Als ich dann 45, 46 Jahre alt war, dann hatte ich meine Menstruation ein ganzes Jahr nicht mehr. Ich fand das toll, dass sie einfach so wegblieb. Man hört ja immer, dass das so 10 Jahre dauert. Ich habe gedacht, dass ich gut dabei weggekommen bin. Dann bekam ich sie wieder. Ich hatte sie dann ein halbes Jahr, dann wieder ein Jahr nicht. Mittlerweile bin ich 53, so lange zieht sich das schon hin.

    Angenehm ist die Periode nie gewesen

    In den letzten Jahren hatte ich meine Regelblutung sehr schwach, aber dafür häufiger oder auch länger oder auch nur mal zwei Tage.

    Angenehm ist die Regel nie gewesen. Ich denke, man quält sich, wenn man sie bekommt. Und wenn sie am Anfang dann so unterschiedlich kommt, jedes Mal gewappnet zu sein und etwas in der Tasche zu haben ... Die letzten Jahre habe ich dann gar nichts mehr mitgenommen. Wenn ich keine Hitzewallungen mehr hätte, dann würde ich gar nicht mehr daran denken.

    Ich empfinde es als angenehm, dass die Regelblutungen nicht mehr da sind. Ich hatte sie immer sehr spät bekommen. Sie waren verbunden mit viel Bauchweh und der Busen tat weh. Wenn die Kinder drangestoßen sind oder beim Treppensteigen, dann tat das weh. Dass ich das jetzt nicht mehr habe, das finde ich wirklich toll. Im Sommer konnte ich keine weiße Hose anziehen, weil ich nie wusste, wann die Regel kommt. Einige Frauen haben sie alle 28 Tage, dass hatte ich wirklich nie. Ich könnte jetzt Freudentänze aufführen.

    Vielleicht denken manche Frauen: „Jetzt kann ich nie wieder ein Kind kriegen.“ Diese Gedanken hatte ich zwar nicht gehabt, aber ich kann mir das schon vorstellen. Ich habe das nicht so empfunden. Aber bei mir war das anders. Ich konnte aus gesundheitlichen Gründen kein Kind mehr bekommen. Ich hatte sozusagen schon im Vorfeld Abschied genommen. In den Wechseljahren spielte das für mich keine Rolle mehr. Ich hatte das ja vorher schon erlebt.

    Ein Gefühl, als ob das Herz herausspringt

    Als das damals anfing, hatte ich das Gefühl, als ob der Kopf explodiert und das Herz puckerte stark, alles gleichzeitig. Bei einem Kaffeetrinken mit ein paar Frauen habe ich wirklich gedacht, dass mir das Herz herausspringt. Ich wusste nicht, was passiert. Ich denke, bevor man begriffen hat, was das war, da war es auch schon wieder vorbei. Manchmal dauert das alles nur ein paar Sekunden und dann ist es wieder weg. Nachts ist es dann häufiger.

    Manchmal fand ich es unangenehm, wenn ich einen Kunden im Sommer bedienen musste. Aber man riecht es eigentlich gar nicht. Wenn ich schwitze, weil ich körperlich aktiv bin, dann riecht es anders, als wenn ich eine Hitzewelle habe. Ich denke, ändern kann ich es nicht. Ich muss mich damit auseinander setzen und sei es, die Hitzewellen kommen jede Viertelstunde.

    Am Anfang fand ich es schrecklich mit den Hitzewallungen. Das kann man gar nicht erklären. Auf einmal, nach 20 Minuten, bekommt man die nächste. Es ist wie wehenartig, wie wenn man ein Kind bekommt. Mit den Jahren waren die Abstände immer kürzer. Wenn man dann nachts nicht schlafen kann, wenn man dann diese Schweißausbrüche bekommt, das ist schon sehr unangenehm.

    Beim Arzt hieß es, die Wechseljahre sind es nicht. Dann wurde ich 40 und ich sollte Hormonpflaster nehmen. Da waren es plötzlich die Wechseljahre, vorher war es nichts. Ich habe dann Hormonpflaster genommen. Ich hatte überhaupt keinen Appetit. Deshalb habe ich sie nach vier Wochen wieder abgesetzt, weil ich schon so dünn war.

    Ich glaube, ich habe vier, fünf Jahre meine Periode sehr unregelmäßig bekommen. Immer dann, wenn ich dachte, jetzt ist es endlich vorbei, in diesem Augenblick bekam ich wieder eine Hitzewelle. Jetzt habe ich seit drei Jahren meine Menstruation nicht wieder bekommen. Aber diese Hitzewellen habe ich noch. Manchmal kommen sie in längeren Abständen, dann mal wieder in kürzeren Abständen. Ich bekomme sie aber nicht mehr jede Viertelstunde, wie es die ersten Jahre war.

    Über die Menstruation sprach man früher nicht

    Früher war das kein Thema. Man hat nicht darüber gesprochen. Meine Mutter habe ich höchstens im Unterrock gesehen. Das war eine andere Zeit. Als meine Regel einsetzte, da dachte ich, dass ich mich verletzt habe. Unsere Tochter hat von mir einen Ring bekommen, als sie ihre Menstruation bekam. Ich habe sie dann mit einer Decke hingelegt, das war etwas Besonderes. Das ist ein Abschnitt, das ist ein Weg, dass man Frau wird. Ich bin wirklich froh, dass ich meiner Tochter das mitgeben konnte. Ich habe das ganz anders erlebt. Man fand das nur schrecklich. Mit 20 Jahren hat man manchmal über solche Sachen gesprochen. Da hat sich sehr viel verändert. Mit meiner Freundin habe ich nicht über solche Dinge gesprochen. Das kam erst mit der Zeit. Darum habe ich meine Tochter beneidet. Ich habe das ja selber auch vermisst.

    Mein Mann meinte, als ich ihm sagte, dass dies die Wechseljahre sein müssen: „Bei uns wird nicht gewechselt.“ Da fühlte ich mich schon ein wenig verarscht (lacht). Mein Mann konnte das nicht nachempfinden. Ich wollte auch meine Ruhe haben. Ich wollte zum Beispiel auch nicht kuscheln, ich war da nicht kuschelig. Mein Mann hat eigentlich Verständnis für mich gehabt. Das ist ja nicht unbedingt die Norm. Manche Frauen erzählen, dass die Männer zum Teil auch sauer sind. Das hilft einem natürlich nicht.

    Wie haben das denn die Frauen früher bewältigt? Auch ohne Medikamente. Ich will keinem von den Hormonpflastern abraten. Es ist doch in Ordnung, wenn jemand Hormone einnimmt. Ich wollte das für mich nicht.

    Die Wechseljahre aushalten ... Ich denke mir, es muss nicht immer eine Lösung geben. Es muss mir nicht jeden Tag toll gehen. Dann könnte ich es ja gar nicht mehr unterscheiden. Jeder muss herausfinden, was für einen am besten ist. Man muss die verschiedenen Dinge ausprobieren.

    Danksagung

    Erfahrungsberichte fassen Interviews mit Betroffenen zusammen. Alle Gesprächspartnerinnen und -partner haben der Veröffentlichung zugestimmt. Ihnen gilt unser herzlicher Dank.

    Die Berichte geben einen Einblick in den persönlichen Umgang und das Leben mit einer Erkrankung. Die Aussagen stellen keine Empfehlung des IQWiG dar.

    Hinweis: Um die Anonymität der Interviewten zu wahren, ändern wir ihre Vornamen. Die Fotos zeigen unbeteiligte Personen.

     

    Wechseljahrsbeschwerden - Erfahrungsbericht - Maria

    „Die Wechseljahre habe ich für mich als unerheblich empfunden. Ich habe mir gedacht, dass ich da jetzt einfach durchmuss. Ich habe die Wechseljahre nicht als unangenehm empfunden. Aber es war auch nicht so stark bei mir. Es war äußerst unkompliziert.“

    Maria, 56 Jahre

    „Ich habe mir gedacht, dass ich da jetzt einfach durch muss. Ich habe die Wechseljahre nicht als unangenehm empfunden. Aber es war auch nicht so stark bei mir. Es war äußerst unkompliziert.“

    Den Beginn der Wechseljahre bei mir habe ich daran erkannt, dass mein Zyklus unregelmäßiger wurde. Ich war zu diesem Zeitpunkt ungefähr 45 Jahre alt. Die Abstände zwischen den Regelblutungen wurden immer größer. Manchmal waren die Abstände aber auch kürzer. Es war ganz unregelmäßig. Die Stärke der Blutungen wurde mit der Zeit immer schwächer. Mit 51 hatte ich dann meine letzte Regelblutung.

    Ich habe es als sehr positiv, als eine große Erleichterung empfunden, dass ich nach der Menopause nicht mehr schwanger werden konnte. Ich hatte dann keine Angst mehr vor einer Schwangerschaft in diesem Alter.

    Positive Lebenseinstellung hat mir geholfen

    Die Wechseljahre habe ich für mich als unerheblich empfunden. Ich habe mir gedacht, dass ich da jetzt einfach durchmuss. Ich habe die Wechseljahre nicht als unangenehm empfunden. Aber es war auch nicht so stark bei mir. Es war äußerst unkompliziert.

    Die Frauen in den vielen Generationen vor mir haben das auch alle erlebt, die eine mit mehr Beschwerden und Einschränkungen als die andere. Ich habe das alles so hingenommen. Das kommt vielleicht auch von meiner gesamten Lebenseinstellung. Ich versuche immer positiv zu denken. Mit dieser optimistischen und positiven Einstellung habe ich die Wechseljahre durchlebt. Vielleicht kommt diese Einstellung auch von meiner Mutter. Sie hat nie darüber gesprochen und diese Jahre als ganz normal hingenommen. Meine Mutter war immer mein Vorbild gewesen. Sie war eine sehr lebensbejahende Frau.

    Schwere Zeiten? Bei mir nicht

    Ich habe mich auch mit anderen gleichaltrigen Frauen darüber unterhalten. Die Wechseljahre sind ja kein Tabuthema mehr. Andere Frauen haben ganz schwere Zeiten in den Wechseljahren durchlebt. Das war aber bei mir nicht so.

    Ich hatte auch Hitzewallungen, meistens in der Nacht. Aber so oft war das nicht. Wenn ich Hitzewallungen hatte, dann habe ich sie als sehr unangenehm empfunden, besonders im beruflichen Leben. Zuerst wurde mir immer sehr warm, dann heiß und dann bekam ich einen Schweißausbruch. Im Dienst war es immer sehr unangenehm, denn man konnte es sich ja nicht anmerken lassen. Das war schwierig, weil sich die Gesichtsfarbe bei einer Hitzewallung veränderte. Das war sehr unangenehm. Sonst hatte ich keine Beschwerden oder Schmerzen. Ich hatte aber auch schon vorher keine Beschwerden bei der Regelblutung.

    Ich habe einen sehr guten Frauenarzt, der mich über viele Jahre betreut hat. Er meinte, dass ich keine Medikamente in oder nach den Wechseljahren nehmen muss. Ich habe mich immer informiert und bin auch zu Vorträgen gegangen. Es gab da diese Studie aus Amerika und dann kam es für mich nicht mehr in Frage, Hormone zu nehmen. Ich habe keine Medikamente genommen.

    Ich denke, dass ich während der Wechseljahre selbstständiger geworden bin. Ich bin allein zu Vorträgen gegangen oder habe Theatervorstellungen besucht. In dieser Zeit wurde auch mein erstes Enkelkind geboren. Ich habe mich dann darauf konzentriert. Ich glaube, ich habe versucht, mich unbewusst an die neue Lebenssituation anzupassen.

    Danksagung

    Erfahrungsberichte fassen Interviews mit Betroffenen zusammen. Alle Gesprächspartnerinnen und -partner haben der Veröffentlichung zugestimmt. Ihnen gilt unser herzlicher Dank.

    Die Berichte geben einen Einblick in den persönlichen Umgang und das Leben mit einer Erkrankung. Die Aussagen stellen keine Empfehlung des IQWiG dar.

    Hinweis: Um die Anonymität der Interviewten zu wahren, ändern wir ihre Vornamen. Die Fotos zeigen unbeteiligte Personen.

    Wechseljahrsbeschwerden - Erfahrungsbericht - Susanne

    „Eine Hitzewelle beginnt bei mir damit, dass das Körpergefühl und das Gefühl der Haut sich verändern. Dann weiß ich, jetzt kommt eine Hitzewelle. Damals bin ich nachts nicht wach geworden. Wenn ich jetzt nachts aufwache, weiß ich sofort, dass eine Hitzewelle kommt.“

    Susanne, 54 Jahre

    „Ich hatte den ernsthaften Willen, die Wechseljahre auf natürliche Weise durchzustehen. Dann kamen die Hitzewallungen. Sie kamen so heftig, dass ich jede halbe Stunde einen Schweißausbruch hatte. Dies war für mich psychisch sehr belastend.“

    Die Wechseljahre haben bei mir mit 43 Jahren angefangen. Damals bin ich wieder in den Beruf zurückgegangen, weil mein Mann krank wurde und wir auf mein Einkommen angewiesen waren. Ich merkte dann, dass meine Periode unregelmäßig kam. Damals bin ich davon ausgegangen, dass dies durch Stress oder durch die neue Situation verursacht wurde. Vorher konnte ich mich ziemlich darauf verlassen, dass mein Zyklus regelmäßig war, mit Abweichungen von maximal drei Tagen. Das war zuverlässig.

    Bei meiner Schwester haben die Wechseljahre auch sehr früh eingesetzt. Deshalb denke ich, dass vielleicht auch eine familiäre Veranlagung da ist. Ich kann mich erinnern, dass sich meine Mutter damals über die Schweißausbrüche beklagte. Sie war dann zwischen 50 und 55 Jahre alt.

    Bei dieser Unregelmäßigkeit anfangs wurde mir klar, dass Frauen in diesem Alter noch schwanger werden können.

    Nie mehr schwanger ein ungewohnter Gedanke

    Als meine Periode ganz aufhörte, war ich am Anfang des 50. Lebensjahres. Das war ein Einschnitt in meinem Leben. Ich habe dies als Belastung empfunden. Ich hatte auch Zweifel: „Bin ich jetzt überhaupt noch eine Frau, was macht das Frausein aus?“ Aber diese Zweifel hatte ich nur eine ganz kurze Zeit. Danach war ich dann ganz froh.

    Es ist ja auch eine Entlastung, man muss es nicht einplanen, man muss es nicht ständig hinnehmen und man muss es nicht ständig aushalten. Ich denke, es ist ja auch ein Aushalten. Es ist ja nicht nur das Schöne. Aber als Frau gewöhnt man sich an die Periode. Als sie nicht mehr kam, habe ich sie auch eine lange Zeit vermisst.

    Damals bin ich auch zu Vorträgen gegangen, um mich zu informieren, wie ich die Wechseljahre ohne Hormone verkraften kann. Ich hatte den ernsthaften Willen, die Wechseljahre auf natürliche Weise durchzustehen. Dann kamen die Hitzewallungen. Sie kamen so heftig, dass ich jede halbe Stunde einen Schweißausbruch hatte. Anschließend musste ich mich ausziehen. Hinterher wurde mir kalt, weil die Verdunstungskälte eingesetzt hat. Danach habe mich wieder angezogen. Dies war für mich psychisch sehr belastend.

    Eine Hitzewelle beginnt bei mir damit, dass das Körpergefühl und das Gefühl der Haut sich verändern. Dann weiß ich, jetzt kommt eine Hitzewelle. Damals bin ich nachts nicht wach geworden. Wenn ich jetzt nachts aufwache, weiß ich sofort, dass eine Hitzewelle kommt.

    Hitzewallungen bei beruflichen Terminen waren unangenehm

    Ich habe mir dann gesagt: „Das hältst du auf Dauer nicht durch.“ Ich hatte wirklich die Befürchtung, dass ich deshalb krank werde. Ich war ja berufstätig. Wenn eine Hitzewelle während eines Gesprächs kam, habe ich mich schmutzig und unsicher gefühlt. Es wurde für mich dann klar, dass die Wechseljahre auf natürliche Weise zu erleben, ein unerfüllter Traum bleiben wird. Ich bin dann zu einer Frauenärztin gegangen. Sie sah in der Hormonbehandlung kein Problem. Dies war jedoch noch vor der Veröffentlichung der großen Studie aus Amerika. Die Frauenärztin fragte: „Warum haben Sie überhaupt Bedenken?“ Ich sagte, dass ich dazu zwiespältige Gedanken habe. Die Frauenärztin sah bei einer Hormonbehandlung keine Nachteile. Sie vermittelte zu der Hormonbehandlung eine sehr optimistische Ansicht, die ich jedoch nicht teilen konnte. Als ich jünger war, habe ich auch die Pille genommen, aber ich habe trotzdem emotionale Schwierigkeiten, Hormone zu nehmen.

    Ich habe dann ein Hormonpflaster bekommen, erst ein Pflaster mit der 25 µg Dosierung, danach wurde die Dosierung auf 50 µg erhöht. Nach einigen Jahren, als die Hitzewallungen nicht mehr so stark waren, wurde die Dosis wieder auf 25 µg vermindert. Die Hitzewallungen sind jedoch nie ganz verschwunden. Die waren nie ganz weg. Aber sie waren dann schon wesentlich weniger, wesentlich seltener. Ich hatte dann das Gefühl: Damit komme ich klar. Ich hatte ja auch Schweißausbrüche schon vor der Menopause, zum Beispiel wegen Nervosität.

    Habe verschiedenes ausprobiert, um Beschwerden zu lindern

    Ich habe mir immer gesagt: „Wenn ich 60 Jahre alt bin, höre ich mit der Hormonbehandlung auf.“ Ich habe dann angefangen, pro Woche nur noch ein Pflaster anstatt zwei Pflaster aufzukleben. Später habe ich ganz damit aufgehört. Doch die Hitzewallungen wurden wieder stärker. Jetzt nehme ich seit einigen Monaten Remifemin und es ist besser geworden, doch die Hitzewallungen sind noch nicht verschwunden.

    Diese Hitzewallungen wecken Ärger in mir und ich bin wütend. Ich kenne andere Frauen, die diese Hitzewallungen akzeptieren, mir fällt dies jedoch sehr schwer.

    Am Anfang der Wechseljahre habe ich mit Meditationsübungen begonnen. Danach habe ich einige Zeit keine Entspannungsübungen durchgeführt. Später habe ich mit autogenem Training angefangen, doch dies war etwas problematisch. Danach habe ich mit Yoga begonnen, dies mache ich jetzt regelmäßig.

    Ich habe auch eine Kur mit Misteltee gemacht, sie hat aber keine große oder positive Veränderung gebracht. Meine etwas jüngeren Kolleginnen haben erzählt, dass sie Sojaextrakte eingenommen haben.

    Ich hatte kein großes Problem mit der Trockenheit der Scheide. Es dauerte etwas länger, aber es war nicht so schlimm, dass ich mit Mitteln nachhelfen musste.

    Sich neu orientieren wie in der Pubertät

    Ich denke, die Wechseljahre sind eine echte Krise, und man muss sich neu finden. Die Zeit ist wirklich mit der Pubertät zu vergleichen. Man muss sich neu orten und positionieren. Vieles wird in Frage gestellt, nicht von anderen, sondern durch sich selbst. Viele Dinge, die bisher selbstverständlich waren, haben ihre Selbstverständlichkeit teilweise verloren. Ich weiß nicht, ob durch eine „Midlife-Krise“, durch die Menopause oder durch die familiäre Situation bedingt? Ich kann es nicht eindeutig zuordnen.

    Ich kann nicht sagen, ob ich die Wechseljahre bewusst oder als Chance gesehen habe. Als ich ungefähr 50 Jahre alt wurde, bin ich ruhiger und gelassener geworden. Verunsicherungen und bestimmte Prozesse waren verarbeitet. Ich habe mir vorher auch nicht bewusst gemacht, dass die Wechseljahre eine Chance sein können.

    Ich kann den Frauen nicht so viele Hinweise geben, weil ich viele Sachen, die auf dem Markt sind, nicht ausprobiert habe. Aber ich weiß auch, was dem Einen gut getan hat, muss nicht bei den Anderen denselben Effekt haben. Ich rate jeder Frau, sich zu informieren, etwas mehr, als ich es getan habe, um herauszufinden, womit sie am besten zurechtkommt. Hormone würde ich auch nicht unbedingt ausschließen, wenn die Auswirkungen durch die Wechseljahre so stark sind und man sie mit natürlichen Mitteln nicht behandeln kann. Bei dem Pflaster habe ich sofort, nachdem ich es aufgeklebt hatte, die positive Wirkung gespürt. Dies fand ich sehr entlastend. Ich denke, dass dies jede Frau für sich selbst herausfinden muss. Vielleicht sich auch besser informieren und bewusster damit umgehen, als ich es getan habe.

    Danksagung

    Erfahrungsberichte fassen Interviews mit Betroffenen zusammen. Alle Gesprächspartnerinnen und -partner haben der Veröffentlichung zugestimmt. Ihnen gilt unser herzlicher Dank.

    Die Berichte geben einen Einblick in den persönlichen Umgang und das Leben mit einer Erkrankung. Die Aussagen stellen keine Empfehlung des IQWiG dar.

    Hinweis: Um die Anonymität der Interviewten zu wahren, ändern wir ihre Vornamen. Die Fotos zeigen unbeteiligte Personen.