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Laktoseintoleranz

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    Nach dem Genuss von Milch und Milchprodukten plagen manche Menschen Verdauungsprobleme – wie Bauchschmerzen, Blähbauch und Blähungen. Wer auf Milchprodukte empfindlich reagiert, verträgt Milchzucker womöglich nur in kleinen Mengen. Fachleute sprechen von Laktoseintoleranz.

    Einleitung

    Nach dem Genuss von Milch und Milchprodukten plagen viele Menschen Verdauungsprobleme – wie Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall. Wer Milchprodukte schwer verdauen kann, verträgt Milchzucker (Laktose) womöglich nur in kleinen Mengen. Fachleute sprechen dann von Laktoseintoleranz.

    Wer empfindlich auf Milch reagiert, könnte aber auch ein anderes Problem haben. Bevor man sich dazu entschließt, seine Ernährung grundlegend zu verändern, ist es deshalb wichtig, dass die richtige Diagnose gestellt wird. Dies gilt vor allem für Kinder, Jugendliche und Personen mit einem erhöhten Kalziumbedarf.

    Laktoseintoleranz, auch Milchzucker-Unverträglichkeit genannt, ist keine Allergie. Beides voneinander zu unterscheiden, ist wichtig: Menschen mit einer echten Milchallergie können selbst auf geringste Mengen von Milch oder Milchprodukten reagieren. Personen mit Laktoseintoleranz dagegen können manchmal relativ viel Milch oder Milchprodukte konsumieren, ohne danach starke Beschwerden zu bekommen.

    Symptome

    Die Beschwerden treten meist kurz nach dem Verzehr von Milch oder Milchprodukten auf. Welche Laktosemenge Beschwerden auslösen kann, ist von Person zu Person unterschiedlich. Zu den Symptomen können gehören:

    • ein aufgeblähter Bauch
    • Völlegefühl
    • Unterbauchschmerzen
    • starke Blähungen
    • Durchfall
    • Übelkeit, Erbrechen
    • manchmal auch Verstopfung

    Ursachen

    Im Säuglingsalter ist der Körper darauf eingestellt, nur von Muttermilch zu leben. Um sie zu verarbeiten, produzieren Säuglinge das Enzym Laktase. Es spaltet den Milchzucker im Darm so auf, dass der Körper ihn weiterverwenden kann.

     

    Grafik: Normale Milchzucker-Verdauung - wie im Text beschrieben Normale Milchzucker-Verdauung

     

    Wenn ein Kind von der Milch entwöhnt wird, stellt sich das Verdauungssystem allmählich auf die Verarbeitung anderer Nahrungsmittel um. Der Körper produziert dann deutlich weniger Laktase – und kann deshalb nur noch geringere Mengen Milchzucker spalten.

    Nimmt ein Erwachsener mehr Milchzucker auf, als die Laktase spalten kann, bleibt Milchzucker im Darm übrig. Er gelangt in den Dickdarm, wo er von Darmbakterien zersetzt wird (sogenannte Vergärung). Dabei entstehen vermehrt Gas und andere Abbauprodukte im Darm, die zu den Beschwerden führen. Diese Form der Milchzucker-Unverträglichkeit wird auch als primäre oder vererbte Laktoseintoleranz bezeichnet.

    Wie viel Laktose ein erwachsener Mensch noch verträgt, ist individuell unterschiedlich. Dabei spielt auch die genetische Veranlagung eine Rolle: So haben vergleichsweise wenige Nordeuropäer eine Laktoseintoleranz, Asiaten oder Afrikaner dagegen häufig.

    Bei der erworbenen oder sekundären Laktoseintoleranz bildet der Dünndarm nicht mehr ausreichend Laktase, weil die Darmschleimhaut geschädigt ist. Ursachen können zum Beispiel chronische Entzündungen oder Verletzungen der Darmschleimhaut sein.

      

    Grafik: Verdauung bei Laktoseintoleranz - wie im Text beschrieben Verdauung bei Laktoseintoleranz

    Häufigkeit

    Eine Laktoseintoleranz ist bei Kindern unter fünf Jahren sehr selten. Meist entwickelt sie sich erst im Jugend- und Erwachsenenalter. Weltweit ist die Laktoseintoleranz sehr verbreitet, wobei es je nach Region und Bevölkerung deutliche Unterschiede gibt.

    Etwa 5 bis 15 % der Europäer vertragen keinen Milchzucker. Am seltensten ist die Laktoseintoleranz in Nordeuropa. In Afrika oder Ostasien sind dagegen 65 bis über 90 % der Erwachsenen betroffen.

    Diagnose

    Um eine Laktoseintoleranz festzustellen, kann ein Diät- oder Auslasstest mit anschließendem Belastungstest gemacht werden: Dabei verzichtet man für eine gewisse Zeit auf Milch und Milchprodukte und nimmt danach eine bestimmte Menge Milchzucker zu sich. Anschließend wird die körperliche Reaktion überwacht.

    Bei einem Laktose-Toleranz-Test wird der Blutzuckerspiegel vor und mehrmals nach dem Trinken einer Milchzuckerlösung gemessen. So lässt sich feststellen, ob der Körper Milchzucker spalten und aufnehmen kann.

    Möglich ist auch ein Atemtest, bei dem nach Trinken einer Milchzucker-Lösung der Wasserstoffgehalt in der Atemluft gemessen wird. Dieser ist bei einer Milchzucker-Unverträglichkeit meist erhöht.

    Behandlung

    Eine Behandlung, mit der eine primäre Laktoseintoleranz geheilt werden kann, gibt es nicht. Mit einer angepassten Ernährung ist es aber möglich, beschwerdefrei zu leben.

    Bei einer sekundären Laktoseintoleranz ist es wichtig, ihre genaue Ursache herauszufinden und zu behandeln. Erholt sich die Darmschleimhaut durch die Therapie, verschwinden auch die Beschwerden wieder.

    Leben und Alltag

    Milchprodukte sind nicht unbedingt notwendig, um sich ausgewogen zu ernähren. Wichtig ist aber, ausreichend Kalzium zu sich zu nehmen. Viel Kalzium enthalten zum Beispiel grüne Gemüsesorten wie Spinat und Grünkohl oder kalziumhaltige Mineralwässer. Auch gereifte Käsesorten wie Parmesan und alter Gouda sind gute Kalziumlieferanten. Sie werden von vielen Menschen mit Milchzucker-Unverträglichkeit vertragen.

    Wenn es schwerfällt, auf Milchprodukte zu verzichten, kann man ausprobieren, wie viel Laktose man verträgt und diese Menge über den Tag verteilt mit anderen Lebensmitteln kombinieren.

    Menschen mit einer ausgeprägten Milchzucker-Unverträglichkeit nehmen meist gar keine Milchprodukte zu sich. Sie ganz zu vermeiden kann aber schwierig sein, wenn man außer Haus isst. Oft enthalten auch Fertiggerichte Milchzucker-Anteile. Manche Menschen nehmen dann Nahrungsergänzungsmittel ein, um Beschwerden vorzubeugen.

    Nahrungsergänzungsmittel mit dem Enzym Laktase werden als Tabletten oder Kapseln angeboten und sollen dafür sorgen, dass der Milchzucker aufgespalten und besser vertragen wird. Bisher ist diese Wirkung aber in Studien nicht nachgewiesen worden. In den wenigen Untersuchungen, die es dazu gibt, führten die Präparate bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern nicht zu einer Besserung ihrer Beschwerden und konnten ihnen auch nicht vorbeugen.

    Weitere Informationen

    Die Hausarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem ärztlichen Rat braucht. Wir informieren darüber, wie man die richtige Praxis findet, wie man sich am besten auf den Arztbesuch vorbereitet und was dabei wichtig ist.

    Quellen

    Halpert A, Drossman DA. Irritable bowel syndrome. In: McDonald J, Burroughs AK, Feagan BG (Ed). Evidence-based Gastroenterology and Child Health. Oxford: Blackwell Publishing; 2004. S. 265-283.

    Ledochowski M, Bair H, Fuchs D. Laktoseintoleranz. Ernährungsmed 2003; 5(1): 7-14.

    Marklund B, Ahlstedt S, Nordström G. Food hypersensitivity and quality of life. Curr Opin Allergy Clin Immunol 2007; 7(3): 279-287.

    Marklund B, Wilde-Larsson B, Ahlstedt S, Nordström G. Adolescents' experiences of being food-hypersensitive: a qualitative study. BMC Nurs 2007; 6: 8.

    Marton A, Xue X, Szilagyi A. Meta-analysis: the diagnostic accuracy of lactose breath hydrogen or lactose tolerance tests for predicting the North European lactase polymorphism C/T-13910. Aliment Pharmacol Ther 2012; 35(4): 429-440.

    Misselwitz B, Pohl D, Frühauf H, Fried M, Vavricka SR, Fox M. Lactose malabsorption and intolerance: pathogenesis, diagnosis and treatment. United European Gastroenterol J 2013; 1(3): 151-159.

    Sahi T. Genetics and epidemiology of adult-type hypolactasia with emphasis on the situation in Europe. Scand J Nutr Näringsforskning 2001; 45(1): 161-162.

    Shaukat A, Levitt MD, Taylor BC, MacDonald R, Shamliyan TA, Kane RL et al. Systematic review: effective management strategies for lactose intolerance. Ann Intern Med 2010; 152(12): 797-803.

    Wilt TJ, Shaukat A, Shamliyan T, Taylor BC, MacDonald R, Tacklind J et al. Lactose intolerance and health. Evid Rep Technol Assess (Full Rep) 2010; (192): 1-410.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Ursachen und Diagnose von Laktoseintoleranz

    Manche Menschen bekommen Verdauungsprobleme, wenn sie Milch oder Milchprodukte zu sich genommen haben. Sie vertragen Milchzucker (Laktose) höchstens in geringen Mengen, weil ihr Darm die Laktose nur schlecht verarbeiten kann.

    Die Laktose ist das wichtigste Kohlenhydrat in Kuhmilch und der Milch anderer Tiere. Auch die Muttermilch von Menschen enthält Laktose. In pflanzlichen Produkten wie zum Beispiel Sojamilch kommt sie nicht vor. Laktose ist aus zwei Zuckern aufgebaut: Glukose und Galaktose. Ein Enzym im Dünndarm, die sogenannte Laktase, spaltet die Laktose rasch in ihre beiden Bestandteile auf. Erst nach der Aufspaltung können die beiden Zucker vom Darm aufgenommen werden.

    Manche Menschen bekommen Verdauungsprobleme, wenn sie Milch oder Milchprodukte zu sich genommen haben. Sie vertragen Milchzucker (Laktose) höchstens in geringen Mengen, weil ihr Darm die Laktose nur schlecht verarbeiten kann.

    Die Laktose ist das wichtigste Kohlenhydrat in Kuhmilch und der Milch anderer Tiere. Auch die Muttermilch von Menschen enthält Laktose. In pflanzlichen Produkten wie zum Beispiel Sojamilch kommt sie nicht vor. Laktose ist aus zwei Zuckern aufgebaut: Glukose und Galaktose. Ein Enzym im Dünndarm, die sogenannte Laktase, spaltet die Laktose rasch in ihre beiden Bestandteile auf. Erst nach der Aufspaltung können die beiden Zucker vom Darm aufgenommen werden.

    Wie kommt es zu einer Laktoseintoleranz?

    Im Säuglingsalter ist der Körper darauf eingestellt, nur von Muttermilch zu leben. Um sie zu verarbeiten, produzieren Säuglinge eine Menge des Enzyms Laktase. Wenn ein Kind von der Milch entwöhnt wird, stellt sich das Verdauungssystem auf die Verarbeitung anderer Nahrungsmittel um. Der Körper produziert dann deutlich weniger Laktase – und kann deshalb auch nur geringere Mengen Laktose abbauen. Dies wird als primärer Laktasemangel bezeichnet.

    Bei einigen Menschen fällt die Menge der produzierten Laktase anlagebedingt stärker ab als bei anderen. Sie vertragen Milch deshalb schlechter als andere. Wie viel Laktase normalerweise produziert wird, variiert auch zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen. So produzieren nordeuropäische Erwachsene mehr Laktase als Erwachsene aus Teilen Asiens oder Afrikas, wo traditionell nur sehr wenig Milchprodukte verzehrt werden.

    Bei manchen Menschen ist die Produktion von Laktase infolge einer Darmerkrankung gestört. Dies nennt man sekundären Laktasemangel. Er kann beispielsweise bei einer Gluten-Unverträglichkeit (Zöliakie) oder bei chronischen Entzündungen der Dünndarmschleimhaut wie etwa Morbus Crohn auftreten.

    Weshalb kommt es bei einer Laktoseintoleranz zu Beschwerden?

    Wenn Laktose den Dünndarm erreicht, spaltet das Enzym Laktase sie rasch auf. Erst dann kann der Milchzucker in Form seiner Spaltprodukte Glukose und Galaktose durch die Dünndarmwand aufgenommen werden. Geschieht dies schnell und vollständig, gelangt nur eine geringe Menge oder gar keine Laktose in den Dickdarm (Kolon).

    Erreichen aber große Mengen Laktose den Dickdarm, wird der Milchzucker dort von Bakterien zersetzt und umgewandelt. Diese sogenannte Vergärung erzeugt zusätzliche Gase, außerdem strömt mehr Flüssigkeit in den Dickdarm. Daher kann es zu Blähungen und Durchfällen kommen. 

     

    Grafik: Verdauung bei Laktoseintoleranz - wie im Text beschrieben Verdauung bei Laktoseintoleranz

     

    Je länger die Laktose im Dickdarm verbleibt, desto mehr wird sie zersetzt und kann Beschwerden verursachen. Manche Menschen haben vielleicht nicht viel Laktase, dafür arbeitet aber ihr Dickdarm sehr schnell. Dann führt die ungewöhnlich große Menge Milchzucker kaum zu Problemen und wird wieder ausgeschieden. Möglicherweise spielt hier die Menge und Zusammensetzung der Bakterien im Dickdarm (Darmflora) eine Rolle.

    Außerdem beeinflusst die Zusammensetzung der Nahrung, wie lange sie im Magen oder im Dünndarm verbleibt. So können Nahrungsmittel mit einem hohen Fettanteil die Verdauung verlangsamen. Dadurch hat die Laktase mehr Zeit, den Milchzucker abzubauen und die Beschwerden sind häufig weniger ausgeprägt.

    Was sonst könnte die Beschwerden verursachen?

    Ein aufgeblähter Bauch, Völlegefühl, Schmerzen und Durchfall können auch Symptome einer Erkrankung sein, die man Reizdarmsyndrom (RDS) nennt. Sie kommt ebenfalls sehr häufig vor, vor allem bei über 35-Jährigen. Das Reizdarmsyndrom macht den Dickdarm überempfindlich und kann möglicherweise auch dazu führen, dass weniger Milchzucker vertragen wird als bei einem gesunden Darm.

    Verdauungsbeschwerden können zudem durch Empfindlichkeiten gegen andere Nahrungsmittel ausgelöst werden, etwa gegen Fruchtzucker. Auch Stress oder andere seelische Belastungen können eine Rolle spielen.

    Wie wird eine Laktoseintoleranz festgestellt?

    Es ist nicht einfach, die Ursache für eine Nahrungsmittelunverträglichkeit sicher zu diagnostizieren. Es gibt mehrere Tests, um eine Laktoseintoleranz festzustellen:

    • Diät- oder Auslassungstest: Bei diesem Test verzichtet man auf alle Nahrungsmittel und Getränke, die Milchzucker enthalten. Bessern sich die Beschwerden, kann das ein erster Hinweis auf eine Laktoseintoleranz sein. Begleitend wird in einem Ernährungstagebuch festgehalten, was man gegessen hat und ob Beschwerden aufgetreten sind. Ein sogenannter Belastungstest schließt sich an. Dabei wird geprüft, ob die Beschwerden nach dem Trinken einer milchzuckerhaltigen Flüssigkeit erneut auftreten.
    • Atemtest: Wenn die Ergebnisse des Belastungstests unklar sind, wird gemessen, wie viel Wasserstoff die ausgeatmete Luft vor und nach dem Trinken einer Milchzuckerlösung enthält. Der Milchzucker, der bei einer Laktoseintoleranz in den Dickdarm gelangt, wird dort von Bakterien zersetzt. Dabei produzieren sie Wasserstoff. Der gelangt über die Darmwand ins Blut und wird dann über die Lunge ausgeatmet. Daher ist bei einer Laktoseintoleranz der Wasserstoffgehalt der Atemluft in der Regel erhöht. Die Lösung für Erwachsene enthält 50 g Milchzucker in 0,4 Liter Flüssigkeit und wird auf nüchternen Magen getrunken. Der Atemtest wird alle 15 bis 30 Minuten wiederholt und dauert mindestens 2 bis 3 Stunden. Das Testergebnis kann aber durch Rauchen, Kaugummikauen, schlechte Mundhygiene und andere Faktoren verfälscht werden. Daher ist es wichtig, gleichzeitig zu schauen, ob das Trinken der Zuckerlösung auch Beschwerden auslöst.
    • Laktose-Toleranz-Test: Dieser Test bestimmt den Zuckerspiegel im Blut nach dem Trinken einer Milchzuckerlösung. Steigt der Blutzuckerspiegel danach nicht nennenswert an, weist das auf eine Laktose-Unverträglichkeit hin: Weil die Laktose bei einem Laktasemangel nicht gespalten wird, entstehen auch keine Zuckerbestandteile, die der Körper aufnehmen kann. Die Lösung für Erwachsene enthält etwa 50 g Laktose und wird ebenfalls auf nüchternen Magen getrunken. In den folgenden zwei Stunden wird der Blutzuckerspiegel regelmäßig gemessen. Auch bei diesem Test ist es wichtig, auf mögliche Beschwerden wie Durchfall oder Krämpfe zu achten.

    Quellen

    Halpert A, Drossman DA. Irritable bowel syndrome. In: McDonald J, Burroughs AK, Feagan BG (Ed). Evidence-based Gastroenterology and Child Health. Oxford: Blackwell Publishing; 2004. S. 265-283.

    Keller J, Franke A, Storr M, Wiedbrauck F, Schirra J. Klinisch relevante Atemtests in der gastroenterologischen Diagnostik – Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität sowie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen. Z Gastroenterol 2005; 43(9): 1071-1090.

    Ledochowski M, Bair H, Fuchs D. Laktoseintoleranz. Ernährungsmed 2003; 5(1): 7-14.

    Marklund B, Ahlstedt S, Nordström G. Food hypersensitivity and quality of life. Curr Opin Allergy Clin Immunol 2007; 7(3): 279-287.

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    Shaukat A, Levitt MD, Taylor BC, MacDonald R, Shamliyan TA, Kane RL et al. Systematic review: effective management strategies for lactose intolerance. Ann Intern Med 2010; 152(12): 797-803.

    Wilt TJ, Shaukat A, Shamliyan T, Taylor BC, MacDonald R, Tacklind J et al. Lactose intolerance and health. Evid Rep Technol Assess (Full Rep) 2010; (192): 1-410.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Mit einer Laktoseintoleranz leben

    Wer eine Laktoseintoleranz hat, kann trotzdem geringe Mengen an Milchprodukten zu sich nehmen – am besten zusammen mit anderen Nahrungsmitteln. Ob Laktase-Produkte und probiotische Nahrungsergänzungsmittel helfen, Milchzucker besser zu verdauen, konnte bisher nicht nachgewiesen werden.

    Die meisten Menschen mit Laktoseintoleranz haben keine oder kaum Beschwerden, wenn sie nur geringe Mengen Laktose aufnehmen. Außerdem können Beschwerden schwächer ausfallen, wenn zusammen mit Milchprodukten noch andere Nahrungsmittel verzehrt werden. Das liegt daran, dass feste oder fetthaltige Nahrung die Verdauung im Magen verlangsamt. Dadurch gelangt weniger Laktose auf einmal in den Darm, der dann weniger empfindlich reagiert.

    Einige Forschungsarbeiten legen zudem nahe, dass manche Menschen Laktose nach und nach besser vertragen, wenn sie den Verzehr von laktosehaltigen Produkten langsam und vorsichtig erhöhen. Allerdings wurde diese Möglichkeit bisher noch nicht ausreichend geprüft.

    Wer eine Laktoseintoleranz hat, kann trotzdem geringe Mengen an Milchprodukten zu sich nehmen – am besten zusammen mit anderen Nahrungsmitteln. Ob Laktase-Produkte und probiotische Nahrungsergänzungsmittel helfen, Milchzucker besser zu verdauen, konnte bisher nicht nachgewiesen werden.

    Die meisten Menschen mit Laktoseintoleranz haben keine oder kaum Beschwerden, wenn sie nur geringe Mengen Laktose aufnehmen. Außerdem können Beschwerden schwächer ausfallen, wenn zusammen mit Milchprodukten noch andere Nahrungsmittel verzehrt werden. Das liegt daran, dass feste oder fetthaltige Nahrung die Verdauung im Magen verlangsamt. Dadurch gelangt weniger Laktose auf einmal in den Darm, der dann weniger empfindlich reagiert.

    Einige Forschungsarbeiten legen zudem nahe, dass manche Menschen Laktose nach und nach besser vertragen, wenn sie den Verzehr von laktosehaltigen Produkten langsam und vorsichtig erhöhen. Allerdings wurde diese Möglichkeit bisher noch nicht ausreichend geprüft.

    Wie viel Milchzucker verträgt ein Mensch mit Laktoseintoleranz?

    Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellten fest, dass Menschen mit Laktoseintoleranz in der Regel folgende Mengen tolerieren:

    • bis zu 12 g Laktose auf einmal (circa 250 ml Milch)
    • bis zu 24 g Laktose über den Tag verteilt (circa 500 ml Milch)

    Das bedeutet, dass die meisten Menschen mit einer Milchzucker-Unverträglichkeit eine gewisse Menge an Milchprodukten zu sich nehmen können, ohne Beschwerden zu bekommen. Allerdings ist es wichtig, darauf zu achten, diese Menge nicht auf einmal, sondern eher über den Tag verteilt zu verzehren und die milchzuckerhaltigen Nahrungsmittel mit anderen Lebensmitteln zu kombinieren.

    Wie gelingt es, den Speiseplan anzupassen?

    Normalerweise nehmen die Beschwerden ab, wenn man weniger Milchprodukte mit viel Laktose isst. Das ist kein Problem für Menschen, die Milch, Frischkäse oder Sahne ohnehin nicht besonders gern mögen. Andere werden es aber erst einmal schwierig finden, weniger davon zu verzehren oder ganz darauf zu verzichten – auch wenn sich geschmackliche Vorlieben mit der Zeit ändern können. Sich auf eine „Spezialernährung” einstellen zu müssen, kann besonders schwerfallen, wenn zum Beispiel alle anderen Familienmitglieder und Freunde normal essen können.

    Meist reicht es aber aus, Milchprodukte mit hohem Laktosegehalt gegen solche mit weniger Laktose auszutauschen. So enthalten fermentierte und vergorene Milchprodukte wie Käse, Quark oder Joghurt weniger Milchzucker als frische Milch. Viele Hartkäsesorten enthalten gar keine oder fast keine Laktose. Auch vertragen viele Menschen mit einer Laktoseintoleranz bestimmte Joghurtsorten besser als andere.

    Sorgen um die eigene Ernährung oder Bedenken, ob man eine angebotene Mahlzeit problemlos verzehren kann, führen mitunter zu mehr Unzufriedenheit als die Beschwerden durch die Unverträglichkeit selbst. Herauszufinden, was man essen kann, fällt mit der Zeit jedoch leichter. Die Inhaltsangaben auf den Lebensmittel-Etiketten lesen zu lernen, kann helfen, sich sicherer zu fühlen – vorausgesetzt, sie enthalten die nötigen Informationen wie Milchzuckergehalt in Gramm je Portion.

    Der Umgang mit der Laktose-Unverträglichkeit wird für die meisten Menschen mit der Zeit zur Routine. Zudem wird das Angebot an rein pflanzlichen (veganen) und damit auch laktosefreien Lebensmitteln größer, da die Nachfrage nach solchen Produkten steigt. Dies gilt auch für Milchersatz-Getränke wie Soja-, Mandel- und Reismilch. Diese rein pflanzlichen Getränke ähneln im Geschmack Kuhmilch, sind jedoch vollkommen laktosefrei. Einigen dieser Produkte wird auch Kalzium zugesetzt. Nicht zuletzt gibt es immer mehr Rezepte, die ohne Milchprodukte auskommen.

    Gibt es neben dem Verzicht auf Milchprodukte noch andere Möglichkeiten?

    Es gibt verschiedene Kuhmilchsorten, die laktosereduziert oder hydrolysiert sind. Bei der Herstellung laktosereduzierter Milch wird die Laktose herausgefiltert, oder es wird ein sogenannter Chromatograf eingesetzt, um die Laktose vom Rest der Milch zu trennen. Bei der Hydrolisierung wird der Milch das Enzym Laktase zugesetzt.

    Diese Milchsorten sind teurer als normale Kuhmilch und enthalten meist immer noch eine gewisse Menge an Laktose. Deshalb ist es wichtig, die Informationen auf den Verpackungen sehr sorgfältig zu lesen.

    In einer Übersichtsstudie zeigte sich, dass Menschen, die laktosearme Milch (0 bis 2 g Laktose pro Glas) getrunken hatten, nicht weniger Beschwerden spürten als Personen, die ein Glas herkömmliche Milch (mit bis zu 12 g Laktose pro Glas) getrunken hatten. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass die meisten Menschen mit einer Milchzucker-Unverträglichkeit ohnehin bis zu 12 g Milchzucker vertragen oder nach dem Verzehr nur leichte Beschwerden verspüren.

    Andere Produkte wie Laktase-Tabletten oder -Kapseln sollen dem Darm helfen, die Laktose aufzuspalten. Auch wenn über die Wirkung dieser Produkte vieles behauptet wird: Bisher konnten Studien nicht nachweisen, dass Laktase-Tabletten oder -Kapseln helfen.

    Untersucht wurden auch Prä- oder Probiotika – Bakterien, die im Darm bei der Verdauung der Nahrung helfen. Es gibt auch Nahrungsergänzungsmittel, die diese Bakterien enthalten. Bisher ist unklar, ob solche Mittel bei Laktoseintoleranz helfen können.

    Zusammengefasst zeigen die bisherigen Forschungsergebnisse: Sich bei der Aufnahme von Laktose an die oben beschriebenen Grenzen zu halten und Milch nur gleichzeitig mit anderen Lebensmitteln zu sich zu nehmen, ist immer noch der beste bekannte Weg, um Beschwerden bei einer Laktoseintoleranz zu verringern.

    Kann der Verzicht auf Milchprodukte zu Kalziummangel führen?

    Für eine gesunde Ernährung sind Milchprodukte nicht unbedingt notwendig. Sie enthalten jedoch viel Kalzium. Der Mineralstoff ist ein wichtiger Bestandteil der Nahrung und unter anderem für die Stabilität der Knochen, Zähne und Nägel wichtig. Jugendliche, Schwangere und ältere Menschen benötigen besonders viel Kalzium. Wer weniger Milchprodukte zu sich nimmt oder ganz auf sie verzichtet, nimmt auch weniger Kalzium auf. Kalzium ist allerdings nicht nur in Milchprodukten enthalten. Auch andere Nahrungsmittel und Getränke sind reich an Kalzium, wie Spinat oder mit Kalzium angereicherte Sojamilch.

    Quellen

    Marklund B, Ahlstedt S, Nordström G. Food hypersensitivity and quality of life. Curr Opin Allergy Clin Immunol 2007; 7(3): 279-287.

    Marklund B, Wilde-Larsson B, Ahlstedt S, Nordström G. Adolescents' experiences of being food-hypersensitive: a qualitative study. BMC Nurs 2007; 6: 8.

    Shaukat A, Levitt MD, Taylor BC, MacDonald R, Shamliyan TA, Kane RL et al. Systematic review: effective management strategies for lactose intolerance. Ann Intern Med 2010; 152(12): 797-803.

    Wilt TJ, Shaukat A, Shamliyan T, Taylor BC, MacDonald R, Tacklind J et al. Lactose intolerance and health. Evid Rep Technol Assess (Full Rep) 2010; (192): 1-410.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Einkaufen bei Laktoseintoleranz

    Wer auf Milchzucker (Laktose) empfindlich reagiert, muss sorgfältig lesen, was auf den Inhaltsangaben der Lebensmittel-Etiketten steht. Was beim Einkaufen zu beachten ist und welche Lebensmittel wie viel Laktose enthalten, haben wir hier zusammengestellt.

    Alle verpackten Lebensmittel haben eine Art Visitenkarte, das Etikett. Hier stehen Angaben beispielsweise zu:

    • Haltbarkeit,
    • allen enthaltenen Zutaten,
    • Zutaten, die häufig Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen,
    • Nährwerten und Energiegehalt.

    Wer auf Milchzucker (Laktose) empfindlich reagiert, muss sorgfältig lesen, was auf den Inhaltsangaben der Lebensmittel-Etiketten steht. Was beim Einkaufen zu beachten ist und welche Lebensmittel wie viel Laktose enthalten, haben wir hier zusammengestellt.

    Alle verpackten Lebensmittel haben eine Art Visitenkarte, das Etikett. Hier stehen Angaben beispielsweise zu:

    • Haltbarkeit,
    • allen enthaltenen Zutaten,
    • Zutaten, die häufig Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen,
    • Nährwerten und Energiegehalt.

    Lebensmittelkennzeichnung: Was gilt bei verpackter Ware?

    Welche Informationen eine Lebensmittelverpackung enthalten muss, regelt unter anderem die europäische Lebensmittel-Informationsverordnung. Für Menschen mit Laktoseintoleranz ist das Zutatenverzeichnis am wichtigsten. Es enthält die folgenden Informationen:

    • Eine Liste sämtlicher Zutaten des Lebensmittels nach ihrem Anteil am Gesamtgewicht, und zwar in absteigender Reihenfolge: An erster Stelle steht die Hauptzutat, an letzter Stelle die mit der geringsten Menge.
    • Eine Liste aller Zusatzstoffe wie Emulgatoren, Farb- oder Konservierungsstoffe und Aromen.
    • Allergenkennzeichnung: Besonders strenge Regeln gelten für die Kennzeichnung der wichtigsten Nahrungsbestandteile, gegen die Menschen allergisch oder überempfindlich reagieren können. Die Allergenkennzeichnung umfasst derzeit 14 Stoffe und Erzeugnisse wie Soja, Weizen, Eier, Milch, Erdnüsse, Mandeln oder Walnüsse. Diese Bestandteile müssen durch die Schriftart, den Schriftstil (z. B. Fettdruck) oder durch eine Hintergrundfarbe im Zutatenverzeichnis besonders hervorgehoben werden.
    • Es reicht die Angabe, dass ein Produkt Milch oder Milchzucker (Laktose) enthält. Die Angabe der Menge ist nicht vorgeschrieben.

    Auf welche Begriffe muss ich bei der Zutatenliste achten?

    Ist in der Zutatenliste einer der unten genannten Begriffe enthalten, sind Vorsicht und ein Blick auf die Mengenangaben angebracht:

    • Milchzucker
    • Laktose / Lactose
    • Laktosemonohydrat / Lactosemonohydrat

    Produkte ohne Milchzucker oder Laktose

    Es gibt Milchersatzgetränke auf pflanzlicher Basis, die keinen Milchzucker enthalten, obwohl sie teilweise als Milch bezeichnet werden. Diese basieren etwa auf:

    • Mandeln
    • Soja
    • Reis
    • Hafer

    Auch folgende Zutaten enthalten keine Laktose – auch wenn sie zum Teil danach klingen:

    • Laktat / Lactat (Milchsäure)
    • Laktit – ein Zuckeraustauschstoff
    • Milcheiweiß
    • Milchsäurebakterien / milchsauer vergoren (wie bei Sauerkraut)
    • Backmittel / Bindemittel / Stärke / Verdickungsmittel

    Wenn nach dem Verzehr von Nahrungsmitteln typische Beschwerden auftreten, obwohl man sie vorher gut vertragen hat, lohnt sich der erneute Blick auf die Zutatenliste gewohnter oder bekannter Fertig-Lebensmittel. Denn manchmal ändern Herstellerfirmen die Rezeptur ihrer Produkte.

    Wie viel Laktose ist in welchen Lebensmitteln enthalten?

    Mithilfe dieser Tabelle können Sie grob einschätzen, wie viel Laktose in verschiedenen Lebensmitteln enthalten ist und berechnen, welche Menge Laktose Sie pro Tag zu sich nehmen:

    Butter, Margarine und andere Fette

    Lebensmittel Portionsgröße Laktose in g/Portion
    Butter 20 g 0,1
    Butterschmalz beliebig 0
    Margarine beliebig 0
    rein pflanzliche Fette und Öle einschließlich Kokosfett beliebig 0

    Käse

    Lebensmittel Portionsgröße Laktose in g/Portion
    Mozzarella 20 % Fett i. Tr. 100 g 3,3
    Mascarpone 30 g 1
    Hüttenkäse / körniger Frischkäse 30 g 1
    Frischkäsezubereitung 30 g 0,9
    Parmesan 30 g 0
    die meisten Hart- und Schnittkäsesorten: z. B. Bergkäse, Emmentaler, Gouda, Edamer, Tilsiter 30 g 0

    Milchkaffee, Sahne und Crème fraîche

    Lebensmittel Portionsgröße Laktose in g/Portion
    Latte macchiato 125 ml 5,4
    Cappuccino 125 ml 2,9
    Magermilchpulver 10 g 5,1
    Vollmilchpulver 10 g 3,5
    1 Schuss Milch 30 ml 1,4
    Kondensmilch / Kaffeesahne 7,5 % Fett  15 g 0,8
    Saure Sahne 10 % Fett 25 g 0,9
    Crème fraîche 30 % Fett 25 g 0,6
    Sahne 15 g 0,5

    Joghurt, Quark und Buttermilch

    Lebensmittel Portionsgröße Laktose in g/Portion
    Molke 150 ml 7,1
    Buttermilch 150 ml 6
    Dickmilch 150 g 6
    Joghurt 150 g 4,8
    Kefir 150 g 5,4
    Quark 30 g 1

    Bei Fruchtzusätzen verändert sich der Laktosegehalt. Auch der Fettgehalt spielt eine Rolle: Bei hohem Fettgehalt ist der Laktosegehalt geringer.

    Süßigkeiten: Schokolade, Eis und Kuchen

    Lebensmittel Portionsgröße Laktose in g/Portion
    Vollmilchschokolade 20 g 1,3
    Cremeeis 75 g 4,7
    Fruchteis 75 g 1,3
    Hefekuchen mit Streuseln 310 g 3,1
    Käsesahnetorte 120 g 2
    Croissant 70 g 1
    Rührkuchen 70 g 0,3

    Milch und Milchersatz

    Lebensmittel Portionsgröße Laktose in g/Portion
    Milch 3,5 % Fett 150 ml 7,0
    Schafmilch 150 ml 6,6
    Ziegenmilch 150 ml 6,3
    Sojamilch beliebig 0

    Laktosearm oder laktosefrei? Ein genauer Blick kann sich lohnen

    Einige Hersteller werben mit den Begriffen „laktosearm“ und „laktosefrei“. Die Zulässigkeit dieser Begriffe ist bisher nicht gesetzlich geregelt. Ein Produkt mit einem Anteil von weniger als 0,1 Gramm Laktose pro 100 Gramm darf als „laktosefrei“ bezeichnet werden. Wer beim Einkaufen auf den Aufdruck „laktosefrei“ achtet, kann sich die Mühe sparen, erst die Zutatenliste zu prüfen.

    Da die Begriffe nicht geschützt sind, können aus Werbezwecken aber auch Lebensmittel, die von Natur aus überhaupt keine Laktose enthalten, damit gekennzeichnet sein. Ein identisches Produkt ohne diese Aufschrift kann unter Umständen preisgünstiger sein.

    Was ist bei unverpackten oder losen Lebensmitteln zu beachten?

    Die europäische Lebensmittel-Informationsverordnung regelt, dass Unternehmen beim Verkauf von unverpackten Waren über Allergene informieren müssen. Unter unverpackter Ware versteht man zum Beispiel ein Stück Kuchen von einem Bäcker, eine Wurst aus der Kühltheke eines Metzgers oder ein Gericht im Restaurant. Die Informationen können schriftlich, wie zum Beispiel in der Menü-Karte, oder auf einem Informationsblatt stehen. Sie können auch mündlich gegeben werden. Darüber hinaus kann die Information auch elektronisch, beispielsweise auf der Website des Geschäfts, zur Verfügung gestellt werden.

    Es kann also lohnen, im Zweifel gezielt Ausschau nach entsprechenden Produktinformationen zu halten oder beim Bäcker oder im Restaurant nachzufragen.

    Weitere Informationen zur Kennzeichnung von Lebensmitteln enthält eine Broschüre des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zur Kennzeichnung von Lebensmitteln.

    Quellen

    American Heart Association (AHA). Understanding Food Nutrition Labels. 06.03.2018.

    Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Allgemeine Kennzeichnungsvorschriften: Allergenkennzeichnung ist Pflicht. 12.12.2014.

    Bundeszentrum für Ernährung (BZfE). Laktoseintoleranz. 2018.

    Bundeszentrum für Ernährung (BZfE). Lebensmittel: Allergenkennzeichnung. 09.08.2017.

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