Gesundheitslexikon

Hernien

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    Überblick

    Bei einer Hernie treten meist Bauchfell oder Eingeweide durch eine Lücke in der Bauchwand hervor. Leistenbrüche sind die häufigsten Hernien, sie bilden sich vor allem bei Männern. Auch Frauen und Kinder haben ab und an mit Eingeweidebrüchen zu tun. Wir stellen die häufigsten vor und informieren über Behandlungen.

    Einleitung

    Bei einer Hernie (auch Eingeweidebruch oder Bruch) treten meist Bauchfell oder Eingeweide durch eine Lücke in der Bauchwand hervor. Das Bauchfell ist die Haut, die den Bauchraum auskleidet und die meisten seiner Organe ganz oder teilweise umschließt. Der Inhalt der Hernie wird Bruchsack genannt und kann Teile von Organen wie Darm oder Magen enthalten. Meist bildet sich eine von außen sichtbare Wölbung. Ob eine Hernie Probleme bereitet, hängt davon ab, wo sie entsteht und wie groß sie ist.

    Die häufigsten Hernien sind:

    • Leistenbruch (Leistenhernie): entsteht an einer Schwachstelle oberhalb des Leistenbands. Leistenbrüche sind die häufigsten Hernien und betreffen meist Männer.
    • Schenkelbruch (Schenkelhernie): betrifft meist Frauen und entsteht am Oberschenkel unterhalb des Leistenbands.
    • Narbenbruch (Narbenhernie): entsteht im Bereich einer Operationsnarbe. Die Bauchwand ist an dieser Stelle geschwächt und anfälliger für Hernien.
    • Bauchnabelbruch (Nabelhernie): entsteht an einer Schwachstelle der Bauchwand im Nabelbereich. Eine Nabelhernie tritt häufig bei Säuglingen und übergewichtigen Erwachsenen auf.
    • Oberbauchbruch (epigastrische Hernie): bildet sich durch eine Lücke in der Bauchwand zwischen Brustbein und Bauchnabel.

    Eine Sonderform ist der Zwerchfellbruch. Er entsteht, wenn sich eine der Lücken im Zwerchfell weitet und sich das Bauchfell oder Teile des Magens vom Bauch- in den Brustraum wölben. Ein solcher Bruch ist von außen nicht sichtbar und wird deshalb als „innere Hernie“ bezeichnet.

    Die meisten Brüche bleiben dauerhaft bestehen, wenn sie nicht behandelt werden. Eine Ausnahme sind Nabelbrüche bei Säuglingen, die in den ersten beiden Lebensjahren meist von selbst verheilen.

     

    Grafik: Die häufigsten Hernienarten Die häufigsten Hernienarten

    Symptome

    Die meisten Bauchwandbrüche sind als Vorwölbungen zu tasten oder auch zu sehen. Nicht alle Hernien führen zu Beschwerden. Sie können jedoch Schmerzen, Brennen, Druckgefühle und ein Ziehen verursachen, besonders bei körperlicher Belastung. Manche Menschen haben nur Beschwerden, wenn sie die Bauchmuskeln stark anspannen.

    Wenn der Darm im Bereich des Bruchs eingeengt wird, kann es zu Verdauungsbeschwerden kommen. Bei einem Leistenbruch kann Gewebe in den Hodensack gelangen, der dann stark anschwillt (Hodenbruch).

    Starke oder neu auftretende Schmerzen an der Hernie oder zusätzlich Übelkeit und Erbrechen weisen darauf hin, dass der Bruchsack eingeklemmt ist. Dies kann ernsthafte Komplikationen wie eine Bauchfellentzündung nach sich ziehen.

    Große Bauchwandbrüche, die man von außen deutlich sieht, sind sehr unangenehm und können psychisch stark belasten.

    Ein Zwerchfellbruch führt zu anderen Beschwerden als ein Bauchwandbruch. Bei dieser inneren Hernie kann es zu Sodbrennen, Schluck- und Atembeschwerden kommen. Die Beschwerden können mit Medikamenten behandelt und der Bruch durch eine Operation behoben werden.

    Ursachen und Risikofaktoren

    Sowohl eine schwache Bauchmuskulatur als auch schwaches Bindegewebe machen anfälliger für Hernien. Manche Menschen haben von Geburt an ein schwaches Bindegewebe, andere erst in höherem Alter. Auch eine Krankheit oder eine Operation können das Gewebe und die Muskeln schwächen.

    Bei starkem Übergewicht ist der Druck im Bauchinnenraum erhöht. Übergewicht erhöht aber nur das Risiko für Narben- und Nabelbrüche, nicht das für Leistenbrüche. Auch Tumore oder Wasseransammlungen im Bauch können den Druck auf die Bauchwand erhöhen.

    Schwangere sind ebenfalls anfälliger für Bauchwandbrüche. Rauchen oder Krankheiten wie Diabetes können die Wundheilung stören und dadurch Narbenhernien begünstigen.

    Schweres Heben, Husten oder Pressen können eine vorhandene Hernie vergrößern. Ob eine Hernie dadurch auch verursacht werden kann, hängt vermutlich von der Art der Hernie ab. Bei Leistenbrüchen etwa ist dies wissenschaftlich nicht geklärt.

    Häufigkeit

    Am häufigsten ist der Leistenbruch: Etwa 25 von 100 Männern und 2 von 100 Frauen bekommen mindestens einmal eine Hernie an der Leiste. An zweiter Stelle folgen Nabel- und Narbenbrüche. Nach einer Bauchwand-Operation entwickeln je nach Art des Eingriffs bis zu 15 von 100 Menschen eine Narbenhernie. Seltener sind Oberbauchbrüche, Schenkel- und Zwerchfellbrüche.

    Folgen

    Ein unbehandelter Bruch kann mit der Zeit größer werden, deutlicher hervortreten und häufiger Beschwerden verursachen. Ernsthafte Probleme sind selten.

    Manchmal wird jedoch der Bruchsack eingeengt und klemmt zum Beispiel den Darm ein. Dann kann es zu einem Darmverschluss mit heftigen Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen kommen. Dies passiert zum Beispiel bei einem Schenkelbruch häufiger als bei einem Leistenbruch, weil seine Bruchpforte enger ist.

    Sind auch die Blutgefäße abgeklemmt, kann das vorgefallene Gewebe absterben und eine Bauchfellentzündung nach sich ziehen. Nur sehr selten dünnt die Haut über dem Bruch aus und stirbt ab. Dann kann sich der Bereich entzünden oder der Bruchsack nach außen hervortreten.

    Eine eingeklemmte Hernie ist immer ein Notfall und muss innerhalb weniger Stunden operiert werden. Deshalb ruft man am besten sofort einen Notarztwagen (112) oder lässt sich in ein Krankenhaus fahren.

    Diagnose

    Hernien sind häufig sofort erkennbar. Untersucht wird zunächst im Stehen, dabei bittet die Ärztin oder der Arzt darum, zu pressen und zu husten. Im Liegen lässt sich die Größe des Bruchsacks besser tasten und prüfen, ob sich der Bruch in den Bauchraum zurückschieben lässt. Mit einem Stethoskop kann der Bruchsack auf Darmgeräusche abgehört werden.

    Manchmal ist eine zusätzliche Ultraschalluntersuchung hilfreich. Eine Röntgenaufnahme, Computertomografie oder Kernspintomografie ist nur selten nötig.

    Vorbeugung

    Es hängt von der Art der Hernie ab, ob und wie man ihr vorbeugen kann. Um einem Narbenbruch vorzubeugen, ist es sinnvoll, in der ersten Zeit nach einer offenen Bauchoperation Belastungen wie schweres Tragen zu vermeiden. Ist das Risiko für einen Rückfall sehr hoch, kann vorbeugend ein Kunststoffnetz eingesetzt werden.

    Gewicht abzunehmen, kann das Risiko für Narben- und Nabelbrüche verringern. Vor einer Leistenhernie schützt Abnehmen dagegen nicht. Ob schweres Tragen bei Leistenbrüchen eine Rolle spielt, ist unklar.

    Rauchverzicht kann die Wundheilung verbessern und vermutlich das Risiko senken, einen Narbenbruch zu bekommen. Wichtig ist zudem eine ausreichende Behandlung von Krankheiten wie Diabetes oder Blutarmut, da auch sie die Wundheilung beeinträchtigen können.

    Behandlung

    Hernien können nur durch eine Operation beseitigt werden. Bei dem Eingriff wird der Bruchsack zurückgeschoben oder entfernt und die Lücke in der Bauchwand mit einer Naht verschlossen. Dabei wird meist zusätzlich ein feines Kunststoffnetz eingesetzt, um die Bauchwand zu stärken und einem Rückfall vorzubeugen.

    Bei einer offenen Operation wird durch einen größeren Schnitt im Bereich der Hernie operiert. Bei einer minimalinvasiven OP (Laparoskopie) werden nur einige kleine Schnitte gesetzt, um ein feines Rohr mit einer Kamera (Laparoskop) und die chirurgischen Instrumente in den Bauchraum oder in die Bauchdecke einzuführen. Die Kamera übermittelt die Bilder vom Bauchinneren auf einen Monitor. Welche OP-Verfahren infrage kommen, hängt unter anderem von Art und Größe des Bruchs ab.

    Nicht jeder Bruch muss operiert werden. Wenn er keine Beschwerden macht und das Risiko für Komplikationen gering ist, kann auf einen Eingriff verzichtet werden. Das gilt auch, wenn jemand sehr alt, schwach oder schwer krank ist und von der Hernie kein akutes Risiko ausgeht. Dagegen wird bei einem Leistenbruch meist zu einer Operation geraten.

    Von den früher gängigen Bruchbändern – feste gürtelartige Bänder, die den Bruch im Bauchraum halten sollen – wird heute abgeraten, da sie den Bruch nicht beheben und Nebenwirkungen wie Druckgeschwüre haben können.

    Weitere Informationen

    Die Hausarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem ärztlichen Rat braucht. Wir informieren darüber, wie man die richtige Praxis findet, wie man sich am besten auf den Arztbesuch vorbereitet und was dabei wichtig ist.

    Quellen

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    Treadwell J, Tipton K, Oyesanmi O, Sun F, Schoelles K. Surgical options for inguinal hernia: comparative effectiveness review. 08.2012. (AHRQ Comparative Effectiveness Reviews; Band 70).

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Autoren-Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Autoren/Herausgeber: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

    Mehr Wissen: Leistenbruch bei Männern

    Leistenbruch-Operationen gehören zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen. Ein Leistenbruch kann offen oder minimalinvasiv (laparoskopisch) operiert werden. Es ist aber nicht immer eine Operation nötig.

    Ein Leistenbruch (Leistenhernie) verursacht oft keine starken Beschwerden und lässt sich durch eine Operation gut behandeln. Dennoch stellen sich Fragen: Wann kann ich auf einen Eingriff verzichten? Welche Risiken hat er? Was ist besser: Eine offene oder eine minimalinvasive Operation (Laparoskopie)? Wann kann ich mich nach einem Eingriff wieder voll belasten?

    Leistenbruch-Operationen gehören zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen. Ein Leistenbruch kann offen oder minimalinvasiv (laparoskopisch) operiert werden. Es ist aber nicht immer eine Operation nötig.

    Ein Leistenbruch (Leistenhernie) verursacht oft keine starken Beschwerden und lässt sich durch eine Operation gut behandeln. Dennoch stellen sich Fragen: Wann kann ich auf einen Eingriff verzichten? Welche Risiken hat er? Was ist besser: Eine offene oder eine minimalinvasive Operation (Laparoskopie)? Wann kann ich mich nach einem Eingriff wieder voll belasten?

    Wie entsteht ein Leistenbruch?

    Ein Leistenbruch entsteht durch eine Schwachstelle in der vorderen Bauchwand, dem Leistenkanal. Der Kanal verläuft vom Hüftknochen schräg nach unten Richtung Schambein und verbindet die Bauchhöhle mit der Leistengegend. Er entwickelt sich vor der Geburt als Hohlraum, durch den bei Jungen die Hoden aus der Bauchhöhle in den kühleren Hodensack wandern können. Sind sie dort angekommen, schließt sich der von Muskeln umgebene Kanal allmählich. In ihm verlaufen Nerven, Blut- und Lymphgefäße und bei Männern auch der Samenstrang.

    Bei einem Leistenbruch wölben sich durch eine Lücke in der Bauchwand Bauchfell, Fettgewebe oder Darm vor. Der Bruch betrifft meist Männer, da bei ihnen der Leistenkanal weiter ist als bei Frauen. Schwaches Bindegewebe kann einen Leistenbruch begünstigen. Dass das Heben oder Tragen schwerer Lasten eine Rolle spielt, ist entgegen landläufiger Meinung bislang nicht bewiesen.

     

    Grafik: Leistenbruch: Schwachstelle Leistenkanal Leistenbruch: Schwachstelle Leistenkanal

    Muss ein Leistenbruch immer operiert werden?

    Eine Operation ist nicht immer nötig. Tritt nur etwas Bauchfell durch die Bruchpforte und bestehen keine Beschwerden, kann auf eine Operation zunächst verzichtet werden. Bei alten oder sehr kranken Menschen kann es auch wegen der Operationsrisiken angebracht sein, auf eine Operation zu verzichten. Voraussetzung ist allerdings, dass kein erhöhtes Risiko für Komplikationen besteht. Dieses Risiko hängt beispielsweise von der Größe und genauen Lage des Bruchs ab.

    Studien haben untersucht, was passiert, wenn beschwerdefreie Leistenbrüche bei Männern nicht gleich operiert werden. Sie zeigten, dass es keine Nachteile hat, mit der Operation zu warten, bis erste Beschwerden wie Schmerzen auftreten. Die Studienteilnehmer hatten auch kein höheres Risiko für Komplikationen. Etwa die Hälfte der Männer entschied sich innerhalb von fünf Jahren für eine Operation, meist weil sie Schmerzen bekamen.

    Wichtig ist, zur Ärztin oder zum Arzt zu gehen, sobald Beschwerden auftreten. Bei starken Schmerzen, Fieber oder Übelkeit ist sofortige ärztliche Hilfe nötig, denn dann könnte der Darm eingeklemmt sein.

    Was spricht für eine Operation?

    Die meisten Männer lassen sich operieren, weil ein Leistenbruch schmerzt oder schlicht lästig ist. Mit der Zeit kann die Hernie größer werden und selten sogar bis in den Hodensack rutschen.

    Ein weiterer Grund für eine Operation kann sein, möglichen Komplikationen vorzubeugen: Wenn Darm durch die Bruchstelle tritt, kann er einklemmen oder sich verdrehen. Dies ist zwar eher selten, kann dann aber ernste Folgen wie einen Darmverschluss haben. Wird der eingeklemmte Anteil des Darms nicht mehr richtig durchblutet, kann das Gewebe absterben. Dann muss sofort operiert werden.

    Wenn der Bruch keine Beschwerden verursacht und der Darm nicht eingeklemmt ist, kann man einige Wochen oder Monate abwarten. Manchmal kann auch ganz auf eine Operation verzichtet werden.

    Welche Operationsverfahren gibt es?

    Bei dem Eingriff wird der Bruchsack samt Inhalt wieder in die Bauchhöhle zurückverlagert. Anschließend wird die Lücke in der Bauchwand verschlossen. Sie kann zusätzlich mit körpereigenem Gewebe oder mit einem feinen Kunststoffnetz verstärkt werden.

    Man unterscheidet folgende Operationsverfahren:

    • offene Operation ohne Netz: Es wird durch einen längeren Hautschnitt von außen operiert und die Bruchpforte mit benachbartem Bindegewebe vernäht.
    • offene Operation mit Netz: Die Bruchpforte wird mit einem Kunststoffnetz abgedeckt und dadurch zusätzlich stabilisiert.
    • laparoskopische Operation (minimalinvasiv): Über meist drei kleine Hautschnitte (5 bis 10 mm) werden eine Kamera und die Operationsinstrumente in den Bauchraum oder in die Bauchdecke eingeführt. Bei einer minimalinvasiven Operation wird die Bruchpforte immer mit einem Kunststoffnetz abgedeckt.

    Welche Verfahren infrage kommen, hängt unter anderem davon ab, wo die Hernie genau liegt und wie groß sie ist. Auch der allgemeine Gesundheitszustand, das Alter und mögliche Begleiterkrankungen können eine Rolle spielen. Alle drei Operationsverfahren haben Vor- und Nachteile.

    Welche Nebenwirkungen hat ein Eingriff?

    Leistenbruch-Operationen zählen zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen. Sie verlaufen meist komplikationsfrei, können aber Nebenwirkungen wie Schmerzen oder Entzündungen haben. Zusätzlich bestehen die Risiken, die jede Narkose mit sich bringt.

    Operationsschmerzen in der Leistenregion klingen meistens einige Tage nach dem Eingriff ab. Allerdings haben etwa 10 von 100 Menschen nach der Operation bleibende Schmerzen – etwa weil Nerven verletzt wurden oder der Körper auf das Kunststoffnetz reagiert.

    Zu schwereren Komplikationen kommt es bei weniger als 1 von 100 Operationen. Dazu zählen Verletzungen an Blutgefäßen, dem Samenstrang und den Nerven im Leistenkanal. Auch Hodenschmerzen, Durchblutungsstörungen des Hodens, Wundheilungsstörungen und Entzündungen können auftreten.

    Was ist besser: Netz oder kein Netz?

    Ein zusätzliches Kunststoffnetz stabilisiert die Bauchwand etwas besser als eine einfache Naht mit benachbartem Bindegewebe. Nach Hernien-Operationen mit Netz kommt es daher seltener zu einem Rückfall: Bei etwa 4 von 100 Patienten nach einer OP ohne Netz – aber nur bei etwa 2 von 100 Patienten nach einer OP mit Netz. Es ist aber nicht immer ein Netz notwendig.

    Ob es zu einem weiteren Bruch kommt, hängt auch von der Operationstechnik und der Erfahrung der Operierenden ab. Studien zeigen, dass bestimmte netzfreie Techniken weitere Brüche ähnlich gut verhindern können wie Operationen mit Netz.

    Da eine Operation mit Netz die Bauchwand besser stabilisiert, sind Belastungen nach der OP schneller wieder möglich. Nach einer Operation ohne Netz ist es dagegen wichtig, bis zu zwei Monate auf stärkere körperliche Belastungen und Sport zu verzichten. Denn das Gewebe braucht Zeit, zusammenzuwachsen und sich zu stabilisieren.

    Eine OP mit Netz löst vermutlich nicht häufiger Schmerzen oder Entzündungen aus als eine Operation ohne Netz. Sie geht aber mit einem etwas niedrigeren Risiko für Gefäß- und Organverletzungen einher.

    Was ist besser: eine offene oder laparoskopische Operation?

    Bei Männern sind beide Verfahren ähnlich gut geeignet, einen Leistenbruch zu operieren. Weil die laparoskopische Operation leichte Vorteile hat, wird sie jedoch häufiger empfohlen. Bei beiden Operationen kann man meist spätestens nach zwei Tagen nach Hause gehen. Auch eine ambulante Operation ist oft möglich.

    Vorteile einer laparoskopischen (minimalinvasiven) Operation:

    • Man kann danach schneller wieder arbeiten und körperlich aktiv sein, im Schnitt etwa vier Tage eher als nach einer offenen Operation.
    • Es kommt seltener zu Infektionen, Missempfindungen und bleibenden Schmerzen in der Leiste.
    • Vermutlich ist das Risiko für Blutergüsse etwas niedriger.

    Vorteile einer offenen Operation:

    • Vermutlich ist das Risiko für Gefäßverletzungen etwas niedriger.
    • Es kann in örtlicher Betäubung oder Teilnarkose operiert werden.

    Rückfälle sind bei beiden Verfahren ähnlich selten.

    Frauen wird von einer offenen Operation abgeraten, da sie danach häufiger Rückfälle haben. Deshalb werden Leisten- und Schenkelhernien der Frau in der Regel durch eine laparoskopische Operation mit Netz behandelt.

    Eine laparoskopische Operation ist schwerer zu erlernen als eine offene Operation. Sowohl der Erfolg als auch das Risiko für Nebenwirkungen und Rückfälle hängen bei der Laparoskopie deshalb stärker von der Erfahrung der operierenden Ärztinnen und Ärzte ab. Darüber, wie häufig eine Klinik bestimmte Eingriffe durchführt, kann man sich in den Qualitätsberichten der Krankenhäuser informieren.

    Welches laparoskopische Verfahren ist besser?

    Zur Operation von Leistenbrüchen sind zwei gängige laparoskopische Verfahren geeignet:

    • TAPP (Transabdominelle Präperitoneale Plastik): Es wird durch den Bauchraum operiert. Dazu muss die Bauchdecke mit kleinen Schnitten durchtrennt werden. Das Kunststoffnetz wird zwischen Bauchfell und Bauchmuskulatur eingebracht.
    • TEP (Total Extraperitoneale Plastik): Es wird nur innerhalb der Bauchdecke operiert. Das heißt, die Operateure gehen mit den Instrumenten weniger tief als bei der TAPP. Das Kunststoffnetz wird zwischen Bauchfell und Bauchmuskulatur eingebracht. Die TEP-Operation ist das komplexere, schwerer zu erlernende Verfahren.

    Studien zeigen keine Unterschiede zwischen TAPP und TEP: Schmerzen, Nebenwirkungen und Rückfälle traten ähnlich häufig auf, und es dauerte nach beiden Eingriffen etwa gleich lange, bis die Teilnehmer wieder arbeiten konnten.

    Was muss ich nach einer Operation beachten?

    Nach einer Hernien-Operation mit Netz ist körperliche Belastung recht schnell wieder möglich, laufen und leichte Bewegungsübungen bereits wenige Stunden nach der Operation. Wichtig ist, die Art und Intensität der Bewegungen davon abhängig zu machen, wie man sich fühlt und ob man die Belastung verträgt. In den ersten 2 bis 3 Wochen ist es besser, auf schweres Heben zu verzichten.

    Was tun bei einem Rückfall?

    Das Risiko für einen erneuten Bruch ist individuell verschieden, hängt aber auch vom OP-Verfahren ab. Etwa 1 bis 5 von 100 Menschen bekommen nach einem Eingriff erneut einen Leistenbruch. Das Risiko eines erneuten Bruchs ist nach einer Operation, bei der kein Netz eingesetzt wurde, höher als nach Einsetzen eines Netzes.

    Bei einem Rückfall kann man sich erneut operieren lassen. Welche Operation dann infrage kommt, hängt davon ab, wie bei der ersten Hernie operiert wurde:

    • War der erste Eingriff eine offene Operation, wird bei einem Rückfall laparoskopisch operiert. Der Grund ist unter anderem, dass der Operationsbereich durch den ersten Eingriff vernarbt ist. Zudem kann man sich nach einem laparoskopischen Eingriff im Schnitt etwa eine Woche eher wieder normal belasten. Auch kommt es seltener zu bleibenden Schmerzen und Wundinfektionen als nach einer offenen Operation.
    • War der erste Eingriff eine laparoskopische Operation, wird der Rückfall wegen der entstandenen Vernarbungen meist offen operiert und ein Netz eingesetzt.

    Welche Fragen können für die Behandlungsentscheidung wichtig sein?

    Jede Entscheidung für oder gegen eine Behandlung oder eine bestimmte Operation muss individuell getroffen werden. Folgende Fragen können helfen, die wichtigsten Punkte für sich zu klären und mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen:

    • Welche Beschwerden habe ich?
    • Wie wird sich mein Leistenbruch voraussichtlich entwickeln?
    • Wie hoch ist das Risiko für Komplikationen?
    • Gibt es Belastungen, die ich vermeiden sollte?
    • Kann ich auf eine Operation (zunächst) verzichten?
    • Was sind die Vor- und Nachteile der verschiedenen Operationsverfahren?
    • Wann darf ich mich nach der OP wieder belasten? Welche Belastungen sind möglich?
    • Welche Erfahrungen haben die operierenden Ärztinnen und Ärzte mit der OP?
    • Reicht ein normales Krankenhaus oder ist eine Operation in einem speziellen Hernien-Zentrum für mich sinnvoll?

    Quellen

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    Berger D. Evidenzbasierte Behandlung der Leistenhernie des Erwachsenen. Dtsch Arztebl Int 2016; 113(9): 150-157.

    Emile SH, Elfeki H. Desarda's technique versus Lichtenstein technique for the treatment of primary inguinal hernia: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Hernia 2018; 22(3): 385-395.

    Fitzgibbons RJ, Forse RA. Clinical practice. Groin hernias in adults. N Engl J Med 2015; 372(8): 756-763.

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    Yang J, Tong da N, Yao J, Chen W. Laparoscopic or Lichtenstein repair for recurrent inguinal hernia: a meta-analysis of randomized controlled trials. ANZ J Surg 2013; 83(5): 312-318.

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    Mehr Wissen: Narbenbruch-Operationen

    Ein Narbenbruch kann sich nach einer Bauchoperation im Bereich der Operationsnarbe bilden. Ein solcher Bruch hat meist keine ernsthaften Folgen, kann aber unangenehm sein. Behandelt wird ein Narbenbruch entweder mit einer offenen oder einer minimalinvasiven (laparoskopischen) Operation.

    Ein Narbenbruch (Narbenhernie) kann Monate oder Jahre nach einer Bauchoperation entstehen. Meist ist zunächst nur eine leichte Vorwölbung im Bereich der Operationsnarbe sichtbar. Sie tritt bei Anstrengung oder Husten hervor und verschwindet in Ruhe wieder. Mit der Zeit kann die Vorwölbung aber größer werden und auch schmerzen.

    Die meisten Narbenhernien verursachen keine ernsthaften Probleme. Selten kann es zu einem Darmverschluss oder zum Absterben von Gewebe kommen, wenn sich Teile des Darms in der entstandenen Lücke einklemmen. Große Narbenbrüche können auch die Atmung oder Beweglichkeit beeinträchtigen.

    Ein Narbenbruch kann sich nach einer Bauchoperation im Bereich der Operationsnarbe bilden. Ein solcher Bruch hat meist keine ernsthaften Folgen, kann aber unangenehm sein. Behandelt wird ein Narbenbruch entweder mit einer offenen oder einer minimalinvasiven (laparoskopischen) Operation.

    Ein Narbenbruch (Narbenhernie) kann Monate oder Jahre nach einer Bauchoperation entstehen. Meist ist zunächst nur eine leichte Vorwölbung im Bereich der Operationsnarbe sichtbar. Sie tritt bei Anstrengung oder Husten hervor und verschwindet in Ruhe wieder. Mit der Zeit kann die Vorwölbung aber größer werden und auch schmerzen.

    Die meisten Narbenhernien verursachen keine ernsthaften Probleme. Selten kann es zu einem Darmverschluss oder zum Absterben von Gewebe kommen, wenn sich Teile des Darms in der entstandenen Lücke einklemmen. Große Narbenbrüche können auch die Atmung oder Beweglichkeit beeinträchtigen.

    Wodurch entstehen Narbenbrüche?

    Die meisten Operationsnarben verheilen gut und die Bauchwand ist nach der OP genauso belastbar wie zuvor. Wenn der Schnitt durch die Bauchdecke aber nicht fest genug zusammenwächst, kann eine Schwachstelle entstehen. Hält die Narbe dem Druck im Bauchraum dann nicht mehr stand, können Gewebe oder Organteile durch die entstandene Lücke drücken und sich nach außen wölben.

    Das Risiko für einen Narbenbruch wird durch folgende Faktoren beeinflusst:

    • Art der Narbe und der Nahttechnik: Die meisten Narbenbrüche treten nach einer offenen Bauchoperation auf, bei der ein großer Längsschnitt in der Bauchmitte gesetzt wurde.
    • Höheres Alter, Begleiterkrankungen und Wundheilungsstörungen: Sie können das Risiko zusätzlich erhöhen.
    • Starkes Übergewicht: Bei stark übergewichtigen Menschen kommt es eher zu Narbenbrüchen, weil der Bauchinnendruck und die Belastung der Narbe bei ihnen stärker sind.

    Je nach Eingriff bekommen etwa 5 bis 15 von 100 Menschen nach einer Bauchoperation einen Narbenbruch. Die meisten entstehen im ersten Jahr nach einer Operation.

    Wie kann man vorbeugen?

    Um das Risiko für einen Narbenbruch zu senken, gibt es folgende Möglichkeiten:

    • die Bauchmuskulatur in den ersten Monaten nach einem Eingriff nicht zu stark belasten. Welche Belastungen genau ungünstig sind und welche nicht, ist allerdings kaum untersucht.
    • Gewicht abnehmen. Dadurch sinkt der Bauchinnendruck.
    • Wenn man das Rauchen aufgibt und Erkrankungen wie Diabetes gut behandelt, kann das Risiko für Wundheilungsstörungen und damit auch für Narbenhernien sinken.

    Nach größeren Bauchoperationen oder nach einer Narbenbruch-OP tragen manche Menschen vorübergehend eine Bauchbinde (Bauchmieder), die die Bauchwand stabilisieren soll. Ob eine Bauchbinde hilft, Narbenbrüchen vorzubeugen, ist aber unklar.

    Menschen mit einem hohen Risiko für einen Narbenbruch kann bei einer Bauchoperation vorbeugend ein Kunststoffnetz eingesetzt werden. Das Netz stabilisiert die Bauchwand und senkt das Risiko für einen Narbenbruch deutlich. Netze können jedoch auch Beschwerden wie chronische Schmerzen verursachen.

    Wie werden Narbenbrüche behandelt?

    Die Bruchpforte wird vernäht und meist mit einem Kunststoffnetz abgedeckt. Dies stabilisiert die Bauchwand deutlich besser. Ohne Netz kommt es deutlich häufiger zu einem erneuten Narbenbruch.

    Es gibt folgende Operationsverfahren:

    • Offene Operation: Der Bruch wird von außen über einen größeren Hautschnitt verschlossen und zusätzlich ein Netz zur Verstärkung eingesetzt.
    • Laparoskopische (minimalinvasive) Operation: Die Ärztin oder der Arzt führt ein feines Rohr mit einer Kamera (Laparoskop) und die chirurgischen Instrumente durch mehrere, etwa 5 bis 10 mm kleine Hautschnitte ein. Das Netz wird von innen an der Bauchdecke befestigt.

    Kommt es in den ersten Wochen nach einer Bauchoperation zu einem Narbenbruch, wird dieser nicht sofort operiert, damit die Bauchdecke Zeit hat, sich zu erholen. In der Regel wird ein Narbenbruch erst mehrere Monate nach der Operation behandelt, die zum Narbenbruch geführt hat.

    Ist eine offene oder eine laparoskopische Operation besser?

    Beide Verfahren sind ähnlich gut geeignet, die Bauchwand zu stabilisieren. Auch das Risiko einer neuen Narbenhernie unterscheidet sich nicht, sofern ein Kunststoffnetz eingesetzt wird.

    Für die laparoskopische Operation spricht, dass es danach seltener zu Wundinfektionen kommt. Zudem kann man das Krankenhaus eher wieder verlassen.

    Allerdings kann das Risiko für Komplikationen bei der Laparoskopie etwas höher sein, wenn sie von wenig erfahrenen Ärztinnen oder Ärzten durchgeführt wird, da die Laparoskopie schwerer zu erlernen ist als die offene Operation. Die Erfahrung des Operierenden spielt also vermutlich eine größere Rolle als die Art der Operation selbst.

    Darüber, wie häufig eine Klinik bestimmte Eingriffe durchführt, informieren die Qualitätsberichte der Krankenhäuser.

    Welche Risiken hat eine Operation?

    Während des Eingriffs kann es zu Verletzungen im Bauchraum kommen. Zudem kann sich in den Tagen nach einer Operation die Wunde entzünden. Etwa 15 von 100 Menschen haben Schmerzen, die aber oft nach einigen Tagen oder Wochen wieder verschwinden. Manchmal bleiben die Schmerzen jedoch dauerhaft bestehen. Sie können durch die Schädigung von Nerven verursacht sein, durch Verwachsungen oder dadurch, dass das Netz spannt und schmerzt.

    Im Bereich des Netzes kann sich nach dem Eingriff Wundflüssigkeit ansammeln, die unter Umständen mit einer Hohlnadel entfernt werden muss (Punktion).

    Bei etwa 5 von 100 Menschen kommt es in den ersten Jahren nach dem Eingriff zu einem erneuten Narbenbruch. Deshalb wird nach laparoskopischen Eingriffen empfohlen, in den ersten sechs Wochen schweres Heben und Tragen zu vermeiden. Nach offenen Operationen sollte dies in den ersten drei Monaten vermieden werden, da die Narbe größer ist.

    Müssen Narbenbrüche immer operiert werden?

    Wenn Narbenbrüche keine Beschwerden verursachen und das Risiko für Komplikationen klein ist, müssen sie nicht unbedingt operiert werden. Allerdings werden Narbenhernien mit der Zeit oft größer, und es bleibt ein geringes Risiko für ein Einklemmen des Darms. Welche Vor- und Nachteile es hat, auf eine Operation zu verzichten, ist bislang nicht gut untersucht.

    Bei der Entscheidung für oder gegen eine Operation spielen auch das Alter und Begleiterkrankungen eine Rolle. Die Vor- und Nachteile eines Eingriffs bespricht man am besten mit der Ärztin oder dem Arzt.

    Wann sind Narbenbrüche schwerer zu behandeln?

    Da sehr große Narbenbrüche stark belastend sein können, wünschen sich viele Betroffene eine Behandlung. Allerdings sind große Hernien deutlich schwerer zu operieren als kleine.

    Viele Menschen mit großen Narbenbrüchen sind stark übergewichtig, haben eine schwache Bauchmuskulatur und Begleiterkrankungen. Dies erhöht auch das Risiko für OP-Komplikationen. Welche Art der Operation dann am besten geeignet ist, hängt von weiteren persönlichen Faktoren ab. Hier ist es sinnvoll, sich in einem spezialisierten Hernien-Zentrum beraten zu lassen.

    Auch Frauen mit Kinderwunsch sind in einer besonderen Situation. Ihre Bauchwand muss während einer Schwangerschaft elastisch genug bleiben, da sie sich bis zur Geburt stark dehnt. Da ein Kunststoffnetz weniger elastisch ist als das natürliche Gewebe, befürchten Fachleute ein erhöhtes Risiko für Komplikationen, wenn eine Frau schwanger wird. Leider gibt es dazu bislang kaum wissenschaftliche Untersuchungen.

    Wenn eine Frau einen Narbenbruch hat und sich noch Kinder wünscht, kann sie mit der Behandlung jedoch meist warten, bis die Familienplanung abgeschlossen ist. Wenn operiert werden soll, wird eher eine Operation ohne Netz empfohlen. Allerdings kommt es dann während der Schwangerschaft häufig erneut zu einem Narbenbruch.

    Quellen

    Al Chalabi H, Larkin J, Mehigan B, McCormick P. A systematic review of laparoscopic versus open abdominal incisional hernia repair, with meta-analysis of randomized controlled trials. Int J Surg 2015; 20: 65-74.

    Borab ZM, Shakir S, Lanni MA, Tecce MG, MacDonald J, Hope WW et al. Does prophylactic mesh placement in elective, midline laparotomy reduce the incidence of incisional hernia? A systematic review and meta-analysis. Surgery 2017; 161(4): 1149-1163.

    Dietz UA, Menzel S, Lock J, Wiegering A. The Treatment of Incisional Hernia. Dtsch Arztebl Int 2018; 115(3): 31-37.

    Payne R, Aldwinckle J, Ward S. Meta-analysis of randomised trials comparing the use of prophylactic mesh to standard midline closure in the reduction of incisional herniae. Hernia 2017; 21(6): 843-853.

    Sanders DL, Kingsnorth AN. The modern management of incisional hernias. BMJ 2012; 344: e2843.

    Sauerland S, Walgenbach M, Habermalz B, Seiler CM, Miserez M. Laparoscopic versus open surgical techniques for ventral or incisional hernia repair. Cochrane Database Syst Rev 2011; (3): CD007781.

    Schumpelick V, Junge K, Klinge U, Conze J. Narbenhernie – Pathogenese, Klinik und Therapie. Dtsch Arztebl 2006; 103(39): 2553-2558.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Autoren-Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Leistenbruch und Schenkelbruch bei Frauen

    Leistenbrüche (Leistenhernien) werden bei Frauen manchmal anders behandelt als bei Männern. So wird in der Regel zu einer Operation geraten. Denn hinter einem Leistenbruch steckt bei Frauen häufiger ein unerkannter Schenkelbruch. Schenkelbrüche führen eher zu Komplikationen als Leistenbrüche.

    Ein Leistenbruch (Leistenhernie) verursacht häufig keine starken Beschwerden und lässt sich durch eine Operation gut behandeln. Schenkelbrüche dagegen können unangenehmer werden, da es häufiger zu Einklemmungen kommt. Beide Brüche werden meist durch eine laparoskopische (minimalinvasive) Operation mit Netzeinlage behandelt.

    Leistenbrüche (Leistenhernien) werden bei Frauen manchmal anders behandelt als bei Männern. So wird in der Regel zu einer Operation geraten. Denn hinter einem Leistenbruch steckt bei Frauen häufiger ein unerkannter Schenkelbruch. Schenkelbrüche führen eher zu Komplikationen als Leistenbrüche.

    Ein Leistenbruch (Leistenhernie) verursacht häufig keine starken Beschwerden und lässt sich durch eine Operation gut behandeln. Schenkelbrüche dagegen können unangenehmer werden, da es häufiger zu Einklemmungen kommt. Beide Brüche werden meist durch eine laparoskopische (minimalinvasive) Operation mit Netzeinlage behandelt.

    Wie entstehen Leisten- und Schenkelbrüche?

    Ein Leistenbruch entsteht durch eine Schwachstelle in der vorderen Bauchwand, dem Leistenkanal. Der Kanal verläuft vom Hüftknochen schräg nach unten Richtung Schambein und verbindet die Bauchhöhle mit der Leistengegend. In ihm verlaufen Nerven, Blut- und Lymphgefäße und bei Frauen das Mutterband, das die Gebärmutter hält. Bei einem Leistenbruch wölben sich durch eine Lücke in der Bauchwand Bauchfell, Fettgewebe oder Darm vor.

    Bei Frauen kommt es deutlich seltener zu einem Leistenbruch als bei Männern, da der Leistenkanal bei ihnen enger ist. Schwaches Bindegewebe kann einen Leistenbruch jedoch begünstigen. Auch mit dem Alter steigt das Risiko. Das Heben oder Tragen schwerer Lasten spielt, wenn überhaupt, nur eine geringe Rolle.

    Schenkelbrüche treten am Oberschenkel unterhalb des Leistenbands auf. Meist betreffen sie Frauen über 65 Jahre. Äußerlich fallen viele Schenkelhernien zunächst nicht auf, da sie keine sichtbare Vorwölbung verursachen. Meist machen sie sich erst durch Schmerzen bemerkbar. Schenkelbrüche werden manchmal mit Leistenbrüchen verwechselt, sind jedoch schmerzhafter als diese.

     

    Grafik: Leisten- und Schenkelbruch bei Frauen - wie im Text beschrieben Leisten- und Schenkelbruch bei Frauen

    Was spricht für eine Operation?

    Frauen wird auch bei beschwerdefreien Leistenbrüchen eine Operation empfohlen, weil das Risiko für Komplikationen bei ihnen höher ist als bei Männern. Zudem kann sich hinter einem Leistenbruch ein Schenkelbruch verbergen. Dies kann oft erst bei einem Eingriff festgestellt werden. Bei Schenkelhernien besteht ein hohes Risiko für Komplikationen, wenn sie nicht operiert werden. So kann sich der Darm in der Bauchwandlücke einklemmen, was zu einem Darmverschluss und einer Bauchfellentzündung führen kann. Etwa die Hälfte aller Frauen mit einem unerkannten Schenkelbruch müssen notoperiert werden.

    Welche Operationsverfahren gibt es?

    Bei dem Eingriff wird der Bruchsack samt Inhalt wieder in die Bauchhöhle zurückverlagert. Anschließend wird die Lücke in der Bauchwand verschlossen. Sie kann zusätzlich mit körpereigenem Gewebe oder mit einem feinen Kunststoffnetz verstärkt werden.

    Man unterscheidet folgende Operationsverfahren:

    • offene Operation ohne Netz: Es wird durch einen längeren Hautschnitt von außen operiert und die Bruchpforte mit benachbartem Bindegewebe vernäht.
    • offene Operation mit Netz: Die Bruchpforte wird mit einem Kunststoffnetz abgedeckt und dadurch zusätzlich stabilisiert.
    • laparoskopische Operation: Über meist drei kleine Hautschnitte (5 bis 10 mm) werden eine Kamera und die Operationsinstrumente in den Bauchraum oder in die Bauchdecke eingeführt. Bei einer minimalinvasiven Operation wird die Bruchpforte immer mit einem Kunststoffnetz abgedeckt.

    Welche Operationsverfahren sind am besten geeignet?

    Bei Frauen werden Leisten- und Schenkelbrüche in der Regel durch eine laparoskopische Operation mit Netz behandelt. Ein zusätzliches Kunststoffnetz stabilisiert die Bauchwand etwas besser als eine einfache Naht mit benachbartem Bindegewebe. Dadurch sind auch Belastungen nach der OP schneller wieder möglich.

    Es gibt zwei laparoskopische Verfahren:

    • TAPP (Transabdominelle Präperitoneale Plastik): Es wird durch den Bauchraum operiert. Dazu muss die Bauchdecke mit kleinen Schnitten durchtrennt werden. Das Kunststoffnetz wird zwischen Bauchfell und Bauchmuskulatur eingebracht.
    • TEP (Total Extraperitoneale Plastik): Es wird nur innerhalb der Bauchdecke operiert. Das heißt, die Operateure gehen mit den Instrumenten weniger tief als bei der TAPP. Das Kunststoffnetz wird zwischen Bauchfell und Bauchmuskulatur eingebracht.

    Die TEP-Operation ist das komplexere, schwerer zu erlernende Verfahren.

    Von einer offenen Operation wird Frauen meist abgeraten, da sie danach häufiger Rückfälle haben.

    Welche Nebenwirkungen hat ein Eingriff?

    Hernien-Operationen zählen zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen. Sie verlaufen meist komplikationsfrei, können aber dennoch Nebenwirkungen haben. Zusätzlich bestehen die Risiken, die jede Narkose mit sich bringt.

    Operationsschmerzen in der Leistenregion klingen meistens einige Tage nach dem Eingriff ab. Allerdings haben etwa 10 von 100 Menschen nach der Operation bleibende Schmerzen – etwa weil Nerven verletzt wurden oder der Körper auf das Kunststoffnetz reagiert. Frauen haben häufiger bleibende Schmerzen als Männer.

    Zu schwereren Komplikationen kommt es bei weniger als 1 von 100 Operationen. Dazu zählen Verletzungen an Blutgefäßen und an den Nerven im Leistenkanal. Auch Wundheilungsstörungen und Entzündungen können auftreten.

    Was muss ich nach einer Operation beachten?

    Nach einer Hernien-Operation mit Netz ist körperliche Belastung recht schnell wieder möglich, laufen und leichte Bewegungsübungen bereits wenige Stunden nach der Operation. Wichtig ist, die Art und Intensität der Bewegungen davon abhängig zu machen, wie man sich fühlt und ob man die Belastung verträgt. In den ersten 2 bis 3 Wochen ist es besser, auf schweres Heben zu verzichten.

    Was tun bei einem Rückfall?

    Frauen haben ein höheres Rückfallrisiko als Männer. Deshalb wird schon bei der ersten Hernien-Operation die Einlage eines Netzes empfohlen. Kommt es erneut zu einem Leisten- oder Schenkelbruch, wird empfohlen, erneut ein Netz mithilfe einer Laparoskopie einzusetzen.

    Was tun bei einem Bruch während einer Schwangerschaft?

    Während einer Schwangerschaft kommt es nur sehr selten zu einem Leisten- oder Schenkelbruch. Falls doch, wird empfohlen, den Bruch erst nach der Schwangerschaft zu operieren. Eine schnelle Operation ist nur dann notwendig, wenn es zur Einklemmung kommt und Komplikationen drohen. Dies ist während einer Schwangerschaft aber die absolute Ausnahme. Die Schwangerschaft wird durch den Bruch nicht beeinträchtigt.

    Quellen

    Berger D. Evidenzbasierte Behandlung der Leistenhernie des Erwachsenen. Dtsch Arztebl Int 2016; 113(9): 150-157.

    Fitzgibbons RJ, Forse RA. Clinical practice. Groin hernias in adults. N Engl J Med 2015; 372(8): 756-763.

    HerniaSurge Group. International guidelines for groin hernia management. Hernia 2018; 22(1): 1-165.

    Köckerling F, Koch A, Lorenz R. Groin Hernias in Women - A Review of the Literature. Front Surg 2019; 6: 4.

    Lockhart K, Dunn D, Teo S, Ng JY, Dhillon M, Teo E et al. Mesh versus non-mesh for inguinal and femoral hernia repair. Cochrane Database Syst Rev 2018; (9): CD011517.

    Svendsen SW, Frost P, Vad MV, Andersen JH. Risk and prognosis of inguinal hernia in relation to occupational mechanical exposures - a systematic review of the epidemiologic evidence. Scand J Work Environ Health 2013; 39(1): 5-26.

    Whalen HR, Kidd GA, O'Dwyer PJ. Femoral hernias. BMJ 2011; 343: d7668.

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    Mehr Wissen: Leistenbruch bei Kindern

    Bei Kindern sind Leistenbrüche meist angeboren. Sie werden immer operiert, da sie sich nicht von selbst zurückbilden und Komplikationen verursachen können.

    Während der Schwangerschaft liegen die Hoden eines heranwachsenden Jungen zunächst noch in der Leiste. Sie wandern erst kurz vor oder nach der Geburt durch den Leistenkanal in den Hodensack. Solange der Leistenkanal noch nicht richtig verschlossen ist, kommt es häufiger zu einem Leistenbruch. Dann treten Fettgewebe oder Teile des Darms durch eine Lücke in der Bauchwand. Selten kommt es auch bei Mädchen zu einem Leistenbruch.

    Etwa 5 von 100 Neugeborenen haben einen Leistenbruch. Bei Frühgeborenen ist das Risiko höher.

    Bei Kindern sind Leistenbrüche meist angeboren. Sie werden immer operiert, da sie sich nicht von selbst zurückbilden und Komplikationen verursachen können.

    Während der Schwangerschaft liegen die Hoden eines heranwachsenden Jungen zunächst noch in der Leiste. Sie wandern erst kurz vor oder nach der Geburt durch den Leistenkanal in den Hodensack. Solange der Leistenkanal noch nicht richtig verschlossen ist, kommt es häufiger zu einem Leistenbruch. Dann treten Fettgewebe oder Teile des Darms durch eine Lücke in der Bauchwand. Selten kommt es auch bei Mädchen zu einem Leistenbruch.

    Etwa 5 von 100 Neugeborenen haben einen Leistenbruch. Bei Frühgeborenen ist das Risiko höher.

    Wie zeigt sich ein Leistenbruch?

    In der Leiste ist eine Beule zu sehen, manchmal aber nur, wenn das Kind schreit oder presst. Häufig sind beide Seiten betroffen. Ein Leistenbruch macht meist keine Beschwerden, kann aber manchmal einen ziehenden Schmerz verursachen.

    Wenn der Bruchsack nach unten wandert, kann bei Jungen der Hodensack anschwellen und bei Mädchen die Schamlippen. Ärztinnen und Ärzte können den Bruch meist tasten. Zusätzlich kann ein Ultraschall gemacht werden.

    Welche Risiken hat ein Leistenbruch?

    Es kann sich Bauchgewebe oder ein Teil des Darms in der Bruchlücke einklemmen. Dies führt meist zu plötzlichen Beschwerden. Das Kind ist dann sehr unruhig und schreit mehr. Vielleicht trinkt es weniger und erbricht sich. Wenn sich der eingeklemmte Bruch entzündet, kann das Kind fiebern. Der Bruchsack kann sich rötlich verfärben. Ein eingeklemmter Bruch muss umgehend operiert werden, da er lebensbedrohlich sein kann. Deshalb ist es wichtig, schnell ins Krankenhaus zu fahren oder einen Notarztwagen zu rufen (112).

    Wie wird ein Leistenbruch behandelt?

    Bei Kindern werden Leistenbrüche immer operiert. Wie dringend eine Operation ist, hängt vom Alter des Kindes und von der Schwere des Leistenbruchs ab. Operiert wird meist in den ersten Wochen bis Monaten nach der Diagnose. Dabei wird auch abgewogen, wie hoch das Risiko eines Eingriffs ist. Denn bei sehr jungen oder frühgeborenen Kindern ist eine Operation risikoreicher.

    Meist wird unter Vollnarkose operiert. In der Regel ist nur ein sehr kleiner Hautschnitt nötig. Es kann auch laparoskopisch (minimalinvasiv) operiert werden. Der Bruch wird mit dem eigenen Körpergewebe verschlossen. Ein Netz wird nicht eingesetzt. Manchmal ist der Eingriff ambulant möglich, dann kann das Kind noch am selben Tag wieder nach Hause.

    Quellen

    Olesen CS, Andresen K, Öberg S, Rosenberg J. Laparoscopic versus open repair of groin hernias in children: a systematic review and meta-analysis. Surg Endosc 2019; 33(7): 2050-2060.

    Wang KS. Assessment and management of inguinal hernia in infants. Pediatrics 2012; 130(4): 768-773.

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    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
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    Autoren/Herausgeber: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
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