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Myome der Gebärmutter

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    Sehr viele Frauen haben gutartige Geschwulste in oder an der Gebärmutter, sogenannte Myome. Die meisten sind klein und machen sich nicht weiter bemerkbar. Je nachdem, wo sich Myome bilden, können sie aber auch starke Regelschmerzen, Blutungen und andere Beschwerden verursachen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sie zu behandeln.

    Einleitung

    Sehr viele Frauen haben gutartige Geschwulste in oder an der Gebärmutter, sogenannte Myome. Die meisten sind klein, machen sich nicht weiter bemerkbar und werden eher zufällig entdeckt. Je nachdem wo sich Myome bilden, können sie aber auch Regelschmerzen, starke Regelblutungen und weitere Beschwerden verursachen.

    Myome lassen sich auf verschiedene Weise behandeln. Welche Therapie für eine Frau geeignet ist, hängt sehr von ihrer persönlichen Situation ab – zum Beispiel davon, ob sie sich noch Kinder wünscht.

    Myome bestehen aus Muskelzellen und Bindegewebe. Sie unterscheiden sich je nach Größe, Form und Lage. Man unterteilt Myome vor allem danach, wo in der Gebärmutter sie liegen:

    • direkt unter der Gebärmutterschleimhaut (submuköse Myome)
    • in der Gebärmutterwand (intramurale Myome)
    • an der äußeren Seite der Gebärmutter (subseröse Myome)
    • am Gebärmutterhals (Zervixmyom)
    • im Bindegewebe seitlich der Gebärmutter (intraligamentäres Myom)

    Grafik: Verschiedene Formen von Myomen Myome: Verschiedene Formen

    Symptome

    Viele Frauen spüren gar nicht, dass sie Myome haben. Manche haben nur eins, andere mehrere. Bei Frauen zwischen 30 und 50 Jahren lösen sie am häufigsten Beschwerden aus. Typische Symptome sind:

    • starke oder verlängerte Regelblutungen
    • starke, krampfartige Regelschmerzen
    • unklare Schmerzen und Druckgefühle im Unterleib

    Meist machen Myome Beschwerden, wenn sie die Funktion der Gebärmutter stören, zum Beispiel während der Regelblutung. Vor allem Myome, die direkt unter der Gebärmutterschleimhaut sitzen, führen zu starken Regelblutungen. Die Folge dauerhaft zu starker Regelblutungen kann eine Blutarmut (Anämie) sein. Betroffene Frauen sind häufig blass, fühlen sich müde und abgeschlagen.

    Größere Myome können manchmal auf benachbarte Organe wie die Blase oder den Darm drücken. Dann kann es zu häufigem Harndrang oder Verdauungsbeschwerden (Verstopfung, Schmerzen) kommen. Selten sind Rückenschmerzen oder Probleme beim Wasserlassen (Harnverhalt).

    „Gestielte“ Myome können plötzlich einsetzende, starke Schmerzen verursachen. Solche Myome können sich an der Außen- und Innenseite der Gebärmutter bilden. Sie sind nur mit einem dünnen Stiel mit der Gebärmutter verbunden. Bei abrupten Bewegungen kann es passieren, dass sich ein gestieltes Myom um die eigene Achse dreht. Dies unterbricht die Blutversorgung des Myoms, was sehr schmerzhaft ist.

    Ursachen und Risikofaktoren

    Warum Myome entstehen, ist nicht genau bekannt. Man vermutet, dass auch die familiäre Veranlagung eine Rolle spielt. Die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron haben einen wichtigen Einfluss, der aber stark von der Art des Hormons abhängt. Myome können ohne die von einer Frau selbst gebildeten Hormone nicht wachsen. Deshalb haben die meisten Frauen mit Myomen nach den Wechseljahren keine Beschwerden mehr. Abwandlungen der Hormone, wie sie in Verhütungspillen verwendet werden, können das Wachstum von Myomen eher bremsen.

    Myome sind häufiger bei

    • Frauen mit schwarzer Hautfarbe: Sie sind etwa zwei- bis dreimal häufiger betroffen – weshalb, weiß man bisher nicht.
    • Frauen, die noch nicht schwanger waren.
    • Frauen, deren Mutter oder Schwester bereits Myome hatten.
    • Frauen mit starkem Übergewicht. Allerdings ist unklar, ob das Übergewicht selbst zur Bildung von Myomen beiträgt.

    Myome sind seltener bei

    • Frauen, die mehrmals geboren haben.
    • Frauen, die einige Jahre mit der „Pille“ verhütet haben.

    Ob zwischen der Ernährungsweise und der Entstehung von Myomen ein Zusammenhang besteht, ist unklar.

    Verlauf

    Fachleute schätzen, dass etwa 40 bis 80 % aller Frauen Myome haben. Viele haben sehr kleine Myome, und die meisten merken davon ihr Leben lang nichts. Nur bei manchen Frauen führen Myome zu Beschwerden – bei wie vielen genau, weiß man nicht. Auch mit welcher Wahrscheinlichkeit Myome Beschwerden auslösen, lässt sich nicht genau sagen.

    Wie sich ein Myom entwickelt, ist schwierig vorherzusagen: Myome werden verschieden groß und wachsen unterschiedlich schnell. Bei manchen Frauen bleiben die Myome und die dadurch verursachten Beschwerden ohne Behandlung fast unverändert. Andere nehmen an Größe zu, und die Beschwerden verstärken sich mit der Zeit. Es kann aber auch sein, dass Beschwerden im Laufe der Jahre von selbst abklingen.

    Meist bilden sich Myome nach den Wechseljahren zurück. Dann verschwinden auch die Symptome fast immer. Eine Hormonbehandlung gegen Wechseljahrsbeschwerden kann bei manchen Frauen allerdings verhindern, dass sich die Myome zurückbilden und so die Beschwerden erhalten.

    Folgen

    Bei den meisten Frauen haben Myome außer den genannten Beschwerden und den damit verbundenen Belastungen keine weiteren Folgen. Viele befürchten aber, dass die Myome ihre Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Dies trifft jedoch nur auf bestimmte Myom-Arten zu. Fachleute schätzen, dass eine Unfruchtbarkeit nur in etwa 1 bis 2 % der Fälle durch Myome verursacht wird. Die meisten Frauen können also trotz ihrer Myome schwanger werden.

    Vor allem Myome, die direkt unter der Gebärmutterschleimhaut wachsen, können die Einnistung der befruchteten Eizelle verhindern. Myome außen auf der Gebärmutter dagegen haben vermutlich keine Folgen für die Fruchtbarkeit. Ob Myome, die in der Gebärmutterwand wachsen, die Fruchtbarkeit einschränken, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt.

    Bei den meisten Frauen erhöhen Myome auch nicht das Risiko für Komplikationen während der Schwangerschaft. Nur bei Myomen in der Gebärmutterwand und unter der Schleimhaut geht man davon aus, dass sie das Risiko für Fehlgeburten erhöhen können. Das Risiko für eine Frühgeburt steigt durch Myome vermutlich kaum. Ein Myom, das sehr tief sitzt, kann vor der Geburt unter Umständen das Eintreten des kindlichen Köpfchens in das kleine Becken erschweren, so dass ein Kaiserschnitt erforderlich wird.

    Manche Frauen befürchten, dass sich aus Myomen Krebstumore entwickeln können. Diese Sorge ist jedoch unbegründet: Die Geschwulste sind nicht bösartig. Früher wurde zwar vermutet, dass sich in extrem seltenen Fällen aus Myomen bösartige Tumore des Bindegewebes (Sarkome) entwickeln könnten. Diese Vermutung hat sich aber nicht bestätigt.

    Sehr selten kann es durch ein Myom zum Harnverhalt kommen. Dies passiert, wenn große Myome auf einen Harnleiter drücken. Wird der Harnleiter sogar abgeklemmt, ist eine rasche Operation nötig: Es kommt sonst zu einem Harnrückstau, der die Niere auf der betroffenen Seite dauerhaft schädigen kann.

    Diagnose

    Symptomlose Myome fallen häufig zuerst bei Routine-Ultraschalluntersuchungen bei der Frauenärztin oder beim Frauenarzt auf, oder sie werden bei Untersuchungen zur Abklärung anderer Krankheiten zufällig entdeckt.

    Ein Myom wird oft auch festgestellt, wenn eine Frau wegen Beschwerden wie Regelschmerzen und starker Regelblutung ärztliche Hilfe sucht.

    Ein größeres Myom kann manchmal schon bei einer Tastuntersuchung auffallen. Genaueren Aufschluss über die Anzahl, Form, Lage und Größe der Myome gibt eine Ultraschalluntersuchung durch die Scheide. Je nach Ergebnis dieser Untersuchungen kann zur weiteren Abklärung und Behandlungsplanung zum Beispiel eine Kernspintomografie notwendig werden.

    Behandlung

    Myome brauchen in der Regel nur behandelt zu werden, wenn sie Beschwerden verursachen, die Fruchtbarkeit beeinträchtigen oder zu Problemen während einer Schwangerschaft führen könnten. Bei der Wahl der Behandlungsmethode ist die Frage wichtig, ob eine Frau noch Kinder haben möchte – und wie sie die Vor- und Nachteile der verschiedenen Behandlungen für sich bewertet. Außerdem hängt es von der Stärke der Beschwerden und der Größe und Lage der Myome ab, welche Therapien infrage kommen.

    Bei der Entscheidung ist aber keine Eile geboten, denn Myome wachsen meist sehr langsam. Es ist also möglich, sich in Ruhe und ausführlich über die Vor- und Nachteile verschiedener Behandlungen zu informieren. Manchmal kann es auch helfen, die Meinung mehrerer Ärztinnen oder Ärzte einzuholen.

    Ziele der Behandlung können sein:

    • die Regelblutungen zu verringern,
    • Schmerzen, Krämpfe und Druckgefühle zu lindern,
    • Probleme bei der Blasenentleerung und der Verdauung zu beheben,
    • die Fruchtbarkeit zu erhalten oder zu verbessern.

    Die Behandlungsmöglichkeiten sind:

    • Hormonbehandlungen: Dazu zählen vor allem hormonelle Verhütungsmittel, die die Regelblutung abschwächen sowie Hormone, die die Bildung von Östrogenen hemmen (GnRH-Analoga).
    • Operationen zur Entfernung der Myome oder der ganzen Gebärmutter.
    • der Verschluss von Blutgefäßen, die das Myom versorgen (Myomembolisation). Dadurch sollen die Myome schrumpfen.
    • weitere Eingriffe wie der fokussierte Ultraschall. Dies ist ein relativ neues Verfahren, dessen Vor- und Nachteile noch nicht ausreichend untersucht sind. Dabei wird das Myom mit starken Ultraschallwellen erhitzt und zerstört.
    • zusätzliche Behandlungen wie zum Beispiel Schmerzmittel, pflanzliche Mittel oder Akupunktur.

    Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac aus der Gruppe der nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) können Regelschmerzen nachweislich lindern. Allerdings gibt es keine Studien, die die Wirkung von NSAR speziell bei Frauen mit Myomen untersucht haben. Dies gilt auch für die Akupunktur. Bestimmte pflanzliche Mittel sind besser untersucht; es gibt aber bisher keinen Nachweis, dass sie bei Myomen helfen.

    Leben und Alltag

    Heftige Regelschmerzen und starke Regelblutungen können sehr belastend sein. Zunächst vermuten die meisten Frauen mit solchen Beschwerden nicht, dass sie durch Myome ausgelöst werden. Nach der Diagnose sind ausreichende Informationen wichtig, um die Erkrankung zu verstehen und einen persönlichen Weg zu finden, mit ihr umzugehen. Dies gilt ganz besonders für Frauen mit Kinderwunsch.

    Im Alltag geht es zunächst darum, mit den Beschwerden so zurechtzukommen, dass sie Privat- und Berufsleben nicht zu sehr belasten. Starke Regelblutungen beispielsweise empfinden viele Frauen als lästig, manchmal auch peinlich und mitunter Angst einflößend. Starke Schmerzen können jeden Monat für Tage das Alltagsleben beeinträchtigen und normale Aktivitäten behindern. Es gibt jedoch Mittel und Wege, sich auf die Tage mit Beschwerden so einzustellen, dass sie weniger belasten. Für viele Frauen ist es entscheidend, nach und nach das Gefühl zu bekommen, ihre Beschwerden kontrollieren zu können. Wichtig sind auch Verständnis und Unterstützung durch Partner, Familie und Freunde.

    Weitere Informationen

    Manche Behandlungen und Operationen sind nur in einem Krankenhaus möglich – wie bei Myomen. Wir informieren darüber, wie man sich am besten darauf vorbereitet: zum Beispiel, welche Abläufe einen dort erwarten, welche Unterlagen zur Aufnahme in die Klinik benötigt werden und wofür Zuzahlungen zu leisten sind.

    Quellen

    Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Magnetresonanztomografie-gesteuerte hochfokussierte Ultraschalltherapie zur Behandlung des Uterusmyoms. Addendum zu den Aufträgen E14-04 und E14-05; Auftrag E14-14. 10.03.2017. (IQWiG-Berichte; Band 495).

    Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Magnetresonanztomografie-gesteuerte hochfokussierte Ultraschalltherapie zur Behandlung des Uterusmyoms. Potenzialbewertung. Auftrag E14-05. 28.05.2014. (IQWiG-Berichte; Band 494).

    Lethaby A, Vollenhoven B. Fibroids (uterine myomatosis, leiomyomas). BMJ Clin Evid 2015.

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    Metwally M, Cheong YC, Horne AW. Surgical treatment of fibroids for subfertility. Cochrane Database Syst Rev 2012; (11): CD003857.

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    Pritts EA, Parker WH, Olive DL. Fibroids and infertility: an updated systematic review of the evidence. Fertil Steril 2009; 91(4): 1215-1223.

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    Stewart EA, Cookson CL, Gandolfo RA, Schulze-Rath R. Epidemiology of uterine fibroids: a systematic review. BJOG 2017; 124(10): 1501-1512.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Wann kommt eine Hormonbehandlung infrage?

    Weibliche Geschlechtshormone spielen eine wichtige Rolle beim Wachstum von Myomen. Deshalb ist es mit bestimmten Hormonbehandlungen möglich, Myome zu verkleinern. Hormone können zur Linderung von Beschwerden eingesetzt werden, aber auch zur Vorbereitung einer Operation.

    Bestimmte Hormonbehandlungen können starke Regelblutungen und Regelschmerzen vorübergehend lindern. Sie können Myome verkleinern, aber nicht zum Verschwinden bringen. Wegen ihrer Nebenwirkungen werden Hormone meist nur über eine begrenzte Zeit eingesetzt. Die Mittel wirken nur, solange sie angewendet werden. Nach der Behandlung können die Myome wieder wachsen.

    Eine Behandlung mit hormonellen Medikamenten dient meist dazu, Myome vor einer Operation zu verkleinern. Sie kann aber auch für Frauen kurz vor den Wechseljahren eine Möglichkeit sein – oder für Frauen, für die eine Operation aus bestimmten Gründen nicht infrage kommt.

    Zu den hormonellen Mitteln gehören:

    • GnRH-Analoga (als Spritze oder Nasenspray)
    • Gestagene (in Hormonspirale und Minipille)
    • Gestagen-Östrogen-Kombinationen (Kombinationspille)
    • Ulipristal (Wirkstoff der „Pille danach“)

    Weibliche Geschlechtshormone spielen eine wichtige Rolle beim Wachstum von Myomen. Deshalb ist es mit bestimmten Hormonbehandlungen möglich, Myome zu verkleinern. Hormone können zur Linderung von Beschwerden eingesetzt werden, aber auch zur Vorbereitung einer Operation.

    Bestimmte Hormonbehandlungen können starke Regelblutungen und Regelschmerzen vorübergehend lindern. Sie können Myome verkleinern, aber nicht zum Verschwinden bringen. Wegen ihrer Nebenwirkungen werden Hormone meist nur über eine begrenzte Zeit eingesetzt. Die Mittel wirken nur, solange sie angewendet werden. Nach der Behandlung können die Myome wieder wachsen.

    Eine Behandlung mit hormonellen Medikamenten dient meist dazu, Myome vor einer Operation zu verkleinern. Sie kann aber auch für Frauen kurz vor den Wechseljahren eine Möglichkeit sein – oder für Frauen, für die eine Operation aus bestimmten Gründen nicht infrage kommt.

    Zu den hormonellen Mitteln gehören:

    • GnRH-Analoga (als Spritze oder Nasenspray)
    • Gestagene (in Hormonspirale und Minipille)
    • Gestagen-Östrogen-Kombinationen (Kombinationspille)
    • Ulipristal (Wirkstoff der „Pille danach“)

    GnRH-Analoga

    GnRH-Analoga sind künstlich hergestellte Hormone. Sie hemmen die Bildung der Östrogene in den Eierstöcken. Da Östrogene das Wachstum von Myomen fördern, kann eine Behandlung mit GnRH-Analoga das Wachstum der Myome vorübergehend bremsen oder sie zum Schrumpfen bringen. Die Hormone werden meist einmal monatlich unter die Haut oder in den Muskel gespritzt. Es gibt auch Depotspritzen, die über drei Monate wirken sowie ein Nasenspray, das täglich angewendet wird.

    Wegen ihrer Nebenwirkungen eignen sich GnRH-Analoga aber nicht zur dauerhaften Behandlung. So können sie das Risiko für Knochenschwund (Osteoporose) erhöhen, wenn sie länger als etwa ein Jahr eingenommen werden. Außerdem hemmen sie die körpereigene Östrogen-Produktion so sehr, dass eine Frau während der Behandlung nicht schwanger werden kann. Nach dem Absetzen der Hormone nehmen die Eierstöcke ihre normale Funktion wieder auf und der Östrogenspiegel erhöht sich auf normale Werte. Dann ist eine Schwangerschaft wieder möglich.

    Während der Behandlung ist es wichtig, die Größe der Myome ärztlich kontrollieren zu lassen und zu beobachten, wie sich die Beschwerden entwickeln. Zur Kontrolle gehört auch, auf Nebenwirkungen zu achten, denn der Östrogenmangel kann zu teils belastenden Beschwerden führen.

    Wie gut helfen GnRH-Analoga?

    GnRH-Analoga bewirken, dass Myome nicht weiter wachsen oder schrumpfen. Dadurch können Regelblutungen und -schmerzen schwächer werden. Die Behandlung kann eine Blutarmut (Anämie) verbessern und dadurch das Operationsrisiko senken. Allerdings wirken die Hormone nicht bei allen Frauen: Etwa die Hälfte spürt keine Verbesserung ihrer Beschwerden.

    GnRH-Analoga werden in der Regel nur bis zu sechs Monate lang angewendet – oft mit dem Ziel, die Myome vor einer geplanten Operation zu verkleinern. Bei der Operation sind dann weniger große Schnitte an der Gebärmutter nötig, um die Myome zu entfernen.

    Welche Nebenwirkungen können auftreten?

    GnRH-Analoga lösen oft Beschwerden aus, wie sie auch in den Wechseljahren auftreten können. Dazu zählen vor allem:

    • Hitzewallungen: bei etwa 45 von 100 Frauen
    • Schweißausbrüche: bei etwa 35 von 100 Frauen
    • Scheidenentzündungen: bei etwa 10 von 100 Frauen

    Hormonspirale

    Eine Hormonspirale wird in die Gebärmutter eingesetzt und kann dort bis zu fünf Jahre bleiben. Hormonspiralen werden meist als Verhütungsmittel verwendet. Sie enthalten künstliche Hormone, die den Gestagenen ähneln. Diese weiblichen Geschlechtshormone stoppen den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Die Hormonspirale setzt kontinuierlich Gestagene frei und hemmt so das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut.

    Eine Hormonspirale eignet sich nur für Frauen, deren Myome nicht zu groß sind. Verformen die Myome die Gebärmutterhöhle, kann keine Spirale eingesetzt werden. Wegen ihrer empfängnisverhütenden Wirkung ist sie für Frauen mit Kinderwunsch ungeeignet.

    Wie gut hilft die Hormonspirale?

    Die Hormonspirale kann die Myome selbst nicht verkleinern. Beschwerden wie Schmerzen und Krämpfe kann sie deshalb nicht lindern. Da die Hormone den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut hemmen, kann die Spirale aber den Blutverlust während der Menstruation verringern und einer Blutarmut vorbeugen. Bei einer Blutarmut fühlt man sich meist müde und schlapp.

    Während der ersten Zeit der Behandlung ist es hilfreich, zum Beispiel in einem Tagebuch aufzuschreiben, wie oft noch starke Blutungen vorkommen, ob sich andere Beschwerden bessern und ob Nebenwirkungen auftreten. Anhand dieser Notizen lässt sich dann mit der Ärztin oder dem Arzt überprüfen, wie nützlich die Hormonspirale ist.

    Welche Nebenwirkungen können auftreten?

    Die Hormonspirale kann unter anderem zu Akne, Zwischenblutungen, Stimmungsschwankungen und Spannungsgefühlen in der Brust führen. Es können auch Schmier- und Zwischenblutungen auftreten. Solche Nebenwirkungen treten in den ersten Monaten der Behandlung häufiger auf als später. Sie betreffen etwa eine bis 10 von 100 Frauen. Bei ebenso vielen Frauen wird die Spirale vom Körper abgestoßen. Das Einsetzen der Hormonspirale birgt ein kleines Risiko: Laut Schätzungen kommt es beim Einsetzen bei bis zu einer von 1000 Frauen zu einer Gebärmutterverletzung.

    Verhütungspillen: Minipille und Kombinationspille

    Die Verhütungspille („Antibabypille“, „Pille“) enthält entweder eine Hormonkombination aus Östrogen und Gestagen (Kombinationspille) oder Gestagen allein (Minipille). Die Pille und die Minipille können die Regelblutung abschwächen. Deshalb sind sie eine Möglichkeit für Frauen, bei denen eine starke Regelblutung im Vordergrund der Beschwerden steht. Bei durchgehender Einnahme der Kombinationspille bleibt eine Blutung mit der Zeit meist ganz aus. Eine durchgehende Einnahme ohne oder mit selteneren Einnahmepausen wird „Langzyklus“ genannt. Da diese Art der Anwendung in Deutschland nicht zugelassen ist, handelt es sich um einen „nicht bestimmungsgemäßen Gebrauch“ (Off-Label-Use). Das kann bedeuten, dass die Krankenkassen die Kosten nicht erstatten.

    Die Pille kann zu Nebenwirkungen wie Wassereinlagerungen, Kopfschmerzen und Spannungsgefühlen in der Brust führen. Vor allem bei älteren Frauen und Raucherinnen erhöht sie das Risiko für Blutgerinnsel (Thromboserisiko). Wie gut die Pille gegen Beschwerden durch Myome hilft, auch im Vergleich zu anderen Behandlungen, ist unklar. Insgesamt ist diese Frage nur schlecht untersucht – das heißt, es fehlen verlässliche Studien.

    Ulipristal

    Ulipristal (Handelsname Esmya) ist vorwiegend als Wirkstoff der „Pille danach“ bekannt. Diese kann nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr eingenommen werden, um eine Schwangerschaft zu verhindern. In niedriger Dosierung ist Ulipristal aber auch zur Behandlung von Gebärmutter-Myomen zugelassen – als einziger Wirkstoff aus der Gruppe der sogenannten selektiven Progesteron-Rezeptor-Modulatoren (SPRMs). Ulipristal blockiert die Wirkung des weiblichen Geschlechtshormons Progesteron. Ähnlich wie Östrogen fördert auch Progesteron das Wachstum von Myomen.

    Ulipristal wird zur Vorbereitung einer Operation eingesetzt. Wie die GnRH-Analoga soll das Medikament Myome verkleinern und Blutungen abschwächen. Zur Operationsvorbereitung wird der Wirkstoff täglich als Tablette über höchstens drei Monate eingenommen. Ulipristal gibt es nur auf Rezept.

    Nur wenn eine Operation nicht infrage kommt, kann Ulipristal zur Langzeittherapie eingesetzt werden. Der dreimonatige Zyklus kann bei weiterbestehenden Beschwerden nach einer mindestens einmonatigen Pause wiederholt werden.

    Da die Behandlung mit Ulipristal das Risiko lebensbedrohlicher Leberschäden mit sich bringen kann, muss die Leberfunktion während der Therapie regelmäßig kontrolliert werden.

    Diese Warnung gilt nicht für die Anwendung von Ulipristal als „Pille danach". Hier gibt es keine neuen Hinweise auf besondere Risiken.

    Wie gut hilft Ulipristal?

    Erste Studien deuten darauf hin, dass Ulipristal Blutungen ähnlich gut abschwächen kann wie GnRH-Analoga. Womöglich können GnRH-Analoga die Myome jedoch wirksamer verkleinern. Zur Wirkung von Ulipristal sind aber noch viele Fragen offen. Vor allem ist noch unklar, wie sich das Medikament im Vergleich zu den GnRH-Analoga auf die Operation eines Myoms auswirkt.

    Die Wirkung des Mittels lässt kurz nach dem Absetzen nach – das heißt, die Myome können erneut wachsen und die Regelblutungen werden wieder stärker.

    Welche Nebenwirkungen können auftreten?

    Im Vergleich zu den GnRH-Analoga ist Ulipristal vermutlich verträglicher. So treten bei der Einnahme von Ulipristal deutlich seltener Hitzewallungen auf.

    Insgesamt müssen die Vor- und Nachteile einer Behandlung mit Ulipristal noch besser untersucht werden.

    Quellen

    Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ). Geänderte Risikoinformationen zu der Hormonspirale Mirena. Newsletter 2007-108 vom 19.06.2007.

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    Donnez J, Tomaszewski J, Vazquez F, Bouchard P, Lemieszczuk B, Baro F et al. Ulipristal acetate versus leuprolide acetate for uterine fibroids. N Engl J Med 2012; 366(5): 421-432.

    Jiang W, Shen Q, Chen M, Wang Y, Zhou Q, Zhu X et al. Levonorgestrel-releasing intrauterine system use in premenopausal women with symptomatic uterine leiomyoma: a systematic review. Steroids 2014; 86: 69-78.

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    Sangkomkamhang US, Lumbiganon P, Laopaiboon M, Mol BW. Progestogens or progestogen-releasing intrauterine systems for uterine fibroids. Cochrane Database Syst Rev 2013; (2): CD008994.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
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    Mehr Wissen: Ist eine Operation sinnvoll?

    Medikamente helfen bei Beschwerden durch Myome meist nur, solange sie angewendet werden. Deshalb fragen sich viele Frauen mit starken Regelblutungen und Schmerzen irgendwann, ob sie sich operieren lassen sollen. Es stehen verschiedene Operationsverfahren zur Verfügung, die jeweils Vor- und Nachteile haben.

    Wenn Frauen mit Myomen sich operieren lassen, hoffen sie, ihre Beschwerden dadurch dauerhaft loszuwerden. Tatsächlich können Operationen bei manchen Frauen die Beschwerden längerfristig lindern. Doch jeder Eingriff birgt auch Risiken. Ob eine Operation infrage kommt – und wenn ja, welche –, hängt davon ab, wie eine Frau die Vor- und Nachteile der verschiedenen Verfahren für sich selbst beurteilt. Bei der Entscheidung für eine bestimmte Behandlung spielen Größe, Lage und Anzahl der Myome eine wichtige Rolle. Für Frauen, die sich noch ein Kind wünschen, sind nicht alle Operationsmethoden geeignet.

    Vor einer Operation kann es sinnvoll sein, über einige Monate Hormonpräparate wie GnRH-Analoga anzuwenden. Sie sollen bewirken, dass die Myome schrumpfen. Dann kann schonender operiert werden, so dass die Gebärmutter möglichst wenig beeinträchtigt wird. Mit diesem Ziel wird manchmal auch der Wirkstoff Ulipristal eingesetzt.

    Die Entfernung einzelner Myome ist allerdings nicht sinnvoll, wenn zu viele Narben an der Gebärmutter entstehen könnten oder das Blutungs- und Nachblutungsrisiko zu hoch wird. Außerdem ist nicht immer sicher, dass sich die Beschwerden nach dem Eingriff bessern. Dann kommt eine Gebärmutter-Entfernung infrage – möglicherweise aber auch eine nicht operative Behandlungsmethode wie die Myomembolisation. Dabei wird die Blutversorgung des Myoms blockiert.

    Medikamente helfen bei Beschwerden durch Myome meist nur, solange sie angewendet werden. Deshalb fragen sich viele Frauen mit starken Regelblutungen und Schmerzen irgendwann, ob sie sich operieren lassen sollen. Es stehen verschiedene Operationsverfahren zur Verfügung, die jeweils Vor- und Nachteile haben.

    Wenn Frauen mit Myomen sich operieren lassen, hoffen sie, ihre Beschwerden dadurch dauerhaft loszuwerden. Tatsächlich können Operationen bei manchen Frauen die Beschwerden längerfristig lindern. Doch jeder Eingriff birgt auch Risiken. Ob eine Operation infrage kommt – und wenn ja, welche –, hängt davon ab, wie eine Frau die Vor- und Nachteile der verschiedenen Verfahren für sich selbst beurteilt. Bei der Entscheidung für eine bestimmte Behandlung spielen Größe, Lage und Anzahl der Myome eine wichtige Rolle. Für Frauen, die sich noch ein Kind wünschen, sind nicht alle Operationsmethoden geeignet.

    Vor einer Operation kann es sinnvoll sein, über einige Monate Hormonpräparate wie GnRH-Analoga anzuwenden. Sie sollen bewirken, dass die Myome schrumpfen. Dann kann schonender operiert werden, so dass die Gebärmutter möglichst wenig beeinträchtigt wird. Mit diesem Ziel wird manchmal auch der Wirkstoff Ulipristal eingesetzt.

    Die Entfernung einzelner Myome ist allerdings nicht sinnvoll, wenn zu viele Narben an der Gebärmutter entstehen könnten oder das Blutungs- und Nachblutungsrisiko zu hoch wird. Außerdem ist nicht immer sicher, dass sich die Beschwerden nach dem Eingriff bessern. Dann kommt eine Gebärmutter-Entfernung infrage – möglicherweise aber auch eine nicht operative Behandlungsmethode wie die Myomembolisation. Dabei wird die Blutversorgung des Myoms blockiert.

    Entfernung des Myoms (Myomektomie)

    Bei der Myomektomie werden nur die Myome operativ entfernt. Die Gebärmutter bleibt erhalten. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Myom zu entfernen:

    • über die Scheide (hysteroskopische Myomektomie)
    • über eine Bauchspiegelung (laparoskopische Myomektomie)
    • über einen Bauchschnitt (Myomektomie per Laparotomie)

    Für alle Eingriffe ist eine Vollnarkose nötig. Welcher Eingriff infrage kommt, hängt davon ab, wie viele Myome vorhanden sind, wo sie liegen und wie groß sie sind. Fast immer wird versucht, einen Bauchschnitt zu vermeiden, da dieser belastender ist als die anderen Eingriffe und anschließend eine größere Narbe in der Bauchdecke hinterlässt. Bei sehr großen Myomen oder einer durch viele Myome vergrößerten Gebärmutter ist eine Bauchspiegelung oder ein Eingriff über die Scheide nicht immer möglich.

    Die Bauchspiegelung und der Bauchschnitt ermöglichen auch die Entfernung von Myomen, die nach außen in den Bauchraum hinein wachsen. Das sind unter anderem gestielte Myome und Myome, die außen auf der Gebärmutter sitzen. Auch Myome, die in der Gebärmutterwand liegen und sich nach außen vorwölben, sowie Myome, die seitlich neben der Gebärmutter liegen, können so entfernt werden.

    Ein Eingriff über die Scheide eignet sich besonders, wenn ein Myom in die Gebärmutterhöhle hineinragt. Dies kann bei Myomen in der Gebärmutterwand oder unter der Gebärmutterschleimhaut der Fall sein. Eine Entfernung über die Scheide kann dann schonender sein als eine Bauchspiegelung. Studien deuten darauf hin, dass ein Eingriff über die Scheide schneller geht und Frauen dabei weniger Blut verlieren. 

    Grafik: Verschiedene Formen von Myomen - wie im Text beschrieben Myome: Verschiedene Formen

     

    Wie wirkt sich die Operation auf die Beschwerden aus?

    Die meisten Frauen, die lange Zeit Beschwerden durch ihre Myome hatten, spüren nach der Operation eine deutliche Besserung oder haben gar keine Beschwerden mehr. Studien zeigen, dass etwa 90 von 100 operierten Frauen noch ein bis zwei Jahre nach dem Eingriff mit dem Ergebnis zufrieden sind. Bei bis zu 20 von 100 operierten Frauen bilden sich in den Jahren nach dem Eingriff erneut Myome.

    Welche Risiken hat die Operation?

    Studien zur Myom-Entfernung zeigen, dass etwa 5 von 100 Frauen mit Komplikationen wie Verletzungen im Bauchraum oder einer erneuten Operation rechnen müssen. Bei weniger als einer von 100 Frauen kann wegen unstillbarer Blutungen eine Gebärmutter-Entfernung nötig werden. Es können vorübergehende Beschwerden wie Fieber oder Wundinfektionen auftreten.

    Bei der Bauchspiegelung kommt es während der Operation zu einem geringeren Blutverlust als beim Bauchschnitt. Komplikationen sind bei beiden Eingriffen ähnlich selten.

    Langfristig können nach Operationen im Bauchraum Verwachsungen entstehen. Solche Stränge aus Bindegewebe können Organe mit der Bauchdecke verkleben. Narben und Verwachsungen können Schmerzen im Unterbauch verursachen. Je nachdem wo sie liegen, können sie auch Darmprobleme zur Folge haben oder die Fruchtbarkeit einschränken.

    Wie wirkt sich die Operation auf die Fruchtbarkeit aus?

    Eine Myom-Entfernung beeinträchtigt die Fruchtbarkeit meistens nicht – es sei denn, es bilden sich später Verwachsungen, die zum Beispiel die Funktion der Eierstöcke oder Eileiter behindern. Studien haben untersucht, ob die Art des Eingriffs die Chancen, schwanger zu werden, beeinflusst. Im Ergebnis zeigte sich aber kein Unterschied zwischen einem Eingriff mit Bauchschnitt und einer Bauchspiegelung: In beiden Gruppen bekam etwa ein Drittel der Frauen in den folgenden zwei Jahren ein Kind.

    Manchmal werden Myome mit dem Ziel entfernt, die Fruchtbarkeit zu verbessern. Wenn ein Myom zum Beispiel unter der Gebärmutterschleimhaut sitzt, kann es die Einnistung einer befruchteten Eizelle verhindern. Ob eine Myom-Entfernung die Chance auf ein Kind erhöht, wurde bislang aber kaum in guten Studien untersucht. Die wenigen vorhandenen Studien konnten nicht klären, ob eine Operation hier hilft.

    Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie)

    Eine Entfernung der Gebärmutter ist eine Behandlungsmöglichkeit für Frauen, die besonders viele oder sehr große Myome haben oder Myome, die sich schwer entfernen lassen. Sie entscheiden sich für eine Gebärmutter-Entfernung in der Hoffnung, dadurch ihre Beschwerden ein für alle Mal loszuwerden.

    Wie zur Myom-Entfernung gibt es auch verschiedene Operationsmethoden zur Entfernung der Gebärmutter: Sie kann über einen großen Bauchschnitt, eine Bauchspiegelung oder von der Scheide aus entfernt werden. Die letzten beiden Verfahren sind aus medizinischen Gründen jedoch nicht bei allen Frauen möglich. Es gibt auch ein Verfahren, bei dem die Entfernung über die Scheide mithilfe einer zusätzlichen Bauchspiegelung kontrolliert wird.

    Die Gebärmutter kann vollständig oder teilweise entfernt werden. Teilweise bedeutet, dass nur der Gebärmutterkörper entfernt wird. Der Gebärmutterhals bleibt erhalten.

    Wie wirkt sich die Operation auf die Beschwerden aus?

    Bei der Entfernung der Gebärmutter werden die Myome mit entfernt. Da es nach dem Eingriff keine Regelblutungen mehr gibt, hören auch die damit verbundenen Beschwerden auf. Manche Frauen berichten, dass sie weiterhin Unterleibsschmerzen oder -krämpfe haben. Solche Beschwerden können eine Folge des Eingriffs sein oder andere Gründe haben, die schon vor der Operation bestanden.

    Wie sich die verschiedenen Operationsverfahren langfristig auf die Beschwerden im Bauchraum auswirken, ist noch nicht ausreichend untersucht.

    Welche Komplikationen können auftreten?

    Bei bis zu 5 von 100 Frauen kann es während der Operation zu größeren Komplikationen kommen. Dazu zählen Verletzungen der Nachbarorgane (Blase, Harnleiter, Darm) oder an Blutgefäßen. Bei etwa 2 von 100 Frauen können erneute Operationen oder Krankenhausaufenthalte notwendig werden.

    Kurz nach einem Eingriff können Fieber, Blasen- oder Wundinfektionen auftreten. Diese Beschwerden sind meist gut behandelbar, wenn sie frühzeitig erkannt werden. Dann klingen sie nach einigen Tagen meist wieder ab.

    Das Risiko für Komplikationen hängt unter anderem vom Operationsverfahren sowie unter Umständen auch von der Erfahrung der Operateure ab.

    Ist ein bestimmtes Verfahren risikoärmer als die anderen?

    Eine Entfernung der Gebärmutter von der Scheide aus ist weniger belastend als über einen großen Bauchschnitt. Die Erholungsphase ist um etwa 10 Tage kürzer und es bleibt keine Bauchnarbe zurück.

    Die Bauchspiegelung hat ähnliche Vorteile gegenüber einem großen Bauchschnitt: Die Frauen erholen sich schneller und haben ein geringeres Risiko für Wundinfektionen. Allerdings ist das Risiko für Verletzungen der Harnleiter oder der Blase bei der Bauchspiegelung etwas höher. Diese Verletzungen kommen bei etwa 2 von 100 Frauen bei einer Bauchspiegelung und bei einer von 100 Frauen bei der Bauchschnitt-OP vor.

    Die Bauchspiegelung und die Entfernung über die Scheide scheinen insgesamt ähnlich selten zu Komplikationen und weiteren Nebenwirkungen zu führen.

    Welche Folgen hat eine Gebärmutter-Entfernung?

    Viele Frauen sind nach dem Eingriff zufrieden und bereuen ihn auch später nicht. Dies gilt jedoch nicht für alle. Manche haben das Gefühl, mit der Gebärmutter einen wichtigen Teil ihrer Weiblichkeit verloren zu haben. Für sie ist die Gebärmutter kein „verzichtbares Organ“, wie manche Ärztinnen und Ärzte manchmal behaupten. Wie Frauen den Verlust der Gebärmutter erleben, ist jedoch sehr unterschiedlich. So ist zum Beispiel das Sexualleben bei vielen Frauen unbeeinträchtigt oder bessert sich durch den Eingriff sogar. Andere Frauen berichten, dass es sich verschlechtert.

    Wahrscheinlich kommen Frauen, denen die Gebärmutter entfernt wurde, etwas früher in die Wechseljahre. Als Grund wird vermutet, dass nach einer Gebärmutter-Entfernung die Eierstöcke schlechter durchblutet werden und die Hormonproduktion deshalb nachlässt. Wurden außer der Gebärmutter auch die Eierstöcke entfernt, setzen die Wechseljahre sehr plötzlich ein.

    Es ist auch möglich, dass die Gebärmutter-Operation die Funktion der Harnblase beeinträchtigt. Bei den meisten Frauen treten solche Probleme nicht auf. Der Eingriff könnte aber das Risiko erhöhen, dass eine Blasenschwäche entsteht („Stressinkontinenz“). Dabei geht beim Husten, Niesen, Lachen oder beim Heben schwerer Lasten ungewollt etwas Urin ab.

    Der Gebärmutterhals ist eng mit der Blase und dem Darm verbunden. Nach der Gebärmutter-Entfernung können die Blase oder der Darm daher ihren Halt verlieren und sich senken. Auch die Scheide kann absinken. In der Folge können Druckgefühle und -beschwerden im Unterleib auftreten. Das Risiko für eine Organ-Absenkung betrifft vor allem Frauen, die schon vor dem Eingriff einen geschwächten Beckenboden hatten.

    Ob eine Teilentfernung der Gebärmutter Vorteile gegenüber einer vollständigen Entfernung der Gebärmutter hat, ist noch nicht geklärt. Die bisherigen Studien zeigen kurz- oder langfristig keinen Unterschied etwa für die Blasenfunktion oder die Sexualität. Nach einer Teilentfernung können aber weiterhin noch leichte Regelblutungen auftreten. Diese entstehen, wenn Reste der Gebärmutterschleimhaut im Gebärmutterhals weiterhin während der Menstruation abgestoßen werden.

    Vergleich zwischen Myom-Entfernung und Gebärmutter-Entfernung

    Das Risiko für kurzfristige Komplikationen ist bei einer Myom-Entfernung per Bauchschnitt und bei einer Entfernung der Gebärmutter per Bauchschnitt vermutlich ähnlich hoch. Welche Vor- und Nachteile die Eingriffe langfristig im Vergleich zueinander haben, lässt sich aber nicht sicher sagen, da die Frage noch nicht untersucht wurde.

    Die Myom-Entfernung hat den Vorteil, dass die Gebärmutter erhalten bleibt und es nach dem Eingriff daher noch möglich ist, schwanger zu werden. Gleichzeitig kann diese Operation bei vielen Frauen die Beschwerden genauso lindern wie eine Entfernung der gesamten Gebärmutter. Allerdings können nach der Myom-Entfernung Myome nachwachsen und dann erneut Beschwerden auslösen. Dies kann nach einer Gebärmutter-Entfernung nicht passieren.

    Sich entscheiden

    Eine Myom-Operation ist in der Regel kein Notfall. Deshalb ist es meistens möglich, sich vor einer Entscheidung ausführlich über die Behandlungsmöglichkeiten zu informieren. Zur Unterstützung kann eine Entscheidungshilfe verwendet werden, die die wichtigsten Vor- und Nachteile der Behandlungsmöglichkeiten kurz zusammenfasst und gegenüberstellt.

    Wer sich durch seine Ärztin oder seinen Arzt zu einer bestimmten Behandlung gedrängt fühlt, sollte eine zweite Meinung einholen. Auch Angehörige oder Freunde können manchmal Druck ausüben, sich für eine bestimmte Behandlung zu entscheiden. Welche Operation geeignet ist, hängt neben der medizinischen Begründung auch sehr von der persönlichen Situation und den eigenen Wünschen ab.

    Welcher Eingriff infrage kommt, ist zudem abhängig von der Erfahrung der operierenden Ärztinnen oder Ärzte und davon, welche Operationsverfahren sie anbieten. Viele Kliniken haben sich auf bestimmte Operationen spezialisiert und bieten nur diese an. Deshalb kann eine zweite ärztliche Meinung wichtig sein, wenn in einem Krankenhaus nur eine ganz bestimmte Behandlung empfohlen oder auf Alternativen nicht ausreichend eingegangen wird.

    Quellen

    Aarts JW, Nieboer TE, Johnson N, Tavender E, Garry R, Mol BW et al. Surgical approach to hysterectomy for benign gynaecological disease. Cochrane Database Syst Rev 2015; (8): CD003677.

    Bosteels J, Kasius J, Weyers S, Broekmans FJ, Mol BW, D'Hooghe TM. Hysteroscopy for treating subfertility associated with suspected major uterine cavity abnormalities. Cochrane Database Syst Rev 2015; (2): CD009461.

    Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG). S3-Leitlinie: Indikation und Methodik der Hysterektomie bei benignen Erkrankungen. AWMF-Registernr.: 015-070. 04.2015.

    Gupta JK, Sinha A, Lumsden MA, Hickey M. Uterine artery embolization for symptomatic uterine fibroids. Cochrane Database Syst Rev 2014; (12): CD005073.

    Jin C, Hu Y, Chen XC, Zheng FY, Lin F, Zhou K et al. Laparoscopic versus open myomectomy: a meta-analysis of randomized controlled trials. Eur J Obstet Gynecol Reprod Biol 2009; 145(1): 14-21.

    Lethaby A, Mukhopadhyay A, Naik R. Total versus subtotal hysterectomy for benign gynaecological conditions. Cochrane Database Syst Rev 2012; (4): CD004993.

    Metwally M, Cheong YC, Horne AW. Surgical treatment of fibroids for subfertility. Cochrane Database Syst Rev 2012; (11): CD003857.

    Pundir J, Walawalkar R, Seshadri S, Khalaf Y, El-Toukhy T. Perioperative morbidity associated with abdominal myomectomy compared with total abdominal hysterectomy for uterine fibroids. J Obstet Gynaecol 2013; 33(7): 655-662.

    Yi YX, Zhang W, Guo WR, Zhou Q, Su Y. Meta-analysis: the comparison of clinical results between vaginal and laparoscopic myomectomy. Arch Gynecol Obstet 2011; 283(6): 1275-1289.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Welche Vor- und Nachteile hat eine Myomembolisation?

    Bei der Myomembolisation wird die Durchblutung der Myome unterbunden, um sie zu verkleinern. Der Eingriff erfolgt als Alternative zu Operationen, bei denen die Myome (Myomektomie) oder die Gebärmutter (Hysterektomie) entfernt werden.

    Ziel der Myomembolisation (Transkatheter-Embolisation) ist es, die myombedingten Beschwerden wie starke Regelblutungen, Regelschmerzen oder Druckgefühl auf Blase oder Darm zu beseitigen. Im Vergleich zu den Operationen zur Entfernung von Myomen oder der Gebärmutter erholt man sich nach einer Embolisation schneller. Die Methode eignet sich aber nicht für alle Frauen. Außerdem werden später recht häufig erneute Behandlungen nötig.

    Bei der Myomembolisation wird die Durchblutung der Myome unterbunden, um sie zu verkleinern. Der Eingriff erfolgt als Alternative zu Operationen, bei denen die Myome (Myomektomie) oder die Gebärmutter (Hysterektomie) entfernt werden.

    Ziel der Myomembolisation (Transkatheter-Embolisation) ist es, die myombedingten Beschwerden wie starke Regelblutungen, Regelschmerzen oder Druckgefühl auf Blase oder Darm zu beseitigen. Im Vergleich zu den Operationen zur Entfernung von Myomen oder der Gebärmutter erholt man sich nach einer Embolisation schneller. Die Methode eignet sich aber nicht für alle Frauen. Außerdem werden später recht häufig erneute Behandlungen nötig.

    Was passiert bei einer Myomembolisation?

    Bei dem Eingriff werden unter örtlicher Betäubung die Blutgefäße verschlossen, die das Myom versorgen. Dazu setzt die Ärztin oder der Arzt zunächst einen kleinen Einstich in die Leiste und führt einen dünnen Plastikschlauch (Katheter) in die Leistenarterie ein. Es wird ein Kontrastmittel gespritzt, damit die Blutgefäße auf dem Röntgenbild erkennbar sind. Der Katheter wird dann unter Röntgenkontrolle bis zum Myom vorgeschoben. Anschließend werden über den Katheter winzige Kunststoff-Kügelchen in die Blutgefäße des Myoms geschwemmt. Die Kügelchen verstopfen die Gefäße und blockieren so die Blutzufuhr zum Myom.

    Der Eingriff dauert etwa ein bis zwei Stunden. Anschließend sind acht bis zwölf Stunden Bettruhe nötig, damit sich die Einstichstelle in der Leiste verschließen kann.

    Einige Wochen nach dem Eingriff wird mithilfe einer Magnetresonanztomografie (MRT) kontrolliert, ob die Behandlung ausreichend gewirkt hat – das heißt, ob sie die Durchblutung des Myoms vollständig gestoppt hat. Nur dann schrumpfen die Myome allmählich und die Beschwerden verschwinden. Die Kügelchen bleiben im restlichen Myomgewebe.

    Wie gut hilft die Myomembolisation?

    Wie eine Operation kommt auch eine Embolisation in der Regel für Frauen infrage, deren Myome bereits seit längerer Zeit starke Beschwerden verursachen. Nach der Behandlung bessern sich die Beschwerden bei etwa 80 bis 90 von 100 Frauen. Etwa 10 von 100 Frauen spüren nach dem Eingriff keine Verbesserung.

    Nach der Behandlung können sich neue Myome bilden. Einem Teil der Frauen kann die Myomembolisation nicht ausreichend oder nur vorübergehend helfen. Deshalb wiederholen etwa 20 von 100 Frauen die Behandlung in den ersten Jahren nach dem Eingriff.

    Wann ist eine Myomembolisation ungeeignet?

    Bestimmte Myome können nicht mit einer Embolisation behandelt werden. Dazu zählen Myome, die unter der Gebärmutterschleimhaut wachsen und gestielte Myome, die an der Außenseite der Gebärmutter wachsen. Bei solchen Myomen ist eine Operation die Methode der Wahl.

    Auch andere Gründe können gegen eine Embolisation sprechen – etwa eine Schwangerschaft oder Entzündungen im Genitalbereich. Für Frauen mit einer ausgeprägten Schilddrüsenüberfunktion kommt eine Embolisation ebenfalls nicht infrage, weil sie das jodhaltige Kontrastmittel nicht vertragen.

    Welche Nebenwirkungen können auftreten?

    Nach dem Eingriff treten häufig krampfartige Unterleibsschmerzen auf. Möglicherweise kommt es auch zu Übelkeit, Erbrechen oder Fieber. Diese Beschwerden können einige Tage andauern, lassen sich aber mit Medikamenten behandeln. Bei 3 von 100 Frauen kommt es zu behandlungsbedürftigen Beschwerden wie Entzündungen der Gebärmutter, Gefäßverletzungen oder tiefen Beinvenenthrombosen.

    Eine weitere Folge des Eingriffs kann sein, dass die Monatsblutung dauerhaft ausbleibt. Dies ist bei etwa 4 von 100 Frauen der Fall. Bei etwa 5 von 100 Frauen kommt es zur Ablösung der behandelten Myome und zu ihrem Ausstoß durch die Scheide.

    Beeinflusst die Behandlung die Fruchtbarkeit?

    Die bisherigen Studien deuten darauf hin, dass die Myomembolisation die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann. Eine Erklärung ist, dass die Embolisations-Kügelchen manchmal unbeabsichtigt in die Blutgefäße der Eierstöcke gelangen und ihre Durchblutung verschlechtern. Zwar gibt es Frauen, die auch nach einer Embolisation schwanger werden, diese Chance sinkt jedoch. Zudem besteht ein erhöhtes Risiko, dass es zu Fehlgeburten kommt. Deshalb sollten Frauen mit Kinderwunsch eher andere Behandlungen wählen.

    Wie wirkt die Myomembolisation im Vergleich zu anderen Eingriffen?

    Einige wenige Studien haben die Myomembolisation mit der Gebärmutter-Entfernung oder der Entfernung des Myoms verglichen. An diesen Studien nahmen Frauen vor den Wechseljahren teil, die wegen ihrer Myome starke Regelblutungen hatten.

    Myomembolisation im Vergleich zur Gebärmutter-Entfernung

    Drei Studien mit insgesamt etwa 290 Frauen haben die Myomembolisation mit der Entfernung der Gebärmutter nach folgenden Kriterien verglichen:

    • Behandlungszufriedenheit nach zwei Jahren: Die Teilnehmerinnen beider Gruppen waren ähnlich zufrieden mit dem Behandlungsergebnis.
    • Dauer des Klinikaufenthalts: Nach der Myomembolisation erholten sich die Frauen schneller und konnten etwa drei Tage eher das Krankenhaus verlassen als nach der Gebärmutter-Entfernung.
    • schwere Komplikationen: Sie traten in beiden Gruppen bei etwa einer von 100 Patientinnen auf.
    • erneute Behandlung: In den zwei Jahren nach einer Myomembolisation wurden 22 von 100 Frauen erneut behandelt. Nach der Gebärmutter-Entfernung waren es 9 von 100 Frauen.

    Fazit: Ein wichtiger Vorteil der Myomembolisation ist, dass die Gebärmutter erhalten bleibt. Zudem ist die Behandlungs- und Erholungszeit kürzer als bei einer Gebärmutter-Entfernung. Nach einer Myomembolisation können aber eher wieder erneute Behandlungen notwendig werden. Auch Nebenwirkungen sind in der ersten Zeit nach dem Eingriff häufiger. Welche Folgen die Eingriffe langfristig im Vergleich haben, ist nicht untersucht.

    Myomembolisation im Vergleich zur Myom-Entfernung

    Zwei Studien mit insgesamt etwa 240 Frauen haben die Myomembolisation mit der operativen Entfernung des Myoms nach folgenden Kriterien verglichen:

    • Behandlungszufriedenheit nach zwei Jahren: Die Teilnehmerinnen beider Gruppen waren ähnlich zufrieden mit dem Behandlungsergebnis.
    • Dauer des Klinikaufenthalts: Nach der Myomembolisation erholten sich die Frauen schneller und konnten etwa einen Tag eher das Krankenhaus verlassen als nach der Myom-Entfernung.
    • Fruchtbarkeit: Nach einer Myomembolisation erfüllte sich der Kinderwunsch für 23 von 100 Frauen, nach einer Myom-Entfernung bei 48 von 100 Frauen.
    • schwere Komplikationen: Sie traten in beiden Gruppen bei etwa einer von 100 Patientinnen auf.
    • erneute Behandlung: In den zwei Jahren nach einer Myomembolisation wurden etwa 23 von 100 Frauen erneut behandelt. Nach einer Myom-Entfernung waren es etwa 4 von 100 Frauen.

    Fazit: Die Vor- und Nachteile einer Myomembolisation im Vergleich zu einer Myom-Entfernung sind bisher noch nicht ausreichend untersucht. Die Ergebnisse sind daher mit Zurückhaltung zu betrachten. Ein Vorteil der Myomembolisation ist vermutlich die raschere Erholung nach dem Eingriff. Es ist auch keine Vollnarkose notwendig. Die Chance, nach einer Myomembolisation ein Kind zu bekommen, ist möglicherweise niedriger als nach einer Myom-Entfernung. Zudem werden nach der Myomembolisation häufiger erneute Behandlungen nötig. Beide Behandlungen lindern Beschwerden kurzfristig vermutlich ähnlich gut. Ob dies auch längerfristig der Fall ist, wurde bisher nicht untersucht.

    Quellen

    Gupta JK, Sinha A, Lumsden MA, Hickey M. Uterine artery embolization for symptomatic uterine fibroids. Cochrane Database Syst Rev 2014; (12): CD005073.

    National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE). Uterine artery embolisation for fibroids. London: NICE; 2010.

    Toor SS, Jaberi A, Macdonald DB, McInnes MDF, Schweitzer ME, Rasuli P. Complication rates and effectiveness of uterine artery embolization in the treatment of symptomatic leiomyomas: a systematic review and meta-analysis. AJR Am J Roentgenol 2012; 199(5): 1153-1163.

    Van der Kooij S, Bipat S, Hehenkamp WJ, Ankum WM, Reekers JA. Uterine artery embolization versus surgery in the treatment of symptomatic fibroids: a systematic review and metaanalysis. Am J Obstet Gynecol 2011; 205(4): 317.e1-18.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Leben mit Myomen

    Wenn Myome Beschwerden machen, können sie zu einer Belastung werden. Bei der Entscheidung für eine Behandlung geht es vielen Frauen auch darum, im Alltag einen guten Umgang mit den Beschwerden zu finden.

    Selbst wenn die gutartigen Geschwulste nicht immer spürbar sind: Wenn sie starke Beschwerden auslösen, können sie das Alltagsleben sehr beeinträchtigen. Viele Frauen erleben ihre Myome dann als schmerzhafte Erkrankung, die sie immer wieder für Tage außer Gefecht setzt.

    Die Behandlung von Myomen richtet sich nach den Beschwerden, aber auch nach der persönlichen Situation und dem Alter einer Frau: Manche fühlen sich am meisten durch starke Regelblutungen, Krämpfe und Erschöpfung beeinträchtigt. Für andere steht die Sorge im Vordergrund, vielleicht keine Kinder (mehr) bekommen zu können. Da die Symptome in den Wechseljahren abklingen und danach meist ganz verschwinden, erwägen Frauen mit Mitte 40 oft andere Behandlungsmöglichkeiten als mit Anfang 20.

    Allen gemeinsam ist jedoch die Frage, wie sie die Beschwerden auch selbst in den Griff bekommen können. Viele Frauen finden einen eigenen Weg, die Auswirkungen auf den Alltag möglichst gering zu halten.

    Wenn Myome Beschwerden machen, können sie zu einer Belastung werden. Bei der Entscheidung für eine Behandlung geht es vielen Frauen auch darum, im Alltag einen guten Umgang mit den Beschwerden zu finden.

    Selbst wenn die gutartigen Geschwulste nicht immer spürbar sind: Wenn sie starke Beschwerden auslösen, können sie das Alltagsleben sehr beeinträchtigen. Viele Frauen erleben ihre Myome dann als schmerzhafte Erkrankung, die sie immer wieder für Tage außer Gefecht setzt.

    Die Behandlung von Myomen richtet sich nach den Beschwerden, aber auch nach der persönlichen Situation und dem Alter einer Frau: Manche fühlen sich am meisten durch starke Regelblutungen, Krämpfe und Erschöpfung beeinträchtigt. Für andere steht die Sorge im Vordergrund, vielleicht keine Kinder (mehr) bekommen zu können. Da die Symptome in den Wechseljahren abklingen und danach meist ganz verschwinden, erwägen Frauen mit Mitte 40 oft andere Behandlungsmöglichkeiten als mit Anfang 20.

    Allen gemeinsam ist jedoch die Frage, wie sie die Beschwerden auch selbst in den Griff bekommen können. Viele Frauen finden einen eigenen Weg, die Auswirkungen auf den Alltag möglichst gering zu halten.

    Wann ist ärztlicher Rat sinnvoll?

    Beschwerden wie starke Regelblutungen, Krämpfe und Regelschmerzen werden manchmal – auch von anderen – als „normale Frauenbeschwerden“ abgetan. Es kann schwierig sein, für sich zu entscheiden, ab wann solche Symptome „nicht mehr normal“ sind und einen Arztbesuch „rechtfertigen“. Doch auch wenn die Regelblutung zum Leben einer Frau gehört: Für starke, belastende Beschwerden trifft das nicht zu. Keine Frau muss sie aushalten, außerdem lassen sie sich meist behandeln. Deshalb ist ein Arztbesuch zur Abklärung sinnvoll und oft hilfreich.

    Myome, die keine Beschwerden verursachen, werden häufig bei frauenärztlichen Routineuntersuchungen entdeckt. Viele Frauen mit Beschwerden wenden sich gezielt an ihre Frauenärztin oder ihren Frauenarzt, um eine Erklärung für ihre Schmerzen zu finden und weil sie sich Sorgen machen, dass eine ernsthafte Erkrankung die Ursache ist. Dass Myome nicht bösartig sind, wissen viele Frauen zu Anfang nicht. Umso wichtiger ist die Information, dass ein Myom keine Krebserkrankung ist und kein Krebs daraus entstehen kann.

    Wie beeinflussen Myom-Beschwerden den Alltag und das Lebensgefühl?

    Starke Regelbeschwerden oder andere Symptome wie Blasenschwäche oder Erschöpfung können das Berufs- und Privatleben belasten und die Lebensqualität beeinträchtigen. Wer wegen der Beschwerden regelmäßig nicht zur Arbeit gehen kann, hat oft mit Schuldgefühlen gegenüber Kolleginnen, Kollegen und Vorgesetzten zu kämpfen oder gerät beruflich unter Druck. Aber auch Freizeitaktivitäten mit Partner, Familie oder Freunden müssen häufig ausfallen, Verabredungen können nicht eingehalten werden.

    Starke Regelblutungen können sehr lästig sein, müde machen und die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit herabsetzen. Im Alltag stören aber nicht nur die körperlichen Beschwerden durch den hohen Blutverlust: Eine starke Regelblutung kann als peinlich erlebt werden, manchmal auch als Angst einflößend. Einige Frauen haben das unangenehme Gefühl, regelrecht „auszulaufen“. Manche vermeiden es, während der Tage mit heftiger Blutung aus dem Haus zu gehen und sagen Termine ab.

    Starke Beschwerden können die Stimmung eintrüben und dazu führen, dass man sich gereizt und unleidlich fühlt. Dies kann die Partnerschaft in Mitleidenschaft ziehen – zumal die Beschwerden oft auch die Lust auf Sex dämpfen. Wenn der Partner sich abgelehnt fühlt oder wenig Verständnis zeigt, können leicht Konflikte entstehen. Manche Frauen haben Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs, möchten deshalb weniger Sex oder vermeiden ihn ganz. Zuwendung und offene Gespräche sind dann wichtig – für beide Partner.

    Bei Frauen mit großen oder besonders vielen Myomen kann sich das Körpergefühl ändern; viele fühlen sich insgesamt weniger attraktiv. Für manche fühlt es sich an, als würde etwas Fremdes, Unkontrollierbares in ihnen wachsen. Besonders belastend kann es sein, scheinbar grundlos zuzunehmen oder „wie schwanger“ auszusehen.

    Was kann ich von einer Behandlung erwarten?

    Es kann sein, dass eine Behandlung die Beschwerden dauerhaft verschwinden lässt. Doch nicht jede Therapie führt zum erhofften Ergebnis, manche helfen nur vorübergehend, und alle haben ihre Nachteile. Die Abwägung zwischen Nutzen und Risiken ist nicht immer einfach, doch es gibt keinen Grund zur Eile: Man kann sich in Ruhe darüber klar werden, welche Beschwerden am meisten belasten und sich dann informieren, welche Behandlung sie am besten zu lindern verspricht.

    Erfolglose Behandlungen können mutlos machen, zumal wenn auch noch unangenehme Nebenwirkungen auftreten. Manche Frauen erleben dies als Wechselbad zwischen Hoffnung und Enttäuschung. Einige machen sich Sorgen, dass die Myome zum Beispiel nach einer Operation wiederkommen oder dass der Eingriff andere Probleme auslöst. Bei Behandlungsentscheidungen spielen – neben dem ärztlichen Rat – oft auch Empfehlungen und Erfahrungen von Freunden oder Angehörigen eine Rolle. Schwierig wird es, wenn diese sich Sorgen machen und „gut gemeinten“ Druck ausüben, sich für eine bestimmte Behandlung zu entscheiden.

    Bei der Wahl einer Behandlung ist das Thema Kinderwunsch von großer Bedeutung, denn nicht alle Therapien eignen sich für Frauen, die sich ein Kind wünschen. Viele Behandlungen wirken empfängnisverhütend, schränken die Fruchtbarkeit ein oder erhöhen das Risiko für Fehlgeburten. Eine Gebärmutter-Entfernung kommt bei Kinderwunsch gar nicht infrage.

    Manche Frauen machen die Erfahrung, dass eine Ärztin oder ein Arzt wie selbstverständlich davon ausgeht, dass Frauen über 40 keine Kinder mehr haben möchten. Auch die früher weit verbreitete Ansicht, die Gebärmutter sei bei Frauen ohne Kinderwunsch ein überflüssiges Organ, ist bei einigen Ärztinnen und Ärzten noch vorhanden. Sie kann für eine Frau aber ein wichtiger Teil ihres Körpers und weiblichen Selbstgefühls sein. Zudem zieht die Entfernung der Gebärmutter manchmal auch Probleme wie eine Blasenschwäche nach sich. Dennoch fühlen sich viele Frauen nach der Operation erleichtert und sind froh, keine Regelblutung und keine Myom-Beschwerden mehr zu haben.

    Viele Ärztinnen und Ärzte gehen heute einfühlsam mit diesem Thema um und beraten ausführlich dazu, welche Behandlungen bei Kinderwunsch infrage kommen und welche Risiken sie haben können.

    Den eigenen Weg finden

    Abgesehen von einer Behandlung gibt es einige Möglichkeiten, mit den Beschwerden im Alltag besser zurechtzukommen. Viele Frauen machen die Erfahrung, dass ihnen das Gefühl hilft, ihre Beschwerden selbst kontrollieren zu können. Sie versuchen herauszufinden, wie sich die Folgen für den Alltag so gering wie möglich halten lassen. Eine Möglichkeit dazu ist, den Verlauf der Beschwerden aufmerksam zu beobachten, zum Beispiel mithilfe eines Tagebuchs. Wenn deutlich wird, wann welche Symptome auftreten, fällt es leichter, Strategien zum Umgang mit ihnen zu entwickeln. Dies kann zum Beispiel bei starken Regelblutungen sehr hilfreich sein.

    Häufig probieren Frauen auch verschiedene Möglichkeiten der Selbsthilfe aus, wie etwa eine bewusstere Ernährung oder mehr körperliche Aktivität. Andere machen Yoga oder versuchen es mit Entspannungstechniken. Neben Hausmitteln wie Wärmeanwendungen gegen Krämpfe und Schmerzen kommen auch pflanzliche Mittel, Akupunktur oder andere Behandlungsmethoden aus der „komplementären“ Medizin zum Einsatz. Allerdings sind solche Methoden kaum in guten Studien überprüft – deshalb lässt sich wenig dazu sagen, ob sie bei Myomen helfen.

    Das spricht aber nicht dagegen, für sich selbst herauszufinden, was einem gut tut. Das kann auch der Austausch mit anderen betroffenen Frauen sein – ob im Internet, im privaten Umfeld oder in Selbsthilfegruppen. Ein solcher Austausch kann zudem dabei unterstützen, sich gut auf Gespräche mit Ärztinnen und Ärzten vorzubereiten – oder bei der Suche nach einer Ärztin oder einem Arzt helfen, der die eigenen Wünsche berücksichtigt.

    Quellen

    Askew J. A qualitative comparison of women's attitudes toward hysterectomy and myomectomy. Health Care Women Int 2009; 30(8): 728-742.

    Brito LG, Panobianco MS, Sabino-de-Freitas MM, Barbosa Hde F, de Azevedo GD, Brito LM et al. Uterine leiomyoma: understanding the impact of symptoms on womens' lives. Reprod Health 2014; 11(1): 10.

    Deal LS, Williams VS, Fehnel SE. Development of an electronic daily uterine fibroid symptom diary. Patient 2011; 4(1): 31-44.

    Nicholls C, Glover L, Pistrang N. The illness experiences of women with fibroids: an exploratory qualitative study. J Psychosom Obstet Gynaecol 2004; 25(3-4): 295-304.

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    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
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    Myome der Gebärmutter - Erfahrungsbericht - Daniela

    „Ich habe keine Beschwerden. Aber ich hatte schon immer eine auffallend lange und starke Regelblutung.“

    Daniela, 45 Jahre

    „Ich habe keine Beschwerden. Aber ich hatte schon immer eine auffallend lange und starke Regelblutung.“

    Nach der Geburt meines Sohnes, also vor etwa elf Jahren, wurde bei einer Routineuntersuchung beim Frauenarzt ein Myom bei mir festgestellt. Ich habe keine Beschwerden. Aber ich hatte schon immer eine auffallend lange und starke Regelblutung. Vielleicht steht dies mit dem Myom im Zusammenhang, aber das weiß man nicht genau.

    Als das Myom festgestellt wurde, hat mein Arzt mich gefragt, ob ich es entfernen lassen möchte. Gestört hat es mich ja nicht besonders. Und ob die starken Regelblutungen davon beeinflusst wurden, war nicht klar. Am Anfang dachte ich, dass es ruhig drin bleiben kann.

    Später habe ich mir dann doch ein wenig Gedanken darum gemacht, besonders was passiert, wenn das Myom weiter wachsen sollte. Ich war mir unsicher, was es für Nebenwirkungen und Folgen haben könnte. Nach einer Weile wollte ich es dann doch entfernen lassen. Aber dann war es zu groß geworden, um es minimalinvasiv zu entfernen. Und eine größere Operation mit einem Bauchschnitt wollte ich wegen möglicher Nebenwirkungen nicht durchführen lassen.

    Vor zwei Jahren habe ich Medikamente bekommen, die das Myom verkleinern sollten. Ich habe die Tabletten drei Monate lang eingenommen. Das Myom wurde dann auch kleiner, bis auf eine Größe von etwa vier Zentimetern.

    Nach Absetzen der Medikamente ist es dann auch leider gleich wieder gewachsen. Aber ich will mich nach wie vor nicht operieren lassen, da ich ja keine Beschwerden habe. Das Myom hat jetzt einen Durchmesser von etwa acht Zentimetern. Ich gehe regelmäßig zur Kontrolluntersuchung, bei der auch geprüft wird, ob sich das Myom verändert. Ich hoffe jetzt, dass es sich mit den Wechseljahren dauerhaft zurückbildet.

     

    Danksagung

    Erfahrungsberichte fassen Interviews mit Betroffenen zusammen. Alle Gesprächspartnerinnen und -partner haben der Veröffentlichung zugestimmt. Ihnen gilt unser herzlicher Dank.

    Die Berichte geben einen Einblick in den persönlichen Umgang und das Leben mit einer Erkrankung. Die Aussagen stellen keine Empfehlung des IQWiG dar.

    Hinweis: Um die Anonymität der Interviewten zu wahren, ändern wir ihre Vornamen. Die Fotos zeigen unbeteiligte Personen.

    Myome der Gebärmutter - Erfahrungsbericht - Gerda

    „Ich finde, Frauen sollten zuerst andere Behandlungsmöglichkeiten testen als eine Gebärmutter-Entfernung. Diesen Schritt muss man sich gut überlegen.“

    Gerda, 71 Jahre

    „Ich finde, Frauen sollten zuerst andere Behandlungsmöglichkeiten testen als eine Gebärmutter-Entfernung. Diesen Schritt muss man sich gut überlegen.“

    Ich war so Anfang 30, als ich bemerkt habe, dass meine Regelblutungen stärker wurden. Sie wurden langsam immer stärker, nicht von einem Monat auf den nächsten, sondern über einen längeren Zeitraum. Ich hatte keine Schmerzen, aber die Blutmenge wurde einfach auffallend mehr.

    Der Arzt empfahl eine Operation

    Daraufhin bin ich zum Arzt gegangen. Er hat eine Ultraschalluntersuchung gemacht und mehrere Myome als Ursache für meine starken Regelblutungen festgestellt. Er riet mir, die Gebärmutter entfernen zu lassen. Ich habe der Operation zugestimmt, auch weil ich doch ein wenig Sorge vor einer Krebserkrankung hatte. Es wurden vorher keine anderen Behandlungen ausprobiert, sondern gleich operiert. Das ging alles sehr schnell, innerhalb eines Monats.

    Blasenprobleme nach der Operation

    Die Gebärmutter wurde bei mir über einen Bauchschnitt entfernt. Nach der Operation dachte ich, dass jetzt alles in Ordnung ist. Aber ich habe relativ schnell gemerkt, dass ich immer wieder Probleme mit der Blase hatte. Am Anfang dachte ich, das sei ganz normal und wird sich mit der Zeit wieder einspielen. Aber es ist geblieben. Ich muss sehr häufig zur Toilette. Ich habe oft nicht so viel Blaseninhalt, aber ich muss immer irgendwie in der Nähe einer Toilette sein. Mittlerweile kann ich damit aber meistens umgehen. Wenn ich beispielsweise ins Kino oder Theater gehe, dann setze ich mich auf einen Platz am Rand. Damit ich das Gefühl habe, immer schnell zur Toilette zu können, falls ich muss.

    Meine Operation war ja 1977 – sie ist also schon viele Jahre her. Der Arzt meinte damals, dass die Entfernung der Gebärmutter das Beste sei. Ich habe das so hingenommen. Ich fand das in diesem Moment auch gut für mich. Ich habe mir gedacht, dass ich dann nicht mehr meine Regelblutung habe, die ich manchmal schon als unangenehm empfunden habe. Und Kinder wollte ich auch nicht mehr bekommen. Aber im Nachhinein bereue ich die Operation ein wenig, denn seitdem habe ich diese Blasenprobleme.

    Heute würde ich mir eine Zweitmeinung einholen

    Das belastet mich als Folge der Gebärmutter-Entfernung doch sehr. Ich finde, Frauen sollten zuerst andere Behandlungsmöglichkeiten testen als eine Gebärmutter-Entfernung. Diesen Schritt muss man sich gut überlegen.

    Mit dem heutigen Wissen und meiner Erfahrung würde ich mich nicht mehr so schnell operieren lassen und auch erst eine zweite ärztliche Meinung einholen. Ich würde viel überlegter an die Entscheidung gehen, mir ein Organ entfernen zu lassen und erstmal andere Behandlungen ausprobieren.

     

    Danksagung

    Erfahrungsberichte fassen Interviews mit Betroffenen zusammen. Alle Gesprächspartnerinnen und -partner haben der Veröffentlichung zugestimmt. Ihnen gilt unser herzlicher Dank.

    Die Berichte geben einen Einblick in den persönlichen Umgang und das Leben mit einer Erkrankung. Die Aussagen stellen keine Empfehlung des IQWiG dar.

    Hinweis: Um die Anonymität der Interviewten zu wahren, ändern wir ihre Vornamen. Die Fotos zeigen unbeteiligte Personen.

    Myome der Gebärmutter - Erfahrungsbericht - Ingeborg

    „Wenn ich damals nicht ins Krankenhaus gekommen wäre, hätte ich wahrscheinlich noch eine ganze Weile gebraucht, bis ich das Myom gespürt hätte. Irgendwann wäre es wahrscheinlich so groß geworden, dass ich es bemerkt hätte.“

    Ingeborg, 71 Jahre

    „Wenn ich damals nicht ins Krankenhaus gekommen wäre, hätte ich wahrscheinlich noch eine ganze Weile gebraucht, bis ich das Myom gespürt hätte. Irgendwann wäre es wahrscheinlich so groß geworden, dass ich es bemerkt hätte.“

    Im Alter von etwa 50 Jahren wurde ich aufgrund einer gesundheitlichen Notsituation im Krankenhaus behandelt. Ich hatte plötzlich einen sehr hohen Blutdruck und ein sehr schlechtes Blutbild. Die Ursache dafür war unklar. Um herauszufinden, was ich hatte, hat man mich durch die verschiedenen Abteilungen im Krankhaus geschleust.

    Die Diagnose „Myom“ war überraschend

    Unter anderem wurde ich auch in der Frauenklinik untersucht. Sie fanden zwar keine Ursache, die meine schlechten Blutwerte und den hohen Blutdruck erklären konnte. Aber sie stellten dort fest, dass meine Gebärmutter stark vergrößert war, und empfahlen mir, sie entfernen zu lassen. Der Grund für die starke Vergrößerung war ein Myom. Das hat mich ein wenig überrascht, da ich nichts bemerkt und keine Beschwerden hatte. Später hat sich herausgestellt, dass die Gebärmutter mit dem Myom etwa fünfmal so schwer war wie normal. Ich weiß aber nicht, ob ich ein oder mehrere Myome hatte. Das hat man mir nicht gesagt und ich habe auch nicht danach gefragt.

    Für mich war klar: Ich wollte eine Gebärmutter-Entfernung und ich wollte sie möglichst schnell hinter mich bringen. Daher blieb ich gleich im Krankenhaus und die Operation wurde durchgeführt. Es wurde durch die Scheide operiert. Das war mir sehr wichtig. Einen Bauchschnitt wollte ich nicht.

    Ich war froh, dass es ein Myom und kein Krebs war

    Ich war sehr erleichtert, dass es dann wirklich ein Myom war und keine Krebserkrankung. Ich hatte zwar nicht wirklich Sorge vor einer Krebserkrankung, da mir gesagt wurde, dass dies unwahrscheinlich sei. Aber wenn man im Krankenhaus liegt, dann hat man ja Zeit zum Nachdenken. Als dann die Ärzte mit dem Ergebnis der Gewebeuntersuchung kamen, war ich aber doch ein bisschen erleichtert. Ein Quäntchen Angst war schon da.

    Die Genesung nach der Operation brauchte seine Zeit

    Damit war das für mich erledigt, bis auf die Nachwirkungen der Operation. Ich war etwa sechs Wochen nach der OP richtig schwach und hatte mit dem Heilungsprozess mehr zu tun, als ich vorher dachte. Ich musste viel ruhen, war wenig belastbar und konnte nur Kleinigkeiten tragen. Von außen ist der Körper ja heil, aber innen ist das schon eine riesige Wunde. Aber es ging mir nicht wirklich schlecht. Es gab kurz nach der OP wohl ein wenig Panik bei den Ärzten, weil der Urin bei mir nicht abfloss. Sie hatten Sorge, eventuell meine Blase verletzt zu haben. Mir wurde ein Medikament gespritzt und danach war das Problem behoben. Ich glaube, da ist viel mehr Risiko dabei, als man sich als Laie vorstellen kann.

    Keine Regelblutungen mehr zu haben, war eine große Entlastung für mich

    Die Entfernung der Gebärmutter war mir ganz lieb. Nachdem ich mich von der Operation erholt hatte, bin ich richtig aufgelebt. Ich hatte jetzt nicht mehr diese fünf, sechs Tage im Monat, an denen ich nichts machen konnte beziehungsweise sehr eingeschränkt war wegen der Regelblutungen. Ich hatte immer sehr starke Regelblutungen, das war für mich normal. Ich musste auch nicht mehr daran denken, dass ich doch noch schwanger werde könnte. Es geht mir sehr gut ohne die Gebärmutter. Das war eine große Entlastung für mich. Ich kann jetzt immer planen ohne vorher zu rechnen, ob die Regelblutung dazwischen kommen könnte.

    Ich habe von dem Myom nichts bemerkt. Meine Regelblutungen waren seit meinem zwölften Lebensjahr immer sehr stark und hielten lange an. Ich hatte die ganzen Jahre aber sonst keine außergewöhnlichen Beschwerden. Wenn ich damals nicht ins Krankenhaus gekommen wäre, hätte ich wahrscheinlich noch eine ganze Weile gebraucht, bis ich das Myom gespürt hätte. Irgendwann wäre es wahrscheinlich so groß geworden, dass ich es bemerkt hätte. Für mich lief das alles nahezu optimal.

     

    Danksagung

    Erfahrungsberichte fassen Interviews mit Betroffenen zusammen. Alle Gesprächspartnerinnen und -partner haben der Veröffentlichung zugestimmt. Ihnen gilt unser herzlicher Dank.

    Die Berichte geben einen Einblick in den persönlichen Umgang und das Leben mit einer Erkrankung. Die Aussagen stellen keine Empfehlung des IQWiG dar.

    Hinweis: Um die Anonymität der Interviewten zu wahren, ändern wir ihre Vornamen. Die Fotos zeigen unbeteiligte Personen.

    Myome der Gebärmutter - Erfahrungsbericht - Iris

    „Das Myom hat sich in den Jahren, seitdem ich davon weiß, nicht groß verändert.“

    Iris, 51 Jahre

    „Das Myom hat sich in den Jahren, seitdem ich davon weiß, nicht groß verändert.“

    Zur Überprüfung meiner Spirale gehe ich regelmäßig zum Frauenarzt. Im Rahmen dieser Untersuchung wird ein Ultraschall gemacht. Bei einer solchen Untersuchung wurde vor etwa fünf Jahren ein Myom bei mir festgestellt.

    Es sitzt außen an der Gebärmutter. Die Größe schwankt zwischen einem und zwei Zentimetern. Das Myom hat sich in den Jahren, seitdem ich davon weiß, nicht groß verändert. Mein Arzt meint, dass es bei dieser Größe einfach nur beobachtet wird. Eine Behandlung ist erst mal nicht nötig, solange sich nichts verändert. Bei Beschwerden soll ich mich melden. Da ich aber derzeit keine Beschwerden habe, sehe ich selbst auch keinen Handlungsbedarf.

    Das Myom wird jedes Jahr während der Routineuntersuchung vermessen. Aber mein Arzt geht im Gespräch nicht weiter darauf ein, da sich ja nichts verändert.

    Die Diagnose hat mir eigentlich keine Sorgen bereitet. Da mir auch gesagt wurde, dass man sich bei dieser Größe und wenn keine Beschwerden auftreten keine Gedanken machen müsste. Ich wusste damals schon, dass Myome gutartige Gewächse sind und hatte keine Sorge vor einem Tumor oder Ähnlichem.

    Wenn ich Probleme und Beschwerden bekommen würde, dann würde ich mich entsprechend informieren und beraten lassen, welche Maßnahmen eventuell infrage kämen, vor allen Dingen, ob ein Eingriff wirklich notwendig wäre. Aber so lange, wie sich das Myom nicht verändert, mache ich mir keine Gedanken darum und kann gut damit leben.

     

    Danksagung

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