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Eingewachsener Zehennagel

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    Eingewachsene Zehennägel sind häufig, vor allem an den großen Zehen. Oft ist eine falsche Schneidetechnik die Ursache. Wir informieren, wie man es richtig macht und Entzündungen vorbeugt. Hat sich die Haut bereits entzündet, richtet sich die Behandlung danach, wie stark die Beschwerden sind.

    Einleitung

    Eingewachsene Nägel sind häufig, vor allem an den großen Zehen. Der Nagel wächst dabei in die Haut, die ihn seitlich begrenzt. Die betroffene Stelle entzündet sich und schmerzt.

    Fachleute bezeichnen einen eingewachsenen Nagel auch als Unguis incarnatus oder Onychocryptosis.

    Zu enge Schuhe, starke Schweißbildung und falsches Schneiden der Nägel können eingewachsene Zehennägel begünstigen.

    Symptome

    Wenn der Zehennagel einwächst, entsteht eine Entzündung. Der Bereich wird stärker durchblutet, er rötet sich, schwillt an und schmerzt.

    Im Verlauf kann sich neues Gewebe bilden („wildes Fleisch“), das den Nagel überwuchert. Fachleute sprechen auch von Granulationsgewebe, da die Oberfläche des neuen Gewebes aussieht wie kleine Körnchen (von „granulum“, lateinisch: Körnchen). Die Entzündung kann nässen, bluten oder Eiter absondern und unangenehm riechen – insbesondere, wenn Bakterien die Wunde besiedeln.

    Ursachen und Risikofaktoren

    Die Ursache für die Beschwerden ist, dass sich eine Kante des Nagels seitlich in die Haut hineindrückt und weiterwächst. Wenn diese Kante die Haut und das darunterliegende Weichgewebe verletzt, entsteht die Entzündung.

    Zum Einwachsen eines Nagels kommt es häufiger durch

    • zu kurz geschnittene oder an den Ecken abgerundete Fußnägel,
    • zu enge Schuhe,
    • Schweißfüße,
    • bestimmte, erblich bedingte Nagelwuchsformen, zum Beispiel gewölbte oder röhrenartige Nägel („Rollnägel“), bei denen die Nägel so stark gewölbt sind, dass sie von der Zehenkuppe aus fast wie Röhren aussehen,
    • Übergewicht (Adipositas),
    • Erkrankungen wie Diabetes mellitus und Krankheiten, die zu Wassereinlagerungen in den Füßen führen können, etwa Herz- oder Nierenschwäche oder chronische Beinvenenschwäche und
    • die Behandlung mit Krebsmedikamenten.

    Häufigkeit und Verlauf

    Eingewachsene Zehennägel sind häufig. 20 von 100 Menschen, die ihre Hausärztin oder ihren Hausarzt wegen Beschwerden an den Füßen aufsuchen, haben einen eingewachsenen Zehennagel.

    Jugendliche und junge Erwachsene sind häufig betroffen. In diesem Alter begünstigt eine vermehrte Schweißbildung das Einwachsen, zum Beispiel durch Sport oder durch die hormonelle Umstellung in der Pubertät. Eingewachsene Nägel kommen aber auch bei älteren Menschen oft vor. Bei ihnen kann das Risiko für eingewachsene Nägel aufgrund von Erkrankungen wie Diabetes erhöht sein. Außerdem sind viele ältere Menschen weniger beweglich, was die Pflege der Füße und Fußnägel erschwert. Da Fußnägel mit dem Alter dicker werden, lassen sie sich zudem schwieriger schneiden.

    Ärztinnen und Ärzte unterscheiden drei Stadien:

    • Stadium 1: Der Nagel ist seitlich in die Haut eingewachsen. Die Haut schmerzt und hat sich entzündet.
    • Stadium 2: Am Rand des eingewachsenen Nagels hat sich neues, entzündetes Gewebe (Granulationsgewebe) gebildet. Das Gewebe nässt und eitert.
    • Stadium 3: Der betroffene Nagelbereich ist chronisch entzündet und eitert immer wieder mal. Das Granulationsgewebe wächst bereits über den Nagel.

     

    Grafik: Eingewachsener Zehennagel unterschiedlichen Schweregrades - wie im Text beschrieben Eingewachsener Zehennagel unterschiedlichen Schweregrades

    Folgen

    Ein eingewachsener Zehennagel macht sich meist früh durch Schmerzen bemerkbar. Rechtzeitig behandelt, kann man die Entzündung mit wenigen Hilfsmitteln oft selbst in den Griff bekommen. Sie heilt dann folgenlos ab.

    Bei geschwächtem Abwehrsystem und wenn Bakterien die Wunde infizieren, kann sich die Entzündung aber ausbreiten: Dann kann sich das Gewebe um den gesamten Nagel herum oder unter der Nagelplatte eitrig entzünden. Ein Besuch bei der Hausärztin oder dem Hausarzt ist ratsam. Dies gilt vor allem, wenn es zusätzlich zu Fieber und Abgeschlagenheit kommt, sich die Entzündung weiter entlang der Zehe ausbreitet und zu einer sogenannten Phlegmone entwickelt.

    Diagnose

    Einen eingewachsenen Zehennagel erkennt man ohne aufwendige Untersuchungen. Ärztinnen und Ärzte schauen sich den betroffenen Zeh genau an und fragen nach Beschwerden und möglichen Auslösern.

    Wenn der Verdacht besteht, dass es bereits zu Komplikationen wie etwa einer Phlegmone gekommen ist, können zusätzliche Untersuchungen erforderlich sein – zum Beispiel Blutuntersuchungen.

    Vorbeugung

    Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie man eingewachsenen Zehennägeln vorbeugen kann. Besonders wichtig ist die richtige Fußpflege – vor allem das Nägelschneiden. Hier gilt: Die Nägel an den Ecken nicht abrunden und so lang lassen, dass die Nagelecken frei auf dem seitlichen Hautrand liegen.

    Beim Schuhwerk sollte man darauf achten, dass die Zehen ausreichend Platz haben. Offene oder atmungsaktive Schuhe wirken einer starken Schweißbildung entgegen.

    Behandlung

    Bei einem eingewachsenen Zehennagel richtet sich die Behandlung danach, wie stark die Beschwerden sind. Bei leichter Entzündung mit wenig Schmerzen kann man den Zeh in einem seifenhaltigen Fußbad etwas einweichen und danach die wunde Stelle mit antiseptischen oder entzündungshemmenden Tinkturen, Gelen oder Salben versorgen. Wichtig ist, den Fuß nach dem Bad gut abzutrocknen, mit dem Schuhe anziehen eine Weile zu warten und Druck auf den eingewachsenen Nagel zu vermeiden.

    Zusätzlich können zum Beispiel spezielle Verbände oder Nagelspangen dabei helfen, den Nagel wieder frei wachsen zu lassen. Sie können in einer Praxis für medizinische Fußpflege (Podologie) angelegt werden. Wer etwa aufgrund eines Diabetes ein erhöhtes Risiko für Probleme an den Füßen hat, sollte zuvor mit seiner Ärztin oder seinem Arzt sprechen. Generell ist ein Arztbesuch erforderlich, wenn diese Maßnahmen nicht helfen oder der eingewachsene Nagel eitert und sich stark entzündet hat. Dann wird in der Regel eine Operation empfohlen. Dabei kommen verschiedene Verfahren und Techniken infrage.

    Leben und Alltag

    Ein eingewachsener Zehennagel kann beim Gehen und Stehen sehr schmerzhaft sein. Offene Schuhe und weite Strümpfe können den Druck auf den entzündeten Nagel verringern. Auch nachts gönnt man dem schmerzenden Zeh am besten Freiraum und sorgt zum Beispiel dafür, dass die Bettdecke nicht direkt auf dem Zeh aufliegt. Wer ein Bett mit Fußteil hat, kann zum Beispiel die Decke darüber schlagen, sodass zwischen Decke und Zeh Platz bleibt.

    Manchen Menschen fällt es schwer, Füße und Fußnägel selber zu pflegen – etwa, weil sie aufgrund von Gelenkbeschwerden ihre Füße nur unter Anstrengung erreichen können. Wer sich nicht von seinem Partner helfen lassen kann oder mag, kann sich auch professionell unterstützen lassen:

    • Sind Füße und Fußnägel gesund und es gibt keine Risikofaktoren wie Diabetes mellitus, können kosmetische Fußpflegerinnen und -pfleger bei einer Pediküre die Nägel kürzen und Hornschwielen entfernen. Die Kosten müssen selbst gezahlt werden.
    • Bestehen bereits gesundheitliche Probleme, kommt eine medizinische Fußpflege durch eine Podologin oder einen Podologen infrage. Die Behandlungen werden unter Umständen von der Krankenkasse übernommen – zum Beispiel, wenn es aufgrund eines Diabetes mellitus zu Fußproblemen gekommen ist.

    Weitere Informationen

    Die Hausarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem ärztlichen Rat braucht. Wir informieren darüber, wie man die richtige Praxis findet, wie man sich am besten auf den Arztbesuch vorbereitet und was dabei wichtig ist.

    Quellen

    Eekhof JA, Van Wijk B, Knuistingh Neven A, van der Wouden JC. Interventions for ingrowing toenails. Cochrane Database Syst Rev 2012; (4): CD001541.

    Heidelbaugh JJ, Lee H. Management of the ingrown toenail. Am Fam Physician 2009; 79(4): 303-308.

    Mittenzwei B. Orthonyxiespangenbehandlung in der podologischen Praxis. Der Fuß 2015; Sonderheft: Arbeiten am Fuß: 6-15.

    Moll I. Duale Reihe Dermatologie. Stuttgart: Thieme; 2016.

    Schumpelick V, Bleese N, Mommsen U (Ed). Kurzlehrbuch Chirurgie. Stuttgart: Thieme; 2010.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Zehennägel richtig schneiden

    Viele Menschen haben irgendwann einmal einen eingewachsenen Zehennagel. Durch die richtige Technik beim Schneiden der Nägel kann man aber vorbeugen.

    Dabei gilt es, folgende Punkte zu beachten: Die Zehennägel gerade abschneiden und sie so lang lassen, dass die Nagelecken frei auf dem seitlichen Hautrand aufliegen.

    Das heißt: Die Zehennägel nicht zu stark kürzen, die Ecken der Zehennägel nicht abrunden und auch nicht versuchen, den Zehennägeln eine spitz zulaufende V-Form zu geben. 

     

    Grafik: Richtige Schneidetechnik - wie im Text beschrieben Zehennägel: Richtige Schneidetechnik

    Mithilfe von Nagelschere, Nagel-Clipper oder Feile lassen sich die Nägel kürzen. Am besten man wählt das Werkzeug, mit dem man am sichersten umgehen kann.

    Wer Schwierigkeiten hat, die Füße mit den Händen zu erreichen oder eine Nagelschere sicher zu benutzen, kann sich zum Beispiel von seiner Partnerin oder seinem Partner helfen lassen oder professionelle Hilfe in Anspruch nehmen: Bei einer kosmetischen Fußpflege (Pediküre) sorgen Fußpflegerinnen oder -pfleger für den richtigen Schnitt und pflegen auch den Rest der Füße gleich mit. Eine Pediküre muss man selbst bezahlen.

    Wer krankhafte Veränderungen an den Füßen hat oder gesundheitliche Probleme wie Diabetes mellitus, bespricht dies am besten mit seiner Ärztin oder seinem Arzt. Sie oder er kann gegebenenfalls ein Rezept für eine medizinische Fußpflege in einer podologischen Praxis ausstellen.

    Viele Menschen haben irgendwann einmal einen eingewachsenen Zehennagel. Durch die richtige Technik beim Schneiden der Nägel kann man aber vorbeugen.

    Dabei gilt es, folgende Punkte zu beachten: Die Zehennägel gerade abschneiden und sie so lang lassen, dass die Nagelecken frei auf dem seitlichen Hautrand aufliegen.

    Das heißt: Die Zehennägel nicht zu stark kürzen, die Ecken der Zehennägel nicht abrunden und auch nicht versuchen, den Zehennägeln eine spitz zulaufende V-Form zu geben. 

     

    Grafik: Richtige Schneidetechnik - wie im Text beschrieben Zehennägel: Richtige Schneidetechnik

    Mithilfe von Nagelschere, Nagel-Clipper oder Feile lassen sich die Nägel kürzen. Am besten man wählt das Werkzeug, mit dem man am sichersten umgehen kann.

    Wer Schwierigkeiten hat, die Füße mit den Händen zu erreichen oder eine Nagelschere sicher zu benutzen, kann sich zum Beispiel von seiner Partnerin oder seinem Partner helfen lassen oder professionelle Hilfe in Anspruch nehmen: Bei einer kosmetischen Fußpflege (Pediküre) sorgen Fußpflegerinnen oder -pfleger für den richtigen Schnitt und pflegen auch den Rest der Füße gleich mit. Eine Pediküre muss man selbst bezahlen.

    Wer krankhafte Veränderungen an den Füßen hat oder gesundheitliche Probleme wie Diabetes mellitus, bespricht dies am besten mit seiner Ärztin oder seinem Arzt. Sie oder er kann gegebenenfalls ein Rezept für eine medizinische Fußpflege in einer podologischen Praxis ausstellen.

    Quellen

    Eekhof JA, Van Wijk B, Knuistingh Neven A, van der Wouden JC. Interventions for ingrowing toenails. Cochrane Database Syst Rev 2012; (4): CD001541.

    Heidelbaugh JJ, Lee H. Management of the ingrown toenail. Am Fam Physician 2009; 79(4): 303-308.

    Ruck H. Handbuch für die medizinische Fußpflege. Stuttgart: Thieme; 2012.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Behandlung eines eingewachsenen Zehennagels

    Wächst ein Zehennagel in die Haut ein, kann es zu einer schmerzhaften Entzündung kommen. Leichte Beschwerden lassen sich zum Beispiel häufig mit antiseptischen Salben lindern. Wenn sich der eingewachsene Nagel chronisch entzündet hat oder eitert, kann aber eine Operation erforderlich sein.

    Eingewachsene Zehennägel sind häufig. Je nachdem wie stark die Beschwerden sind, kommen unterschiedliche Behandlungen infrage.

    Bei leichten Beschwerden genügen normalerweise unter anderem Salben, Tamponaden oder Nagelspangen. Dafür ist nicht gleich ein Arztbesuch nötig. Wer sich bei der Behandlung unsicher ist, kann eine Praxis für medizinische Fußpflege (Podologie) aufsuchen.

    Wenn diese Maßnahmen nicht helfen oder der eingewachsene Nagel stark schmerzt, eitert oder dauerhaft entzündet ist, kommt eine Operation infrage. In der Regel schneidet die Ärztin oder der Arzt dann das entzündete Gewebe heraus und entfernt etwa ein Drittel des Nagels, manchmal auch den ganzen Nagel.

    Wächst ein Zehennagel in die Haut ein, kann es zu einer schmerzhaften Entzündung kommen. Leichte Beschwerden lassen sich zum Beispiel häufig mit antiseptischen Salben lindern. Wenn sich der eingewachsene Nagel chronisch entzündet hat oder eitert, kann aber eine Operation erforderlich sein.

    Eingewachsene Zehennägel sind häufig. Je nachdem wie stark die Beschwerden sind, kommen unterschiedliche Behandlungen infrage.

    Bei leichten Beschwerden genügen normalerweise unter anderem Salben, Tamponaden oder Nagelspangen. Dafür ist nicht gleich ein Arztbesuch nötig. Wer sich bei der Behandlung unsicher ist, kann eine Praxis für medizinische Fußpflege (Podologie) aufsuchen.

    Wenn diese Maßnahmen nicht helfen oder der eingewachsene Nagel stark schmerzt, eitert oder dauerhaft entzündet ist, kommt eine Operation infrage. In der Regel schneidet die Ärztin oder der Arzt dann das entzündete Gewebe heraus und entfernt etwa ein Drittel des Nagels, manchmal auch den ganzen Nagel.

    Was kann man selbst tun?

    Man kann zunächst versuchen, die schmerzende Stelle mit einem warmen, seifenhaltigen Fußbad zu reinigen und etwa 10 bis 20 Minuten einzuweichen. Die Haut lässt sich dann vom einwachsenden Nagelrand etwas wegschieben, sodass die kleine Wunde versorgt werden kann. Wichtig ist, den Fuß nach dem Bad gründlich abzutrocknen. Antiseptische und entzündungshemmende Tinkturen, Gele oder Salben beugen Infektionen vor und können die Haut beruhigen. Dabei sollte das Mittel nicht zu dick aufgetragen werden, damit das Gewebe nicht zu sehr aufweicht.

    Ziel der Behandlung ist es, Beschwerden zu lindern und dafür zu sorgen, dass der eingewachsene Nagel wieder normal weiterwachsen kann.

    Deshalb sollte man darauf achten, dass nichts auf den eingewachsenen Bereich drückt – auch nicht die Nachbarzehe. Hier kann zum Beispiel ein kleiner Schaumstoff- oder Silikon-Keil helfen, der als Abstandshalter in den Zehenzwischenraum eingelegt und mit einer Mullbinde fixiert wird.

    Zusätzlich gibt es spezielle Hilfsmittel, die den Nagelrand dauerhaft von der angrenzenden Haut (Nagelwall) abspreizen, sodass er wieder frei wachsen kann. Einige davon sind in Drogerien und Apotheken ohne Rezept erhältlich. Ein Besuch in einer Arztpraxis ist nicht notwendig. Es kann aber hilfreich sein, sich an eine Podologin oder einen Podologen zu wenden. Ob und wann bestimmte Hilfsmittel besonders geeignet sind, muss noch in Studien überprüft werden. Infrage kommen:

    • Tamponaden: Dabei wird der Nagelrand vorsichtig angehoben und ein steriler Kompressen-Streifen zwischen Nagel und Haut gelegt.
    • Zugverbände aus Pflaster: Sie werden so angebracht, dass sie die entzündete Haut an der Seite des Nagels vom Nagelrand wegziehen.
    • Nagelspangen: Diese Hilfsmittel werden auf den Nagel gesetzt und hinter einem oder beiden seitlichen Nagelrändern eingehakt. Durch den Zug der Spange hebt sich der Nagel etwas an. Es gibt auch Spangen, die nicht eingehakt werden müssen, sondern auf den Zehennagel aufgeklebt werden.
    • Kunststoffschienen: Sie werden über den Nagelrand geschoben und sorgen so für Abstand zwischen Nagel und Haut.

     

    Grafik: Spange oder Schiene als Behandlungsmöglichkeit - wie im Text beschrieben Spange oder Schiene als Behandlungsmöglichkeit

    Behandlungen wie Spangen oder Schienen haben in der Regel wenige Nebenwirkungen, erfordern aber Geduld: Bis der Nagel aus dem Bereich der Entzündung herausgewachsen ist, können manchmal mehrere Monate vergehen. Außerdem sind sie nicht für jeden geeignet: Wenn es zum Beispiel aufgrund eines Diabetes zu Empfindungsstörungen in den Füßen kommt oder wenn der Zeh bereits entzündet ist, sollte man diese Hilfsmittel erst nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt anwenden.

    Wie kann eine Operation ablaufen?

    Wenn sich die Beschwerden durch Maßnahmen wie Einweichen, Salbenverbände oder Nagelspangen nicht bessern oder wenn der eingewachsene Zehennagel von vornherein stark entzündet ist, eitert oder heftige Schmerzen verursacht, empfehlen Fachleute meist eine Operation.

    Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um einen eingewachsenen Zehennagel operativ zu behandeln. Bei kleineren Eingriffen wird das entzündete Gewebe am seitlichen Rand des Nagels entfernt (Nagelwall-Resektion). Dadurch hat der Nagel wieder mehr Platz. Manchmal wird dabei nur der eingewachsene Nagelrand weggeschnitten (Keilresektion).

    Größere Eingriffe: Teilweise und komplette Nagelentfernung

    In der Regel versuchen Ärztinnen und Ärzte jedoch in etwas größeren Eingriffen, das entzündete Gewebe und den betroffenen Nagelbereich bis zur Nagelwurzel zu entfernen.

    Eine häufige Operation ist dabei die sogenannte Drittel-Resektion. Dabei wird auf der eingewachsenen Seite ein Drittel des Nagels und das entzündete Gewebe herausgeschnitten. Manchmal reicht es auch aus, ein Viertel des Nagels wegzuschneiden. Um die Wunde zu verschließen, nähen die Chirurgin oder der Chirurg den Restnagel an der Seite mit der verbliebenen Haut zusammen (Kocher-Emmert-Plastik). Manchmal ist es sinnvoll, die Wunde offen ausheilen zu lassen – etwa bei einer sehr starken Entzündung. Wenn der Nagel an beiden Rändern in die Haut eingewachsen ist, kann der Nagel auch vollständig entfernt werden.

    Direkt nach einem Eingriff ist es ratsam, den Fuß erst einmal hoch zu lagern. Die Wundschmerzen lassen sich durch Schmerzmittel lindern. Wurde die Wunde genäht, werden in der Regel zehn Tage nach der Operation die Fäden gezogen. Heilt die Wunde offen aus, sind in den ersten Wochen regelmäßige Verbandswechsel und Kontrollen nötig, zum Beispiel bei der Hausärztin oder dem Hausarzt.

    Nagelmatrix teilweise entfernen oder veröden

    Eine Operation soll auch gewährleisten, dass der Nagel später nicht erneut einwächst. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Nagelmatrix, in welcher der Nagel wie in einer Tasche steckt. Die Zellen in der Matrix sorgen dafür, dass der Nagel kontinuierlich nachwächst. Aber genau das kann später wieder zu Problemen führen. Deshalb versuchen Ärztinnen und Ärzte vor allem bei einem wiederholt eingewachsenen Nagel nicht nur einen Teil des Nagels zu entfernen, sondern auch den entsprechenden Teil der Matrix. Der betroffene Bereich der Nagelmatrix wird herausgeschnitten oder ausgekratzt. Der Nagel ist dann in Zukunft schmaler. Die Operateure können einen Teil der Matrix auch mit einer ätzenden Flüssigkeit wie Phenol oder Natronlauge veröden. Alternativ kann er mit Hitze verdampft werden, zum Beispiel mithilfe von elektrischem Strom (Elektro-Kauterisation) oder einem Laser.

    Betäubung

    Für die verschiedenen Eingriffe ist in der Regel keine Vollnarkose notwendig – eine örtliche Betäubung reicht aus. Dafür wird ein Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) in den Zeh gespritzt, nahe am Übergang zum Fuß. Manchmal wird statt der örtlichen Betäubung auch ein Beruhigungsmittel gespritzt, sodass man während des Eingriffs schläft. Damit die Schnitte während der Operation nicht zu stark bluten, wird der Zeh außerdem mit einem Gummiband abgebunden.

    Welche Risiken haben die verschiedenen Operationen?

    Zu den allgemein möglichen Komplikationen bei einer Operation zählen Wundinfektionen, Wundheilungsstörungen, Blutungen oder die Schädigung von Nervenfasern. Wird der Nagel entfernt, besteht zudem das Risiko, dass die Strecksehne des Zehs verletzt wird, sodass der Zeh nur noch eingeschränkt bewegt werden kann.

    Wundinfektionen, Blutungen und Schmerzen kommen bei allen Eingriffen ähnlich häufig vor. Die Operationswunden heilen nach verschiedenen Eingriffen auch ähnlich schnell – etwa innerhalb von zwei Wochen. Eine begleitende Antibiotika-Therapie senkt das Risiko für Wundinfektionen nicht. Auch die Heilung dauert mit Antibiotika genauso lange wie ohne diese Medikamente.

    Welche Behandlung verhindert am ehesten ein erneutes Einwachsen?

    Wer einmal einen eingewachsenen Nagel hatte, will verhindern, dass der Nagel erneut Probleme bereitet. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass das Risiko für ein erneutes Einwachsen nach einer Operation niedriger ist als nach einer Behandlung mit einer Kunststoffschiene:

    • Nach einer Behandlung mit einer Kunststoffschiene kommt es bei etwa 49 von 100 Personen innerhalb einen Jahres zu einem Rückfall.
    • Nach dem chirurgischen Eingriff wächst bei etwa 31 von 100 Personen der Nagel wieder ein.

    Mehrere Studien haben auch untersucht, ob eine Operation ein erneutes Einwachsen besser verhindern kann, wenn sie mit einer chemischen Verödung der Nagelmatrix kombiniert wird. In diesen Studien wurden allerdings häufig unterschiedliche Eingriffe miteinander verglichen. Deshalb lässt sich bislang lediglich schlussfolgern, dass größere Eingriffe mit zusätzlicher Matrixverödung Rückfällen eher vorbeugen als kleinere Eingriffe mit Verödung.

    Nur in einer Studie wurden alle 123 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dieselbe Weise operiert: Ihnen wurde der Nagel teilweise entfernt. Bei 63 Personen wurde zusätzlich der entsprechende Teil der Matrix mit Phenol verödet. Diese zusätzliche Verödung verringerte das Rückfallrisiko:

    • Nach einer Nagel-Teilentfernung hatten 41 von 100 Operierten innerhalb eines Jahres einen Rückfall.
    • Wurde bei dem Eingriff auch der entsprechende Teil der Matrix mit Phenol verödet, wuchs der Nagel innerhalb eines Jahres nur bei 14 von 100 Personen erneut ein.

    Die zusätzliche Phenol-Behandlung bewahrt also möglicherweise 27 von 100 Personen davor, dass der Zehennagel wieder einwächst. Die Vor- und Nachteile der Matrixverödung lassen sich aber noch nicht sicher beurteilen. Die Gründe dafür liegen in der verbesserungswürdigen wissenschaftlichen Qualität der Studien.

    Quellen

    Eekhof JA, Van Wijk B, Knuistingh Neven A, van der Wouden JC. Interventions for ingrowing toenails. Cochrane Database Syst Rev 2012; (4): CD001541.

    Heidelbaugh JJ, Lee H. Management of the ingrown toenail. Am Fam Physician 2009; 79(4): 303-308.

    Moll I. Duale Reihe Dermatologie. Stuttgart: Thieme; 2016.

    Ruck H. Handbuch für die medizinische Fußpflege. Stuttgart: Thieme; 2012.

    Schumpelick V, Bleese N, Mommsen U (Ed). Kurzlehrbuch Chirurgie. Stuttgart: Thieme; 2010.

    Schumpelick V, Kasperk R, Stumpf M. Operationsatlas Chirurgie. Stuttgart: Thieme; 2013.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
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