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Nagelpilz

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    Nagelpilz ist weit verbreitet. Fachleute gehen davon aus, dass er sich oft aus einem unbehandelten Fußpilz entwickelt. Brüchige, verfärbte oder verdickte Nägel dann wieder loszuwerden, braucht Zeit. Eine lokale Behandlung mit Nagellack kann bis zu einem Jahr dauern. Tabletten helfen schneller, haben aber auch mehr Nebenwirkungen.

    Einleitung

    Wenn die Nägel brüchig sind oder sich verfärben, kann eine Pilzinfektion die Ursache sein. Oft sind die Nägel der großen Zehen betroffen. Nagelpilz an den Händen ist selten.

    Eine Nagelpilz-Infektion ist hartnäckig. Da die Fußnägel nur langsam nachwachsen, ist die Therapie meist langwierig und erfordert Geduld. Es kann mehrere Monate dauern, bis man einen Behandlungserfolg sieht.

    Symptome

    Nagelpilz macht sich durch weißlich-gelblich bis bräunlich verfärbte Nägel bemerkbar. Die Nägel können brüchig werden, sich verdicken und ihre Form verändern. Manchmal tun sie auch weh. Der betroffene Teil des Nagels kann sich vom Nagelbett ablösen. Eine Nagelpilz-Infektion wird auch als „Onychomykose“ bezeichnet.

    Häufig sind die Nägel der großen Zehen betroffen. Bei den allermeisten Menschen zeigt sich der Pilz am vorderen oder seitlichen Nagelrand. Seltener geht die Infektion von der Nagelwurzel aus. Diese Form tritt vor allem bei Menschen mit einem stark geschwächten Immunsystem auf, etwa infolge einer schweren Erkrankung. Auch nach einer Organtransplantation kann es dazu kommen, weil man Medikamente benötigt, die das Abwehrsystem unterdrücken.

     

    Grafik: Nagelpilz am großen Zehennagel Nagelpilz am großen Zehennagel

     

    Bei einer anderen Erscheinungsform bilden sich an der Oberfläche des Nagels weiße Flecken. Sie können punktförmig bleiben, sich aber auch flächig ausbreiten. Dies wird als „weißer oberflächlicher Nagelpilz“ bezeichnet.

     

    Grafik: Weißer oberflächlicher Nagelpilz an mehreren Zehennägeln Weißer oberflächlicher Nagelpilz an mehreren Zehennägeln

    Ursachen

    Eine Nagelpilz-Infektion wird meist durch Hautpilze (Dermatophyten) verursacht. Manchmal sind aber auch Hefe- oder Schimmelpilze dafür verantwortlich. Hefepilze treten vor allem an den Fingernägeln auf.

    Viele Menschen mit Nagelpilz haben gleichzeitig Fußpilz. Daher gehen viele Fachleute davon aus, dass Nagelpilz oft die Folge einer Fußpilz-Infektion ist.

    Risikofaktoren

    Welche Faktoren eine Nagelpilz-Infektion begünstigen, ist insgesamt nicht gut erforscht. Als Risikofaktoren gelten:

    • eine Fußpilz-Infektion
    • häufiger Kontakt mit Pilzerregern, zum Beispiel in Schwimmbädern oder Saunen
    • Verletzungen der Nägel
    • zu enge Schuhe
    • bestimmte Hautkrankheiten wie Schuppenflechte
    • Durchblutungsstörungen in den Beinen, etwa aufgrund von Diabetes oder einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit
    • eine Schwäche des Immunsystems, etwa aufgrund einer Erkrankung wie HIV oder wegen der Einnahme von Medikamenten, die das Immunsystem schwächen
    • eine familiäre Veranlagung

    Nagelpilz an den Händen tritt vor allem bei Menschen auf, deren Hände häufig feucht sind, etwa bei Reinigungskräften.

    Häufigkeit

    Nagelpilz ist weit verbreitet. Schätzungen zufolge sind zwischen 3 und 12 % der Bevölkerung betroffen. Ältere Menschen haben öfter damit zu tun als jüngere.

    Verlauf

    Bei ansonsten gesunden Menschen hat eine Nagelpilz-Infektion keine ernsthaften Folgen. Sie verschwindet aber selten von selbst. Unbehandelt kann der Pilz auf einen Teil des Nagels beschränkt bleiben oder sich ausbreiten. Wie oft es dazu kommt, ist aber nicht bekannt.

    Bei Menschen mit Diabetes oder einem geschwächten Immunsystem kann ein Nagelpilz auch eine bakterielle Infektion der angrenzenden Haut begünstigen. Zudem kann sich der Nagel verdicken. Dies kann zu Problemen beim Gehen führen.

    Diagnose

    Eine Pilzinfektion lässt sich nicht immer leicht von anderen Krankheiten der Nägel unterscheiden. So kann sich zum Beispiel Schuppenflechte auch an den Nägeln zeigen und dort wie ein Pilz aussehen. Ärztinnen und Ärzte können einem Verdacht auf Nagelpilz nachgehen, indem sie etwas vom Nagel abschaben. Diese Probe kann mithilfe eines speziellen Farbstoffs gefärbt unter dem Mikroskop auf Pilzsporen untersucht werden. Um den genauen Erregertyp festzustellen, ist es aber erforderlich, mit der Gewebeprobe eine Pilzkultur anzulegen. Dies dauert etwa drei Wochen. Seltener kommen auch andere Tests infrage, etwa eine genauere Untersuchung des Nagelgewebes im Labor.

    Vorbeugung

    Man geht davon aus, dass sich Nagelpilz oft als Folge von Fußpilz entwickelt. Fußpilz vorzubeugen, könnte daher auch vor Nagelpilz schützen. Da Pilze vor allem in feuchter Umgebung wachsen, lohnt es sich, auf trockene Füße zu achten. Das bedeutet, dass man zum Beispiel

    • die Füße nach dem Duschen, Baden oder Schwimmen gut abtrocknet und zusätzlich am besten trocken föhnt,
    • nicht zu enge, möglichst luftige Schuhe trägt,
    • das gleiche Paar Schuhe nicht zwei Tage in Folge trägt,
    • so oft wie möglich seine Schuhe auszieht,
    • in Schwimmbädern, Gemeinschaftsduschen und Umkleidekabinen Badeschlappen trägt und
    • Schuhe, Handtücher und Socken nicht mit anderen teilt.

    Verletzungen der Nägel können Nagelpilz begünstigen. Nicht zu enge, gut sitzende Schuhe und Socken helfen zum Beispiel, die Zehennägel vor anhaltender Druckbelastung bei längerem Gehen, Wandern oder Joggen zu schützen.

    Um eine erneute Ansteckung durch Pilzsporen zu vermeiden, wird empfohlen, Socken, Bettwäsche und Handtücher bei mindestens 60 Grad zu waschen. Zudem gibt es spezielle Waschzusätze wie Hygienespüler, die bereits bei niedrigeren Temperaturen Pilzsporen in der Wäsche abtöten.

    Wie wirksam diese Empfehlungen zur Vorbeugung sind, wurde bislang aber nicht in guten Studien überprüft.

    Behandlung

    Viele Menschen wollen ihren Nagelpilz behandeln, weil ihnen das Aussehen des Nagels unangenehm ist. Eine Behandlung kann zudem einer Verdickung des Nagels und einer Ausbreitung der Infektion vorbeugen.

    Nagelpilz kann äußerlich mit farblosen Lacken behandelt werden, die rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind. Sie enthalten in der Regel einen der Wirkstoffe Amorolfin oder Ciclopirox. Diese Mittel hemmen das Wachstum des Pilzes oder töten ihn ab. Sie müssen regelmäßig und teilweise über ein Jahr angewendet werden. Neben Lacken gibt es auch Behandlungs-Sets, bei denen der infizierte Teil des Nagels über zwei Wochen zunächst mithilfe einer harnstoffhaltigen Creme aufgeweicht und dann mit einem Spatel abgetragen wird. Die darunterliegende Haut wird anschließend noch für einige Wochen mit einer Creme behandelt, die den Wirkstoff Bifonazol enthält.

    Äußerliche Behandlungen sind wenig wirksam. Meist ist eine Behandlung mit Tabletten nötig, um Nagelpilz loszuwerden. Sie enthalten in der Regel den Wirkstoff Itraconazol oder Terbinafin. Welches Medikament infrage kommt, hängt unter anderem davon ab, um welche Art von Pilz es sich handelt. Zur Behandlung von Infektionen der Fußnägel müssen die Tabletten in der Regel mindestens drei Monate eingenommen werden. Bei einem Nagelpilz an der Hand kann eine sechswöchige Behandlung ausreichen. Die Tabletten können Nebenwirkungen haben wie Magen-Darm-Beschwerden. Außerdem besteht ein Risiko für Leberschäden. Dies ist jedoch sehr gering.

    Weitere Informationen

    Die Hausarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem ärztlichen Rat braucht. Wir informieren darüber, wie man die richtige Praxis findet, wie man sich am besten auf den Arztbesuch vorbereitet und was dabei wichtig ist.

    Quellen

    De Berker D. Clinical practice. Fungal nail disease. N Engl J Med 2009; 360(20): 2108-2116.

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    Eisman S, Sinclair R. Fungal nail infection: diagnosis and management. BMJ 2014; 348: g1800.

    Gupta AK, Daigle D, Foley KA. Network Meta-Analysis of Onychomycosis Treatments. Skin Appendage Disord 2015; 1(2): 74-81.

    Gupta AK, Daigle D, Foley KA. Topical therapy for toenail onychomycosis: an evidence-based review. Am J Clin Dermatol 2014; 15(6): 489-502.

    Kreijkamp-Kaspers S, Hawke K, Guo L, Kerin G, Bell-Syer SE, Magin P et al. Oral antifungal medication for toenail onychomycosis. Cochrane Database Syst Rev 2017; (7): CD010031.

    Matricciani L, Talbot K, Jones S. Safety and efficacy of tinea pedis and onychomycosis treatment in people with diabetes: a systematic review. J Foot Ankle Res 2011; 4: 26.

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    Mehr Wissen: Nagelpilz: Lack, Creme oder Tabletten?

    Nagelpilz ist ziemlich hartnäckig. Eine äußerliche Behandlung mit Nagellack kann bis zu einem Jahr dauern. Tabletten gegen Nagelpilz werden in der Regel über mehrere Wochen oder Monate eingenommen. Sie sind deutlich wirksamer als äußerliche Behandlungen, haben aber mehr Nebenwirkungen.

    Einen Nagelpilz erkennt man meist an brüchigen und weißlich-gelblich bis bräunlich verfärbten Nägeln. Die Nägel können sich auch verdicken und ihre Form verändern. Der betroffene Teil des Nagels kann sich vom Nagelbett ablösen. Zur Behandlung von Nagelpilz kommen Nagellacke und Cremes zum Auftragen sowie Tabletten zum Einnehmen infrage. Lacke und Cremes sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

    Nagelpilz ist ziemlich hartnäckig. Eine äußerliche Behandlung mit Nagellack kann bis zu einem Jahr dauern. Tabletten gegen Nagelpilz werden in der Regel über mehrere Wochen oder Monate eingenommen. Sie sind deutlich wirksamer als äußerliche Behandlungen, haben aber mehr Nebenwirkungen.

    Einen Nagelpilz erkennt man meist an brüchigen und weißlich-gelblich bis bräunlich verfärbten Nägeln. Die Nägel können sich auch verdicken und ihre Form verändern. Der betroffene Teil des Nagels kann sich vom Nagelbett ablösen. Zur Behandlung von Nagelpilz kommen Nagellacke und Cremes zum Auftragen sowie Tabletten zum Einnehmen infrage. Lacke und Cremes sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

    Welche äußerlichen Behandlungen gibt es?

    Lacke

    Viele Menschen versuchen, Nagelpilz zunächst mit einem farblosen Nagellack zu behandeln. Vor dem Auftragen des Lacks wird der betroffene Nagel geschnitten und möglichst stark abgefeilt. Nagellacke enthalten einen der wachstumshemmenden und pilztötenden Wirkstoffe Amorolfin oder Ciclopirox. Die Produkte unterscheiden sich darin, wie häufig sie angewendet werden:

    • Amorolfin wird ein- bis zweimal wöchentlich aufgetragen.
    • Ciclopirox wird meist im ersten Monat jeden zweiten Tag aufgetragen, im zweiten Monat mindestens zweimal pro Woche und ab dem dritten Monat einmal pro Woche.

    Bei beiden Behandlungen wird der alte Lackfilm vor dem erneuten Auftragen von Lack mit einem Alkoholtupfer entfernt. Über den Lackfilm kann man normalen Nagellack auftragen. Neuere Ciclopirox-Lacke sind wasserlöslich. Sie werden täglich aufgetragen und die Lackreste vor jeder neuen Anwendung mit Wasser abgewaschen.

    Sets mit Cremes und Spatel

    Zur äußerlichen Behandlung von Nagelpilz gibt es auch Behandlungs-Sets, die zwei Cremes und einen Spatel enthalten:

    • Eine Creme enthält Harnstoff (Urea) und löst den Nagel auf, sodass er entfernt werden kann.
    • Die andere Creme enthält Bifonazol, das gegen Pilze wirkt.

    Bei dieser Behandlung wird der betroffene Zeh oder Finger zunächst zehn Minuten in warmem Wasser eingeweicht und abgetrocknet. Anschließend wird der Nagel mit der harnstoffhaltigen Creme eingecremt und mit einem Pflaster geschützt . Nach 24 Stunden wird das Pflaster entfernt und der Zeh oder Finger wieder in warmes Wasser gehalten. Danach wird die aufgeweichte Schicht des Nagels mit einem Spatel abgeschabt, der Nagel erneut eingecremt und mit Pflaster verbunden. Diese Behandlung wird über 14 Tage fortgesetzt. Wenn der mit Nagelpilz infizierte Teil des Nagels komplett weggeschabt ist, wird die darunterliegende Haut für weitere vier Wochen mit einer Bifonazol-Creme behandelt.

    Wie wirksam sind äußerliche Behandlungen?

    Äußerliche Nagelpilz-Behandlungen mit Lack oder Cremes sind bislang nur in wenigen Studien untersucht worden. Da diese Studien Schwächen hatten, müssen die Ergebnisse vorsichtig interpretiert werden. Amorolfin ist bislang nicht gut untersucht. Ciclopirox-Lack und Behandlungs-Sets mit Harnstoff- und Bifonazol-Creme wurden in einzelnen Studien geprüft.

    Studien zur Wirkung von Nagellack mit Ciclopirox zeigen nach einem Jahr:

    • Ohne Ciclopirox-Lack war bei etwa 10 von 100 Personen kein Nagelpilz mehr nachweisbar.
    • Mit Ciclopirox-Lack war bei ungefähr 32 von 100 Personen kein Nagelpilz mehr nachweisbar.

    Durch die Behandlung mit Ciclopirox verschwand die Pilzinfektion also bei etwa 22 von 100 Personen. Aber auch wenn kein Pilz mehr nachgewiesen wurde, war das kosmetische Ergebnis nicht immer zufriedenstellend. Nur bei 7 von 100 Personen sahen die Nägel nach der Behandlung gesund aus.

    Die Behandlung mit Harnstoff- und Bifonazol-Creme wurde in einer Studie untersucht. Sie wurde mit einer Behandlung verglichen, bei der nur Harnstoff-Creme aufgetragen und der Nagel abgetragen wurde, aber anschließend keine Bifonazol-Creme. Drei Monate nach Abschluss der Behandlung zeigte sich:

    • Mit Harnstoff allein war bei etwa 41 von 100 Teilnehmenden kein Pilz mehr sichtbar oder nachweisbar.
    • Mit Harnstoff und Bifonazol war bei ungefähr 51 von 100 Teilnehmenden kein Pilz mehr sichtbar oder nachweisbar.

    Die Kombination von Harnstoff und Bifonazol konnte also etwa 10 Teilnehmende mehr vom Nagelpilz befreien. Sechs Monate nach Abschluss der Behandlung zeigte sich zwischen den beiden Behandlungsgruppen allerdings kein Unterschied mehr. Außerdem kehrte der Nagelpilz bei vielen zurück. Daher kann wahrscheinlich keine der beiden Behandlungen die Chancen auf langfristige Heilung erhöhen.

    Menschen, bei denen mehr als die Hälfte der Nagelfläche betroffen war oder bei denen die Erkrankung von der Nagelwurzel ausging, nahmen nicht an den Studien teil.

    Welche Mittel zum Einnehmen gibt es?

    Zur innerlichen Behandlung von Nagelpilz werden Tabletten eingesetzt, die ebenfalls das Wachstum der Pilze hemmen oder sie abtöten. Alle sind verschreibungspflichtig. Zur Behandlung von Nagelpilz kommen vor allem Terbinafin und Itraconazol infrage:

    • Terbinafin wird bevorzugt eingesetzt, wenn Hautpilze (Dermatophyten) die Ursache des Nagelpilzes sind. Dies ist meist der Fall.
    • Itraconazol wird in der Regel angewendet, wenn eine Infektion mit einem Hefe- oder Schimmelpilz den Nagelpilz verursacht hat.

    Sowohl Terbinafin- als auch Itraconazol-Tabletten können durchgehend oder mit Behandlungspausen eingenommen werden. Abgesehen davon werden sie aber unterschiedlich angewendet:

    Terbinafin

    Bei der durchgehenden Behandlung wird das Medikament in der Regel drei Monate lang einmal pro Tag eingenommen (Dosierung: 250 mg).

    Bei einer Einnahme mit Behandlungspause kann das Medikament wie folgt angewendet werden:

    • Eine Woche lang täglich 500 mg Terbinafin (2 Tabletten), dann drei Wochen Pause.
    • Oder: Vier Wochen täglich 250 mg Terbinafin (1 Tablette), dann vier Wochen Pause.

    Auch bei dieser Einnahmeform dauert die Behandlung meist nicht länger als drei bis vier Monate.

    Itraconazol

    Bei der durchgehenden Behandlung wird Itraconazol höchstens drei Monate lang einmal täglich eingenommen. Die Dosierung liegt bei 200 mg pro Tag (zwei Tabletten mit je 100 mg Itraconazol).

    Bei der Einnahme mit Behandlungspausen nimmt man eine Woche lang täglich 400 mg Itraconazol (morgens und abends je zwei Tabletten mit 100 mg Itraconazol). Danach folgen drei Wochen Behandlungspause. Auch hier dauert die Behandlung höchstens drei Monate.

    Fluconazol

    Fluconazol wird nur eingesetzt, wenn andere Behandlungen keinen Erfolg gebracht haben oder aus anderen Gründen nicht infrage kommen. Es wird einmal pro Woche eingenommen (Dosierung: 150 mg). Fluconazol muss jedoch etwa 6 bis 12 Monate angewendet werden, um ausreichend zu wirken.

    Wie wirksam sind Tabletten gegen Nagelpilz?

    Tabletten gegen Nagelpilz sind in mehreren Studien untersucht worden. Alle Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer hatten eine durch Hautpilze ausgelöste Infektion an den Zehennägeln. Insgesamt zeigten die Studienergebnisse, dass Tabletten deutlich wirksamer sind als Lacke oder Cremes.

    Ein Jahr nach einer dreimonatigen Behandlung mit Terbinafin zeigte sich:

    • Ohne Behandlung war bei ungefähr 17 von 100 Personen kein Nagelpilz mehr nachweisbar.
    • Mit Behandlung war bei circa 76 von 100 Personen kein Nagelpilz mehr nachweisbar.

    Die Behandlung mit Terbinafin heilte die Infektion also bei etwa 59 von 100 Personen.

    Itraconazol stellte sich ebenfalls als wirksam heraus:

    • Ohne Behandlung war nach einem Jahr bei 7 von 100 Personen kein Nagelpilz mehr nachweisbar.
    • Mit Behandlung war nach einem Jahr bei ungefähr 43 von 100 Personen kein Nagelpilz mehr nachweisbar.

    Die Behandlung mit Itraconazol heilte die Infektion also bei schätzungsweise 36 von 100 Personen.

    Einige Studien haben Itraconazol und Terbinafin direkt miteinander verglichen. Sie bestätigen, dass Terbinafin etwas wirksamer ist als Itraconazol.

    Die Einnahme mit Behandlungspause ist vermutlich ähnlich wirksam wie eine durchgehende Behandlung. Dies ist aber nur in einzelnen Studien untersucht worden.

    Welche Neben- und Wechselwirkungen haben die Tabletten?

    Mögliche Nebenwirkungen von Itraconazol sind Kopfschmerzen, Schwindel, Magen-Darm-Probleme und Hautausschläge. Außerdem kann Itraconazol Wechselwirkungen mit einer Reihe von anderen Wirkstoffen haben. Dazu gehören cholesterinsenkende und blutzuckersenkende Medikamente sowie bestimmte Schlafmittel. Daher ist es wichtig, die Ärztin oder den Arzt darüber zu informieren, welche Medikamente man nimmt. Für Menschen mit einer Herzschwäche kommt Itraconazol nicht infrage. Auch für Frauen, die schwanger sind oder stillen, ist das Medikament nicht geeignet.

    Terbinafin kann Magen-Darm-Probleme auslösen und zu einem vorübergehenden Geschmacks- und Geruchsverlust führen. Außerdem können Wechselwirkungen mit bestimmten Antidepressiva und Herzmedikamenten auftreten. Insgesamt hat Terbinafin deutlich weniger Wechselwirkungen als Itraconazol. Dennoch ist es auch hier wichtig, die Ärztin oder den Arzt über die Einnahme anderer Medikamente zu informieren. In der Schwangerschaft oder beim Stillen sollte das Mittel vorsichtshalber auch nicht eingenommen werden.

    Wie häufig die einzelnen Nebenwirkungen auftreten, wurde in den Studien nur selten berichtet. Die meisten Menschen vertragen die Medikamente, die gegen Nagelpilz eingesetzt werden, aber offenbar gut: Es brachen nur wenige die Behandlung wegen Nebenwirkungen ab.

    Bei der Einnahme von Itraconazol oder Terbinafin besteht allerdings ein, wenn auch sehr geringes Risiko für Leberschäden. Bei Menschen mit einer Lebererkrankung werden diese Medikamente daher nur eingesetzt, wenn dies unbedingt erforderlich ist.

    Was kann man von Mitteln wie Teebaumöl erwarten?

    Manchmal werden zur Behandlung von Nagelpilz Hausmittel empfohlen, etwa das Auftragen von Teebaumöl oder Essig. Ob diese und andere Mittel gegen Nagelpilz helfen, ist bislang aber nicht in guten Studien erprobt worden.

    Wann kommen welche Behandlungen infrage?

    Eine äußerliche Behandlung von Nagelpilz mit Lack oder Creme wird von den meisten Fachleuten in Erwägung gezogen, wenn

    • höchstens gut die Hälfte des Nagels von der Pilzinfektion betroffen ist,
    • die Nagelwurzel nicht infiziert ist und
    • nur einzelne Nägel betroffen sind.

    Auch bei Kindern wird eher eine äußerliche Behandlung empfohlen. Zum einen sind die meisten Medikamente für Kinder nicht zugelassen. Zum anderen haben Kinder dünnere Nägel, die schneller wachsen. Daher geht man davon aus, dass eine Behandlung mit Lack oder Creme bei ihnen bessere Erfolgschancen hat als bei Erwachsenen. Ein weißer oberflächlicher Nagelpilz wird ebenfalls oft mit Lack oder Creme behandelt.

    Wenn mehrere Nägel vom Pilz betroffen sind oder die Infektion großflächiger ist, ist es meist nötig, Medikamente einzunehmen. Auch wenn die Infektion von der Nagelwurzel ausgeht, helfen höchstwahrscheinlich nur Tabletten.

    Zusätzliche Behandlungen

    Bei einem ausgeprägten Nagelbefall können Tabletten auch mit Lack oder Creme kombiniert werden. Wenn der Nagel zum Beispiel sehr dick ist, kann er zusätzlich zur Tabletten-Behandlung mithilfe von Urea-Creme langsam abgetragen oder auch in Teilen abgeschliffen werden. Eine Kombinations-Behandlung kann auch infrage kommen, wenn sich unter dem Nagel große Pilzansammlungen befinden. Eine professionelle medizinische Fußpflege ist bei schwerem Nagelpilz ebenfalls eine Möglichkeit. Wenn der Nagel abgeschliffen wird, ist es wichtig, auf eine gute Hygiene und Desinfektion zu achten, da das abgetragene Material ansteckende Pilzsporen enthalten kann.

    Manchmal wird Menschen mit Nagelpilz eine Laserbehandlung angeboten. Dabei wird der Nagel zum Beispiel mit Infrarotlicht oder ultraviolettem Licht (UV-Licht) bestrahlt, das die Pilze abtöten soll. Die Wirksamkeit von Laserbehandlungen ist nicht durch gute Studien nachgewiesen. Da sie keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen sind, müssen sie selbst bezahlt werden.

    Was ist für mich die passende Behandlung?

    Nagelpilz ist meist harmlos. Doch viele Menschen finden verfärbte oder verdickte Nägel unansehnlich und möchten den Pilz möglichst rasch wieder loswerden. Zudem kann sich eine Nagelpilz-Infektion ausweiten und auch dazu führen, dass sich andere Menschen anstecken. Unabhängig von der gewählten Behandlung dauert es allerdings eine ganze Weile, bis der Nagel wieder normal aussieht. Geduld ist vor allem nötig, wenn es sich um einen Zehennagel handelt. Bis der Nagel des großen Zehs gesund nachgewachsen ist, kann ein Jahr vergehen. Bei manchen Menschen ist Nagelpilz trotz Behandlung sehr hartnäckig. Er kann auch nach erfolgreicher Behandlung wieder auftreten.

    Die Chancen, Nagelpilz mit einer äußerlichen Behandlung dauerhaft zu heilen, sind eher gering. Die Behandlung mit Tabletten ist deutlich wirksamer und weniger langwierig. Allerdings kommt sie wegen sehr seltener, aber ernsthafter Risiken nicht für alle Menschen infrage. Wie man die Vor- und Nachteile der verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten für sich selbst einschätzt, ist eine Frage der persönlichen Abwägung. Die Ärztin oder der Arzt kann dabei beraten.

    Quellen

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    Tietz HJ, Hay R, Querner S, Delcker A, Kurka P, Merk HF. Efficacy of 4 weeks topical bifonazole treatment for onychomycosis after nail ablation with 40% urea: a double-blind, randomized, placebo-controlled multicenter study. Mycoses 2013; 56(4): 414-421.

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