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Nasennebenhöhlenentzündung

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    Eine verstopfte Nase, Schmerzen und Druckgefühle im Bereich der Stirn oder des Kiefers sind typisch für entzündete Nasennebenhöhlen, auch Sinusitis genannt. Sie entwickelt sich manchmal aus einer Erkältung oder Grippe. Lesen Sie mehr über Symptome, Ursachen und Behandlungen bei akuter und chronischer Sinusitis.

    Einleitung

    Eine Sinusitis ist eine Entzündung der Nasennebenhöhlen. Die Fachbezeichnung lautet „Rhinosinusitis“ („Rhino“ bedeutet Nase und „Sinus“ Hohlraum), weil die Schleimhaut in der Nase und in den Nebenhöhlen betroffen ist.

    Die Nasennebenhöhlen sind Teil der oberen Luftwege und mit der Nasenhöhle verbunden. Sie bestehen aus mehreren Hohlräumen im Schädelknochen, die nach oben bis zur Stirn und nach unten bis zu den Zähnen des Oberkiefers reichen. Deshalb unterteilt man die Nebenhöhlen in Stirn-, Kiefer-, Keilbeinhöhle und Siebbeinzellen. Die Nasennebenhöhlen sind mit Schleimhaut ausgekleidet, auf der sich kleine Härchen (Flimmerepithel) befinden. Die Schleimhaut der Nebenhöhlen bildet Flüssigkeit (Sekret), die über Nase und Rachen abfließt. 

    Grafik: Lage der Nasennebenhöhlen - wie im Text beschrieben

    Man unterscheidet zwischen der akuten und der chronischen Nasennebenhöhlenentzündung: Die akute Form kann mehrmals im Jahr auftreten, verschwindet aber spätestens nach einigen Wochen wieder. Bei einer chronischen Nebenhöhlenentzündung sind die Nasenschleimhäute dauerhaft entzündet. Häufig spricht man von einer chronischen Sinusitis, wenn die Beschwerden länger als drei Monate andauern.

    Symptome

    Eine Nebenhöhlenentzündung geht oft mit den folgenden typischen Beschwerden einher:

    • verstopfte Nase,
    • Husten,
    • Fieber,
    • Schmerzen,
    • Schwellung und
    • Eiteransammlungen.

    Bei einer Sinusitis sind die Nasenwege durch die Schwellung und die Ansammlung von Flüssigkeit blockiert. Dies erschwert die Atmung durch die Nase, die sich verstopft anfühlt. Ein grünliches oder gelbliches Sekret ist ein Zeichen für die Ansiedlung von Krankheitserregern.

    Schmerzen treten häufig in der Stirn, im Kiefer oder um die Augen herum auf, seltener auch an den Zähnen. Schmerzen und oft auch ein Stauungsgefühl verstärken sich meist, wenn man sich nach vorne lehnt – etwa beim Aufstehen aus dem Bett. Der Geruchssinn ist oft eingeschränkt oder ganz verschwunden.

    Ursachen

    Eine akute Sinusitis wird oft durch eine Erkältung oder Grippe hervorgerufen. Erkältungen werden meist durch Atemwegsviren verursacht, seltener durch bakterielle Erreger. Nach einer viralen Infektion kann es jedoch zu einer zusätzlichen Besiedlung mit Bakterien kommen.

    Viren oder Bakterien lösen eine Entzündung aus, die die Schleimhäute anschwellen lässt. Dies kann den Abfluss von Sekret aus den Nebenhöhlen behindern. Dadurch verdickt sich die Flüssigkeit, und die Hohlräume füllen sich mit zähem, oft gelblich-grünlichem Schleim. Allergien, Nasenpolypen, eine verkrümmte Nasenscheidewand oder ein geschwächtes Immunsystem können eine Sinusitis begünstigen.

    Warum eine chronische Sinusitis entsteht, weiß man oft nicht. Manchmal entwickelt sie sich aus einer hartnäckigen akuten Sinusitis. Darüber hinaus können auch andere Einflüsse eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung begünstigen oder verstärken, zum Beispiel:

    • Fehlreaktionen des Immunsystems, zum Beispiel Heuschnupfen und andere Allergien,
    • eine verkrümmte Nasenscheidewand oder andere Veränderungen der Nase oder
    • eine Unverträglichkeit gegen Acetylsalicylsäure (ASS, als Wirkstoff in Schmerzmitteln und Blutverdünnern enthalten).

    Vergrößerte Polypen verengen die Hohlräume in der Nase und behindern dadurch die Belüftung der Nasennebenhöhlen. Dies begünstigt die Ansiedlung von Krankheitserregern. Vermutet wird, dass auch Umweltfaktoren wie Chemikalien oder Zigarettenrauch eine Rolle spielen können.

    Folgen

    Aus einer nicht ausgeheilten akuten Sinusitis kann sich eine chronische entwickeln. Als Folge einer dauerhaften Nasennebenhöhlenentzündung können Schleimhaut-Ausstülpungen entstehen, sogenannte Nasenpolypen. Sie beeinträchtigen die Nasenatmung und den Geruchssinn. Diese Nasenpolypen sind nicht zu verwechseln mit den vor allem bei Kindern häufig vergrößerten Rachenmandeln. Sie werden im Volksmund ebenfalls als „Polypen“ bezeichnet.

    Sehr selten breitet sich die Entzündung auf umliegende Körperregionen aus, etwa die Augen oder das Gehirn. Anzeichen dafür sind hohes Fieber, Schwellungen um die Augen, entzündliche Hautrötungen, starker Gesichtsschmerz, Lichtempfindlichkeit und Nackensteife. Bei solchen Symptomen ist sofortiger ärztlicher Rat nötig.

    Diagnose

    Die Ärztin oder der Arzt wird zunächst nach Beschwerden wie Schmerzen, Fieber und dem Allgemeinbefinden fragen, außerdem nach Husten, Auswurf und Riechstörungen. Im Anschluss kann die Ärztin oder der Arzt verschiedene Untersuchungen durchführen. Sie oder er kann zum Beispiel mithilfe eines schlauchförmigen Geräts mit einer kleinen Lampe (Endoskop) das Innere der Nase prüfen und erkennen, ob die Schleimhaut geschwollen ist und welche Farbe das Nasensekret hat. Nur in Ausnahmen wird eine Probe (Abstrich) des Sekrets genommen und anschließend im Labor auf Krankheitserreger untersucht. Für den Abstrich wird eine Sonde durch die Nase geführt. Falls die Diagnose weiterhin unklar ist oder es Anzeichen für Komplikationen gibt, kann eine Computertomografie (CT) oder ein Ultraschall gemacht werden.

    Festzustellen, ob Bakterien oder Viren die Sinusitis ausgelöst haben, ist aufwendig. Bei einer akuten Sinusitis hat die Diagnose zudem kaum Einfluss auf die Behandlung und den Krankheitsverlauf. Sie heilt meist innerhalb von ein bis zwei Wochen aus.

    Bei einer chronischen Sinusitis kann manchmal ein Allergietest weiterhelfen. Häufig tritt eine Allergie zusammen mit einer chronischen Nebenhöhlenentzündung auf.

    Behandlung

    Kortisonhaltige Nasensprays können die Beschwerden bei einer Nasennebenhöhlenentzündung lindern. Abschwellende Nasensprays helfen höchstens kurzfristig und sollten nur über wenige Tage angewendet werden. Manchen Menschen hilft es auch, die Nase zu spülen oder zu inhalieren. Unter Umständen kommen Antibiotika infrage.

    Bei einer chronischen Entzündung entscheiden sich manche Menschen für eine Operation, bei der die Engstellen in den Nasennebenhöhlen erweitert werden. Sie ist dann eine Möglichkeit, wenn andere Behandlungen keine ausreichende Besserung gebracht haben.

    Weitere Informationen

    Die Hausarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem ärztlichen Rat braucht. Wir informieren darüber, wie man die richtige Praxis findet, wie man sich am besten auf den Arztbesuch vorbereitet und was dabei wichtig ist.

    Quellen

    Ah-See K. Sinusitis (acute). BMJ Clin Evid 2011: pii: 0511.

    Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC), Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). Rhinosinusitis (S2k-Leitlinie). AWMF-Registernr.: 017-049 und 053-012. 04.2017.

    Khalil HS, Nunez DA. Functional endoscopic sinus surgery for chronic rhinosinusitis. Cochrane Database Syst Rev 2006; (3): CD004458.

    Rimmer J, Fokkens W, Chong LY, Hopkins C. Surgical versus medical interventions for chronic rhinosinusitis with nasal polyps. Cochrane Database Syst Rev 2014; (12): CD006991.

    Shaikh N, Wald ER. Decongestants, antihistamines and nasal irrigation for acute sinusitis in children. Cochrane Database Syst Rev 2014; (10): CD007909.

    Zalmanovici Trestioreanu A, Yaphe J. Intranasal steroids for acute sinusitis. Cochrane Database Syst Rev 2013; (12): CD005149.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Mittel gegen akute Nasennebenhöhlenentzündung

    Eine Nasennebenhöhlenentzündung kann unter anderem mit kortisonhaltigen Nasensprays, abschwellenden Nasensprays oder manchmal mit Antibiotika behandelt werden.

    Meist im Herbst geht es los: Immer mehr Arbeitskolleginnen und -kollegen melden sich krank, verschnupft und fiebrig hüten sie daheim das Bett. Bei manchen von ihnen wächst sich eine einfache Erkältung zu einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) aus. Eine akute Sinusitis kann ein paar Tage, aber auch hartnäckig mehrere Wochen andauern. Man fühlt sich schlapp und krank, und neben den Erkältungssymptomen können starke Schmerzen im Bereich der Stirn, manchmal auch bis hinunter zum Kiefer auftreten.

    Es gibt unterschiedliche Methoden und Mittel, mit denen eine Nasennebenhöhlenentzündung behandelt werden kann.

    Eine Nasennebenhöhlenentzündung kann unter anderem mit kortisonhaltigen Nasensprays, abschwellenden Nasensprays oder manchmal mit Antibiotika behandelt werden.

    Meist im Herbst geht es los: Immer mehr Arbeitskolleginnen und -kollegen melden sich krank, verschnupft und fiebrig hüten sie daheim das Bett. Bei manchen von ihnen wächst sich eine einfache Erkältung zu einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) aus. Eine akute Sinusitis kann ein paar Tage, aber auch hartnäckig mehrere Wochen andauern. Man fühlt sich schlapp und krank, und neben den Erkältungssymptomen können starke Schmerzen im Bereich der Stirn, manchmal auch bis hinunter zum Kiefer auftreten.

    Es gibt unterschiedliche Methoden und Mittel, mit denen eine Nasennebenhöhlenentzündung behandelt werden kann.

    Kortison

    Kortisonhaltige Nasensprays sollen die Entzündung hemmen und dadurch die Schleimhaut in den Nasennebenhöhlen abschwellen lassen. Studien bestätigen, dass solche Nasensprays Sinusitis-Beschwerden lindern können. Allerdings wirken sie oft erst nach ein paar Tagen und nicht bei allen Menschen. Sie helfen vor allem bei einer Allergie und bei regelmäßig wiederkehrenden Nasennebenhöhlenentzündungen. In den Studien zeigte sich nach zwei bis drei Wochen:

    • Ohne Nasenspray: Bei 66 von 100 Personen, die ein Mittel ohne Wirkstoff (Placebo) nahmen, hatten sich die Beschwerden deutlich verbessert.
    • Mit Nasenspray: Bei 73 von 100 Personen, die ein Kortisonspray einsetzten, hatten sich die Beschwerden deutlich verbessert.

    Das bedeutet: Bei 7 von 100 Menschen konnte das Kortisonspray die Beschwerden lindern. Als Nebenwirkungen solcher Nasensprays treten manchmal Nasenbluten und Kopfschmerzen auf.

    Kortisontabletten allein sind wahrscheinlich nicht wirksam. Sie können möglicherweise in Kombination mit Antibiotika helfen. Eine solche Behandlung kommt aber nur für Menschen mit starken Beschwerden infrage, die durch eine bakterielle Infektion verursacht werden. Dies ist jedoch selten.

    Schmerzmittel und abschwellende Nasensprays

    Andere Medikamente können Symptome lindern, aber nicht die Krankheitsdauer verkürzen. Dazu gehören etwa ASS (Acetylsalicylsäure, zum Beispiel in Aspirin), Paracetamol und abschwellende Nasensprays oder -tropfen (Dekongestiva). Im Gegensatz zu den Kortisonsprays tritt die Wirkung abschwellender Nasensprays sofort ein. Sie sollen die Schleimhautschwellung verringern, kurzfristig für eine bessere Nasenatmung sorgen und dadurch helfen, nachts besser zu schlafen. Diese Mittel wirken jedoch nicht entzündungshemmend. Zur Behandlung der Sinusitis sind sie insgesamt nicht gut untersucht.

    Abschwellende Wirkstoffe können auch einen gegenteiligen Effekt auslösen. Denn nach wenigen Stunden schwillt die Schleimhaut der Nase meist wieder zu – dies wird „Rebound-Effekt“ genannt (Rebound = englisch für Rückprall). Dieser wird umso stärker, je häufiger man die Mittel einsetzt. Deshalb wird davon abgeraten, die Sprays oder Tropfen länger als ein paar Tage durchgehend anzuwenden. Es gibt sehr viele abschwellende Mittel mit verschiedenen Wirkstoffen, die auch Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Schwindel haben können.

    Salzlösungen und Inhalationen

    Zusätzlich zu Medikamenten werden manchmal auch Salzlösungen verwendet, um die Schwellung der Schleimhaut zu mildern und das Sekret zu lösen. Salzlösungen gibt es als fertig zubereitete Nasensprays. Man kann die Nase auch mit Salzwasser spülen, oder Wasser erhitzen und den Dampf inhalieren. Manche Menschen geben zum Beispiel noch Kamille oder Pfefferminze dazu. Solche Hausmittel werden von vielen als wohltuend empfunden, wissenschaftliche Untersuchungen zu ihren Vor- und Nachteilen gibt es allerdings nicht. Dies gilt auch für die Anwendung von Infrarotbestrahlung.

    Antibiotika

    Antibiotika wirken nur gegen Bakterien. Da eine Nasennebenhöhlenentzündung aber meist durch Viren verursacht wird, helfen Antibiotika in diesen Fällen nicht. Und auch wenn bei der Diagnose Bakterien festgestellt und gezielt behandelt werden, nützen Antibiotika nur bei wenigen Personen. Der Grund ist, dass eine Nebenhöhlenentzündung meist auch ohne Medikamente innerhalb von zwei Wochen ausheilt.

    In den meisten Fällen kann man also zunächst ein bis zwei Wochen abwarten, ob sich die Beschwerden auch von allein bessern. Falls sie länger andauern, ist immer noch Zeit, mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen, ob Antibiotika sinnvoll sein könnten.

    Antibiotika können Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Probleme und Pilzinfektionen haben. Ein zu häufiger Antibiotika-Einsatz kann dazu beitragen, dass sich zunehmend widerstandsfähige (resistente) Krankheitserreger bilden, gegen die Antibiotika nichts mehr ausrichten können. Deshalb sollte man bei leichten Atemwegserkrankungen zunächst auf Antibiotika verzichten.

    Bei einem schweren Krankheitsverlauf ist die schnelle Anwendung von Antibiotika jedoch unerlässlich. Sie schützt vor ernsten Komplikationen wie beispielsweise Hirnhautentzündungen. Anzeichen für einen schweren Verlauf sind hohes Fieber, Schwellungen um die Augen, entzündliche Hautrötungen, starker Gesichtsschmerz, Lichtempfindlichkeit und Nackensteife.

    Quellen

    Ah-See K. Sinusitis (acute). BMJ Clin Evid 2011: pii: 0511.

    Shaikh N, Wald ER. Decongestants, antihistamines and nasal irrigation for acute sinusitis in children. Cochrane Database Syst Rev 2014; (10): CD007909.

    Venekamp RP, Thompson MJ, Hayward G, Heneghan CJ, Del Mar CB, Perera R et al. Systemic corticosteroids for acute sinusitis. Cochrane Database Syst Rev 2014; (3): CD008115.

    Zalmanovici Trestioreanu A, Yaphe J. Intranasal steroids for acute sinusitis. Cochrane Database Syst Rev 2013; (12): CD005149.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Behandlung einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung

    Eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) kann belastend sein und die Lebensqualität einschränken. Es gibt jedoch Mittel, die nachweislich helfen, die Beschwerden zu lindern. Hilfreich sind vor allem kortisonhaltige Nasensprays. Manchmal kommt auch eine Operation infrage.

    Ein kurzer Schnupfen ist für die meisten Menschen normal und meist wenig belastend. Unangenehm ist es aber, wenn man auf Dauer nicht mehr richtig durch die Nase atmen kann und Schmerzen hat oder ein Druckgefühl im Gesicht spürt. Hinter solchen Beschwerden steckt oft eine dauerhafte Nasennebenhöhlenentzündung (chronische Sinusitis).

    Bei der beidseitigen chronischen Nebenhöhlenentzündung werden hauptsächlich zwei Formen unterschieden:

    • Die chronische Nebenhöhlenentzündung ohne Polypen (gutartige Schleimhautausstülpungen): Bei dieser Form ist die Schleimhaut geschwollen, es haben sich aber keine Polypen gebildet.
    • Die chronische Nebenhöhlenentzündung mit Polypen: Bei dieser Form ist die Schleimhaut geschwollen und es haben sich Polypen gebildet.

    In diesem Text geht es um diese beiden Hauptformen. Seltener sind Sonderformen einer chronischen Nebenhöhlenentzündung, etwa als Begleiterscheinung einer Immunschwäche oder aufgrund von Pilzinfektionen. Sie erfordern teilweise besondere Behandlungen.

    Eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) kann belastend sein und die Lebensqualität einschränken. Es gibt jedoch Mittel, die nachweislich helfen, die Beschwerden zu lindern. Hilfreich sind vor allem kortisonhaltige Nasensprays. Manchmal kommt auch eine Operation infrage.

    Ein kurzer Schnupfen ist für die meisten Menschen normal und meist wenig belastend. Unangenehm ist es aber, wenn man auf Dauer nicht mehr richtig durch die Nase atmen kann und Schmerzen hat oder ein Druckgefühl im Gesicht spürt. Hinter solchen Beschwerden steckt oft eine dauerhafte Nasennebenhöhlenentzündung (chronische Sinusitis).

    Bei der beidseitigen chronischen Nebenhöhlenentzündung werden hauptsächlich zwei Formen unterschieden:

    • Die chronische Nebenhöhlenentzündung ohne Polypen (gutartige Schleimhautausstülpungen): Bei dieser Form ist die Schleimhaut geschwollen, es haben sich aber keine Polypen gebildet.
    • Die chronische Nebenhöhlenentzündung mit Polypen: Bei dieser Form ist die Schleimhaut geschwollen und es haben sich Polypen gebildet.

    In diesem Text geht es um diese beiden Hauptformen. Seltener sind Sonderformen einer chronischen Nebenhöhlenentzündung, etwa als Begleiterscheinung einer Immunschwäche oder aufgrund von Pilzinfektionen. Sie erfordern teilweise besondere Behandlungen.

    Welche medikamentösen Behandlungen gibt es?

    Kortison

    Kortisonhaltige Nasensprays lassen die Schleimhäute in den Nebenhöhlen abschwellen und lindern so die Beschwerden. Falls Polypen vorhanden sind, können sie durch eine Behandlung mit kortisonhaltigem Nasenspray kleiner werden. Die volle Wirkung von Kortisonsprays setzt meist erst nach einigen Tagen ein. Um die Beschwerden dauerhaft zu lindern, ist es oft nötig, die Mittel über Monate oder sogar länger als ein Jahr anzuwenden. Es gibt verschiedene Kortisonsprays, die den bisherigen Studien zufolge alle ähnlich gut wirken.

    Manche Menschen haben Bedenken, kortisonhaltige Medikamente anzuwenden. Tatsächlich kann Kortison – in höherer Dosis und über eine längere Zeit eingesetzt – Nebenwirkungen haben. Vor allem kann es die Nasenschleimhaut reizen oder austrocknen. Manchmal treten auch vorübergehend Kopfschmerzen auf. Insbesondere bei höherer Dosierung kann es zu Nasenbluten kommen. Meist sind die Nebenwirkungen jedoch nicht sehr stark.

    Kortisonhaltige Nasensprays haben deutlich weniger Nebenwirkungen als Mittel, die als Tabletten eingenommen oder als Infusion verabreicht werden. Denn in Tablettenform oder als Infusionslösung gelangt der Wirkstoff in den gesamten Körper. Dagegen wirken örtlich angewendete Mittel wie Nasensprays oder Hautsalben überwiegend nur dort, wo sie eingesetzt werden.

    Kortisontabletten sind zwar ebenfalls wirksam, wegen ihrer Nebenwirkungen aber nur in Ausnahmefällen sinnvoll. Sie sollten höchstens drei Wochen lang eingenommen werden.

    Antibiotika

    Es gibt nur wenige Studien, die untersucht haben, wie nützlich Antibiotika bei einer chronischen Nebenhöhlenentzündung sind. Diese konnten aber nicht klären, wie gut sie wirklich helfen. Antibiotika wirken nur gegen Bakterien – eine Sinusitis wird aber meist von Viren und nicht von Bakterien ausgelöst. Zudem wird die Entzündung bei einer chronischen Sinusitis oft noch durch andere Umstände wie etwa eine Allergie begünstigt.

    Bei einer schweren bakteriellen Nebenhöhlenentzündung dagegen können, wenn auch selten, Komplikationen auftreten. Dann ist die schnelle Anwendung von Antibiotika unerlässlich und kann vor ernsten Folgen wie beispielsweise einer Gehirnhautentzündung schützen.

    Abschwellende Nasentropfen

    Abschwellende Nasentropfen oder Nasensprays (Dekongestiva) sollen die Schleimhaut beruhigen und zum Abschwellen bringen. Dadurch verbessert sich kurzfristig auch die Nasenatmung – was helfen kann, nachts besser zu schlafen. Allerdings können solche abschwellenden Wirkstoffe schnell auch einen gegenteiligen Effekt auslösen: Nach wenigen Stunden schwillt die Schleimhaut der Nase wieder an. Dieser Effekt wird umso stärker, je häufiger man die Mittel einsetzt. Deshalb ist es nicht sinnvoll, abschwellende Nasensprays länger als ein paar Tage durchgehend anzuwenden.

    Nasenspülungen und Inhalationen

    Zusätzlich zu Medikamenten kann man Kochsalzlösungen anwenden, um die Schwellung der Schleimhaut zu mildern und das Sekret zu lösen. Salzlösungen gibt es als fertig zubereitete Nasensprays. Um die Beschwerden zu lindern, kann man die Nase auch mit Salzwasser spülen. Eine andere Möglichkeit ist, Wasser zu erhitzen und den Dampf zu inhalieren. Manche Menschen geben noch zum Beispiel Kamille oder Pfefferminze dazu. Die Wirksamkeit von Kochsalzlösungen und Inhalationen sind aber noch nicht ausreichend wissenschaftlich untersucht.

    Schmerzmittel

    Bestimmte Medikamente verkürzen zwar nicht die Krankheitsdauer, können aber die Schmerzen lindern. Dazu gehören etwa schmerzstillende und entzündungshemmende Stoffe wie Ibuprofen, Paracetamol oder Acetylsalicylsäure (ASS). Allerdings haben manche Menschen eine Unverträglichkeit gegenüber ASS. Der Wirkstoff kann bei ihnen eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung begünstigen und auch Asthma-Anfälle auslösen. Für sie sind Schmerzmittel wie Paracetamol geeigneter.

    Andere Behandlungsformen

    Es werden noch andere, sehr verschiedene Mittel und Behandlungen angeboten. Dazu zählen neben weiteren Medikamenten auch pflanzliche Mittel, Akupunktur, Infrarotlicht oder Zink-Präparate. Wissenschaftliche Belege, dass diese Behandlungen bei einer chronischen Sinusitis helfen, gibt es jedoch nicht.

    Kann eine Operation helfen?

    Besonders wenn die chronischen Beschwerden stark sind und sich durch Medikamente allein nicht ausreichend oder dauerhaft bessern, entscheiden sich manche Menschen für eine Operation. Gängig ist ein Eingriff, bei dem die Engstellen in den Nasennebenhöhlen erweitert werden. Zusätzlich werden Schleimhautwucherungen (Polypen) und entzündete Teile der Schleimhaut entfernt. Diese Operation wird „funktionelle endoskopische Nasennebenhöhlenoperation“ (FESS) genannt. Sie hat zum Ziel, die Belüftung der Nase sowie das Riechvermögen zu verbessern und einen besseren Abfluss des Nasensekrets zu ermöglichen. Bei dem Eingriff werden die Engstellen mithilfe kleiner Instrumente erweitert, die durch einen Schlauch (Endoskop) in die Nebenhöhlen eingeführt werden.

    Leider haben nur wenige aussagekräftige Studien untersucht, ob die FESS die Beschwerden langfristig bessern kann und wie gut die Operation im Vergleich zu Medikamenten wie Kortison hilft. Eine Operation ist aber dann eine Möglichkeit, wenn Kortisonsprays und andere Behandlungen keine ausreichende Linderung gebracht haben. Mit dem Eingriff soll auch erreicht werden, dass Medikamente oder Salzlösungen besser wirken, weil die Mittel nach einer Erweiterung besser die Nasennebenhöhlen erreichen. Auch nach einer Operation kann auf Medikamente meist nicht verzichtet werden, um die Beschwerden zu lindern.

    Schwere Komplikationen nach der FESS sind sehr selten. Häufiger sind vorübergehende Nachblutungen, Entzündungen, Blutergüsse oder Geruchsstörungen: Nach unterschiedlichen Schätzungen müssen etwa 5 bis 15 von 100 Menschen nach einem Eingriff mit solchen Nebenwirkungen rechnen. Oft ist die Nase auch für einige Tage nach der Operation verstopft und es können sich Krusten bilden. Dies bessert sich aber schnell. Dagegen dauert es einige Wochen, bis die Wunden in den Nebenhöhlen vollständig abheilen. Eine regelmäßige Nachsorge über einige Wochen ist daher wichtig. Dazu gehört, die Nase mit Salzlösung zu spülen. In der Hals-Nasen-Ohren-Praxis wird die Ärztin oder der Arzt außerdem an mehreren Terminen Wundsekret aus der Nase absaugen.

    Ein weiteres operatives Verfahren ist die sogenannte Ballondilatation der Nasennebenhöhlen. Bei dieser Methode wird ein Katheter in die Nase eingeführt und am Eingang der Nebenhöhlen langsam ein kleiner Ballon aufgeblasen. Dies soll die Engstellen am Eingang der Nebenhöhlen ebenfalls erweitern. Das Verfahren eignet sich aber nicht für alle Formen der chronischen Nasennebenhöhlenentzündung.

    Quellen

    Chong LY, Head K, Hopkins C, Philpott C, Burton MJ, Schilder AG. Different types of intranasal steroids for chronic rhinosinusitis. Cochrane Database Syst Rev 2016; (4): CD011993.

    Chong LY, Head K, Hopkins C, Philpott C, Glew S, Scadding G et al. Saline irrigation for chronic rhinosinusitis. Cochrane Database Syst Rev 2016; (4): CD011995.

    Chong LY, Head K, Hopkins C, Philpott C, Schilder AG, Burton MJ. Intranasal steroids versus placebo or no intervention for chronic rhinosinusitis. Cochrane Database Syst Rev 2016; (4): CD011996.

    Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC), Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). Rhinosinusitis (S2k-Leitlinie). AWMF-Registernr.: 017-049 und 053-012. 04.2017.

    Head K, Chong LY, Hopkins C, Philpott C, Burton MJ, Schilder AG. Short-course oral steroids alone for chronic rhinosinusitis. Cochrane Database Syst Rev 2016; (4): CD011991.

    Head K, Chong LY, Hopkins C, Philpott C, Schilder AG, Burton MJ. Short-course oral steroids as an adjunct therapy for chronic rhinosinusitis. Cochrane Database Syst Rev 2016; (4): CD011992.

    Head K, Chong LY, Piromchai P, Hopkins C, Philpott C, Schilder AG et al. Systemic and topical antibiotics for chronic rhinosinusitis. Cochrane Database Syst Rev 2016; (4): CD011994.

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    Khalil HS, Nunez DA. Functional endoscopic sinus surgery for chronic rhinosinusitis. Cochrane Database Syst Rev 2006; (3): CD004458.

    Lasso A, Masoudian P, Quinn JG, Cowan J, Labajian V, Bonaparte JP et al. Long-term low-dose macrolides for chronic rhinosinusitis in adults - a systematic review of the literature. Clin Otolaryngol 2017; 42(3): 637-650.

    Rimmer J, Fokkens W, Chong LY, Hopkins C. Surgical versus medical interventions for chronic rhinosinusitis with nasal polyps. Cochrane Database Syst Rev 2014; (12): CD006991.

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