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Obstruktive Schlafapnoe

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    Überblick

    Wenn man genug schläft und sich trotzdem tagsüber wie gerädert fühlt, kann eine obstruktive Schlafapnoe (OSA) die Ursache sein. Viele Menschen mit einer Schlafapnoe schnarchen und haben nachts Atemaussetzer, meist ohne es zu merken. Das kann den Alltag empfindlich stören, aber auch das Risiko für andere Erkrankungen erhöhen.

    Einleitung

    Jeder kennt solche Phasen: Nachts halten Lärm, Sorgen oder Stress vom Schlafen ab, und am nächsten Tag lähmt die Müdigkeit. Was jedoch, wenn man eigentlich ausreichend lange schläft und sich am nächsten Tag dennoch wie gerädert fühlt? So geht es vielen Menschen, die eine obstruktive Schlafapnoe (OSA) haben: Sie bekommen – meist ohne es zu merken – beim Schlafen schlecht Luft, haben Atemaussetzer und sind tagsüber sehr schläfrig. Dies erhöht auf Dauer das Risiko für andere Erkrankungen und kann die Lebensqualität enorm beeinträchtigen.

    Symptome

    Menschen mit einer obstruktiven Schlafapnoe schnarchen meist sehr laut. Sie haben während des Schlafs regelmäßig eine flache Atmung (Hypopnoe) und Atemaussetzer (Apnoen), die länger als zehn Sekunden dauern. Schnarchen an sich ist harmlos. Erst wenn Atemaussetzer hinzukommen, spricht man von einer Schlafapnoe.

    Symptome, die auf eine Schlafapnoe hinweisen können, sind

    • starke Müdigkeit während des Tages,
    • Konzentrationsstörungen,
    • nächtliches Schwitzen und häufiges Wasserlassen,
    • plötzliches Erwachen, manchmal mit Herzrasen und Luftnot,
    • trockener Mund beim Aufwachen,
    • Kopfschmerzen am Morgen und
    • Potenzprobleme.

    Ursachen und Risikofaktoren

    Eine Schlafapnoe entsteht, wenn die Muskulatur in den oberen Atemwegen erschlafft. Dadurch verengt sich der Atemweg im Rachenbereich oder blockiert sogar ganz, wodurch beim Ein- und Ausatmen laute Schnarchgeräusche entstehen.

    Durch diese Atmungsstörung wird der Körper nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Zusätzlich sinken der Puls und der Blutdruck. Das Atemzentrum im Gehirn schlägt Alarm und löst einen Weckreiz aus: Man wacht kurz auf, meist ohne es zu merken. Dadurch wird der Schlafrhythmus unterbrochen, das Herz beginnt schneller zu schlagen und der Blutdruck steigt. Diese kurze Aufweckreaktion wird auch „Arousal“ genannt. Wenn sie in einer Nacht wiederholt auftritt, kann sie verhindern, in den Tiefschlaf zu fallen, der die Nachtruhe erst erholsam macht.

     

    Grafik: Normale Atmung

     

    Grafik: Obstruktive Schlafapnoe - wie im Text beschrieben

     

    Neben starkem Übergewicht spielen auch Besonderheiten im Mund- und Rachenraum häufig eine Rolle. Dazu gehören vergrößerte Mandeln, ein zu kleiner Unterkiefer, die Lage der Zunge und ein kleines Gaumensegel. Das Gaumensegel ist der weiche Teil des Gaumens im hinteren Rachenraum. Manchmal ist auch die Nasenatmung gestört. Die Rückenlage im Schlaf kann Schnarchen und Atmungsstörungen begünstigen, ist aber selten die alleinige Ursache.

    Auch ein übermäßiger Alkoholkonsum sowie Schlaf- und Beruhigungsmittel lassen die Atemmuskulatur erschlaffen und können eine Schlafapnoe verstärken. Die Wahrscheinlichkeit, an einer obstruktiven Schlafapnoe zu erkranken, nimmt ab dem 45. Lebensjahr stetig zu.

    Häufigkeit

    Schätzungen zufolge haben etwa 5 % der Männer und 3 % der Frauen eine obstruktive Schlafapnoe.

    Folgen

    Eine ausgeprägte Schlafapnoe führt dazu, dass man sich ständig schlapp und müde fühlt. Ein wenig erholsamer Schlaf schlägt zudem auf die Stimmung. Wer sich insgesamt weniger wohlfühlt als Menschen, die meistens gut schlafen, entwickelt möglicherweise auch eher eine Depression.

    Menschen mit einer obstruktiven Schlafapnoe haben häufiger Bluthochdruck und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sie haben daher ein höheres Risiko, einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder Herzrhythmusstörungen zu bekommen.

    Atemaussetzer führen nicht in jedem Fall zu Beschwerden oder gesundheitlichen Risiken. Kommen sie nur hin und wieder vor, dauern nur kurz an und verursachen keine Tagesmüdigkeit, sind sie in der Regel kein Anlass zur Beunruhigung. Es kann aber sinnvoll sein, die Atmungsstörungen zu beobachten und sich untersuchen zu lassen, wenn anhaltende Beschwerden auftreten.

    Diagnose

    Beim Verdacht auf eine OSA fragen Ärztinnen und Ärzte zunächst nach dem Ausmaß der Beschwerden und nach den Lebensgewohnheiten. Dann schließt sich eine körperliche Untersuchung an. Es kann sein, dass man in der Arztpraxis ein tragbares Messgerät erhält. Das Gerät misst nachts während des Schlafs beispielsweise die Atmung, die Herzfrequenz und die Sauerstoffsättigung im Blut, das Schnarchen und die Körperlage. Zeigen sich dabei Auffälligkeiten, kann eine weitere Untersuchung in einem Schlaflabor sinnvoll sein.

    Schlaflabore verfügen über Patientenzimmer, die für eine oder mehrere Nächte genutzt werden können. Hier wird der Schlaf mit Aufzeichnungsgeräten und einer Videokamera überwacht. Neben Atmung, Puls, Blutdruck und Sauerstoff im Blut werden auch die Augen- und Beinbewegungen im Schlaf und die Hirnströme erfasst. Anhand der Messergebnisse lassen sich die verschiedenen Schlafstadien beurteilen: wie lange und wie gut jemand geschlafen hat und ob es genügend Tief- und Traumschlafphasen gab. Bei Menschen mit einer Schlafapnoe kann aufgezeichnet werden, wie häufig die Atemaussetzer sind, wie lange sie dauern, in welchen Schlafstadien und welcher Körperlage sie auftreten. Außerdem wird geprüft, wie sie sich auf das Herz-Kreislauf-System und den Sauerstoffgehalt im Blut auswirken.

    Behandlung

    Bei starkem Übergewicht kann eine Gewichtsabnahme die Schlafapnoe lindern. Daneben werden viele verschiedene Behandlungen angeboten, die eine Schlafapnoe lindern sollen. Dazu zählen Apparate zur nächtlichen Atmungsunterstützung, Operationen, Lagerungshilfen und spezielle Hilfsmittel wie Unterkieferschienen. Für einige Behandlungen gibt es wissenschaftliche Belege, dass sie bei einer Schlafapnoe helfen können.

    Medikamente spielen bei der Behandlung der Schlafapnoe derzeit keine Rolle. Der Nutzen der bisher verfügbaren Mittel ist nicht belegt.

    Die wirksamste Behandlung einer schweren Schlafapnoe ist die sogenannte CPAP-Therapie. CPAP steht für „continuous positive airway pressure“ (kontinuierlicher Atemwegsüberdruck). Bei dieser Behandlung wird nachts mit einem leichten Überdruck Raumluft in die Atemwege gepumpt. Die Betroffenen tragen während des Schlafs eine Atemmaske, die an ein Atemgerät angeschlossen ist. Der leichte Überdruck hält die oberen Atemwege offen. Wer das Gerät nutzt, hat keine oder nur noch wenige Atemaussetzer. Dies kann spürbar die Beschwerden senken, etwa die Tagesmüdigkeit verringern. Häufige Nebenwirkungen der Behandlung sind ein trockener Hals und eine gereizte, manchmal verstopfte Nase.

    Leben und Alltag

    Eine obstruktive Schlafapnoe kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Wer schlecht schläft, fühlt sich tagsüber oft müde und „wie gerädert“. Manche Menschen fallen dann auch unfreiwillig in einen sogenannten Sekundenschlaf. Das passiert vor allem bei sitzenden Tätigkeiten und in ruhigen, eher passiven Situationen, zum Beispiel während eines Konzertbesuchs, beim Lesen oder vor dem Fernseher. Gefährlich wird es, wenn man am Steuer eines Autos einnickt. Zu wenig Schlaf kann zudem zu Konzentrations- und Gedächtnisstörungen führen.

    Eine Schlafapnoe kann die Partnerschaft belasten, wenn das laute Schnarchen den Schlaf des Partners stört und auch sie oder er tagsüber müde und gereizt ist. Zudem können die Atemaussetzer beängstigend wirken.

    Die CPAP-Therapie, die die Beschwerden am besten lindern kann, ist gewöhnungsbedürftig: Nicht jeder mag sich damit abfinden, jede Nacht eine Atemmaske zu tragen. Ein Schulungsprogramm kann helfen, mit der CPAP-Therapie zurechtzukommen. Vielleicht hilft es auch, sich im Rahmen einer Selbsthilfegruppe mit anderen Betroffenen auszutauschen. Selbsthilfegruppen für Menschen mit Schlafapnoe gibt es mittlerweile in vielen deutschen Städten. Wichtig ist vor allem, etwas Geduld zu haben und sich bei Problemen Unterstützung zu holen. Wenn es gelingt, die Atemtherapie zu einem Teil der Alltagsroutine zu machen, kann sie die Lebensqualität deutlich erhöhen.

    Weitere Informationen

    Die Hausarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem ärztlichen Rat braucht. Wir informieren darüber, wie man die richtige Praxis findet, wie man sich am besten auf den Arztbesuch vorbereitet und was dabei wichtig ist.

    Quellen

    Balk EM, Moorthy D, Obadan NO, Patel K, Ip S, Chung M et al. Diagnosis and Treatment of Obstructive Sleep Apnea in Adults. 07.2011. (AHRQ Comparative Effectiveness Reviews; Band 32).

    Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie, Arbeitsgemeinschaft (ArGe) Schlafmedizin. HNO-spezifische Therapie der obstruktiven Schlafapnoe bei Erwachsenen (S2e-Leitlinie). AWMF-Registernr.: 017-069. 09.2015.

    Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM). S3 Leitlinie: Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörung. Kapitel „Schlafbezogene Atmungsstörungen bei Erwachsenen“. AWMF-Registernr.: 063-001. 08.2017.

    Greenstone M, Hack M. Obstructive sleep apnoea. BMJ 2014; 348: g3745.

    Thomasouli MA, Brady EM, Davies MJ, Hall AP, Khunti K, Morris DH et al. The impact of diet and lifestyle management strategies for obstructive sleep apnoea in adults: a systematic review and meta-analysis of randomised controlled trials. Sleep Breath 2013; 17(3): 925-935.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Was Studien sagen: Hilft eine gezielte Unterstützung, mit der CPAP-Therapie zurechtzukommen?

    Eine rechtzeitig begonnene, längere psychische und praktische Unterstützung kann dazu beitragen, dass weniger Menschen die Behandlung mit einem CPAP-Gerät abbrechen und die Geräte nachts länger genutzt werden. Wie sich eine intensive Unterstützung auf die Beschwerden auswirkt, ist noch unklar.

    Menschen mit einer obstruktiven Schlafapnoe schnarchen stark und haben während des Schlafs längere Phasen flacher Atmung (Hypopnoen) und Atemaussetzer (Apnoen). Das passiert, weil sich ihre Atemwege beim entspannten Liegen verengen und zeitweise ganz verschließen. Schnarchen an sich ist harmlos. Kommen aber Atmungsstörungen hinzu, wachen Betroffene nachts häufig auf und schlafen weniger erholsam.

    CPAP-Therapie: Kontinuierliche Überdruckatmung

    Die gängigste Behandlung der Schlafapnoe ist die CPAP-Therapie, bei der während des Schlafs eine Atemmaske getragen wird. Die Maske ist über einen Schlauch mit einem kleinen Atemgerät verbunden, das mit leichtem Überdruck kontinuierlich Raumluft in die Atemwege pumpt. Dadurch bleiben die Atemwege frei, die Atmung verbessert sich und das Schnarchen nimmt ab. Studien zeigen, dass Menschen durch die CPAP-Therapie tagsüber weniger müde sind und sich ihre Lebensqualität verbessert.

    Das Tragen der Maske ist gewöhnungsbedürftig und wird von manchen Menschen als unangenehm und beengend empfunden. Einige bekommen durch die CPAP-Therapie eine verstopfte Nase und einen trockenen Hals. Zudem macht das Ventil an der Maske leise Geräusche, die den Schlaf stören können. Manche Menschen haben daher Probleme, sich an ein CPAP-Gerät zu gewöhnen. Nicht wenige setzen die Maske nachts nur ein paar Stunden auf oder brechen die Therapie ab.

    Nach Empfehlungen zur CPAP-Nutzung müssen die Geräte mindestens fünf Stunden pro Nacht genutzt werden, damit die Behandlung wirksam ist. Wissenschaftliche Belege für eine bestimmte Mindestzeit in der Nacht gibt es derzeit aber nicht. Ein Teil der Anwender nutzt das CPAP-Gerät weniger als vier Stunden pro Nacht – dies könnte zu kurz sein, um die Beschwerden ausreichend zu lindern.

    Die Atemtherapie mit einer CPAP-Maske ist die Behandlung, die bei einer obstruktiven Schlafapnoe am besten helfen kann. Daher lohnt es sich, nach Mitteln und Wegen zu suchen, um möglichst gut mit der Atemtherapie zurechtzukommen.

    Studien zu Unterstützungsmöglichkeiten

    Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des internationalen Forschungsnetzwerks Cochrane Collaboration sind der Frage nachgegangen, ob eine gezielte Unterstützung dazu führt, dass Menschen mit obstruktiver Schlafapnoe die CPAP-Therapie besser nutzen. Sie prüften Studien, in denen Betroffene an Programmen teilnahmen, die über die übliche Behandlung hinausgingen. In den Programmen wurden die Teilnehmenden ausführlich in die CPAP-Therapie eingewiesen und anschließend längere Zeit bei der Behandlung begleitet. Sie hatten feste Ansprechpartnerinnen und -partner, um Probleme beim Umgang mit dem CPAP-Gerät zu besprechen. Auch Psychotherapie-Angebote wie die kognitive Verhaltenstherapie wurden untersucht.

    Um herauszufinden, ob solche Angebote hilfreich sind, ist in Studien eine Vergleichsgruppe (oder Kontrollgruppe) erforderlich: In dieser wurde das CPAP-Gerät lediglich erklärt und Informationen dazu zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus erhielten die Teilnehmenden keine weitere Unterstützung.

    Die Wissenschaftlergruppe wertete 30 Studien mit insgesamt fast 2050 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus. Die meisten von ihnen hatten eine schwere Schlafapnoe mit starken Beschwerden und verwendeten das CPAP-Gerät zum ersten Mal.

    Intensive Begleitung und Schulungen führen zu häufigerer Anwendung

    Die Studien zeigten, dass eine intensive psychische und praktische Unterstützung dazu führt, dass die CPAP-Therapie nachts länger angewendet wird. Die Anwendungsdauer pro Nacht erhöhte sich durch die Unterstützung um durchschnittlich etwa 50 Minuten.

    Die Unterschiede zwischen den Studien waren sehr groß, zum Beispiel je nach Art der Unterstützung. So konnten die Teilnehmenden entweder über einen Online-Kontakt, per Telefon, durch Hausbesuche oder durch Nachfolgetermine mit Schlafmedizinern Kontakt aufnehmen. In allen Studien erhielten die Teilnehmenden jedoch grundlegende Informationen über die Erkrankung und die CPAP-Therapie, eine Einweisung in das Gerät und Hinweise zum Umgang mit Nebenwirkungen.

    Studien zeigten auch, dass Schulungen zum Umgang mit den CPAP-Geräten etwas bewirken können. Durch die Schulungen nutzten die Teilnehmenden Maske und Gerät im Schnitt etwa 35 Minuten pro Nacht länger.

    Auch verhaltensorientierte Unterstützung führt zu einer häufigeren CPAP-Nutzung

    Eine verhaltensorientierte Unterstützung soll vor allem die eigenen Fähigkeiten stärken, Probleme zu lösen oder ein bestimmtes Ziel zu erreichen. In Studien wurde untersucht, wie motivierende Gespräche, regelmäßige schriftliche Rückmeldungen und die kognitive Verhaltenstherapie dabei helfen. Die kognitive Verhaltenstherapie zählt zu den psychotherapeutischen Verfahren und zielt auf die konkrete Lösung von Problemen, die aus bestimmten Verhaltensmustern entstehen.

    Das Ergebnis der Studien zeigte, dass eine verhaltensorientierte Unterstützung oder eine Verhaltenstherapie zu einer längeren Anwendung der CPAP-Behandlung führte. Mit dieser Unterstützung nutzten die Teilnehmenden die CPAP-Geräte um etwa 90 Minuten pro Nacht länger. Zudem nutzten insgesamt mehr Personen das Beatmungsgerät vier Stunden oder länger pro Nacht.

    Menschen zu einer längeren Anwendung der CPAP-Therapie zu motivieren, ist nur dann sinnvoll, wenn dadurch auch die Beschwerden abnehmen. Zwar deuten die Ergebnisse einzelner Studien darauf hin, dass Betroffene tagsüber weniger müde sind, wenn sie mithilfe von intensiverer Unterstützung die Geräte länger nutzen. Da die Studien nicht sehr aussagekräftig sind, bedarf es aber noch weiterer Untersuchungen, um das zu bestätigen.

    Quellen

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Behandlung einer obstruktiven Schlafapnoe

    Es werden viele verschiedene Behandlungen angeboten, die eine Schlafapnoe lindern sollen. Dazu zählen Apparate zur nächtlichen Atmungsunterstützung, chirurgische Eingriffe und spezielle Hilfsmittel. Als Standardtherapie gilt die Atmungsunterstützung mit Überdruck, die sogenannte CPAP-Behandlung.

    Menschen mit einer obstruktiven Schlafapnoe schnarchen oft stark und haben während des Schlafs längere Atemaussetzer. Deshalb wachen sie nachts häufig auf, schlafen weniger erholsam und fühlen sich tagsüber abgeschlagen und müde. Das Schnarchen an sich ist harmlos.

    Es werden viele verschiedene Behandlungen angeboten, die eine Schlafapnoe lindern sollen. Dazu zählen Apparate zur nächtlichen Atmungsunterstützung, chirurgische Eingriffe und spezielle Hilfsmittel. Als Standardtherapie gilt die Atmungsunterstützung mit Überdruck, die sogenannte CPAP-Behandlung.

    Menschen mit einer obstruktiven Schlafapnoe schnarchen oft stark und haben während des Schlafs längere Atemaussetzer. Deshalb wachen sie nachts häufig auf, schlafen weniger erholsam und fühlen sich tagsüber abgeschlagen und müde. Das Schnarchen an sich ist harmlos.

    Was kann man selbst tun, um eine Schlafapnoe zu lindern?

    Zunächst kann man versuchen, die Beschwerden durch Änderungen des Lebensstils und der Schlafgewohnheiten zu lindern. Dies kann die Atemaussetzer selbst aber nicht unbedingt mindern. Es gibt verschiedene Maßnahmen zur allgemeinen „Schlafhygiene“, die den Schlaf verbessern können.

    • Vier bis sechs Stunden vor dem Schlafengehen auf anregende Mittel wie Kaffee und Tee sowie auf schwere Mahlzeiten am Abend verzichten, denn sie können den Schlaf beeinträchtigen.
    • Abends weder rauchen noch Alkohol trinken, denn auch der abendliche Genuss von Alkohol und Nikotin kann den Schlaf stören. Alkohol lässt die Atemmuskulatur noch mehr erschlaffen, was die Schlafapnoe-Beschwerden verstärken kann.
    • Für einen ruhigen, dunklen und vor allem bequemen Schlafplatz mit einer angenehmen Temperatur sorgen.

    Bestimmte Schlaf- und Beruhigungsmittel haben auf Dauer viele Nebenwirkungen und können die Schlafapnoe verstärken. Dazu zählen vor allem Mittel aus der Gruppe der Benzodiazepine. Daher ist es besser, auf Benzodiazepine zu verzichten oder sie nur für wenige Tage in möglichst geringer Dosis einzunehmen. Andere schlaffördernde Mittel (sogenannte Nicht-Benzodiazepine) führen wahrscheinlich nicht zu häufigeren Atemaussetzern.

    Menschen mit Übergewicht haben öfter eine Schlafapnoe – vermutlich deshalb, weil zu viel Bauchfett die Atemtätigkeit erschwert. Fetteinlagerungen im Hals- und Rachenbereich verengen die Atemwege zusätzlich. Bei starkem Übergewicht (Adipositas) kann sich das Abnehmen allgemein positiv auf die Gesundheit auswirken. Auch die Schlafapnoe bessert sich, verschwindet aber nur selten allein durch das Abnehmen. Eine Kombination aus kalorienreduzierter Ernährung und mehr Bewegung kann helfen, Gewicht abzunehmen.

    Wer auf dem Rücken schläft, hat häufiger mit Schnarchen und Atmungsstörungen zu tun, da die Zunge dabei stärker in den Rachenraum zurückfällt. Wenn die Schlafapnoe nur in Rückenlage auftritt, kann man versuchen, nachts in der Seitenlage liegen zu bleiben. Manche Menschen nähen sich dazu zum Beispiel einen Tennisball hinten in den Schlafanzug, legen sich ein Kissen in den Rücken oder nutzen einen rucksackartigen Lagerungsgürtel, der um den Brustkorb geschnallt wird. Um die Atmung in der Rückenlage zu erleichtern, hilft es manchmal auch schon, den Kopf höher zu lagern.

    Ein Wechsel der Schlafposition allein kann den meisten Menschen mit Schlafapnoe nicht ausreichend helfen. Zwar kann er die Häufigkeit der Atemaussetzer verringern. In den bisherigen Studien halfen Positionswechsel den Teilnehmenden allerdings nicht, sich tagsüber wacher zu fühlen. Die CPAP-Therapie, bei der eine spezielle Atemmaske im Schlaf getragen wird, ist insgesamt wirksamer.

    Daneben gibt es ein großes Angebot von Hilfsmitteln und Produkten wie Nasenpflaster, Sprays und Gurgellösungen, die den Schlaf bessern und das Schnarchen mindern sollen. Ob sie Erleichterung bringen, ist unklar, da aussagekräftige wissenschaftliche Untersuchungen zu solchen Mitteln fehlen.

    Wie kann die kontinuierliche nächtliche Überdruckatmung (CPAP) helfen?

    Die CPAP-Therapie wird sehr häufig zur Behandlung einer obstruktiven Schlafapnoe eingesetzt – sie gilt als Standardtherapie. CPAP steht für „continuous positive airway pressure“ (kontinuierlicher Atemwegsüberdruck). Bei dieser Behandlung wird während des Schlafs eine Maske getragen. Je nach Modell umschließt sie Mund und Nase oder nur die Nase. Es gibt auch sogenannte Nasenpolster, bei denen zwei Endstücke aus weichem Kunststoff direkt in die Nasenlöcher eingeführt werden.

    Grafik: Obstruktive Schlafapnoe - wie im Text beschrieben

    Grafik: CPAP-Atemtherapie - wie im Text beschrieben

     

    Bei der Atemtherapie wird während des Schlafs mit einem leichten Überdruck Raumluft in die Atemwege gepumpt. Für den Überdruck sorgt eine kleine Pumpe, die über einen Schlauch mit der Maske verbunden ist. Die einströmende Luft hält die oberen Atemwege offen. Dadurch werden die Atemaussetzer deutlich weniger, der Sauerstoffgehalt im Blut steigt und die Schlafqualität verbessert sich. Meist hört auch das Schnarchen auf.

    Sonderformen der CPAP:

    • APAP – auto-CPAP: Bei der APAP wird im Gegensatz zur CPAP kein gleichbleibender Druck erzeugt. Der Druck der verabreichten Atemluft wird mit jedem Atemzug vom Gerät neu ermittelt und der Atmung angepasst. Das APAP kann eine Alternative sein für Menschen, die mit dem kontinuierlichen Druck des CPAP-Geräts nicht zurechtkommen oder eine Schlafapnoe haben, die nur in bestimmten Schlafpositionen auftritt.
    • BiPAP – bi-level PAP: BiPAP-Geräte verringern bei jeder Ausatmung den Druck. Sie werden vorwiegend eingesetzt, wenn Probleme bei der Ausatmung gegen den CPAP-Druck bestehen. Auch für Menschen mit einer obstruktiven Lungenerkrankung sind diese Geräte eher geeignet.

    Studien zeigen, dass die CPAP-Therapie eine Schlafapnoe lindern kann. Tagsüber weniger müde zu sein, kann die Stimmung heben und die Lebensqualität deutlich verbessern. Die verschiedenen CPAP-Geräte sind ähnlich gut wirksam.

    Eine Atemtherapie kann eine obstruktive Schlafapnoe allerdings nicht heilen, sondern nur ihre Symptome lindern. Wenn die Behandlung beendet wird, treten die Beschwerden meist sofort wieder auf.

    Die Behandlung kann auch dazu beitragen, einen erhöhten Blutdruck zu senken. Ob die CPAP-Therapie auch das Risiko für Herzerkrankungen oder Schlaganfälle senkt, ist unklar.

    Umgang mit dem CPAP-Gerät

    Zum Schlafen eine Maske zu tragen, ist gewöhnungsbedürftig. Die CPAP-Therapie wird von manchen Menschen als unangenehm und beengend empfunden. Einige bekommen eine verstopfte Nase oder einen trockenen Hals. Sie können versuchen, den Beatmungsdruck zu verändern. An modernen CPAP-Geräten lässt sich zudem ein Luftbefeuchter anbringen.

    Moderne CPAP-Geräte sind sehr leise und stören kaum. Dennoch fühlen sich manche Menschen mit der Atemmaske so unwohl, dass sie die Therapie abbrechen. Andere setzen die Maske in der Nacht nur für wenige Stunden auf und spüren dann kaum die Vorteile der Behandlung. Es wird empfohlen, CPAP-Geräte nachts mindestens fünf Stunden einzusetzen.

    Die CPAP ist die wirksamste Behandlung bei einer Schlafapnoe. Daher lohnt es sich, nach Mitteln und Wegen zu suchen, die den Umgang mit dem Atemgerät erleichtern. Studien zeigen, dass es eher gelingt, die Geräte nachts länger zu nutzen und die Therapie fortzuführen, wenn man dauerhafte Ansprechpartner hat, mit denen sich Behandlungsprobleme besprechen lassen. Das können Ärztinnen oder Ärzte sein, aber auch Pflegepersonal oder andere Betroffene. Besonders wichtig ist eine intensive Begleitung in den ersten Wochen der Nutzung des Atemgeräts. Manchmal kann eine psychologische Unterstützung sinnvoll sein.

    Auch bei praktischen Problemen im Umgang mit dem CPAP-Gerät oder wenn man sich nicht an die Atemtherapie gewöhnen kann, ist es sinnvoll, fachliche Unterstützung zu suchen. Vielleicht ist es hilfreich, einen anderen Maskentyp auszutesten. Bei trockenen Atemwegen kann der Luftbefeuchter am Gerät die Lösung sein.

    Wann kommt eine Unterkieferschiene infrage?

    Manche Menschen mit einer Schlafapnoe tragen nachts eine Kunststoffschiene im Mund. Sie sorgt dafür, dass der Unterkiefer weiter vorne gehalten wird. Dies kann verhindern, dass die Zunge zurückfällt und die Atemwege verengt. Sie ist eine Möglichkeit, leichtere und mittlere Formen der Schlafapnoe zu behandeln – oder eine Alternative für Menschen, die mit einem CPAP-Gerät nicht zurechtkommen. Allerdings empfinden manche das nächtliche Tragen einer Schiene als unangenehm. Dabei kommt es manchmal zu vermehrtem Speichelfluss, Mundtrockenheit, Druckgefühlen und Schmerzen im Kiefergelenk.

    Unterkieferschienen werden von Zahnärztinnen oder -ärzten und Kieferorthopäden angepasst. In der Regel müssen die Kosten für die Schienen selbst getragen werden. Es gibt auch frei verkäufliche Fertigschienen – es ist aber sinnvoll, sich eine Schiene in der Zahnarztpraxis anpassen zu lassen.

    Was kann man von einer Operation erwarten?

    Es sind verschiedene Operationen möglich, um die Atmung bei einer Schlafapnoe dauerhaft zu erleichtern. Bei den meisten Eingriffen wird Gewebe gestrafft oder entfernt, um die Atemwege freier zu machen.

    • Durch eine UPPP genannte Operation (Uvulopalatopharyngoplastik) wird das Gaumenzäpfchen gestrafft und weiches Gewebe am Gaumen chirurgisch abgetragen. Diese Gewebeteile verengen bei einer Schlafapnoe die Atemwege. Zusätzlich können bei dem Eingriff die Gaumenmandeln entfernt oder verkleinert werden.
    • Mithilfe der sogenannten Radiofrequenztherapie (RFT) wird mit einer kleinen Sonde Gewebe am Gaumen, an der Nasenmuschel oder den Mandeln abgetragen. Dadurch entstehen Narben, die das Gewebe zusammenziehen und straffen sollen.
    • Auch mit einem Laser kann das Gaumengewebe gestrafft werden. Die Laser-Uvulopalatopharyngoplastik (LAUP) wird heute aber nur noch selten eingesetzt, auch weil sie schmerzhaft ist.
    • Bei manchen Menschen ist der Unterkiefer so stark nach hinten verlagert, dass er ihre Atmung behindert. Der Unterkiefer kann operativ vorverlagert werden.

    Ob ein bestimmter Eingriff helfen kann, hängt in erster Linie von der Art der Atemwegsverengung ab. Wie nützlich die einzelnen Eingriffe sind und für wen sie sich am besten eignen, lässt sich insgesamt aber noch nicht gut beurteilen. Es gibt nur sehr wenige und nur sehr kleine Studien dazu.

    Jeder der genannten Eingriffe birgt auch Risiken wie Blutungen, Schmerzen oder Schluckstörungen. Das Risiko für Nebenwirkungen hängt von der Operationsmethode ab. Ärztinnen und Ärzte müssen vor einem Eingriff ausführlich darüber informieren, welche unerwünschten Folgen auftreten können.

    Können Medikamente helfen?

    Es gibt verschiedene Medikamente, die die Atmung nachts erleichtern sollen – indem sie beispielsweise die Atemmuskulatur beeinflussen oder den Atemantrieb steigern. Da bislang noch kein Mittel bekannt ist, das nachweislich bei einer Schlafapnoe helfen kann, spielen Medikamente bei der Behandlung derzeit keine Rolle.

    Medikamente können aber bei der Behandlung bestimmter Erkrankungen eine Rolle spielen, die eine Schlafapnoe begünstigen oder verstärken können. Dazu zählen beispielsweise Heuschnupfen oder eine Hausstauballergie.

    Quellen

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    Balk EM, Moorthy D, Obadan NO, Patel K, Ip S, Chung M et al. Diagnosis and Treatment of Obstructive Sleep Apnea in Adults. 07.2011. (AHRQ Comparative Effectiveness Reviews; Band 32).

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    Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM). S3 Leitlinie: Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörung. Kapitel „Schlafbezogene Atmungsstörungen bei Erwachsenen“. AWMF-Registernr.: 063-001. 08.2017.

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    Wang X, Zhang Y, Dong Z, Fan J, Nie S, Wei Y. Effect of continuous positive airway pressure on long-term cardiovascular outcomes in patients with coronary artery disease and obstructive sleep apnea: a systematic review and meta-analysis. Respir Res 2018; 19(1): 61.

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    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: CPAP-Atemtherapie: Umgang mit häufigen Problemen

    Die CPAP-Therapie kann die Atmung beim Schlafen verbessern und die Beschwerden einer obstruktiven Schlafapnoe deutlich lindern. Nachts eine Atemmaske zu tragen, ist jedoch gewöhnungsbedürftig und kann Unterstützung nötig machen.

    CPAP steht für „continuous positive airway pressure“ (kontinuierlicher Atemwegsüberdruck). Bei dieser Behandlung tragen die Betroffenen während des Schlafs eine Maske, die nur die Nase oder Mund und Nase umschließen. Die Maske ist über einen Schlauch mit einem Atemgerät verbunden. Es pumpt mit einem leichten Überdruck Raumluft in die Atemwege. Die einströmende Luft hält die Atemwege frei und verhindert, dass es zu Atemaussetzern kommt.

    Die Therapie mit einer Atemmaske ist gewöhnungsbedürftig. Viele Menschen kommen aber bereits nach ein oder zwei Nächten mit dem CPAP-Gerät gut zurecht. Andere haben große Probleme damit und brechen die Behandlung ab. Dieser Text gibt praktische Hinweise, die den Umgang mit typischen Problemen erleichtern können.

    Die CPAP-Therapie kann die Atmung beim Schlafen verbessern und die Beschwerden einer obstruktiven Schlafapnoe deutlich lindern. Nachts eine Atemmaske zu tragen, ist jedoch gewöhnungsbedürftig und kann Unterstützung nötig machen.

    CPAP steht für „continuous positive airway pressure“ (kontinuierlicher Atemwegsüberdruck). Bei dieser Behandlung tragen die Betroffenen während des Schlafs eine Maske, die nur die Nase oder Mund und Nase umschließen. Die Maske ist über einen Schlauch mit einem Atemgerät verbunden. Es pumpt mit einem leichten Überdruck Raumluft in die Atemwege. Die einströmende Luft hält die Atemwege frei und verhindert, dass es zu Atemaussetzern kommt.

    Die Therapie mit einer Atemmaske ist gewöhnungsbedürftig. Viele Menschen kommen aber bereits nach ein oder zwei Nächten mit dem CPAP-Gerät gut zurecht. Andere haben große Probleme damit und brechen die Behandlung ab. Dieser Text gibt praktische Hinweise, die den Umgang mit typischen Problemen erleichtern können.

    Tipps zum Umgang mit typischen Problemen

    • Die Maske sitzt nicht gut: Masken gibt es in verschiedenen Größen. Wer das Gefühl hat, dass die Maske nicht gut sitzt, kann eine andere Maskengröße ausprobieren. Zudem gibt es unterschiedliche Arten von Masken: Manche umfassen Mund und Nase, andere nur die Nase. Es gibt auch Nasenpolster, bei denen zwei Endstücke aus weichem Kunststoff direkt in die Nasenlöcher eingeführt werden. Jede dieser Masken hat Vor- und Nachteile. So können Masken, die Mund und Nase umfassen, vor allem in der Eingewöhnungszeit zu einem Enge- oder Angstgefühl führen. Dafür wirken sie besser gegen die Atemaussetzer und sind auch stabiler. Nasenpolster wiederum sind weniger einengend, sitzen aber nicht so gut, wenn man sich im Schlaf bewegt. Es lohnt sich auch, das Maskenband zu überprüfen und gegen ein anderes auszutauschen, wenn es nicht richtig sitzt.
    • Es fällt schwer, sich an die Maske zu gewöhnen: Selbst wenn man den passenden Maskentyp und die richtige Größe gefunden hat, kann es schwerfallen, die Maske nachts regelmäßig zu tragen. Eine Möglichkeit ist dann, sie auch tagsüber, etwa beim Fernsehen oder Lesen, für 10 bis 30 Minuten aufzusetzen. Die Gewöhnung am Tage erleichtert möglicherweise die Anwendung in der Nacht. Es kann auch helfen, die Maske jede Nacht etwas länger zu tragen. Wichtig ist, bei Schwierigkeiten frühzeitig fachliche Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Mögliche Ansprechpartner sind Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte oder andere Betroffene.
    • Die Maske ist undicht: Eine undichte Maske verändert den Luftdruck und verringert damit die Wirkung der Atemtherapie. Entweichende Luft kann zudem die Augen austrocknen. Oft ist die Maske undicht, weil sie schlecht sitzt oder das Maskenband nicht gut eingestellt ist. Dies lässt sich überprüfen, indem man Sitz und Druck der Maske verändert. Wenn das nicht hilft oder man vermutet, dass die Maske defekt ist, ist es sinnvoll, mit den Fachkräften zu sprechen, die das Gerät geliefert und die Handhabung erklärt haben. Vielleicht kann eine andere Größe oder ein anderer Maskentyp das Problem lösen. Möglicherweise ist die Maske auch zu alt und der weiche Silikon- oder Gel-Einsatz schon hart geworden. Die Lebensdauer einer Maske beträgt im Durchschnitt ein bis zwei Jahre.
    • Die Maske wird im Schlaf abgesetzt: Hin und wieder die Maske unbewusst abzusetzen, ist normal. Wenn dies jedoch häufig passiert und die Behandlung dadurch oft unterbrochen wird, könnte ein Wechsel des Maskentyps helfen.
    • Das Geräusch des Geräts stört den Schlaf: Viele der neueren CPAP-Geräte sind sehr leise. Lautere Geräusche können entstehen, wenn der Luftfilter blockiert oder das Gerät defekt ist. Dann ist es sinnvoll, das Gerät von einer Fachkraft überprüfen zu lassen. Störende Geräusche kommen vor allem vom Maskenventil. Man kann versuchen, sie durch Ohrenstöpsel zu dämpfen oder eine Maske mit leiserem Ventil auszuprobieren.
    • Die Nase ist trocken und verstopft: An modernen CPAP-Geräten lässt sich ein Luftbefeuchter anbringen. Feuchte Luft beugt einer Austrocknung der Nasen- und Rachenschleimhaut vor. Die Luftfeuchtigkeit lässt sich durch Änderung der Wassertemperatur unterschiedlich stark einstellen. Reicht die Befeuchtung nicht aus, kann der Atemschlauch, der die Luft zur Maske führt, noch isoliert werden. Dafür gibt es sogenannte Schlauchwärmer. Einige Geräte sind auch mit einem beheizbaren Schlauch ausgestattet. Außerdem sind in Apotheken oder Drogerien befeuchtende Salben und Sprays für die Nasenschleimhäute erhältlich.
    • Der Mund ist trocken: Die Ärztin oder der Arzt sollte kontrollieren, ob der Druck richtig eingestellt ist – also weder zu niedrig noch zu hoch. Eine Anpassung des Drucks kann vielleicht das Atmen durch die Nase erleichtern, sodass man nachts nicht nur durch den Mund atmet. Wer eine Maske benutzt, die nur die Nase umschließt, kann eine Maske ausprobieren, die Mund und Nase umfasst. Auch die Kombination mit dem Luftbefeuchter kann hilfreich sein. Außerdem gibt es sogenannte Kinnbänder, die den Mund im Schlaf geschlossen halten und so eine Austrocknung vielleicht verhindern können.
    • Es fällt schwer, einzuschlafen: Wenn es schwer fällt, mit der Maske einzuschlafen, kann möglicherweise eine allgemeine „Schlafhygiene“ helfen: Damit ist zum Beispiel gemeint, vor dem Schlafengehen auf Alkohol, Kaffee und schwere Mahlzeiten zu verzichten und für einen ruhigen, dunklen Schlafplatz zu sorgen. Es kann zudem helfen, den Mittagsschlaf ausfallen zu lassen, damit man abends wirklich müde ist. Vielleicht fällt es auch leichter, mit der Maske einzuschlafen, wenn man sich zunächst tagsüber an sie gewöhnt hat.

    Das Gerät wechseln

    Man kann nicht nur die Maske, sondern auch das CPAP-Gerät wechseln. Studien haben gezeigt, dass die unterschiedlichen Geräte ähnlich wirksam sind. Manche Menschen steigen auf ein Gerät mit einer anderen Arbeitsweise um, beispielsweise von einem CPAP auf ein Auto-CPAP: Ein Auto-CPAP passt die Höhe des Luftdrucks an die Atmung an. Beim normalen CPAP bleibt dagegen der Luftdruck immer gleich. Manche Menschen finden einen wechselnden Luftdruck angenehmer als einen gleichbleibenden. Es ist aber auch der Wechsel auf eine sogenannte BiPAP-Atemtherapie möglich (Biphasic Positive Airway Pressure). Diese Geräte erzeugen bei der Ausatmung einen geringeren Druck als bei der Einatmung.

    Quellen

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Obstruktive Schlafapnoe - Erfahrungsbericht - Christa

    „Für mich gehört das Atemtherapiegerät zum Leben dazu. Aber man braucht auch einen Partner, der das akzeptiert, dass da in der Nacht einer mit einer Maske neben einem liegt.“

    Christa, 59 Jahre

     „Für mich gehört das Atemtherapiegerät zum Leben dazu. Aber man braucht auch einen Partner, der das akzeptiert, dass da in der Nacht einer mit einer Maske neben einem liegt.“

    Vor etwa acht Jahren ist mir aufgefallen, dass ich irgendwie ständig müde war. Morgens hatte ich außerdem noch einen trockenen Hals, oft Kopfschmerzen und mir fiel es schwer, mich zu konzentrieren. Ich bin in der Nacht manchmal wach geworden und habe nach Luft geschnappt. Ich habe immer gedacht, das kommt vom Schnarchen. Im Nachhinein weiß ich jetzt, dass das die Atemaussetzer waren und ich nach Luft geschnappt habe. Mein damaliger Partner hat auch bemerkt, dass ich in der Nacht immer wieder kurz aufgehört habe zu atmen. Das habe ich mit meinem Hausarzt besprochen und er hat mich zu einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt überwiesen.

    Dieser Arzt hat mir zuerst ein Gerät mit nach Hause gegeben, mit dem er feststellen wollte, ob ich in der Nacht Atemaussetzer habe und wenn ja, wie viele das sind. Das Ergebnis war dann so deutlich, dass er mich in ein Schlaflabor überwiesen hat. Ich habe zweimal in diesem Schlaflabor übernachtet. Ich hatte wohl etwa 100 Atemaussetzer in der Nacht. Man hat mir dann dort ein Atemtherapiegerät empfohlen, was ich auch in der zweiten Nacht ausprobiert habe.

    Am Anfang habe ich mich mit dem Gerät sehr schwer getan

    Das war am Anfang ziemlich schwierig. Für mich war das sehr gewöhnungsbedürftig, mit so einem Gerät zu schlafen. Ich habe das als Fremdkörper am Kopf empfunden. Mir fehlte die Bewegungsfreiheit im Bett, die ich sonst hatte. Aber die Ärzte haben im Schlaflabor festgestellt, dass ich mit diesem Gerät keine Atemaussetzer mehr habe. Damit war für mich klar, dass ich mich wohl daran gewöhnen muss.

    Ich habe mich am Anfang wirklich sehr schwer damit getan. Beim Umdrehen ist manchmal die Maske verrutscht, dadurch war sie nicht mehr dicht abgeschlossen und dadurch entstanden Pfeifgeräusche. Manchmal habe ich die Maske nach kurzer Zeit abgesetzt, fühlte mich aber dann am Morgen wie zerschlagen.

    In einer Zahnklinik wurde auch geprüft, ob für mich eine Unterkieferschiene in Frage kommt. Aber das war für mich nicht geeignet, da ich eine Zahnprothese trage.

    Jetzt kann ich nicht mehr ohne Gerät schlafen

    Einige Monate danach ging es mir aufgrund der Behandlung einer Krebserkrankung sehr schlecht, so dass ich das Gerät in dieser Zeit nicht genutzt habe. Nach der Behandlung war ich dann nochmal im Schlaflabor. Ich hatte sehr viel abgenommen und es sollte nochmal geprüft werden, ob das Gerät notwendig ist und wenn ja, wie es am besten eingestellt werden sollte. Von da an habe ich es sehr regelmäßig genutzt. Und mit der Zeit habe ich mich auch daran gewöhnt. Sogar so sehr, dass ich jetzt nicht mehr ohne schlafen kann. Ich nehme das Gerät überall hin mit, auch in den Urlaub oder ins Krankenhaus.

    Ich fühle mich am Tag nach einer Nacht mit dem Atemtherapiegerät wesentlich wohler. Seitdem ich das Gerät benutze, haben sich meine morgendlichen Kopfschmerzen auch deutlich gebessert und ich bin auch nicht mehr so müde. Wenn ich mal sehr stark erkältet bin, nehme ich es manchmal nicht. Am nächsten Tag bin ich jedoch wieder sehr müde und abgeschlagen und habe oft Kopfschmerzen.

    Für mich gehört es zum Leben dazu. Aber man braucht auch einen Partner, der das akzeptiert, dass da in der Nacht einer mit einer Maske neben einem liegt. Das ist sehr wichtig.

    Die Pflege des Gerätes ist schon ein wenig aufwendig, wenn man es genau nimmt. Ich habe ein Gerät mit einem Luftbefeuchter und wechsle jeden Tag das Wasser. Einmal pro Woche mache ich das Gerät gründlich sauber. Unser Wasser ist sehr kalkhaltig und da setzt sich gerne etwas Kalk ab. Das Maskenkissen mache ich auch jeden Tag sauber und den Schlauch zweimal die Woche. Das klingt sehr aufwendig, ist aber mittlerweile schon Routine geworden. Ich nehme schon beim Aufstehen die Sachen mit ins Bad. Das ist so in den Tagesablauf integriert und gehört dazu.

    Von Anfangsschwierigkeiten nicht entmutigen lassen

    Wichtig für mich ist, dass der Partner meine Schlafapnoe und das Leben mit dem Atemtherapiegerät akzeptiert. Das ist sicher nicht immer einfach, aber sehr wichtig. Die Geräte, die es heute gibt, sind ja sehr leise und man hört sie kaum.

    Ich finde es sehr wichtig, dass man bei Verdacht auf eine Schlafapnoe auf jeden Fall zum Arzt geht. Beispielsweise, wenn man scharcht und gleichzeitig längere Zeit sehr müde und unkonzentriert ist, vielleicht am Morgen auch Kopfschmerzen hat. Wichtig ist aber, dass Schnarchen auf keinen Fall gleich Schlafapnoe bedeutet! Und wichtig finde ich es auch, wenn ein Bedarf an einem Atemtherapiegerät besteht, sich bei Schwierigkeiten am Anfang nicht entmutigen zu lassen. Wenn man durchhält, merkt man, wie der Umgang mit dem Gerät von Tag zu Tag besser und routinierter wird.

     

    Danksagung

    Erfahrungsberichte fassen Interviews mit Betroffenen zusammen. Alle Gesprächspartnerinnen und -partner haben der Veröffentlichung zugestimmt. Ihnen gilt unser herzlicher Dank.

    Die Berichte geben einen Einblick in den persönlichen Umgang und das Leben mit einer Erkrankung. Die Aussagen stellen keine Empfehlung des IQWiG dar.

    Hinweis: Um die Anonymität der Interviewten zu wahren, ändern wir ihre Vornamen. Die Fotos zeigen unbeteiligte Personen.

    Obstruktive Schlafapnoe - Erfahrungsbericht - Joachim

    „Das Schwierige an dieser Krankheit ist – man bemerkt sie nicht. An die starke Müdigkeit am Morgen, so dass man drei Tassen Kaffee braucht, um überhaupt wach zu werden, daran gewöhnt man sich. Das wird zur Routine."

    Joachim, 63 Jahre

    „Das Schwierige an dieser Krankheit ist – man bemerkt sie nicht. An die starke Müdigkeit am Morgen, dass man drei Tassen Kaffee braucht, um überhaupt wach zu werden, daran gewöhnt man sich. Das wird zur Routine."

    Viele Jahre lang war ich am Tag sehr müde und ohne Energie. Durch die körperliche Tätigkeit in meinem Beruf konnte ich das jedoch immer wieder ein wenig kompensieren. Aber bei Fortbildungen oder monotonen Tätigkeiten bin ich oft einfach eingeschlafen.

    Mit 38 Jahren hatte ich meinen ersten Herzinfarkt. Der hat mich richtig aus der Bahn geworfen. Aber nach dem Krankenhausaufenthalt und der Rehabilitation bin ich gleich wieder zur Arbeit gegangen. Ich war damals beruflich sehr aktiv und bestrebt, so schnell wie möglich wieder im Unternehmen zu sein. Dann hat es wieder geknallt, da war ich 40 Jahre. Ich hatte einen Vorderwandinfarkt und ich bin auf die Intensivstation gekommen. Als ich dort eingeschlafen bin, habe ich wohl durch Atemaussetzer sehr oft Alarm ausgelöst. Dem Stationsarzt ist das aufgefallen und er hat mich in dieser Nacht beobachtet. Am nächsten Morgen sagte er zu mir: ‚Ich weiß, was Sie haben. Sie haben vermutlich ein Schlafapnoe-Syndrom‘ und hat mir kurz erklärt, was eine Schlafapnoe ist und dass ich in ein Schlaflabor zur Untersuchung müsste.

    Ich habe die Beschäftigung mit diesem Thema schleifen lassen

    Damals waren Schlaflabore aber noch nicht weit verbreitet. Ich wurde nach der Behandlung meines Herzens berufsunfähig geschrieben und habe eine Umschulung gemacht. Aber ich war immer noch nicht im Schlaflabor und die Schlafapnoe war noch immer unbehandelt. Ich sage ganz ehrlich, ich habe die Beschäftigung mit diesem Thema schleifen lassen. Ich habe mir immer gesagt ‚Nächste Woche gehe ich hin‘. Das Schwierige an dieser Krankheit ist – man bemerkt sie nicht. An die starke Müdigkeit am Morgen, dass man drei Tassen Kaffee braucht, um überhaupt wach zu werden, daran gewöhnt man sich. Das wird zur Routine. Und dass man Durchhänger hat, das weiß man auch. Um die zu vermeiden, bewegt man sich und bringt sich so über den Tag.

    Bei meinem dritten Herzinfarkt hat mich eine Oberärztin im Krankenhaus behandelt, die auch Schlafmedizinerin ist. Sie hat mich ebenso auf eine mögliche Schlafapnoe angesprochen. Nachdem in meinem zuständigen Krankenhaus ein Schlaflabor eingerichtet wurde, wurde ich dort aufgenommen.

    In der ersten Nacht haben die Ärzte erst mal nur meine Werte gemessen. Sie wollten zuerst wissen, ob ich überhaupt eine Schlafapnoe habe. In dieser Nacht hatte ich an die 400 Atemaussetzer. Damit stand fest: Ich habe eine Schlafapnoe. Und das ziemlich heftig.

    Die Ärzte waren dann wegen meinen Herzerkrankungen ein wenig ängstlich. Daher wollten sie mich in der nächsten Nacht auf der Intensivstation beobachten. Dort haben sie mir dann mein erstes CPAP-Gerät gegeben. Das war eine Höllenmaschine. Sie hat geblinkt, gebrummt und alles Mögliche gemacht. Ich konnte mir beileibe nicht vorstellen, damit zu schlafen. Als mir die Maske auf der Intensivstation aufgezogen und unter Druck gesetzt wurde, dachte ich zu ersticken. Ich musste mich erst an den anderen Atemrhythmus gewöhnen, der durch die Maschine unterstützt wird. Anfangs hatte ich ein wenig Panik unter der Atemmaske. Aber vor lauter Müdigkeit bin ich dann eingeschlafen. Ich habe unruhig geschlafen, weil die Maske doch ein wenig störte. Aber morgens um sechs war die Nacht vorbei und ich war ausgeschlafen und fit!

    Ich bin schnell dahinter gekommen, wie ich mit dem Gerät atmen muss

    Die Ärzte haben mir das Gerät mit nach Hause gegeben. Ich habe mich zu Hause erst mal auf das Sofa gesetzt, die Maske aufgesetzt, das Gerät eingeschaltet und Atemübungen gemacht. Im wachen Zustand bin ich schnell dahinter gekommen, wie ich mit dem Gerät atmen muss. Vor allem habe ich gemerkt, dass es eine Atemerleichterung für mich ist und ich nicht mehr so stark Luft holen muss. Das Gerät unterstützt mich beim Atmen. Seit diesem Tag habe ich nicht mehr ohne dieses Gerät geschlafen. Ich nutze das Gerät immer, auch beim Mittagsschlaf. Wenn ich mich hinlege, dann setze ich meinen ‚Schnorchel‘ auf. Solche Geräte nutze ich jetzt schon 16 Jahre. Ich habe sogar zwei davon zu Hause. Ich bin viel unterwegs und habe auch ein ganz kleines Gerät. Das passt sogar in die Aktentasche.

    Ich schlafe auch im Urlaub damit – ohne geht nicht mehr! Als ich operiert wurde, hatte ich auch auf der Aufwachstation das Gerät dabei. Der Narkosearzt hat mir dann nach der Operation gleich die Maske aufgesetzt und das Gerät eingeschaltet. Die Anästhesisten müssen auf jeden Fall wissen, dass sie einen Patienten mit einer Schlafapnoe haben, denn diese Patienten können anders auf eine Narkose reagieren.

    Durch das CPAP-Gerät kann man manchmal einen trockenen Mund bekommen, das kenne ich. Um das zu vermeiden, schlafe ich mittlerweile mit einem Luftbefeuchter. Der Luftbefeuchter hat die Funktion, dass die Schleimhäute der Nase befeuchtet werden und das trockene Gefühl im Mund am Morgen nicht entsteht. Ein trockener Mund kann unangenehm sein und man kann dadurch aufwachen.

    Aber viele Menschen mit einer Schlafapnoe brauchen keinen Luftbefeuchter. Geräte ohne Luftbefeuchter sind wesentlich einfacher zu bedienen. Der ganze Aufwand mit der Hygiene fällt weg. Das Wasser bei einem Luftbefeuchter müssen Sie jeden Tag wechseln, Sie müssen alle Schläuche saubermachen, den Luftbefeuchter saubermachen und die Maske auswaschen, weil dort Keime entstehen können. Bei der Pflege des Gerätes habe ich mittlerweile eine Art Routine entwickelt. Ich habe zwei Schläuche, die werden an dem einen oder dem anderen Tag genommen. Mit der Zeit bekommt man heraus, wie es am besten geht und gewöhnt sich daran.

    Das Gerät ist ganz leise. Früher waren diese Geräte sehr laut, aber heute nicht mehr. Meine Frau sagt, dass das Gerät sie nicht beim Schlafen stört. Was sie früher viel mehr gestört hat, waren meine Atemaussetzer in der Nacht.

    Bei mir hat die Therapie sofort gewirkt

    Die Maske störte mich nur am Anfang. Ich brauchte eine gewisse Zeit zur Eingewöhnung. Das Erstaunliche an der Therapie war, dass sie bei mir sofort gewirkt hat. Nach der ersten Nacht mit diesem Gerät war ich wie neu geboren. Ich war vor der Therapie immer total müde. Ich war am Morgen kaputter als am Abend. Und durch diese Therapie war das von einem auf den anderen Tag verflogen. Mir war es egal, ob die Maske drückt oder andere Probleme macht, weil die Therapie eine ganz andere Lebensqualität für mich bringt. Dadurch fühl‘ ich mich fit.

    Ich finde für Menschen mit einer Schlafapnoe ist es wichtig, bei der Behandlung durchzuhalten. Die Therapie ist gewöhnungsbedürftig und gerade ältere Leute kommen damit oft anfangs nicht zurecht. Wenn man mit dem Gerät oder der Anwendung nicht klar kommt, dann sollte man keine Scheu haben und den Arzt fragen oder zu einer Selbsthilfegruppe gehen. Dort werden unter anderem diese Themen oft besprochen.

     

    Danksagung

    Erfahrungsberichte fassen Interviews mit Betroffenen zusammen. Alle Gesprächspartnerinnen und -partner haben der Veröffentlichung zugestimmt. Ihnen gilt unser herzlicher Dank.

    Die Berichte geben einen Einblick in den persönlichen Umgang und das Leben mit einer Erkrankung. Die Aussagen stellen keine Empfehlung des IQWiG dar.

    Hinweis: Um die Anonymität der Interviewten zu wahren, ändern wir ihre Vornamen. Die Fotos zeigen unbeteiligte Personen.

    Obstruktive Schlafapnoe - Erfahrungsbericht - Manfred

    „Nach meinem Eindruck dauert es oft viele Jahre, bis die Schlafapnoe überhaupt erkannt wird. Manche Ärzte tippen dann auf Burnout, wie bei mir, oder auf Depressionen und bei manchen Frauen auch auf die Wechseljahre.“

    Manfred, 62 Jahre

     „Nach meinem Eindruck dauert es oft viele Jahre, bis die Schlafapnoe überhaupt erkannt wird. Manche Ärzte tippen dann auf Burnout, wie bei mir, oder auf Depressionen und bei manchen Frauen auch auf die Wechseljahre.“

    Vor etwa 13 Jahren habe ich bei mir eine zunehmende Vergesslichkeit bemerkt. Zudem war ich tagsüber oft sehr müde und schläfrig. Und ich war wegen Erschöpfung öfter krankgeschrieben. Das hat mir Sorgen bereitet und ich war in regelmäßigen Abständen bei verschiedenen Ärzten. Sie wollten mich beruhigen und waren der Auffassung, dass dies am Älterwerden und an meinem anstrengenden Beruf, dem Schichtdienst und dem vielen Stress lag.

    Etwa vor sieben Jahren habe ich beim Zahnarzt zufällig über das Schnarchen gesprochen. Ich schnarche schon, solange ich denken kann. Und ich schnarche sehr stark. Der Zahnarzt hat mich deswegen zu einem HNO-Arzt geschickt. Der war zufälligerweise auch Schlafmediziner. Ich wusste damals gar nicht, dass es so was wie „Schlafmediziner“ gibt.

    Dieser Schlafmediziner hat mir ein Gerät mit nach Hause gegeben, das bestimmte Werte beim Schlafen erfasst. Als Ergebnis dieser Messungen hat er einen Verdacht auf Schlafapnoe ausgesprochen und mich in ein Schlaflabor geschickt. Ich hatte etwa 40 Atemaussetzer pro Nacht.

    Ich war morgens ausgeschlafen, das kannte ich gar nicht mehr

    Ich war schon sehr überrascht, dass ich nach dem dritten Tag in diesem Schlaflabor nicht nur eine Diagnose, sondern auch noch ein Gerät im Gepäck hatte: ein Atemtherapiegerät. Damit habe ich schon im Schlaflabor geschlafen. Ich wurde morgens wach und war ausgeschlafen. Das war etwas, was ich die vorangegangenen Jahre überhaupt nicht kannte. Ich war ein ganz anderer Mensch. Das war faszinierend. Ich habe nach meinem Aufenthalt im Schlaflabor die Therapie mit dem Atemgerät regelmäßig weitergeführt und nach etwa einem halben Jahr war die Vergesslichkeit verschwunden. Ich hatte wieder den Stand meiner geistigen Leistungsfähigkeit erreicht, wie ich ihn von früher kannte. Ich habe auch keine Folgeerkrankungen der Schlafapnoe, da ich mit der Therapie früh begonnen habe. Von Herz und Kreislauf her bin ich fit und gesund.

    Das Atemtherapiegerät verwende ich seitdem Nacht für Nacht. Wenn man sich daran gewöhnt hat, ist die Therapie mit dem Gerät eigentlich ganz einfach. Auch für die Partner ist das oft unproblematisch, da die Geräte in der technischen Entwicklung viel leiser geworden sind.

    Als Alternative zum Atemtherapiegerät gibt es für manche Patienten noch die Schlafapnoe-Unterkieferschiene. Ich selbst trage keine Schiene, habe aber von anderen gehört, dass viele gut damit zurechtkommen, wenn sie ordentlich angepasst sind.

    Es kann immer mal Probleme mit dem Gerät geben

    Zu einem CPAP-Gerät (A.d.R. Schlafapnoe-Atemtherapiegerät) können viele Fragen und Sorgen auftauchen. Es kann immer wieder mal Probleme mit der Technik geben: die Maske sitzt nicht richtig, der Druck ist nicht richtig eingestellt. Ich habe zum Beispiel manchmal am Morgen Druckstellen im Gesicht von der Maske. Aber die verschwinden wieder nach etwa einer Stunde. Zudem können Schamgefühle und Angst, dass der Partner einen wegen dem Gerät nicht mehr liebt und unattraktiv findet und dass das Gerät stören könnte, entstehen. Aufgrund der möglichen Probleme gehen auch viele Patienten in die Schlafapnoe-Selbsthilfegruppen, um sich dort unter anderem über die Therapie auszutauschen. Ich finde die Selbsthilfegruppe sehr wichtig, als Anlaufstelle zum Austausch und für Informationen.

    Als ich das Gerät bekommen habe, war ich sehr froh, dass ich jeden Morgen ausgeschlafen war. Das war das Wichtigste für mich. Über andere mögliche Probleme, die mit dem Gerät zusammenhängen könnten, habe ich mir zu diesem Zeitpunkt keine Gedanken gemacht. Ich war sehr froh und fühlte mich wie ein neuer Mensch. Ich war beruflich wieder belastbar und allgemein fit. Das hat mögliche Probleme und Sorgen an die Seite gedrängt. Meine damalige Partnerin war sehr froh, dass ich wieder wach und nicht mehr so müde und abgeschlagen war. Die Partnerschaft hat durch die Therapie auch viel profitiert. Da ich nicht mehr so müde war, konnte ich besser zuhören und auf meine Partnerin eingehen. Die Partnerschaft hat sich positiver entwickelt, weil ich zufriedener war.

    Nach einem Partnerwechsel habe ich mich vor meiner neuen Partnerin erst einmal geschämt. Ich wollte gar nicht erzählen, dass ich ein solches Gerät zu Hause habe. Ich habe in der Anfangsphase der Beziehung viel gelogen, dass ich beispielsweise am Abend plötzlich nach Hause muss, was ja nicht stimmte. Ich habe immer Gründe gesucht, um dem Thema auszuweichen. Irgendwann habe ich gedacht, dass ich doch langsam darüber sprechen sollte. Und ich hab‘ die Erfahrung gemacht, dass Frauen die Krankheit bei mir akzeptierten. Wir haben in Ruhe darüber gesprochen und dann hat das sehr gut funktioniert.

    Früher bin ich manchmal mit Erstickungsgefühlen wach geworden

    Ich nehme mein Gerät immer mit auf Reisen. Das ist zwar unbequem, weil es ein zusätzliches Gepäckstück ist, aber bei mir gibt es keine Nacht mehr ohne das Gerät – auch nicht im Urlaub.

    Die Geräte werden von der technischen Entwicklung her immer leiser, komfortabler und auch optisch unauffälliger. Manche sehen aus wie Weckradios. Man kann sie einfach auf dem Nachttisch stehen lassen und es stört nicht.

    Ich kann mich noch sehr gut an die Nächte erinnern, bevor ich das Atemtherapiegerät hatte. Da bin ich manchmal nachts mit Erstickungsgefühlen wach geworden. Das passierte nicht bei jedem Atemaussetzer, sondern hin und wieder mal. Das habe ich früher beim Arzt nie thematisiert. Genauso wie das Schnarchen. Ich hatte mich irgendwie daran gewöhnt, dass es hin und wieder mal vorkommt. Ich hatte dem damals nicht so eine große Bedeutung beigemessen.

    Nach meinem Eindruck dauert es oft viele Jahre, bis die Schlafapnoe überhaupt erkannt wird. Manche Ärzte tippen dann auf Burnout, wie bei mir, oder auf Depressionen und bei manchen Frauen auch auf die Wechseljahre. Die Patienten erzählen beim Arzt ja oft nicht, dass sie schnarchen, weil viele zwischen Schnarchen und dieser Müdigkeit und Abgeschlagenheit keinen Zusammenhang sehen.

     

    Danksagung

    Erfahrungsberichte fassen Interviews mit Betroffenen zusammen. Alle Gesprächspartnerinnen und -partner haben der Veröffentlichung zugestimmt. Ihnen gilt unser herzlicher Dank.
    Die Berichte geben einen Einblick in den persönlichen Umgang und das Leben mit einer Erkrankung. Die Aussagen stellen keine Empfehlung des IQWiG dar.
    Hinweis: Um die Anonymität der Interviewten zu wahren, ändern wir ihre Vornamen. Die Fotos zeigen unbeteiligte Personen.