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Schuppenflechte (Psoriasis)

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    Überblick

    Typisch für eine Schuppenflechte (Psoriasis) sind rötliche, schuppige Hautveränderungen. Die nicht ansteckende chronische Erkrankung tritt meist erst im Erwachsenenalter auf und verläuft in Schüben. Verschiedene Behandlungen können die Beschwerden lindern.

    Einleitung

    Die Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine entzündliche, nicht ansteckende Erkrankung. Sie macht sich vor allem durch rötliche, schuppende Hautveränderungen bemerkbar, die jucken können.

    Die chronische Erkrankung verläuft typischerweise in Schüben mit mal stärkeren, mal nur leichten oder gar keinen Hautproblemen. Es gibt verschiedene Behandlungen, die die Beschwerden lindern können. Heilbar ist eine Schuppenflechte bislang aber nicht.

    Eine Psoriasis kann ganz unterschiedlich ausgeprägt sein. Für manche Menschen ist die Erkrankung in erster Linie lästig, sie kommen aber ganz gut damit zurecht. Andere fühlen sich in ihrer Lebensqualität stark beeinträchtigt. Denn die Behandlung und Hautpflege können viel Zeit erfordern. Außerdem ist für viele Menschen die auffällige, gerötete und schuppige Haut auch psychisch sehr belastend – vor allem wenn die Veränderungen an sichtbaren Körperstellen auftreten.

    Manchmal betrifft die Entzündung, die der Psoriasis zugrunde liegt, neben der Haut auch andere Teile des Körpers, wie zum Beispiel die Gelenke oder die Nägel.

    Symptome

    Psoriasis vulgaris

    Es gibt verschiedene Arten von Psoriasis. Die häufigste ist die Psoriasis vulgaris. Dabei rötet sich die Haut und bildet silbrig glänzende, leicht erhabene Veränderungen, die klar begrenzt sind und stark schuppen. Diese Hauterhebungen werden medizinisch Plaque genannt. Man spricht daher von einer Plaque-Psoriasis. Oft treten die Plaques auf beiden Seiten des Körpers symmetrisch auf, wie zum Beispiel am linken und am rechten Knie. Häufig juckt die erkrankte Haut auch. Durch das Kratzen ist die Haut oft gereizt und es kann zu Verletzungen kommen.

    Die Größe der Plaques ist sehr unterschiedlich: Sie können zwischen einem und über zehn Zentimetern Durchmesser haben. Bei manchen Menschen bilden sich nur wenige Plaques an einzelnen Körperstellen, zum Beispiel nur an der Kopfhaut. Bei anderen Menschen treten sie vermehrt an einem oder an verschiedenen Körperbereichen auf.

    An den Händen und Füßen kann die Haut auch sehr trocken werden und einreißen. Dies kann sehr schmerzhaft sein –  vor allem wenn sich die rissige Haut bei Bewegungen dehnt, mit hautreizenden Stoffen wie Fruchtsäure in Kontakt kommt oder wenn man sich stößt.

    Eine Psoriasis vulgaris kann grundsätzlich an allen Körperstellen auftreten. Oft sind Kopf, Ellbogen, Knie und Rücken betroffen. Auch hinter den Ohren, an Händen, Füßen oder am Bauchnabel bilden sich häufig Plaques.

    Eher selten tritt Psoriasis in Hautfalten auf, zum Beispiel in der Leisten- oder Gesäßfalte, unter den Achseln, in der Genitalregion oder bei Frauen unter und zwischen den Brüsten. Man spricht dann von Psoriasis intertriginosa oder Psoriasis inversa. Bei dieser Form von Psoriasis zeigen sich häufig keine Schuppen, da die Haut an diesen Stellen eher feucht ist und wegen der ständigen Reibung kaum Plaques entstehen.

     

    Grafik: Typische von Psoriasis vulgaris (rot) oder intertriginosa (rosa) betroffene Hautstellen - wie im Text beschrieben Typische von Psoriasis vulgaris (rot) oder intertriginosa (rosa) betroffene Hautstellen

     

    Weitere Psoriasis-Formen

    Bei manchen Menschen mit Psoriasis vulgaris verändern sich auch die Nägel. Eine Nagelpsoriasis äußert sich durch kleine Dellen im Nagel (Tüpfelnagel), eine Verdickung des Nagels oder gelblich-braune Verfärbungen (Ölnagel). Außerdem kann sich der Nagel ablösen.

    Eine weitere Form ist die sogenannte Psoriasis pustulosa. Dabei bildet die Haut zusätzlich Bläschen (Pusteln), die mit Eiter gefüllt sind. Diese Pusteln sind aber nicht ansteckend. Eine Psoriasis pustulosa kann zusammen mit einer Psoriasis vulgaris oder allein auftreten.

    Eine eher seltene Form der Schuppenflechte ist die Psoriasis guttata. Sie äußert sich wie ein akuter, großflächiger Hautausschlag mit punktförmigen Papeln und kommt vor allem bei Kindern und Jugendlichen vor. Meist tritt sie ein bis zwei Wochen nach einer Infektion mit bestimmten Bakterien auf (Streptokokken). Eine Psoriasis guttata kann nach einigen Wochen oder Monaten vollständig ausheilen, aber auch wiederkehren oder in eine Psoriasis vulgaris übergehen.

    Ursachen

    Bei einer Psoriasis vulgaris schuppt sich die Haut, weil die hornbildenden Hautzellen (Keratinozyten) sich übermäßig vermehren. Keratinozyten kommen in der obersten Hautschicht vor und bilden die schützende Oberhaut. Sie teilen sich und werden über verschiedene Entwicklungsstufen normalerweise innerhalb von vier Wochen als tote Hautzellen abgestoßen. Bei Menschen mit Psoriasis durchlaufen die Keratinozyten diese Entwicklung deutlich schneller, teilweise sogar in nur vier Tagen. Dies führt dazu, dass die toten Hautzellen nicht so schnell abgestoßen werden können, wie sie gebildet werden. Dadurch wird die Haut an den betroffenen Stellen dicker und schuppt viel stärker als normal.

     

    Grafik: Vermehrung und Abstoßung der Keratinozyten bei Psoriasis - wie im Text beschrieben Vermehrung und Abstoßung der Keratinozyten bei Psoriasis

     

    Dass sich die Hautzellen bei Menschen mit Psoriasis so schnell vermehren, hängt mit einer Autoimmunreaktion zusammen. Dabei spielen verschiedene Entzündungsprozesse eine entscheidende Rolle. Wegen der Entzündung und stärkeren Durchblutung ist die Haut oft gerötet.

    Inzwischen hat man eine ganze Reihe von Genen entdeckt, die mit Psoriasis im Zusammenhang stehen. Die Ursachen der Erkrankung sind aber noch nicht abschließend geklärt.

    Risikofaktoren

    Psoriasis ist vor allem genetisch bedingt. Der größte Risikofaktor ist daher eine familiäre Veranlagung. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind an Psoriasis erkrankt, liegt bei etwa 15 %, wenn ein Elternteil betroffen ist und bei etwa 40 %, wenn beide Elternteile betroffen sind. Einen zuverlässigen Test, der vorhersagen kann, ob jemand Psoriasis entwickelt, gibt es aber nicht. Vorbeugen lässt sich der Erkrankung nach aktuellem Wissen nicht.

    Häufigkeit

    Psoriasis ist eine relativ häufige Erkrankung: Schätzungsweise 2 % der Bevölkerung sind davon betroffen – bezogen auf Deutschland also über 1,5 Millionen Menschen. Etwa 80 % haben eine Psoriasis vulgaris. Männer und Frauen erkranken ähnlich häufig.

    Oft tritt Psoriasis vor dem 40. Geburtstag auf, und dann häufig im Jugend- oder jungen Erwachsenenalter. Sie kann aber auch schon bei jüngeren Kindern beginnen. Entwickelt sie sich später, dann meist erst zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr.

    Manchmal wird Psoriasis nach dem Alter des ersten Auftretens unterteilt: Psoriasis Typ 1 beginnt vor dem 40. Lebensjahr, Typ 2 erst später zwischen 50 und 70 Jahren.

    Verlauf

    Wie eine Psoriasis verläuft, lässt sich nicht vorhersagen. Die Erkrankung tritt häufig in Schüben auf: Phasen ausgeprägter Symptome wechseln sich mit Phasen ab, in denen die Erkrankung kaum Probleme macht. Die meisten Menschen mit Psoriasis erleben irgendwann eine Zeit, in der die Beschwerden besonders stark und belastend sind. Genauso gibt es aber auch Zeiten ohne oder mit nur leichten Hautproblemen. Manche Menschen haben allerdings eine dauerhaft stark ausgeprägte Psoriasis.

    Psoriasis-Schübe können durch bestimmte Reize ausgelöst werden, etwa durch Sonnenbrand, zu heißes Duschen, bestimmte Chemikalien oder kleine Hautverletzungen, durch Kratzen, Tätowierungen oder Piercings.

    Auch psychischer Stress, Infektionen sowie Nikotin oder zu viel Alkohol können einen Psoriasis-Schub anstoßen. Für manche Medikamente wie zum Beispiel bestimmte Malaria-Mittel wird dies ebenfalls vermutet.

    Folgen

    Psoriasis ist eine entzündliche Autoimmunerkrankung, die außer der Haut auch andere Bereiche des Körpers betreffen kann. Es wird geschätzt, dass bei ungefähr 20 % aller Menschen mit Psoriasis auch die Gelenke entzündet sind. Man spricht dann von einer Psoriasis Arthritis. Bei Verdacht auf eine Psoriasis Arthritis ist es sinnvoll, ärztlichen Rat einzuholen. Je früher eine Gelenkentzündung erkannt wird, desto besser ist sie behandelbar und umso eher lassen sich Gelenkschäden vermeiden.

    Seltener führt eine Psoriasis auch zu einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung.

    Viele Menschen mit Psoriasis haben zudem mit Depressionen zu tun. Denn die Erkrankung kann psychisch sehr belastend sein und einsam machen.

    Aus Studien weiß man außerdem, dass Menschen mit Psoriasis häufiger mit Bluthochdruck, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu tun haben. Hierfür werden verschiedene Gründe vermutet. Beispielsweise sind Menschen mit Psoriasis häufiger übergewichtig und haben einen Body-Mass-Index (BMI) von über 30. Aber auch die Entzündungsprozesse im Körper selbst können möglicherweise Stoffwechsel- und Gefäßerkrankungen begünstigen.

    Normalerweise ist eine Schuppenflechte ungefährlich. Sehr selten verursacht sie aber lebensbedrohliche Komplikationen, die im Krankenhaus behandelt werden müssen. So kann sich die Psoriasis auf den gesamten Körper ausweiten und dann zu einer Blutvergiftung und Herzproblemen führen. Man spricht dann von einer erythrodermen Psoriasis (erythroderm, griech. = rote Haut). Anzeichen hierfür sind Fieber, Abgeschlagenheit, Schüttelfrost und angeschwollene Lymphknoten.

    Diagnose

    Hautärztinnen und Hautärzte erkennen eine Schuppenflechte in der Regel an den typischen Hautveränderungen. Bei unklarem Befund entnehmen und untersuchen sie manchmal eine kleine Hautprobe. Dies kann zum Beispiel bei Psoriasis intertriginosa sinnvoll sein: Sie tritt nur in den Hautfalten auf, bildet meist keine Schuppen und wird daher manchmal mit einer Pilzinfektion verwechselt. Durch eine Hautprobe lässt sich dies ausschließen.

    Nagelpsoriasis wird manchmal mit einer Pilzinfektion der Nägel verwechselt. Die beiden Erkrankungen können aber auch zusammen auftreten. Ob ein Nagel mit Pilzen befallen ist, kann durch die Untersuchung einer Nagelprobe festgestellt werden.

    Bei der Untersuchung wird auch der Schweregrad der Psoriasis eingeschätzt. Von einer schweren Psoriasis spricht man häufig, wenn

    • mehr als 10 % der Körperoberfläche betroffen ist oder
    • der Kopf, die Hände, die Füße oder empfindliche Körperstellen wie die Geschlechtsteile betroffen sind oder
    • die Lebensqualität eines Menschen stark beeinträchtigt ist.

    Zur Beurteilung des Schweregrads gibt es bisher keine einheitliche Definition. Gebräuchlich ist der sogenannte PASI (Abkürzung für „Psoriasis Area and Severity Index“), der vier Faktoren betrachtet:

    • das Ausmaß der Rötung
    • die Stärke der Schuppung
    • die Dicke der Plaques
    • die Größe der betroffenen Hautfläche

    Daraus wird nach einer bestimmten Formel eine Zahl berechnet, die als Maß für die Schwere der Psoriasis dient. Bei einem PASI von 0 liegt keine Psoriasis vor, ab einem PASI von 10 spricht man von mittelschwerer bis schwerer Psoriasis. Der PASI wird vor allem in wissenschaftlichen Studien ermittelt, um zu beurteilen, ob eine Behandlung wirksam ist.

    Behandlung

    Zur Behandlung einer Schuppenflechte gibt es verschiedene Möglichkeiten:

    • Basistherapie (Hautpflege): die Pflege der veränderten Hautstellen mit rückfettenden Salben, Cremes oder Lotionen. Sie sollen die Haut geschmeidig halten, sie vor Verletzungen schützen und Juckreiz lindern. Manche Produkte enthalten auch Wirkstoffe, die gegen die Hautschuppung helfen sollen, wie Harnstoff (Urea) oder Salicylsäure.
    • äußerliche Behandlung (topische Therapie): Üblicherweise werden zur äußerlichen Behandlung Produkte mit Kortison oder sogenannten Vitamin-D3-Analoga angewendet. Es gibt sie unter anderem als Cremes, Salben, Lotionen oder Schaum.
    • Lichttherapie: Dabei werden die Plaques mit ultraviolettem Licht (UV-Licht) bestrahlt. Das UV-Licht hemmt die Entzündung in der Haut und verlangsamt die Zellteilung. Manchmal werden dabei Medikamente eingesetzt, die die Haut lichtempfindlicher machen (Psoralene). Eine Lichttherapie eignet sich vor allem für Menschen, die eine mittelschwere oder schwere Psoriasis haben und bei denen eine äußerliche Behandlung allein nicht ausreicht.
    • Medikamente zum Einnehmen oder Spritzen: Sie kommen bei mittelschwerer und schwerer Psoriasis infrage. Die Medikamente hemmen die Abwehrreaktionen des Immunsystems. Häufig eingesetzte Mittel sind Methotrexat (MTX), Fumarsäureester, Apremilast und sogenannte Biologika.

    Die Basistherapie zur Pflege der Haut wird bei Psoriasis immer empfohlen – auch in Phasen ohne Hautprobleme.

    Zur Behandlung von Psoriasis werden zudem viele pflanzliche Arzneimittel angeboten, wie zum Beispiel Extrakte aus der gewöhnlichen Mahonie (Mahonia aquifolium), Birkenrinde oder Aloe vera. Die Wirksamkeit von pflanzlichen Mitteln ist aber nicht gut in Studien untersucht. Man weiß daher nicht, ob sie helfen können.

    Einzelne Studien weisen darauf hin, dass Menschen mit Psoriasis und starkem Übergewicht ihre Haut verbessern können, wenn sie ein paar Kilo abnehmen.

    Manchmal wird behauptet, dass sich Psoriasis-Beschwerden durch eine Mandelentfernung lindern lassen. Dies ist aber nicht gut untersucht. Da eine Mandelentfernung Komplikationen haben kann wie zum Beispiel Infektionen, Blutungen und Stimmveränderungen, wird diese Behandlung normalerweise nicht empfohlen. Es gibt auch keine Studien, die zeigen, dass sich Psoriasis durch eine Mandelentfernung heilen oder vorbeugen lässt.

    Leben und Alltag

    Psoriasis ist eine sehr belastende Erkrankung. Es kann eine große Herausforderung sein, die aufwendige Hautpflege und die vielen Behandlungen mit den Alltagsverpflichtungen, dem Beruf, der Familie und Freizeit zu vereinbaren. Oft ist der Juckreiz auch nachts so stark, dass es zu Schlafproblemen kommt und man tagsüber häufig müde und erschöpft ist.

    Obwohl die Erkrankung weit verbreitet ist, erleben Menschen mit Schuppenflechte zudem immer wieder, dass sie gemieden werden – zum Beispiel, weil andere die Hautkrankheit irrtümlich für ansteckend halten. Alltägliche Dinge wie der Besuch beim Friseur können sehr belastend sein.

    Ängste vor den Reaktionen anderer beeinträchtigen die Lebensqualität und führen bei manchen dazu, sich zurückzuziehen. Viele Menschen mit Psoriasis empfinden den Austausch mit anderen Betroffenen als hilfreich. In Selbsthilfegruppen zum Beispiel ist es möglich, sich über Gefühle, Erfahrungen und praktische Probleme auszutauschen, die Menschen ohne Psoriasis oft nur schwer nachvollziehen können.

    Weitere Informationen

    Für Menschen mit Psoriasis gibt es in Deutschland zahlreiche Angebote zur Unterstützung. Dazu gehören Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen. Viele dieser Einrichtungen sind aber vor Ort unterschiedlich organisiert. Eine Liste von Anlaufstellen hilft, passende Angebote zu finden und zu nutzen.

    Quellen

    Boehncke WH, Schön MP. Psoriasis. Lancet 2015; 386(9997): 983-994.

    Farahnik B, Sharma D, Alban J, Sivamani RK. Topical Botanical Agents for the Treatment of Psoriasis: A Systematic Review. Am J Clin Dermatol 2017; 13.03.2017.

    Farahnik B, Sharma D, Alban J, Sivamani R. Oral (Systemic) Botanical Agents for the Treatment of Psoriasis: A Review. J Altern Complement Med 2017; 03.02.2017.

    Griffiths CE, Barker JN. Pathogenesis and clinical features of psoriasis. Lancet 2007; 370(9583): 263-271.

    Lebwohl M. Psoriasis. Lancet 2003; 361(9364): 1197-1204.

    Reich K, Krüger K, Mössner R, Augustin M. Epidemiology and clinical pattern of psoriatic arthritis in Germany: a prospective interdisciplinary epidemiological study of 1511 patients with plaque-type psoriasis. Br J Dermatol 2009; 160(5): 1040-1047.

    Upala S, Sanguankeo A. Effect of lifestyle weight loss intervention on disease severity in patients with psoriasis: a systematic review and meta-analysis. Int J Obes 2015; 39(8): 1197-1202.

    Weigle N, McBane S. Psoriasis. Am Fam Physician 2013; 87(9): 626-633.

    Weltgesundheitsorganisation (WHO). Globaler Bericht zur Schuppenflechte. Genf: WHO; 2016.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.

    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Psoriasis Arthritis

    Eine Psoriasis Arthritis macht sich durch schmerzhafte und steife Gelenke bemerkbar. Sie kann als Folge einer Schuppenflechte auftreten, kommt aber auch bei Menschen ohne sichtbare Hautveränderungen vor. Verschiedene Behandlungen können die Beschwerden lindern und die Gelenke vor Schäden schützen.

    Bei schätzungsweise 20 % der Menschen mit Psoriasis entzünden sich irgendwann auch bestimmte Gelenke. Sie fangen an zu schmerzen und können sich vor allem morgens für eine Weile steif anfühlen. Die Steifigkeit verschwindet durch Bewegung oft innerhalb einer halben Stunde. Die betroffenen Gelenke können außerdem anschwellen, sich warm anfühlen und berührungsempfindlich sein. Wenn die kleinen Zwischenwirbelgelenke der Wirbelsäule entzündet sind, kann es zu Rückenschmerzen kommen.

    Psoriasis Arthritis kann an vielen Gelenken im Körper auftreten. Oft sind die Hände, Füße, Ellbogen, Knie, der Nacken oder die Wirbel betroffen. Häufig entzünden sich mehr als fünf Gelenke, unter anderem die Endgelenke der Finger und Zehen. Vor allem sie können sich verformen, wenn die Erkrankung fortschreitet. Auch die Sehnen und Sehnenscheiden können sich entzünden.

    Die meisten Menschen mit Psoriasis Arthritis haben zudem mit einer Nagelpsoriasis zu tun. Dabei können sich kleine Dellen im Nagel bilden, der sich zudem verdicken, verfärben und ablösen kann. Eine Nagelpsoriasis ist schwer zu behandeln und kann mit einem Nagelpilz verwechselt werden.

    Eine Psoriasis Arthritis macht sich durch schmerzhafte und steife Gelenke bemerkbar. Sie kann als Folge einer Schuppenflechte auftreten, kommt aber auch bei Menschen ohne sichtbare Hautveränderungen vor. Verschiedene Behandlungen können die Beschwerden lindern und die Gelenke vor Schäden schützen.

    Bei schätzungsweise 20 % der Menschen mit Psoriasis entzünden sich irgendwann auch bestimmte Gelenke. Sie fangen an zu schmerzen und können sich vor allem morgens für eine Weile steif anfühlen. Die Steifigkeit verschwindet durch Bewegung oft innerhalb einer halben Stunde. Die betroffenen Gelenke können außerdem anschwellen, sich warm anfühlen und berührungsempfindlich sein. Wenn die kleinen Zwischenwirbelgelenke der Wirbelsäule entzündet sind, kann es zu Rückenschmerzen kommen.

    Psoriasis Arthritis kann an vielen Gelenken im Körper auftreten. Oft sind die Hände, Füße, Ellbogen, Knie, der Nacken oder die Wirbel betroffen. Häufig entzünden sich mehr als fünf Gelenke, unter anderem die Endgelenke der Finger und Zehen. Vor allem sie können sich verformen, wenn die Erkrankung fortschreitet. Auch die Sehnen und Sehnenscheiden können sich entzünden.

    Die meisten Menschen mit Psoriasis Arthritis haben zudem mit einer Nagelpsoriasis zu tun. Dabei können sich kleine Dellen im Nagel bilden, der sich zudem verdicken, verfärben und ablösen kann. Eine Nagelpsoriasis ist schwer zu behandeln und kann mit einem Nagelpilz verwechselt werden.

    Wie wird Psoriasis Arthritis festgestellt?

    Schätzungsweise 10 % aller Menschen mit einer Psoriasis Arthritis haben keine sichtbaren Hautveränderungen. Dann kann es schwierig sein, sie von anderen Gelenkerkrankungen abzugrenzen – zumal es keine Untersuchung gibt, die eine Psoriasis Arthritis eindeutig nachweisen kann. Ein wichtiger Hinweis kann eine familiäre Veranlagung sein: Wenn Psoriasis in der Familie verbreitet ist, deuten Gelenkbeschwerden auf eine mögliche Psoriasis Arthritis hin.

    Die folgenden Untersuchungen und Tests können helfen, die Diagnose zu stellen und zwischen Psoriasis Arthritis und einer anderen Gelenkentzündung zu unterscheiden:

    • körperliche Untersuchung: Bestimmte Veränderungen sind für Psoriasis Arthritis besonders typisch. So kann sich zum Beispiel ein ganzer Finger entzünden (Daktylitis) oder die Sehnen und Sehnenscheiden an Händen oder Füßen (Enthesitis), etwa die Achillessehnen.
    • Bluttests: Bei 90 % der Menschen mit Psoriasis Arthritis sind keine Antikörper im Blut nachweisbar, wie sie typischerweise bei einer rheumatoiden Arthritis vorkommen. Werden keine dieser sogenannten Rheumafaktoren gefunden, ist deshalb eine Psoriasis Arthritis wahrscheinlicher.
    • Untersuchung des Harnsäurespiegels: Ein hoher Harnsäurespiegel im Blut deutet darauf hin, dass die Gelenkbeschwerden nicht von einer Psoriasis Arthritis, sondern von einer Gicht ausgelöst werden.
    • bildgebende Untersuchungen: Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen können helfen, zwischen Psoriasis Arthritis, rheumatoider Arthritis und Arthrose zu unterscheiden. Die Bilder können auch dabei helfen, Art und Ausmaß der Gelenkschäden einzuschätzen. Allerdings können sie die Gelenkveränderungen bei einer beginnenden Psoriasis Arthritis oft noch nicht eindeutig zeigen.

    Wie verläuft die Erkrankung?

    Wie eine Psoriasis Arthritis verläuft, lässt sich nicht sicher vorhersagen. Bei manchen Menschen sind nur einzelne Gelenke betroffen, bei anderen entzünden sich im Laufe der Zeit weitere. Die entzündeten Gelenke können Schaden nehmen und sich verformen, vor allem, wenn sie nicht richtig behandelt werden.

    Zwischen einer sichtbaren Psoriasis der Haut und einem Gelenkbefall gibt es keinen eindeutigen Zusammenhang. So haben manche Menschen eine ausgeprägte Schuppenflechte der Haut, aber keine Probleme mit den Gelenken. Andere Menschen haben eine Psoriasis Arthritis, aber keine Schuppenflechte. Oder ihre Gelenke entzünden sich, bevor Hautveränderungen sichtbar werden.

    Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

    Die Behandlung einer Psoriasis Arthritis hat verschiedene Ziele: Symptome wie Schmerzen und Schwellungen zu lindern, die Funktion der Gelenke zu erhalten und langfristigen Gelenkschäden vorzubeugen. Probleme mit den Gelenken, der Muskulatur oder den Sehnen können mit einer Physio- oder Ergotherapie und mit orthopädischen Hilfsmitteln wie Einlagen behandelt werden.

    Die Behandlung mit Medikamenten spielt bei Psoriasis Arthritis eine wichtige Rolle. Dabei wird zwischen symptomatischer und krankheitsmodifizierender Therapie unterschieden. Medikamente zur symptomatischen Behandlung sollen akute Schmerzen und Entzündungen lindern. Sogenannte krankheitsmodifizierende Medikamente wirken ursächlich und hemmen die Entzündungsprozesse in den Gelenken. Dadurch sollen sie das Fortschreiten einer Psoriasis Arthritis aufhalten oder zumindest verzögern und so Gelenkschäden vorbeugen.

    Zu den symptomatisch wirkenden Medikamenten zählen:

    • Schmerzmittel: zum Beispiel Diclofenac, Ibuprofen und Naproxen. Medikamente aus dieser Wirkstoffgruppe werden auch nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) genannt. Sie sollen die Schmerzen lindern, können aber nicht vor möglichen Gelenkschäden schützen.
    • Kortisonspritzen oder -tabletten: Zur Linderung akuter Schmerzen kann Kortison in einzelne Gelenke gespritzt werden. Dies kommt bei hartnäckigen Gelenkentzündungen infrage oder um die Zeit zu überbrücken, bis andere Behandlungen wirken. Manchmal kann auch kurzzeitig mit Kortisontabletten behandelt werden. Wenn überhaupt, sollten sie aber nur niedrig dosiert und nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, da sie sonst schwere Nebenwirkungen haben können. Außerdem kann es zu einem Psoriasis-Schub kommen, wenn die Behandlung mit Kortisontabletten beendet wird.

    Krankheitsmodifizierende Medikamente werden unabhängig von akuten Beschwerden dauerhaft eingesetzt. Nach der englischen Bezeichnung „Disease-Modifying-Anti-Rheumatic-Drugs“ werden sie manchmal auch kurz „DMARDs“ genannt. Es werden zwei Gruppen dieser Medikamente unterschieden:

    • Zu den klassischen krankheitsmodifizierenden Medikamenten gehören unter anderem Methotrexat (MTX) und Leflunomid.
    • Biologika sind biotechnologisch hergestellte Medikamente. Hierzu gehören die Wirkstoffe Adalimumab, Certolizumab pegol, Etanercept, Infliximab, Golimumab, Secukinumab und Ustekinumab. Sie kommen infrage, wenn eine Behandlung mit klassischen krankheitsmodifizierenden Medikamenten nicht ausreicht. Biologika können auch mit Methotrexat kombiniert werden.

    Ein weiteres Mittel, das zur Behandlung infrage kommt, ist Apremilast (Otezla). Es gehört zu einer eigenen Wirkstoffklasse, den sogenannten PDE-Hemmern, und wird ebenfalls eingesetzt, wenn eine Behandlung mit klassischen krankheitsmodifizierenden Medikamenten nicht ausreicht.

    Wann wird welche Behandlung eingesetzt?

    Bei einer nur leicht ausgeprägten Psoriasis Arthritis der Knie, Ellbogen oder Handgelenke genügt manchmal eine Behandlung mit Schmerzmitteln aus der Gruppe der NSAR. Reicht dies nicht aus oder spricht einiges für einen ungünstigen Verlauf, wird eine Behandlung mit krankheitsmodifizierenden Medikamenten empfohlen. Ein ungünstiger Verlauf ist wahrscheinlicher, wenn

    • fünf oder mehr Gelenke betroffen sind,
    • die befallenen Gelenke im Röntgenbild bereits sichtbare Schäden aufweisen,
    • die Entzündung ausgeprägt ist (dies wird mit bestimmten Blutwerten untersucht) oder
    • die Entzündung neben den Gelenken auch Sehnen und Bindegewebe betrifft (zum Beispiel wenn ein ganzer Finger oder die Achillessehne entzündet ist).

    Manche Medikamente helfen gleichzeitig gegen die Hauterscheinungen und gegen die Gelenkentzündungen. Dies gilt zum Beispiel für Apremilast, Methotrexat und Biologika. Sie werden daher bevorzugt zur Behandlung von Psoriasis Arthritis eingesetzt.

    Wie eine Psoriasis Arthritis behandelt wird, hängt letztlich von verschiedenen Faktoren ab:

    • der Stärke der Gelenkentzündung und der Art der Beschwerden
    • ob die Gelenkentzündung allein oder zusammen mit einer Schuppenflechte der Haut auftritt
    • welche Körperteile betroffen sind
    • wie man die Vor- und Nachteile der Behandlungen für sich persönlich abwägt

    Bei der Entscheidung für eine Behandlungsstrategie kann es hilfreich sein, sowohl hautärztlichen als auch rheumatologischen Rat einzuholen. Dabei ist es sinnvoll, dass sich die behandelnden Ärztinnen und Ärzte untereinander austauschen.

    Quellen

    Agency for Healthcare Research and Quality (AHRQ). Drug Therapy for Psoriatic Arthritis in Adults: Update of a 2007 Report. Comparative Effectiveness Review No. 54. Rockville (MD): AHRQ, 04.2012.

    Lemos LL, de Oliveira Costa J, Almeida AM, Junior HO, Barbosa MM, Kakehasi AM et al. Treatment of psoriatic arthritis with anti-TNF agents: a systematic review and meta-analysis of efficacy, effectiveness and safety. Rheumatol Int 2014; 34(10): 1345-1360.

    National Institute for Health and Care Excellence (NICE). Psoriasis: Assessment and Management of Psoriasis. 24.10.2012. (NICE Guidelines; Band 153).

    Steiman AJ, Pope JE, Thiessen-Philbrook H, Li L, Barnabe C, Kalache F et al. Non-biologic disease-modifying antirheumatic drugs (DMARDs) improve pain in inflammatory arthritis (IA): a systematic literature review of randomized controlled trials. Rheumatol Int 2013; 33(5): 1105-1120.

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    Mehr Wissen: Äußerliche Behandlung bei Psoriasis vulgaris

    Bei den meisten Menschen mit leichter Schuppenflechte lassen sich die Hautveränderungen äußerlich gut behandeln. Als wirksam und gut verträglich haben sich Kortisonpräparate und Vitamin-D3-Abkömmlinge zum Auftragen erwiesen.

    Eine Psoriasis vulgaris kann mit Medikamenten zum Auftragen auf die Haut, mit einer Lichttherapie oder mit Medikamenten zum Einnehmen oder Spritzen behandelt werden. Bei leichter bis mittelschwerer Schuppenflechte reicht oft eine äußerliche (topische) Behandlung aus. Dabei werden die Wirkstoffe zum Beispiel als Salbe, Creme, Lösung oder Schaum auf die veränderten Hautstellen (Psoriasis-Plaques) aufgetragen. In welcher Form der Wirkstoff verwendet wird, hängt unter anderem vom Anwendungsort und dem Hautzustand ab.

    Manche Menschen setzen die Mittel nur während eines Krankheitsschubs ein, andere als Langzeitbehandlung. Dabei werden die betroffenen Hautstellen auch in Zeiten behandelt, in denen sich die Schuppenflechte ruhig verhält. Dies soll weiteren Krankheitsschüben vorbeugen. Um Nebenwirkungen zu vermeiden, werden kortisonhaltige Präparate dabei nicht täglich aufgetragen, sondern nur an zwei Tagen in der Woche – zum Beispiel immer am Wochenende.

    Unabhängig davon wird empfohlen, die Haut immer gut zu pflegen, etwa mit rückfettenden Salben oder Cremes. Diese dauerhafte Basistherapie soll die Haut vor dem Austrocknen schützen und Juckreiz lindern.

    Bei den meisten Menschen mit leichter Schuppenflechte lassen sich die Hautveränderungen äußerlich gut behandeln. Als wirksam und gut verträglich haben sich Kortisonpräparate und Vitamin-D3-Abkömmlinge zum Auftragen erwiesen.

    Eine Psoriasis vulgaris kann mit Medikamenten zum Auftragen auf die Haut, mit einer Lichttherapie oder mit Medikamenten zum Einnehmen oder Spritzen behandelt werden. Bei leichter bis mittelschwerer Schuppenflechte reicht oft eine äußerliche (topische) Behandlung aus. Dabei werden die Wirkstoffe zum Beispiel als Salbe, Creme, Lösung oder Schaum auf die veränderten Hautstellen (Psoriasis-Plaques) aufgetragen. In welcher Form der Wirkstoff verwendet wird, hängt unter anderem vom Anwendungsort und dem Hautzustand ab.

    Manche Menschen setzen die Mittel nur während eines Krankheitsschubs ein, andere als Langzeitbehandlung. Dabei werden die betroffenen Hautstellen auch in Zeiten behandelt, in denen sich die Schuppenflechte ruhig verhält. Dies soll weiteren Krankheitsschüben vorbeugen. Um Nebenwirkungen zu vermeiden, werden kortisonhaltige Präparate dabei nicht täglich aufgetragen, sondern nur an zwei Tagen in der Woche – zum Beispiel immer am Wochenende.

    Unabhängig davon wird empfohlen, die Haut immer gut zu pflegen, etwa mit rückfettenden Salben oder Cremes. Diese dauerhafte Basistherapie soll die Haut vor dem Austrocknen schützen und Juckreiz lindern.

    Behandlung mit Kortisonpräparaten

    Kortison ist ein bestimmter Wirkstoff aus der Gruppe der Glukokortikoide. Der Begriff Kortison wird umgangssprachlich aber oft auch für andere Wirkstoffe aus dieser Medikamentengruppe verwendet, wie zum Beispiel Betamethasonvalerat, Mometason oder Prednicarbat. Im Folgenden fassen wir sie als „Kortisonpräparate“ zusammen.

    Kortisonpräparate hemmen die Entzündungsreaktionen in der Haut und die stark beschleunigte Vermehrung der Hautzellen. Die Mittel werden zum Beispiel als Creme, Lösung oder Salbe eingesetzt – zur Behandlung der Kopfhaut auch als Schaum oder Shampoo.

    Kortisonpräparate unterscheiden sich in ihrer Stärke deutlich und werden in vier Klassen unterteilt:

    • schwache Kortisonpräparate (Klasse I)
    • mittelstarke Kortisonpräparate (Klasse II)
    • starke Kortisonpräparate (Klasse III)
    • sehr starke Kortisonpräparate (Klasse IV)

    Hautstellen mit starker Schuppung sowie Psoriasis an der behaarten Kopfhaut benötigen oft eine Behandlung mit einem starken oder sehr starken Kortisonpräparat. An empfindlichen Körperstellen, zum Beispiel im Gesicht oder in den Hautfalten, werden schwächere Kortisonpräparate oder andere Wirkstoffe eingesetzt. In der Regel bessern sich die Beschwerden ein bis zwei Wochen nach Beginn der Therapie.

    Zur Behandlung von Psoriasis-Schüben werden häufig stärkere Präparate wie Mometason eingesetzt. Sie werden in der Regel drei Wochen lang ein- oder zweimal täglich auf die veränderten Hautstellen aufgetragen, danach schrittweise seltener: in der vierten Woche beispielsweise nur jeden zweiten, in der fünften Woche nur jeden dritten Tag. Die Kortisonbehandlung wird schrittweise beendet, weil die Schuppenflechte nach einem plötzlichen Absetzen zurückkommen kann.

    In Studien haben sich starke Kortisonpräparate als wirksam erwiesen. Ein paar Wochen nach Beginn der Behandlung zeigte sich:

    • Ohne Kortisonpräparat hatten etwa 10 von 100 Personen keine oder kaum sichtbare Psoriasis-Plaques.
    • Mit Kortisonpräparat hatten ungefähr 45 von 100 Personen keine oder kaum sichtbare Psoriasis-Plaques.

    Das bedeutet, dass das Kortisonpräparat die Psoriasis bei 35 von 100 Menschen deutlich linderte.

     

    Grafik: Wie oft eine äußerliche Behandlung mit starkem Kortison bei Schuppenflechte hilft - wie im Text beschrieben

     

    Wenn die Behandlung mit einem starken Kortisonpräparat nicht ausreicht, kann das sehr starke Kortikoid Clobetasol ausprobiert werden. Es half in Studien noch besser als starke Kortisonpräparate der Klasse III.

    Nebenwirkungen sind selten

    Viele Menschen sind misstrauisch gegenüber Kortisonpräparaten und haben Angst vor Nebenwirkungen wie zum Beispiel dünner werdender Haut. Bei vorübergehender Anwendung kommt es aber nur selten dazu: In Studien wurde die Haut von 1 bis 2 von 100 Menschen infolge der Kortisonbehandlung dünner, vor allem wenn sie sehr starke Präparate verwendeten. Wegen Nebenwirkungen brach aber niemand die Behandlung ab.

    Manche Menschen haben Angst vor schwerwiegenden Nebenwirkungen wie Stoffwechselstörungen oder Bluthochdruck und wenden die Kortisonsalbe oder -creme nicht in ausreichender Menge oder lange genug an. Bei einer äußerlichen Kortisonbehandlung und sachgemäßer Anwendung ist das Risiko für ernsthafte Nebenwirkungen aber extrem gering.

    Calcipotriol

    Calcipotriol ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Vitamin-D3-Abkömmlinge. Andere Mittel aus dieser Gruppe sind Calcitriol und Tacalcitol. Sie werden aber eher selten eingesetzt.

    Chemisch gesehen ist Calcipotriol mit dem Vitamin-D3 verwandt und den Kortisonpräparaten ähnlich. Er wird ein- oder zweimal pro Tag als Creme, Gel, Salbe oder Lösung auf die Haut aufgetragen. Dabei sollen nicht mehr als 30 % der Körperoberfläche mit dem Mittel behandelt werden.

    Auch Calcipotriol hat sich in Studien als wirksame Behandlung erwiesen. Auf der Kopfhaut ist es nach aktuellem Wissen jedoch etwas weniger wirksam als starke Kortisonpräparate. Außerdem löst es häufiger örtliche Nebenwirkungen wie Brennen oder Juckreiz aus.

    Möglich ist es zudem, Vitamin-D3-Abkömmling und Kortison miteinander zu kombinieren, falls die Behandlung mit einem einzelnen Wirkstoff nicht ausreicht. Es gibt auch Fertigpräparate, die Calcipotriol und Betamethason enthalten.

    Andere äußerliche Behandlungen

    Dithranol und Steinkohleteer

    Ältere Mittel zur äußerlichen Behandlung von Psoriasis wie Dithranol und Steinkohleteer werden nur noch selten eingesetzt. Ein Grund dafür ist, dass sie weniger anwendungsfreundlich sind als Kortison oder Calcipotriol: Zum einen können sich Haut und Kleidung verfärben, zum anderen finden viele Menschen den Geruch von Steinkohleteer sehr unangenehm. Dithranol wird in der stationären Behandlung aber noch oft angewendet.

    Calcineurin-Inhibitoren: Pimecrolimus und Tacrolimus

    Tritt die Schuppenflechte an empfindlichen Stellen wie im Gesicht, in den Leisten oder unter den Achseln auf, werden als Alternative zu Kortisonpräparaten manchmal sogenannte Calcineurin-Inhibitoren eingesetzt. Zu dieser Medikamentengruppe gehören Cremes und Salben mit den Wirkstoffen Pimecrolimus und Tacrolimus. Tacrolimus ist der stärkere der beiden Wirkstoffe.

    Im Gegensatz zu Kortison haben Calcineurin-Inhibitoren keine hautverdünnende Wirkung. Sie wurden jedoch zur Behandlung von Neurodermitis entwickelt und sind nicht zur Therapie von Psoriasis zugelassen. Daher müssen bei der Anwendung besondere Bedingungen beachtet werden. Unter anderem ist es wichtig, vorher zu klären, ob die Krankenkasse die Kosten der Therapie übernimmt.

    Die Wirksamkeit von Calcineurin-Inhibitoren bei Psoriasis ist wissenschaftlich zudem noch nicht gut untersucht. Ob sie vergleichbar gut helfen wie Kortisonpräparate, lässt sich daher noch nicht sicher sagen.

    Wahl des geeigneten Medikaments

    Die Wahl des geeigneten Medikaments hängt von vielen Faktoren ab. Bisherige Studien zeigen, dass eine äußerliche Behandlung mit Kortison am besten wirkt und dabei gut verträglich ist. Deshalb beginnt man eine Psoriasis-Behandlung in der Regel mit einem Kortisonpräparat.

    Wenn eine Psoriasis länger als einige Wochen behandelt werden soll und man mögliche langfristige Nebenwirkungen von Kortison vermeiden möchte, kann eine Behandlung mit einem anderen Wirkstoff wie etwa Calcipotriol sinnvoller sein.

    Quellen

    Mason AR, Mason J, Cork M, Dooley G, Hancock H. Topical treatments for chronic plaque psoriasis. Cochrane Database Syst Rev 2013; (3): CD005028.

    National Institute for Health and Care Excellence (NICE). Psoriasis: Assessment and Management of Psoriasis. 24.10.2012. (NICE Guidelines; Band 153).

    Schlager JG, Rosumeck S, Werner RN, Jacobs A, Schmitt J, Schlager C et al. Topical treatments for scalp psoriasis: summary of a Cochrane Systematic Review. Br J Dermatol 2017; 176(3): 604-614.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.

    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Hilft eine Lichttherapie, Psoriasis-Beschwerden zu lindern?

    Eine UV-Lichttherapie wie die Schmalspektrum-UVB- oder eine Psoralen-UVA-Therapie (PUVA) können die Symptome einer Schuppenflechte wirksam lindern. Allerdings ist die Therapie relativ aufwendig, da mehrere Bestrahlungen pro Woche nötig sind. Wiederholte und langfristige Lichttherapien können außerdem das Risiko für Hautkrebs erhöhen.

    Oft lässt sich eine Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris) durch eine gute Hautpflege und mit Medikamenten zum Auftragen auf die erkrankten Hautbereiche gut behandeln. Bei mittelschwerer oder schwerer Psoriasis reicht dies aber nicht immer aus, um Schübe erfolgreich zu behandeln. Dann kommt eine UV-Lichttherapie infrage. Sie kann allein oder in Kombination mit äußerlichen Medikamenten oder Tabletten eingesetzt werden. Dabei werden die betroffenen Hautstellen mit ultraviolettem Licht (UV-Licht) bestrahlt. Das UV-Licht hemmt die Entzündungsreaktionen in der Haut und verlangsamt die Zellteilung.

    Die Behandlung findet in der Regel dreimal pro Woche in einer spezialisierten hautärztlichen Praxis oder im Krankenhaus statt. Zur Bestrahlung werden spezielle Kabinen mit Lichtröhren verwendet, die UV-Licht einer bestimmten Wellenlänge abgeben. Zur Behandlung einzelner Körperteile wie dem Kopf, den Händen oder Füßen gibt es auch sogenannte Teilbestrahlungsgeräte.

    Sonnenbänke zur Bräunung sind nicht zur Lichttherapie geeignet, da sie keine genaue Kontrolle über das Lichtspektrum und die Dosierung erlauben.

    Eine UV-Lichttherapie wie die Schmalspektrum-UVB- oder eine Psoralen-UVA-Therapie (PUVA) können die Symptome einer Schuppenflechte wirksam lindern. Allerdings ist die Therapie relativ aufwendig, da mehrere Bestrahlungen pro Woche nötig sind. Wiederholte und langfristige Lichttherapien können außerdem das Risiko für Hautkrebs erhöhen.

    Oft lässt sich eine Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris) durch eine gute Hautpflege und mit Medikamenten zum Auftragen auf die erkrankten Hautbereiche gut behandeln. Bei mittelschwerer oder schwerer Psoriasis reicht dies aber nicht immer aus, um Schübe erfolgreich zu behandeln. Dann kommt eine UV-Lichttherapie infrage. Sie kann allein oder in Kombination mit äußerlichen Medikamenten oder Tabletten eingesetzt werden. Dabei werden die betroffenen Hautstellen mit ultraviolettem Licht (UV-Licht) bestrahlt. Das UV-Licht hemmt die Entzündungsreaktionen in der Haut und verlangsamt die Zellteilung.

    Die Behandlung findet in der Regel dreimal pro Woche in einer spezialisierten hautärztlichen Praxis oder im Krankenhaus statt. Zur Bestrahlung werden spezielle Kabinen mit Lichtröhren verwendet, die UV-Licht einer bestimmten Wellenlänge abgeben. Zur Behandlung einzelner Körperteile wie dem Kopf, den Händen oder Füßen gibt es auch sogenannte Teilbestrahlungsgeräte.

    Sonnenbänke zur Bräunung sind nicht zur Lichttherapie geeignet, da sie keine genaue Kontrolle über das Lichtspektrum und die Dosierung erlauben.

    Worin unterscheiden sich verschiedene Lichttherapien?

    Zur Behandlung von Psoriasis vulgaris wird meist eine sogenannte Schmalband-UVB-Lichttherapie eingesetzt (auch Schmalspektrum-UVB-Therapie genannt). Hierbei trifft nur UVB-Licht der Wellenlänge von 311 bis 313 Nanometer auf die Haut. Die Begrenzung des Lichtspektrums soll das Risiko für Nebenwirkungen senken.

    Eine Variante ist die Bade-Licht-Therapie (Balneophototherapie). Dabei badet man rund 20 Minuten in warmem Wasser mit bestimmten Zusätzen. Gleichzeitig oder unmittelbar danach wird die Haut mit UV-Licht bestrahlt. Bei der sogenannten Photosoletherapie wird Kochsalz oder Salz aus dem Toten Meer zum Badewasser gegeben.

    Eine weitere Möglichkeit ist die „Psoralen-UVA-Therapie“ (PUVA). Hierbei wird die Haut mit UVA-Licht bestrahlt. Die zusätzliche Anwendung des Medikaments Psoralen verstärkt die Strahlenwirkung, weil es die Haut lichtempfindlicher macht. Psoralen kann als Tablette eingenommen (orale PUVA), als Gel oder Creme aufgetragen oder als Badezusatz (Bade-PUVA) angewendet werden.

    Was ist bei einer Lichttherapie zu beachten?

    Vor Beginn der Behandlung muss die Wellenlänge, die Dosierung und Dauer der Anwendung bestimmt werden. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle: der Hauttyp, Vorerkrankungen wie zum Beispiel Hautkrebs und die Einnahme von Medikamenten, die die Haut lichtempfindlicher machen. Wichtig ist, sich von Hautärztinnen oder -ärzten behandeln zu lassen, die sich gut mit Lichttherapien auskennen.

    Die Behandlung dauert zwischen vier Wochen und drei Monate. Damit sich die Haut an die Strahlung gewöhnen kann, wird die anfängliche Strahlendosis dem Hauttyp angepasst und nach und nach erhöht.

    Die Augen werden während der Behandlung mit einer speziellen Sonnenbrille geschützt. Empfindliche, aber nicht betroffene Körperteile wie das Gesicht oder die Geschlechtsteile werden zum Schutz mit Textilien abgedeckt. Alternativ kann die gesunde Haut mit Sonnenmilch mit Lichtschutzfaktor 50+ eingecremt werden.

    Welche Nebenwirkungen können auftreten?

    Eine UV-Lichttherapie kann verschiedene Nebenwirkungen haben. Die Bestrahlung kann die Haut austrocknen und Juckreiz auslösen. Deshalb ist es sinnvoll, sich gleich nach der Behandlung gut mit einem rückfettenden Pflegeprodukt einzucremen. Außerdem kommt es oft zu sonnenbrandartigen Hautreizungen, selten auch zu Verbrennungen mit Blasenbildung.

    Bei Menschen, die zu Lippenherpes neigen, kann die Lichttherapie einen Ausbruch des Virus begünstigen. Um vorzubeugen, kann man die Lippen vor der Behandlung mit Sonnencreme schützen. Die Einnahme von Psoralen im Rahmen einer PUVA kann Übelkeit und Erbrechen verursachen. Bei Psoralen als Badezusatz treten diese Nebenwirkungen nicht auf.

    Seltenere Nebenwirkungen sind Haarwurzelentzündungen sowie erhabene rote Hautflecken, die aber nach einigen Tagen wieder verschwinden.

    Um Nebenwirkungen möglichst zu vermeiden, ist es wichtig, am Tag der Behandlung natürliches Sonnenlicht zu meiden oder sich draußen durch entsprechende Kleidung, eine Sonnenbrille und Sonnenschutzmittel zu schützen. Insbesondere nach einer PUVA ist es wichtig, sich keiner weiteren Sonnenstrahlung auszusetzen.

    Ein weiterer Nachteil von UV-Therapien ist, dass die Behandlung viele Arztbesuche erforderlich macht und die Behandlungen insgesamt viel Zeit in Anspruch nehmen. Daher ist es für manche Menschen schwer, diese Behandlung mit Beruf, Familie und Alltag zu vereinbaren.

    Erhöht eine Lichttherapie das Risiko für Hautkrebs?

    Wenn die Haut häufig mit UV-Licht bestrahlt wird, steigt das Risiko für Hautkrebs. Vor allem für die orale PUVA gibt es Hinweise, dass sie das Risiko für weißen Hautkrebs erhöht. Das Risiko steigt mit der Strahlendosis und der Zahl der Behandlungen. Ein erhöhtes Risiko besteht zudem bei heller Haut und für Menschen, die bereits an Hautkrebs erkrankt waren oder immunhemmende Medikamente wie Azathioprin, Ciclosporin oder Methotrexat einnehmen.

    Eine Schmalband-UVB-Therapie ist vermutlich mit einem geringeren Hautkrebsrisiko verbunden als eine orale Psoralen-UVA-Therapie (PUVA). Dies lässt sich aber noch nicht sicher sagen, weil es bisher kaum Studien zum Hautkrebsrisiko durch UVB-Bestrahlung gibt. Auch das Hautkrebsrisiko von PUVA-Behandlungen, bei denen Psoralen als Badezusatz angewendet oder auf die Haut aufgetragen wird, ist nicht gut erforscht.

    Um das Hautkrebsrisiko in Grenzen zu halten, wird empfohlen, im Laufe des Lebens nicht mehr als 150 einzelne orale PUVA-Behandlungen zu machen. Um den Überblick über die Zahl, Art und Dosis der in Anspruch genommenen Behandlungen zu behalten, ist es sinnvoll, jede Behandlung in einen UV-Pass eintragen zu lassen.

    Wie wirksam sind Lichttherapien im Vergleich?

    Durch eine Lichttherapie lässt sich Psoriasis vulgaris oft wirksam behandeln: Bei schätzungsweise 50 bis 90 von 100 Menschen mit Psoriasis bessern sich die Hauterscheinungen deutlich oder verschwinden vorübergehend ganz.

    Eine orale PUVA ist nach dem aktuellen Forschungsstand wirksamer als eine Schmalband-UVB-Therapie. Sie führt aber öfter zu Nebenwirkungen und birgt möglicherweise ein höheres Hautkrebsrisiko. Es ist daher sinnvoll, die Vor- und Nachteile einer oralen PUVA gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt sorgfältig abzuwägen.

    Auch die Bade-PUVA kann Psoriasis-Symptome besser lindern als eine alleinige UVB-Bestrahlung. Die Photosoletherapie ist anscheinend ebenfalls wirksamer als eine UV-Bestrahlung ohne Bad, hilft aber nicht so gut wie eine Bade-PUVA. Ein Nachteil von oraler PUVA, Bade-PUVA und Photosoletherapie ist der erhöhte Aufwand.

    Quellen

    Chen X, Yang M, Cheng Y, Liu GJ, Zhang M. Narrow-band ultraviolet B phototherapy versus broad-band ultraviolet B or psoralen-ultraviolet A photochemotherapy for psoriasis. Cochrane Database Syst Rev 2013; (10): CD009481.

    Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Balneophototherapie. Abschlussbericht; Auftrag N4-04. 21.12.2006. (IQWiG-Berichte; Band 14).

    National Institute for Health and Care Excellence (NICE). Psoriasis: Assessment and Management of Psoriasis. 24.10.2012. (NICE Guidelines; Band 153).

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.

    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Medikamente zum Einnehmen oder Spritzen

    Bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis reicht eine äußerliche Behandlung nicht immer aus. Dann kommen Medikamente infrage, die im ganzen Körper wirken. Sie werden entweder als Tablette eingenommen oder gespritzt. Wegen der möglichen Nebenwirkungen ist es sinnvoll, sich gut über ihre Vor- und Nachteile zu informieren.

    Eine leichte Psoriasis vulgaris lässt sich bei den meisten Menschen gut mit Medikamenten zum Auftragen behandeln. Bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis kann eine zusätzliche Behandlung nötig sein. Oft versucht man zunächst, die Schuppenflechte mit UV-Licht zu behandeln. Wenn auch die Lichttherapie nicht hilft, kommen Medikamente zum Einnehmen oder Spritzen infrage. Man spricht dann von einer systemischen Therapie, da die Mittel in den Blutkreislauf gelangen und im ganzen Körper wirken. Die Behandlung beginnt in der Regel mit einem dieser Wirkstoffe:

    • Methotrexat (Handelsnamen: zum Beispiel Lantarel, Metex, MTX Hexal, Methotrexat AL)
    • Fumarsäureester, kurz Fumarsäure (Handelsname: Fumaderm)
    • Ciclosporin (Handelsnamen: zum Beispiel Ciclosporin Pro, Ciqorin, Sandimmun)
    • eher selten Acitretin (Handelsname: Acicutan)

    Wenn diese Mittel die Psoriasis vulgaris nicht ausreichend lindern oder aus anderen Gründen nicht geeignet sind, ist eine Behandlung mit einem Mittel aus der Gruppe der Biologika möglich. Zu diesen biotechnologisch hergestellten Wirkstoffen gehören:

    • Adalimumab (Humira)
    • Etanercept (Benepali, Enbrel)
    • Infliximab (Flixabi, Inflextra, Remicade, Remsima)
    • Ixekizumab (Taltz)
    • Secukinumab (Cosentyx)
    • Ustekinumab (Stelara)

    Ein weiteres Mittel, das infrage kommt, ist Apremilast (Otezla). Es gehört zu einer eigenen Wirkstoffklasse.

    Bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis reicht eine äußerliche Behandlung nicht immer aus. Dann kommen Medikamente infrage, die im ganzen Körper wirken. Sie werden entweder als Tablette eingenommen oder gespritzt. Wegen der möglichen Nebenwirkungen ist es sinnvoll, sich gut über ihre Vor- und Nachteile zu informieren.

    Eine leichte Psoriasis vulgaris lässt sich bei den meisten Menschen gut mit Medikamenten zum Auftragen behandeln. Bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis kann eine zusätzliche Behandlung nötig sein. Oft versucht man zunächst, die Schuppenflechte mit UV-Licht zu behandeln. Wenn auch die Lichttherapie nicht hilft, kommen Medikamente zum Einnehmen oder Spritzen infrage. Man spricht dann von einer systemischen Therapie, da die Mittel in den Blutkreislauf gelangen und im ganzen Körper wirken. Die Behandlung beginnt in der Regel mit einem dieser Wirkstoffe:

    • Methotrexat (Handelsnamen: zum Beispiel Lantarel, Metex, MTX Hexal, Methotrexat AL)
    • Fumarsäureester, kurz Fumarsäure (Handelsname: Fumaderm)
    • Ciclosporin (Handelsnamen: zum Beispiel Ciclosporin Pro, Ciqorin, Sandimmun)
    • eher selten Acitretin (Handelsname: Acicutan)

    Wenn diese Mittel die Psoriasis vulgaris nicht ausreichend lindern oder aus anderen Gründen nicht geeignet sind, ist eine Behandlung mit einem Mittel aus der Gruppe der Biologika möglich. Zu diesen biotechnologisch hergestellten Wirkstoffen gehören:

    • Adalimumab (Humira)
    • Etanercept (Benepali, Enbrel)
    • Infliximab (Flixabi, Inflextra, Remicade, Remsima)
    • Ixekizumab (Taltz)
    • Secukinumab (Cosentyx)
    • Ustekinumab (Stelara)

    Ein weiteres Mittel, das infrage kommt, ist Apremilast (Otezla). Es gehört zu einer eigenen Wirkstoffklasse.

    Vor und während der Behandlung

    Da systemische Behandlungen im ganzen Körper wirken, besteht ein erhöhtes Risiko für ernsthafte Nebenwirkungen. Daher ist es sinnvoll, sich vor der Entscheidung für eine Behandlung gut über die Vor- und Nachteile der Mittel zu informieren. Dazu gehört auch, mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen, ob etwas gegen ihre Anwendung spricht – wie zum Beispiel Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Behandlungen.

    Die meisten Mittel gegen Schuppenflechte beeinflussen zudem das Immunsystem. Um mögliche Folgen wie zum Beispiel schwere Infektionen, Leber- oder Nierenprobleme frühzeitig zu erkennen, werden vor und während der Behandlung regelmäßig bestimmte Blutwerte kontrolliert.

    Den Behandlungserfolg beurteilen

    Um einschätzen zu können, ob eine Behandlung wirksam ist, wird in Studien oft der sogenannte PASI-Index ermittelt (Abkürzung für „Psoriasis Area and Severity Index“). Dazu betrachtet eine Ärztin oder ein Arzt die Haut und beurteilt

    • die Stärke der Rötung,
    • das Ausmaß der Schuppung,
    • die Dicke der Haut und
    • die Größe der betroffenen Hautfläche.

    Mithilfe einer Formel wird anschließend der PASI als Maß für die Schwere der Psoriasis berechnet: Bei einem Wert von 0 liegt keine Psoriasis vor, ab 10 spricht man von einer mittelschweren bis schweren Psoriasis vulgaris. Als Behandlungserfolg gilt, wenn sich der PASI während der Behandlung um mindestens 75 % verringert – also zum Beispiel von 10 auf 2 sinkt.

    Fumarsäureester

    Fumarsäureester (Handelsname Fumaderm) wird als Tablette eingenommen. Um das Mittel besser verträglich zu machen, wird die Dosierung zu Beginn über mehrere Wochen langsam gesteigert: von einmal täglich 30 mg in der ersten Woche bis dreimal täglich in der dritten Woche. Danach erhöht sich die Dosis pro Tablette auf 120 mg. Die Dosierung wird erhöht, bis sich die Beschwerden bessern. Die Höchstdosis liegt bei sechs Tabletten täglich mit jeweils 120 mg Wirkstoff. Nach spätestens sechs bis acht Wochen sollte sich die Psoriasis deutlich verbessern.

    In Studien linderte Fumarsäureester die Psoriasis vulgaris bei schätzungsweise 30 bis 40 von 100 Menschen. Die bisherigen Studien zu diesem Medikament hatten aber nur wenige Teilnehmer und waren nicht gut gemacht. Die Forschungsergebnisse sind daher nicht sehr zuverlässig.

    Nebenwirkungen

    Fumarsäure führt häufig zu Durchfall, Übelkeit und Bauchschmerzen. Außerdem kann es Hitzewallungen im Gesicht („Flush“) auslösen. In einer Studie hatten etwa 60 von 100 Menschen mindestens eine dieser Nebenwirkungen. Diese können aber mit der Zeit verschwinden und waren in Studien oft nicht so stark, dass die Teilnehmenden deswegen die Behandlung beendeten. Es wird empfohlen, Fumarsäure mit Milch einzunehmen, um die Verträglichkeit zu verbessern.

    Gegenanzeigen

    Wegen häufiger Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt eignet sich Fumarsäure nicht für Menschen, die bereits eine Magen-Darm-Erkrankung haben, wie zum Beispiel ein Magengeschwür. Das Medikament kann außerdem die Zahl der Abwehrzellen im Blut senken. Für Menschen mit einer Erkrankung des Blutbilds wird es daher nicht empfohlen. Schwangere und stillende Frauen sollten das Mittel nicht nehmen, da die Risiken des Medikaments bei ihnen nicht untersucht sind.

    Methotrexat (MTX)

    Methotrexat wird nicht nur zur Behandlung von Psoriasis vulgaris, sondern auch bei Gelenkentzündungen eingesetzt. Es hemmt entzündliche Reaktionen und soll bei Arthritis auch vor Gelenkschäden schützen.

    Methotrexat wird einmal pro Woche als Tablette eingenommen oder gespritzt –  entweder unter die Haut, in den Muskel oder in die Vene. Die Tablette sollte abends mit viel Wasser geschluckt werden, aber weder mit einer Mahlzeit noch zusammen mit Milch. Möglich ist eine Dosierung zwischen 5 und 30 mg. In der Regel beginnt man die Behandlung mit 7,5 mg und erhöht die Dosis, wenn nötig.

    In Studien konnte Methotrexat eine Schuppenflechte bei ungefähr 20 bis 30 von 100 Personen deutlich lindern.

    Nebenwirkungen

    Methotrexat kann Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit auslösen und Infektionen begünstigen. Wird Methotrexat gespritzt, ist es für Magen und Darm verträglicher. Eine seltenere, aber mögliche Nebenwirkung ist vorübergehender Haarausfall.

    Einige Nebenwirkungen werden dadurch verursacht, dass Methotrexat die Wirkung von Folsäure im Körper hemmt. Folsäure ist ein B-Vitamin, das die Neubildung von Zellen und die Zellteilung unterstützt. Das Risiko für diese Nebenwirkungen lässt sich senken, wenn man zusätzlich einmal pro Woche niedrig dosierte Folsäure (5 bis 10 mg) einnimmt.

    Methotrexat kann auf Dauer die Leberfunktion beeinträchtigen und ernsthafte Lebererkrankungen begünstigen. Viele Menschen, die das Medikament nehmen, haben erhöhte Leberwerte. Tatsächliche Leberschäden sind nach bisherigen Studien aber selten.

    Gegenanzeigen

    Menschen, die viel Alkohol trinken oder bereits eine schwere Lebererkrankung haben, wird davon abgeraten, Methotrexat zu nehmen. Auch bei einem akuten Geschwür des Magens oder Zwölffingerdarms oder bei einer schweren Nierenerkrankung sollte das Medikament nicht angewendet werden.

    Für schwangere oder stillende Frauen sowie für Männer und Frauen mit Kinderwunsch ist Methotrexat ebenfalls nicht geeignet. Nach Ende der Behandlung mit Methotrexat sollte noch für sechs Monate sicher verhütet werden.

    Ciclosporin

    Ciclosporin wird morgens und abends als Kapsel oder Lösung eingenommen. Die Menge richtet sich nach dem Körpergewicht. Üblicherweise beginnt man die Behandlung mit einer Dosis von 2,5 Milligramm (mg) pro Kilogramm Körpergewicht (kgKG) pro Tag. Bei einem Körpergewicht von 80 kg würde man also mit einer täglichen Dosis von 200 mg (2,5 x 80) beginnen, aufgeteilt auf jeweils 100 mg morgens und abends. Wenn sich nach vier Wochen keine Besserung zeigt, kann die Dosierung auf maximal 5 mg pro kgKG erhöht werden.

    In Studien konnte Ciclosporin die Hautveränderungen bei Psoriasis vulgaris wirksam lindern. Das Medikament besserte die Beschwerden bei ungefähr 25 von 100 Personen deutlich. Die Wirkung zeigt sich in der Regel nach etwa vier Wochen.

    Meist wird empfohlen, Ciclosporin nicht länger als einige Monate anzuwenden. Für Menschen mit schwerer Psoriasis, bei denen das Mittel gut wirkt, kann eine längere Behandlung infrage kommen, um einen Rückfall zu verhindern. Länger als ein bis höchstens zwei Jahre sollte das Medikament nach aktuellen Empfehlungen aber nicht eingesetzt werden.

    Nebenwirkungen

    Ciclosporin kann Missempfindungen der Haut wie Kribbeln, Taubheit oder Ameisenlaufen auslösen. Andere mögliche Nebenwirkungen sind Kopf- und Gliederschmerzen, Muskelzittern, verstärkter Haarwuchs und ein erhöhter Blutdruck. Außerdem steigert es das Risiko für Infektionen.

    Gegenanzeigen

    Ciclosporin kann die Funktion der Nieren und der Leber beeinträchtigen. Es ist daher nicht für Menschen geeignet, die bereits eine Nierenschwäche haben. Dies gilt auch bei einer überstandenen oder bestehenden Krebserkrankung. Für Menschen mit einem unbehandelten oder schlecht eingestellten Bluthochdruck eignet sich Ciclosporin weniger gut, da es den Blutdruck erhöhen kann.

    Das Medikament sollte außerdem nicht während einer Psoralen-UVA-Therapie (PUVA) eingenommen werden, da die Kombination aus Ciclosporin und PUVA das Risiko für Hautkrebs deutlich erhöht. Auch Menschen, die bereits viele PUVA-Bestrahlungen hatten, wird von einer Behandlung mit Ciclosporin abgeraten.

    Um Wechselwirkungen zu vermeiden, ist es wichtig, der Ärztin oder dem Arzt mitzuteilen, welche Medikamente man bereits anwendet. Dies gilt außerdem für pflanzliche Arzneimittel. So kann beispielsweise Johanniskraut die Wirkung von Ciclosporin abschwächen.

    Frauen, die schwanger sind oder werden möchten, sollten Ciclosporin nur in Ausnahmefällen nehmen. Nach aktuellem Wissen kann Ciclosporin das Risiko für Geburtskomplikationen wie zum Beispiel für eine Frühgeburt erhöhen. Auch in der Stillzeit ist das Medikament nicht geeignet.

    Acitretin

    Früher wurde Psoriasis vulgaris öfter mit Acitretin behandelt. Seine Wirksamkeit ist aber kaum in Studien untersucht. Fachleute gehen davon aus, dass es deutlich weniger gut gegen Psoriasis hilft als andere Medikamente. Heute wird Acitretin daher nur noch selten verschrieben. Das Mittel wird täglich als Tablette eingenommen, am besten zusammen mit einer Mahlzeit oder Milch.

    Acitretin kann eine Alternative sein, wenn andere Medikamente nicht infrage kommen. Es kann auch zusätzlich zu einer UVB-Lichttherapie eingenommen werden, um deren Wirksamkeit zu erhöhen. Um Nebenwirkungen möglichst zu vermeiden, wird Acitretin in Kombination mit der Lichttherapie niedriger dosiert.

    Nebenwirkungen

    Acitretin führt häufig dazu, dass die Haut, die Lippen und die Mundschleimhaut austrocknen. Auch die Augenlider können austrocknen und sich entzünden. Während der Behandlung sollte man daher keine Kontaktlinsen verwenden. Acitretin macht sowohl die Augen als auch die Haut lichtempfindlicher und führt manchmal zu Haarausfall. Diese Nebenwirkungen gehen aber vorbei, wenn das Medikament abgesetzt wird.

    Da Acitretin im Gegensatz zu den meisten anderen Mitteln gegen Psoriasis nicht das Immunsystem unterdrückt, besteht kein erhöhtes Risiko für Infektionen.

    Die Kombination von Acitretin mit einer Psoralen-UVA-Lichttherapie (PUVA) kann zu schweren Nebenwirkungen führen und wird daher nicht empfohlen.

    Gegenanzeigen

    Frauen, die schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen, dürfen Acitretin nicht einnehmen, da das Medikament zu Fehlbildungen beim Ungeborenen führen kann. Acitretin kommt für sexuell aktive Mädchen und Frauen nur als Behandlungsmöglichkeit infrage, wenn sie sicher verhüten. Allerdings kann das Mittel die Wirksamkeit der Pille senken. Deshalb ist es wichtig, zur Sicherheit noch ein zweites Verhütungsmittel wie Kondome zu benutzen. Auch nach Abschluss einer Acitretin-Behandlung sollten Frauen noch drei Jahre sicher verhüten und mit einer Schwangerschaft warten, um Fehlbildungen des Kindes zu vermeiden. Stillende Frauen dürfen Acitretin ebenfalls nicht einnehmen.

    Bei Menschen mit einer schweren Leber- oder Nierenerkrankung kommt Acitretin nicht infrage. Da das Mittel bestimmte Fettwerte im Blut erhöht, ist es für Menschen mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen weniger gut geeignet.

    Das Medikament sollte nicht zusammen mit Ciclosporin oder Methotrexat eingenommen werden.

    Kortisontabletten

    Manche Ärztinnen und Ärzte verschreiben vor allem Erwachsenen mit schwerer Psoriasis oft noch Kortisontabletten. Sie werden bei Psoriasis vulgaris aber nicht empfohlen und sollten aus verschiedenen Gründen nur in absoluten Ausnahmefällen eingesetzt werden: Zum einen kann die Psoriasis noch ausgeprägter wieder zurückkehren, wenn die Tabletten abgesetzt werden (Rebound-Effekt). Zum anderen können Kortisontabletten bei längerer Einnahme schwere Nebenwirkungen haben.

    Apremilast

    Apremilast (Handelsname Otezla) gehört zur neuen Wirkstoffklasse der sogenannten PDE-Hemmer und wird als Tablette eingenommen. Die empfohlene Dosis beträgt 30 mg Apremilast zweimal täglich, mit einem Abstand zwischen den beiden Einnahmen von ungefähr zwölf Stunden. Die Dosis beträgt am ersten Tag der Behandlung 10 mg und wird innerhalb der ersten Woche auf 60 mg gesteigert. Bei der Behandlung mit Apremilast sollte sich die Psoriasis innerhalb von 24 Wochen deutlich bessern. Falls nicht, wird die Behandlung in der Regel beendet. Apremilast kann eingesetzt werden, wenn andere orale Medikamente oder eine Lichttherapie mit Psoralen erfolglos sind oder aus anderen Gründen nicht infrage kommen.

    Biologika

    Eine Behandlung mit Biologika kommt in der Regel für Menschen infrage, denen weder eine Therapie mit UV-Licht noch eine Behandlung mit Medikamenten wie Ciclosporin oder Methotrexat ausreichend geholfen hat. Manche Biologika können auch eingesetzt werden, wenn vorher keine anderen Behandlungen ausprobiert wurden.

    Biologika sind sehr wirksame Medikamente. Studien zeigen, dass sie Beschwerden bei einer Psoriasis vulgaris etwa bei 70 von 100 Menschen deutlich lindern können.

    Nebenwirkungen

    Da alle Biologika das Immunsystem dämpfen, können sie die Neigung zu Infektionen erhöhen. Dazu gehören insbesondere Infekte der oberen Atemwege wie Bronchitis sowie Harnwegsentzündungen. Während einer Behandlung mit Biologika besteht auch ein erhöhtes Risiko für schwerwiegende Infektionen, zum Beispiel der Lunge, des Herzmuskels oder tieferer Hautschichten.

    Studienergebnisse erlauben folgende Schätzungen zu diesen Nebenwirkungen:

    • Bei etwa 5 von 100 Personen führen Biologika zu einer Nebenwirkung.
    • Etwa 4 von 100 Personen brechen die Behandlung aufgrund von Nebenwirkungen ab.
    • Etwa eine von 100 Personen bekommt infolge der Biologika-Behandlung eine schwere Infektion.

    Da Biologika gespritzt werden, können sie zudem an der Einstichstelle zu Rötungen, Juckreiz, Schwellungen und Blutergüssen führen. Solche Reaktionen sind relativ häufig, mit der Zeit kann sich der Körper aber an die Spritzen gewöhnen.

    Gegenanzeigen

    Gründe, die gegen die Behandlung mit Biologika sprechen können, sind:

    • eine schwere Nieren- oder Leberschwäche
    • eine bestehende oder überstandene Krebserkrankung
    • eine multiple Sklerose bei sich selbst, den Geschwistern oder Eltern
    • eine bestehende oder überstandene Hepatitis-Infektion
    • eine bestehende oder überstandene Tuberkulose
    • eine schwere Herzschwäche
    • eine schwere Infektion

    Anwendung von Biologika

    Adalimumab

    Adalimumab (Handelsname Humira) wird mithilfe eines Fertigpens oder einer Fertigspritze unter die Haut gespritzt. Die erste Dosis liegt bei 80 mg, alle folgenden bei 40 mg. Die zweite Dosis wird eine Woche nach der ersten gespritzt, alle weiteren nur noch alle zwei Wochen. Spätestens 16 Wochen nach Beginn der Behandlung sollte sich die Psoriasis deutlich gebessert haben.

    Etanercept

    Etanercept wird ein- oder zweimal pro Woche mit einer Fertigspritze oder einem Fertigpen unter die Haut gespritzt. Die Dosierung liegt in der Regel bei 50 mg wöchentlich und kann bei Bedarf vorübergehend auf 100 mg erhöht werden. Eine deutliche Besserung sollte sich nach zwölf Wochen zeigen.

    Infliximab

    Infliximab wird als Infusion in die Vene gegeben. Die Dosierung richtet sich nach dem Körpergewicht (5 mg pro kgKG). Die zweite Infusion wird zwei Wochen nach der ersten, die dritte Infusion vier Wochen nach der zweiten gegeben und alle weiteren dann im Abstand von acht Wochen. Nach 14 Wochen sollten sich die Beschwerden deutlich gebessert haben.

    Secukinumab

    Secukinumab (Handelsname Cosentyx) wird mit einem Fertigpen oder einer Fertigspritze unter die Haut gespritzt. Es wird in den ersten vier Wochen einmal wöchentlich, danach einmal monatlich angewendet. Die Dosierung liegt bei 300 mg pro Woche. Da die Fertigspritzen 150 mg des Wirkstoffs enthalten, entspricht dies zwei Spritzen. Eine deutliche Besserung der Psoriasis sollte sich innerhalb von 16 Wochen zeigen.

    Ustekinumab

    Ustekinumab (Handelsname Stelara) wird mit einer Fertigspritze unter die Haut gespritzt. Die ersten beiden Spritzen werden in einem Abstand von vier Wochen gegeben. Danach wird das Mittel nur noch alle zwölf Wochen gespritzt. Die Dosierung liegt bei 45 mg pro Spritze. Bei Menschen, die über 100 kg wiegen, kann das Medikament höher dosiert werden. Die Psoriasis sollte sich mit der Behandlung innerhalb von 28 Wochen deutlich bessern.

    Entscheidung für ein Medikament

    Fachleute sind sich nicht einig, welches Mittel am besten zuerst ausprobiert wird. Bei der Auswahl spielen verschiedene Faktoren eine Rolle – zum Beispiel, ob es Gesundheitsprobleme gibt, die gegen bestimmte Medikamente sprechen, und wie gut man ein Mittel verträgt.

    Wenn die Schuppenflechte mit einer Gelenkentzündung einhergeht (Psoriasis Arthritis), werden bevorzugt Mittel eingesetzt, die auch gegen die Gelenkveränderungen helfen (Methotrexat und Biologika).

    Quellen

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    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.

    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Freizeit, Beziehungen und der Alltag mit Psoriasis

    Mit einer Schuppenflechte (Psoriasis) zu leben, ist nicht immer einfach. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, mit den Herausforderungen im Alltag und der psychischen Belastung umzugehen. Wichtig ist, sich eine positive Grundhaltung zu bewahren und das eigene Wohlbefinden nicht allein vom Aussehen der Haut bestimmen zu lassen.

    Die Schuppenflechte ist zwar keine gefährliche Erkrankung, kann aber sehr belastend sein: Die aufwendige Hautpflege, viele, teils zeitraubende Behandlungen und manchmal ein quälender Juckreiz können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Menschen mit Psoriasis müssen aber nicht nur lernen, mit den Symptomen ihrer Krankheit fertigzuwerden. Da die Schuppenflechte vor allem während eines Krankheitsschubs deutlich sichtbar sein kann, sind sie oft mit Vorurteilen ihrer Mitmenschen konfrontiert. Dies kann zu Problemen in allen wichtigen Lebensbereichen führen – ob in Liebesbeziehungen, in der Freizeit, Schule oder am Arbeitsplatz. Bei manchen Menschen ist die Erkrankung so belastend, dass sie Depressionen oder andere psychische Probleme entwickeln. Viele Menschen eignen sich im Laufe der Zeit aber persönliche Strategien an, um damit umzugehen.

    Mit einer Schuppenflechte (Psoriasis) zu leben, ist nicht immer einfach. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, mit den Herausforderungen im Alltag und der psychischen Belastung umzugehen. Wichtig ist, sich eine positive Grundhaltung zu bewahren und das eigene Wohlbefinden nicht allein vom Aussehen der Haut bestimmen zu lassen.

    Die Schuppenflechte ist zwar keine gefährliche Erkrankung, kann aber sehr belastend sein: Die aufwendige Hautpflege, viele, teils zeitraubende Behandlungen und manchmal ein quälender Juckreiz können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Menschen mit Psoriasis müssen aber nicht nur lernen, mit den Symptomen ihrer Krankheit fertigzuwerden. Da die Schuppenflechte vor allem während eines Krankheitsschubs deutlich sichtbar sein kann, sind sie oft mit Vorurteilen ihrer Mitmenschen konfrontiert. Dies kann zu Problemen in allen wichtigen Lebensbereichen führen – ob in Liebesbeziehungen, in der Freizeit, Schule oder am Arbeitsplatz. Bei manchen Menschen ist die Erkrankung so belastend, dass sie Depressionen oder andere psychische Probleme entwickeln. Viele Menschen eignen sich im Laufe der Zeit aber persönliche Strategien an, um damit umzugehen.

    Aussehen und Wohlbefinden

    Menschen mit Psoriasis geben sich oft viel Mühe, um die Hauterkrankung vor anderen zu verbergen. Dies gilt vor allem für Jugendliche und junge Erwachsene, für die das Aussehen oft eine besonders wichtige Rolle spielt. Die Hautveränderungen zu verstecken, ist aber häufig schwierig, vor allem wenn die Erkrankung an Hals, Kopf oder Händen auftritt. Es erfordert viel Zeit und lässt wenig Raum für Spontaneität.

    Wenn die Hände und Nägel betroffen sind, kann das gerade für Frauen besonders belastend sein. Gleiches gilt für Menschen, die in ihrem Beruf viel mit Kunden zu tun haben. Bei Nagelveränderungen haben viele Angst, unattraktiv oder ungepflegt zu wirken. Nagellack kann eine Möglichkeit sein, die Verfärbungen zu überdecken.

    Scham oder auch die Angst, andere Menschen könnten sich vielleicht ekeln, kann von normalen Freizeitaktivitäten und von Sportarten mit engem Körperkontakt oder Schwimmen abhalten. Bei manchen ist die Psoriasis so ausgeprägt, dass sie sich sogar davor scheuen, in den Spiegel zu schauen.

    Menschen mit Psoriasis gehen in der Öffentlichkeit unterschiedlich mit ihrer Erkrankung um: Viele möchten nicht, dass andere sie sehen und kaschieren ihre Psoriasis mit Make-up oder verhüllender Kleidung. Manche gehen offen damit um, weil sie es nicht für nötig halten oder zu aufwendig und belastend finden, ihre Krankheit zu verstecken.

    Häufig verändert sich aber mit der Zeit das Verhältnis zu der chronischen Erkrankung: Zunächst ist es oft schwer, die Diagnose zu akzeptieren. Viele Betroffene kämpfen lange Zeit dagegen an, was viel Kraft kosten kann. Menschen, die schon länger mit Psoriasis leben und sich damit arrangiert haben, berichten rückblickend, dass es besser gewesen wäre, die Krankheit schon früher als Teil des eigenen Körpers anzunehmen. Dabei kann der Austausch mit Menschen helfen, die in einer ähnlichen Situation sind – zum Beispiel in einer Selbsthilfegruppe.

    Beziehung und Sexualität

    Viele Menschen mit einer Hauterkrankung tun sich schwer damit, offen auf andere zuzugehen. Sie fühlen sich unattraktiv und fürchten, zurückgewiesen zu werden. Manche trauen sich gar nicht erst, jemanden anzusprechen, andere haben Angst davor, eine Beziehung einzugehen oder intimen Kontakt zuzulassen. Um dies zu ändern, ist manchmal der erste Schritt, zu lernen, sich anzunehmen – unabhängig davon, wie die eigene Haut gerade aussieht.

    Viele Menschen mit Schuppenflechte sind dem eigenen Körper gegenüber viel kritischer eingestellt als andere, was ihren Alltag zusätzlich erschwert. Wichtig wäre, eine positive Grundhaltung zu entwickeln und sich bewusst zu machen, dass auch viele Personen mit intakter Haut aus verschiedenen Gründen mit ihrem Körper unzufrieden und deshalb unsicher sind. Außerdem ist es gut zu wissen, dass schon viele Menschen mit Psoriasis einen Partner gefunden haben, der sie so akzeptiert wie sie sind.

    Bevor man mit jemandem intim wird, kann es sinnvoll sein, offen über die Psoriasis zu sprechen. Dies entspannt die Situation für einen selbst und hilft, möglichen Missverständnissen vorzubeugen. Außerdem ist die oder der andere dann vorbereitet und kann die Erkrankung und ihre Auswirkungen besser verstehen.

    Eine Psoriasis im Intimbereich kann zu Schmerzen beim Sex führen. Auch darüber spricht man am besten offen mit dem Partner oder der Partnerin. Eine mögliche Lösung können Gleitmittel oder das Benutzen eines Kondoms sein. Fetthaltige Gleitmittel wie Vaseline oder Öl können allerdings das Latexmaterial von Kondomen angreifen, sodass sie nicht mehr sicher schützen. Gleitmittel auf Wasserbasis sind deshalb besser geeignet. Auf der Packung des Produkts sollte ausgewiesen sein, ob es mit Kondomen verträglich ist.

    Nach dem Auftragen von Medikamenten gegen die Schuppenflechte im Intimbereich sollte man aufpassen, dass beim Sex keine Wirkstoffe aus der Salbe oder Creme in die Scheide der Frau gelangen.

    Während eines Erkrankungsschubs fehlt vielen Menschen mit Psoriasis die Energie für Sex oder sie verspüren keine Lust. Körperliche Nähe und Zärtlichkeit bleiben aber für die meisten wichtig und wohltuend. Sie können Paaren helfen, sich auch in Zeiten ohne Sex eng verbunden zu fühlen.

    Wie kann ich mit den Reaktionen anderer umgehen?

    Menschen mit Psoriasis erleben es manchmal, von anderen angestarrt zu werden. Solche Blicke sind aber meist nicht böse gemeint – der Grund ist eher, dass jemand noch nie eine Schuppenflechte gesehen hat und nichts darüber weiß. Manche Menschen sorgen sich vielleicht auch – zu Unrecht –, dass eine Schuppenflechte ansteckend sein könnte.

    Es ist wohl jedem schon einmal so gegangen, dass man einen Menschen länger anschaut, weil etwas „anders“ ist: zum Beispiel seine auffällige Kleidung oder Frisur, seine Hautfarbe oder eine körperliche Behinderung. In solchen Momenten kann es helfen, sich bewusst zu machen, dass hinter solchem Verhalten oft einfach Neugierde, Überraschung oder Unwissenheit steckt.

    Wie man am besten mit den Reaktionen anderer umgeht, lässt sich nicht pauschal beantworten. Es gibt ganz unterschiedliche Möglichkeiten: Manchmal reicht es bereits aus, direkten Augenkontakt zu suchen, um seinem Gegenüber damit freundlich zu signalisieren, dass man die Blicke bemerkt hat. Dadurch wird sie oder er sich dessen vielleicht bewusst und wendet den Blick ab.

    Es kann aber auch angebracht sein, der Person direkt zu sagen, dass man es bevorzugen würde, nicht angestarrt zu werden. Ein mutiges Ansprechen kann die Situation vielleicht entspannen und den eigenen Ärger oder die Scham verringern. Um in solchen Situationen die treffenden Sätze zu finden, kann man sich vorher ein paar überlegen, zum Beispiel:

    • Es wäre mir lieber, wenn Sie mich nicht so anstarren würden.
    • Sie brauchen keine Angst zu haben. Es ist eine Schuppenflechte und nicht ansteckend.

    Manche Menschen fragen auch von selbst nach. Oft reicht dann schon eine einfache Erklärung wie: „Ich habe eine chronische Hauterkrankung, die sich Psoriasis nennt. Meine Hautzellen vermehren sich schneller als üblich. Die Erkrankung ist aber nicht ansteckend.“

    Es kann viele Nerven kosten, mit den Reaktionen anderer umzugehen – und ob man auf sie eingehen will, hängt auch davon ab, wie man sich gerade fühlt. An manchen Tagen kann es am einfachsten sein, Blicke und Kommentare zu ignorieren oder wegzugehen.

    Wenn man mit bestimmten Menschen immer wieder in Kontakt kommt, etwa am Arbeitsplatz oder in der Schule, ist es oft entlastend, ihnen die Erkrankung zu erklären. Dies kann zum einen helfen, die Situation selbst unter Kontrolle zu haben. Zum anderen fühlt man sich möglicherweise wohler, wenn die „Psoriasis-Frage“ einmal vom Tisch ist.

    Umgang mit Stress und psychischer Belastung

    Alltags- und emotionaler Stress können Psoriasis-Schübe auslösen und verstärken. Es gibt verschiedene Wege, mit Stress umzugehen. Manchen Menschen helfen Entspannungstechniken wie autogenes Training oder Muskelentspannung nach Jacobson, andere treiben Sport und toben sich dabei aus oder gehen Hobbys nach, bei denen sie abschalten können.

    Für einige ist die Psoriasis so belastend, dass sie psychische Probleme wie Depressionen, Angst- oder auch Suchterkrankungen entwickeln. So kann zum Beispiel die Sorge vor einer ablehnenden Reaktion anderer dazu führen, dass sich jemand zurückzieht, nicht mehr ausgeht oder zum Sport geht. Der Verzicht auf Aktivitäten, die eigentlich Freude machen, und die selbstgewählte Isolation können dann zu Depressionen führen oder dazu, zu Alkohol oder Drogen zu greifen.

    Manchmal tragen bestimmte Gedankenmuster zu Depressionen bei. Beispiele hierfür sind:

    • Übergeneralisieren: Hiervon spricht man, wenn jemand einzelne Erfahrungen verallgemeinert – zum Beispiel aus einer negativen Reaktion bei einem Friseurtermin schlussfolgert, dass es unmöglich ist, einen Friseur zu finden, den die Psoriasis nicht stört.
    • Personalisieren: Man sieht sich selbst oder die Psoriasis als Ursache für Reaktionen, die in Wirklichkeit ganz andere Gründe haben. Zum Beispiel, wenn der Kinostuhl neben einem leer bleibt und man daraus den Schluss zieht, dass die Psoriasis der Grund ist.
    • Herunterspielen des Positiven und Betonung des Negativen: Damit ist gemeint, positive Erlebnisse wie zum Beispiel Komplimente von anderen klein zu reden oder als Mitleid abzustempeln, negative Erfahrungen aber überzubewerten.
    • Katastrophisieren: Dabei wird immer das Schlimmste erwartet oder die Konsequenzen eines Ereignisses werden überschätzt: Zum Beispiel, wenn man in ein Bewerbungsgespräch geht und von vornherein denkt: „Ich werde den Job eh nicht bekommen, weil ich Schuppenflechte habe.“

    Gedankenmuster wie diese zu durchbrechen, erfordert viel Kraft und manchmal professionelle Hilfe, etwa im Rahmen einer Psychotherapie.

    Zusätzlich zur Behandlung bei der Hautärztin oder dem Hautarzt kann es bei großer persönlicher Belastung hilfreich sein, sich Unterstützung zu holen. Dafür gibt es verschiedene Anlaufstellen, wie beispielsweise ärztliche und psychologische Psychotherapeuten.

    Quellen

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    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.

    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Schuppenflechte (Psoriasis) - Erfahrungsbericht - Laura

    „Mit den Jungs bin ich dann sehr offen umgegangen. Ich habe von Anfang an klargestellt, was ich habe. Immer auch mit der Information, dass meine Krankheit nicht ansteckend ist und man keine Angst vor mir zu haben braucht. Ich habe damit keine schlechten Erfahrungen gemacht und wurde nicht abgewiesen.“

    Laura, 24 Jahre

    „Mit den Jungs bin ich dann sehr offen umgegangen. Ich habe von Anfang an klargestellt, was ich habe. Immer auch mit der Information, dass meine Krankheit nicht ansteckend ist und man keine Angst vor mir zu haben braucht. Ich habe damit keine schlechten Erfahrungen gemacht und wurde nicht abgewiesen.“

    Ich bekam die Psoriasis schon relativ früh, etwa mit drei Jahren. Trotz allem hatte ich Glück: Meine Eltern haben die Psoriasis früh erkannt. Mein Vater ist auch an Psoriasis erkrankt und so sind sie schnell mit mir zum Arzt gegangen und ich bin früh behandelt worden.

    Das Eincremen konnte ich gar nicht leiden

    Meine Eltern haben mich ab dann täglich mit Cremes behandelt. Mein Alltag als Kind war vom vielen Eincremen geprägt. Ich konnte es so gar nicht leiden, jeden Tag im Bad zu stehen und eingecremt zu werden.

    Durch das Eincremen war meine Haut nicht ganz so schuppig, aber ich hatte trotzdem auffällige Hautstellen. Während meiner Grundschulzeit hatte ich am ganzen Körper Schuppenflechte. Damals gab es relativ wenig medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten für Kinder und es blieb nicht viel anderes als die Cremes.

    Ich wusste schon früh, was ich habe

    Meine Eltern haben mich so erzogen, dass ich selbstbewusst geworden bin und meine Haut trotz auffälliger Hautstellen zeige. Ich wusste schon als Kind, woran ich erkrankt bin und dass diese Erkrankung nicht ansteckend ist. Das habe ich auch anderen so gesagt. Dadurch konnte ich ganz gut mit der Erkrankung umgehen. In gewisser Weise hatte ich auch Glück, dass in meiner Klasse ein Mädchen mit Neurodermitis war. Da war ich nicht allein mit auffälligen Hautstellen.

    Trotz allem bin ich nur sehr ungern ins Schwimmbad gegangen und habe versucht, meine Hautstellen zu verstecken. Die Blicke der anderen waren schon schwer auszuhalten.

    In der Pubertät war es schwierig

    Als ich in der Pubertät angefangen habe, mich mit Jungs zu treffen und intimer zu werden, war meine Erkrankung ein ganz wichtiger Punkt für mich. Das war schon ein großer Hemmfaktor. Es ist sehr unangenehm, wenn man erstmal erklären muss, was man da an der Haut hat. Hinzu kommt, dass die Schuppenflechte ja ihre Spuren hinterlässt, das heißt auf dunkler Bettwäsche oder dunklen Kleidern, oder wenn man sich am Kopf kratzt, dann sieht das manchmal aus, als wenn Schnee fällt. Man hinterlässt quasi Spuren, das habe ich damals als sehr schlimm erlebt. Ich hatte die Psoriasis überall: am Kopf, am Körper und im Genitalbereich.

    Ich habe damals sehr wenig Schwarz getragen, da man darauf die Schuppen besonders deutlich sieht. Ich habe meistens langärmlige, helle Sachen angezogen. Daheim hatte ich auch eher helle Bettwäsche. Und ich habe öfter die Wohnung gesaugt. Wenn ich irgendwo ein paar Schuppen gesehen habe, dann hatte ich den Drang, sie gleich zu entfernen.

    Die auffälligen Hautstellen waren bei mir vor allem am Kopf oder im Gesicht, hinter den Ohren oder in der Augenfalte.

    Der Austausch mit der Therapeutin hat mir geholfen

    Meine Eltern haben mir damals zur Psychotherapie geraten. Neben dem Umgang mit meiner Erkrankung war auch Mobbing für mich ein Thema. Ich fand es sehr gut, auch mit jemand Neutralem sprechen zu können und nicht nur mit den Eltern. Die Therapie hat mir für meinen weiteren Lebensweg sehr geholfen, auch was mein Selbstbewusstsein angeht.

    Mit den Jungs bin ich dann sehr offen umgegangen. Ich habe von Anfang an klargestellt, was ich habe. Immer auch mit der Information, dass meine Krankheit nicht ansteckend ist und man keine Angst vor mir zu haben braucht. Ich habe damit keine schlechten Erfahrungen gemacht und wurde nicht abgewiesen. Ich wollte von Anfang an ehrlich sein. Jeder, der mich gefragt oder schief angeschaut hat, dem habe ich das gern erklärt.

    Ich war früher oft schüchtern und wollte mich nicht zeigen oder bin auch nicht offen auf andere zugegangen. Ich glaube, die Vorstellung, was andere über einen denken, ist viel schlimmer als das, was sie wirklich denken. Meistens stört es die anderen gar nicht.

    Als ich meinen jetzigen Partner kennengelernt hatte, war meine Haut wieder einmal sehr schlimm. Für ihn war das gar kein Problem und er hat mich eher darin bestärkt, dass ich keine Hemmungen haben sollte. Für ihn machte es keinen Unterschied. Er akzeptiert mich so wie ich bin.

    Ich habe vieles ausprobiert

    Ich habe im Lauf der Jahre alle möglichen Therapien ausprobiert, von verschiedenen Cremes bis hin zu Tabletten und Spritzen. Bei den Cremes ist die Herausforderung, dran zu bleiben. Sobald man ein paar Mal vergisst, sich einzucremen, wird es wieder schlimmer.

    Jedes Medikament kann auch Nebenwirkungen haben. Manchmal bin ich schon etwas müde und erschöpft durch die Behandlung. Aber das ist für mich alles gut in Kauf zu nehmen. Bei den Cremes ist eher das Problem, dass sie oft so fettig sind und nicht schnell einziehen.

    Oder wenn man eine Tinktur auf den Kopf auftragen muss, die über Nacht einwirken soll. Da muss man manchmal einen ziemlich großen Aufwand betreiben, um einen Effekt zu erzielen.

    Ich war auch mal zur Rehabilitation an der Nordsee. Das Wasser und die Seeluft haben mir sehr gut getan – für die Haut und für die Seele. Aber der Effekt hielt nicht dauerhaft an. Nach ein paar Wochen im alltäglichen Umfeld war alles wieder beim Alten.

    Ich habe eine Zeitlang verschiedene Therapien und Wege ausprobiert. Und mit Beginn jeder neuen Therapie schöpft man Hoffnung. Aber jetzt habe ich eine Therapie gefunden, die mir sehr gut hilft. Ich bin jetzt fast beschwerdefrei. Nur an vereinzelten, kleinen Stellen sieht man etwas von der Psoriasis.

    Informationen und Austausch mit anderen sind wichtig

    Es hat mir sehr geholfen, dass mein Vater auch Psoriasis hat. Ich konnte mich mit ihm austauschen, wenn es mir nicht so gut ging. Dadurch haben wir eine recht enge Bindung zueinander. Ich fühlte mich als Kind regelrecht beschützt, wenn wir zusammen im Schwimmbad waren. Ich wusste, dass ich nicht die einzige mit dieser Hauterkrankung bin.

    Ich hatte das Glück, dass meine Eltern mich immer gut informiert haben. Mit etwa 17 Jahren habe ich mich dann selber intensiver mit Psoriasis beschäftigt und nach Informationen gesucht. Ich finde es gerade als junger Mensch sehr wichtig zu wissen, was man da hat, woher das kommt, was im Körper vor sich geht, welche Therapiemöglichkeiten es gibt und an wen man sich wenden kann.

    Wichtig finde ich auch, sich andere Menschen zu suchen, die auch an Schuppenflechte erkrankt sind und sich mit ihnen auszutauschen – wenn man jung ist, auch andere Jugendliche. Ich bin Mitglied in einer Selbsthilfevereinigung. Die Beziehungen zu anderen mit Psoriasis haben für mich oft eine andere Intensität, da man sich nicht rechtfertigen oder gar zu schämen braucht, viele ähnliche Erfahrungen im Leben gemacht hat und sich gegenseitig unterstützen kann.

    Danksagung

    Erfahrungsberichte fassen Interviews mit Betroffenen zusammen. Alle Gesprächspartnerinnen und -partner haben der Veröffentlichung zugestimmt. Ihnen gilt unser herzlicher Dank.

    Die Berichte geben einen Einblick in den persönlichen Umgang und das Leben mit einer Erkrankung. Die Aussagen stellen keine Empfehlung des IQWiG dar.

    Hinweis: Um die Anonymität der Interviewten zu wahren, ändern wir ihre Vornamen. Die Fotos zeigen unbeteiligte Personen.

    Schuppenflechte (Psoriasis) - Erfahrungsbericht - Marlies

    „Bei mir verläuft die Psoriasis in Schüben und es gibt auch Zeiten, da bin ich erkrankungsfrei. Zum Beispiel hatte ich in der Schwangerschaft wunderbare Haut. Es ist schwer, aber man muss einen Weg finden, die Psoriasis für sich anzunehmen. Das heißt aber nicht aufzugeben, sondern dran zu bleiben und sich um sich selbst zu kümmern.“

    Marlies, 65 Jahre

    „Bei mir verläuft die Psoriasis in Schüben und es gibt auch Zeiten, da bin ich erkrankungsfrei. Zum Beispiel hatte ich in der Schwangerschaft wunderbare Haut. Es ist schwer, aber man muss einen Weg finden, die Psoriasis für sich anzunehmen. Das heißt aber nicht aufzugeben, sondern dran zu bleiben und sich um sich selbst zu kümmern.“

    Als ich zwölf Jahre alt war, bekam ich die ersten Hautveränderungen durch die Psoriasis. Damals hatte ich einen starken Infekt und mein Vater ist in dieser Zeit gestorben. Die Erkrankung hatte ich ja schon in meinem Körper, aber ich glaube, durch diese Belastungen ist sie damals ausgebrochen.

    Am Anfang hatte ich die Psoriasis nur auf dem Kopf. Diese Stellen konnte ich gut mit Cremes und Shampoo behandeln und hatte es einigermaßen im Griff. Schlimm wurde es in der Pubertät. Da hatte ich Hauterscheinungen am ganzen Körper. Zur Behandlung habe ich Salben mit Kortison und Vitamin D3 bekommen. Später wurde ich auch mit UV-Strahlen behandelt. Eine Photosoletherapie, also baden in Salzwasser mit anschließender Bestrahlung, habe ich auch bekommen.

    Salbe hat nicht ausgereicht

    Ich habe eine mittelschwere Psoriasis. Seit etwa 15 Jahren nehme ich jetzt ein Medikament mit Fumarsäure. Ich habe mit einer niedrigen Dosierung angefangen, da der Körper sich erstmal an das Medikament gewöhnen musste. Mein Blut und der Harn werden regelmäßig kontrolliert, da das Medikament recht stark ist.

    Nach sieben Jahren mit dem Medikament hatten sich meine Leberwerte verschlechtert und ich habe es in Absprache mit meinem Arzt abgesetzt. Aber die Schuppenflechte kam dann wieder – am ganzen Körper. Die darauf folgende Behandlung mit Salben hat mir leider nicht wirklich geholfen. Nach einem halben Jahr ohne Fumarsäure hat sich die Leber wieder etwas erholt und ich nehme das Medikament seitdem wieder ein. Es hat wieder gut angeschlagen und meiner Haut geht es besser.

    Körperpflege ist für mich sehr wichtig

    Derzeit habe ich noch befallene Stellen an den Ellenbogen und am Gesäß. Die creme ich mir immer mit einer Salbe mit Vitamin D3 ein. Generell ist die Körperpflege für mich sehr wichtig. Ich versuche die Haut immer feucht zu halten, da sie sonst anfängt zu jucken und zu schuppen. Wenn ich das schaffe, komme ich mit der Erkrankung ganz gut klar.

    Ich achte auch gut auf meine Ernährung. Ich trinke keinen Alkohol, esse viel Gemüse und wenig Fett. Ich weiß, dass ich bestimmte Gewürze nicht vertrage. Zum Beispiel reizen indische Currygewürze meine Haut. Die lasse ich dann einfach weg. Aber da ist jeder Mensch verschieden.

    Ich war zweimal zu einer Rehabilitation am Toten Meer. Diese beiden Aufenthalte haben mir sehr gut getan und mir geholfen. Die Haut hat sich in dieser Zeit gebessert. Etwa ein halbes Jahr ging es mir danach jeweils gut, dann wurde die Haut wieder schlechter.

    Aufgrund der vielen Bestrahlungen in der Vergangenheit ist meine Haut geschädigt. Ich hatte mehrere Basalzellkarzinome, die vermutlich durch die Bestrahlungen entstanden sind, aber gut behandelt werden konnten. Diese Stellen wurden großzügig weggeschnitten und alles heilte bisher auch immer sehr gut ab.

    Die Erkrankung braucht viel Zeit

    Wenn die Haut befallen ist, belastet mich das sehr und ich habe hin und wieder depressive Gedanken. Mir helfen dann oft Entspannungsübungen und autogenes Training. Mir hat auch der Selbsthilfeverband, dem ich angehöre, viel geholfen. Seit mehr als 20 Jahren fühle ich mich dort sehr aufgehoben. Mittlerweile sind wir ein alter Stamm, der auch mal privat etwas zusammen unternimmt. Der Austausch mit anderen ist immer sehr interessant, ich erfahre Neues, man bekommt Unterstützung und hilft sich gegenseitig. Wichtig war für mich zu merken, dass ich nicht allein mit der Erkrankung bin.

    Die Hautpflege, die Arztbesuche und die Behandlungen: Die Erkrankung braucht schon viel Zeit. Ich hatte mit meinem Beruf viel Glück und habe für die Arzt- und Behandlungstermine immer frei bekommen. Später war ich dann Hausfrau und Mutter, da konnte ich mir die Zeit selbst gut einteilen. Aber ich muss mich schon viel um meine Haut kümmern.

    Meine Kinder haben bis jetzt keine Schuppenflechte

    Als junge Frau habe ich sehr auf meine Kleidung geachtet. Meine Haut sah nicht so schön aus und ich habe versucht, die auffälligen Hautstellen zu verstecken. Beispielsweise waren Spaghettiträger tabu und ich bin oft langärmelig ausgegangen. Besonders schwer war es für mich, wenn das Gesicht betroffen war.

    Ich habe zum Glück einen verständnisvollen Partner gefunden. Das war für mich ganz wichtig. Manchmal mag man sich selber ja nicht und geniert sich ein wenig. Aber ihm macht das nichts aus und er mag mich, so wie ich bin.

    Meine beiden Kinder haben bis jetzt keine Schuppenflechte. Aber ich mache mir schon Sorgen, dass sie es mal bekommen könnten. Wir haben auch miteinander darüber gesprochen, aber meine Kinder machen sich wenig Gedanken darum.

    Gut ist alles, was zur Entspannung beiträgt

    In meiner Freizeit mache ich viel Sport. Ich spiele zum Beispiel gern Tennis, gehe wandern und walken. Ich bin einfach gern an der frischen Luft. Hemmungen habe ich, wenn ich mit schlechter Haut ins Schwimmbad gehe. Das ist schon eine Überwindung. Ich bin Mitglied in einer Wassergymnastikgruppe. Die anderen wissen, dass meine Haut manchmal schlechter ist und akzeptieren das. Die Bewegung und die Gruppe tun mir einfach gut. Ich fühle mich dort sehr wohl und aufgehoben.

    Zu Hause mache ich mir sehr gern ein schönes Bad, bin gern im Garten, lese viel. Ich habe schon viele Hobbys. Wir reisen auch gern. Einen Tapetenwechsel und das Kennenlernen eines anderen Landes tun mir immer sehr gut. Ich finde es wichtig, immer mal wieder einen Urlaub einzulegen, an die See zu fahren, sich autogenes Training zu gönnen, Pilates oder Yoga, alles was zur Entspannung beiträgt und einem guttut.

    Die Erkrankung gehört nun mal zu meinem Leben dazu

    Ich finde es wichtig, sich mit der Erkrankung auseinanderzusetzen und sie für sich anzunehmen. Sie gehört nun mal zu meinem Leben dazu. Meine Familie hilft mir dabei sehr. Sie ist sehr verständnisvoll. Mir hilft auch, dass mein Arzt mich ernst nimmt und ich mich mit anderen Patienten in unserer Selbsthilfegruppe austauschen kann.

    Bei mir verläuft die Psoriasis in Schüben und es gibt auch Zeiten, da bin ich erkrankungsfrei. Zum Beispiel hatte ich in der Schwangerschaft wunderbare Haut. Es ist schwer, aber man muss einen Weg finden, die Psoriasis für sich anzunehmen. Das heißt aber nicht aufzugeben, sondern dran zu bleiben und sich um sich selbst zu kümmern.

    Danksagung

    Erfahrungsberichte fassen Interviews mit Betroffenen zusammen. Alle Gesprächspartnerinnen und -partner haben der Veröffentlichung zugestimmt. Ihnen gilt unser herzlicher Dank.

    Die Berichte geben einen Einblick in den persönlichen Umgang und das Leben mit einer Erkrankung. Die Aussagen stellen keine Empfehlung des IQWiG dar.

    Hinweis: Um die Anonymität der Interviewten zu wahren, ändern wir ihre Vornamen. Die Fotos zeigen unbeteiligte Personen.

    Schuppenflechte (Psoriasis) - Erfahrungsbericht - Torsten

    „Ich fand mich in den Gesprächen mit anderen Betroffenen wieder: Die Schuppenflechte bestimmte ihr Leben genauso wie meins.“

    Torsten, 48 Jahre

    „Ich fand mich in den Gesprächen mit anderen Betroffenen wieder: Die Schuppenflechte bestimmte ihr Leben genauso wie meins.“

    Mit ungefähr zehn Jahren hatte ich die ersten Hauterscheinungen auf der Kopfhaut. Meine Mutter ist dann mit mir zum Hautarzt gegangen. Der meinte, es wäre Milchschorf und es hat lange gedauert, bis ich die Diagnose Schuppenflechte bekommen habe.

    Mit 18 wurden die Hauterscheinungen schlimmer, die Schuppenflechte war nicht nur auf dem Kopf, sondern am ganzen Körper. Ich konnte nicht mehr schwimmen gehen, was mich damals als Jugendlicher sehr belastet hat. Ich fühlte mich sehr allein gelassen von diesem Arzt. Die Behandlung mit Bestrahlung war nicht erfolgreich und er hat sich nicht um mich als Mensch gekümmert. Eigentlich schon sehr schade. In dieser Zeit hat es mich auch sehr belastet, dass ich nicht unbeschwert auf Mädchen zugehen konnte. Mein Selbstbewusstsein hat durch die Hautveränderungen schon gelitten.

    Mit 22 habe ich selbst beschlossen, nach einem anderen Weg zu suchen. Ich habe den Arzt nach einer Kur gefragt und diese sogar selbst beantragt. Ich hätte mir aber gewünscht, dass er von sich aus auf mich zukommt mit der Idee.

    Nach der Kur war ich ein anderer Mensch

    Bevor ich zur Kur gefahren bin, habe ich mich erst einmal seltsam gefühlt, weil ich immer dachte, dass eine Kur etwas für alte Menschen wäre. Aber als ich da war, sind mir die Augen aufgegangen. Ich habe zum ersten Mal mit vielen anderen Menschen gesprochen, auch in meinem Alter, die dasselbe hatten wie ich. Und ich habe gesehen, dass ich gar nicht der schwerste Fall war. Dort wurden verschiedene Behandlungen ausprobiert. Ich konnte schwimmen gehen und mich selbst wieder entspannter wahrnehmen.

    Für mich war die Kur wie ein kleiner Schritt in eine neue Art von Freiheit. Ich hatte ein ganz neues Selbstbewusstsein. Meine Haut war auch komplett erscheinungsfrei. Es hat zwar nicht lange gehalten, aber immerhin.

    Vor allem das Wissen, dass andere auch betroffen sind, und die Gespräche mit Gleichgesinnten haben mir geholfen. Ich war einfach nicht mehr allein damit. Meine Familie hatte mich vorher ja immer unterstützt, aber sie haben es einfach nicht selbst erlebt, ich konnte ihnen nicht so viel und ausführlich erzählen. Ich fand mich in den Gesprächen mit anderen Betroffenen wieder: Die Schuppenflechte bestimmte ihr Leben genauso wie meins.

    Meiner Meinung nach hätte ich schon viel früher, spätestens mit 19 Jahren, in Kur gehen sollen. Das nehme ich meinem Hautarzt immer noch übel, dass er nicht daran gedacht hat. Nach dem ersten Mal bin ich dann regelmäßig alle ein bis zwei Jahre gefahren.

    Ich wollte lange Zeit keine Medikamente nehmen

    Ob die Haut gut war, hing bei mir davon ab, ob ich mich behandelt habe oder nicht. Wenn ich nichts gemacht habe, war die Schuppenflechte immer da. Wenn ich etwas getan habe, war ich erscheinungsfrei. Zur Behandlung gehörte die Photosoletherapie, da legt man sich in eine Salzlösung und wird danach bestrahlt. Es hat sehr gut gewirkt, und der Erfolg hat ungefähr ein halbes bis dreiviertel Jahr angehalten.

    Dann kamen die Schuppen aber wieder und ich habe verschiedene Salben benutzt. Ich habe auch Kortison genommen, weil ich wieder erscheinungsfrei sein wollte. Im Laufe der Zeit habe ich meine Erkrankung und die Zeichen immer besser kennengelernt und mit der Zeit immer häufiger selbst entschieden, wann ich mich wie mit Salben behandelt habe.

    Im Laufe der Jahre wurde es mir aber zu viel Bestrahlung, das ist ja immer eine Belastung und ein Risiko mit der UVB-Bestrahlung. Deswegen habe ich auch nach anderen Möglichkeiten gesucht. In einer Spezialklinik wurde ich mit einer Kombination aus Dithranol und Salzbädern behandelt. Das hat mir geholfen – abgesehen davon, dass sich die Kleidung und Bettwäsche durch das Dithranol verfärbt hatten.

    Ich hatte Glück mit meiner Frau, sie hat alles mitgetragen

    In jungen Jahren habe ich mich geschämt und auffällige Hautstellen versteckt. Ich habe auch nicht darüber gesprochen und alles getarnt. Ich war nicht so frei, gerade was das Körperliche angeht. Es war schon ein Problem, dass ich mich Frauen gegenüber nicht nackt zeigen wollte. Später war es dann besser und ich wurde selbstbewusster, da hat die erste Kur sehr viel bewirkt.

    Als ich meine Frau kennengelernt habe, hatte ich teilweise schon Angst, dass die Psoriasis die Beziehung belastet, da die Behandlung sehr zeitintensiv war und mein Leben bestimmte. Allein schon weil ich zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr fast jedes Jahr eine Kur gemacht habe. Jedes Mal wenn ich dorthin fuhr, dachte ich, vielleicht hält die Beziehung diese lange Pause nicht aus. Aber sie kam mich immer besuchen, es war schön und unsere Beziehung hält bis heute. Meine Frau hat viel mitgetragen, da habe ich Glück gehabt. Sie hat mich immer unterstützt und tut das auch heute noch.

    Jugendliche sollten so früh wie möglich mit anderen Betroffenen reden

    Es gibt mittlerweile für Jugendliche mit Psoriasis organisierte Freizeitcamps, das würde ich einem jungen Menschen heute raten. Das hätte ich damals auch gebraucht. Und zwar schon sehr früh. Denn es gibt nichts, was vergleichbar wäre mit einem persönlichen Gespräch im Camp oder während einer Kur, am besten viele Unterhaltungen über mehrere Tage mit Gleichgesinnten. Das hilft mehr als alle Informationen, die man im Internet oder schriftlich bekommt.

    Die Erkrankung hat meinen beruflichen Werdegang bestimmt

    Irgendwann so mit Mitte / Ende 30 bekam ich Probleme mit den Gelenken. Zuerst waren die Fingergelenke vor allem morgens dick und etwas steifer und weniger beweglich. Deswegen habe ich dann Medikamente genommen, damit die Entzündung die Gelenke nicht schädigt, zuerst Methotrextat und Ciclosporin. Als das nicht mehr wirkte, bekam ich ein Biologikum. Die Kostenübernahme durch die Krankenkasse musste ich extra beantragen, da diese so teuer sind. Bis vor einem halben Jahr war ich erscheinungsfrei, sowohl an den Gelenken als auch an der Haut.

    Ich bin Handwerker und habe den Beruf immer ausüben können. Zum Zeitpunkt der Gelenkentzündung habe ich als freiberuflicher Handwerker nach einer sicheren Stelle gesucht. Ich habe mir Sorgen gemacht, dass ich mich irgendwann vielleicht nicht mehr so gut bewegen und dann in der freien Wirtschaft nicht mehr selbstständig arbeiten kann. Heute bin ich Hausmeister. Das hätte ich so nicht gemacht, wenn ich die Psoriasis nicht gehabt hätte. Aber ich bin damit sehr zufrieden, das war die richtige Entscheidung.

    Deswegen mache ich mir auch nicht so viele Sorgen über die Zukunft. In den Kuren habe ich genug Menschen mit Psoriasis kennengelernt, die 70 oder auch älter waren. Die hatten ihr Leben lang mit Psoriasis gelebt. Die Haut sieht zwar ab und zu schlecht aus, aber man kann alt damit werden. Es gibt viele andere Krankheiten, da kann man das nicht.

    Danksagung

    Erfahrungsberichte fassen Interviews mit Betroffenen zusammen. Alle Gesprächspartnerinnen und -partner haben der Veröffentlichung zugestimmt. Ihnen gilt unser herzlicher Dank.

    Die Berichte geben einen Einblick in den persönlichen Umgang und das Leben mit einer Erkrankung. Die Aussagen stellen keine Empfehlung des IQWiG dar.

    Hinweis: Um die Anonymität der Interviewten zu wahren, ändern wir ihre Vornamen. Die Fotos zeigen unbeteiligte Personen.

    Schuppenflechte (Psoriasis) - Erfahrungsbericht - Volker

    „Mal ist die Haut besser, mal schlechter; das wechselt sich ab. Mein Umgang mit den Hautveränderungen ist mit der Zeit immer besser geworden. Ich bin jetzt gelassener, vielleicht liegt das auch am Alter und der Lebenserfahrung.“

    Volker, 54 Jahre

    „Mal ist die Haut besser, mal schlechter; das wechselt sich ab. Mein Umgang mit den Hautveränderungen ist mit der Zeit immer besser geworden. Ich bin jetzt gelassener, vielleicht liegt das auch am Alter und der Lebenserfahrung.“

    Ich bekam die Psoriasis in der Pubertät, mit etwa 15 Jahren. Ich hatte zuerst nur ein paar schuppige Stellen auf dem Kopf. Mein Vater hat die Stellen mit einer normalen Hautcreme behandelt. Da sie nicht so sichtbar waren, haben wir uns erstmal keine Gedanken gemacht. Mit der Zeit haben sich die schuppigen Stellen aber langsam über den ganzen Körper ausgebreitet und ich hatte gleichzeitig einen sehr starken Juckreiz, der mich extrem belastet hat.

    Ich habe Spuren hinterlassen

    Ich hatte damals eine sehr starke Psoriasis und überall weiße Schuppen hinterlassen, das war mir schon peinlich. Aber am schlimmsten war der Juckreiz. Wenn ich mich umzog, habe ich mich erstmal überall am Körper so lange gekratzt, bis die Haut wund und blutig war. Das war schon fast Gewohnheit.

    In der Schule bin ich mit der Schuppenflechte zuerst eigentlich ganz gut zurechtgekommen. In der Oberstufe wurde es dann allerdings etwas schwieriger und ich hatte Probleme, mich zu konzentrieren. Deswegen sind meine Schulleistungen auch schlechter geworden. Es lag aber auch an familiären Problemen. Ich weiß aber noch, dass mich der Juckreiz massiv vom Lernen abgelenkt hat. Bei Stress wie vor Prüfungen war er besonders stark.

    Die Hautveränderungen haben mich im Umgang mit anderen schon belastet

    Die Hautveränderungen haben mich schon belastet, auch wenn ich Freunde hatte und gut eingebunden war in der Clique. Ich bin trotz der Schuppenflechte in die Sonne und ins Schwimmbad gegangen. Und ich habe verhältnismäßig wenig Ablehnung erfahren. Was eher genervt hat, war, dass sich meine Eltern so viel um mich gesorgt haben, das war manchmal etwas zu viel Sorge für mich.

    Kuren haben geholfen, aber nicht langfristig

    An Behandlungen haben mir vor allem die tägliche Hautpflege und die Reha-Kuren geholfen. Ich war viermal am Toten Meer, danach war die Haut erscheinungsfrei und ich fühlte mich wie neugeboren. Aber die Gewohnheit, sich kratzen zu müssen, ging nicht so schnell weg. Die Haut war nach den Kuren leider nur kurzfristig besser. Das hielt etwa ein halbes bis ein Jahr, dann kam die Schuppenflechte wieder zurück.

    Lotionen helfen mir, die Haut feucht zu halten

    Zur Hautpflege nutze ich Lotionen, in denen Urea (Harnstoff) enthalten ist. Mittlerweile ist meine Haut viel besser, sie schuppt weniger und ich habe kaum noch Juckreiz.

    Der Zeitaufwand bei der Hautpflege ist für mich nicht schlimm, da ich gemerkt habe, dass es gut hilft. Die Haut bleibt feucht, die Schuppen liegen locker auf und man kann sie leicht mit der Hand entfernen. Gegen den Juckreiz haben mir auch kaltes Wasser und eine kalte Dusche geholfen.

    Heute hat Stress bei mir nicht so einen Einfluss auf die Haut, eher die Ernährung: Scharfes Essen ist nicht gerade gut und es kann schon mal stärker jucken, wenn ich Alkohol trinke, vor allem Wein.

    Ich habe vieles ausprobiert

    Mit 20 Jahren wurde ich mit Fumarsäure behandelt. Das hat mir nicht sonderlich geholfen. Nach einem halben Jahr habe ich dieses Mittel dann abgesetzt. Während einer weiteren Reha wurde ich neu darauf eingestellt, das ging dann etwa ein Jahr gut. Dann hat sich das Blutbild verschlechtert und ich musste es wieder absetzen.

    Bei mir wurde auch eine Bestrahlung der betroffenen Hautbereiche versucht, aber das hat praktisch fast gar nichts gebracht. Besser war die Kombination mit Salzwasser und Bestrahlung. Während verschiedener Reha-Aufenthalte habe ich in Sole gebadet und bin anschließend bestrahlt worden, das war immer sehr erfolgreich.

    Ich war auch einmal in einer Klinik für eine Ernährungsumstellung, das hat aber nicht so viel bewirkt. Ich habe dann lange Zeit gar nichts gemacht. Später habe ich auch verschiedene homöopathische Ansätze ausprobiert, aber nichts war langfristig effektiv.

    Mittlerweile ist meine Haut viel besser

    Heute ist mein Hautzustand allgemein sehr viel besser und der Juckreiz ist fast verschwunden. Die Schuppung ist nicht mehr so stark wie früher und an weniger Hautstellen. Sie betrifft nicht mehr flächig den ganzen Arm, sondern nur noch einzelne Stellen.

    Was ich merke, ist der Einfluss der Jahreszeit. Während der kalten Monate schuppt es stärker, im Sommer sind die Flecken nur noch schwach rosa und haben keine Schuppen mehr. Wenn ich kurze Ärmel trage und die Sonne auf die Haut scheint, hilft mir das auch.

    Die Psoriasis hat meinen Alltag meistens nicht sehr belastet, was soziale Kontakte angeht. Mir sind auch viele Menschen begegnet, die schon wussten, was Schuppenflechte ist oder jemanden kannten, der auch betroffen war. Ein paar negative Erfahrungen habe ich trotzdem gemacht. Aber das waren nur einzelne Situationen.

    Als Kind bin ich zum Schwimmenlernen im Hallenbad gewesen. Erstaunlicherweise haben sich gerade kleinere Kinder eher negativ geäußert. Sie sagten, ich solle nicht ins Wasser gehen, weil ich die anderen sonst anstecke. Das hat mich schon betrübt damals, obwohl ich wusste, dass es Quatsch ist.

    Falsche Hoffnungen und Fehlinformationen

    Was mich sehr gestört hat, waren Berichte in der Presse, die falsche Hoffnungen geweckt hatten. Da wurde häufig von Mitteln berichtet, die die Schuppenflechte wie durch ein Wunder heilen konnten. Das ist sehr oberflächlich betrachtet. Die Berichte waren gar nicht medizinisch fundiert, sondern es sollten Produkte verkauft werden. Die Psoriasis habe ich für mein ganzes Leben: Mal ist die Haut besser, mal schlechter. Das wechselt sich immer wieder ab. Das muss man schon etwas differenzierter betrachten.

    Der Austausch in der Selbsthilfe hat mir geholfen

    Die Selbsthilfegruppe hat mich sehr gestützt. Ich habe auch selbst eine Gruppe geleitet. Was mir vor allem geholfen hat, war, dass ich als Leiter der Gruppe aktiv sein und gleichzeitig mein Wissen über verschiedene Kontakte im Gesundheitsbereich erweitern konnte. Wir sind zusammen regelmäßig alle zwei Wochen in ein öffentliches Hallenbad gegangen. Ich habe es genossen, gemeinsam mit den anderen ins Wasser zu gehen. Gerade wenn die Hautveränderungen sehr sichtbar sind, ziehen sich Betroffene oft zurück und igeln sich ein. Das merken wir auch in der Selbsthilfe. Viele kommen gar nicht oder verpassen es, Unterstützung zu bekommen.

    Mein Umgang mit den Hautveränderungen ist mit der Zeit immer besser geworden. Ich bin jetzt gelassener, vielleicht liegt das auch am Alter und der Lebenserfahrung. Wenn ich einen Schub habe und mich sehr viel kratzen muss, dann ist das halt so. Ich habe das akzeptiert und es ist ein normaler Bestandteil meines Lebens, auch wenn es mich immer wieder mal belastet. Das heißt, ich beschäftige mich heute nicht mehr so intensiv damit, wie ich es früher gemacht habe.

    Danksagung

    Erfahrungsberichte fassen Interviews mit Betroffenen zusammen. Alle Gesprächspartnerinnen und -partner haben der Veröffentlichung zugestimmt. Ihnen gilt unser herzlicher Dank.

    Die Berichte geben einen Einblick in den persönlichen Umgang und das Leben mit einer Erkrankung. Die Aussagen stellen keine Empfehlung des IQWiG dar.

    Hinweis: Um die Anonymität der Interviewten zu wahren, ändern wir ihre Vornamen. Die Fotos zeigen unbeteiligte Personen.