Gesundheitslexikon

Rauchen

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    Überblick

    Wer raucht, fasst meist irgendwann den Entschluss, damit aufzuhören. Dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen, ist aber gar nicht so einfach. Meist sind mehrere Anläufe nötig, bis der Rauchstopp gelingt. Verschiedene Möglichkeiten können helfen, vom Nikotin loszukommen.

    Einleitung

    Der Griff zur Zigarette nach dem Essen, in der Pause oder beim Bier vor der Kneipe gehört für viele Menschen dazu. Die meisten Raucherinnen und Raucher versuchen aber irgendwann, sich das Rauchen wieder abzugewöhnen.

    Gute Gründe gibt es dafür bekanntlich viele: Rauchen erhöht das Risiko für verschiedene Krankheiten und belastet den Geldbeutel. Es ist aber schwer, eine eingeschliffene Gewohnheit wie das Rauchen abzulegen. Oft sind mehrere Anläufe nötig, bis es gelingt.

    Folgen

    Rauchen hat viele gesundheitliche Nachteile. Beispielsweise begünstigt es Infektionskrankheiten wie die Grippe, Erkältungen oder Lungenentzündungen. Auf Dauer kann es zu chronischem Husten und Lungenerkrankungen führen. Es verschlechtert die körperliche Fitness und schädigt das Herz-Kreislauf-System, was zu Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall führen kann. Rauchen erhöht außerdem das Risiko für viele Krebsarten – insbesondere für Lungenkrebs und bösartige Tumore im Mund- und Halsbereich.

    Auch die Zahngesundheit wird beeinträchtigt. So haben Raucherinnen und Raucher zum Beispiel öfter mit Zahnfleischentzündungen und Parodontitis zu tun. Zudem heilen Wunden bei Raucherinnen und Rauchern langsamer. Auch das Risiko für Komplikationen nach einer Operation ist erhöht.

    In der Schwangerschaft stört Rauchen die Entwicklung des ungeborenen Kindes: Nikotin und schädliche Stoffe aus dem Rauch können die Sauerstoffversorgung verringern. Dies ist einer der Gründe, warum Schwangere häufiger Fehlgeburten haben, wenn sie rauchen. Es steigt auch das Risiko, dass das Kind zu früh auf die Welt kommt, zu klein ist oder zu wenig wiegt.

    Vorbeugung

    Ist man erst einmal nikotinabhängig, fällt es sehr schwer, das Rauchen wieder aufzugeben. Deshalb ist es am besten, erst gar nicht damit anzufangen. Die meisten Raucherinnen und Raucher haben allerdings als Jugendliche zu rauchen begonnen. Gedanken an die eigene Gesundheit spielen in diesem Alter oft keine große Rolle.

    Viele Eltern fragen sich daher, was sie tun können, damit ihre Kinder nicht zur Zigarette greifen. Zum einen haben sie als Vorbild direkten Einfluss: Denn wer Eltern, Geschwister oder Freunde hat, die rauchen, fängt auch selbst eher damit an. Zum anderen ist es gut, wenn Eltern wissen, welche Gefahren mit dem Rauchen verbunden sind und mit ihren Kindern darüber reden. Oft gelingt es leichter im Gespräch zu bleiben, wenn man geduldig ist, zuhört und sich mit Kritik möglichst zurückhält.

    Behandlung

    Es gibt verschiedene Strategien, um mit dem Rauchen aufzuhören. Viele Raucherinnen und Raucher schaffen es nach einigen Anläufen allein. Mit Unterstützung fällt es oft leichter – doch auch dann sind meist mehrere Versuche nötig. Unterstützen können zum Beispiel Ärztinnen und Ärzte, Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen. Einige Krankenkassen fördern auch Nichtraucherkurse.

    Eine Nikotinersatztherapie kann die körperlichen Entzugserscheinungen lindern und dadurch bei der Entwöhnung helfen. Dabei wird der Tabak zum Beispiel durch Nikotinpflaster oder -kaugummis ersetzt. Auch bestimmte Medikamente können unterstützen. Ob E-Zigaretten eine Ausstiegshilfe sein können, lässt sich bisher noch nicht sagen.

    Leben und Alltag

    Die meisten Menschen, die mit dem Rauchen aufhören, nehmen etwas zu. Gerade im ersten Jahr kann die Gewichtszunahme spürbar sein. Der Grund ist nicht nur, dass viele mehr essen oder öfter zu Knabbereien greifen – auch der Stoffwechsel verändert sich. Außerdem unterdrückt Rauchen das Hungergefühl. Wie sich das Gewicht verändert, kann aber sehr unterschiedlich sein. Manche Ex-Raucher nehmen gar nicht zu oder sogar ab, während andere mehr als fünf Kilo zunehmen. Für die Gesundheit ist es in jedem Fall besser, etwas zuzunehmen als weiter zu rauchen – und auf Dauer können sich Stoffwechsel und Gewicht auch wieder normalisieren.

    Quellen

    Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN), Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie (DG-Sucht). S3-Leitlinie: Screening, Diagnostik und Behandlung des schädlichen und abhängigen Tabakkonsums. AWMF-Registernr.: 076-006. 09.02.2015.

    Edwards SA, Bondy SJ, Callaghan RC, Mann RE. Prevalence of unassisted quit attempts in population-based studies: a systematic review of the literature. Addict Behav 2014; 39(3): 512-519.

    U.S. Department of Health and Human Services. The Health Consequences of Smoking – 50 Years of Progress. A Report of the Surgeon General. 01.2014.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Allgemeine Maßnahmen

    Wer raucht, fasst meist irgendwann den Entschluss, damit aufzuhören. Diesen Vorsatz in die Tat umzusetzen, ist aber gar nicht so leicht. Meist sind mehrere Anläufe nötig, bis der Rauchstopp gelingt. Eine gute Vorbereitung, Selbsthilfematerialien, Websites, Telefonberatung und Entwöhnungskurse können dabei unterstützen.

    Die meisten Raucherinnen und Raucher, die aufhören wollen, versuchen es ohne Hilfe. Sie möchten es aus eigener Kraft schaffen. Der Mehrheit gelingt es auch irgendwann, Nichtraucher zu werden. Dabei Hilfe in Anspruch zu nehmen, ist kein Zeichen von Schwäche: Mit dem Rauchen aufzuhören, ist immer eine beachtliche Leistung – ganz gleich wie man es schafft.

    Die persönliche Motivation spielt eine wichtige Rolle bei der Entscheidung, rauchfrei zu werden und zu bleiben. Verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten wie telefonische Beratung oder Nichtraucherkurse können helfen, den Entschluss in die Tat umzusetzen.

    Auch wie man den Rauchstopp selbst bewertet, ist wichtig: Wer es als Befreiung erlebt, ohne Zigaretten auszukommen, tut sich oft leichter damit als jemand, der vor allem einen Verzicht darin sieht.

    Wer raucht, fasst meist irgendwann den Entschluss, damit aufzuhören. Diesen Vorsatz in die Tat umzusetzen, ist aber gar nicht so leicht. Meist sind mehrere Anläufe nötig, bis der Rauchstopp gelingt. Eine gute Vorbereitung, Selbsthilfematerialien, Websites, Telefonberatung und Entwöhnungskurse können dabei unterstützen.

    Die meisten Raucherinnen und Raucher, die aufhören wollen, versuchen es ohne Hilfe. Sie möchten es aus eigener Kraft schaffen. Der Mehrheit gelingt es auch irgendwann, Nichtraucher zu werden. Dabei Hilfe in Anspruch zu nehmen, ist kein Zeichen von Schwäche: Mit dem Rauchen aufzuhören, ist immer eine beachtliche Leistung – ganz gleich wie man es schafft.

    Die persönliche Motivation spielt eine wichtige Rolle bei der Entscheidung, rauchfrei zu werden und zu bleiben. Verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten wie telefonische Beratung oder Nichtraucherkurse können helfen, den Entschluss in die Tat umzusetzen.

    Auch wie man den Rauchstopp selbst bewertet, ist wichtig: Wer es als Befreiung erlebt, ohne Zigaretten auszukommen, tut sich oft leichter damit als jemand, der vor allem einen Verzicht darin sieht.

    Was kann zum Rauchstopp motivieren?

    Raucherinnen und Raucher haben ganz unterschiedliche Gründe, mit dem Rauchen aufzuhören. Viele möchten etwas für ihre Gesundheit und ihr Aussehen tun. Die Sorge, durch das Rauchen ernsthaft zu erkranken, steht meist an erster Stelle. Aber auch der Wunsch, körperlich fitter zu werden und gesünder auszusehen, ist ein häufiger Beweggrund.

    Manche möchten aufhören, weil sie nicht von einem Suchtmittel abhängig sein wollen und das Rauchen als persönliche Schwäche sehen. Wer ohne Zigaretten unruhig und nervös wird, weiß, wie unangenehm das Verlangen nach Nikotin sein kann.

    Andere motiviert die Familie: Sie möchten aufhören, um der Gesundheit ihrer Angehörigen nicht zu schaden – oder auch weil sie ihren Kindern und Enkeln ein Vorbild sein wollen.

    Auch praktische Gründe können motivieren – zum Beispiel, dass es anders als früher meist nötig ist, zum Rauchen vor die Tür zu gehen. Zudem rauchen immer weniger Menschen, und der Griff zur Zigarette hat ganz allgemein an Attraktivität verloren.

    Nicht zuletzt spart ein Rauchstopp viel Geld – wie viel, lässt sich mit unserem Zigaretten-Rechner ermitteln.

    Wie bereite ich den Rauchstopp vor?

    Wenn der Entschluss feststeht, mit dem Rauchen aufzuhören, ist eine gute Vorbereitung sinnvoll. Sie kann helfen, Versuchungen leichter zu widerstehen. Beispielsweise kann man

    • den Tag des Rauchstopps festlegen: Ein günstiger Zeitpunkt für diesen Tag ist ein bis zwei Wochen nach dem Entschluss. Bis dahin bleibt genug Zeit, um sich gut auf den Rauchstopp einzustellen.
    • Angehörigen, Freunden und Kollegen den Entschluss mitteilen: Dann zeigen sie wahrscheinlich mehr Verständnis, zum Beispiel wenn man reizbarer ist als sonst oder in der Raucherpause fehlt. Außerdem kann es motivierend sein, wenn andere von dem Vorhaben wissen – und es werden einem keine Zigaretten mehr angeboten.
    • alle Zigaretten entsorgen: Es ist sinnvoll, bis zum Rauchstopp alle Zigaretten zu entsorgen, die noch zu Hause, im Büro oder im Auto herumliegen. „Notfall-Zigaretten“ aufzubewahren, ist keine gute Idee. Denn wenn Zigaretten leicht verfügbar sind, ist es wahrscheinlicher, dass man sie auch raucht.
    • Meilensteine festlegen und sich belohnen: Wer beispielsweise einen rauchfreien Monat hinter sich hat, kann sich mit etwas Schönem wie einem guten Essen oder einem besonderen Kleidungsstück belohnen.
    • Strategien überlegen, um Hindernisse zu überwinden: zum Beispiel zum Umgang mit Entzugserscheinungen und typischen Situationen, in denen man früher geraucht hat.

    Es kann auch hilfreich sein, aus fehlgeschlagenen Versuchen zu lernen: Warum war der letzte Versuch erfolglos? Was kann ich ausprobieren, damit es dieses Mal klappt?

    Was kann ich bei Verlangen nach einer Zigarette tun?

    Das Verlangen nach einer Zigarette meldet sich schnell, wenn man eine Entwöhnung beginnt. Zum einen fehlt dem Körper das Nikotin, zum anderen ist es schwer, Gewohnheiten wie das Rauchen abzulegen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, damit umzugehen, zum Beispiel:

    • sich bewusst machen, dass das Verlangen vorübergeht.
    • eine Ersatzbeschäftigung suchen wie Kaugummi kauen.
    • Situationen meiden, in denen man vorher geraucht hat – oder sie bewusst anders gestalten.
    • sich klarmachen, dass der Rauchstopp kein Verzicht, sondern eine Befreiung ist.

    Zudem lassen sich Entzugserscheinungen durch eine Nikotinersatztherapie oder Medikamente zur Raucherentwöhnung lindern. Mit ihrer Hilfe schaffen es mehr Menschen, aufzuhören.

    Manche Menschen probieren auch Sport und Entspannungstechniken aus. Sie können dabei helfen, sich abzulenken, ruhiger zu werden oder auch einer möglichen Gewichtszunahme vorzubeugen. Ob sie die Chancen einer Entwöhnung erhöhen, ist allerdings nicht ausreichend wissenschaftlich untersucht.

    Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es?

    Viele Menschen holen sich Unterstützung, wenn sie beschlossen haben, mit dem Rauchen aufzuhören. Oft ist die Hausärztin oder der Hausarzt eine wichtige erste Anlaufstelle und kann Fragen zur Entwöhnung beantworten. Weitere Unterstützungsmöglichkeiten sind zum Beispiel:

    Selbsthilfematerialien

    Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) verschickt kostenlose Selbsthilfematerialen, die beim Rauchstopp helfen sollen. Dazu gehören zum Beispiel Informationsbroschüren mit Tipps und Tricks und ein Motivationskalender. Sie können auf der Website www.rauchfrei-info.de bestellt werden.

    Unterstützung online oder telefonisch

    Die BZgA bietet auch ein kostenloses Onlineprogramm an, das den Ausstieg erleichtern soll. Dort erfährt man zum Beispiel, was dabei helfen kann, Nichtraucher zu bleiben. Außerdem hat die BZgA eine kostenlose Telefonberatung. Zur Motivation und Unterstützung kann man sich auf Wunsch auch mehrfach von der Beraterin oder dem Berater zurückrufen lassen. Informationen zu diesen Angeboten finden sich ebenfalls auf www.rauchfrei-info.de.

    Kurse zur Raucherentwöhnung

    Eine weitere Möglichkeit sind Gruppenkurse zur Raucherentwöhnung. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) hat zusammen mit der BZgA eine Datenbank aufgebaut, in der man nach solchen Kursen am Wohnort suchen kann. Sie ist auf der Internetseite www.anbieter-raucherberatung.de zu finden. Die Kosten für solche Kurse werden von manchen Krankenkassen bezuschusst.

    Was kann man von Behandlungen wie Akupunktur erwarten?

    Manche Menschen bevorzugen Behandlungsansätze aus der traditionellen chinesischen Medizin wie Akupunktur, pflanzliche Arzneimittel wie Johanniskraut oder psychologische Methoden wie Hypnose. Die meisten dieser Behandlungen sind allerdings nicht sehr gut erforscht.

    Eine aktuelle Auswertung von immerhin 38 Studien zu herkömmlicher Akupunktur mit Nadeln, Akupressur sowie Laser- und Elektro-Akupunktur lieferte widersprüchliche Ergebnisse. Es bleibt daher unklar, ob eines dieser Verfahren die Chancen erhöht, über einen längeren Zeitraum rauchfrei zu bleiben.

    Johanniskraut wurde bislang erst in zwei guten Studien untersucht. Dort erhöhte es die Wahrscheinlichkeit für einen erfolgreichen Rauchstopp nicht. Auch für die Hypnosetherapie konnte in bisherigen Studien keine Wirksamkeit gezeigt werden. Insgesamt ist mehr aussagekräftige Forschung notwendig, um die Wirkung dieser Behandlungsmöglichkeiten verlässlich beurteilen zu können.

    Quellen

    Barnes J, McRobbie H, Dong CY, Walker N, Hartmann-Boyce J. Hypnotherapy for smoking cessation. Cochrane Database Syst Rev 2019; (6): CD001008.

    Cahill K, Lindson-Hawley N, Thomas KH, Fanshawe TR, Lancaster T. Nicotine receptor partial agonists for smoking cessation. Cochrane Database Syst Rev 2016; (5): CD006103.

    Edwards SA, Bondy SJ, Callaghan RC, Mann RE. Prevalence of unassisted quit attempts in population-based studies: a systematic review of the literature. Addict Behav 2014; 39(3): 512-519.

    Hughes JR, Stead LF, Hartmann-Boyce J, Cahill K, Lancaster T. Antidepressants for smoking cessation. Cochrane Database Syst Rev 2014; (1): CD000031.

    Patnode CD, Henderson JT, Thompson JH, Senger CA, Fortmann SP, Whitlock EP. Behavioral Counseling and Pharmacotherapy Interventions for Tobacco Cessation in Adults, Including Pregnant Women: A Review of Reviews for the U.S. Preventive Services Task Force. 09.2015. (AHRQ Evidence Syntheses; Band 134).

    Smith AL, Carter SM, Dunlop SM, Freeman B, Chapman S. The views and experiences of smokers who quit smoking unassisted. A systematic review of the qualitative evidence. PLoS One 2015; 10(5): e0127144.

    Stead LF, Perera R, Bullen C, Mant D, Hartmann-Boyce J, Cahill K et al. Nicotine replacement therapy for smoking cessation. Cochrane Database Syst Rev 2012; (11): CD000146.

    White AR, Rampes H, Liu JP, Stead LF, Campbell J. Acupuncture and related interventions for smoking cessation. Cochrane Database Syst Rev 2014; (1): CD000009.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
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    Mehr Wissen: Nikotinersatztherapie

    Nikotin ist eine Substanz, die abhängig machen kann. Die meisten Raucherinnen und Raucher spüren unangenehme Entzugserscheinungen, wenn sie plötzlich aufhören. Eine Nikotinersatztherapie kann die Beschwerden lindern und helfen, den Rauchstopp durchzuhalten.

    Wer mit dem Rauchen aufhört, hat es in der ersten Woche meist besonders schwer. Dem Körper fehlt das Nikotin und es können Entzugserscheinungen auftreten: Man wird unruhig, reizbar, fühlt sich niedergeschlagen und hat ein starkes Verlangen zu rauchen. Viele Menschen können sich schlechter konzentrieren und haben mehr Appetit als sonst. Eine Nikotinersatztherapie kann diese Entzugserscheinungen lindern.

    Nikotin ist eine Substanz, die abhängig machen kann. Die meisten Raucherinnen und Raucher spüren unangenehme Entzugserscheinungen, wenn sie plötzlich aufhören. Eine Nikotinersatztherapie kann die Beschwerden lindern und helfen, den Rauchstopp durchzuhalten.

    Wer mit dem Rauchen aufhört, hat es in der ersten Woche meist besonders schwer. Dem Körper fehlt das Nikotin und es können Entzugserscheinungen auftreten: Man wird unruhig, reizbar, fühlt sich niedergeschlagen und hat ein starkes Verlangen zu rauchen. Viele Menschen können sich schlechter konzentrieren und haben mehr Appetit als sonst. Eine Nikotinersatztherapie kann diese Entzugserscheinungen lindern.

    Wie funktioniert eine Nikotinersatztherapie?

    Auch wenn der Begriff „Nikotinersatztherapie“ etwas anderes vermuten lässt, wird das Nikotin bei dieser Art der Behandlung nicht durch eine andere Substanz ersetzt. Dem Körper wird dabei weiterhin Nikotin zugeführt, allerdings nicht wegen der anregenden Wirkung, sondern um das Aufhören zu erleichtern.

    Zur Nikotinersatztherapie sind in Deutschland nikotinhaltige Kaugummis, Pflaster, Lutschtabletten, Inhalationsgeräte und Sprays zugelassen. Diese Produkte geben das Nikotin langsamer und in einer geringeren Dosis an den Körper ab als Zigaretten. Zudem entfallen gesundheitsschädliche Stoffe aus dem Tabakrauch wie Teer oder Kohlenmonoxid.

    Alle Produkte zur Nikotinersatztherapie sind apothekenpflichtig. Ein Rezept ist aber nicht erforderlich. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Nikotinersatztherapie und Medikamente zur Entwöhnung nicht.

    Wer sich für eine Nikotinersatztherapie entscheidet, kann sie gleichzeitig mit dem Rauchstopp beginnen oder bereits ein bis 2 Wochen davor.

    Die Kosten einer Nikotinersatztherapie schrecken manche Raucherinnen und Raucher ab. Aber wer es schafft, rauchfrei zu werden, fängt trotz Kauf von Nikotinersatzprodukten bereits nach einigen Wochen bis Monaten an, Geld zu sparen.

    Nikotinkaugummis

    Nikotinkaugummis müssen etwa 30 Minuten lang gekaut werden, um das gesamte Nikotin aus der Kaumasse zu lösen. Es kommt vor allem darauf an, sie langsam und mit Pausen zu kauen. So kann das Nikotin nach und nach aus der Kaumasse freigesetzt und über die Mundschleimhaut vom Körper aufgenommen werden. Es gibt unterschiedliche Geschmacksvarianten wie Pfefferminz oder Frucht.

    Zu Beginn der Behandlung wird empfohlen, über den Tag verteilt etwa 8 bis 12 Kaugummis zu kauen. Nach 4 bis 12 Wochen wird die Dosis dann allmählich reduziert, bis man mit ein bis 2 Kaugummis pro Tag auskommt. Schließlich kann das Kaugummi ganz abgesetzt werden. Dies sollte in der Regel in 3 bis 6 Monaten gelingen.

    Nikotinkaugummis gibt es in Dosierungen mit 2 und mit 4 Milligramm (mg) Nikotin. Wer mehr als 20 Zigaretten pro Tag geraucht hat, greift am besten zur höheren Dosierung, da sie bei starkem Zigarettenkonsum bessere Erfolgschancen bietet.

    Nikotinpflaster

    Nikotinpflaster geben das Nikotin langsam und kontinuierlich über die Haut in den Körper ab. Sie sind in verschiedenen Dosierungen erhältlich. Ein Pflaster wird nach dem Aufstehen auf die Haut geklebt und für 16 bis 24 Stunden dort belassen. Es kann zum Beispiel auf die Innen- oder Außenseite des Oberarms, den Schulterbereich oder die Hüfte aufgebracht werden.

    Wichtig: Damit es gut hält, muss das Pflaster für etwa 10 bis 20 Sekunden auf die saubere, trockene und nicht eingecremte Hautstelle gedrückt werden. Außerdem sollten die Pflaster jeden Tag auf eine andere Hautstelle geklebt werden. Zwischen Anwendungen auf derselben Hautstelle wird ein Abstand von mehreren Tagen empfohlen.

    Die Behandlung dauert etwa 10 Wochen. Währenddessen wird die Dosierung schrittweise verringert. Dosierung und Behandlungsdauer richten sich danach, wie viel man zuvor geraucht hat.

    Lutschtabletten

    Lutschtabletten setzen das Nikotin beim Lutschen frei und geben es über die Mundschleimhaut an den Körper ab. Es wird empfohlen, in den ersten sechs Wochen nach dem Rauchstopp etwa alle ein bis 2 Stunden eine Tablette zu lutschen, üblicherweise 8 bis 12 Stück pro Tag. Danach wird die Zahl der Lutschtabletten nach und nach reduziert, bis man ohne auskommt.

    Lutschtabletten sind in Dosierungen zwischen 1 und 4 mg Nikotin erhältlich. Die Anfangsdosierung richtet sich auch hier danach, wie viel man zuvor geraucht hat.

    Inhalatoren und Sprays

    Mit einem Nikotininhalator (Inhaler) zieht man das Nikotin durch den Mund ein, ähnlich wie bei einer Zigarette. Auf das Mundstück des Inhalators werden austauschbare Patronen oder Kapseln gesteckt. Eine Patrone enthält 15 mg Nikotin und reicht für mehrere Anwendungen. Pro Tag werden 3 bis 6 Patronen verwendet – je nachdem, wie stark man vorher geraucht hat. Um ausreichend Nikotin aus einer Patrone aufzunehmen, muss deutlich häufiger daran gezogen werden als an einer Zigarette –  und das über einen Zeitraum von etwa 10 bis 20 Minuten. Auch hier wird die Zahl der Anwendungen nach drei Monaten schrittweise reduziert, bis es ohne geht.

    Nikotinspray wird etwa ein- bis zweimal pro Stunde wie ein Mundspray in den Mund gesprüht – also in ähnlichen Abständen wie beim Rauchen. Nach sechs Wochen wird die Zahl der Sprühstöße nach und nach verringert, bis man ohne Nikotin auskommt. Dies sollte in etwa 3 bis 6 Monaten gelingen.

    Wie gut hilft eine Nikotinersatztherapie?

    Die Wirksamkeit von Nikotinersatztherapien wurde in vielen wissenschaftlichen Studien untersucht. An den Studien nahmen Menschen teil, die zuvor mindestens 15, meist aber mehr als 20 Zigaretten am Tag geraucht hatten. Fast allen wurde neben der Nikotinersatztherapie weitere Hilfe wie zum Beispiel eine Beratung angeboten. Nach 6 bis 12 Monaten wurde überprüft, ob die Teilnehmenden noch oder wieder rauchten.

    Eine Wissenschaftlergruppe der Cochrane Collaboration hat diese Studien ausgewertet und ist zu dem Schluss gekommen, dass die Nikotinersatztherapie den Rauchstopp erleichtern kann:

    • Ohne Nikotinersatztherapie schafften es 10 von 100 Personen, mit dem Rauchen aufhören.
    • Mit Nikotinersatztherapie gelang es 16 von 100 Personen, mit dem Rauchen aufzuhören.

    Eine Nikotinersatztherapie verhalf also zusätzlich 6 von 100 Personen zum erfolgreichen Rauchstopp.

    Mehrere Forschergruppen vermuten allerdings, dass einige Studien, in denen die Nikotinersatztherapie unwirksam war, nicht veröffentlicht wurden. Nach Schätzungen, die diesen sogenannten Publication Bias berücksichtigen, würde eine Nikotinersatztherapie nur etwa 3 von 100 Personen helfen, mit dem Rauchen aufzuhören.

    Die Studien zeigen außerdem, dass Nikotinkaugummis oder -pflaster das Gewicht wenig beeinflussen. Die Teilnehmenden, die eine Nikotinersatztherapie machten, wogen danach durchschnittlich etwa ein halbes bis ein Kilogramm weniger als die in der Vergleichsgruppe. Nach einem Jahr war aber kein eindeutiger Unterschied zwischen den Gruppen mehr festzustellen. 

     

    Grafik: Wie gut eine Nikotinersatztherapie bei der Raucherentwöhnung hilft - wie im Text beschrieben

     

    Einige Studien deuten darauf hin, dass eine Kombination zweier Nikotinersatztherapien etwas wirksamer ist als eine einzelne Behandlung. Eine Kombination kann zum Beispiel aus Nikotinpflaster und Lutschtabletten bestehen.

    Welche Nebenwirkungen können auftreten?

    Nikotinersatztherapien können vorübergehende Nebenwirkungen haben – welche, hängt von der Art der Anwendung ab. Werden sie zu unangenehm, kann es sich lohnen, eine andere Form auszuprobieren.

    Mögliche Nebenwirkungen von Kaugummis, Lutschtabletten, Inhalern und Sprays sind Reizungen der Mundschleimhaut und Magenverstimmungen. In Studien kam es bei 11 von 100 Personen zu einer wunden Stelle in Mund oder Rachen, 4 von 100 Personen schlugen die Mittel auf den Magen, zudem lösten sie manchmal Schluckauf aus.

    Nikotinpflaster können auch Hautreizungen verursachen: In Studien betraf dies 13 von 100 Personen. Andere Nebenwirkungen sind bei Pflastern selten.

    Ernsthafte Nebenwirkungen sind nicht zu befürchten. In Studien führten Nikotinersatztherapien zwar bei einer von 100 Personen zu Herzklopfen. Es gibt jedoch keine Hinweise, dass sie das Risiko für Herzerkrankungen erhöhen.

    Kommt eine Nikotinersatztherapie in der Schwangerschaft infrage?

    Nur wenige Studien haben untersucht, ob eine Nikotinersatztherapie in der Schwangerschaft hilft. Sie konnten keinen Nutzen feststellen. Die gesundheitlichen Folgen für das Ungeborene sind zudem unklar. Man geht aber davon aus, dass eine Nikotinersatztherapie weniger schädlich ist als weiter zu rauchen. Eine Alternative sind Entwöhnungsprogramme. Studien zeigen, dass Schwangeren der Rauchstopp leichter fällt, wenn sie eine Beratung erhalten.

    Quellen

    Chamberlain C, O'Mara-Eves A, Porter J, Coleman T, Perlen SM, Thomas J et al. Psychosocial interventions for supporting women to stop smoking in pregnancy. Cochrane Database Syst Rev 2017; (2): CD001055.

    Coleman T, Chamberlain C, Davey MA, Cooper SE, Leonardi-Bee J. Pharmacological interventions for promoting smoking cessation during pregnancy. Cochrane Database Syst Rev 2015; (12): CD010078.

    Etter JF, Burri M, Stapleton J. The impact of pharmaceutical company funding on results of randomized trials of nicotine replacement therapy for smoking cessation: a meta-analysis. Addiction 2007; 102(5): 815-822.

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    Stanley TD, Massey S. Evidence of nicotine replacement's effectiveness dissolves when meta-regression accommodates multiple sources of bias. J Clin Epidemiol 2016; 79: 41-45.

    Stead LF, Perera R, Bullen C, Mant D, Hartmann-Boyce J, Cahill K et al. Nicotine replacement therapy for smoking cessation. Cochrane Database Syst Rev 2012; (11): CD000146.

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    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Medikamente zur Raucherentwöhnung

    Medikamente zur Raucherentwöhnung können die Chance auf einen erfolgreichen Rauchstopp etwas erhöhen. Mögliche Nebenwirkungen sind vorübergehende Schlafstörungen und Übelkeit.

    In Deutschland sind zwei Medikamente zur Entwöhnung vom Tabakrauch zugelassen: Bupropion (Handelsname Zyban) und Vareniclin (Champix). Sie sind rezeptpflichtig, müssen also von einer Ärztin oder einem Arzt verschrieben werden. Die Kosten für diese Medikamente werden nicht von den Krankenkassen übernommen.

    Die Wirksamkeit von Bupropion und Vareniclin wurde in vielen Studien untersucht. Dabei wurde nach 6 bis 12 Monaten überprüft, ob die Teilnehmenden noch oder wieder rauchten.

    Medikamente zur Raucherentwöhnung können die Chance auf einen erfolgreichen Rauchstopp etwas erhöhen. Mögliche Nebenwirkungen sind vorübergehende Schlafstörungen und Übelkeit.

    In Deutschland sind zwei Medikamente zur Entwöhnung vom Tabakrauch zugelassen: Bupropion (Handelsname Zyban) und Vareniclin (Champix). Sie sind rezeptpflichtig, müssen also von einer Ärztin oder einem Arzt verschrieben werden. Die Kosten für diese Medikamente werden nicht von den Krankenkassen übernommen.

    Die Wirksamkeit von Bupropion und Vareniclin wurde in vielen Studien untersucht. Dabei wurde nach 6 bis 12 Monaten überprüft, ob die Teilnehmenden noch oder wieder rauchten.

    Bupropion (Zyban)

    Bupropion wurde ursprünglich gegen Depressionen entwickelt. Unter dem Handelsnamen Zyban ist es auch zur Raucherentwöhnung zugelassen, da man gemerkt hat, dass es Entzugserscheinungen lindern kann. Das Mittel wird unabhängig von den Mahlzeiten ein- oder zweimal pro Tag als Tablette eingenommen. Eine Tablette enthält 150 mg Bupropion.

    Die Behandlung mit Bupropion beginnt bereits vor dem Rauchstopp: Die erste Tablette nimmt man ein bis 2 Wochen vor dem Tag, an dem man mit dem Rauchen aufhört. Die Behandlung wird dann noch für sieben Wochen fortgeführt.

    Studienergebnisse

    Wissenschaftlergruppen der Cochrane Collaboration und der US-amerikanischen Agency for Healthcare Research and Quality (AHRQ) haben Studien zu diesem Mittel systematisch ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass Bupropion etwa 6 von 100 Personen zum erfolgreichen Rauchstopp verhilft.

     

    Grafik: Wie gut Bupropion bei der Raucherentwöhnung hilft - wie im Text beschrieben

     

    Eine größere Studie hat zudem untersucht, ob 300 mg Bupropion täglich wirksamer sind als 150 mg. Im Ergebnis zeigte sich kein Unterschied zwischen den beiden Dosierungen.

    Mögliche Nebenwirkungen von Bupropion sind Schlafstörungen, Mundtrockenheit und Übelkeit. Bei etwa 12 von 100 Teilnehmenden führte Bupropion zu Schlafstörungen; Mundtrockenheit und Übelkeit sind seltener. Außerdem besteht ein sehr geringes Risiko für schwere Nebenwirkungen wie Krampfanfälle. Solche Probleme traten in Studien bei deutlich weniger als einem von 100 Teilnehmenden auf.

    Bupropion kann eine mögliche Gewichtszunahme durch den Rauchstopp etwas begrenzen – aber nur solange das Medikament eingenommen wird. Personen, die es über 6 bis 12 Monate einsetzten, nahmen etwa ein Kilogramm weniger zu als diejenigen, die ein Placebo nahmen. Einige Monate später zeigt sich kein Unterschied mehr.

    Die Wissenschaftlergruppe wertete auch Studien zu anderen Antidepressiva und dem pflanzlichen Medikament Johanniskraut aus. Die Ergebnisse zeigten jedoch nicht, dass diese Mittel die Entwöhnung erleichtern.

    Vareniclin (Champix)

    Ein weiteres Medikament zur Raucherentwöhnung ist Vareniclin (Handelsname Champix). Es wirkt auf zwei Arten: Zum einen dämpft es die Nikotin-Entzugserscheinungen, zum anderen mindert es das Vergnügen am Rauchen.

    Auch bei Vareniclin beginnt die Behandlung vor dem Rauchstopp. Die Dosis wird dann schrittweise erhöht; man nimmt

    • in den ersten drei Tagen der Behandlung täglich eine Tablette mit 0,5 mg des Wirkstoffs,
    • an den Tagen 4 bis 7 täglich zwei Tabletten mit 0,5 mg und
    • ab der zweiten Behandlungswoche täglich zwei Tabletten mit 1 mg Wirkstoff. In diese Woche fällt auch der Rauchstopp.

    Das Mittel wird morgens und abends mit einem Glas Wasser eingenommen, unabhängig von den Mahlzeiten. Insgesamt dauert die Behandlung mit Vareniclin zwölf Wochen.

    Vareniclin kann schläfrig machen und dadurch die Verkehrstüchtigkeit beeinflussen. Daher ist es sinnvoll, mit dem Autofahren oder Bedienen schwerer Maschinen zu warten, bis klar ist, wie man auf das Medikament reagiert.

    Studienergebnisse

    Nach aktuellem Forschungsstand ist Vareniclin das wirksamste Mittel zur Raucherentwöhnung: Studien zeigen, dass es etwa 12 von 100 Menschen hilft, vom Tabakrauchen loszukommen.

     

    Grafik: Wie gut Vareniclin bei der Raucherentwöhnung hilft - wie im Text beschrieben

     

    In Studien löste Vareniclin bei etwa 20 von 100 Personen Übelkeit aus. Sie war aber oft nur leicht und verschwand im Laufe der Behandlung wieder. Etwa 5 von 100 Personen hatten mit Schlaflosigkeit und / oder seltsamen Träumen zu tun.

    Durch das schrittweise Erhöhen der Dosierung zu Beginn der Behandlung sollen Nebenwirkungen wie Übelkeit vermieden werden. Wer das Mittel trotzdem schlecht verträgt, kann die Dosis auf die Hälfte reduzieren (zweimal 0,5 mg pro Tag). Menschen mit einer fortgeschrittenen Nierenschwäche dürfen nicht mehr als 1 mg pro Tag einnehmen.

    Auf das Gewicht hat Vareniclin anscheinend kaum einen Einfluss.

    Ist Vareniclin sicher?

    Vareniclin stand längere Zeit im Verdacht, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und psychische Probleme wie Stimmungsschwankungen und Gereiztheit zu erhöhen. Umfassende Auswertungen von Studien mit mehr als 10.000 Teilnehmenden ergeben jedoch keine Hinweise dafür.

    Die Cochrane-Wissenschaftlergruppe hat alle schweren Nebenwirkungen von Vareniclin zusammenfassend ausgewertet. Danach kam es bei weniger als einer von 100 Personen zu einer ernsthaften Nebenwirkung. Ein geringes Risiko ist dennoch nicht auszuschließen. Für Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder Herzproblemen ist es deshalb sinnvoll, auf Verhaltensänderungen oder Symptome wie Brustschmerzen zu achten und gegebenenfalls ärztlichen Rat einzuholen.

    Quellen

    Cahill K, Lindson-Hawley N, Thomas KH, Fanshawe TR, Lancaster T. Nicotine receptor partial agonists for smoking cessation. Cochrane Database Syst Rev 2016; (5): CD006103.

    Hughes JR, Stead LF, Hartmann-Boyce J, Cahill K, Lancaster T. Antidepressants for smoking cessation. Cochrane Database Syst Rev 2014; (1): CD000031.

    Patnode CD, Henderson JT, Thompson JH, Senger CA, Fortmann SP, Whitlock EP. Behavioral Counseling and Pharmacotherapy Interventions for Tobacco Cessation in Adults, Including Pregnant Women: A Review of Reviews for the U.S. Preventive Services Task Force. 09.2015. (AHRQ Evidence Syntheses; Band 134).

    Sterling LH, Windle SB, Filion KB, Touma L, Eisenberg MJ. Varenicline and Adverse Cardiovascular Events: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. J Am Heart Assoc 2016; 5(2): e002849.

    Thomas KH, Martin RM, Knipe DW, Higgins JP, Gunnell D. Risk of neuropsychiatric adverse events associated with varenicline: systematic review and meta-analysis. BMJ 2015; 350: h1109.

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    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
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    Mehr Wissen: E-Zigaretten: Tabak-Alternative oder Ausstiegshilfe?

    Immer mehr Raucherinnen und Raucher greifen zu elektrischen Zigaretten (E-Zigaretten). Manche versprechen sich davon eine weniger schädliche Alternative zu Tabak. Andere nutzen die E-Zigarette ähnlich wie eine Nikotinersatztherapie und versuchen, damit ganz vom Nikotin wegzukommen.

    Alle E-Zigaretten funktionieren nach dem gleichen Prinzip: Sie enthalten einen kleinen Tank mit Flüssigkeit (Liquid) und eine Heizspirale. Die Spirale wird durch eine Batterie oder einen Akku erhitzt und sorgt dafür, dass die Flüssigkeit verdampft und inhaliert werden kann.

    Mittlerweile werden zahlreiche unterschiedliche Produkte angeboten: So gibt es E-Zigaretten mit gefüllten Flüssigkeitstanks, die nach Gebrauch ausgetauscht werden. Andere Modelle enthalten fest eingebaute Flüssigkeitstanks zum selbst Befüllen. Für manche E-Zigaretten gibt es sogar Software, mit der man die elektrische Spannung der Heizspirale einstellen und zum Beispiel Nutzungsdaten auswerten kann – etwa wie häufig und wie viel man inhaliert.

    E-Zigaretten sind im Vergleich zum Tabakrauchen und zu einer Entwöhnung mit Medikamenten relativ kostengünstig. Auch das macht sie für Raucherinnen und Raucher interessant, die weniger oder gar nicht mehr rauchen möchten.

    Immer mehr Raucherinnen und Raucher greifen zu elektrischen Zigaretten (E-Zigaretten). Manche versprechen sich davon eine weniger schädliche Alternative zu Tabak. Andere nutzen die E-Zigarette ähnlich wie eine Nikotinersatztherapie und versuchen, damit ganz vom Nikotin wegzukommen.

    Alle E-Zigaretten funktionieren nach dem gleichen Prinzip: Sie enthalten einen kleinen Tank mit Flüssigkeit (Liquid) und eine Heizspirale. Die Spirale wird durch eine Batterie oder einen Akku erhitzt und sorgt dafür, dass die Flüssigkeit verdampft und inhaliert werden kann.

    Mittlerweile werden zahlreiche unterschiedliche Produkte angeboten: So gibt es E-Zigaretten mit gefüllten Flüssigkeitstanks, die nach Gebrauch ausgetauscht werden. Andere Modelle enthalten fest eingebaute Flüssigkeitstanks zum selbst Befüllen. Für manche E-Zigaretten gibt es sogar Software, mit der man die elektrische Spannung der Heizspirale einstellen und zum Beispiel Nutzungsdaten auswerten kann – etwa wie häufig und wie viel man inhaliert.

    E-Zigaretten sind im Vergleich zum Tabakrauchen und zu einer Entwöhnung mit Medikamenten relativ kostengünstig. Auch das macht sie für Raucherinnen und Raucher interessant, die weniger oder gar nicht mehr rauchen möchten.

    Was ist in der Flüssigkeit enthalten?

    Welche Inhaltsstoffe die Liquids enthalten dürfen, wird in Europa durch die EU-Tabakproduktrichtlinie vorgeschrieben. Das Liquid in einer E-Zigarette enthält üblicherweise destilliertes Wasser, die Zusatzstoffe Propylenglykol und Glycerin, verschiedene Aromastoffe und meist auch Nikotin. Es gibt aber auch Liquids ohne Nikotin.

    Die beiden verwendeten Zusatzstoffe (E-Stoffe) sind für den Gebrauch in Lebensmitteln und Kosmetikprodukten zugelassen. Propylenglykol wird auch in der Zigarettenproduktion zum Feuchthalten von Tabak verwendet.

    Auch wenn die Zusatzstoffe für die genannten Zwecke zugelassen sind, heißt das nicht, dass das Einatmen dieser Inhaltsstoffe unbedenklich ist.

    Wichtig ist, Liquids geschützt aufzubewahren, damit sie nicht in die Hände von Kindern gelangen. Denn sie enthalten zum Teil so viel Nikotin, dass gefährliche Mengen in den Blutkreislauf gelangen können, wenn sie versehentlich geschluckt werden.

    Sind E-Zigaretten gesundheitsschädlich?

    Durch das Erhitzen des Liquids können in E-Zigaretten gesundheitsschädliche Substanzen entstehen – wenn auch in deutlich geringeren Mengen als in Tabak-Zigaretten. Zudem kann das Inhalieren die Atemwege reizen.

    Vielen Raucherinnen und Rauchern fällt es jedoch schwer, ganz ohne Nikotin auszukommen. Für sie können E-Zigaretten das kleinere Übel sein: Im Vergleich zum Tabakrauchen sind E-Zigaretten nach bisherigem Wissen deutlich weniger gesundheitsschädlich. Denn beim Verbrennen von Tabak entstehen viele krebserregende Substanzen wie Blausäure und Formaldehyd. E-Zigaretten kommen ohne Tabak aus und setzen daher deutlich weniger schädliche Substanzen frei. Wer den Dampf einer E-Zigarette inhaliert, atmet außerdem kein Kohlenmonoxid ein.

    Abschließend beurteilen lassen sich die gesundheitlichen Auswirkungen eines regelmäßigen und längerfristigen E-Zigaretten-Gebrauchs aber noch nicht, da es hierzu bisher kaum Langzeitstudien gibt.

    Helfen E-Zigaretten, auf Tabak zu verzichten?

    E-Zigaretten werden oft als Hilfe zur Tabakentwöhnung beworben. Ob sie Raucherinnen und Rauchern tatsächlich dabei helfen, weniger zu rauchen oder ganz auf Tabak zu verzichten, wurde bislang nur in wenigen wissenschaftlichen Studien untersucht.

    Verschiedene Wissenschaftlergruppen haben nach bisher veröffentlichten Studien zu diesen Fragen gesucht: unter anderem eine Wissenschaftlergruppe der Cochrane Collaboration sowie eine internationale Wissenschaftlergruppe im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation.

    Sie fanden zwei geeignete Studien, die untersucht haben, ob E-Zigaretten die Chancen erhöhen, mit dem Tabakrauchen aufzuhören. Insgesamt nahmen knapp über 650 Raucherinnen und Raucher teil. Ob der Rauchstopp gelang, wurde nach 6 bis 12 Monaten überprüft.

    In den Studien erhielt jeweils eine Teilnehmergruppe E-Zigaretten mit nikotinhaltigem Liquid, eine andere Gruppe die gleichen E-Zigaretten, aber ein Liquid ohne Nikotin. Die Teilnehmenden wussten nicht, ob sie ein Liquid mit oder ohne Nikotin anwendeten.

    Die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer konnten die E-Zigarette nach Bedarf anwenden. Ihnen wurden bis zu vier Kartuschen Liquid mit insgesamt 15 bis 30 mg Nikotin pro Tag zur Verfügung gestellt. Zum Vergleich: Die Nikotinmenge, die beim Rauchen einer Zigarette in den Blutkreislauf gelangt, beträgt ungefähr 1 mg. Manchen Studienteilnehmerinnen und -teilnehmern wurde zusätzliche Unterstützung angeboten, zum Beispiel eine Telefonberatung.

    Die Ergebnisse der beiden Studien deuten an, dass nikotinhaltige E-Zigaretten die Tabakentwöhnung etwas erleichtern könnten. Nach 6 bis 12 Monaten Anwendung zeigte sich:

    • Mit nikotinfreier E-Zigarette schafften es 4 von 100 Personen, mit dem Tabakrauchen aufzuhören.
    • Mit nikotinhaltiger E-Zigarette schafften es 9 von 100 Personen, mit dem Tabakrauchen aufzuhören.

    Anders ausgedrückt: Mit nikotinhaltiger E-Zigarette schafften es 5 von 100 Personen mehr, mit dem Tabakrauchen aufzuhören als mit E-Zigarette ohne Nikotin.

    Manche Studienteilnehmende, die mit dem Rauchen aufhörten, wendeten am Ende der Studie noch E-Zigaretten an. Andere schafften es, auch darauf zu verzichten.

    Diese Zahlen sind nur grobe Schätzungen, denn fast ein Drittel der Personen beendete die Teilnahme an den Studien, bevor sie abgeschlossen waren. Außerdem waren die Studien für genaue Aussagen zu klein.

    Wie gut E-Zigaretten im Vergleich zu anderen Entwöhnungsmethoden funktionieren, wie zum Beispiel einer Nikotinersatztherapie oder Medikamenten, ist bislang kaum untersucht.

    Quellen

    El Dib R, Suzumura EA, Akl EA, Gomaa H, Agarwal A, Chang Y et al. Electronic nicotine delivery systems and/or electronic non-nicotine delivery systems for tobacco smoking cessation or reduction: a systematic review and meta-analysis. BMJ Open 2017; 7(2): e012680.

    Hartmann-Boyce J, McRobbie H, Bullen C, Begh R, Stead LF, Hajek P. Electronic cigarettes for smoking cessation. Cochrane Database Syst Rev 2016; (9): CD010216.

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