Gesundheitslexikon

Rosazea

Überblick Mehr Wissen

    Überblick

    Rote Flecken, sichtbare Äderchen und Pusteln im Gesicht: Viele Menschen kennen solche Beschwerden. Die Ursache dafür kann eine Rosazea sein – eine häufige Entzündung der Gesichtshaut. Erfahren Sie, was dagegen hilft und wie man möglichen Auslösern von Rosazea-Schüben auf die Spur kommt.

    Einleitung

    Rote Flecken, sichtbare Äderchen und Pusteln im Gesicht: Dies sind typische Anzeichen für Rosazea (auch Rosacea oder „Kupferrose“) – einer häufigen Entzündung der Gesichtshaut, die meist in Schüben auftritt.

    Wie jede sichtbare Hautkrankheit kann Rosazea das Wohlbefinden und das Selbstbewusstsein beeinträchtigen. Vielen Menschen ist allerdings gar nicht bewusst, dass ihre fleckig gerötete Gesichtshaut durch eine behandelbare Erkrankung verursacht wird. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Entzündung zu lindern und Schüben vorzubeugen.

    Symptome

    Rosazea ist eine chronische, nicht ansteckende Entzündung der Gesichtshaut. Sie kann unterschiedlich ausgeprägt sein und Wangen, Kinn, Stirn und Nase betreffen. Je nach Symptomen unterscheidet man vier verschiedene Typen:

    • Typ 1: Die Gesichtshaut ist gerötet, manchmal werden Äderchen sichtbar.
    • Typ 2: Zusätzlich zur Hautrötung bilden sich Hautknötchen (Papeln) und Pusteln.
    • Typ 3: Die Haut ist verdickt und es entstehen entzündliche Knötchen, vor allem auf der Nase.
    • Typ 4: Die Rosazea führt zu Entzündungen an den Augen und Augenlidern, manchmal auch ohne auffällige Hauterscheinungen.

    Die Haut kann auch trockener werden, etwas anschwellen und sich leicht abschälen, brennen oder jucken. Sie ist empfindlicher und leichter reizbar als gesunde Haut.

    Die Erkrankung kann sich sehr unterschiedlich zeigen und es gibt viele Mischformen. Manchmal entzünden sich auch Nacken, Brust oder Kopfhaut.

     

    Grafik: Rosazea Typ 1 und Typ 2 (unterschiedliche Schweregrade) - wie im Text beschrieben Rosazea Typ 1 und Typ 2 (unterschiedliche Schweregrade)

     

    Grafik: Rosazea Typ 3 und Typ 4 Rosazea Typ 3 und Typ 4

     

    Ursachen

    Die Ursachen der Rosazea sind nicht vollständig geklärt. Man weiß, dass Entzündungsreaktionen und Veränderungen der Blutgefäße in der Haut an der Entstehung beteiligt sind. Als Auslöser werden unter anderem Sonnenlicht, starke Hitze oder Kälte, bestimmte Haarmilben (Haarbalgmilben oder Demodex genannt), Bakterien, eine gestörte Schutzfunktion der Haut und Stress vermutet. Auch die familiäre Veranlagung spielt eine Rolle.

    Rosazeaähnliche Beschwerden können zudem durch den langfristigen Gebrauch von Kortisonpräparaten begünstigt werden (Steroid-Rosazea). Bei angemessener Anwendung ist dieses Risiko aber sehr gering.

    Obwohl sich Pusteln entwickeln können, handelt es sich nicht um eine Form von Akne. Im Gegensatz zur Akne ist die Talgproduktion der Haut bei Rosazea nicht verstärkt.

    Häufigkeit

    Eine Rosazea entwickelt sich meist erst nach dem 30. Lebensjahr. In Deutschland sind etwa 2 bis 5 % aller Erwachsenen betroffen. Bei Frauen sowie Menschen mit heller Haut ist sie häufiger. Viele Menschen mit ständig fleckig geröteter Gesichtshaut wissen jedoch nicht, dass sie eine Hautkrankheit haben.

    Verlauf

    Rosazea-Beschwerden treten oft in Schüben auf: Zeiten mit stärker ausgeprägten Hautveränderungen wechseln sich mit Phasen ab, in denen sich die Entzündung bessert oder ganz abklingt.

    Die meisten Menschen haben eine Rosazea Typ 1. Mit der Zeit kann sich die Haut verändern und es können andere Symptome hinzukommen. Oft bleiben die Beschwerden aber über lange Zeit gleich.

    Folgen

    Besonders bei Männern mit Rosazea Typ 3 kann sich eine Knollennase entwickeln, ein sogenanntes Rhinophym.

    Eine Rosazea vom Typ 4, bei der sich die Augenlider oder Augen entzünden, kann besonders belasten. Doch auch hier gibt es unterschiedliche Ausprägungen, von nur leichten Problemen bis hin zu starken Beschwerden.

    Bei einer Rosazea mit Augenbeteiligung können die Augen gerötet sein, jucken und tränen. Zudem können sie lichtempfindlicher werden. Wenn die Talgdrüsen an den Augenlidern verstopft sind, können die Augen austrocknen. Entzündungen der Bindehaut, des Lidrands und der Hornhaut sind ebenfalls möglich und können schmerzhaft sein. Manchmal fühlt es sich an, als wäre ein Fremdkörper im Auge.

    Wenn es zu Komplikationen an den Augen wie zum Beispiel einer Hornhautentzündung kommt, kann eine Rosazea Typ 4 auch zu einem Sehverlust führen. Dies ist allerdings sehr selten.

    Vorbeugung

    Oft finden Betroffene mit der Zeit heraus, dass es bestimmte Auslöser für Schübe gibt. Allgemein gilt, dass alles, was zu einer Rötung des Gesichts führt, auch die Rosazea verstärken kann. Typische Auslöser sind zum Beispiel:

    • Alkohol
    • heiße Getränke
    • Kosmetika oder hautreizende Seifen
    • Hautverletzungen
    • bestimmte Medikamente wie gefäßerweiternde Mittel
    • scharfe Gewürze und Speisen
    • Sonnenlicht
    • extreme Temperaturen

    Ein Rosazea-Tagebuch kann helfen, möglichen Auslösern auf die Spur zu kommen. Wer sie kennt, hat die Möglichkeit, zumindest einige davon zu vermeiden.

    Behandlung

    Je nach Erkrankungstyp kommen unterschiedliche Behandlungen infrage. Bei leichten Symptomen kann es ausreichen, auf eine gute Hautpflege zu achten. Es wird empfohlen, auf einen ausreichenden Sonnenschutz zu achten, seifenfreie Reinigungsprodukte mit einem niedrigen pH-Wert zu verwenden und Reizstoffe zu vermeiden. Auffällige Stellen können mit hautverträglichen Kosmetika abgedeckt werden.

    Stärkere Hautveränderungen werden meist mit Medikamenten zum Auftragen auf die Haut behandelt. Häufig werden Cremes, Gels oder Lotionen mit den Wirkstoffen Azelainsäure, Brimonidin, Ivermectin oder dem Antibiotikum Metronidazol eingesetzt. Welche Mittel infrage kommen, hängt vom Typ der Rosazea ab.

    Bei starken Beschwerden oder wenn äußerliche Behandlungen nicht helfen, kann das entzündungshemmende Antibiotikum Doxycyclin als Tablette eingenommen werden. Eine stark veränderte Nase (Rhinophym) kann operiert werden.

    Leben und Alltag

    Auch wenn eine Rosazea meist harmlos ist, können Rötungen im Gesicht oder an der Nase psychisch stark belasten. Betroffene kennen neugierige Blicke anderer oder die Vermutung, die Ursache der „roten Nase“ sei übermäßiger Alkoholgenuss. Meist entstehen solche Reaktionen, weil die meisten Menschen nicht wissen, was eine Rosazea ist. Andere häufige Hauterkrankungen wie Akne sind viel bekannter. Es kann deshalb helfen, offen mit der Erkrankung umzugehen und in Familie, Freundeskreis und am Arbeitsplatz zu erklären, was es damit auf sich hat.

    Wenn die Rötung im Gesicht sehr auffällig ist, kann ein gut abdeckendes Make-Up aufgetragen werden. Weil bestimmte Kosmetika die Rosazea manchmal verstärken können, müssen unter Umständen verschiedene Mittel ausprobiert werden. Bei der Auswahl der richtigen Produkte kann auch die Hautärztin oder der Hautarzt helfen.

    Weitere Informationen

    Die Hausarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem ärztlichen Rat braucht. Wir informieren darüber, wie man die richtige Praxis findet, wie man sich am besten auf den Arztbesuch vorbereitet und was dabei wichtig ist.

    Quellen

    Augustin M, Herberger K, Hintzen S, Heigel H, Franzke N, Schäfer I. Prevalence of skin lesions and need for treatment in a cohort of 90 880 workers. Br J Dermatol 2011; 165(4): 865-873.

    National Rosacea Society (USA). Patients’ perspectives: living with rosacea. Dermatol Nurs 2007; 19: 105-110.

    Rebora A. Papulopustular rosacea. In: Williams H, Bigby M, Diepgen T, Herxheimer A, Naldi L, Rzany B (Ed). Evidence-based Dermatology. London: Blackwell Publishing; 2008. S. 105-110.

    Van Zuuren EJ, Fedorowicz Z, Carter B, van der Linden MM, Charland L. Interventions for rosacea. Cochrane Database Syst Rev 2015; (4): CD003262.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Rosazea-Schüben vorbeugen

    Rosazea („Kupferrose“) kann durch bestimmte Reize verstärkt werden. Um Auslösern für Schübe auf die Spur zu kommen, kann es helfen, für ein paar Wochen oder Monate ein Tagebuch zu führen. Eine Vorlage zum Ausdrucken können Sie hier herunterladen.

    Bestimmte Reize können Rosazea-Beschwerden verstärken. Dazu gehören scharfe Speisen, heiße Getränke, Alkohol, Kosmetika und Seifen sowie gefäßerweiternde Medikamente. Auch starke Kälte oder Hitze und UV-Strahlen können einen Einfluss haben. Da sich die Auslöser aber von Mensch zu Mensch unterscheiden, muss jeder selbst herausfinden, was er nicht verträgt. Unabhängig davon ist es immer sinnvoll, die Haut vor starker UV-Strahlung und Sonnenbrand zu schützen. 

    Grafik: Abbildung Rosazea-Tagebuchvorlage Rosazea-Tagebuchvorlage

    Wer seine Auslöser für einen Entzündungsschub kennt, kann zumindest einige von ihnen vermeiden. Um herauszufinden, auf welche Reize man reagiert, ist ein Tagebuch hilfreich. Dort hält man für ein paar Wochen oder Monate fest,

    • was man gegessen und getrunken hat,
    • welchen äußeren Einflüssen die Haut ausgesetzt war (etwa Sonne, Wind, schwitzen beim Sport, heißes Wasser, bestimmte Kosmetika),
    • wie stark die Rosazea war und
    • welche Medikamente man wann, wie oft und in welcher Dosierung genommen hat.

    Wer zum Beispiel den Verdacht hat, eine Hautcreme könnte ein Auslöser sein, kann für eine Weile darauf verzichten. Anhand der Tagebuch-Eintragungen lässt sich erkennen, ob sich die Häufigkeit der Rosazea-Schübe und die Stärke der Entzündung dann tatsächlich verringern.

    Rosazea („Kupferrose“) kann durch bestimmte Reize verstärkt werden. Um Auslösern für Schübe auf die Spur zu kommen, kann es helfen, für ein paar Wochen oder Monate ein Tagebuch zu führen. Eine Vorlage zum Ausdrucken können Sie hier herunterladen.

    Bestimmte Reize können Rosazea-Beschwerden verstärken. Dazu gehören scharfe Speisen, heiße Getränke, Alkohol, Kosmetika und Seifen sowie gefäßerweiternde Medikamente. Auch starke Kälte oder Hitze und UV-Strahlen können einen Einfluss haben. Da sich die Auslöser aber von Mensch zu Mensch unterscheiden, muss jeder selbst herausfinden, was er nicht verträgt. Unabhängig davon ist es immer sinnvoll, die Haut vor starker UV-Strahlung und Sonnenbrand zu schützen. 

    Grafik: Abbildung Rosazea-Tagebuchvorlage Rosazea-Tagebuchvorlage

    Wer seine Auslöser für einen Entzündungsschub kennt, kann zumindest einige von ihnen vermeiden. Um herauszufinden, auf welche Reize man reagiert, ist ein Tagebuch hilfreich. Dort hält man für ein paar Wochen oder Monate fest,

    • was man gegessen und getrunken hat,
    • welchen äußeren Einflüssen die Haut ausgesetzt war (etwa Sonne, Wind, schwitzen beim Sport, heißes Wasser, bestimmte Kosmetika),
    • wie stark die Rosazea war und
    • welche Medikamente man wann, wie oft und in welcher Dosierung genommen hat.

    Wer zum Beispiel den Verdacht hat, eine Hautcreme könnte ein Auslöser sein, kann für eine Weile darauf verzichten. Anhand der Tagebuch-Eintragungen lässt sich erkennen, ob sich die Häufigkeit der Rosazea-Schübe und die Stärke der Entzündung dann tatsächlich verringern.

    Quellen

    Augustin M, Herberger K, Hintzen S, Heigel H, Franzke N, Schäfer I. Prevalence of skin lesions and need for treatment in a cohort of 90 880 workers. Br J Dermatol 2011; 165(4): 865-873.

    National Rosacea Society (USA). Patients’ perspectives: living with rosacea. Dermatol Nurs 2007; 19: 105-110.

    Rebora A. Papulopustular rosacea. In: Williams H, Bigby M, Diepgen T, Herxheimer A, Naldi L, Rzany B (Ed). Evidence-based Dermatology. London: Blackwell Publishing; 2008. S. 105-110.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Wie kann Rosazea behandelt werden?

    Eine Rosazea (auch Rosacea) lässt sich mit äußerlichen Mitteln oft gut behandeln. Wenn dies nicht reicht oder die Beschwerden stark sind, kommen auch Medikamente zum Einnehmen, Laser- und Lichttherapien und manchmal eine Operation infrage.

    Rosazea ist eine häufige chronische Entzündung der Gesichtshaut. Sie kann zu ganz unterschiedlichen Beschwerden führen. Je nach Hauptsymptom unterscheidet man vier Typen:

    • gerötete Gesichtshaut und sichtbare Äderchen (Typ 1)
    • Knötchen (Papeln) und mit Eiter gefüllte Bläschen (Pusteln) (Typ 2)
    • Hautverdickungen und Knötchen, vor allem an der Nase (Typ 3)
    • entzündete Augen und Augenlider (Typ 4)

    Viele Menschen haben Mischformen mit Symptomen verschiedener Typen. Zudem können die einzelnen Beschwerden unterschiedlich stark sein. Je nachdem, welche Symptome im Vordergrund stehen, kommen unterschiedliche Behandlungen infrage.

    Eine Rosazea (auch Rosacea) lässt sich mit äußerlichen Mitteln oft gut behandeln. Wenn dies nicht reicht oder die Beschwerden stark sind, kommen auch Medikamente zum Einnehmen, Laser- und Lichttherapien und manchmal eine Operation infrage.

    Rosazea ist eine häufige chronische Entzündung der Gesichtshaut. Sie kann zu ganz unterschiedlichen Beschwerden führen. Je nach Hauptsymptom unterscheidet man vier Typen:

    • gerötete Gesichtshaut und sichtbare Äderchen (Typ 1)
    • Knötchen (Papeln) und mit Eiter gefüllte Bläschen (Pusteln) (Typ 2)
    • Hautverdickungen und Knötchen, vor allem an der Nase (Typ 3)
    • entzündete Augen und Augenlider (Typ 4)

    Viele Menschen haben Mischformen mit Symptomen verschiedener Typen. Zudem können die einzelnen Beschwerden unterschiedlich stark sein. Je nachdem, welche Symptome im Vordergrund stehen, kommen unterschiedliche Behandlungen infrage.

    Was hilft gegen Rötungen und sichtbare Äderchen?

    Eine leichte Rosazea (Typ 1) mit Gesichtsrötung und sichtbaren Äderchen kann mit Brimonidin (Handelsname Mirvaso) behandelt werden. Dieses Mittel wirkt gefäßverengend. Dadurch wird die Haut weniger stark durchblutet und die Rötung schwächt sich ab. Das Mittel hilft aber nicht bei anderen Rosazea-Typen (2 bis 4).

    Brimonidin-Gel trägt man einmal am Tag (zum Beispiel morgens) auf die Gesichtshaut auf. Dabei werden die Augen, die Lippen, der Mund und die Nasenlöcher ausgespart. Für eine Anwendung ist bis zu 1 Gramm des Gels ausreichend. Dies entspricht etwa fünf erbsengroßen Mengen, die jeweils auf Stirn, Kinn, Nase und beide Wangen aufgetragen werden. In der ersten Woche wird empfohlen, die Behandlung mit einer geringeren Dosierung zu beginnen und dann langsam nach Bedarf zu erhöhen. Wenn das Mittel eingezogen und die Haut trocken ist, kann man danach auch andere Cremes und Kosmetika auftragen.

    Studien zeigen, dass Brimonidin die Gesichtsrötung bei vielen Menschen etwas und bei einigen deutlich lindern kann. Die Wirkung setzt meist innerhalb einer Stunde ein und hält bis zu zwölf Stunden an.

    Mögliche Nebenwirkungen sind Hautreizungen und allergische Hautreaktionen, die die Gesichtsrötung auch verstärken können. Das Mittel sollte nicht mit den Augen in Kontakt kommen, da es den Augeninnendruck vorübergehend leicht verringern kann.

    Laser- und Lichttherapie

    Insbesondere bei störenden roten Äderchen kommt eine Laser- oder Lichttherapie infrage. Dabei werden die kleinen Äderchen durch Hitze verödet. Es gibt jedoch kaum Studien zu diesen Behandlungsverfahren. Ihre Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen.

    Eine mögliche Nebenwirkung sind oberflächliche Verbrennungen der Haut, erkennbar an Bläschen, Krusten und Schwellungen. Sie heilen aber normalerweise nach ein paar Tagen ab.

    Was hilft bei Knötchen und Pusteln?

    Zur Behandlung des Rosazea Typs 2 mit Knötchen (Papeln) und Pusteln kommen verschiedene Medikamente zur äußerlichen Anwendung infrage. Meist werden Cremes, Gels oder Lotionen mit den Wirkstoffen Azelainsäure, Ivermectin oder Metronidazol auf die Gesichtshaut aufgetragen.

    Mehrere Studien haben gezeigt, dass diese Medikamente die Hautveränderungen lindern oder vorübergehend ganz abklingen lassen können. Es dauert etwa drei bis vier Wochen, bis sich eine deutliche Besserung zeigt.

    Die meisten Menschen vertragen die Mittel gut. Mögliche Nebenwirkungen sind leichte Hautreizungen, Hautjucken und trockene Haut.

    Azelainsäure

    Azelainsäure (Handelsname Skinoren) lindert Entzündungen und wirkt gegen eine Verhornung der Talgdrüsen. Das Mittel wird als Gel morgens und abends vorsichtig auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen und eingerieben. Pro Anwendung verwendet man ein halbes Gramm – das entspricht einem 2,5 cm langen Streifen aus der Tube oder ungefähr einer Fingerspitze (siehe Bild). 

    Grafik: 1 Fingerspitzeneinheit (FTU) - wie im Text beschrieben 1 Fingerspitzeneinheit (FTU)

    Studien zeigen, dass Azelainsäure Rosazea-Beschwerden deutlich lindern kann:

    • Ohne Azelainsäure nahmen die Beschwerden bei 44 von 100 Personen ab oder verschwanden ganz.
    • Mit Azelainsäure nahmen die Beschwerden bei 64 von 100 Personen ab oder verschwanden ganz.

    Azelainsäure konnte die Beschwerden also bei 20 von 100 Menschen lindern.

    Ivermectin

    Ivermectin (Handelsname Soolantra) wirkt entzündungshemmend und zugleich gegen bestimmte Haarmilben, die eine Rosazea begünstigen (Haarbalgmilben, auch Demodex genannt). Das Mittel wird einmal am Tag im Gesicht angewendet. Dazu wird jeweils eine erbsengroße Menge der Creme auf Stirn, Kinn, Nase und beide Wangen aufgetragen. Die Augen, Lippen und Schleimhäute sollten dabei ausgespart werden. Wenn das Mittel eingezogen ist, kann man auch andere Cremes und Kosmetika auftragen.

    Ivermectin wird für einen Zeitraum von bis zu vier Monaten eingesetzt. Wenn es nötig ist, kann die Behandlung wiederholt werden.

    Studien zeigen, dass Ivermectin Rosazea-Beschwerden deutlich lindern kann:

    • Ohne Ivermectin nahmen die Beschwerden bei 37 von 100 Personen ab.
    • Mit Ivermectin nahmen die Beschwerden bei 71 von 100 Personen ab.

    Durch Ivermectin gingen die Hauterscheinungen also bei 34 von 100 Personen deutlich zurück.

    In den Studien wurde allerdings nicht untersucht, ob die Teilnehmenden vor der Behandlung Haarmilben hatten oder nicht. Ob das Mittel bei Haarmilben besser wirkt, ist daher unklar.

    Metronidazol

    Metronidazol ist ein Antibiotikum mit entzündungshemmender Wirkung. Es wird sehr häufig bei Rosazea eingesetzt. Metronidazol-Präparate werden ein oder zweimal täglich als Creme, Lotion oder Gel dünn auf betroffenen Hautstellen aufgetragen. Auch bei diesen Mitteln sollte man darauf achten, dass es nicht mit den Augen oder Schleimhäuten in Kontakt kommt. Übermäßige UV-Strahlung durch Sonnenbäder oder zum Beispiel im Solarium sollte man ebenfalls vermeiden, wenn man Metronidazol anwendet.

    Einzelne Studien haben Azelainsäure und Metronidazol miteinander verglichen, aber widersprüchliche Ergebnisse gefunden. Daher ist noch unklar, ob eins der Mittel besser hilft.

    Doxycyclin

    Wenn eine äußerliche Behandlung nicht ausreicht oder die Rosazea stark ausgeprägt ist, kommt eine Behandlung mit Mitteln zum Einnehmen infrage. Dann wird meist das Antibiotikum Doxycyclin eingesetzt.

    Doxycyclin wirkt gegen Bakterien und hemmt auch die Entzündung. Bei Rosazea wird es oft in einer niedrigeren Dosierung eingesetzt als bei rein bakteriellen Infektionen.

    Da Doxycyclin im ganzen Körper wirkt, treten häufiger Nebenwirkungen auf als bei einer äußerlichen Behandlung. Mögliche Nebenwirkungen sind Durchfall, Übelkeit und Lichtempfindlichkeit.

    Wie wird eine Knollennase (Rhinophym) behandelt?

    Fast nur bei Männern führt eine Rosazea manchmal dazu, dass die Nasenhaut dicker wird (Typ 3) und sich eine Knollennase (Rhinophym) entwickelt. Auch andere Stellen der Gesichtshaut können betroffen sein. Wie man ein beginnendes Rhinophym am besten behandelt, wurde bisher nicht gut in Studien untersucht. Manchmal wird eine mehrmonatige Behandlung mit Isotretinoin-Kapseln ausprobiert. Es ist in Deutschland nur zur Behandlung schwerer Akneformen, aber nicht von Rosazea zugelassen und wird daher zurückhaltend verwendet.

    Isotretinoin lässt die Talgdrüsen in der Haut schrumpfen, die bei einem Rhinophym häufig vergrößert sind. Wie wirksam das Mittel bei einem Rhinophym ist, wurde bislang aber nicht in Studien untersucht.

    Isotretinoin kann die Haut- und Schleimhäute reizen, austrocknen und lichtempfindlich machen. Da zudem die Blutfett- und Leberwerte ansteigen können, werden sie während der Behandlung regelmäßig kontrolliert.

    Ein ausgeprägtes Rhinophym mit stark ausgebildeten Knötchen und Schwellungen kann operativ oder mit bestimmten Laserverfahren behandelt werden. Dabei wird unter örtlicher Betäubung überschüssiges Gewebe entfernt und versucht, die ursprüngliche Form der Nase wiederherzustellen. Auch zu diesen Behandlungen gibt es bislang kaum gute Studien.

    Was kann man tun, wenn die Augen betroffen sind?

    Bei einer Rosazea der Augen (Typ 4) ist es sinnvoll, eine Augenärztin oder einen Augenarzt in die Behandlung einzubeziehen – denn selten können sich tiefere Schichten des Auges entzünden.

    Verstopfte Talgdrüsen an den Augenlidern können mit warmen Kompressen und vorsichtigen Massagen des geschlossenen Augenlids gereinigt werden. Wie dies geht, lässt man sich am besten von einer Augenärztin oder einem Augenarzt zeigen.

    Je nach Schweregrad der Rosazea können die Augen auch mit künstlichen Tränen und Augentropfen behandelt werden, die Antibiotika oder Ciclosporin enthalten. Ciclosporin hemmt Entzündungsreaktionen. Wenn diese Behandlung nicht ausreicht, kommt auch eine Behandlung mit Doxycyclin-Tabletten infrage.

    Leider sind auch die Behandlungsmöglichkeiten von Rosazea mit Augenbeteiligung bislang nicht gut in Studien untersucht. Deshalb lässt sich nicht sagen, welche Behandlung am hilfreichsten ist.

    Quellen

    Reinholz M, Tietze JK, Kilian K, Schaller M, Schöfer H, Lehmann P et al. Rosacea - S1 guideline. J Dtsch Dermatol Ges 2013; 11(8): 768-780.

    Van Zuuren EJ, Fedorowicz Z, Carter B, van der Linden MM, Charland L. Interventions for rosacea. Cochrane Database Syst Rev 2015; (4): CD003262.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.