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Operationen

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    Wer sich auf eine Operation vorbereitet, hat meist viele Fragen: Wie sind die Erfolgsaussichten, welche Risiken gibt es? Was hilft gegen Ängste vor dem Eingriff? Was kann ich gegen Schmerzen nach der OP tun? Wissenswertes von der Vorbereitung bis zur Nachsorge von Operationen haben wir zusammengestellt.

    Einleitung

    Über 16 Millionen stationäre Eingriffe finden in Deutschland jährlich allein in Krankenhäusern statt. Hinzu kommen viele ambulante Operationen in ärztlichen Praxen. Am häufigsten sind Eingriffe an Gelenken wie Hüfte, Knie oder Schulter und an inneren Organen wie Magen, Gallenblase, Gebärmutter oder Darm.

    Was eine Operation bedeutet, hängt sehr von der Situation ab: Derselbe Eingriff kann bei dem einen kurz und unkompliziert sein, bei einem anderen langwierig und risikoreich. Bei einigen Operationen reicht eine lokale Betäubung, andere erfordern eine Vollnarkose. Oft sind Operationen eine Behandlungsmöglichkeit unter mehreren, und manchmal sind sie unumgänglich. Sie können lebensrettend sein, aber auch überflüssig.

    Eins haben aber alle Operationen gemeinsam: Die meisten Menschen würden sie lieber vermeiden – sie haben Respekt oder sogar Angst davor, sich „unters Messer zu legen“. Viele möchten deshalb so gut wie möglich über die Erfolgsaussichten und Risiken eines bevorstehenden Eingriffs Bescheid wissen. Dazu zählt auch, wie man mit Angst vor der Operation umgehen kann, und wie sich Schmerzen danach lindern lassen.

    Ob eine Operation ihr Ziel erreicht, hängt nicht nur vom Eingriff an sich ab: Oft sind eine gute Vorbereitung und Nachsorge für den langfristigen Erfolg entscheidend. Dabei sind Patientinnen und Patienten auch selbst gefordert.

    Vorbereitung

    Wie umfangreich die Vorbereitung ist, richtet sich nach der Art der Operation und danach, ob eine ansonsten gesunde Person, ein älterer Mensch oder ein Kind operiert werden soll. Muss in einem Notfall rasch operiert werden, ist zudem oft keine Zeit für eine Vorbereitung.

    Bei größeren Eingriffen können viele Voruntersuchungen in einer Arztpraxis oder im Krankenhaus nötig sein. Bei den meisten Operationen reicht es aber aus, kurz vorher in die Klinik zu gehen.

    Wichtig ist, dass die operierenden Ärztinnen und Ärzte über Vorerkrankungen, Allergien oder Blutgerinnungsstörungen sowie über die Einnahme von Medikamenten informiert sind.

    Das Aufklärungsgespräch

    Vor einer OP erklärt die Ärztin oder der Arzt den Eingriff, seinen Umfang und Ablauf. In dieser sogenannten Aufklärung müssen außerdem die Erfolgsaussichten und die Risiken der Operation beschrieben werden. Thema ist auch, welche Folgen wie etwa Schmerzen die OP hat, was in der Zeit der Nachbehandlung zu beachten ist und wie lange man nicht arbeiten kann. Im Krankenhaus gehört zur Aufklärung zudem ein Gespräch mit einer Narkoseärztin oder einem Narkosearzt. Es kann helfen, sich Fragen vorab aufzuschreiben. Außer in Notfällen darf ohne Aufklärungsgespräch nicht operiert werden. Nach dem Gespräch unterschreibt man, dass man über den Eingriff und seine Risiken aufgeklärt wurde und der OP zustimmt.

    Zur Vorbereitung auf das Aufklärungsgespräch ist es hilfreich, alle noch offenen eigenen Fragen zur OP aufzuschreiben. Außerdem sollte man sich nicht scheuen, im Gespräch Ängste und Unsicherheiten anzusprechen. Auch organisatorische Fragen können geklärt werden – zum Beispiel, wie man nach einer ambulanten Operation nach Hause kommt und wer einen begleitet.

    Wie lange muss man vor einer Vollnarkose nüchtern bleiben?

    In der Regel dürfen Kinder und Erwachsene sechs Stunden vor der Narkose nichts mehr essen und zwei Stunden vorher nichts mehr trinken. Säuglinge dürfen meist vier Stunden vor einer Operation nicht mehr gestillt werden oder Flaschennahrung erhalten.

    Bekommt man vor einer Operation Medikamente?

    Vor der OP werden meist Medikamente gegeben, die das Einleiten der Narkose erleichtern – zum Beispiel Beruhigungsmittel oder Mittel, die die Speichel- oder Magensäureproduktion hemmen.

    Die Operation

    Bei größeren Eingriffen im Krankenhaus wird man zuerst in den sogenannten Einleitungsraum des OP-Bereichs gebracht. Meist wird hier die Narkose (Anästhesie) vorbereitet und eingeleitet. Sie ist nötig, damit während des Eingriffs keine Schmerzen spürbar sind. Es gibt drei verschiedene Arten der Narkose:

    • örtliche Betäubung (lokale Anästhesie) bei kleineren, meist oberflächlichen Eingriffen.
    • Betäubung größerer Bereiche (regionale Anästhesie) wie ein Arm, ein Bein oder auch die untere Körperhälfte.
    • Vollnarkose bei größeren Eingriffen oder wenn keine Lokal- oder Regionalanästhesie möglich oder gewünscht ist. Eine Vollnarkose kann auch bei Kindern oder Menschen nötig sein, die große Angst vor dem Eingriff haben.

    Bei einer Klinik-OP unter Vollnarkose sind im Operationssaal neben den operierenden Ärztinnen und Ärzten auch OP-Schwestern, -Pfleger und andere Fachkräfte anwesend. Eine Narkoseärztin oder ein Narkosearzt überwacht während der gesamten OP den Kreislauf, die Herzfunktion und die Atmung. Dazu wird man an spezielle Geräte angeschlossen, bei einer Vollnarkose auch an ein Beatmungsgerät.

    Die Operationsrisiken hängen sehr stark von der Art des Eingriffs ab, aber auch vom Alter oder den Vorerkrankungen einer Patientin oder eines Patienten. Auch die Erfahrungen der Operateure spielen eine Rolle. Bei jeder Narkose besteht zudem ein Risiko für Komplikationen, zum Beispiel für Abfall oder Anstieg des Blutdrucks oder des Pulses. Bei Vollnarkosen sind Nebenwirkungen häufiger als bei Teilnarkosen. Ernsthafte Probleme durch die Narkose sind heute jedoch sehr selten.

    Nachbehandlung

    In Krankenhäusern werden frisch Operierte nach einer Vollnarkose in den sogenannten Aufwachraum gebracht. Hier werden sie noch eine Zeit lang von Anästhesie-Pflegekräften, Ärztinnen und Ärzten betreut und überwacht, bevor sie wieder zurück auf die Station verlegt werden. Geräte messen den Puls, den Blutdruck und die Herzaktivität.

    Zu den häufigsten Nebenwirkungen direkt nach Operationen gehören Benommenheit, Übelkeit, Kreislaufprobleme durch die Vollnarkose, aber auch Schmerzen infolge des Eingriffs. Es ist wichtig, das medizinische Personal auf solche Beschwerden aufmerksam zu machen, damit sie ausreichend behandelt werden können. Denn wer starke Schmerzen hat, erholt sich meist nur langsam von einem Eingriff. In der Regel lassen sich Neben- und Folgewirkungen einer OP gut mit Medikamenten lindern.

    Nach einer Bauchoperation darf man meist solange nichts essen, bis sich der Darm wieder bewegt. Nach anderen Operationen ist Essen und Trinken wieder möglich, sobald die Narkose abgeklungen ist.

    Nach größeren Eingriffen ist es normalerweise nötig, noch einige Tage im Krankenhaus zu bleiben. In der Zeit der Nachbehandlung kommt es vor allem darauf an, dass die Operationswunden gut heilen und man so schnell es geht wieder auf die Beine kommt. Längere Bettruhe nach Operationen ist heute die Ausnahme. Meist werden Patientinnen und Patienten dazu ermuntert, nach dem Eingriff sobald es geht wieder aufzustehen und sich zu bewegen.

    Nach kleineren Eingriffen ist es oft möglich, sich schon kurz nach dem Abklingen der Betäubung abholen zu lassen und nach Hause zu gehen.

    Rehabilitation

    An manche Operationen schließt sich eine Rehabilitation an, die mehrere Wochen dauern kann. Diese „Anschlussheilbehandlung“ kann ambulant oder stationär angeboten werden. Durch eine Rehabilitation sollen Patientinnen und Patienten nach einem Eingriff so zu Kräften kommen, dass sie ihren normalen Alltag wiederaufnehmen können. Ein wichtiger Bestandteil einer Rehabilitation ist oft eine physiotherapeutische Behandlung. Ihr Ziel ist, zum Beispiel ein operiertes Gelenk wieder beweglich zu machen und die Muskulatur zu kräftigen.

    Weitere Informationen

    Vor jeder Behandlung haben Patientinnen und Patienten das Recht, sich ausführlich und verständlich über Vor- und Nachteile und über Alternativen aufklären zu lassen. Diese Rechte sind im deutschen Patientenrechtegesetz verankert.

    Bei bestimmten Eingriffen sind Ärzte zudem dazu verpflichtet, auf das Recht auf eine zweite Meinung hinzuweisen.   

    In Deutschland gibt es zudem ein breites Angebot zur persönlichen Beratung und Unterstützung im Krankheitsfall.

    Weitere Informationen bietet die Broschüre „Ratgeber Krankenhaus“ des Bundesministeriums für Gesundheit. Suchportale für Kliniken wie zum Beispiel die „Weisse Liste “ helfen bei der Suche nach dem passenden Krankenhaus für eine bestimmte Operation.

    Quellen

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Was Studien sagen: Kann ein Rauchstopp vor einer Operation Komplikationen vorbeugen?

    Ein bis zwei Monate vor einer geplanten Operation mit dem Rauchen aufzuhören, senkt das Risiko für Probleme wie Wundheilungsstörungen deutlich. Eine intensive Betreuung, kombiniert mit einer Nikotinersatztherapie, kann bei der Rauchentwöhnung helfen.

    Viele Menschen sind vor einer Operation nervös – und wer raucht, hat dann wahrscheinlich anderes im Sinn, als ausgerechnet jetzt damit aufzuhören und sich noch zusätzlichen Stress zu machen. Raucherinnen und Raucher haben nach Operationen jedoch häufiger mit Komplikationen zu tun. Vor allem heilen die Wunden bei ihnen schlechter.

    Wahrscheinlich gibt es mehrere Gründe, weshalb das Rauchen die Genesung nach einer Operation behindern kann: Beim Inhalieren von Zigarettenrauch nimmt das Blut Kohlenmonoxid und Nikotin auf und der Sauerstoffgehalt verringert sich. Sauerstoff ist aber für die Wundheilung sehr wichtig. Außerdem belastet Nikotin das Herz, weil es Blutdruck und Puls erhöht. Da Narkose und Operation ohnehin den Kreislauf belasten und die Sauerstoffversorgung erschweren, können die Risiken für rauchende Menschen höher sein.

    Ein Rauchstopp kann selbst kurz vor einer Operation zumindest noch die Sauerstoffmenge im Körper erhöhen. Schon nach 24 Stunden ohne Zigaretten werden Nikotin und Kohlenmonoxid im Blut allmählich abgebaut. Die Lungenfunktion beginnt sich nach etwa zwei rauchfreien Monaten zu verbessern.

    Eine Möglichkeit, die das Aufhören erleichtern kann, ist die sogenannte Nikotinersatztherapie. Sie lindert die Entzugserscheinungen, die sich durch den Rauchstopp einstellen.

    Nikotinpflaster und -kaugummi enthalten weniger Nikotin als Zigaretten und erhöhen – anders als das Rauchen – nicht den Kohlenmonoxidgehalt im Körper.

    Vier rauchfreie Wochen können Komplikationsrate senken

    Wissenschaftlerinnen des internationalen Forschungsnetzwerks Cochrane Collaboration haben nach Studien gesucht, in denen untersucht wurde, was passiert, wenn Menschen vor einer Operation zum Rauchverzicht ermutigt werden. Die dänischen Forscherinnen fanden insgesamt 13 Studien, an denen etwas mehr als 2000 rauchende Menschen teilnahmen. Sie machten vor ihrer Operation zum Beispiel eine Nikotinersatztherapie, nahmen an einem Entwöhnungsprogramm teil, erhielten Beratungen oder Broschüren zum Thema Rauchentwöhnung.

    Die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer unterzogen sich dann verschiedenen Arten von Eingriffen wie Brust- und Darmoperationen, oder es wurde ihnen ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk eingesetzt. Nur sehr wenige Teilnehmende wurden am Herzen operiert und niemand an der Lunge. Über den Einfluss des Rauchens auf häufige Komplikationen nach Operationen wie Störungen der Wundheilung lieferten die Studien dennoch ausreichend Informationen.

    In zwei Studien wurden die Teilnehmenden per Zufall in zwei Gruppen aufgeteilt: Eine Gruppe erhielt bereits einige Wochen vor der Operation eine wöchentliche Beratung und eine Nikotinersatztherapie, die andere nicht. In der ersten Gruppe sank die Rate der Wundheilungs-Komplikationen:

    • Ohne Beratung und Nikotinersatztherapie traten bei etwa 28 von 100 operierten Menschen nach dem Eingriff Komplikationen auf.
    • Mit Beratung und Nikotinersatztherapie traten bei geschätzt 9 von 100 operierten Menschen Wundheilungsstörungen auf.

    Ob eine Aufklärung oder Beratung ohne Nikotinersatztherapie die Komplikationsrate senken kann, ist nicht belegt. Manche Menschen, die vor dem Eingriff mit dem Rauchen aufhörten, rauchten auch noch Monate nach der Operation nicht, einige fingen später wieder an.

    Quellen

    Thomsen T, Villebro N, Møller AM. Interventions for preoperative smoking cessation. Cochrane Database Syst Rev 2014; (3): CD002294.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Vor einer Operation: Informieren und entscheiden

    Viele Menschen möchten vor einer Operation erfahren, was mit ihnen geschehen wird und was sie von dem Eingriff erwarten können. Auch wenn eine ärztliche Aufklärung vorgeschrieben ist: Häufig fühlen sich Menschen nicht ausreichend informiert. Umfassende Informationen können aber sehr wichtig sein, wenn eine Entscheidung getroffen werden muss.

    Normalerweise gibt es für eine Operation einen guten Grund. Im besten Fall kann der Eingriff die Gesundheit verbessern, wiederherstellen oder sogar das Leben retten. Er kann aber auch Nachteile haben. Viele Menschen, die vorher über mögliche Risiken nachdenken, sind deshalb unsicher und fragen sich: Ist die Operation wirklich notwendig? Was passiert, wenn ich darauf verzichte? Mit welchen Folgen muss ich rechnen, wenn ich mich operieren lasse – und wie kann ich damit umgehen?

    Andere Menschen ziehen es vor, auf den Erfolg eines Eingriffs zu vertrauen und sich nicht zu viele Gedanken zu machen.

    Viele Menschen möchten vor einer Operation erfahren, was mit ihnen geschehen wird und was sie von dem Eingriff erwarten können. Auch wenn eine ärztliche Aufklärung vorgeschrieben ist: Häufig fühlen sich Menschen nicht ausreichend informiert. Umfassende Informationen können aber sehr wichtig sein, wenn eine Entscheidung getroffen werden muss.

    Normalerweise gibt es für eine Operation einen guten Grund. Im besten Fall kann der Eingriff die Gesundheit verbessern, wiederherstellen oder sogar das Leben retten. Er kann aber auch Nachteile haben. Viele Menschen, die vorher über mögliche Risiken nachdenken, sind deshalb unsicher und fragen sich: Ist die Operation wirklich notwendig? Was passiert, wenn ich darauf verzichte? Mit welchen Folgen muss ich rechnen, wenn ich mich operieren lasse – und wie kann ich damit umgehen?

    Andere Menschen ziehen es vor, auf den Erfolg eines Eingriffs zu vertrauen und sich nicht zu viele Gedanken zu machen.

    Was kann bei Unsicherheit vor einer Operation helfen?

    Befragungen weisen darauf hin, dass sich die meisten Menschen vor einer Operation nicht ausreichend informiert fühlen. Viele sind deshalb unsicher oder zweifeln an ihrer Entscheidung für den Eingriff.

    Wie viele und welche Informationen gewünscht werden, unterscheidet sich erheblich: Die einen möchten konkret wissen, wie die Untersuchung oder Operation abläuft und was anschließend passiert. Für die anderen ist es wichtiger zu erfahren, was sie sehen und ob sie etwas spüren werden. Außerdem wünschen sich viele Menschen Ratschläge, wie sie mit diesen Erlebnissen umgehen können. Es kann daher wichtig sein, im Vorfeld:

    • Informationen zu beschaffen: Zu wissen, was während der Operation passieren wird, kann die Unsicherheit verringern.
    • Zu planen: zum Beispiel mit Ärztinnen, Ärzten und Pflegekräften vereinbaren, wie die Nach- und Schmerzbehandlung aussehen soll.

    Ausreichende Informationen können helfen, sich sicherer zu fühlen. Es kann zudem hilfreich sein, wenn man weiß, welche Alternativen zu einer Operation es gibt und wie sie im Vergleich zum geplanten Eingriff abschneiden.

    Nicht zuletzt hat jede Patientin und jeder Patient das Recht, sich bei einer anderen Ärztin oder einem anderen Arzt eine Zweitmeinung einzuholen – das heißt, sich dort beraten und unter Umständen auch erneut untersuchen zu lassen.

    Informationen und Entscheidungshilfen

    Es gehört zu den ärztlichen Pflichten, vor einem Eingriff über den Ablauf und die Risiken aufzuklären. Um sich auf die Gespräche mit der Ärztin oder dem Arzt vorzubereiten, schreibt man sich am besten alle Fragen zur OP auf.

    Wenn trotz guter Vorbereitung nicht alle persönlich wichtigen Fragen angesprochen werden konnten, suchen viele Menschen nach weiteren Informationen. Es gibt zwar viele Quellen für medizinische Informationen wie Broschüren, Bücher, Filme, Internetseiten oder Internetforen – oft sind die Aussagen aber widersprüchlich, verwirrend oder einfach nur falsch. Manche können auch Angst machen oder Befürchtungen verstärken.

    Für einige Krankheiten gibt es Entscheidungshilfen – auf Papier oder im Internet. Meist bestehen sie aus einer Kombination von Informationen und Fragen, die dabei helfen können herauszufinden, was für einen persönlich wichtig ist. So lassen sich zum Beispiel die Vor- und Nachteile einer Operation abwägen und mit persönlichen Vorstellungen abgleichen. Wenn man sich über die eigenen Wünsche, Vorstellungen und Erwartungen klargeworden ist, fällt es leichter, die richtige Entscheidung zu treffen – oder sich zu vergewissern, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Allerdings gibt es nur für wenige Krankheiten solche Entscheidungshilfen, sodass sie von Ärztinnen und Ärzten bislang eher selten eingesetzt werden.

    Was vor einer Operation noch wichtig sein kann

    Die Gespräche mit der Ärztin oder dem Arzt bieten die Gelegenheit, vor der Operation Punkte abzuklären oder zu vereinbaren, die Sorge bereiten können, wie etwa:

    • welche Medikamente abgesetzt werden müssen, beispielsweise bei chronischen Erkrankungen,
    • wie lange man vor der Narkose und nach der Operation nicht essen, trinken oder rauchen darf,
    • wie Operationswunden und Schmerzen nach der OP behandelt werden,
    • was geschehen soll, falls sich während der Operation ein bestimmter Befund ergibt, beispielsweise eine Krebserkrankung
    • ob medizinische oder persönliche Wünsche in die Krankenakte eingetragen werden,
    • ob und in welchem Umfang Angehörige und Freundeskreis informiert werden dürfen,
    • ob sich um Patientenverfügungen, Betreuungsverfügungen oder andere schriftliche Vollmachten gekümmert werden muss oder diese bereits vorliegen,
    • wann und wie man nach der OP wieder nach Hause kommt,
    • wann man zum Arbeitsplatz zurückkehren kann,
    • ob man nach der OP eine Betreuungsperson oder andere Hilfe, beispielsweise im Haushalt oder bei der Kinderbetreuung braucht.

    Es kann helfen, sich seine Fragen vorher aufzuschreiben.

    Quellen

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    Kinnersley P, Edwards A, Hood K, Ryan R, Prout H, Cadbury N et al. Interventions before consultations to help patients address their information needs by encouraging question asking: systematic review. BMJ 2008; 337: a485.

    Kinnersley P, Phillips K, Savage K, Kelly MJ, Farrell E, Morgan B et al. Interventions to promote informed consent for patients undergoing surgical and other invasive healthcare procedures. Cochrane Database Syst Rev 2013; (7): CD009445.

    Sansoni JE, Grootemaat P, Duncan C. Question Prompt Lists in health consultations: A review. Patient Educ Couns 2015.

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    Stacey D, Legare F, Lewis K, Barry MJ, Bennett CL, Eden KB et al. Decision aids for people facing health treatment or screening decisions. Cochrane Database Syst Rev 2017; (4): CD001431.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Was hilft gegen Ängste vor einer Operation?

    Sich vor einer Operation Sorgen zu machen, ist ganz normal. Auch wenn ein Eingriff die Gesundheit wiederherstellen oder gar lebensrettend sein kann: Fast jeder hat zumindest ein mulmiges Gefühl, wenn er „unters Messer muss“. Wichtig ist, dass Ängste und Aufregung vor einer Operation nicht überhandnehmen.

    Es gibt viele Möglichkeiten, mit der Angst vor einer Operation umzugehen: Viele Krankenhäuser bieten gezielte Hilfe an, und auch Freunde und Angehörige können etwas tun. Die Forschung zu Strategien gegen die Angst vor einer Operation steht zwar noch am Anfang, aber für einige Maßnahmen wie Musik und Beruhigungsmittel gibt es Hinweise, dass sie helfen können.

    Sich vor einer Operation Sorgen zu machen, ist ganz normal. Auch wenn ein Eingriff die Gesundheit wiederherstellen oder gar lebensrettend sein kann: Fast jeder hat zumindest ein mulmiges Gefühl, wenn er „unters Messer muss“. Wichtig ist, dass Ängste und Aufregung vor einer Operation nicht überhandnehmen.

    Es gibt viele Möglichkeiten, mit der Angst vor einer Operation umzugehen: Viele Krankenhäuser bieten gezielte Hilfe an, und auch Freunde und Angehörige können etwas tun. Die Forschung zu Strategien gegen die Angst vor einer Operation steht zwar noch am Anfang, aber für einige Maßnahmen wie Musik und Beruhigungsmittel gibt es Hinweise, dass sie helfen können.

    Wie kann sich Angst auswirken?

    Gerade während der letzten ein oder zwei Tage, die man zur Vorbereitung auf die Operation häufig im Krankenhaus verbringt, ist es ganz normal, Angst zu haben. Aber auch vor ambulanten Eingriffen gehen einem Gedanken an die Operation, an mögliche Risiken oder die Narkose oft nicht mehr aus dem Kopf.

    Große Angst kann zu unangenehmen Beschwerden und Stress-Symptomen führen. Typisch sind Herzklopfen, Herzrasen (schneller Puls), ein unregelmäßiger Herzschlag, Übelkeit oder ein nervöser Magen, Kurzatmigkeit und Schlafstörungen. Für Menschen, die aufgrund einer Herzerkrankung Schmerzen haben, können solche Angstsymptome besonders beunruhigend sein. Angst kann Schmerzen verstärken und den Umgang mit ihnen erschweren. Die körperlichen Anzeichen der Angst sind aber in der Regel kein Zeichen dafür, dass sich eine Herzkrankheit verschlechtert.

    Problematisch kann Angst auch werden, wenn sie dazu führt, dass man nicht alle Informationen behält oder versteht, die für die Operation wichtig sind. Dabei kann es sich zum Beispiel um Informationen über die Vorbereitung auf die Operation oder die Genesung danach handeln.

    Was kann man selbst gegen Angst vor einer Operation tun?

    Als erster Schritt gegen die Angst kann es helfen, ihre Auswirkungen verstehen zu lernen. Angst ist ein sehr starkes Gefühl. Eine ihrer Aufgaben ist, vor Gefahren zu schützen. Zum einen kann Angst bewirken, dass man sich riskanten Situationen gar nicht erst aussetzt. Zum anderen bereitet sie den Körper darauf vor, sich bei Gefahr verteidigen oder schnell flüchten zu können. Deshalb beschleunigt Angst den Herzschlag, steigert den Blutdruck und hält wach. Droht aber keine wirkliche Gefahr, sind diese Reaktionen überflüssig und können negative Folgen haben.

    Die meisten Menschen lernen mit der Zeit, ihre Ängste zu bewältigen und mit besorgniserregenden Situationen umzugehen. Je nach Auslöser der Angst entwickeln sie passende Bewältigungsstrategien. Doch der Gang ins Krankenhaus und eine bevorstehende Operation stellen für viele Betroffene eine völlig neue Situation dar. Hier ist oft die seelische und praktische Unterstützung von Angehörigen und Freunden gefragt.

    Persönliche Strategien gegen Ängste vor einer Operation können ganz unterschiedlich sein: Manche Menschen versuchen, Angst oder Stress vorzubeugen, indem sie sich frühzeitig informieren und ihre Sorgen mit anderen Menschen teilen. Andere lenken sich durch Lesen ab oder wenden Bewegungs- oder Entspannungstechniken an, wie zum Beispiel langsames und tiefes Atmen. Mehrere Studien weisen darauf hin, dass Musikhören vor einer Operation die Angst lindern kann. Musik kann dabei helfen, sich zu entspannen und abzulenken. Welche Musikrichtung jemandem hilft, ist Geschmackssache.

    Wie können Ärztinnen, Ärzte und andere Fachleute helfen?

    Im Krankenhaus sollten bestimmte Dinge eigentlich selbstverständlich sein: Zum Beispiel, dass das Personal Verständnis für die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten hat, die Wartezeiten möglichst kurzgehalten werden und die Zeit im Krankenhaus für Betroffene möglichst angenehm gestaltet wird.

    Fast alle Krankenhäuser bieten Ansprechpartner wie Seelsorger, Sozialarbeiter oder freiwillig Helfende, die Beistand leisten. Die passende Unterstützung richtet sich auch nach dem Auslöser der Angst – also danach, ob zum Beispiel Angst vor der Narkose im Vordergrund steht oder Furcht vor der ungewohnten Umgebung in der Klinik.

    Hilfreich können Entspannungstechniken wie Atemübungen, Meditation oder Übungen zur Muskelentspannung sein. Zur Anleitung solcher Übungen können auch Audioaufnahmen eingesetzt werden.

    Massagen, Akupunktur, Homöopathie, Aromatherapie oder Hypnose werden vor einer Operation ebenfalls manchmal angeboten. Wissenschaftlich ist ihr Nutzen gegen Angst vor Operationen allerdings nicht bewiesen.

    Helfen Beruhigungsmittel gegen Angst vor einer Operation?

    Wer bereits am Abend vor der Operation im Krankenhaus ist, erhält meist ein Schlafmittel oder ein Beruhigungsmedikament gegen die Aufregung. Oft werden Medikamente aus der Gruppe der Benzodiazepine eingesetzt. Sie wirken angstlösend und entspannend, gleichzeitig machen sie schläfrig. Es kann auch zu Benommenheit oder Übelkeit kommen. In einigen Kliniken wird zur Angstlösung auch das Schlafhormon Melatonin eingesetzt. Es ist allerdings nur für Personen ab 55 Jahren zugelassen. Nebenwirkungen können Kopf- oder Magenschmerzen sein.

    Beruhigungsmittel werden auch vor der Narkose angewendet, in der Regel in den letzten zwei Stunden vor Einleitung der Narkose.

    Wer bereits vor der Aufnahme in die Klinik Beruhigungsmittel eingenommen hat, sollte die Ärztinnen oder Ärzte in der Klinik darüber informieren.

    Was bewirkt der Griff zur Zigarette?

    Viele Raucherinnen und Raucher greifen noch öfter zur Zigarette, wenn sie Angst haben oder nervös sind. Auch wenn das kurzfristig beruhigend sein kann: Wer raucht, hat nach Operationen häufiger mit Komplikationen zu tun. Dies betrifft vor allem die Wundheilung. Eine Nikotinersatztherapie, die ein bis zwei Monate vor der Operation begonnen wird, kann das Risiko für Komplikationen verringern.

    Quellen

    Bradt J, Dileo C, Shim M. Music interventions for preoperative anxiety. Cochrane Database Syst Rev 2013; (6): CD006908.

    Gray RE, Fitch MI, Phillips C, Labrecque M, Klotz L. Presurgery experiences of prostate cancer patients and their spouses. Cancer Pract 1999; 7(3): 130-135.

    Hale AS. ABC of mental health. Anxiety. BMJ 1997; 314(7098): 1886-1889.

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    Vaughn F, Wichowski H, Bosworth G. Does preoperative anxiety level predict postoperative pain? AORN J 2007; 85(3): 589-604.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Was hilft Kindern mit Angst vor einer Operation?

    Kinder haben vor einer Operation oft Angst und sträuben sich dann gegen den Eingriff. Gerade die Zeit kurz vor der Narkose kann für Kind und Eltern sehr belastend sein. Es gibt jedoch mehrere Möglichkeiten, ein Kind etwas zu beruhigen.

    Viele Krankenhausärztinnen und -ärzte versuchen seit Jahren, Operationen für Kinder so angstfrei wie möglich zu gestalten und auch besser auf die Eltern einzugehen. Bei vielen Operationen müssen Kinder heute nur noch am Tag des Eingriffs ins Krankenhaus und können danach schnell nach Hause. Bis zu zwei Stunden vor der Narkose darf ein Kind noch etwas trinken.

    Das Wichtigste ist, das Kind zu begleiten. Eltern dürfen in der Regel bis zur Narkose bei ihrem Kind bleiben. Auch während das Kind nach der Operation aufwacht, dürfen Eltern oft bereits am Bett sitzen. Muss das Kind im Krankenhaus übernachten, können Mutter oder Vater in den meisten Häusern rund um die Uhr bei ihm bleiben.

    Kinder haben vor einer Operation oft Angst und sträuben sich dann gegen den Eingriff. Gerade die Zeit kurz vor der Narkose kann für Kind und Eltern sehr belastend sein. Es gibt jedoch mehrere Möglichkeiten, ein Kind etwas zu beruhigen.

    Viele Krankenhausärztinnen und -ärzte versuchen seit Jahren, Operationen für Kinder so angstfrei wie möglich zu gestalten und auch besser auf die Eltern einzugehen. Bei vielen Operationen müssen Kinder heute nur noch am Tag des Eingriffs ins Krankenhaus und können danach schnell nach Hause. Bis zu zwei Stunden vor der Narkose darf ein Kind noch etwas trinken.

    Das Wichtigste ist, das Kind zu begleiten. Eltern dürfen in der Regel bis zur Narkose bei ihrem Kind bleiben. Auch während das Kind nach der Operation aufwacht, dürfen Eltern oft bereits am Bett sitzen. Muss das Kind im Krankenhaus übernachten, können Mutter oder Vater in den meisten Häusern rund um die Uhr bei ihm bleiben.

    Wie können Eltern ihrem Kind vor einer Operation helfen?

    Kinder reagieren sehr unterschiedlich auf eine bevorstehende Operation. Es kommt deshalb für Eltern darauf an, herauszufinden, was dem eigenen Kind guttut.

    Kinder sind meist neugierig und wissbegierig, auch vor einer Operation. Eltern oder auch Ärztinnen und Ärzte befürchten vielleicht, dass sie dem Kind Angst machen, wenn sie mit ihm über den Eingriff sprechen. Bei manchen Kindern löst Verschweigen jedoch das Gegenteil aus: Gerade weil sie nicht wissen, was mit ihnen passieren wird, bekommen sie Angst. Kinder haben ohnehin schon etwas über Operationen und Krankenhäuser aufgeschnappt – auch aus nicht unbedingt hilfreichen Quellen wie dem Fernsehen oder Internet.

    Um Sorgen durch falsche Vorstellungen zu lindern, kann es hilfreich sein, Fragen des Kindes einfühlsam aber offen zu beantworten. Kinder wollen zum Beispiel oft wissen, ob der Eingriff wehtut, ob sie eine Spritze bekommen werden. Dann sollte man sie darauf vorbereiten.

    Viele Kinder wollen ein Spielzeug dabei haben. Zum Beispiel kann das Lieblingskuscheltier, ein Schmusetuch oder ein Schnuller ein Trost sein.

    Manche Kinder lassen sich auch durch Vorlesen, Erzählen, Malen, Theater- oder Puppenspiele auf die Abläufe und Geräte in einem Krankenhaus und bei der Operation vorbereiten oder auch ablenken. Studien zeigen, dass Musikhören vor dem Eingriff die Angst bei Kindern und Jugendlichen lindern kann. Welche Musik hilft, ist Geschmackssache.

    Was wird in Krankenhäusern angeboten?

    Erste Studien geben Hinweise, dass Videos, Computerspiele oder Klinikclowns helfen können, Kindern die Angst vor einer Operation etwas zu nehmen. Verlässlich erforscht ist das aber noch nicht. Zudem reagieren Kinder sehr unterschiedlich. Ob auch Spiele oder Comics helfen, ist bisher nur unzureichend untersucht.

    Kinder können kurz vor dem Eingriff niedrig dosierte Schlaf- und Beruhigungsmittel bekommen. Sie werden als Saft, Zäpfchen oder Nasentropfen gegeben. Der am häufigsten eingesetzte Wirkstoff ist Midazolam. Nebenwirkungen können unter anderem Schwindel, Kopfschmerzen oder auch Magen-Darm-Beschwerden sein.

    Quellen

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    Klassen JA, Liang Y, Tjosvold L, Klassen TP, Hartling L. Music for pain and anxiety in children undergoing medical procedures: a systematic review of randomized controlled trials. Ambul Pediatr 2008; 8(2): 117-128.

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    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Schmerzen nach Operationen

    Nach einer Operation sollte heute niemand mehr starke Schmerzen aushalten. Es gibt mittlerweile viele Möglichkeiten, Schmerzen nach einem chirurgischen Eingriff wirksam zu lindern. Wichtig ist, Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte auf die Beschwerden aufmerksam zu machen.

    Wenn nach einer Operation Schmerzen auftreten, müssen sie behandelt werden. Schmerzen im Bereich der Operationswunde können nicht nur sehr unangenehm sein, sie können auch die Genesung verzögern. Generell ist es wichtig, nach einer Operation möglichst schnell wieder auf die Beine zu kommen, damit die Muskeln nicht zu viel Kraft verlieren. Schmerzen können aber daran hindern, aufzustehen und sich zu bewegen. Mangelnde Bewegung erhöht zudem das Risiko für die Bildung eines Blutgerinnsels (Thrombose) und kann das Durchatmen oder Abhusten beeinträchtigen. Dies kann zu schweren Komplikationen führen.

    Nach einer Operation sollte heute niemand mehr starke Schmerzen aushalten. Es gibt mittlerweile viele Möglichkeiten, Schmerzen nach einem chirurgischen Eingriff wirksam zu lindern. Wichtig ist, Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte auf die Beschwerden aufmerksam zu machen.

    Wenn nach einer Operation Schmerzen auftreten, müssen sie behandelt werden. Schmerzen im Bereich der Operationswunde können nicht nur sehr unangenehm sein, sie können auch die Genesung verzögern. Generell ist es wichtig, nach einer Operation möglichst schnell wieder auf die Beine zu kommen, damit die Muskeln nicht zu viel Kraft verlieren. Schmerzen können aber daran hindern, aufzustehen und sich zu bewegen. Mangelnde Bewegung erhöht zudem das Risiko für die Bildung eines Blutgerinnsels (Thrombose) und kann das Durchatmen oder Abhusten beeinträchtigen. Dies kann zu schweren Komplikationen führen.

    Was ist vor einer Operation wichtig?

    Die Schmerzen nach einem Eingriff werden „post-operative“ Schmerzen genannt („post“ = „nach“). Ihre Behandlung beginnt aber schon vor der Operation mit der Planung der Therapie. Dazu gehört, dass die Ärztin oder der Arzt über mögliche Schmerzen nach dem Eingriff aufklärt, damit man sich darauf einstellen kann.

    Es ist außerdem hilfreich zu wissen, wie die Behandlung nach dem Eingriff normalerweise verläuft und welche Anzeichen auf Komplikationen hinweisen können. Falls eine selbst kontrollierte Schmerzbehandlung (PCA) infrage kommt, ist es gut, schon vor der Operation über diese Therapie Bescheid zu wissen.

    Wichtig ist auch, die Ärztin oder den Arzt vor der Operation über bereits bestehende Schmerzen zu informieren und darüber, ob und welche Medikamente eingenommen werden. Wer zum Beispiel regelmäßig starke Schmerzmittel (oder größere Mengen Alkohol oder andere Drogen) zu sich nimmt, benötigt nach einem Eingriff möglicherweise andere Medikamente als die üblicherweise eingesetzten.

    Wie lassen sich Schmerzen beschreiben?

    In der Regel wird nach Schmerzen gefragt, sobald man nach der Narkose wieder ansprechbar ist. Je genauer die Schmerzen beschrieben werden, desto besser können sie behandelt werden. Für eine ausreichende Schmerztherapie benötigen Ärztinnen, Ärzte oder Pflegekräfte Informationen über

    • den Ort des Schmerzes (im Bereich der Operation oder woanders),
    • die Art des Schmerzes (zum Beispiel stechend, dumpf oder brennend),
    • die Stärke des Schmerzes (leicht, mittel oder stark) sowie darüber,
    • wie stark die Schmerzen in Ruhe oder bei Belastung sind.

    Auch im Verlauf der Behandlung ist es wichtig, Pflegekräfte und Ärzte darüber zu informieren, wie lange der Schmerz anhält, ob und wann er abklingt oder sich verstärkt.

    Kleine Kinder, die noch nicht sprechen, zeigen Schmerzen oft auf andere Weise. Sie drücken sich durch Weinen und Schreien aus. Aber auch Gesichtsausdrücke, Bewegungen, Laute oder ein verändertes Verhalten können Zeichen für Schmerzen sein. Hier ist es wichtig, dass Eltern dem Pflegepersonal helfen, diese Anzeichen zu erkennen.

    Ähnliches gilt auch für Menschen, die sich nur eingeschränkt selbst äußern können. Auch hier sollte eine Bezugsperson vermitteln.

    Welche Schmerzmittel gibt es?

    Je nachdem, ob es sich um einen großen oder kleinen Eingriff zum Beispiel am Herzen, im Bauchbereich oder am Knie handelt, können danach unterschiedlich starke Schmerzen auftreten. Mal klingen sie rasch ab, mal ist eine mehrtägige Behandlung nötig. Je nach Eingriff werden auch während der Operation verschiedene Schmerzmittel gegeben, die unterschiedlich nachwirken können.

    Nach kleineren Operationen und bei leichten Schmerzen kommen in der Regel sogenannte Nicht-Opioide zum Einsatz. Zu ihnen gehören Wirkstoffe wie Paracetamol, Metamizol oder nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac. Sie können als Tabletten eingenommen, gespritzt oder als Pflaster, Zäpfchen oder Tropfen angewendet werden.

    Nach größeren Operationen und bei mittelstarken bis starken Schmerzen werden meist stärkere Medikamente gebraucht. Oft werden dann Opioide wie Tramadol oder Morphin eingesetzt. Sie können zusammen mit anderen Schmerzmitteln angewendet werden. Opioide werden häufig als Infusion verabreicht:

    • über eine Vene (intravenöser Tropf, meist in der Armvene) oder
    • im Bereich der Wirbelsäule (Epiduralkatheter).

    Bei einer intravenösen Behandlung wirken die Schmerzmedikamente im gesamten Körper. Über einen Epiduralkatheter lassen sich gezielt Schmerzen in einer bestimmten Region behandeln.

    Wie viel Schmerzmittel-Lösung durch den Tropf oder Katheter fließt, kann fest eingestellt sein. Dies bezeichnet man als kontinuierliche Infusion. Falls nötig, kann zusätzlicher Wirkstoff in die Infusionsflüssigkeit gegeben werden. Manchmal ist es auch möglich, die Dosis selbst über eine Pumpe zu regulieren (patientenkontrollierte Schmerzbehandlung, PCA, siehe unten).

    Was sind rückenmarksnahe Verfahren?

    Über einen Epiduralkatheter können ein oder mehrere Schmerzmittel in den sogenannten Epiduralraum im Rücken gegeben werden. Der Epiduralraum umgibt das Rückenmark, in dem die Spinalnerven zum Gehirn verlaufen.

    Die Medikamente betäuben die Spinalnerven und stoppen dadurch die Weiterleitung der Schmerzsignale an das Gehirn. Epiduralkatheter können über mehrere Tage verwendet werden. Die Schmerzmittel-Infusion kann dabei kontinuierlich laufen oder je nach Bedarf.

    Etwas anders funktioniert die Spinalanalgesie. Bei ihr werden die Medikamente direkt in die Rückenmarksflüssigkeit gespritzt. Dadurch wird die untere Körperhälfte betäubt.

    Bei allen rückenmarksnahen Verfahren kann sich die Einstichstelle entzünden. Sehr selten kann es auch zu Verletzungen des Rückenmarks oder Blutungen kommen.

    Grafik: Epiduralkatheter - wie im Text beschrieben Epiduralkatheter

    Wie funktioniert die patientenkontrollierte Schmerzbehandlung (PCA)?

    Mit der patientenkontrollierten Schmerzbehandlung (auch „patientengesteuerte Analgesie“ oder PCA für , engl. = patient controlled analgesia) können Patientinnen und Patienten per Knopfdruck selbst bestimmen, wann sie sich ein Schmerzmedikament verabreichen. Bei diesem Verfahren wird eine Kanüle zum Beispiel in eine Vene eingesetzt. Diese ist über einen Schlauch (Katheter) an eine „Schmerzpumpe“ angeschlossen, in der sich Schmerzmittel befindet. Bei Schmerzen kann die Patientin oder der Patient sich selbst eine festgeschriebene Menge (auch Bolus genannt) davon verabreichen. Wie oft man sich Schmerzmittel geben kann, ist allerdings begrenzt, damit es nicht zu Überdosierungen kommt.

    Studien zeigen, dass Patientinnen und Patienten mit einer PCA nach Operationen etwas weniger Schmerzen hatten und zufriedener waren als solche, die Medikamente bei Bedarf von Ärztinnen, Ärzten oder Pflegekräften bekamen:

    • Ohne PCA: Etwa 65 von 100 Menschen, die eine konventionelle Schmerztherapie bekamen, waren mit ihrer Schmerzlinderung zufrieden.
    • Mit PCA: Ungefähr 84 von 100 Anwendern einer Schmerzpumpe waren mit ihrer Schmerzlinderung zufrieden.

    PCA-Anwender nehmen allerdings im Durchschnitt eine höhere Dosis an Schmerzmitteln zu sich. Deshalb sind Nebenwirkungen bei ihnen auch etwas häufiger.

    Welche Nebenwirkungen haben Schmerzmittel?

    Wirkung und Nebenwirkungen von Schmerzmitteln hängen von ihrer Dosierung ab: Eine hohe Dosis kann zu mehr Nebenwirkungen führen – ist die Dosis aber zu niedrig, werden die Schmerzen nicht ausreichend gelindert.

    Nicht opioide Schmerzmedikamente wie nicht steroidale Antirheumatika (NSAR), Paracetamol oder Metamizol können unter anderem zu Magen-Darm-Beschwerden, Hautausschlag oder einem Absinken des Blutdrucks führen.

    Zu den häufigen Nebenwirkungen der Opioide gehören Übelkeit, Erbrechen, Harnverhalt, Verstopfung oder Juckreiz. Es kann auch zu Albträumen oder Wahrnehmungsstörungen kommen. Werden Opioide mit anderen Schmerzmedikamenten wie NSAR kombiniert, lassen sich einige ihrer Nebenwirkungen vermindern.

    Manche Beschwerden können auch Folgen der Operation sein. In jedem Fall ist es wichtig, sie sofort der betreuenden Pflegekraft, den Ärztinnen oder Ärzten mitzuteilen – vor allem, wenn Atembeschwerden auftreten.

    Lassen sich Schmerzen auch ohne Medikamente lindern?

    Manche Beschwerden lassen sich vielleicht auch mit anderen Methoden lindern als mit Schmerzmitteln. Zum Beispiel schmerzt eine Operationswunde, wenn sie unter Spannung steht. Besteht das Gefühl, dass die Wunde spannt, reicht es manchmal, wenn die Pflegekräfte das Bett etwas anders einstellen oder man sich anders hinlegt. Falls ein Körperteil auf einer zu harten Unterlage aufliegt, kann ein Kissen oder etwas Schaumstoff Abhilfe schaffen.

    Andere Möglichkeiten, Schmerzen erträglicher zu machen, sind zum Beispiel Entspannungstechniken, Atemübungen, Ablenkung und Musik. Auch Krankengymnastik kann dazu beitragen – dazu gehören Übungen im Bett, beim Aufstehen und Herumlaufen. Nach orthopädischen Eingriffen wird das Operationsgebiet häufig mit Kältekompressen gekühlt.

    Quellen

    Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Schmerztherapie (DIVS). S3-Leitlinie "Behandlung akuter perioperativer und posttraumatischer Schmerzen" AWMF Register-Nr.: 001-025. 2009.

    Liu SS, Wu CL. The effect of analgesic technique on postoperative patient-reported outcomes including analgesia: a systematic review. Anesth Analg 2007; 105(3): 789-808.

    Marret E, Kurdi O, Zufferey P, Bonnet F. Effects of nonsteroidal antiinflammatory drugs on patient-controlled analgesia morphine side effects: meta-analysis of randomized controlled trials. Anesthesiology 2005; 102(6): 1249-1260.

    McNicol ED, Ferguson MC, Hudcova J. Patient controlled opioid analgesia versus non-patient controlled opioid analgesia for postoperative pain. Cochrane Database Syst Rev 2015; (6): CD003348.

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    Wheeler M, Oderda GM, Ashburn MA, Lipman AG. Adverse events associated with postoperative opioid analgesia: a systematic review. J Pain 2002; 3(3): 159-180.

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