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Sehnenscheidenentzündung

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    Wird eine Sehnenscheide zu stark beansprucht, kann sie sich entzünden und anschwellen. Vor allem an Hand, Arm und Fuß sind Sehnenscheidenentzündungen häufig. Schont man den entzündeten Bereich, verschwinden die Schmerzen meist. Bleiben sie bestehen, kommen verschiedene Behandlungen infrage.

    Einleitung

    Sehnenscheiden umhüllen als Schutzmantel stark beanspruchte Sehnenabschnitte. Entzünden sie sich, spricht man von einer Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis).

    Sehnen verbinden Knochen und Muskeln miteinander, sie übertragen die Muskelkraft und sorgen für die Beweglichkeit und Stabilität des Körpers. An manchen Stellen werden Sehnen von Bindegewebshüllen geschützt, den Sehnenscheiden – zum Beispiel wenn sie über Knochenvorsprünge gespannt sind. Weil die Sehnenscheiden mit Flüssigkeit gefüllt sind, können die Sehnen reibungsarm durch sie hindurchgleiten.

    Wenn eine Sehnenscheide zu stark beansprucht wird, kann sie sich entzünden und anschwellen. Manchmal schwillt auch die Sehne selbst an. Eine Sehnenscheidenentzündung kann äußerst schmerzhaft sein und die Beweglichkeit deutlich einschränken.

    Sehnenscheidenentzündungen sind vor allem an Hand, Arm und Fuß häufig. Oft schmerzt der betroffene Bereich zunächst nur bei Bewegung. Dann ist es wichtig, ihn zu schonen, um die Beschwerden nicht weiter zu verstärken.

     

    Grafik: Hand mit Sehnen und Sehnenscheiden (Handinnenseite) Hand mit Sehnen und Sehnenscheiden (Handinnenseite)

    Symptome

    Typischerweise macht sich eine Sehnenscheidenentzündung durch Schmerzen bemerkbar, vor allem bei Bewegung. Die entzündete Stelle kann außerdem geschwollen sein und empfindlich auf Druck reagieren. Im Verlauf kann eine Sehnenscheidenentzündung auch in Ruhe wehtun, zum Beispiel nachts.

    Durch die schmerzhafte Entzündung kann die Sehnenscheide manchmal auch etwas verkleben. Die Bewegungen der Sehne sind dann nicht mehr geschmeidig, sondern von spürbarem Reiben, Knirschen oder Knarren begleitet.

    Vor allem am Handgelenk und an den Fingern führt eine Sehnenscheidenentzündung zu einer Einengung und damit zu Bewegungseinschränkungen. Fachleute bezeichnen die Sehnenscheidenentzündung dann als Tendovaginitis stenosans. Ist das Handgelenk oder der Daumen betroffen, wird auch der Begriff „Tendovaginitis stenosans De Quervain“ verwendet. An den Sehnen, die die Finger beugen, kann es außerdem zum charakteristischen „Schnappfinger“ (auch „schnellender Finger“, engl. = trigger finger) kommen, der sich nach dem Krümmen nur schwer wieder durchstrecken lässt.

     

    Grafik: Sehnen werden von Sehnenscheiden geschützt Sehnen werden von Sehnenscheiden geschützt

    Normalerweise werden die Sehnen an der Fingerunterseite von ösenförmigen Bändern (Ringbändern) in Position gehalten. Beim Schnappfinger sind Sehne und / oder Sehnenscheide dort zu einem Knötchen verdickt. Beim Krümmen des Fingers rutscht dieses Knötchen durch ein Ringband hindurch nach unten. Will man den Finger wieder strecken, ist mehr Kraft nötig, um den verdickten Teil der Sehne durch das Ringband zurück nach oben zu ziehen. Meist geschieht dies dann ruckartig – der Finger schnappt (schnellt) zurück in die gestreckte Position. Nach Schätzungen haben etwa ein Drittel aller Menschen mit einem Schnappfinger gleichzeitig ein Karpaltunnelsyndrom.

    Eine Sehnenscheidenentzündung kann auch in der Nähe verlaufende Nerven irritieren und zum Beispiel zu Gefühlsstörungen führen.

    Ursachen und Risikofaktoren

    Die Ursachen einer Sehnenscheidenentzündung sind in der Regel ungewohnte oder häufig wiederholte Bewegungen, die die Sehne und Sehnenscheide stark beanspruchen.

    An Fuß und Unterschenkel können die Sehnenscheiden durch Gehen oder Laufen über weite Strecken ohne vorheriges Training, aber auch durch ungeeignetes oder ungewohntes Schuhwerk überstrapaziert sein. Manche Berufe oder Hobbies sind mit einem erhöhten Risiko für Sehnenscheidenentzündungen verbunden. An Fingern, Handgelenk und Unterarm können zum Beispiel langes Arbeiten am Computer oder ausgedehntes Üben auf einem Musikinstrument belasten. Eine Sehnenscheidenentzündung im Handgelenk wird oft dadurch verursacht, dass man den Daumen oft durchstreckt und abspreizt – zum Beispiel, wenn man häufig auf dem Smartphone tippt oder ein Kind hochhebt und herumträgt.

    Außerdem begünstigen Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Rheuma oder Gicht Entzündungen der Sehnen und Sehnenscheiden. Auch während Schwangerschaft und Stillzeit sind sie häufiger.

    Krankheitserreger wie Bakterien spielen bei Sehnenscheidenentzündungen meist keine Rolle.

    Häufigkeit und Verlauf

    Sehnenscheidenentzündungen sind häufig, vor allem an der Hand und am Handgelenk: So bekommen 2 bis 3 von 100 Menschen im Laufe ihres Lebens zum Beispiel einen Schnappfinger. Frauen sind generell häufiger betroffen.

    Eine Sehnenscheidenentzündung heilt in der Regel innerhalb einiger Wochen ab, wenn der betroffene Bereich geschont wird.

    Diagnose

    Meist reicht eine kurze ärztliche Untersuchung, um eine Sehnenscheidenentzündung festzustellen. Nach einem Gespräch schaut sich die Ärztin oder der Arzt die schmerzende Stelle an und tastet sie ab. Es wird dabei auch geprüft, welche Bewegungen die Schmerzen auslösen oder verstärken.

    Weitere Untersuchungen sind meist nicht nötig. Wenn der Verdacht besteht, dass eine andere Erkrankung die Beschwerden verursacht, kommen ergänzend Bluttests oder bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder Röntgen infrage. Mit Bluttests lässt sich vor allem herausfinden, ob eine bakterielle Entzündung besteht.

    Behandlung

    Bei einer Sehnenscheidenentzündung sind zunächst konservative Maßnahmen sinnvoll. Dazu gehört vor allem, den schmerzenden Bereich zu schonen. Auch nach dem Abklingen der Entzündung sollte man Überlastungen vermeiden, damit es nicht zu einer erneuten Sehnenscheidenentzündung kommt. Wenn die berufliche Tätigkeit die Sehnenscheidenentzündung verursacht hat, können auch Anpassungen am Arbeitsplatz sinnvoll sind, etwa eine ergonomisch geformte Maus für den Computer. Wer sich fragt, ob Anpassungen hilfreich sein könnten, kann sich beraten lassen – etwa von einer Ergotherapeutin oder einem Ergotherapeuten oder einer Arbeitsmedizinerin oder einem Arbeitsmediziner.

    Spezielle Schienen oder Gipsverbände können bei einer Sehnenscheidenentzündung helfen, indem sie zum Beispiel das Handgelenk oder den Daumen ruhig halten. Zusätzlich können eine Physiotherapie – etwa mit leichten Dehnübungen und Massagen – und entzündungshemmende Schmerzmittel hilfreich sein.

    Wenn solche Behandlungen nicht helfen, kann versucht werden, die Beschwerden durch Spritzen mit örtlichem Betäubungsmittel und Kortison zu lindern. Manchmal kommt auch eine Operation infrage. Dabei wird das einengende Gewebe entfernt oder eingeschnitten, damit die Sehne wieder mehr Platz hat, sich zu bewegen.

    Weitere Informationen

    Die Hausarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem ärztlichen Rat braucht. Wir informieren darüber, wie man die richtige Praxis findet, wie man sich am besten auf den Arztbesuch vorbereitet und was dabei wichtig ist.

    Quellen

    Adams JE, Habbu R. Tendinopathies of the Hand and Wrist. J Am Acad Orthop Surg 2015; 23(12): 741-750.

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    Lippert H. Lehrbuch Anatomie. München: Urban und Fischer; 2003.

    Niethard FU, Pfeil J, Biberthaler P. Duale Reihe Orthopädie und Unfallchirurgie. Stuttgart: Thieme; 2014.

    Peters-Veluthamaningal C, van der Windt DA, Winters JC, Meyboom-de Jong B. Corticosteroid injection for de Quervain's tenosynovitis. Cochrane Database Syst Rev 2009; (3): CD005616.

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    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
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    Mehr Wissen: Wie kann eine Sehnenscheidenentzündung behandelt werden?

    Schmerzhafte Sehnenscheidenentzündungen sind vor allem an Händen und Füßen häufig. Die Schmerzen verschwinden meist, wenn man den entzündeten Bereich einige Zeit schont. Bleiben die Beschwerden bestehen, können Physiotherapie, Spritzen oder – wenn dadurch die Entzündung nicht abklingt – ein operativer Eingriff helfen.

    Sehnen und Sehnenscheiden zum Beispiel an der Hand können durch ständig wiederholte Bewegungen oder Belastungen der Finger und des Handgelenks so stark beansprucht werden, dass sie sich entzünden – etwa durch Tippen am Computer oder am Smartphone. Sie können dabei auch anschwellen, so dass die Finger weniger beweglich sind. Ähnliches kann auch am Sprunggelenk passieren, wenn es überlastet wird – zum Beispiel durch langes Gehen ohne vorheriges Training.

    Oft reicht eine konservative Behandlung mit Ruhigstellung, Schmerzmitteln und Physiotherapie, um eine Sehnenscheidenentzündung wieder abklingen zu lassen. Wenn die berufliche Tätigkeit die Sehnenscheidenentzündung verursacht hat, können auch Anpassungen am Arbeitsplatz sinnvoll sind, etwa eine ergonomisch geformte Maus für den Computer. Wer sich fragt, ob Anpassungen hilfreich sein könnten, kann sich beraten lassen – etwa von einer Ergotherapeutin oder einem Ergotherapeuten oder einer Arbeitsmedizinerin oder einem Arbeitsmediziner.

    Schmerzhafte Sehnenscheidenentzündungen sind vor allem an Händen und Füßen häufig. Die Schmerzen verschwinden meist, wenn man den entzündeten Bereich einige Zeit schont. Bleiben die Beschwerden bestehen, können Physiotherapie, Spritzen oder – wenn dadurch die Entzündung nicht abklingt – ein operativer Eingriff helfen.

    Sehnen und Sehnenscheiden zum Beispiel an der Hand können durch ständig wiederholte Bewegungen oder Belastungen der Finger und des Handgelenks so stark beansprucht werden, dass sie sich entzünden – etwa durch Tippen am Computer oder am Smartphone. Sie können dabei auch anschwellen, so dass die Finger weniger beweglich sind. Ähnliches kann auch am Sprunggelenk passieren, wenn es überlastet wird – zum Beispiel durch langes Gehen ohne vorheriges Training.

    Oft reicht eine konservative Behandlung mit Ruhigstellung, Schmerzmitteln und Physiotherapie, um eine Sehnenscheidenentzündung wieder abklingen zu lassen. Wenn die berufliche Tätigkeit die Sehnenscheidenentzündung verursacht hat, können auch Anpassungen am Arbeitsplatz sinnvoll sind, etwa eine ergonomisch geformte Maus für den Computer. Wer sich fragt, ob Anpassungen hilfreich sein könnten, kann sich beraten lassen – etwa von einer Ergotherapeutin oder einem Ergotherapeuten oder einer Arbeitsmedizinerin oder einem Arbeitsmediziner.

    Welche konservativen Maßnahmen können helfen?

    Ruhigstellen und Schmerzen lindern

    Wichtig ist, den betroffenen Bereich zu schonen und vor allem die Bewegungen zu vermeiden, die zu der Entzündung geführt haben. Dazu kann gegebenenfalls eine Krankschreibung notwendig sein. Falls sich eine Bewegung nicht ganz vermeiden lässt, kann man versuchen, sie seltener auszuführen und mit weniger Kraft. Ein Gips, ein fester Bindenverband oder spezielle orthopädische Schienen können zusätzlich helfen, zum Beispiel den Daumen oder das Handgelenk ruhigzustellen.

    Vor allem wenn die Beschwerden auch in Ruhe spürbar sind, können entzündungshemmende Schmerzmittel wie nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) eingenommen oder auf die Haut aufgetragen werden. Die Medikamente wirken schmerzlindernd, entzündungshemmend und abschwellend. Vielen Menschen hilft es, den entzündeten Bereich zu kühlen, manchmal wird aber auch mit Wärme behandelt. Man kann selbst ausprobieren, ob einem Kälte oder Wärme hilft.

    Physiotherapie und Massagen

    Schonung ist zwar wichtig, Bewegung bei Sehnenscheidenentzündungen aber nicht verboten: Wenn zum Beispiel die Beweglichkeit der Finger oder des Handgelenks eingeschränkt ist, kann man versuchen, die Beschwerden mit Dehn- oder Bewegungsübungen zu lindern. Auch Massagen oder eine krankengymnastische Behandlung in einer Physiotherapie-Praxis können helfen. Manchmal wird eine Sehnenscheidenentzündung auch mit Akupunktur oder Reizstrom (TENS) behandelt.

    Spritzen mit Kortison und Betäubungsmittel

    Bei hartnäckigen Sehnenscheidenentzündungen wird manchmal versucht, die Beschwerden mit Spritzen zum Abklingen zu bringen. Meist wird Kortison und das Betäubungsmittel Lidocain direkt in den entzündeten Bereich gespritzt.

    Wann ist eine Operation sinnvoll?

    An manchen Körperstellen führen die Sehnen durch einen engen Tunnel aus Knochen und Bändern – etwa im Bereich der Finger und des Handgelenks. Dort werden sie von Sehnenscheiden geschützt. Die Schwellung kann bei einer Sehnenscheidenentzündung dazu führen, dass die Sehne schlechter oder gar nicht mehr durch die Sehnenscheide gleiten kann. Fachleute sprechen dann von einer einengenden Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis stenosans).

    Auch bei dieser Form der Sehnenscheidenentzündung können konservative Behandlungen wie Schonen, Physiotherapie und Schmerzmittel helfen. Wenn sie keine Erleichterung bringen, kann die Engstelle operativ beseitigt werden. Dabei wird das einengende Gewebe entfernt oder eingeschnitten, damit die Sehne wieder Platz zum Gleiten hat.

    Der kurze Eingriff wird oft ambulant vorgenommen und kommt meist ohne große Hautschnitte aus. Bis die Wunde verheilt ist, sollte der Bereich geschont werden. Bewegung ist aber nicht verboten, im Gegenteil: Die betroffenen Sehnen werden am besten mehrmals täglich bewegt, aber ohne großen Kraftaufwand. Nach einigen Wochen ist dann wieder eine schmerzfreie, normale Bewegung möglich.

    Wie alle Operationen kann dieser Eingriff zu unerwünschten Wirkungen führen, etwa zu Wundheilungsstörungen und Infektionen. Außerdem sind Nebenwirkungen wie Gefühlsstörungen oder Bewegungseinschränkungen möglich.

    Quellen

    Adams JE, Habbu R. Tendinopathies of the Hand and Wrist. J Am Acad Orthop Surg 2015; 23(12): 741-750.

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    Wang J, Zhao JG, Liang CC. Percutaneous release, open surgery, or corticosteroid injection, which is the best treatment method for trigger digits? Clin Orthop Relat Res 2013; 471(6): 1879-1886.

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