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Schwarzer Hautkrebs

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    Überblick

    Beim Melanom spricht man auch von schwarzem Hautkrebs, da es oft einem dunklen Muttermal oder Leberfleck ähnelt. Melanome können schnell wachsen und Absiedlungen (Metastasen) in anderen Körperbereichen bilden. Wie ein Melanom behandelt wird, hängt vor allem davon ab, wie weit es fortgeschritten ist.

    Einleitung

    Jeder Mensch hat Leberflecke, Muttermale oder kleine Unebenheiten, die sich farblich vom Rest der Haut abheben. Das ist normal und gewöhnlich kein Grund zur Sorge. Nur selten handelt es sich bei solchen Malen um Hautkrebs.

    Es gibt verschiedene Arten von Hautkrebs. Die größte Bedeutung haben das bösartige (maligne) Melanom, das Basalzellkarzinom (Basaliom, Basalzellkrebs) und das Plattenepithelkarzinom (Spinaliom, Stachelzellkarzinom oder Plattenepithelkrebs).

    Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom werden häufig zusammenfassend als „weißer Hautkrebs“ bezeichnet. Das bösartige Melanom wird auch „schwarzer Hautkrebs“ genannt, weil es oft einem dunklen Muttermal oder Leberfleck ähnelt.

    Melanome werden meist operativ entfernt. Wenn ein schwarzer Hautkrebs weiter fortgeschritten ist, können auch andere Behandlungen wie Medikamente oder Bestrahlungen sinnvoll sein.

    Symptome

    Ein typisches Melanom sieht aus wie ein unregelmäßig geformter Hautfleck. In der Regel ist es dunkelbraun-rötlich oder schwarz und ungleichmäßig gefärbt. Seine Farbe, Größe und Form können sich mit der Zeit verändern.

    Von den Hautveränderungen abgesehen, verursacht schwarzer Hautkrebs zunächst keine Beschwerden. Daher fällt er nicht gleich auf oder wird oft für harmlos gehalten. Symptome wie Schmerzen oder Blutungen treten bei schwarzem Hautkrebs in der Regel erst auf, wenn er weiter ins umliegende Gewebe wächst oder streut. Melanome können deshalb bereits fortgeschritten sein, wenn sie entdeckt werden.

    Einige Melanome entstehen in älteren Pigmentmalen, sehr viele wachsen jedoch neu auf der Haut.

    Ursachen und Risikofaktoren

    Es gibt verschiedene Faktoren, die schwarzen Hautkrebs begünstigen. Hierzu gehören die Belastung der Haut durch Sonnenlicht, der Hauttyp, die familiäre Veranlagung und das Alter.

    Häufigkeit

    Melanome werden weltweit immer häufiger gefunden. In Deutschland sind im Jahr 2014 etwa 28 von 100.000 Männern und 25 von 100.000 Frauen daran erkrankt. Insgesamt wurde 2014 bei etwas mehr als 21.000 Personen ein Melanom festgestellt.

    Verlauf

    Es gibt verschiedene Typen von Melanomen, die sich unterschiedlich entwickeln. Einige wachsen relativ lange nur an der Hautoberfläche und lassen sich durch einen kleinen Eingriff entfernen. Andere dringen rascher tief in die Haut und benachbartes Gewebe ein. Sie breiten sich leichter über das Blut- oder Lymphsystem aus und bilden früher Absiedlungen (Metastasen) in anderen Körperregionen. Ohne Behandlung können sie dann innerhalb weniger Monate zum Tod führen.

    In Deutschland wird mehr als die Hälfte der Melanome in einem frühen Stadium entdeckt. Die meisten Betroffenen überleben die Erkrankung. Innerhalb von zehn Jahren sterben etwa 11 von 100 Männern und 6 von 100 Frauen mit einem Melanom.

    Diagnose

    Ärztinnen und Ärzte erkennen oft mit bloßem Auge, ob es sich bei einem Pigmentmal um Hautkrebs handeln könnte. Mit einem sogenannten Dermatoskop können sie die verdächtige Hautstelle noch genauer betrachten. Das Gerät funktioniert wie eine stark vergrößernde, beleuchtete Lupe.

    Wenn die Hautveränderung wie ein Melanom aussieht, wird sie in der Regel vollständig herausgeschnitten und untersucht – dabei wird auch etwas Haut um die auffällige Stelle herum entfernt. Das entnommene Gewebe wird unter dem Mikroskop genau betrachtet. Dadurch lässt sich feststellen, ob es sich tatsächlich um schwarzen Hautkrebs handelt.

    Besteht der Verdacht, dass das Melanom fortgeschritten ist und bereits gestreut hat, werden weitere Untersuchungen gemacht. Benachbarte Lymphknoten werden zum Beispiel entfernt, um sie auf Krebszellen zu untersuchen, oder sie werden mit Ultraschall untersucht. Auch weitere bildgebende Verfahren wie eine Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) sowie weitere Laboruntersuchungen können dann nötig sein.

    Früherkennung

    Eine Früherkennung (Hautkrebs-Screening) richtet sich an Menschen ohne Symptome und wird allen gesetzlich krankenversicherten Menschen ab einem Alter von 35 Jahren alle zwei Jahre angeboten. Sie soll helfen, ein Melanom oder einen anderen Hautkrebs möglichst früh zu entdecken, am besten bevor der Tumor tiefer ins Gewebe eingewachsen ist oder Metastasen gebildet hat. Das Ziel ist, den Tumor dann besser behandeln und vollständig heilen zu können.

    Zur Hautkrebs-Früherkennung sieht sich eine Ärztin oder ein Arzt die Haut mit bloßem Auge von Kopf bis Fuß genau an. Für eine sorgfältige Untersuchung müssen auch Hautfalten und Schleimhäute betrachtet werden.

    Unabhängig vom Hautkrebs-Screening kann man auch selbst nach Hautveränderungen Ausschau halten und auffällige Stellen ärztlich untersuchen lassen.

    Vorbeugung

    Einen sicheren Schutz vor schwarzem Hautkrebs gibt es nicht. Generell ist es vernünftig, übermäßige ultraviolette (UV-)Strahlung zu vermeiden. Dies bedeutet vor allem, nicht zu lange ungeschützt in die Sonne zu gehen und auf Solariumbesuche zu verzichten.

    Behandlung

    Wenn ein schwarzer Hautkrebs festgestellt wird, versucht man meist, den Tumor operativ zu entfernen. Ein fortgeschrittenes Melanom ist bereits in tiefere Hautschichten eingedrungen oder hat Metastasen an anderen Stellen des Körpers gebildet.

    Wenn eine Operation nicht mehr möglich ist oder nicht ausreicht, können andere Behandlungen wie Bestrahlung oder Arzneimittel sinnvoll sein. Je nach Art und Stadium des Tumors kommen unterschiedliche Medikamente infrage.

    Weitere Informationen

    Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) gibt Hinweise für Nutzerinnen und Nutzer von Solarien.

    Die Hausarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem ärztlichen Rat braucht. Wir informieren darüber, wie man die richtige Praxis findet, wie man sich am besten auf den Arztbesuch vorbereitet und was dabei wichtig ist.

     

    Quellen

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    Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Optische Strahlung: Hinweise für Solariennutzer. 03.08.2018.

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    Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO). Leitlinie Melanom. 10.2014.

    National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE). Melanoma: assessment and management. 07.2015. (NICE Guidelines; Band 14).

    Rivers JK. Is there more than one road to melanoma? Lancet 2004; 363(9410): 728-730.

    Robert Koch-Institut (RKI), Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland (GEKID). Krebs in Deutschland für 2013/2014. 2017.

    Walter FM, Birt L, Cavers D, Scott S, Emery J, Burrows N. 'This isn't what mine looked like': a qualitative study of symptom appraisal and help seeking in people recently diagnosed with melanoma. BMJ Open 2014; 4(7): e005566.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Wie lässt sich schwarzer Hautkrebs erkennen?

    Um schwarzen Hautkrebs frühzeitig zu erkennen, kann man seinen Körper selbst auf Auffälligkeiten untersuchen oder sich ärztlich untersuchen lassen. Hautkrebs kann besser behandelt werden, wenn er erkannt wird, bevor er sich ausgebreitet hat.

    Mit zunehmendem Alter verändert sich die Haut, und neue Male oder Altersflecken (Lentigo solaris) können entstehen. Das ist normal und Teil des natürlichen Alterungsprozesses. Manche Menschen entscheiden sich deshalb, bei einer auffälligen Hautstelle erst einmal abzuwarten und sie zu beobachten. Andere lassen Veränderungen rasch ärztlich abklären, um Gewissheit zu haben. Nur selten steckt jedoch eine ernsthafte Erkrankung dahinter.

    Menschen, bei denen ein schwarzer Hautkrebs (Melanom) festgestellt wurde, berichten, dass die betroffene Hautstelle zuvor ihre Größe, Form oder Farbe verändert hat. Wer seinen Körper regelmäßig und sorgfältig beobachtet, wird solche Veränderungen bemerken.

    Den ganzen Körper zu untersuchen heißt, sich jeden Quadratzentimeter Haut anzusehen, also auch den Bereich zwischen den Zehen, die Fußsohlen, die Ohren und die Kopfhaut sowie Rücken, Gesäß und Schambereich. Es kann hilfreich sein, für schwierig einsehbare Körperstellen einen Spiegel zu benutzen, oder eine vertraute Person um Unterstützung zu bitten. Wer sich zum Beispiel über die Größe auffälliger Male Notizen macht oder sie fotografiert, kann später leichter nachvollziehen, ob sie sich verändert haben.

    Es kann schwierig sein, Hautveränderungen selbst zu beurteilen. Wenn sie nach 4 bis 8 Wochen noch nicht verschwunden sind, lässt man auffällige Male deshalb am besten von einer Ärztin oder einem Arzt untersuchen.

    Um schwarzen Hautkrebs frühzeitig zu erkennen, kann man seinen Körper selbst auf Auffälligkeiten untersuchen oder sich ärztlich untersuchen lassen. Hautkrebs kann besser behandelt werden, wenn er erkannt wird, bevor er sich ausgebreitet hat.

    Mit zunehmendem Alter verändert sich die Haut, und neue Male oder Altersflecken (Lentigo solaris) können entstehen. Das ist normal und Teil des natürlichen Alterungsprozesses. Manche Menschen entscheiden sich deshalb, bei einer auffälligen Hautstelle erst einmal abzuwarten und sie zu beobachten. Andere lassen Veränderungen rasch ärztlich abklären, um Gewissheit zu haben. Nur selten steckt jedoch eine ernsthafte Erkrankung dahinter.

    Menschen, bei denen ein schwarzer Hautkrebs (Melanom) festgestellt wurde, berichten, dass die betroffene Hautstelle zuvor ihre Größe, Form oder Farbe verändert hat. Wer seinen Körper regelmäßig und sorgfältig beobachtet, wird solche Veränderungen bemerken.

    Den ganzen Körper zu untersuchen heißt, sich jeden Quadratzentimeter Haut anzusehen, also auch den Bereich zwischen den Zehen, die Fußsohlen, die Ohren und die Kopfhaut sowie Rücken, Gesäß und Schambereich. Es kann hilfreich sein, für schwierig einsehbare Körperstellen einen Spiegel zu benutzen, oder eine vertraute Person um Unterstützung zu bitten. Wer sich zum Beispiel über die Größe auffälliger Male Notizen macht oder sie fotografiert, kann später leichter nachvollziehen, ob sie sich verändert haben.

    Es kann schwierig sein, Hautveränderungen selbst zu beurteilen. Wenn sie nach 4 bis 8 Wochen noch nicht verschwunden sind, lässt man auffällige Male deshalb am besten von einer Ärztin oder einem Arzt untersuchen.

    Wo können Melanome entstehen und wie sehen sie aus?

    Manche Melanome entstehen in einem älteren Pigmentmal, sehr viele wachsen jedoch neu auf der Haut. Melanome können überall am Körper entstehen – auch dort, wo die Sonne kaum hinkommt: auf der Kopfhaut, an Schleimhäuten der Genitalien oder unter Fuß- und Fingernägeln. Häufig betroffene Stellen sind die Brust und der Rücken bei Männern und die Unterschenkel bei Frauen.

     

    Foto: Wie schwarzer Hautkrebs aussehen kann Wie schwarzer Hautkrebs aussehen kann (Quelle: visuals.nci.nih.gov)

    Ein typisches Melanom ist ein flacher, dunkler, unregelmäßig gefärbter Hautfleck. Er kann braun bis schwarz, bläulich, rötlich oder selten auch weiß sein und auch hautfarbene Stellen haben. Manchmal erscheint ein Melanom aber auch als braunes bis schwarzes, leicht erhabenes Knötchen.

    Bei älteren Menschen bilden sich manchmal sogenannte Lentigo-maligna-Melanome: Sie sind bräunlich bis dunkelbraun, unregelmäßig gefärbt und entwickeln sich meist an Hautstellen, die regelmäßig der Sonne ausgesetzt sind.

    Was besagt die ABCDE-Regel und was ist ein „hässliches Entlein“?

    Ein gesundes Pigmentmal ist normalerweise rund oder oval und meistens einfarbig. Es ist gewöhnlich nicht sehr groß (unter etwa 6 mm im Durchmesser).

    Folgende ABCDE-Checkliste kann helfen, ein Melanom von einem normalen Pigmentmal zu unterscheiden:

    Asymmetrie: Das Pigmentmal hat eine ungleichmäßige (asymmetrische) Form. Oft ist es auch an einer oder mehreren Stellen dicker als an anderen.
    Begrenzung: Der Rand des Pigmentmals ist unregelmäßig begrenzt, das heißt, er ist fransig, unscharf oder zackig.
    Colorierung: Die Färbung des Pigmentmals hat sich verändert; es kann auch unterschiedliche oder ungewöhnliche Farben haben wie weiß, bläulich oder rot.
    Durchmesser: Das Pigmentmal hat einen Durchmesser von mehr als 6 mm. Das entspricht etwa dem eines Bleistifts.
    Entwicklung: Das Pigmentmal verändert sich: Es kann beispielsweise bluten, nässen, jucken, Schorf bilden oder verkrusten, seine Größe, Form, Farbe oder Oberfläche verändern oder erhaben werden.

    Die ABCDE-Regel hilft, Melanome zu erkennen. Dabei müssen aber nicht immer alle Kriterien erfüllt sein: Melanome, die neu auf der Haut entstehen, haben zum Beispiel oft einen kleineren Durchmesser als sechs Millimeter.

    Wer viele Pigmentmale hat und nicht weiß, wie er alle im Auge behalten soll, kann auch einfach nach einem „hässlichen Entlein“ Ausschau halten. Damit sind Flecken gemeint, die anders aussehen als die anderen. Auf diese Weise lassen sich auffällige Veränderungen leichter erkennen.

    Gesetzlich Versicherte können ab ihrem 35. Geburtstag zudem alle zwei Jahre eine Untersuchung zur Hautkrebs-Früherkennung in Anspruch nehmen.

    Quellen

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    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Was erhöht das Risiko für schwarzen Hautkrebs?

    Mehrere Faktoren begünstigen schwarzen Hautkrebs. Der wichtigste lässt sich durch das eigene Verhalten beeinflussen – nämlich die Zeit, in der man sich ungeschützt in der Sonne aufhält. Sonnenlicht enthält ultraviolette Strahlung, die die Haut schädigen und zu Krebs führen kann.

    Das Risiko, im Laufe des Lebens an schwarzem Hautkrebs zu erkranken, steigt mit dem Alter. Es ist zudem erhöht, wenn bereits ein naher Verwandter (Eltern oder Geschwister) an Hautkrebs erkrankt ist. Weitere wichtige Risikofaktoren sind:

    • der eigene Umgang mit UV-Strahlung,
    • der Besuch von Solarien,
    • der Hauttyp und
    • die Zahl der Muttermale / Leberflecken.

    Das ultraviolette (UV-)Licht der Sonne besteht hauptsächlich aus UV-A-Strahlen. Sie dringen tief in die Haut ein und bräunen sie schnell. Diese Bräune hält jedoch nicht lange an und schützt nur wenig vor weiterer Sonnenstrahlung. UV-A-Licht schädigt die Haut und lässt sie vorzeitig altern.

    Die UV-B-Strahlen der Sonne dringen vor allem in die obere Hautschicht ein. Dort sorgen sie für eine verzögerte, aber länger anhaltende Bräunung und einen gewissen Eigenschutz der Haut vor weiterer Sonnenstrahlung. Allerdings röten und reizen sie die Haut und können Sonnenbrand verursachen. Man nimmt an, dass UV-B-Strahlen Hautkrebs stärker fördern als UV-A-Strahlen.

    Mehrere Faktoren begünstigen schwarzen Hautkrebs. Der wichtigste lässt sich durch das eigene Verhalten beeinflussen – nämlich die Zeit, in der man sich ungeschützt in der Sonne aufhält. Sonnenlicht enthält ultraviolette Strahlung, die die Haut schädigen und zu Krebs führen kann.

    Das Risiko, im Laufe des Lebens an schwarzem Hautkrebs zu erkranken, steigt mit dem Alter. Es ist zudem erhöht, wenn bereits ein naher Verwandter (Eltern oder Geschwister) an Hautkrebs erkrankt ist. Weitere wichtige Risikofaktoren sind:

    • der eigene Umgang mit UV-Strahlung,
    • der Besuch von Solarien,
    • der Hauttyp und
    • die Zahl der Muttermale / Leberflecken.

    Das ultraviolette (UV-)Licht der Sonne besteht hauptsächlich aus UV-A-Strahlen. Sie dringen tief in die Haut ein und bräunen sie schnell. Diese Bräune hält jedoch nicht lange an und schützt nur wenig vor weiterer Sonnenstrahlung. UV-A-Licht schädigt die Haut und lässt sie vorzeitig altern.

    Die UV-B-Strahlen der Sonne dringen vor allem in die obere Hautschicht ein. Dort sorgen sie für eine verzögerte, aber länger anhaltende Bräunung und einen gewissen Eigenschutz der Haut vor weiterer Sonnenstrahlung. Allerdings röten und reizen sie die Haut und können Sonnenbrand verursachen. Man nimmt an, dass UV-B-Strahlen Hautkrebs stärker fördern als UV-A-Strahlen.

    Welcher Umgang mit der Sonne ist bedenklich?

    Zumindest über vier Tatsachen sind sich Fachleute einig:

    • Sich in der Sonne aufzuhalten, gehört zum normalen Leben dazu. Der Körper bildet mithilfe des UV-B-Lichts der Sonne lebensnotwendiges Vitamin D.
    • Sonnenbrand sollte man so gut es geht vermeiden.
    • Zu viel Sonne fördert Hautkrebs.
    • Kinder sind empfindlicher als Erwachsene.

    Doch darüber hinaus gibt es auf die Frage, was „zu viel Sonne“ ist, keine einfache Antwort. Das liegt zum einen daran, dass die Antwort unter anderem von persönlichen Eigenschaften wie dem Hauttyp abhängt. Zum anderen aber auch daran, dass der Zusammenhang zwischen Sonne und Krebs noch nicht genau verstanden wird.

    Zudem sind die Häufigkeit, Dauer und Intensität, mit der Menschen UV-Strahlung ausgesetzt sind, sehr unterschiedlich: Wer im Freien arbeitet, hält sich im Sommer unter Umständen täglich mehrere Stunden in der Sonne auf. Wer im Büro arbeitet, geht eher am Wochenende oder im Urlaub in die Sonne. Dabei ist auch der Wunsch, „braun zu werden“, von Mensch zu Mensch verschieden.

    Die Sonnenstrahlen, denen man bei alltäglichen Aktivitäten – auf dem Weg zur Arbeit, bei alltäglichen Besorgungen oder in der Freizeit – ausgesetzt ist, werden manchmal als weniger bedeutend eingestuft als die, denen man sich beim bewussten Sonnenbad aussetzt.

    Hinzu kommt, dass die Verteilung der UV-Dosis auf der Haut sehr unterschiedlich ist: Gesicht, Hals, Hände und Arme bekommen viel mehr Sonne ab als der Rest des Körpers. Andere Hautbereiche sind dagegen nur selten oder nie der Sonne ausgesetzt. Aber auch dort können Melanome entstehen, etwa unter den Haaren auf der Kopfhaut, an Schleimhäuten der Geschlechtsorgane oder unter Fuß- und Fingernägeln. Der Einfluss der Sonne hängt also selbst von vielen Faktoren ab – und UV-Strahlung ist sicher nicht die einzige Ursache für schwarzen Hautkrebs.

    Im Laufe des Lebens häuft jeder Hautbereich seine eigene Dosis an UV-Strahlung an. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diskutieren noch, welche Rolle die Gesamtmenge an UV-Licht spielt, die auf die Haut trifft – und wie ein „Wechselbad“ zwischen Tagen oder Wochen mit sehr viel und sehr wenig Sonne zu beurteilen ist. Ein Beispiel für letzteres ist, wenn ein Kind im Sommerurlaub ungeschützt in der Mittagssonne spielt, während es den Rest des Jahres eher wenig nach draußen geht.

    Können auch Solarien schwarzen Hautkrebs verursachen?

    Solarien-Licht enthält UV-Strahlung. Wer regelmäßig Solarien besucht, erhöht damit vermutlich sein Risiko, an einem Melanom zu erkranken. Dies gilt insbesondere für Kinder und Jugendliche. In Deutschland ist es für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren daher gesetzlich verboten, Solarien oder Sonnenstudios zu benutzen.

    Welche UV-A- und UV-B-Dosis das Sonnen auf einer Sonnenbank mit sich bringt, hängt von den Röhren ab. Die Zusammensetzung schwankt mit dem Solariumsmodell und dem Alter der Röhren. Neuere Sonnenbänke dürfen nicht mehr UV-Licht abgeben als die Mittagssonne am Äquator bei wolkenlosem Himmel.

    Manche Menschen gehen ins Solarium, weil sie die Haut vorbräunen wollen, um so einen Sonnenbrand zu verhindern. Die UV-A-Strahlung aus Solarien bräunt die Haut zwar schnell, aber nicht nachhaltig. Außerdem schützt die gewonnene Bräune kaum vor einem Sonnenbrand.

    Für welche Hauttypen ist das Risiko durch UV-Strahlung erhöht?

    Menschen mit heller Haut haben ein höheres Risiko für schwarzen Hautkrebs als Menschen mit einer von Natur aus dunklen Haut.

    Menschen mit hellem Hauttyp (Typ I und II) haben einen hellen Teint und oft Sommersprossen und werden nie (Typ I) oder nur wenig (Typ II) braun. Sie bekommen leicht einen starken Sonnenbrand. Lichtempfindliche Menschen haben gewöhnlich eine helle Augen- und Haarfarbe, beispielsweise blaue oder grüne Augen und rote oder blonde Haare.

    Menschen mit dunklerem Hauttyp reagieren weniger empfindlich auf UV-Strahlen.

    Die folgende Einteilung hilft zu beurteilen, zu welchem Hauttyp man gehört:

    Hauttyp I:
    • sehr helle Haut, sehr häufig mit Sommersprossen
    • rötliche bis rötlich-blonde Haare
    • blaue oder graue Augen
    • UV-Strahlung führt nach spätestens 10 Minuten zu Sonnenbrand, die Haut bräunt nicht
    Hauttyp II:
    • helle Haut, häufig mit Sommersprossen
    • blonde bis braune Haare
    • alle Augenfarben
    • UV-Strahlung führt nach spätestens 20 Minuten zu Sonnenbrand, die Haut bräunt kaum bis mäßig
    Hauttyp III:
    • helle bis hellbraune Haut, selten mit Sommersprossen
    • dunkelblonde bis braune Haare
    • graue oder braune Augen
    • UV-Strahlung führt nach spätestens 30 Minuten zu Sonnenbrand, die Haut bräunt gut
    Hauttyp IV:
    • hellbraune oder olivfarbene Haut, keine Sommersprossen
    • dunkelbraune Haare
    • braune bis dunkelbraune Augen
    • UV-Strahlung führt nach spätestens 50 Minuten zu Sonnenbrand, die Haut bräunt schnell und tief
    Hauttyp V:
    • dunkelbraune Haut
    • dunkelbraune bis schwarze Haare
    • dunkelbraune Augen
    • UV-Strahlung führt erst nach über 60 Minuten zu Sonnenbrand, die vorhandene Bräunung nimmt nicht mehr weiter zu
    Hauttyp VI:
    • dunkelbraune bis schwarze Haut
    • schwarze Haare
    • dunkelbraune Augen
    • UV-Strahlung führt erst nach über 60 Minuten zu Sonnenbrand, die vorhandene Bräunung nimmt nicht mehr weiter zu

    Während ein sehr heller und heller Hauttyp (Typ I und II) für Menschen zum Beispiel aus Skandinavien und Großbritannien typisch ist, leben Menschen mit mittelbrauner Haut und dunklen Augen und Haaren (Typ IV) vor allem im Mittelmeerraum und geografisch vergleichbaren Regionen. Menschen mit noch dunklerer oder schwarzer Haut (Typ V und VI) stammen ursprünglich etwa aus Teilen Asiens oder Afrikas.

    Was haben Muttermale / Leberflecke mit Hautkrebs zu tun?

    Muttermale (medizinisch Nävus, Nävuszellnävus) sind gutartige Wucherungen der Haut, die hell oder dunkel gefärbt sind. Sie können angeboren sein oder sich im Laufe des Lebens neu bilden. Leberflecken (Pigmentnaevi, Lentigo) entstehen aus Melanozyten und sind braun pigmentiert. Umgangssprachlich wird jedoch nicht zwischen Muttermalen und Leberflecken unterschieden.

    Menschen mit vielen Muttermalen oder Leberflecken erkranken häufiger an einem Melanom. Mit der Zahl der Male wächst das Hautkrebsrisiko. Auch ungewöhnliche oder große Male machen die Entwicklung eines Tumors wahrscheinlicher.

    Welche weiteren Ursachen und Risikofaktoren gibt es?

    Wer schon einmal an einem Melanom erkrankt ist, hat ein erhöhtes Risiko für eine erneute Erkrankung. Wenn der schwarze Hautkrebs wiederkehrt, dann meist in den ersten fünf Jahren nach der Entfernung des ersten Tumors. Das eigene Erkrankungsrisiko ist auch erhöht, wenn Hautkrebs schon bei anderen Familienmitgliedern aufgetreten ist.

    Bei einigen erblich bedingten Erkrankungen wie der Xeroderma pigmentosum ist das Risiko für schwarzen Hautkrebs erhöht. Eine weiteres Risiko ist ein geschwächtes Abwehrsystem. Dies betrifft beispielsweise Personen, die nach einer Organtransplantation Medikamente einnehmen, die das Immunsystem schwächen.

    Auch Flugpersonal hat ein leicht erhöhtes Risiko für schwarzen Hautkrebs. Woran das liegt, ist unklar.

    Quellen

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    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Wie sinnvoll ist die Hautkrebs-Früherkennung?

    Das Ziel der Früherkennung ist, Hautkrebs oder seine Vorstufen früh zu entdecken. So soll Hautkrebs vorgebeugt oder zumindest die Heilungschancen verbessert und schwere Komplikationen vermieden werden. Kern der Hautkrebs-Früherkennung ist eine Betrachtung des ganzen Körpers mit dem bloßen Auge der Ärztin oder des Arztes.

    In Deutschland wird allen gesetzlich Krankenversicherten ab 35 Jahre eine Untersuchung zur Hautkrebs-Früherkennung angeboten. Die Teilnahme ist kostenlos und darf nicht als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) abgerechnet werden.

    Die Früherkennungsuntersuchung kann alle zwei Jahre in Anspruch genommen werden und dient der gezielten Suche nach den wichtigsten Hautkrebsarten: nach Basalzellkarzinom, Plattenepithelkarzinom (beide als weißer Hautkrebs bezeichnet) und Melanomen (schwarzer Hautkrebs). Privat Krankenversicherte können sich bei ihrer Krankenversicherung nach einer Übernahme der Kosten erkundigen.

    Wer an einer Hautkrebs-Früherkennung interessiert ist, kann sich direkt an eine Hautärztin oder einen Hautarzt wenden. Es ist aber auch möglich, zu seiner Hausärztin oder seinem Hausarzt zu gehen, wenn sie oder er eine entsprechende Fortbildung besucht hat.

    Das Ziel der Früherkennung ist, Hautkrebs oder seine Vorstufen früh zu entdecken. So soll Hautkrebs vorgebeugt oder zumindest die Heilungschancen verbessert und schwere Komplikationen vermieden werden. Kern der Hautkrebs-Früherkennung ist eine Betrachtung des ganzen Körpers mit dem bloßen Auge der Ärztin oder des Arztes.

    In Deutschland wird allen gesetzlich Krankenversicherten ab 35 Jahre eine Untersuchung zur Hautkrebs-Früherkennung angeboten. Die Teilnahme ist kostenlos und darf nicht als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) abgerechnet werden.

    Die Früherkennungsuntersuchung kann alle zwei Jahre in Anspruch genommen werden und dient der gezielten Suche nach den wichtigsten Hautkrebsarten: nach Basalzellkarzinom, Plattenepithelkarzinom (beide als weißer Hautkrebs bezeichnet) und Melanomen (schwarzer Hautkrebs). Privat Krankenversicherte können sich bei ihrer Krankenversicherung nach einer Übernahme der Kosten erkundigen.

    Wer an einer Hautkrebs-Früherkennung interessiert ist, kann sich direkt an eine Hautärztin oder einen Hautarzt wenden. Es ist aber auch möglich, zu seiner Hausärztin oder seinem Hausarzt zu gehen, wenn sie oder er eine entsprechende Fortbildung besucht hat.

    Wie läuft die Hautkrebs-Früherkennung ab?

    Im Rahmen der Früherkennungsuntersuchung sollte die Ärztin oder der Arzt

    • nach allem fragen, was das Risiko für Hautkrebs beeinflussen könnte, beispielsweise nach Hautkrebs in der Familie, anderen Krankheiten und deren Behandlung sowie nach dem eigenen Umgang mit natürlicher und künstlicher UV-Bestrahlung (Sonnenlicht und Solarien),
    • die Haut am ganzen Körper nach einem festen Ablaufschema, auch standardisierte Ganzkörperuntersuchung genannt, mit dem bloßen Auge gründlich untersuchen,
    • über das Ergebnis der Untersuchung informieren und beraten und
    • die Ergebnisse festhalten.

    Um die Suche nach Hautauffälligkeiten zu erleichtern, ist es sinnvoll, am Untersuchungstag auf Nagellack, Make-Up, das Tragen von Ohrsteckern und Piercings sowie auf aufwendige Frisuren zu verzichten.

    Bei der Ganzkörperuntersuchung sucht die Ärztin oder der Arzt die gesamte Haut und die sichtbaren Schleimhäute nach auffälligen Stellen ab. Wenn die Untersuchung gründlich sein soll, müssen auch Hautfalten und die Schleimhäute der Körperöffnungen angeschaut werden. Es kann unangenehm oder peinlich sein, sich vollständig auszuziehen und auch intime Stellen genau betrachten zu lassen. Dann kann man zum Beispiel die Unterwäsche erst einmal anlassen und nur für den Moment, in dem Gesäß und Schambereich untersucht werden, kurz abstreifen. Wer zum Beispiel die Untersuchung bei einem Arzt des eigenen Geschlechts angenehmer findet, kann sich bewusst dafür entscheiden.

    Gewöhnlich verlassen sich Ärztinnen oder Ärzte zunächst auf ihre Augen. Es kann aber sein, dass die Ärztin oder der Arzt anbietet, bei der Hautuntersuchung zusätzlich ein Auflichtmikroskop (Dermatoskop) zu verwenden – etwa bei auffälligen Hautstellen oder wenn jemand aufgrund seines Hauttyps ein erhöhtes Risiko hat. Die Untersuchung mit einem Dermatoskop wird von der gesetzlichen Krankenkasse normalerweise nur dann übernommen, wenn damit gezielt eine verdächtige Stelle untersucht wird. Sein Einsatz im Rahmen der Früherkennung ist in der Regel eine IGe-Leistung, die selbst gezahlt werden muss.

    Wer eine Dokumentation der Hautuntersuchung per Video wünscht, muss diese Leistung selbst bezahlen. Es gibt keine aussagekräftigen Untersuchungen dazu, ob der Einsatz eines Dermatoskops oder einer Videoaufzeichnung den Erfolg von Früherkennungsuntersuchungen verbessert.

    Wenn sich keine Auffälligkeiten zeigen, kann die Früherkennungsuntersuchung nach zwei Jahren wiederholt werden. Folgeuntersuchungen sind nur nötig, falls die Ärztin oder der Arzt eine Körperstelle entdeckt, bei der es sich um Hautkrebs handeln könnte.

    Welche Vorteile hat die Früherkennung von Hautkrebs?

    Viele Menschen achten selbst auf Veränderungen, die auf Hautkrebs hinweisen könnten. Auch das ist eine Form der Früherkennung: Wer bei sich selbst eine auffällige Stelle entdeckt hat, die ihm Sorgen macht, kann sie jederzeit bei einer Ärztin oder einem Arzt abklären lassen.

    Das Angebot der ärztlichen Hautkrebs-Früherkennung ist dazu da, den Körper auch ohne besonderen Anlass vollständig auf Hautkrebs untersuchen zu lassen. Diese Untersuchung soll das Risiko verringern, an Hautkrebs zu sterben oder Komplikationen zu erleiden. Auch wenn diese Ziele einleuchtend klingen: Bislang ist unklar, ob sie durch die Früherkennung tatsächlich erreicht werden.

    Die Hautkrebs-Früherkennung soll helfen,

    • Krebsvorstufen zu erkennen und zu behandeln, damit daraus kein Hautkrebs entsteht,
    • Hautkrebs möglichst früh zu entdecken und so die Heilungschancen zu verbessern.

    Ein Modellprojekt zur Hautkrebs-Früherkennung in Schleswig-Holstein war die Grundlage dafür, dass sie in der heutigen Form in Deutschland eingeführt wurde. An dem Projekt nahmen über 360.000 gesetzlich Krankenversicherte ein Jahr lang teil. Die Ergebnisse zeigten, dass durch Früherkennung häufiger Hautkrebs gefunden wird. Ob dies aber dazu führt, dass tatsächlich weniger Menschen an Hautkrebs sterben, ließ sich nicht beantworten.

    Der mögliche Nutzen einer Früherkennung hängt außerdem davon ab, wie hoch das persönliche Risiko ist, an Hautkrebs zu erkranken und zu sterben. Die folgenden beiden Tabellen stellen zum einen dar, wie groß das Risiko für schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) in Deutschland ist. Sie zeigen auch, dass sich das Risiko für Männer und Frauen etwas unterscheidet und vom Alter abhängt. Das höchste Risiko haben ältere Männer: Von 1000 Männern im Alter von 65 Jahren erkranken etwa 7 in den nächsten zehn Jahren an einem Melanom. Etwa 1 bis 2 von 1000 sterben daran.

    Tabelle Männer: Krankheits- und Todesfälle in Deutschland, abhängig vom Alter
    Von 1000 Männern im Alter von … … erkranken in den nächsten 10 Jahren so viele an einem Melanom: … sterben in den nächsten 10 Jahren so viele an einem Melanom:
    35 Jahren 1 weniger als 1
    45 Jahren 3 weniger als 1
    55 Jahren 4 1
    65 Jahren 7 1
    75 Jahren 8 2

     

    Tabelle Frauen: Krankheits- und Todesfälle in Deutschland, abhängig vom Alter
    Von 1000 Frauen im Alter von … … erkranken in den nächsten 10 Jahren so viele an einem Melanom: … sterben in den nächsten 10 Jahren so viele an einem Melanom:
    35 Jahren 3 weniger als 1
    45 Jahren 3 weniger als 1
    55 Jahren 3 weniger als 1
    65 Jahren 4 1
    75 Jahren 4 1

    Welche Nachteile hat die Früherkennung von Hautkrebs?

    Die Ganzkörperuntersuchung selbst hat keine Nebenwirkungen und ist nicht schmerzhaft. Manche Menschen empfinden es als unangenehm, sich vollständig entkleiden zu müssen.

    Nachteile können sich aber dadurch ergeben, dass das Ergebnis der Untersuchung nicht hundertprozentig zuverlässig ist. Im Idealfall werden durch Früherkennung alle Personen gefunden, die auch tatsächlich Hautkrebs haben. In der Praxis ist dies jedoch kaum möglich, da sich viele Hautveränderungen nicht sicher beurteilen lassen. Dabei sind drei Fehlurteile denkbar:

    • Ein Hautkrebs wird nicht erkannt und daher nicht behandelt, obwohl dies sinnvoll wäre.
    • Bei einer Früherkennungsuntersuchung wird eine verdächtige Stelle als Hautkrebs identifiziert. Ein solcher Verdacht kann Ängste und Sorgen auslösen und zieht weitere Untersuchungen nach sich. Im Nachhinein stellt sich aber heraus, dass die Hautstelle harmlos ist – Sorgen und Ängste waren unnötig und die weiteren Untersuchungen überflüssig.
    • Es wird eine Hautveränderung entdeckt, die zwar bösartig erscheint, aber ohne Untersuchung nie gefährlich geworden wäre. Solche Befunde werden Überdiagnosen genannt.

    Derzeit ist nicht klar, wie oft es bei der Hautkrebs-Früherkennung zu diesen unerwünschten Ergebnissen kommt. Wie oft eine Ganzkörperinspektion beispielsweise zu einem falschen Verdacht führt, ist ebenfalls unklar. Wie gut Hautkrebs erkannt wird, hängt auch von der Qualifikation der Ärztinnen und Ärzte ab.

    Was geschieht bei einem Verdacht auf Hautkrebs?

    Viele Menschen sind verunsichert und besorgt, wenn sie über eine verdächtige Hautstelle informiert werden. Ein auffälliger („positiver“) Befund bedeutet jedoch nicht, dass Krebs festgestellt wurde – er bezeichnet zunächst nur einen Verdacht.

    Auffällige Hautveränderungen werden von einer Fachärztin oder einem Facharzt für Hautkrankheiten (Dermatologin / Dermatologe) genauer überprüft. Sie oder er betrachtet die Haut erneut und sieht sich insbesondere den auffälligen Hautbereich genau an.

    Vermutet die Dermatologin oder der Dermatologe Krebs, entnimmt sie oder er nach örtlicher Betäubung etwas Gewebe oder entfernt den verdächtigen Bereich vollständig durch einen Hautschnitt. Es gibt verschiedene Formen der Gewebeentnahme, und gewöhnlich bleibt eine kleine, unauffällige Narbe zurück. Wenn größere Hautbereiche entfernt werden müssen, kann die Narbe größer sein. Komplikationen wie eine gestörte Wundheilung sind eher selten.

    Die Gewebeprobe (Biopsie) wird anschließend unter einem Mikroskop untersucht. So kann man feststellen, ob es sich um einen Tumor handelt und wenn ja, wie gefährlich er ist. Die meisten Hauttumoren können mithilfe einer Biopsie erkannt werden.

    Wie bei jeder anderen Früherkennungsuntersuchung auch, kann es zu einem falschen Alarm kommen oder ein Tumor kann übersehen werden. Im Modellprojekt zur Hautkrebs-Früherkennung in Schleswig-Holstein zeigte sich, dass von 100 verdächtigen Hautstellen, die entfernt wurden, etwa 80 gutartig waren.

    Besteht der Verdacht, dass ein Tumor bereits Metastasen gebildet hat, sind weitere Untersuchungen erforderlich, zum Beispiel eine Lymphknotenbiopsie.

    Quellen

    Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), Deutsche Krebsgesellschaft (DKG), Deutsche Krebshilfe (DKH). S3-Leitlinie Prävention von Hautkrebs. AWMF-Registernr.: 032-052OL. 04.2014. (Leitlinienprogramm Onkologie).

    Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), Deutsche Krebsgesellschaft (DKG), Deutsche Krebshilfe (DKH). S3-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Melanoms. AWMF-Registernr.: 032-024OL. 07.2018. (Leitlinienprogramm Onkologie).

    Bath-Hextall F, Perkins W. Basal cell carcinoma. In: Williams H, Bigby M, Herxheimer A, Naldi L, Rzany B, Dellavalle R (Ed). Edvidence-based dermatology. London: BMJ Books; 2014. S. 250-263.

    Fritschi L, Dye SA, Katris P. Validity of melanoma diagnosis in a community-based screening program. Am J Epidemiol 2006; 164(4): 385-390.

    Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA). Hautkrebsscreening. Zusammenfassende Dokumentation des Unterausschusses „Prävention“ des Gemeinsamen Bundesausschusses. 31.03.2008.

    Robert Koch-Institut (RKI), Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland (GEKID). Krebs in Deutschland für 2013/2014. 2017.

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    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
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    Mehr Wissen: Wie kann man sich vor zu viel Sonne schützen?

    Sich vor zu viel UV-Strahlung zu schützen, gilt als wichtigste Möglichkeit, Hautkrebs vorzubeugen. Kinder reagieren empfindlicher als Erwachsene und brauchen deshalb einen besonderen Schutz vor intensiver Sonnenstrahlung und Sonnenbrand.

    Sich wirkungsvoll vor der Sonne zu schützen, bedeutet, zu viel UV-A- und UV-B-Strahlung zu vermeiden. Besonders intensiv ist die Sonne im Sommer zwischen 11 und 15 Uhr. Wer den Kontakt mit UV-Strahlung begrenzen möchte, kann

    • im Sommer direkte Sonne während der Mittagszeit meiden,
    • Schatten suchen, vor allem während der Mittagszeit,
    • sich mit Sonnenschirm, Hut und Kleidung vor der Sonne schützen,
    • eine Sonnenbrille mit UV-Schutzgläsern tragen,
    • Sonnencreme mit UV-A- und UV-B-Schutz und einem hohen Lichtschutzfaktor verwenden sowie
    • auf Solarien und UV-Lampen verzichten.

    Praktische Informationen für Eltern, die helfen können, Kinder vor Sonne zu schützen, finden Sie in unserem Flyer: Kinder und Sonne.

    Sich vor zu viel UV-Strahlung zu schützen, gilt als wichtigste Möglichkeit, Hautkrebs vorzubeugen. Kinder reagieren empfindlicher als Erwachsene und brauchen deshalb einen besonderen Schutz vor intensiver Sonnenstrahlung und Sonnenbrand.

    Sich wirkungsvoll vor der Sonne zu schützen, bedeutet, zu viel UV-A- und UV-B-Strahlung zu vermeiden. Besonders intensiv ist die Sonne im Sommer zwischen 11 und 15 Uhr. Wer den Kontakt mit UV-Strahlung begrenzen möchte, kann

    • im Sommer direkte Sonne während der Mittagszeit meiden,
    • Schatten suchen, vor allem während der Mittagszeit,
    • sich mit Sonnenschirm, Hut und Kleidung vor der Sonne schützen,
    • eine Sonnenbrille mit UV-Schutzgläsern tragen,
    • Sonnencreme mit UV-A- und UV-B-Schutz und einem hohen Lichtschutzfaktor verwenden sowie
    • auf Solarien und UV-Lampen verzichten.

    Praktische Informationen für Eltern, die helfen können, Kinder vor Sonne zu schützen, finden Sie in unserem Flyer: Kinder und Sonne.

    Wie viel Schutz bieten Schatten und Kleidung?

    Schatten ist der beste Sonnenschutz. Er kann die UV-Strahlung um 50 bis 95 % vermindern. Allerdings schützt nicht jeder Schatten gleich. Dichtes Blattwerk von Bäumen oder Sträuchern eignet sich gut und hält mehr Sonne ab als viele Strandschirme. Ist kein schattiges Plätzchen zu finden, kann man sich entsprechend kleiden. Hüte mit breiter Krempe sind eine gute Ergänzung. Ein Sonnen- oder Regenschirm kann ein zusätzlicher Schutz für Babys sein.

    Kleidung schützt gut, wenn sie dunkel, fest gewebt oder dicht und ungebleicht ist. Materialien wie Polyester, aber auch Jeans und Wolle halten mehr UV-Licht ab als dünne Baumwollstoffe, Leinen, Seide oder Viskose.

    Darüber hinaus gibt es Kleidung mit speziellem UV-Schutz. Wie gut der Schutz ist, hängt entscheidend davon ab, wie sie hergestellt wird. Manche Textilien verlieren einen Großteil ihres Schutzes, wenn sie nass sind oder gewaschen wurden.

    Die zuverlässigste Aussage über den Lichtschutzfaktor von Textilien liefert der „UV-Standard 801“. Dieses Verfahren überprüft auch das beanspruchte Kleidungsstück und gibt seinen UV-Schutz als Ultraviolet Protection Factor (UPF) an. Der UPF nach UV-Standard 801 besagt, wie viel länger die Nutzerin oder der Nutzer in der Sonne bleiben kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Dichte Baumwoll-Kleidung hat einen UPF von etwa 20.

    Was kann man von Sonnencreme erwarten?

    Lichtschutzmittel wie Sonnencreme oder -spray können Sonnenbrand verhindern, wenn man beachtet, wie lange sie wirken. Das macht sie wertvoll, denn Sonnenbrand tut weh, schädigt die Haut und wird mit einem erhöhten Hautkrebsrisiko in Verbindung gebracht.

    Die Frage, ob Sonnencreme direkt vor Hautkrebs schützt, ist jedoch nicht so einfach zu beantworten. Studien deuten darauf hin, dass Menschen seltener ein Plattenepithelkarzinom entwickeln, wenn sie sich eincremen. Dass Sonnenschutzmittel dem gefährlicheren Melanom und dem häufigeren Basalzellkarzinom vorbeugen, ist bisher aber nicht nachgewiesen. Die meisten Studien zum Thema vernachlässigen wichtige Einflussfaktoren wie den Hauttyp der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. In anderen Studien wurden die Teilnehmenden nur im Nachhinein danach gefragt, wie oft sie sich eingecremt hatten. Sich genau daran zu erinnern, wie häufig und gut man sich vor Jahren oder Jahrzehnten eingecremt hat, ist aber kaum möglich.

    In den meisten Studien wurden zudem ältere Produkte verwendet, die keinen UV-A-Filter und einen vergleichsweise geringen Lichtschutzfaktor (LSF) hatten. Moderne Cremes mit höherem LSF und UV-A-Filter wurden bisher noch weniger untersucht.

    Trotz vieler ungeklärter Fragen ist Sonnencreme ein wichtiges zusätzliches Hilfsmittel. Es gibt Situationen – etwa beim Wandern, Schwimmen oder Surfen –, bei denen es keinen Schatten gibt oder Kleidung allein nicht ausreicht. Auch beim Baden oder Wassersport ist man der Sonne besonders stark ausgesetzt, da Wasser die UV-Strahlen reflektiert. Die Strahlen können außerdem bis zu einen Meter tief in Wasser eindringen. Eltern finden Sonnencreme für lebhafte Kinder zudem oft praktischer als andere Schutzmaßnahmen: Kinder bleiben nicht immer im Schatten und auch Kleidung wird häufig ausgezogen.

    Sich allein auf Sonnencreme zu verlassen, hat jedoch einen entscheidenden Nachteil: Der Sonnenschutz lässt sich nicht gut überprüfen. Man kann leicht übersehen, dass die Creme stellenweise nicht dick genug aufgetragen ist oder sie sich abgenutzt hat. Darüber hinaus kann ihre Anwendung dazu führen, dass wirksamere Sonnenschutzmaßnahmen vernachlässigt werden.

    Welcher Lichtschutzfaktor ist der richtige?

    Der Lichtschutzfaktor (LSF) einer Sonnencreme gibt an, wie lange das Produkt vor UV-B-Strahlen schützt und einen Sonnenbrand verhindern kann. Ob eine Sonnencreme auch UV-A-Licht herausfiltert, ist anders vermerkt, beispielsweise in Form eines UV-A-Siegels (ein Kreis mit der Beschriftung „UVA“). Nur Sonnencreme mit einem Breitbandfilter für UV-A- und UV-B-Strahlen kann einem Sonnenbrand so gut wie möglich vorbeugen.

    Die Haut kann sich eine gewisse Zeit selbst vor UV-B-Strahlen schützen. Der LSF gibt an, wie lange sich dieser Eigenschutz durch Eincremen maximal verlängern lässt. Hierzu wird die Dauer des Eigenschutzes mit dem LSF multipliziert. Ein Beispiel:

    Herr Müller hat den Hauttyp I mit einem Eigenschutz von bis zu 10 Minuten. Er cremt sich mit einer Sonnencreme ein, die den Lichtschutzfaktor 15 hat. Sein Schutz verlängert sich nun auf maximal 10 x 15 = 150 Minuten (2,5 Stunden).

    Etwas einfacher ist es, sich an den LSF-Kategorien zu orientieren, die auf den Produkten vermerkt sind. Sie teilen den UV-B-Schutz grob in Klassen mit geringem, mittlerem, hohem oder sehr hohem Schutz ein:

    Lichtschutzfaktor (LSF) LSF-Kategorie
    6, 10 gering
    15, 20, 25 mittel
    30, 50 hoch

    Welche UV-Filter gibt es?

    Die meisten Lichtschutzmittel enthalten mehrere chemische UV-Filter und zusätzlich physikalische Filter. Welche UV-Filter erlaubt sind, unterscheidet sich von Land zu Land.

    Chemische Filter sind Stoffe, die in die Haut eindringen und UV-Strahlen abfangen. Meistens werden verschiedene chemische UV-Filter kombiniert, um ein größeres Strahlenspektrum abdecken zu können. Physikalische Filter enthalten Partikel (mineralische Pigmente), die die Haut gegen UV-Strahlen abschirmen. Am häufigsten werden dafür Partikel aus Titandioxid und Zinkoxid eingesetzt. Eine Sonnencreme auf Basis mineralischer Pigmente gilt als hautverträglicher als Produkte mit chemischen Filtern. Allerdings hinterlässt der mineralische Pigmentfilter einiger Lichtschutzmittel eine weiße Schicht auf der Haut, die als störend empfunden werden kann.

    Auch Gesichtscremes und Make-up können UV-Filter enthalten. Allerdings sind die Angaben zum LSF häufig so ungenau, dass man sich nicht auf den Schutz verlassen kann.

    Wie creme ich mich richtig ein?

    Eincremen klingt zunächst einfach. Viele Menschen wenden Lichtschutzmittel jedoch nicht richtig an oder sind unsicher, wann, in welcher Menge und wie oft die Sonnencreme aufgetragen werden soll. Wichtig ist außerdem, eine Creme zu wählen, deren Lichtschutzfaktor zum Hauttyp passt und ausreichend schützt.

    Sonnencreme kann nur wirken, wenn reichlich davon verwendet wird. Eine 200-ml-Flasche Sonnencreme reicht bei einem Erwachsenen für etwa sechs Ganzkörper-Anwendungen.

    Beim Eincremen ist es wichtig, dass jedes Fleckchen Haut, das der Sonne ausgesetzt ist, berücksichtigt wird. Körperstellen wie Ohren und Füße werden leicht vergessen. Einige tun sich zudem schwer, um Hilfe zu bitten, beispielsweise für den Rücken. Die Creme wird durch Baden, Abtrocknen oder starkes Schwitzen abgetragen und kann dann nicht mehr ausreichend schützen. Auch „wasserfeste“ Lichtschutzmittel sind nicht hundertprozentig wasser- und abriebfest. Deshalb ist es sinnvoll, Sonnencreme generell häufiger aufzutragen – etwa alle zwei Stunden. Hier hilft manchmal ein kleines Erinnerungssignal, beispielsweise über ein Smartphone. Die angegebene maximale Schutzzeit der Sonnencreme lässt sich allerdings durch wiederholtes Eincremen nicht verlängern.

    Wichtig ist auch, Sonnencreme rechtzeitig zu verwenden und nicht erst, wenn man schon eine Weile in der Sonne war. Die meisten Lichtschutzmittel wirken sofort nach dem Auftragen. Einzelne Produkte müssen erst 20 bis 30 Minuten einwirken, bevor sie einen Schutz bieten.

    Im Urlaub oder vor dem Sonnenbaden achten relativ viele Menschen darauf, sich einzucremen. Im Alltag denken sie weniger daran. Natürlich ist nicht jeder Aufenthalt in der Sonne geplant und manchmal ist es durchaus schwierig, die Sonnenintensität einzuschätzen. Einen Sonnenbrand kann man sich aber überall holen – ob im Straßencafé oder beim ausgedehnten Marktbummel.

    Keine Frage: Regelmäßiges Eincremen ist lästig und vor allem bei Kindern unbeliebt. Leichter fällt es zumindest bei Kindern oft, wenn das Eincremen im Sommer als festes Ritual dazugehört, die Creme gut riecht und mit Sommer, Strand und Urlaub verbunden wird.

    Haben Sonnencremes unerwünschte Wirkungen?

    Die in Sonnencreme verwendeten Chemikalien und Zusatzstoffe rufen bei etwa 20 von 100 Personen Nebenwirkungen hervor. Diese beeinträchtigen zwar nicht den Sonnenschutz. Beschwerden wie eine gerötete oder entzündete Haut oder allergische Reaktionen können jedoch unangenehm sein. Äußerst selten kommt es auch zu einer heftigen allergischen Reaktion, bei der sofortige ärztliche Hilfe nötig ist.

    Wer eine besonders empfindliche Haut hat, reagiert eher auf Zusatzstoffe wie Emulgatoren, Duft-, Farb- oder Konservierungsstoffe. Enthält ein Lichtschutzmittel keine Zusatzstoffe, ist dies gewöhnlich auf der Verpackung vermerkt. Menschen mit sensibler Haut vertragen Sonnencremes häufig besser, wenn diese ausschließlich auf physikalischen UV-Filtern basieren.

    Vor allem Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor können auf Kleidung oder Sitzmöbeln Flecken hinterlassen.

    Warum gehen viele Menschen ungeschützt in die Sonne?

    Manche Menschen befürchten, dass ihr Körper zu wenig Vitamin D bildet, wenn sie der Sonne aus dem Weg gehen. Diese Sorge ist meist unbegründet: In der Regel setzt man Gesicht und Hände im Alltag immer wieder für kurze Zeit der Sonne aus – dies reicht meist aus. Zudem kann unser Körper Vitamin D speichern. Wer nie in die Sonne geht oder vollständig verschleiert ist, kann jedoch kein Vitamin D bilden und ist auf eine ausreichende Zufuhr mit der Nahrung angewiesen. Der Körper benötigt Vitamin D zum Knochenaufbau.

    Oft ist der Wunsch nach gebräunter Haut auch einfach größer als das Bedürfnis, sich ausreichend vor der Sonne zu schützen. Viele Menschen gefallen sich besser, wenn sie braun sind. Eine leichte Bräune wirkt auf die meisten zudem als gesund, erholt und sportlich. Braune Haut steht manchmal auch einfach für einen schönen Urlaub. Biologisch gesehen ist Bräune allerdings nichts anderes als eine Reaktion der Haut, um sich vor Schäden durch zu viel UV-Strahlung zu schützen.

    Obwohl viele Menschen wissen, dass zu viel Sonne das Hautkrebsrisiko erhöht, möchten sie auf ihre Urlaubsbräune nicht verzichten. Ob man sich um Hautkrebs Sorgen macht oder nicht, ist sehr unterschiedlich. Manchmal wird Hautkrebs als nicht so bedrohlich wahrgenommen, oder das Risiko wird verdrängt. Einige Menschen legen eher Wert darauf, kurzfristige Schäden wie einen Hitzschlag oder Sonnenbrand zu vermeiden. Eine verbreitete Annahme ist auch, dass das Bräunen „nebenbei“ während einer Freizeitaktivität an der frischen Luft gesünder ist als Sonnenbaden.

    Bei aller nötigen Vorsicht: Die meisten Menschen brauchen Sonne und frische Luft, um sich wohlzufühlen. Es gilt also, für sich selbst das richtige Maß zu finden, um Sommer und Sonnenschein entspannt zu genießen.

    Quellen

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    Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Optische Strahlung: Tipps zum UV-Schutz. 11.04.2018.

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    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
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    Mehr Wissen: Wie kann schwarzer Hautkrebs behandelt werden?

    Wenn schwarzer Hautkrebs festgestellt wird, versucht man meist, den Tumor operativ zu entfernen. Vor allem bei einer fortgeschrittenen Erkrankung kann auch eine Behandlung mit Medikamenten oder eine Bestrahlung infrage kommen.

    Melanome können schnell wachsen und sie bilden häufiger als andere Hautkrebsarten Absiedlungen (Metastasen) an anderen Stellen des Körpers. Wie sie behandelt werden, hängt vor allem davon ab, wie weit sie fortgeschritten sind. Grundsätzlich gilt, dass ein Tumor leichter zu behandeln ist, wenn er noch keine Metastasen gebildet hat. Hat er sich bereits im Körper ausgebreitet, ist die Behandlung schwieriger.

    Wenn schwarzer Hautkrebs festgestellt wird, versucht man meist, den Tumor operativ zu entfernen. Vor allem bei einer fortgeschrittenen Erkrankung kann auch eine Behandlung mit Medikamenten oder eine Bestrahlung infrage kommen.

    Melanome können schnell wachsen und sie bilden häufiger als andere Hautkrebsarten Absiedlungen (Metastasen) an anderen Stellen des Körpers. Wie sie behandelt werden, hängt vor allem davon ab, wie weit sie fortgeschritten sind. Grundsätzlich gilt, dass ein Tumor leichter zu behandeln ist, wenn er noch keine Metastasen gebildet hat. Hat er sich bereits im Körper ausgebreitet, ist die Behandlung schwieriger.

    Was passiert bei einer Operation?

    Da ein Hauttumor durch eine Operation oft vollständig entfernt werden kann, ist diese Behandlung meist die erste Wahl. Bei einer Operation entfernt die Ärztin oder der Arzt nicht nur den Tumor, sondern auch etwas umliegendes Gewebe. Dieser Sicherheitsrand um den Tumor herum soll sicherstellen, dass keine Krebszellen zurückbleiben und sich dann weiter im Körper ausbreiten. Vor der Operation wird der betroffene Hautbereich örtlich betäubt.

    Während kleinere Eingriffe häufig unauffällig abheilen, können größere Operationen deutliche Narben hinterlassen. Manchmal wird auch ein zweiter Eingriff nötig, sobald die Untersuchung des entfernten Hautstücks abgeschlossen ist. Es kann zum Beispiel notwendig sein, den Sicherheitsrand zu vergrößern.

    Bei kleinen Melanomen, die nicht dicker als ein Millimeter sind, reicht eine Operation in der Regel aus. Bei größeren Melanomen wird zusätzlich ein benachbarter Lymphknoten entfernt – der sogenannte Wächterlymphknoten. Sind in ihm keine Tumorzellen zu finden, ist auch der restliche Körper meist frei von Metastasen. Wenn der Wächterlymphknoten Tumorzellen enthält, werden auch die benachbarten Lymphknoten entfernt.

    Wann ist eine Bestrahlung sinnvoll?

    Eine Bestrahlung soll das Tumorgewebe mithilfe von energiereichen Strahlen zerstören. Mit einer Strahlentherapie werden vor allem Melanome behandelt, die bereits weit fortgeschritten sind, Metastasen gebildet haben oder nicht operiert werden können.

    Welche medikamentösen Therapien gibt es?

    Medikamente kommen in unterschiedlichen Stadien einer Hautkrebserkrankung infrage. Manche werden nach einer Operation eines größeren Melanoms gegeben, oder wenn Lymphknoten befallen sind. Sie sollen Krebszellen bekämpfen, die sich möglicherweise noch im Körper befinden. Andere kommen erst zum Einsatz, wenn der Hautkrebs bereits mehrere Metastasen im Körper gebildet hat oder nicht mehr operiert werden kann.

    Welches Medikament bei einem metastasierten Melanom infrage kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab – zum Beispiel davon, ob und womit bereits behandelt wurde. Einige Wirkstoffe werden auch nur in Kombination mit einem anderen Medikament gegeben oder wenn die Melanomzellen bestimmte Eigenschaften haben.

    Zu den Medikamenten, die bei einem Melanom eingesetzt werden können, gehören:

    • Zielgerichtete Therapien: Diese Behandlungen nutzen aus, dass Krebszellen veränderte Bestandteile haben können, die zu einem unkontrollierten Wachstum des Tumors beitragen. „Zielgerichtet“ bedeutet, dass ein Arzneimittel diese veränderten Bestandteile gezielt angreift und ausschaltet. Diese Medikamente kommen nur für Menschen infrage, deren Tumorzellen solche Veränderungen aufweisen. Typische Beispiele zur Behandlung von schwarzem Hautkrebs sind sogenannte BRAF-Inhibitoren wie Vemurafenib oder Dabrafenib. Manchmal werden diese Arzneimittel auch mit den Wirkstoffen Cobimetinib oder Trametinib kombiniert.
    • Immuntherapie: Bei einer Immuntherapie werden Substanzen eingesetzt, die das Abwehrsystem des Körpers anregen. Genauer gesagt, sollen Abwehrzellen aktiviert werden, die in der Lage sind, veränderte Zellen zu zerstören. Zu diesen Substanzen zählt zum Beispiel Interferon-alpha, ein Botenstoff des Immunsystems. Zur Immuntherapie können auch Antikörper eingesetzt werden, die sich zum Beispiel an körpereigene Abwehrzellen heften und sie so aktivieren, Krebszellen abzutöten. Ipilimumab, Nivolumab und Pembrolizumab sind Vertreter dieser Medikamente, die auch bei schwarzem Hautkrebs zugelassen sind.
    • Chemotherapie: Die Chemotherapie ist eine Behandlung mit sogenannten Zytostatika, die die Tumorzellen schädigen sollen. Beim schwarzen Hautkrebs werden zum Beispiel Zytostatika wie Dacarbazin, Paclitaxel oder platinhaltige Medikamente eingesetzt. Häufig werden die Wirkstoffe miteinander kombiniert. Zytostatika werden bei schwarzem Hautkrebs meist erst eingesetzt, wenn andere medikamentöse Möglichkeiten ausgeschöpft sind.

    Quellen

    Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), Deutsche Krebsgesellschaft (DKG), Deutsche Krebshilfe (DKH). S3-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Melanoms. AWMF-Registernr.: 032-024OL. 07.2018. (Leitlinienprogramm Onkologie).

    Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO). Leitlinie Melanom. 10.2014.

    Devji T, Levine O, Neupane B, Beyene J, Xie F. Systemic Therapy for Previously Untreated Advanced BRAF-Mutated Melanoma: A Systematic Review and Network Meta-Analysis of Randomized Clinical Trials. JAMA Oncol 2017; 3(3): 366-373.

    Johnson MA, Armstrong AP. Treatment of cutaneous melanoma. In: Williams H, Bigby M, Herxheimer A, Naldi L, Rzany B, Dellavalle R et al. (Ed). Edvidence-based dermatology. London: BMJ Books; 2014. S. 231-240.

    National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE). Melanoma: assessment and management. 07.2015. (NICE Guidelines; Band 14).

    Pasquali S, Hadjinicolaou AV, Chiarion Sileni V, Rossi CR, Mocellin S. Systemic treatments for metastatic cutaneous melanoma. Cochrane Database Syst Rev 2018; (2): CD011123.

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    Schwarzer Hautkrebs - Erfahrungsbericht - Monika

    „Ich habe gelernt, mich regelmäßig beim Hautarzt untersuchen zu lassen. Aber auch, meine Haut selbst im Blick zu haben, damit ich schnell genug reagieren kann.“

    Monika, 43 Jahre

    „Ich habe gelernt, mich regelmäßig beim Hautarzt untersuchen zu lassen. Aber auch, meine Haut selbst im Blick zu haben, damit ich schnell genug reagieren kann.“

    Ich weiß gar nicht so genau, wann mir bewusst geworden ist, dass es für mich ein höheres Risiko für Hautkrebs gibt. Ich glaube, dieses Bewusstsein ist langsam gewachsen.

    Vor einigen Jahren kam mir ein Muttermal verdächtig vor. Daraufhin bin ich zu einer Hautärztin gegangen. Sie meinte, dass es weggeschnitten werden sollte. Sie wollte dies aber nicht selbst tun, sondern schickte mich zu einem Chirurgen und empfahl mir, möglichst schnell zu ihm zu gehen. Auf meine Nachfrage hin meinte sie, dass sie nichts dazu sagen könne und wir erstmal abwarten müssten. Auf der Überweisung zum Chirurgen stand „Verdacht auf malignes Melanom“. Das war sehr widersprüchlich und verunsichernd für mich: Einerseits meinte sie, dass sie nichts sagen kann und andererseits schreibt sie diese Verdachtsdiagnose auf die Überweisung mit dem Hinweis, sehr schnell zum Chirurgen zu gehen. Der Chirurg hat das Muttermal dann weggeschnitten.

    Danach bin ich zur Wundversorgung wieder zu der Hautärztin gegangen. Nach einer Woche sollte das Ergebnis da sein. Die Ärztin hat dann nebenbei erwähnt, dass alles in Ordnung ist. Sie hatte bestimmt vergessen, was sie auf die Überweisung geschrieben hatte und was das für mich bedeutet hat.

    Nach der Schwangerschaft wurde ein Muttermal entfernt

    Anfang der 90er Jahre habe ich einige neue Muttermale bekommen. Sie waren sehr dunkel, fast schwarz. Als ich schwanger war, bekam ich dann sehr dunkle Muttermale im Rumpfbereich. Sie waren am Rand ein wenig ausgefranst und ich dachte, dass ich sie mal der Hautärztin zeigen sollte. Die Ärztin meinte, dass man sie im Auge behalten sollte, aber dass es nicht schlimm ist und bis nach der Schwangerschaft Zeit hat. Ein dreiviertel Jahr nach der Geburt bin ich wieder hingegangen. Die Hautärztin hat dann entschieden, dass sie das Muttermal herausschneidet.

    Nach der Operation habe ich bei der Hautärztin angerufen, um das Ergebnis zu erfahren. Die Sprechstundenhilfe konnte mir das Ergebnis nicht am Telefon nennen und meinte, ich müsse vorbeikommen. Ich habe mir gedacht: „Oh Gott, was heißt das jetzt?“ und bin hingefahren. Ich habe schon mein Todesurteil vor mir gesehen, aber das war es dann gar nicht. Die Ärztin sagte, das Ergebnis sei grenzwertig. Es seien Zellveränderungen festgestellt worden, die jedoch nicht bösartig wären. Das war im Ganzen nicht so gut. Sie hat sicherlich überhaupt nicht realisiert, in welcher Panik ich die ganze Zeit war. Das war schon ein Schrecken für mich. Daraufhin habe ich die Hautärztin gewechselt.

    Ich habe dann im Anschluss jedes halbe Jahr meine Haut untersuchen lassen und bin regelmäßig zur Kontrolle gegangen.

    In der Bibliothek habe ich mich umfassend informiert

    Ich habe mich im Nachhinein immer mehr informiert. In der Stadtbibliothek habe ich mir alle Bücher zum Thema ausgeliehen. Ich habe versucht, ein wenig Sicherheit für mich zu finden.

    Ich habe tausendmal am Tag auf einen Fleck geschaut, habe immer wieder vor dem Spiegel gestanden und versucht, mir die Bilder, die ich in den Büchern gesehen habe, vor Augen zu rufen. Ich kann mich in solche Situationen ganz gut hineinsteigern. Meine Realitätswahrnehmung stimmt dann nicht immer. Ich schaue so lange auf den Fleck, bis ich nicht mehr weiß, ob er größer geworden ist. Manchmal gelingt es mir, mich zu beruhigen. Das hängt immer auch davon ab, wie es mir an diesem Tag gerade geht. Es gibt aber auch Situationen, in denen ich denke, dass unter mir der Boden wegsackt. Ich muss sagen, dass ich ein wenig hypochondrisch veranlagt bin. Wenn ich einen etwas auffälligen Fleck bei mir sehe, dann schaue ich ständig darauf und jedes Mal habe ich den Eindruck, dass er etwas dunkler geworden und gewachsen ist.

    Mir hilft es dann, wenn ich mich beschäftige, Leute treffe oder arbeite. Das Alleinsein ist in solchen Momenten für mich fürchterlich. Mir helfen Informationen, obwohl ich sie manchmal auch verwirrend finde. Es gibt so viele Bilder, bei manchen steht dann, dass ein Muttermal in dieser Ausprägung bösartig sein könnte, auf einer anderen Seite steht bei einer ähnlichen Abbildung, dass es nicht bösartig ist. Manchmal kann ich zwischen den Abbildungen keinen Unterschied erkennen.

    Kontrolltermine nehme ich regelmäßig wahr

    Meine neue Hautärztin ist sehr gründlich. Ich gehe regelmäßig einmal im Jahr oder alle anderthalb Jahre zur Kontrolle. Bei der Kontrolle ziehe ich mich von Kopf bis Fuß aus und lege mich auf eine Liege. Sie schaut sich zuerst den Rücken, dann den Bauch an und prüft alles sehr gründlich mit einer kleinen Lupe. Manche Muttermale schaut sie sich ein wenig intensiver an und wenn ihr eins besonders auffällt, entfernt sie es. Es ist aber auch schon ein paar Jahre her, dass mir ein auffälliges Muttermal wegoperiert wurde. So kritisch wie das eine war bisher keines mehr.

    Ich hatte mit dem Herausschneiden keine Probleme. Die Narben sind bei mir winzig klein und man sieht sie fast nicht mehr. Das Herausschneiden war in einer halben Stunde erledigt, wurde ambulant gemacht und war völlig unspektakulär. Es ziepte ein wenig, verheilte aber ganz schnell.

    Über die Untersuchung mache ich mir nie große Gedanken. Man offenbart sich ja schon. Man zieht sich ganz aus und liegt nur noch mit der Unterhose bekleidet auf der Liege. Das ist schon ein bisschen komisch.

    Ich schaue meine Haut auch selbst gründlich an

    Manchmal zögere ich die Termine für die Kontrolluntersuchungen heraus. Es ist schon ein Aufwand, vor allem muss man so lange warten. Die Untersuchung selber dauert nicht so lange. Nach der Untersuchung bin ich immer wieder sehr erleichtert, wenn die Hautärztin nichts Auffälliges gefunden hat. Bei dem letzten Fleck, der mir entfernt wurde, war ich sicher, dass er harmlos ist. Dennoch war der Tag, an dem ich das Ergebnis abholen sollte, nicht einfach und ich war angespannt. Es bleibt immer, wenn etwas weggeschnitten wird, so eine Restangst. Es könnte bösartig sein, sonst würde es ja nicht weggeschnitten. Bei mir ist es jetzt so eine Kombination: Ich vertraue der Hautärztin, weil ich sie als sehr kompetent und vorsichtig erlebe, und mein eigenes Wissen hat sich vergrößert. Das macht sicher auch etwas aus.

    Ich schaue meine Haut auch selbst gründlich an. Ich denke, ich habe es so weit im Griff, dass ich sehe, wenn da etwas Neues entsteht oder wenn sich die Muttermale verändern. Ich habe dabei kein Ritual oder feste Zeiten. Wir haben im Bad über dem Waschbecken einen großen Spiegel, vor dem ich dann stehe. Oder wenn ich mich anziehe, schaue ich, ob es neue Muttermale gibt oder ob sich die alten verändert haben.

    Irgendwie ist das für mich schwer zu verstehen. Da verändert sich etwas an der Haut, was sehr winzig ist, aber unglaublich gefährlich sein kann. Das steht doch nicht in Relation zueinander. Der letzte Fleck, der mir weggeschnitten wurde, war nicht schwarz, aber schon dunkel und saß im Haaransatz. Diesen Fleck hatte ich ganz lange. Er wuchs sehr langsam. Es gab dann irgendwann einen Moment vor dem Spiegel, da hatte ich den Eindruck, dass er größer geworden sei. Vorher hatte ich ihn gar nicht beachtet, und dann war das wie ein Schalter, der umgelegt wurde. Von da an habe ich diesen Fleck als potenziell gefährlich eingestuft.

    Manchmal habe ich trotz Schatten einen Sonnenbrand

    Vor der Sonne schütze ich mich schon. Ich halte mich lieber im Schatten auf und ich sorge auch immer dafür, dass mein Sohn gut eingecremt ist. Aber ich selbst habe mir schon mal einen Sonnenbrand eingefangen, weil ich mich nicht häufig genug eingecremt hatte. Ich unterschätze das manchmal, weil ich denke, dass ich die ganze Zeit im Schatten bin. Und dann habe ich trotz Schatten einen Sonnenbrand.

    Ich finde es schwierig, den richtigen Sonnenschutzfaktor auszuwählen. Wenn ich in der Drogerie vor den Sonnenschutzmitteln stehe, dann denke ich, dass ich die ganz hohen Schutzfaktoren nicht brauche, sondern dass diese eher für kleine Kinder sind. Ich glaube, dass ich das schon unterschätze. Auch das erneute Eincremen finde ich schwierig. Zum Beispiel wenn ich schon etwas vorgebräunt bin, mich eingeschmiert habe und dann ins Wasser gehe. Dann habe ich manchmal keine Lust mehr, mich erneut einzuschmieren. Da spielt schon ein wenig Bequemlichkeit mit.

    Ich sorge dafür, dass mein Sohn gut eingecremt ist

    Bei meinem Sohn achte ich viel genauer darauf. Ich schmiere ihn viel öfter ein als mich. Eigentlich kann er das mittlerweile selber, aber er hat wenig Lust dazu. Aber da bin ich hinterher. Manchmal ist das nicht einfach, aber ich setze mich durch.

    Ich schaue auch, ob sich die Haut bei meinem Sohn verändert. Er hat einige dunkle Muttermale bekommen und ich war im letzten Jahr mit ihm bei der Hautärztin. Allerdings habe ich auch einen Fehler gemacht: Ich war mit ihm im vorpubertären Alter bei einer Ärztin. Er fand das Ausziehen ganz fürchterlich und hat sich geweigert. Wir laufen zu Hause zwar auch nackt herum, aber ich habe sein Schamgefühl falsch eingeschätzt. Er war ziemlich sauer auf mich und ich denke, auch zu Recht. Ich hätte mit ihm zu einem Arzt gehen sollen.

    Ich habe gelernt, mich regelmäßig beim Hautarzt untersuchen zu lassen. Aber auch, meine Haut selbst im Blick zu haben, damit ich schnell genug reagieren kann.

     

    Danksagung

    Erfahrungsberichte fassen Interviews mit Betroffenen zusammen. Alle Gesprächspartnerinnen und -partner haben der Veröffentlichung zugestimmt. Ihnen gilt unser herzlicher Dank.

    Die Berichte geben einen Einblick in den persönlichen Umgang und das Leben mit einer Erkrankung. Die Aussagen stellen keine Empfehlung des IQWiG dar.

    Hinweis: Um die Anonymität der Interviewten zu wahren, ändern wir ihre Vornamen. Die Fotos zeigen unbeteiligte Personen.