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Stürze bei älteren Menschen

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    Eine hoch stehende Teppichkante, ein loses Kabel oder rutschige Fliesen im Bad – Stolperfallen gibt es im Haushalt zuhauf. Wenn ältere Menschen stürzen, kann das aber auch andere Ursachen haben. Lesen Sie, welche das sein können und wie sich am besten vorbeugen lässt.

    Einleitung

    Viele ältere Menschen haben Angst zu stürzen, sich einen Knochen zu brechen und dadurch ihre Unabhängigkeit zu verlieren. So verständlich dies ist: Sich aus Angst vor einem Sturz weniger zu bewegen, kann das Gegenteil bewirken. Denn wer aufhört, körperlich aktiv zu sein, hat ein größeres Risiko zu stürzen als jemand, der täglich zum Beispiel viel zu Fuß unterwegs ist.

    Wichtig ist, vermeidbare Gefahren im Alltag zu erkennen und nach Abhilfe zu suchen. Ein angepasstes Bewegungstraining kann helfen, möglichst beweglich zu bleiben und Stürzen vorzubeugen. Welche Maßnahmen für einen älteren Menschen nützlich sind, hängt vor allem vom persönlichen Gesundheitszustand ab.

    Ursachen und Risikofaktoren

    Stürze können durch Hindernisse und Stolperfallen in der eigenen Wohnung oder unmittelbaren Umgebung verursacht werden. Dazu gehören zum Beispiel hoch stehende Teppichkanten und Fußleisten, lose Kabel, glatte Böden oder rutschige Badematten. Problematisch kann es auch sein, nachts nur auf Socken zur Toilette zu gehen, etwa über glattes Parkett.

    Stürze können aber auch die Folge bestimmter gesundheitlicher Probleme sein. Beispiele hierfür sind Sehbehinderungen, gelegentliche Kreislaufschwäche oder Schwindel durch zu hohen oder zu niedrigen Blutdruck sowie einige Erkrankungen, die den Gleichgewichtssinn stören. Manche Medikamente können ebenfalls die Aufmerksamkeit und die Reflexe beeinträchtigen und dadurch zu Stürzen führen. Zu diesen Medikamenten gehören vor allem bestimmte Beruhigungsmittel und andere Psychopharmaka. Auch Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Medikamenten können das Sturzrisiko erhöhen.

    Wer schon einmal hingefallen ist, hat ein erhöhtes Risiko, erneut zu stürzen. Es gibt allerdings Möglichkeiten, dieses Risiko zu verringern.

    Häufigkeit

    Man schätzt, dass etwa 30 von 100 Männern und Frauen über 65 Jahre einmal im Jahr stürzen. Bei Heimbewohnern ist die Rate höher als bei Menschen, die zu Hause leben. Die meisten Stürze gehen aber auch bei Menschen über 65 Jahre glimpflich aus und haben keine ernsthaften gesundheitlichen Folgen.

    Folgen

    Manchmal kommt es durch einen Sturz zu einer Prellung oder Abschürfung. Knochenbrüche treten jedoch bei weniger als einem von zehn Stürzen auf. Wenn es zu einem Knochenbruch kommt, sind meist die Unterarmknochen betroffen.

    Knochenbrüche an der Hüfte oder am Oberschenkel können auch ernsthafte Komplikationen und Einschränkungen zur Folge haben. Zudem können sie längere Klinikaufenthalte nötig machen. Vor allem für Menschen im höheren Alter erhöhen Stürze mit ernsthaften Folgen das Risiko, pflegebedürftig zu werden.

    Vorbeugung

    Einige Maßnahmen zur Vermeidung von Stürzen sind relativ einfach. Beispielsweise kann man die eigene Wohnung auf Stolperfallen überprüfen und diese beseitigen (lassen). Was darüber hinaus sinnvoll ist, hängt sehr von der persönlichen und gesundheitlichen Situation eines älteren Menschen ab. Dies können zum Beispiel Bewegungsprogramme, Gehhilfen, die Behandlung bestimmter Gesundheitsprobleme, eine neue Brille oder auch das Absetzen von Medikamenten sein.

    Leben und Alltag

    Bei allen Möglichkeiten und Ratschlägen, die es gibt, um sich vor Stürzen zu schützen: Wichtig ist, sich im Alltag nicht zu sehr zu ängstigen. Wie schon erwähnt, gehen die meisten Stürze glimpflich aus.

    Wer aktiv bleibt, schützt sich dadurch vor Stürzen. Gerade für ältere Menschen ist es wichtig, so gut es geht körperlich beweglich zu bleiben – nicht zuletzt, um sich möglichst viel Unabhängigkeit zu bewahren.

    Quellen

    Cameron ID, Gillespie LD, Robertson MC, Murray GR, Hill KD, Cumming RG et al. Interventions for preventing falls in older people in care facilities and hospitals. Cochrane Database Syst Rev 2012; (12): CD005465.

    Gillespie LD, Robertson MC, Gillespie WJ, Sherrington C, Gates S, Clemson LM et al. Interventions for preventing falls in older people living in the community. Cochrane Database Syst Rev 2012; (9): CD007146.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Was ältere Menschen tun können, um Stürzen vorzubeugen

    Stürze können in jedem Alter passieren. Weil ein Sturz aber gerade für ältere Menschen ernsthafte gesundheitliche Folgen haben kann, lohnt es sich für sie besonders, Stürzen so gut wie möglich vorzubeugen. Einige Maßnahmen zur Vermeidung von Stürzen sind zudem recht einfach.

    Eine einfache und wirkungsvolle Maßnahme ist das Beseitigen von Stolperfallen in der häuslichen Umgebung. Für Menschen mit erhöhtem Sturzrisiko, die zu Hause wohnen, kann es sehr hilfreich sein, solche Stolperfallen in der Wohnung und im Eingangsbereich zu erkennen und zu beseitigen. Diese Maßnahme hat anscheinend den größten Erfolg, wenn sie mithilfe einer Ergotherapeutin oder eines Ergotherapeuten durchgeführt wird. Für Menschen mit geringer Sehkraft ist es besonders sinnvoll, Stolperfallen zu beseitigen.

    Stürze können in jedem Alter passieren. Weil ein Sturz aber gerade für ältere Menschen ernsthafte gesundheitliche Folgen haben kann, lohnt es sich für sie besonders, Stürzen so gut wie möglich vorzubeugen. Einige Maßnahmen zur Vermeidung von Stürzen sind zudem recht einfach.

    Eine einfache und wirkungsvolle Maßnahme ist das Beseitigen von Stolperfallen in der häuslichen Umgebung. Für Menschen mit erhöhtem Sturzrisiko, die zu Hause wohnen, kann es sehr hilfreich sein, solche Stolperfallen in der Wohnung und im Eingangsbereich zu erkennen und zu beseitigen. Diese Maßnahme hat anscheinend den größten Erfolg, wenn sie mithilfe einer Ergotherapeutin oder eines Ergotherapeuten durchgeführt wird. Für Menschen mit geringer Sehkraft ist es besonders sinnvoll, Stolperfallen zu beseitigen.

    Können Bewegungsprogramme helfen?

    Für Menschen, die zu Hause wohnen und ein hohes Sturzrisiko haben, kann ein altersgemäßes Trainingsprogramm nützlich sein, das die Muskulatur stärkt und den Gleichgewichtssinn verbessert. Studien belegen, dass solche Programme Stürzen vorbeugen können. Dies gilt sowohl für Gruppenprogramme als auch für ein individuelles Training zu Hause. Allerdings ist es wichtig, sich eine zu den eigenen körperlichen Fähigkeiten passende Bewegungsart auszusuchen.

    Ältere Menschen, die in Pflegeheimen wohnen, sind in der Regel stärker gesundheitlich beeinträchtigt als andere. Selbst hier kann ein Trainingsprogramm nützlich sein. Studien zeigen, dass auch stärker beeinträchtigte Menschen in Pflegeheimen seltener stürzen, wenn ihnen auf sie zugeschnittene Programme zur Vermeidung von Stürzen angeboten werden. Solche Programme werden meist von verschiedenen Fachleuten gestaltet, etwa aus den Bereichen Physiotherapie, Altenpflege und Geriatrie. Teams aus Fachleuten verschiedener Disziplinen können individuelle Risiken eher erkennen und Maßnahmen besser an den Einzelnen anpassen.

    Kann das Absetzen bestimmter Medikamente das Sturzrisiko senken?

    Manche Arzneimittel können allein oder in Kombination mit anderen Mitteln das Risiko für Stürze erhöhen. Studien zeigen, dass sich das Sturzrisiko senken lässt, wenn unnötige Medikamente abgesetzt werden. Dazu ist es hilfreich, eine Liste aller eingenommenen Medikamente zu erstellen, zum Beispiel mit einem Formblatt zum Ausdrucken. Am besten bespricht man mit einer Ärztin oder einem Arzt, ob wirklich alle Medikamente nötig sind und ob es Wechselwirkungen geben könnte.

    Bekannt ist, dass bestimmte Psychopharmaka das Risiko für Stürze erhöhen. Menschen mit Beschwerden wie starke Unruhe, Schlaflosigkeit, Angst oder Erschöpfung greifen manchmal zu solchen Medikamenten, zum Beispiel zu Benzodiazepinen. Wer diese Medikamente schrittweise absetzt, kann sein Sturzrisiko senken. Da Benzodiazepine schon in niedriger Dosierung nach wenigen Wochen abhängig machen können, ist das Absetzen nicht immer einfach.

    Kann Vitamin D Stürzen vorbeugen?

    Aktuelle Studien deuten darauf hin, dass Vitamin D helfen kann, Stürze zu vermeiden, wenn jemand einen zu geringen Vitamin-D-Spiegel hat. Bei Personen mit normalen Vitamin-D-Werten zeigt Vitamin D keinen Vorteil. Der Vitamin-D-Spiegel kann durch eine Blutuntersuchung festgestellt werden.

    Vitamin D soll die Muskulatur stärken. Außerdem fördert Vitamin D bei Bedarf die Aufnahme von Kalzium und Phosphat aus dem Darm. Ein ausreichender Kalziumspiegel ist für einen normalen Knochenstoffwechsel wichtig und damit auch für die Stabilität der Knochen. Möglicherweise ist Vitamin D wirksamer, wenn es zusammen mit Kalzium genommen wird.

    Vitamin D und Kalzium können unerwünschte Wirkungen haben. Dazu gehört vor allem die Bildung von Nierensteinen. Europäische und US-amerikanische Behörden empfehlen, täglich nicht mehr als 1000 bis 1300 mg Kalzium in Form von Nahrungsergänzungsmitteln aufzunehmen.

    Was können Menschen mit bestimmten Gesundheitsproblemen tun?

    Einige Studien zeigen auch, dass Menschen ihr Risiko für Stürze verringern können, indem sie bestimmte gesundheitliche Probleme behandeln lassen:

    • Menschen mit einem Grauen Star stürzen weniger, wenn sie die eingetrübten Linsen operativ entfernen und durch eine Kunststofflinse ersetzen lassen, um wieder besser sehen zu können.
    • Bei bestimmten Herzrhythmusstörungen könnte ein Herzschrittmacher sinnvoll sein.
    • Menschen mit Fußbeschwerden können mithilfe von Schuheinlagen sowie mit Fuß- und Gelenkübungen Stürzen vorbeugen.

    Was könnte sonst noch helfen?

    In einigen Studien bewerteten Fachleute aus Medizin, Pflege, Physio- oder Ergotherapie das individuelle Sturzrisiko älterer Menschen und schlugen passende Maßnahmen zur Sturzvorbeugung vor. Beispielsweise wurde überprüft, ob die Teilnehmenden eine Sehschwäche oder andere gesundheitliche Probleme hatten, die das Sturzrisiko erhöhen, und ob sie beispielsweise von einer Brille oder von Gehhilfen profitieren könnten. Diese individuell angepassten Maßnahmen erwiesen sich als hilfreich.

    Im Winter könnten Schneeketten oder Spikes für Schuhe das Risiko von Stürzen außer Haus senken. Die Ketten werden um die Sohle des Schuhs gelegt und sollen ähnlich wie Schneeketten beim Auto verhindern, dass man bei Glätte ins Rutschen kommt. In einer Studie half diese Maßnahme, Stürze zu vermeiden.

    Auch wenn man viel tun kann, um Stürzen vorzubeugen, lässt sich nicht jeder Sturz verhindern. Daher ist es gerade für ältere Menschen und Personen mit brüchigen Knochen (Osteoporose) wichtig zu wissen, wie sie ihre Knochen kräftigen und dadurch schützen können.

    Quellen

    Cameron ID, Gillespie LD, Robertson MC, Murray GR, Hill KD, Cumming RG et al. Interventions for preventing falls in older people in care facilities and hospitals. Cochrane Database Syst Rev 2012; (12): CD005465.

    Gillespie LD, Robertson MC, Gillespie WJ, Sherrington C, Gates S, Clemson LM et al. Interventions for preventing falls in older people living in the community. Cochrane Database Syst Rev 2012; (9): CD007146.

    Lee SH, Kim HS. Exercise Interventions for Preventing Falls Among Older People in Care Facilities: A Meta-Analysis. Worldviews Evid Based Nurs 2016; 14(1): 74-80.

    Sherrington C, Michaleff ZA, Fairhall N, Paul SS, Tiedemann A, Whitney J et al. Exercise to prevent falls in older adults: an updated systematic review and meta-analysis. Br J Sports Med 04.10.2016 [Epub ahead of print].

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    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.