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Durchfall

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    Durchfallerkrankungen sind weit verbreitet. Meist sind sie die Folge einer Infektion mit Viren und nach wenigen Tagen überstanden. Starker, länger anhaltender Durchfall muss jedoch behandelt werden. Er kann zu einem gefährlichen Flüssigkeits- und Salzverlust führen – vor allem bei kleinen Kindern und Älteren.

    Einleitung

    Durchfallerkrankungen sind sehr verbreitet: In Deutschland trifft es Erwachsene im Durchschnitt einmal im Jahr, Kinder erkranken noch öfter. Meistens ist Durchfall die Folge einer Infektion mit Viren, am häufigsten mit den sehr ansteckenden Noroviren und Rotaviren. Eine Magen-Darm-Infektion (Gastroenteritis) kann aber auch durch Bakterien wie Salmonellen oder Campylobacter ausgelöst werden.

    Bei normalem Durchfall genügt es meist, den Flüssigkeitsverlust wieder auszugleichen und abzuwarten, bis die Infektion vorübergeht. Starker oder länger anhaltender Durchfall muss jedoch behandelt werden, weil er zu einem gefährlichen Flüssigkeits- und Salzverlust führen kann – vor allem bei kleinen Kindern und älteren Menschen.

    Symptome

    Oft beginnt eine Magen-Darm-Infektion plötzlich mit schwallartigem Erbrechen oder starkem Durchfall. Von Durchfall spricht man, wenn jemand innerhalb von 24 Stunden mindestens dreimal sehr weichen oder flüssigen Stuhlgang hat. Durchfall wird oft von Bauchschmerzen, -krämpfen und Blähungen begleitet. Durchfall und Übelkeit gehen manchmal auch mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen einher.

    Schwindel und Kreislaufprobleme können darauf hinweisen, dass der Körper zu viel Flüssigkeit und Salze (Elektrolyte) verloren hat. Dann ist rasche ärztliche Hilfe nötig. Andere Gründe, bei Durchfall ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, sind:

    • keine Besserung nach 48 Stunden
    • hohes Fieber
    • Blut im Stuhl (der Stuhl enthält rotes Blut oder ist schwarz)
    • Schleim, der dem Stuhl aufgelagert ist
    • starke Schmerzen

    Ursachen und Risikofaktoren

    Durchfall kann viele unterschiedliche Ursachen haben. Zu den häufigsten gehört eine Magen-Darm-Infektion durch die sehr ansteckenden Noro- oder Rotaviren, an der meist kleine Kinder und ältere Menschen erkranken. Bakterielle Magen-Darm-Infektionen werden in Deutschland meist durch Campylobacter oder Salmonellen ausgelöst. Auf Reisen können je nach Reiseziel und hygienischen Verhältnissen außerdem Infektionen mit Shigellen, bestimmten Kolibakterien oder Parasiten zu Durchfall führen.

    Durchfall kann auch andere Ursachen haben als Infektionen. Dazu gehören

    • ungewohntes Essen, zum Beispiel auf (Fern-)Reisen,
    • Lebensmittelunverträglichkeiten wie Gluten- oder Laktoseintoleranz,
    • ein „nervöser Darm“ (Reizdarmsyndrom),
    • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa sowie
    • Arzneimittel-Nebenwirkungen: Insbesondere Antibiotika lösen manchmal Durchfall aus, weil sie die normale Darmflora angreifen.

    Verlauf

    Akute Durchfallerkrankungen sind meist nach wenigen Tagen bis einer Woche überstanden. Hält der Durchfall länger als zwei Wochen an, spricht man von anhaltendem Durchfall.

    Folgen

    Meistens ist akuter Durchfall harmlos. Bei starkem, wässrigem Durchfall oder häufigem Erbrechen mit hohem Flüssigkeitsverlust ist es aber wichtig, rechtzeitig ärztlichen Rat einzuholen, um ein Kreislaufversagen zu vermeiden. Das gilt vor allem für Säuglinge und Kleinkinder, Menschen mit geschwächtem Immunsystem und Ältere. Da bei älteren Menschen oft das Durstgefühl nachlässt und sie dann zu wenig trinken, ist bei ihnen die Gefahr einer Austrocknung (Dehydratation) besonders groß.

    Verschiedene Anzeichen können auf einen starken Flüssigkeitsverlust hindeuten:

    • Der Allgemeinzustand verschlechtert sich.
    • Augen, Wangen oder Gesicht sind eingefallen.
    • Atmung oder Herzschlag sind schneller als normal.
    • Die Haut ist nicht mehr elastisch: Wenn man sie am Arm oder Bauch leicht zusammendrückt, wird sie danach nicht gleich wieder glatt, sondern es bleibt eine kleine Falte stehen.
    • Starker Durst, Benommenheit, dunkler Urin oder fehlender Harndrang sowie trockene Augen, Lippen oder eine trockene Zunge.
    • Bei älteren Menschen treten manchmal auch Brustschmerzen oder Muskelkrämpfe auf.

    Diagnose

    Bei einem Arztbesuch fragt die Ärztin oder der Arzt zunächst:

    • ob die Symptome plötzlich oder allmählich aufgetreten sind,
    • wie der Stuhl beschaffen ist (Konsistenz und Aussehen),
    • seit wann der Durchfall besteht und wie häufig er ist,
    • ob auch Beschwerden wie Bauchschmerzen, Erbrechen oder Fieber auftreten und
    • was vor Beginn des Durchfalls gegessen wurde.

    Wichtig ist zudem,

    • ob man vor kurzem auf Reisen war,
    • welche Medikamente eingenommen wurden oder werden,
    • ob es bekannte Allergien oder Unverträglichkeiten gibt oder
    • ob eine chronische Erkrankung wie etwa ein Diabetes besteht.

    Bei blutigem oder anhaltendem Durchfall kann eine Stuhl- oder Blutprobe nötig sein, um festzustellen, welche Erreger die Infektion ausgelöst haben. Das Gleiche gilt für Durchfall mit Schleimauflagerung.

    Vorbeugung

    Viren und Bakterien werden durch Kontakt mit dem Stuhl, Erbrochenem, mit verunreinigten Gegenständen, Wasser oder Nahrungsmitteln übertragen.

    Bei einer akuten Durchfallerkrankung ist deshalb vor allem regelmäßiges gründliches Händewaschen mit Seife sehr wichtig, um sich und andere vor einer Ansteckung zu schützen. Auch eine Händedesinfektion kann hilfreich sein. Falls es zu Hause ein zweites WC gibt, kann ein erkranktes Familienmitglied dieses allein benutzen.

    Kleidung wird am besten bei mindestens 60 Grad gewaschen. Wichtig ist, in der Küche und bei der Zubereitung von Speisen verstärkt auf eine gute Hygiene zu achten. Wer akuten Durchfall hat, sollte außerdem keine Speisen für andere zubereiten.

    Bei einer Reise in subtropische oder tropische Länder kann es je nach Hygienestandards nötig sein, auf rohes, ungeschältes Obst und Gemüse zu verzichten und kein Leitungswasser zu trinken. Fisch oder Fleisch sollten gut durchgebraten oder gekocht sein.

    Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, Säuglinge unter sechs Monaten gegen Rotaviren impfen zu lassen. Die Schluckimpfung soll etwa 2 bis 3 Jahre vor einer Infektion schützen.

    Behandlung

    Wer Durchfall hat, verliert Flüssigkeit und Elektrolyte. Deshalb ist es das Wichtigste, diesen Verlust auszugleichen. Bei akutem Durchfall reicht dafür zum Beispiel gezuckerter Tee in Kombination mit Salzgebäck. Häufig wird empfohlen, magenschonende Kost wie Reis, Bananen oder Zwieback zu essen. Manche verzichten auch auf Kaffee, Fruchtsäfte, Limonaden, Alkohol und fettige Speisen, um den Darm nicht zusätzlich zu reizen.

    Akuter Durchfall bei Jugendlichen und Erwachsenen muss nicht besonders behandelt werden. Bei kleinen Kindern und alten Menschen sowie bei starkem Durchfall ist es sinnvoll, den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust mit einer Rehydratationslösung aus der Apotheke oder Drogerie (auch Elektrolyt- / Glukoselösungen genannt) wieder auszugleichen. Dabei handelt es sich um Pulver zum Auflösen in Wasser. Sie enthalten Salze, Mineralstoffe und Traubenzucker. Als Ersatz – zum Beispiel auf Reisen – kann man auch folgende Zutaten in einen Liter abgepacktes oder abgekochtes Wasser geben und darin verrühren:

    • 4 Teelöffel Zucker,
    • ¾ Teelöffel Kochsalz und
    • ein Glas abgepackten Orangensaft.

    Zusätzlich zur Flüssigkeitsaufnahme und zu anderen Behandlungen können Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel mit probiotischen Mikroorganismen (Probiotika) helfen, die Dauer des Durchfalls zu verkürzen.

    Daneben können – je nach Dauer und Schwere der Symptome – weitere Behandlungen infrage kommen:

    • Medikamente wie Loperamid oder Racecadotril beruhigen den Darm und können die Häufigkeit der Toilettengänge verringern. Loperamid ist für Kinder unter zwölf Jahren nicht geeignet, Racecadotril ist für Kinder verschreibungspflichtig.
    • Manchmal werden bestimmte Hefetabletten (Perenterol) empfohlen, die die Ausscheidung der Erreger beschleunigen und die Wiederherstellung der natürlichen Darmflora unterstützen sollen. Auch die Einnahme von Kohletabletten, die vorher in Wasser aufgelöst werden, soll die Beschwerden lindern. Es gibt aber keine aussagekräftigen Studien, um Nutzen und Schaden dieser Behandlungsmöglichkeiten ausreichend beurteilen zu können. Schwer kranke oder Personen mit sehr geschwächtem Immunsystem sollten keine Hefetabletten einnehmen.
    • Antibiotika kommen nur bei einer bakteriellen Darminfektion infrage. Gegen Viren können sie nichts ausrichten.

    Weitere Informationen

    Die Hausarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem ärztlichen Rat braucht. Wir informieren darüber, wie man die richtige Praxis findet, wie man sich am besten auf den Arztbesuch vorbereitet und was dabei wichtig ist.

    Bei Kindern unter sechs Jahren, die eine Gemeinschaftseinrichtung (Kindertagesstätte, Kindergarten) besuchen, ist eine Magen-Darm-Infektion generell meldepflichtig. Das heißt, wenn eine Ärztin oder ein Arzt eine Infektionskrankheit feststellt, ist sie oder er verpflichtet, dies innerhalb von 24 Stunden dem zuständigen Gesundheitsamt zu melden. Damit erkrankte Kinder niemanden anstecken, dürfen sie erst wieder in die Kita oder zur Schule gehen, wenn sie zwei Tage keinen Durchfall mehr hatten.

    Laut Infektionsschutzgesetz dürfen Personen in Lebensmittelberufen bei Verdacht auf eine Darminfektion nicht zur Arbeit gehen. Auch ihnen wird empfohlen, nach Abklingen des Durchfalls mindestens zwei Tage zu warten, bevor sie wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Je nach Ursache der Infektion muss vorher ärztlich bescheinigt werden, dass der Stuhl frei von Erregern ist. In den folgenden 4 bis 6 Wochen sollte besonders streng auf Händehygiene am Arbeitsplatz geachtet werden, da die Erreger noch so lange mit dem Stuhl ausgeschieden werden können.

    Quellen

    Auswärtiges Amt, Gesundheitsdienst. Merkblatt für Beschäftigte und Reisende. Krankheitsprävention und Hygiene im Ausland (insb. Tropen). Kurzfassung für den eiligen Leser. 07.2016.

    Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz. Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutzgesetz - IfSG): § 34 Gesundheitliche Anforderungen, Mitwirkungspflichten, Aufgaben des Gesundheitsamtes.

    Dalby-Payne JR, Elliott EJ. Gastroenteritis in children. BMJ Clin Evid 2011: pii: 0314.

    Ejemot-Nwadiaro RI, Ehiri JE, Arikpo D, Meremikwu MM, Critchley JA. Hand washing promotion for preventing diarrhoea. Cochrane Database Syst Rev 2015; (9): CD004265.

    Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amtes. Merkblatt für Beschäftigte und Reisende: Durchfall (Diarrhoe). 2007.

    Gordon M, Akobeng A. Racecadotril for acute diarrhoea in children: systematic review and meta-analyses. Arch Dis Child 2016; 101(3): 234-240.

    Gottlieb T, Heather CS. Diarrhoea in adults (acute). BMJ Clin Evid 2011: pii: 0901.

    National Collaborating Centre for Women's and Children's Health. Diarrhoea and vomiting caused by gastroenteritis: Diagnosis, Assessment and Management in children younger than 5 years. 04.2009. (NICE Clinical Guidelines).

    Ogilvie I, Khoury H, Goetghebeur MM, El Khoury AC, Giaquinto C. Burden of community-acquired and nosocomial rotavirus gastroenteritis in the pediatric population of Western Europe: a scoping review. BMC Infect Dis 2012; 12: 62.

    Pfeiffer ML, DuPont HL, Ochoa TJ. The patient presenting with acute dysentery - a systematic review. J Infect 2012; 64(4): 374-386.

    Robert Koch-Institut (RKI). Infektionsepidemiologisches Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten für 2017. Berlin: RKI; 2018.

    World Health Organization (WHO). The treatment of diarrhoea. A manual for physicians and other senior health workers. Genf: WHO; 2005.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Was Studien sagen: Können Probiotika bei Durchfall helfen?

    Probiotika können die Dauer eines Durchfalls um etwa einen Tag verkürzen. Insgesamt sind probiotische Produkte – dazu gehören vor allem bestimmte Milchsäurebakterien – gut verträglich.

    Durchfall ist oft die Folge einer Darminfektion. Außer bei starkem Durchfall genügt es meist, durch viel Trinken den Flüssigkeitsverlust auszugleichen und abzuwarten, bis die Infektion vorübergeht. Bei kleinen Kindern und älteren Menschen kann ein Flüssigkeitsverlust aber schnell so gefährlich werden, dass eine spezielle Behandlung nötig ist. Lebensbedrohliche Durchfallerkrankungen sind in Industrieländern allerdings selten.

    Bei einem milden Durchfall wird manchmal neben viel Trinken empfohlen, zusätzlich probiotische Lebensmittel zu verzehren. Probiotika enthalten spezielle Mikroorganismen wie Bakterien oder Hefen. Sie sollen sich im Darm ansiedeln, dort die Durchfallerreger verdrängen und so den Körper bei ihrer Bekämpfung unterstützen. Die bekanntesten Probiotika sind Milchsäurebakterien. Sie sind zum Beispiel in naturbelassenem Joghurt und anderen Milchprodukten sowie bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln enthalten.

    Forschung zur Wirkung von Probiotika

    Um die Frage zu beantworten, wie gut Probiotika gegen akuten Durchfall helfen, haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des internationalen Forschungsnetzwerks Cochrane Collaboration geeignete Studien zu diesem Thema ausgewertet. Die Wirksamkeit von Probiotika bei akutem Durchfall wurde in 63 Studien mit etwa 8000 Teilnehmenden untersucht.

    An den Studien nahmen vor allem Kinder teil, deren Durchfall weniger als zwei Wochen andauerte. Sie nahmen Probiotika in unterschiedlichen Formen zu sich, zum Beispiel als Joghurt, in Milch, spezieller Babynahrung, als Pulver oder Kapseln.

    Probiotika können Dauer des Durchfalls verkürzen

    Die Probiotika erwiesen sich in den Studien als hilfreich: Sie verkürzten die Erkrankungsdauer im Schnitt um einen Tag. Andere Studien haben geprüft, wie viele Teilnehmende nach drei Tagen keinen Durchfall mehr hatten:

    • Ohne Behandlung hatten etwa 34 von 100 Personen nach drei Tagen keinen Durchfall mehr.
    • Mit Probiotika war der Durchfall bei ungefähr 55 von 100 Personen nach drei Tagen vorbei.

    Das bedeutet: 21 von 100 Menschen haben die Darminfektion durch die Einnahme von Probiotika schneller überstanden.

    Offen bleibt allerdings, ob die verschiedenen probiotischen Produkte und Mittel gleich wirksam sind. Unklar ist also, ob es Unterschiede gibt zwischen Joghurt, Kapseln oder Pulver – oder zwischen Milchsäurebakterien und anderen Mikroorganismen.

    Nebenwirkungen

    Von Nebenwirkungen wurde in den Studien kaum berichtet. Insgesamt waren die probiotischen Produkte gut verträglich. Bei Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem oder bestimmten schweren Vorerkrankungen ist aber nicht auszuschließen, dass die Bakterien oder Hefen in Probiotika manchmal selbst eine Infektion auslösen.

    Quellen

    Allen SJ, Martinez EG, Gregorio GV, Dans LF. Probiotics for treating acute infectious diarrhoea. Cochrane Database Syst Rev 2010; (11): CD003048.

    Bernaola Aponte G, Bada Mancilla CA, Carreazo NY, Rojas Galarza RA. Probiotics for treating persistent diarrhoea in children. Cochrane Database Syst Rev 2013; (8): CD007401.

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    Mehr Wissen: Reisedurchfall

    Reist man in ferne Länder, müssen sich Magen und Darm oft erst an ungewohnte Lebensmittel und Zubereitungen gewöhnen. Durchfall kommt auf Fernreisen häufig vor. Er dauert normalerweise nur ein paar Tage an, eine Behandlung ist meistens nicht nötig. Einige Verhaltensregeln können helfen, das Durchfall-Risiko auf Reisen zu senken.

    Wer in ein Land mit feucht-heißem Klima reist, bekommt leicht Durchfall. Das hat verschiedene Gründe: So können ungewohntes Essen, scharf gewürzte Gerichte und exotische Zutaten Magen und Darm strapazieren. Niedrige Hygienestandards, hohe Temperaturen und unzureichende Kühlung machen es Bakterien leicht, sich in Nahrungsmitteln oder Wasser zu vermehren. Sie sind die häufigsten Auslöser von Reisedurchfall. Aber auch Viren können durch Lebensmittel oder Wasser übertragen werden.

    Bei starkem oder länger anhaltendem Durchfall ist es besonders wichtig, den Flüssigkeits- und Salzverlust auszugleichen. Wenn sich die Beschwerden nicht bessern oder in den Tagen oder Wochen nach einer Fernreise starker Durchfall auftritt, ist ein Arztbesuch ratsam.

    Reist man in ferne Länder, müssen sich Magen und Darm oft erst an ungewohnte Lebensmittel und Zubereitungen gewöhnen. Durchfall kommt auf Fernreisen häufig vor. Er dauert normalerweise nur ein paar Tage an, eine Behandlung ist meistens nicht nötig. Einige Verhaltensregeln können helfen, das Durchfall-Risiko auf Reisen zu senken.

    Wer in ein Land mit feucht-heißem Klima reist, bekommt leicht Durchfall. Das hat verschiedene Gründe: So können ungewohntes Essen, scharf gewürzte Gerichte und exotische Zutaten Magen und Darm strapazieren. Niedrige Hygienestandards, hohe Temperaturen und unzureichende Kühlung machen es Bakterien leicht, sich in Nahrungsmitteln oder Wasser zu vermehren. Sie sind die häufigsten Auslöser von Reisedurchfall. Aber auch Viren können durch Lebensmittel oder Wasser übertragen werden.

    Bei starkem oder länger anhaltendem Durchfall ist es besonders wichtig, den Flüssigkeits- und Salzverlust auszugleichen. Wenn sich die Beschwerden nicht bessern oder in den Tagen oder Wochen nach einer Fernreise starker Durchfall auftritt, ist ein Arztbesuch ratsam.

    Wie kann man Durchfall auf einer Reise vorbeugen?

    Krankheitserreger verbreiten sich häufig über Lebensmittel oder durch eine Schmierinfektion – zum Beispiel durch Berühren von verunreinigten Gegenständen mit der Hand, die dann zum Mund geführt wird. Um sich auf Reisen vor Durchfall zu schützen, ist es deshalb besonders wichtig, sich oft und gründlich die Hände zu waschen. Außerdem sollte man sich mit ungewaschenen Händen möglichst nicht ins Gesicht fassen.

    Je nach Reiseland können folgende Verhaltensregeln helfen, das Risiko einer Darminfektion zu verringern:

    • Regelmäßig die Hände waschen, vor allem vor dem Essen sowie nach jedem Toilettengang. Desinfizierende Tücher oder Lotionen im Handgepäck helfen, wenn Händewaschen unterwegs nicht möglich ist. Wenn vorhanden, Einmalhandtücher aus Papier verwenden.
    • Kein Leitungswasser, sondern nur abgepackt gekauftes Wasser aus Flaschen oder Behältern mit intaktem Schraubverschluss trinken. Auch auf Eiswürfel und mit Wasser verdünnte Getränke verzichten.
    • Zum Zähneputzen und Mundspülen ebenfalls nur abgepacktes Wasser verwenden.
    • Kein Wasser aus Brunnen, Flüssen und Bächen (auch an Quellen), Wasserfällen oder stehenden Gewässern trinken.
    • Obst, rohes Gemüse, Salat und Kräuter nur essen, wenn sie selbst geschält beziehungsweise mit abgepacktem Wasser gründlich gewaschen wurden.
    • Fleisch und Fisch nur gut gekocht oder durchgebraten verzehren.
    • Kontakt mit Tieren meiden, da sie ebenfalls Bakterien oder Viren übertragen können.
    • Fliegen von den Nahrungsmitteln fernhalten.

    Kann man sich durch Impfungen schützen?

    Allgemein ist es sinnvoll, sich vor einer Fernreise zu erkundigen, welche Impfungen für das Reiseland oder -gebiet empfohlen werden. Allerdings stehen gegen die Erreger, die häufig Reisedurchfall auslösen, keine Impfstoffe zur Verfügung.

    Bei Reisen in gefährdete Regionen wird zu einer Cholera-Impfung geraten. Der Schluckimpfstoff wird aber nur bei Langzeitaufenthalten unter schlechten hygienischen Bedingungen oder bei medizinischen Tätigkeiten in gefährdeten Gebieten empfohlen. Oft heißt es, dass der Cholera-Impfstoff auch das Risiko einer ETEC-Infektion mindern kann. Dies ist aber wissenschaftlich umstritten.

    Welche Bakterien können Durchfall auslösen?

    Auf Reisen in warme Länder können es Reisende neben den auch in Deutschland verbreiteten Salmonellen und Campylobacter mit weiteren Bakterien zu tun bekommen. Sie können zum Beispiel folgende Infektionen verursachen:

    • ETEC: Bakterien der Sorte „enterotoxische Escherichia coli“ werden über rohe oder nicht durchgegarte Lebensmittel, nicht abgepackte Fruchtsäfte oder Rohmilch übertragen. Der Kot von Rindern und anderen Wiederkäuern kann ebenfalls infektiös sein. Die Bakterien finden sich manchmal auch in Gewässern. Drei bis zehn Tage nach der Ansteckung kommt es in der Regel zu wässrigen Durchfällen, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und gelegentlich zu Fieber.
    • Shigellose, auch Bakterienruhr genannt: Shigellen werden über eine Schmierinfektion, verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel übertragen. Auch Fliegen können die Bakterien verbreiten. Etwa zwölf Stunden bis vier Tage nach der Ansteckung beginnt die Erkrankung meist als wässriger Durchfall mit Bauchkrämpfen. Bei schweren Verläufen kann sich der Darm entzünden, der Durchfall wird eitrig-blutig und es tritt Fieber auf.
    • Cholera: Das Risiko, bei einer Urlaubs-Fernreise an Cholera zu erkranken, ist sehr niedrig. Cholera-Bakterien werden über Wasser, rohe Lebensmittel und Ausscheidungen von Erkrankten übertragen. Eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch ist eher selten. Die Erkrankung beginnt zwei bis drei Tage nach der Ansteckung mit wässrigen Durchfällen und massivem Erbrechen, was sehr schnell zur Austrocknung führen kann. Ohne Behandlung kann eine Cholera lebensbedrohlich werden.

    Bei Erkrankungen wie Typhus oder Malaria, die meist mit hohem Fieber einhergehen, kann Durchfall als begleitendes Symptom auftreten.

    Welche Parasiten kommen vor?

    Die häufigste Parasiteninfektion in tropischen Ländern ist eine Giardiasis, auch Lamblienruhr genannt. Die zweithäufigste Infektion ist die Kryptosporidiose. Die Parasiten (Giardien / Lamblien und Kryptosporidien) werden durch Schmierinfektion, Lebensmittel und Trinkwasser übertragen und finden sich auch in stehenden Gewässern.

    Bei einer Giardiasis treten etwa eine Woche nach der Ansteckung ein Druckgefühl im oberen Bauch, leichte Übelkeit und Blähungen auf. Die Durchfälle sind vergleichsweise mild, können aber über Wochen anhalten und von Erbrechen begleitet sein. Oft wird über ein lautes „Plätschern“ im Bauch, Müdigkeit und Gewichtsabnahme berichtet.

    Bei der Kryptosporidiose können nach sieben bis zehn Tagen nach der Ansteckung wässrige Durchfälle auftreten. Weitere mögliche Symptome sind Bauchschmerzen, Übelkeit, Fieber oder Gewichtsverlust. Die Infektion kann aber auch unbemerkt bleiben.

    Welche Viruserkrankungen können auftreten?

    Noro- und Rotaviren sind weltweit verbreitet – mit ihnen ist überall zu rechnen. Ein bis drei Tage nach der Ansteckung löst das Rotavirus oft plötzlich auftretende wässrige Durchfälle aus (der Stuhl ist häufig mit Schleim durchmischt). Erbrechen, Bauchschmerzen, manchmal auch Fieber und Atembeschwerden können hinzukommen. Die Erkrankung dauert in der Regel zwei bis sechs Tage.

    Eine Infektion mit dem Norovirus führt nach sechs Stunden bis zwei Tagen zu starken Durchfällen, schwallartigem heftigem Erbrechen und Bauchschmerzen. Beschwerden wie Übelkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Mattigkeit sowie eine leicht erhöhte Körpertemperatur können hinzukommen. Die Beschwerden halten normalerweise höchstens zwei Tage an.

    Bei welchen Erkrankungen werden Medikamente empfohlen?

    Wenn trotz Darminfektion längere Fahrten geplant sind, etwa mit dem Bus, können die Wirkstoffe Loperamid oder Racecadotril helfen, den Durchfall zu vermindern. Für Kinder unter zwölf Jahren ist Loperamid nicht geeignet. Racecadotril ist in niedriger Dosierung als Pulver für Kinder geeignet, aber rezeptpflichtig.

    Gegen bakterielle Infektionen werden häufig Antibiotika empfohlen. In Studien waren sie gegen Salmonellen wirkungslos. Ob Antibiotika bei Shigellose oder Cholera helfen können, die Dauer der Beschwerden zu verkürzen, ist noch nicht abschließend geklärt.

    Auch bei einer Giardiasis werden meist Antibiotika eingesetzt. Bei einer Kryptosporidiose ist in der Regel eine Flüssigkeitszufuhr ausreichend. 

    Was kann man selbst gegen Durchfall tun?

    Bei Durchfall verliert der Körper viel Flüssigkeit und Salze. Schwitzen bei tropischen Temperaturen verstärkt diesen Effekt. Deshalb ist es am wichtigsten, möglichst viel zu trinken und den Salz- und Zuckerverlust auszugleichen. Dies gilt ganz besonders für Säuglinge, Kinder und ältere Menschen, denn bei ihnen ist das Risiko einer Austrocknung durch Durchfall höher als bei gesunden Erwachsenen.

    Häufig wird empfohlen, eine sogenannte orale Rehydratationslösung aus der Apotheke oder Drogerie mit auf die Reise zu nehmen. Das Auswärtige Amt empfiehlt als Ersatz, folgende Zutaten in 1 Liter abgekochtes Wasser zu geben und darin zu verrühren:

    • 4 Teelöffel Zucker,
    • ¾ TL Salz und
    • ein Glas abgepackten Orangensaft.

    Manchmal werden auch Kohletabletten oder ein Mittel aus einer bestimmten Hefe (Perenterol) empfohlen. Sie sollen den Stuhl verdicken. Allerdings ist unklar, ob diese Mittel helfen können, denn keins von ihnen wurde bisher wissenschaftlich ausreichend untersucht. Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem sollten keine hefehaltigen Präparate einnehmen.

    Um Magen und Darm nicht zusätzlich zu belasten, kann es sinnvoll sein, während einer Infektion auf fettige und scharfe Speisen, Alkohol oder Kaffee zu verzichten. Häufig wird auch magenschonende Kost empfohlen wie Reis, Bananen oder Zwieback.

    Wann ist ärztlicher Rat nötig?

    Bei folgenden Symptomen ist ein Arztbesuch ratsam:

    • Blut oder Schleim im Stuhl
    • hohes Fieber, häufiges Erbrechen, starke Schmerzen oder Kreislaufprobleme
    • starker Durchfall, der länger als 48 Stunden anhält, vor allem bei Kindern und älteren Erwachsenen
    • Zeichen eines hohen Flüssigkeitsverlusts

    Ein zu hoher Flüssigkeitsverlust macht sich wie folgt bemerkbar:

    • Der Allgemeinzustand verschlechtert sich.
    • Augen, Wangen oder Gesicht sind eingefallen.
    • Atmung oder Herzschlag sind schneller als normal.
    • Die Haut ist nicht mehr elastisch: Wenn man sie am Arm oder Bauch leicht zusammendrückt, wird sie danach nicht gleich wieder glatt, sondern es bleibt eine kleine Falte stehen.
    • Starker Durst, Benommenheit, dunkler Urin oder fehlender Harndrang sowie trockene Augen, Lippen oder eine trockene Zunge.
    • Bei älteren Menschen treten manchmal auch Brustschmerzen oder Muskelkrämpfe auf.

    Wo findet man zuverlässige Gesundheitsinformationen zu Fernreisen?

    Die folgenden Institutionen bieten auf ihrer Website zum Teil umfassende Informationen und Empfehlungen zu Reiseländern, Erkrankungen, Impfungen, Vorbeuge- und Behandlungsmöglichkeiten an:

    • Auswärtiges Amt
    • Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin
    • Weltgesundheitsorganisation (WHO)

    Quellen

    Auswärtiges Amt, Gesundheitsdienst. Cholera - Informationen für Beschäftigte und Reisende. 04.2019.

    Auswärtiges Amt, Gesundheitsdienst. Merkblatt für Beschäftigte und Reisende. Durchfall (Diarrhoe). 09.2018.

    Auswärtiges Amt, Gesundheitsdienst. Merkblatt für Beschäftigte und Reisende. Krankheitsprävention und Hygiene im Ausland (insb. Tropen). Kurzfassung für den eiligen Leser. 07.2016.

    Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und internationale Gesundheit (DTG). Cholera. 2019.

    Duplessis CA, Gutierrez RL, Porter CK. Review: chronic and persistent diarrhea with a focus in the returning traveler. Trop Dis Travel Med Vaccines 2017; 3: 9.

    Gordon M, Akobeng A. Racecadotril for acute diarrhoea in children: systematic review and meta-analyses. Arch Dis Child 2016; 101(3): 234-240.

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    Onwuezobe IA, Oshun PO, Odigwe CC. Antimicrobials for treating symptomatic non-typhoidal Salmonella infection. Cochrane Database Syst Rev 2012; (11): CD001167.

    Robert Koch-Institut (RKI). Infektionsepidemiologisches Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten für 2018. Berlin: RKI; 2019.

    Robert Koch-Institut (RKI). RKI-Ratgeber Campylobacter-Enteritis. 07.06.2018. (Epidemiologisches Bulletin; Band 23).

    Robert Koch-Institut (RKI). RKI-Ratgeber: Campylobacter-Enteritis. 01.06.2018.

    Robert Koch-Institut (RKI). RKI-Ratgeber: Kryptosporidiose. 08.02.2019.

    Robert Koch-Institut (RKI). RKI-Ratgeber: Norovirus-Gastroenteritis. 11.06.2019.

    Robert Koch-Institut (RKI). RKI-Ratgeber: Rotaviren-Gastroenteritis. 11.06.2019.

    Robert Koch-Institut (RKI). RKI-Ratgeber: Salmonellose. 08.02.2019.

    Robert Koch-Institut (RKI). RKI-Ratgeber: Shigellose. 01.05.2012.

    Robert Koch-Institut (RKI). Steckbriefe seltener und importierter Infektionskrankheiten. Berlin: RKI; 2011.

    Robert Koch-Institut (RKI). Wann ist der Fall ein Fall? Neues zur Diagnostik von darmpathogenen Escherichia coli. Fortbildung für den öffentlichen Gesundheitsdienst. Berlin 26.-28.03.2014.

    Sinclair D, Abba K, Zaman K, Qadri F, Graves PM. Oral vaccines for preventing cholera. Cochrane Database Syst Rev 2011; (3): CD008603.


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    Mehr Wissen: Magen-Darm-Infektionen vorbeugen

    Magen-Darm-Infektionen sind sehr ansteckend. Meist werden sie durch Viren oder Bakterien verursacht und durch eine Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen. Um eine Ansteckung zu vermeiden, ist es wichtig, sich oft die Hände zu waschen und vor allem in der Küche auf gute Hygiene zu achten. Für Säuglinge unter sechs Monaten wird eine Impfung gegen Rotaviren empfohlen.

    In Deutschland werden Magen-Darm-Infektionen am häufigsten von Noroviren ausgelöst, Säuglinge und kleine Kinder stecken sich oft auch mit Rotaviren an. Bei Erwachsenen sind auch bakterielle Magen-Darm-Infektionen verbreitet. Deren Ursache sind meistens verunreinigte oder verdorbene Lebensmittel.

    Welche Viren oder Bakterien die Auslöser sind, lässt sich meist nur schwer sagen, da sich viele Symptome und Beschwerden ähneln. Oft kommt es zu plötzlichen starken Beschwerden wie Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen, die auch von Fieber begleitet sein können. Die Symptome verschwinden aber in der Regel nach ein paar Tagen wieder.

    Doch ganz gleich um welche Infektion es sich handelt: Wer im Umgang mit Erkrankten und bei der Zubereitung von Lebensmitteln einige einfache Regeln beachtet, kann das Risiko für eine Ansteckung senken.

    Magen-Darm-Infektionen sind sehr ansteckend. Meist werden sie durch Viren oder Bakterien verursacht und durch eine Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen. Um eine Ansteckung zu vermeiden, ist es wichtig, sich oft die Hände zu waschen und vor allem in der Küche auf gute Hygiene zu achten. Für Säuglinge unter sechs Monaten wird eine Impfung gegen Rotaviren empfohlen.

    In Deutschland werden Magen-Darm-Infektionen am häufigsten von Noroviren ausgelöst, Säuglinge und kleine Kinder stecken sich oft auch mit Rotaviren an. Bei Erwachsenen sind auch bakterielle Magen-Darm-Infektionen verbreitet. Deren Ursache sind meistens verunreinigte oder verdorbene Lebensmittel.

    Welche Viren oder Bakterien die Auslöser sind, lässt sich meist nur schwer sagen, da sich viele Symptome und Beschwerden ähneln. Oft kommt es zu plötzlichen starken Beschwerden wie Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen, die auch von Fieber begleitet sein können. Die Symptome verschwinden aber in der Regel nach ein paar Tagen wieder.

    Doch ganz gleich um welche Infektion es sich handelt: Wer im Umgang mit Erkrankten und bei der Zubereitung von Lebensmitteln einige einfache Regeln beachtet, kann das Risiko für eine Ansteckung senken.

    Warum ist Händewaschen so wichtig?

    Noro- und Rotaviren werden meist durch Kontakt mit virenhaltigem Stuhl oder Erbrochenem weitergegeben – zum Beispiel bei der Betreuung eines erkrankten Kindes. Zudem können Noroviren beim Erbrechen durch kleine Tröpfchen direkt über die Luft auf andere Menschen übertragen werden. Rotaviren werden noch etwa acht Tage nach Abklingen der Beschwerden mit dem Stuhl ausgeschieden, Noroviren normalerweise bis zu 14 Tage.

    Die Viren können sich auch auf Toiletten, Türgriffen oder Kleidungsstücken befinden, wo sie viele Tage überleben. Werden verunreinigte Gegenstände angefasst und die Hand dann zum Mund geführt, ist eine indirekte Ansteckung möglich. Um sich vor einer Ansteckung zu schützen, ist es deshalb besonders wichtig, sich regelmäßig und gründlich die Hände zu waschen.

    Wenn Viren über Tröpfchen, Gegenstände oder Hände in Lebensmittel gelangen, können auch sie zu einer Ansteckung führen. Wer Durchfall hat, sollte deshalb für andere keine Speisen zubereiten und sich ebenfalls oft die Hände waschen.

    Allgemein ist eine gute Hygiene der beste Schutz. Dabei ist neben dem Händewaschen vor allem folgendes wichtig:

    • Stuhl oder Erbrochenes am besten sofort beseitigen und die Toilette reinigen. Dabei können Handschuhe und ein Mundschutz vor Ansteckung schützen.
    • Bett- und andere Wäsche, Handtücher und Waschlappen, aber auch Geschirr bei mindestens 60 Grad waschen oder spülen.
    • Das Schlafzimmer eines Erkrankten möglichst oft lüften.

    Was ist bei der Zubereitung von Speisen zu beachten?

    Bakterielle Durchfallerkrankungen werden am häufigsten durch Campylobacter ausgelöst. Die Bakterien können sich auf rohem Fleisch ansiedeln, meistens auf Geflügel-, aber auch in Hackfleisch. Die Keime können zudem in Rohmilch oder Milchprodukten zu finden sein. Eine Ansteckung über den Kot infizierter Haustiere oder über verschmutzte Gewässer ist ebenfalls möglich.

    Um einer Campylobacter-Infektion vorzubeugen, ist eine gute Küchenhygiene wichtig. Das Auftauwasser von gefrorenem Geflügel und anderen Fleischsorten sollte direkt entfernt werden. Wichtig ist, Fleisch gut durchzugaren, um die Bakterien sicher abzutöten. Schneidebretter, auf denen rohes Fleisch zubereitet wurde, sollten nach jedem Gebrauch gründlich gereinigt und Küchenhandtücher mit mindestens 60 Grad gewaschen werden.

    Auch Salmonellen werden meist durch rohe Lebensmittel übertragen. Speisen mit rohen Eiern wie Mayonnaise und Cremes, Speiseeis sowie nicht ausreichend erhitztes Fleisch sind die häufigsten Quellen für eine Salmonelleninfektion. Die Bakterien können ebenfalls durch unzureichende Küchenhygiene ins Essen gelangen, zum Beispiel wenn auf einem Brett zunächst rohes Fleisch geschnitten wird und danach Rohkost.

    Durch verunreinigte, nicht durchgegarte Fleischprodukte, Milch oder Wasser können auch Yersinien übertragen werden. Ein anderer Erreger, der über rohe Lebensmittel, ungewaschenes Obst oder Gemüse und nicht abgepackte Säfte übertragen werden kann, ist EHEC (enterohämorrhagische Escherichia coli). Die Bakterien finden sich manchmal auch in Gewässern. Meist erkranken Kinder und Säuglinge an einer EHEC-Infektion.

    Welche Impfungen gibt es zur Vorbeugung?

    Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, Säuglinge unter sechs Monaten gegen Rotaviren impfen zu lassen. Dazu stehen zwei verschiedene Impfstoffe zur Verfügung. Derzeit geht man davon aus, dass die Schluckimpfung gegen Rotaviren etwa 2 bis 3 Jahre schützt.

    Aktuelle Studien zeigen, dass im Zeitraum von bis zu zwei Jahren

    • etwa 49 von 1000 nicht geimpften Kindern an einer schweren Rotaviren-Infektion erkranken, aber nur
    • ungefähr 8 von 1000 geimpften Kindern.

    Als Nebenwirkungen einer Rotaviren-Impfung können leichter Durchfall, Erbrechen oder erhöhte Temperatur auftreten. Sie klingen in der Regel schnell wieder ab.

    Für ältere Kinder und Erwachsene wird die Impfung nicht empfohlen. Eine Impfung gegen Noroviren gibt es nicht.

    Quellen

    Dalby-Payne JR, Elliott EJ. Gastroenteritis in children. BMJ Clin Evid 2011: pii: 0314.

    Gottlieb T, Heather CS. Diarrhoea in adults (acute). BMJ Clin Evid 2011: pii: 0901.

    Robert Koch-Institut (RKI). EHEC-Erkrankung. RKI-Ratgeber für Ärzte. 01.06.2011.

    Robert Koch-Institut (RKI). Infektionsepidemiologisches Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten für 2018. Berlin: RKI; 2019.

    Robert Koch-Institut (RKI). RKI-Ratgeber: Norovirus-Gastroenteritis. 11.06.2019.

    Robert Koch-Institut (RKI). RKI-Ratgeber: Rotaviren-Gastroenteritis. 11.06.2019.

    Robert Koch-Institut (RKI). RKI-Ratgeber: Salmonellose. 08.02.2019.

    Soares-Weiser K, Bergman H, Henschke N, Pitan F, Cunliffe N. Vaccines for preventing rotavirus diarrhoea: vaccines in use. Cochrane Database Syst Rev 2019; (3): CD008521.

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