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Lungenentzündung

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    Eine Lungenentzündung macht sich häufig durch plötzliches hohes Fieber, starkes Krankheitsgefühl, Husten und Atemnot bemerkbar. Wer ansonsten gesund ist, hat sie in der Regel nach einer Woche überstanden. Bei Babys und älteren Menschen können typische Anzeichen fehlen, dann ist die Infektion manchmal nur schwer zu erkennen.

    Einleitung

    Bei einer Lungenentzündung (Pneumonie) sind die Lungenbläschen (Alveolen) und das umgebende Gewebe entzündet. Die Infektion macht sich häufig durch plötzliches hohes Fieber, starkes Krankheitsgefühl, Husten und Atemnot bemerkbar.

    Da eine Lungenentzündung meist durch Bakterien verursacht wird, lässt sie sich in der Regel gut mit Antibiotika behandeln. Außerdem stehen Impfstoffe zur Verfügung, die vor einer Infektion durch bestimmte Erreger schützen können.

    Wer ansonsten gesund ist, hat eine Lungenentzündung meistens nach wenigen Wochen überstanden. Man sollte sie aber nicht unterschätzen: Bis man wieder richtig belastbar ist, kann es einen, manchmal sogar mehrere Monate dauern.

    Eine Lungenentzündung kann manchmal zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen – vor allem, wenn man durch eine andere Krankheit bereits geschwächt ist. Auch Babys und älteren Menschen kann eine Lungenentzündung gefährlich werden.

     

    Grafik: Lungenentzündung im linken Lungenflügel Lungenentzündung im linken Lungenflügel

    Symptome

    Typische Anzeichen einer Lungenentzündung sind:

    • hohes Fieber und Schüttelfrost
    • Schwäche und starkes Krankheitsgefühl
    • Husten mit Auswurf
    • Atemnot und schnelle Atmung
    • schneller Puls

    Nicht immer treten alle Beschwerden gleichzeitig auf. Vor allem bei Kindern und älteren Menschen können manche Symptome fehlen, oder es stehen untypische Beschwerden wie Durchfall, Bauchschmerzen oder Bewusstseinsstörungen im Vordergrund.

    Ursachen

    Eine Lungenentzündung wird in der Regel durch Bakterien hervorgerufen, am häufigsten durch sogenannte Pneumokokken. Manchmal sind auch andere Bakterienarten wie etwa „Haemophilus influenzae“ oder „Mykoplasma pneumoniae“ beteiligt. Wenn man im Krankenhaus eine Lungenentzündung bekommt, sind die Erreger häufig andere, schwerer zu behandelnde Bakterien.

    Wenn die Atemwege durch andere Krankheitserreger – zum Beispiel durch Grippeviren – bereits entzündet sind, können sich Bakterien leichter ansiedeln. Dann kann eine bakterielle Lungenentzündung die Folge sein. Seltener sind Viren allein für eine Lungenentzündung verantwortlich. Lungenentzündungen durch Pilze sind noch seltener. Sie treten vor allem bei starker Abwehrschwäche auf, zum Beispiel infolge einer AIDS-Erkrankung.

    Die Krankheitserreger gelangen beim Einatmen mit winzigen Speichel- oder Wassertröpfchen bis in die Lunge (Tröpfcheninfektion). Manchmal erkranken Menschen aber auch, weil sie sich verschluckt haben: Dabei können Keime aus Mund- und Rachenraum, Speisereste oder Mageninhalt in die Atemwege gelangen und zu einer Lungenentzündung führen. Fachleute nennen das Aspirationspneumonie.

    Nur selten breitet sich eine bakterielle Entzündung von einer anderen Stelle über den Blutweg auf die Lunge aus. Ebenfalls die Ausnahme sind Lungenentzündungen, die nicht durch Keime, sondern zum Beispiel durch Strahlung, eingeatmete Giftstoffe, eine allergische Reaktion oder Durchblutungsstörungen der Lunge verursacht werden.

    Risikofaktoren

    Das Risiko, an einer Lungenentzündung zu erkranken, ist vor allem bei Säuglingen und älteren Menschen (über 65 Jahre) erhöht. Ein geschwächtes Abwehrsystem – zum Beispiel aufgrund eines Diabetes, einer Nierenfunktionsstörung oder Krebserkrankung – bedeutet ebenfalls ein erhöhtes Risiko. Auch Lungenerkrankungen wie Asthma oder COPD, Herzerkrankungen, Rauchen und bestimmte Virusinfektionen wie eine Grippe (Influenza) können eine Lungenentzündung begünstigen.

    Menschen, die bettlägerig sind oder zum Beispiel durch eine Demenz oder einen Schlaganfall Bewusstseinsstörungen oder Probleme beim Schlucken haben, sind vor allem durch eine Aspirationspneumonie gefährdet.

    Auch manche Medikamente werden mit Lungenentzündungen in Verbindung gebracht – zum Beispiel Mittel, die die Magensäure hemmen. Ob sie das Risiko für Lungenentzündungen tatsächlich erhöhen, ist aber noch unklar.

    Häufigkeit

    Lungenentzündungen sind häufig – besonders in ärmeren Ländern. Dort sind vor allem Säuglinge und Kinder betroffen.

    In Deutschland erkranken jährlich mehr als 500.000 Menschen an einer Lungenentzündung, circa 250.000 werden im Krankenhaus behandelt. Insgesamt 20.000 sterben an einer Lungenentzündung – vor allem Ältere über 65 Jahre und Personen, die durch weitere Erkrankungen geschwächt sind. Damit zählt die Infektion hierzulande zu den zehn häufigsten Todesursachen.

    Verlauf

    Eine typische Lungenentzündung macht sich durch plötzlich einsetzendes hohes Fieber und Schüttelfrost bemerkbar. Den Erkrankten geht es innerhalb weniger Stunden sehr schlecht. Symptome wie Husten, Atemnot und Auswurf kommen hinzu. Vor allem bei älteren Menschen kann die Erkrankung aber auch schleichend und mit wenigen oder nur leichten Beschwerden beginnen.

    Unbehandelt hält das Fieber etwa eine Woche an. Dann fällt die Körpertemperatur wieder auf normale Werte ab. Dabei kann es zu starken Schweißausbrüchen kommen. Außerdem werden die Blutgefäße in der Haut weit gestellt, damit der Körper die überschüssige Wärme abgeben kann. Das kann jedoch Herz und Kreislauf der ohnehin geschwächten Betroffenen sehr belasten. Deshalb sind in dieser Phase, die auch kritische Entfieberung oder Krise genannt wird, Komplikationen häufig.

    Nach überstandener Krise bessert sich das Allgemeinbefinden allmählich wieder, und nach etwa vier Wochen ist die Lungenentzündung meist vollständig abgeklungen. Man kann sich aber noch längere Zeit abgeschlagen und müde fühlen; auch der Husten kann hartnäckig anhalten.

    Dieser Verlauf einer Lungenentzündung ist heute allerdings selten, da die Erkrankung üblicherweise sofort behandelt wird. Durch die Einnahme von Antibiotika sinkt das Fieber meist rascher und man fühlt sich schnell besser. Trotzdem ist es wichtig, sich bei einer Lungenentzündung nicht zu früh zu belasten, da es sonst zu einem Rückfall oder anderen Komplikationen kommen kann.

    Folgen

    Eine Pneumonie kann zu einer Entzündung des Rippenfells führen. Dabei kommt es zu starken Schmerzen beim Husten und Atmen. Außerdem kann sich dabei Flüssigkeit zwischen Lunge und Brustwand sammeln, was das Atmen zusätzlich erschwert. Eine weitere mögliche Komplikation ist ein Lungenabszess, also die Bildung einer Eiterhöhle in der Lunge.

    Manchmal kommt es auch zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie Herzrhythmusstörungen, Kreislaufzusammenbruch, Atem- oder Herzversagen oder einer Blutvergiftung (Sepsis). Das Risiko für Komplikationen ist erhöht, wenn man

    • unter 2 oder über 65 Jahre alt ist,
    • andere Krankheiten wie Herz- oder Nierenerkrankungen hat,
    • ein geschwächtes Immunsystem hat,
    • beatmet werden muss,
    • sich im Krankenhaus angesteckt hat oder
    • in den Monaten vor der Lungenentzündung bereits mit Antibiotika behandelt wurde.

    Diagnose

    Oft lässt sich eine Lungenentzündung bereits durch die typischen Beschwerden feststellen. Bei der körperlichen Untersuchung hört die Ärztin oder der Arzt vor allem die Lunge mit dem Stethoskop gründlich ab und misst Puls und Blutdruck.

    Zusätzlich wird meist eine Röntgenaufnahme der Lunge gemacht. Auf den Röntgenbildern ist zum Beispiel sichtbar, wo und in welchem Umfang das Lungengewebe entzündet ist. Manchmal ist eine erweiterte Röntgenuntersuchung nötig, die Computertomografie. Veränderungen im äußeren Randbereich der Lunge lassen sich auch per Ultraschall erkennen.

    Außerdem wird Blut abgenommen, zum Beispiel um die Entzündungswerte zu messen. Da die entzündete Lunge nicht mehr gut arbeitet, kann es nötig sein, den Sauerstoffgehalt im Blut zu kontrollieren. Dies geht auch ohne Blutabnahme: Bei der sogenannten Pulsoxymetrie wird ein Clip mit einem Lichtsensor auf den Finger gesteckt und der Sauerstoffgehalt optisch ermittelt.

    Zur Bestimmung des genauen Krankheitserregers können Blut, Urin sowie abgehusteter Schleim im Labor untersucht werden.

    Vorbeugung

    Allgemein beugt man Infektionen der Atemwege am besten durch Hygienemaßnahmen wie etwa regelmäßiges Händewaschen vor.

    Besteht ein erhöhtes Risiko für Lungenentzündungen oder deren Komplikationen, werden außerdem Schutzimpfungen empfohlen. Kinder können zum Beispiel gegen das Bakterium Haemophilus influenzae und gegen Pneumokokken geimpft werden. Für Menschen über 60 Jahre eignen sich die Grippe- und ebenfalls die Pneumokokken-Schutzimpfung.

    Oft werden pflanzliche Arzneimittel oder Nahrungsergänzungsmittel wie Vitaminpräparate zur Stärkung der Abwehr beworben. Es gibt allerdings keine Studien, die belegen, dass solche Mittel sinnvoll sind – außer bei einem nachgewiesenen Vitaminmangel. Dazu kommt es hierzulande meist nur bei einer sehr unausgewogenen Ernährung.

    Behandlung

    Da meist Bakterien für die Infektion verantwortlich sind, wird eine Lungenentzündung in der Regel mit Antibiotika behandelt. Welches Antibiotikum sinnvoll ist, hängt von der Art der Bakterien ab.

    Die Behandlung dauert etwa 5 bis 7 Tage. Das Antibiotikum kann als Tablette oder Saft eingenommen werden. Je nach Schwere der Erkrankung und Komplikationsrisiko kann manchmal eine Behandlung im Krankenhaus nötig werden. Dort erhält man das Antibiotikum meist als Infusion.

    Manchen Menschen wird bei einer schweren Lungenentzündung zusätzlich Kortison als Spritze gegeben. Manchmal ist auch das Einatmen von Sauerstoff über eine Nasenmaske, seltener eine Beatmung nötig.

    Wenn Viren die Lungenentzündung ausgelöst haben, kommen andere Medikamente infrage – etwa ein Virostatikum gegen Grippeviren.

    Hustenmittel aus der Apotheke, spezielle Atemgymnastik oder Physiotherapie werden bei einer Lungenentzündung nicht empfohlen.

    Weitere Informationen

    Die Hausarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem ärztlichen Rat braucht. Wir informieren darüber, wie man die richtige Praxis findet, wie man sich am besten auf den Arztbesuch vorbereitet und was dabei wichtig ist.

    Quellen

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    Robert Koch-Institut (RKI). Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut – 2017/2018. 14.08.2017. (Epidemiologisches Bulletin; Band 34).

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    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Lungenentzündung: Was ist bei Kindern zu beachten?

    Bei Kindern ist eine Lungenentzündung (Pneumonie) manchmal schwer zu erkennen, weil sie dabei nicht immer Husten, Fieber oder Atemnot haben. Außerdem können andere Krankheitserreger eine Rolle spielen als bei Erwachsenen. Deshalb werden für Kinder zwei Impfungen empfohlen: gegen Haemophilus-Bakterien und gegen Pneumokokken.

    Kinder bekommen häufiger eine Lungenentzündung als Erwachsene. Zum einen ist ihr Abwehrsystem noch nicht ganz ausgereift, zum anderen werden Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren schnell von Kind zu Kind übertragen, vor allem im Alter zwischen drei und sechs Jahren. Deshalb sind Infekte bei Kindern allgemein sehr häufig.

    Bei Babys unter einem Jahr und bei Kleinkindern sind Lungenentzündungen häufiger als bei Schulkindern und Jugendlichen. Pro Jahr erkranken 35 von 10.000 Kindern unter sechs Jahren an einer Lungenentzündung, aber nur noch 15 von 10.000 älteren Kindern.

    In der Regel verläuft die Infektion bei Kindern komplikationslos. Erkrankt ein Säugling direkt nach der Geburt oder ist ein Kind zum Beispiel durch eine andere Erkrankung oder Mangelernährung geschwächt, kann eine Lungenentzündung aber auch lebensbedrohlich sein. Weltweit zählt die Lungenentzündung zu den häufigsten Todesursachen bei Kindern, vor allem in ärmeren Regionen der Erde.

    Bei Kindern ist eine Lungenentzündung (Pneumonie) manchmal schwer zu erkennen, weil sie dabei nicht immer Husten, Fieber oder Atemnot haben. Außerdem können andere Krankheitserreger eine Rolle spielen als bei Erwachsenen. Deshalb werden für Kinder zwei Impfungen empfohlen: gegen Haemophilus-Bakterien und gegen Pneumokokken.

    Kinder bekommen häufiger eine Lungenentzündung als Erwachsene. Zum einen ist ihr Abwehrsystem noch nicht ganz ausgereift, zum anderen werden Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren schnell von Kind zu Kind übertragen, vor allem im Alter zwischen drei und sechs Jahren. Deshalb sind Infekte bei Kindern allgemein sehr häufig.

    Bei Babys unter einem Jahr und bei Kleinkindern sind Lungenentzündungen häufiger als bei Schulkindern und Jugendlichen. Pro Jahr erkranken 35 von 10.000 Kindern unter sechs Jahren an einer Lungenentzündung, aber nur noch 15 von 10.000 älteren Kindern.

    In der Regel verläuft die Infektion bei Kindern komplikationslos. Erkrankt ein Säugling direkt nach der Geburt oder ist ein Kind zum Beispiel durch eine andere Erkrankung oder Mangelernährung geschwächt, kann eine Lungenentzündung aber auch lebensbedrohlich sein. Weltweit zählt die Lungenentzündung zu den häufigsten Todesursachen bei Kindern, vor allem in ärmeren Regionen der Erde.

    Woran erkennt man eine Lungenentzündung bei Kindern?

    Wenn Kinder eine Lungenentzündung bekommen, können sie Fieber, Schüttelfrost, Husten und Auswurf haben. Diese typischen Beschwerden können aber auch fehlen. Viele Kinder mit einer Lungenentzündung haben vor allem Bauchschmerzen. Bei Säuglingen macht sich die Erkrankung zu Beginn oft nur dadurch bemerkbar, dass sie nicht trinken wollen, apathisch wirken oder erbrechen. Manchmal haben sie auch nur hohes Fieber und einen sehr schnellen Herzschlag.

    Erkrankte Kinder atmen oft schneller als normal. Kommt es im Verlauf der Infektion zu Atemnot, kann sich die erschwerte Atmung wie Stöhnen anhören. Beim Atmen zieht sich die Haut zwischen den Rippen erkennbar nach innen und / oder die Nasenflügel bewegen sich deutlich („Nasenflügeln“). Bei diesen Anzeichen sollte das Kind rasch ärztlich untersucht werden.

    Welche Ursachen sind bei Kindern typisch?

    Lungenentzündungen werden bei Kindern vor allem durch Bakterien und Viren verursacht. Sind Viren im Spiel, handelt es sich meist um Erkältungsviren oder um die klassischen Grippeviren. Bakterielle Lungenentzündungen gehen bei Kindern wie bei Erwachsenen häufig auf Pneumokokken zurück. Daneben sind bei Kindern Infektionen mit dem Bakterium Haemophilus influenzae typisch. Bei Säuglingen kommen zudem bestimmte Streptokokken oder Darmbakterien infrage.

    Wann spricht man von einer schweren Lungenentzündung?

    Lungenentzündungen werden bei Kindern in „schwer“ und „nicht schwer“ eingeteilt. In beiden Fällen atmen die Kinder rasch – Säuglinge mehr als 50 Mal pro Minute, Kleinkinder mehr als 40 Mal pro Minute und ältere Kinder mehr als 20 Mal pro Minute. Auf eine schwere Lungenentzündung weisen weitere Warnsymptome hin: Die Kinder sind dann zum Beispiel schläfrig, essen und trinken nicht oder bekommen Krampfanfälle. In der Regel wird eine schwere Lungenentzündung im Krankenhaus behandelt. Auch Atemnot, Bewusstlosigkeit oder ein Alter unter sechs Monaten sind Gründe für eine Krankenhausbehandlung.

    Was ist bei einer Antibiotika-Behandlung zu beachten?

    Bei einer bakteriellen Lungenentzündung bekommen auch Kinder häufig ein Antibiotikum. Wichtig ist, dass der Wirkstoff gegen die bei Kindern besonders häufigen Erreger wirkt. Antibiotika können als Saft oder Tablette gegeben werden. Vor allem bei einer schweren Infektion sind auch Infusionen sinnvoll, oder die Kombination zweier verschiedener Antibiotika. Oft wird zusätzlich Flüssigkeit per Infusion gegeben, weil erkrankte Kinder häufig zu wenig trinken und dann austrocknen können. Bei leichteren Beschwerden kann auf Antibiotika verzichtet werden – ebenso, wenn die Lungenentzündung durch ein Virus bedingt ist.

    Welche Impfungen sind für Kinder sinnvoll?

    Zwei Impfungen sollen Kinder davor schützen, an einer Lungenentzündung durch den jeweiligen Erreger zu erkranken:

    • Die Pneumokokken-Schutzimpfung und
    • die Impfung gegen Haemophilus influenzae.

    Kinder erhalten sie in drei Teilimpfungen als Spritze im Alter von zwei, vier und etwa zwölf Monaten. Für Frühgeborene wird eine zusätzliche Pneumokokken-Teilimpfung im Alter von drei Monaten empfohlen. Bei der Haemophilus-Impfung kann je nach Impfstoff auch eine vierte Spritze im Alter von drei Monaten gegeben werden. Die Impftermine lassen sich gut mit den Früherkennungsuntersuchungen für Kinder – den sogenannten U-Untersuchungen – verbinden.

    Hat man versäumt, sein Kind impfen zu lassen, sollten die Impfungen nachgeholt werden. Nachholimpfungen gegen Haemophilus können bis zum fünften Geburtstag, gegen Pneumokokken bis zum zweiten Geburtstag gegeben werden.

    Impfungen gegen die Kinderkrankheiten Masern, Keuchhusten und Windpocken sind ebenfalls sinnvoll. Lungenentzündungen können als Komplikation dieser Infektionen auftreten. Eine Übersicht über alle empfohlenen Impfungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene bietet die Website www.impfen-info.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

    Quellen

    Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI), Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie (GPP). S2k-Leitlinie „Management der ambulant erworbenen Pneumonie bei Kindern und Jugendlichen (pädiatrische ambulant erworbene Pneumonie, pCAP)“. AWMF-Registernr.: 048-013. 03.2017.

    Eppinger M, Müller M. Pädiatrie für Studium und Praxis. Breisach: Medizinische Verlags- und Informationsdienste; 2016.

    Prina E, Ranzani OT, Torres A. Community-acquired pneumonia. Lancet 2015; 386(9998): 1097-1108.

    Robert Koch-Institut (RKI). Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut – 2017/2018. 14.08.2017. (Epidemiologisches Bulletin; Band 34).

    Weltgesundheitsorganisation (WHO). Pneumonia. 09.2016.

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Lungenentzündung: Was ist bei älteren Menschen zu beachten?

    Wenn ältere Menschen an einer Lungenentzündung erkranken, können typische Symptome wie Fieber, Husten und Auswurf fehlen. Dann ist die Infektion manchmal nur schwer zu erkennen. Ältere Menschen benötigen oft eine intensivere Behandlung als jüngere Erwachsene und haben ein höheres Risiko für Komplikationen.

    Chronische Erkrankungen – etwa der Lunge oder des Herzens – sind im Alter häufiger als in jungen Jahren. Ältere Menschen bekommen deshalb leichter eine Lungenentzündung (Pneumonie) als jüngere. Die Erkrankung kann im Alter auch anders oder schwerer verlaufen.

    Wenn ältere Menschen an einer Lungenentzündung erkranken, können typische Symptome wie Fieber, Husten und Auswurf fehlen. Dann ist die Infektion manchmal nur schwer zu erkennen. Ältere Menschen benötigen oft eine intensivere Behandlung als jüngere Erwachsene und haben ein höheres Risiko für Komplikationen.

    Chronische Erkrankungen – etwa der Lunge oder des Herzens – sind im Alter häufiger als in jungen Jahren. Ältere Menschen bekommen deshalb leichter eine Lungenentzündung (Pneumonie) als jüngere. Die Erkrankung kann im Alter auch anders oder schwerer verlaufen.

    Wie macht sich eine Lungenentzündung bei älteren Menschen bemerkbar?

    Eine Lungenentzündung kann auch bei älteren Menschen zu Fieber, Husten und Auswurf führen. Diese Symptome sind aber häufig weniger stark als bei jüngeren, manchmal fehlen sie auch ganz oder andere Symptome stehen im Vordergrund – zum Beispiel Durchfall oder eine zunehmende Verwirrtheit.

    Unabhängig von der Art der Beschwerden führt eine Lungenentzündung bei älteren Menschen häufiger zu Komplikationen. Deshalb ist es ratsam, frühzeitig zur Ärztin oder zum Arzt zu gehen oder um einen Hausbesuch zu bitten, wenn man selbst oder Angehörige das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt. Mögliche Anzeichen für eine Lungenentzündung können sein:

    • zunehmende Verwirrtheit, Teilnahmslosigkeit oder zeitweise Bewusstlosigkeit,
    • Atemnot und / oder schnelles Atmen (mehr als 30 Atemzüge pro Minute),
    • Herzrasen (Puls über 120 Schläge pro Minute),
    • Kreislaufschwäche mit Blutdruckabfall (oberer, systolischer Wert unter 90 mmHg oder unterer, diastolischer Wert unter 60 mmHg),
    • hohes Fieber (40 Grad Celsius oder höher) oder sehr niedrige Temperatur (35 Grad Celsius oder tiefer).

    Auch Menschen mit chronischen Grunderkrankungen wie COPD, Herzschwäche, koronarer Herzkrankheit, Diabetes mellitus oder chronischer Nierenerkrankung sollten bei einer Lungenentzündung rasch ärztliche Hilfe suchen.

    Wie wird eine Lungenentzündung bei älteren Menschen behandelt?

    Das Alter spielt bei der Behandlung der Lungenentzündung eine wesentliche Rolle. Sie wird zum Beispiel meist im Krankenhaus behandelt, wenn man älter als 65 Jahre ist, eine Grunderkrankung hat oder sich allein zu Hause nicht versorgen kann.

    Wenn mit Antibiotika behandelt wird, ist es vor allem wichtig, ob die Lungenentzündung zu Hause, im Senioren- oder Pflegeheim oder im Krankenhaus aufgetreten ist. Da in Heimen und Krankenhäusern spezielle Bakterien vorkommen, werden dann Antibiotika eingesetzt, die auch diese Erreger bekämpfen können.

    Bei der Auswahl der Wirkstoffe wird auch berücksichtigt, ob man in den vergangenen drei Monaten bereits Antibiotika einnehmen musste. Dann wird ein Antibiotikum verschrieben, das gegen sogenannte multiresistente Erreger wirkt.

    Wie können ältere Menschen Lungenentzündungen vorbeugen?

    Menschen ab 60 Jahren werden aufgrund des höheren Risikos für eine Lungenentzündung zwei Impfungen empfohlen: die Grippe- und die Pneumokokken-Schutzimpfung. Die Krankenversicherungen übernehmen die Kosten für beide Impfungen. Die Impfstoffe kann man sich am gleichen Tag spritzen lassen. Die Grippe-Schutzimpfung wird jährlich erneuert, da sich die Grippeviren von Jahr zu Jahr unterscheiden. Die Pneumokokken-Impfung ist mehrere Jahre wirksam, nach sechs Jahren ist eine Auffrischung sinnvoll. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) stellt auf www.impfen-info.de ausführliche Informationen zur Pneumokokken-Schutzimpfung und anderen empfohlenen Impfungen zur Verfügung.

    Was bedeutet es, wenn man am Lebensende erkrankt?

    Bei Menschen, die durch hohes Alter und mögliche chronische Erkrankungen wie Herz- oder Nierenschwäche sehr gebrechlich geworden sind, kann eine Lungenentzündung so schwer verlaufen, dass sie sich nicht mehr davon erholen. Die Behandlung zielt dann nicht auf eine Heilung ab, sondern auf eine möglichst wirksame Linderung der Beschwerden. Eine gute Betreuung und Pflege tragen dazu bei, die letzte Phase des Lebens zu erleichtern und persönliche Wünsche so gut es geht zu berücksichtigen. Für manche Menschen ist es zum Beispiel wichtig, zu Hause sterben zu können und nicht mehr in ein Krankenhaus eingewiesen zu werden.

    Quellen

    Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). DEGAM-Leitlinie Nr. 11: Husten. AWMF-Registernr. 053-013. 02.2014.

    Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). S3-Leitlinie: Behandlung von erwachsenen Patienten mit ambulant erworbener Pneumonie und Prävention – Update 2016. 15.02.2016.

    Kasper DL, Fauci AS, Hauser SL, Longo DL, Jameson JL, Loscalzo J. Harrison's Principles of Internal Medicine. New York: McGraw-Hill; 2015.

    Lux LJ, Posey RE, Daniels LS, Henke DC, Durham C, Jonas DE et al. Pharmacokinetic/Pharmacodynamic Measures for Guiding Antibiotic Treatment for Hospital-Acquired Pneumonia. 11.2014. (AHRQ Comparative Effectiveness Reviews; Band 136).

    National Institute for Health and Care Excellence (NICE). Pneumonia: Diagnosis and Management of Community- and Hospital-Acquired Pneumonia in Adults. 03.12.2014. (NICE Clinical Guidelines; Band 191).

    Passaro L, Harbarth S, Landelle C. Prevention of hospital-acquired pneumonia in non-ventilated adult patients: a narrative review. Antimicrob Resist Infect Control 2016; 5: 43.

    Robert Koch-Institut (RKI). Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut – 2017/2018. 14.08.2017. (Epidemiologisches Bulletin; Band 34).

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Wie werden Lungenentzündungen unterschieden?

    Fachleute teilen Lungenentzündungen in unterschiedliche Gruppen ein. Das ermöglicht, die Erkrankung genauer zu beschreiben – und vor allem, die passende Behandlung zu beginnen.

    Lungenentzündungen (Pneumonien) werden von Medizinerinnen und Medizinern nach verschiedenen Gesichtspunkten eingeteilt. Für ihre Behandlung ist vor allem wichtig, ob jemand zu Hause, im Krankenhaus oder in einer Pflegeeinrichtung eine Lungenentzündung bekommt.

    Fachleute teilen Lungenentzündungen in unterschiedliche Gruppen ein. Das ermöglicht, die Erkrankung genauer zu beschreiben – und vor allem, die passende Behandlung zu beginnen.

    Lungenentzündungen (Pneumonien) werden von Medizinerinnen und Medizinern nach verschiedenen Gesichtspunkten eingeteilt. Für ihre Behandlung ist vor allem wichtig, ob jemand zu Hause, im Krankenhaus oder in einer Pflegeeinrichtung eine Lungenentzündung bekommt.

    Ambulante oder nosokomiale Lungenentzündung

    Bekommt man eine Lungenentzündung zu Hause, spricht man von einer ambulant erworbenen Lungenentzündung – auch dann, wenn man im Verlauf der Erkrankung ins Krankenhaus eingewiesen wird. Die ambulant erworbene Lungenentzündung wird auch als CAP (englisch: community-aquired pneumonia) abgekürzt.

    Wenn man im Krankenhaus eine Lungenentzündung bekommt, spricht man von einer im Krankenhaus erworbenen oder nosokomialen Infektion. Sie wird auch als HAP (englisch: hospital-aquired pneumonia) bezeichnet. Als nosokomiale Infektion gilt eine Lungenentzündung, die sich erst zwei Tage nach der Aufnahme im Krankenhaus bemerkbar macht – oder innerhalb von drei Monaten nach einem Krankenhausaufenthalt.

    Fachleute teilen die Erkrankung noch etwas feiner ein und berücksichtigen dabei, ob sich ein Mensch im Senioren- oder Pflegeheim, in einer medizinischen Einrichtung wie einem Dialyse-Zentrum oder während einer künstlichen Beatmung angesteckt hat.

    Warum ist die Einteilung wichtig für die Behandlung?

    Ambulant erworbene Lungenentzündungen werden meist durch Pneumokokken verursacht. Bei nosokomialen Lungenentzündungen kommen aber oft auch Staphylokokken, verschiedene Darmbakterien und spezielle Keime wie zum Beispiel Pseudomonas aeruginosa infrage. Einige dieser Erreger können multiresistent sein – also widerstandsfähig gegen mehrere Antibiotika. Deshalb sind dann meist andere Antibiotika nötig als bei der ambulant erworbenen Lungenentzündung.

    Leichte, mittelschwere oder schwere Lungenentzündung

    Um richtig behandeln zu können, teilen Ärztinnen und Ärzte ambulant erworbene Lungenentzündungen außerdem in leicht, mittelschwer und schwer ein. Dabei berücksichtigen sie auch das Risiko für Komplikationen.

    Als leichte Lungenentzündung ohne erhöhtes Risiko gilt, wenn die oder der Erkrankte

    • jünger als 65 Jahre ist,
    • bei klarem Bewusstsein ist,
    • einen normalen Blutdruck und Puls hat,
    • nicht zu schnell atmet (weniger als 30 Atemzüge pro Minute),
    • genügend Sauerstoff im Blut hat,
    • in den vergangenen drei Monaten keine Antibiotika erhalten hat,
    • in den vergangenen drei Monaten nicht im Krankenhaus war und
    • keine schweren Begleiterkrankungen hat.

    Leicht erkrankte Menschen können zu Hause behandelt werden und erhalten ein Antibiotikum in Tablettenform.

    Merkmale einer mittelschweren Lungenentzündung sind unter anderem Bewusstseinsstörungen, niedriger Blutdruck, zunehmende Atemnot oder Risikofaktoren wie höheres Alter und Begleiterkrankungen. Betroffene werden dann im Krankenhaus behandelt. Manche erhalten – zumindest zu Beginn der Behandlung – eine Kombination aus zwei verschiedenen Antibiotika.

    Von schwerer Lungenentzündung spricht man, wenn lebenswichtige Organe wie das Herz, die Nieren oder der Kreislauf zu versagen drohen oder wenn die Lungen nicht mehr genügend Sauerstoff aufnehmen können. Dann ist meist eine Infusionsbehandlung mit Antibiotika auf der Intensivstation nötig, manchmal auch zusätzliche Medikamente wie Kortison oder eine künstliche Beatmung.

    Lungenentzündungen bei Kindern werden nur in „nicht schwer“ und „schwer“ eingeteilt.

    Wie lässt sich die Lungenentzündung genauer beschreiben?

    Außer nach dem Ort der Ansteckung und dem Schweregrad teilen Fachleute Lungenentzündungen noch nach anderen Gesichtspunkten ein. Meist hat das aber keine Konsequenzen für die Behandlung, sondern dient eher dazu, die Erkrankung genauer zu beschreiben.

    Atypische Lungenentzündung

    Eine typische Lungenentzündung beginnt meist mit plötzlich einsetzendem hohem Fieber und Schüttelfrost, später kommen Husten und Auswurf dazu.

    Eine atypische Lungenentzündung wird von anderen, sogenannten atypischen Erregern verursacht. Vor allem ältere Menschen haben bei einer atypischen Lungenentzündung oft weniger oder etwas andere Symptome: Sie beginnt eher langsam mit leichtem Fieber und / oder Kopf- und Gliederschmerzen. Statt Husten mit Auswurf tritt eher ein trockener Reizhusten auf.

    Atypische Symptome bedeuten allerdings nicht, dass die Lunge weniger stark entzündet ist oder die Erkrankung milder verläuft.

    Oberlappen-, Mittellappen- oder Unterlappenpneumonie

    Bei dieser Einteilung spielt das Röntgenbild eine wichtige Rolle: Ist zu erkennen, dass ein gesamter Lungenlappen (Lobus) entzündet ist, sprechen Fachleute von einer Lobärpneumonie. Je nachdem, welcher Lungenlappen betroffen ist, handelt es sich um eine Ober-, Mittel- oder Unterlappenpneumonie.

    Sind in der Lunge mehrere lappenübergreifende Entzündungsherde zu erkennen, spricht man von einer Herdpneumonie. Wenn die Herde von entzündeten Atemwegen (Bronchien) ausgegangen sind, verwenden manche den Begriff Bronchopneumonie.

    Manchmal sind eher die Lungenbläschen entzündet (alveoläre Pneumonie), manchmal eher das Gewebe zwischen den Bläschen (interstitielle Pneumonie).

    Quellen

    Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). DEGAM-Leitlinie Nr. 11: Husten. AWMF-Registernr. 053-013. 02.2014.

    Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI), Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie (GPP). S2k-Leitlinie „Management der ambulant erworbenen Pneumonie bei Kindern und Jugendlichen (pädiatrische ambulant erworbene Pneumonie, pCAP)“. AWMF-Registernr.: 048-013. 03.2017.

    Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). S3-Leitlinie: Behandlung von erwachsenen Patienten mit ambulant erworbener Pneumonie und Prävention – Update 2016. 15.02.2016.

    Herold G. Innere Medizin. Köln: Selbstverlag; 2017.

    Kasper DL, Fauci AS, Hauser SL, Longo DL, Jameson JL, Loscalzo J. Harrison's Principles of Internal Medicine. New York: McGraw-Hill; 2015.

    Lux LJ, Posey RE, Daniels LS, Henke DC, Durham C, Jonas DE et al. Pharmacokinetic/Pharmacodynamic Measures for Guiding Antibiotic Treatment for Hospital-Acquired Pneumonia. 11.2014. (AHRQ Comparative Effectiveness Reviews; Band 136).

    National Institute for Health and Care Excellence (NICE). Pneumonia: Diagnosis and Management of Community- and Hospital-Acquired Pneumonia in Adults. 03.12.2014. (NICE Clinical Guidelines; Band 191).

    IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.
    Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.
    Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

    Mehr Wissen: Was bedeutet es, wenn man im Krankenhaus eine Lungenentzündung bekommt?

    Wer im Krankenhaus liegt oder im Pflegeheim lebt, ist oft geschwächt. Dann ist das Risiko für Komplikationen bei einer Lungenentzündung erhöht. In der Klinik oder im Heim kommen außerdem andere, zum Teil schwieriger zu behandelnde Erreger als Auslöser infrage.

    Wenn man im Krankenhaus eine Lungenentzündung bekommt, sprechen Ärztinnen und Ärzte auch von einer nosokomialen Lungenentzündung. Sie wird oft als HAP abgekürzt (englisch: hospital-acquired pneumonia). Manche Fachleute berücksichtigen bei der Einordnung der Erkrankung auch, ob sich ein Mensch im Senioren- oder Pflegeheim, einer medizinischen Einrichtung wie einem Dialyse-Zentrum oder während einer künstlichen Beatmung angesteckt hat.

    Wer im Krankenhaus liegt oder im Pflegeheim lebt, ist oft geschwächt. Dann ist das Risiko für Komplikationen bei einer Lungenentzündung erhöht. In der Klinik oder im Heim kommen außerdem andere, zum Teil schwieriger zu behandelnde Erreger als Auslöser infrage.

    Wenn man im Krankenhaus eine Lungenentzündung bekommt, sprechen Ärztinnen und Ärzte auch von einer nosokomialen Lungenentzündung. Sie wird oft als HAP abgekürzt (englisch: hospital-acquired pneumonia). Manche Fachleute berücksichtigen bei der Einordnung der Erkrankung auch, ob sich ein Mensch im Senioren- oder Pflegeheim, einer medizinischen Einrichtung wie einem Dialyse-Zentrum oder während einer künstlichen Beatmung angesteckt hat.

    Warum besteht in der Klinik ein höheres Risiko für Komplikationen?

    Bei jungen, ansonsten gesunden Menschen verläuft eine Lungenentzündung in der Regel komplikationslos. Menschen in Krankenhäusern und Pflegeheimen sind dagegen häufig älter, bettlägerig oder durch eine Erkrankung oder Operation geschwächt. Deshalb bekommen sie häufiger eine schwere Lungenentzündung mit Komplikationen. Erkranken beatmete Patienten an einer Lungenentzündung, ist dieses Risiko besonders hoch.

    Welche Bakterien spielen eine Rolle?

    Bei einer nosokomialen Lungenentzündung kommen Krankheitserreger infrage, die sonst selten eine Lungenentzündung auslösen. Typische Bakterien für Infektionen in Krankenhäusern oder Pflegeheimen sind etwa Staphylokokken, bestimmte Darmbakterien wie Enterokokken und ungewöhnliche Keime wie Pseudomonas aeruginosa.

    Diese Keime sind nicht unbedingt aggressiver als andere Bakterien. Entscheidend ist aber, dass sie widerstandsfähig gegen die Antibiotika sind, die gegen die üblichen Erreger einer Lungenentzündung helfen.

    Manche Bakterien sind sogar gegen mehrere Antibiotika widerstandsfähig. Fachleute bezeichnen sie als multiresistente Erreger.

    Multiresistente Bakterien können außer bei einer Infektion im Krankenhaus oder Heim auch die Auslöser sein, wenn man in den letzten Monaten wegen einer anderen Erkrankung Antibiotika bekommen hat.

    Welche Antibiotika sind bei nosokomialer Lungenentzündung nötig?

    In der Regel bekommen Erkrankte sofort ein Antibiotikum, das erfahrungsgemäß auch gegen mögliche Krankenhauserreger wirkt. Diese Antibiotika sind aber nicht immer gegen multiresistente Bakterien wirksam. Dann werden sogenannte Reserve-Antibiotika eingesetzt. Sie sind die einzigen Antibiotika, die noch gegen diese Keime wirken. Meist werden Kombinationen verschiedener Antibiotika eingesetzt.

    Vor Beginn der Behandlung werden Blutproben oder abgehusteter Schleim entnommen und ins Labor geschickt. Anschließend wird sofort ein Antibiotikum gegeben, das mit großer Wahrscheinlichkeit wirkt. Gleichzeitig wird im Labor bestimmt, welche Erreger genau die Ursache sind. Steht dies fest, wird die Antibiotika-Therapie möglicherweise noch einmal angepasst.

    Was kann vor einer Infektion schützen?

    Um Menschen generell vor nosokomialen Infektionen zu schützen, gelten im Krankenhaus besondere Hygienevorschriften – vor allem zur Desinfektion der Hände. Wichtig sind aber auch zum Beispiel die Reinigung und Desinfektion von Böden und Oberflächen sowie die Abfallentsorgung.

    Bestimmte multiresistente Erreger können auch von außen ins Krankenhaus gelangen und sich erst dort verbreiten. Kommen zum Beispiel pflegebedürftige Bewohnerinnen und Bewohner von Seniorenheimen ins Krankenhaus, wird bei der Aufnahme deshalb untersucht, ob sich bei ihnen multiresistente Bakterien finden – etwa in der Nase oder an chronischen Wunden. Dann gelten während des Krankenhausaufenthalts besondere Regeln. Dazu gehört zum Beispiel, dass sie ein Einzelzimmer bekommen, oder dass Angehörige und Personal vor Betreten des Zimmers einen Mundschutz und einen Kittel anziehen und sich nach dem Besuch die Hände desinfizieren.

    Eine Lungenentzündung kann auch durch „Verschlucken“ entstehen, wenn Bakterien aus der Mundhöhle in die Lunge gelangen. Vor allem auf Intensivstationen werden die Patientinnen und Patienten deshalb bei der Mundpflege unterstützt. Studien deuten darauf hin, dass dies vor nosokomialen Lungenentzündungen schützen kann. Allerdings hatten viele der Studien wissenschaftliche Mängel. Zum Beispiel untersuchten sie ganz unterschiedliche Maßnahmen – von antiseptischen Mundwasser-Spülungen bis zur professionellen Zahnreinigung.

    Es gibt noch weitere Maßnahmen, die einer Lungenentzündung im Krankenhaus vorbeugen sollen – etwa die Behandlung von Schluckstörungen oder Liegen mit leicht aufgerichtetem Oberkörper. Sie sind aber kaum oder nur für beatmete Patientinnen und Patienten wissenschaftlich untersucht.

    Quellen

    Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). S3-Leitlinie: Behandlung von erwachsenen Patienten mit ambulant erworbener Pneumonie und Prävention – Update 2016. 15.02.2016.

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    Kaneoka A, Pisegna JM, Miloro KV, Lo M, Saito H, Riquelme LF et al. Prevention of Healthcare-Associated Pneumonia with Oral Care in Individuals Without Mechanical Ventilation: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. Infect Control Hosp Epidemiol 2015; 36(8): 899-906.

    Kasper DL, Fauci AS, Hauser SL, Longo DL, Jameson JL, Loscalzo J. Harrison's Principles of Internal Medicine. New York: McGraw-Hill; 2015.

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    National Institute for Health and Care Excellence (NICE). Pneumonia: Diagnosis and Management of Community- and Hospital-Acquired Pneumonia in Adults. 03.12.2014. (NICE Clinical Guidelines; Band 191).

    Passaro L, Harbarth S, Landelle C. Prevention of hospital-acquired pneumonia in non-ventilated adult patients: a narrative review. Antimicrob Resist Infect Control 2016; 5: 43.

    Robert Koch-Institut (RKI). Empfehlungen zur Prävention und Kontrolle von Methicillinresistenten Staphylococcus aureus-Stämmen (MRSA) in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen. Bundesgesundheitsbl 2014; 57: 696–732.

    Sjögren P, Wardh I, Zimmerman M, Almstahl A, Wikström M. Oral Care and Mortality in Older Adults with Pneumonia in Hospitals or Nursing Homes: Systematic Review and Meta-Analysis. J Am Geriatr Soc 2016; 64(10): 2109-2115.

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